Zum zweiten Absatz:
Da mache ich es mir einfach und verweise auf den Post 453 von Michl.
Auf die Gefahr hin, das falsch zu interpretieren: Du hast dich also mit dem Status Quo arrangiert?
Protest bitte gerne, aber ohne Straftaten (und ja auch beim Fußball gelten die selben Regeln) und dem Verein zu schaden.
Auch hier würde ich mal um konkretere Vorschläge und Ideen bitten, wie ein funktionierender Protest deiner Meinung nach aussehen könnte.
Und da kann man dann nicht nach so einer Aktion gleich mit dem Fadenkreuz weitermachen, wie es in Gladbach der Fall war.
Da gehe ich mit, dass - unabhängig von der Geschmacklosigkeit eines solchen Motivs - zumindest das Timing daneben war. Trotzdem verbietet es sich, eine wie auch immer geartete Verbindung (ich habe nichts von einem Vergleich geschrieben, das ist etwas anderes) zu Hanau herzustellen.
Die Zeiten haben sich einfach geändert, sind sicher auch hysterischer geworden. Gefällt mir auch nicht, ist aber so.
Sorry, aber wenn ich meine Werte dem Zeitgeist anpasse, dann kann ich sie auch gleich in die Tonne treten. Es sind ja deshalb Werte, weil sie sich von der Zeit und dem jeweiligen Zeitgeist unabhängig machen. Und wenn man sich anschaut, was in den sozialen Medien so abgeht, dann waren die 80er und 90er eher noch Jahrzehnte mit höflichen Umgangsformen.
Aber die Botschaft ist nicht angekommen. Das sehe ich komplett anders. Ganz in Gegenteil. Hopp hatte noch nie so viele Sympathien wie seit gestern.
Mag sein, ist aber irrelevant, denn es geht nicht um Hopp. Der ist nur ein (unfreiwilliges aber nicht unverschuldetes) Symbol. Und aus dieser Rolle kommt er so schnell auch nicht wieder raus, weil DFL/DFB und Medien ihm gestern die Krönungsmesse dazu geliefert haben.
Meine Meinung bleibt, dass diese Leute auf dem Rasen gestern wirklich die Schnauze voll hatten.
Ja, weil sie das Spiel nicht zu Ende spielen konnten und weil sie ahnten, dass ihre Leistung kein großes Thema mehr sein würde. Aber inhaltlich haben die meisten doch überhaupt keine Ahnung, was da eigentlich los war. Glaubst du ernsthaft, ein Coutinho, Davies, Tolisso oder Thiago wussten gestern genau, für was sie da der Hoffenheim-Kurve applaudiert haben?
Mit diesem künstlichen Rebellentum kann ich nichts anfangen.
"Künstlich" finde ich daran nichts. Und Rebellentum ist das Recht (eigentlich sogar die Pflicht) der Jugend. Man mag manches affig, überzogen oder infantil finden. Aber sie tun wenigstens was. Ich kann auch "Fridays for future" belächeln, aber künstlich ist das nicht.
Nicht jeder Fan, der nicht mit allen von ihren Forderungen und Sichtweisen konform geht, ist gleich eine Marionette des total kommerziellen Fussballs oder wie sie ihn sonst nennen. Dazwischen gibt es noch eine Menge Spielraum. Schade, dass sie ihn scheinbar partout nicht nutzen wollen. So wie jetzt wird man es aber ganz sicher nicht schaffen und eben auch einfach nicht die Unterstützung bekommen, die sie eigentlich bräuchten und im Kern so mancher Kritikpunkte und das kann ich nur noch einmal deutlich sagen, eigentlich auch verdienen würden.
Meine Unterstützung bekommen sie damit, und ich gehöre sicher zum von dir genannten Spielraum dazwischen.
Hier mal ein Kommentar dazu
zeit.de/amp/sport/2020-03/hoff…ietmar-hopp-beleidigungen
Hervorragend!
Es gibt doch noch Medien, die zu differenzierter Betrachtungsweise in der Lage sind.