Alles anzeigenIch fürchte nur, dass Spitzenfußball (auch europäisch) unter Vereinsstrukturen nicht länger machbar sein wird.
Warum nicht? Das hat 40 Jahre bestens funktioniert und seit der Jahrtausendwende drehen alle am Rad! Es ist ja nicht so, dass die Vereinsmitglieder über die Aufstellung oder Wechsel unmittelbar bestimmen sollen dürfen, sondern, dass sie die leitenden Personen des Vereins bestimmen, sprich wählen oder abwählen können. Das sie bei grundlegenden Entscheidungen, sei es Vereinsfarben oder sogar einen Stadion(neu)bau mitbestimmen dürfen. Warum soll diese Einflussnahme Spitzenfussball verhindern?! Klar ist es einfach wie Onkel Dietmar oder Onkel Diddi alles alleine entscheiden zu können oder wie in England, wo der Investor mal schnell Vereinsfarben oder den Vereinsnamen ändert.
Ich finde gerade in der heutigen Zeit, in der Werte immer unwichtiger werden - man muss sich ja nur die Nachrichten ansehen - ist es wichtig darauf zu achten, die Traditionen eines Vereins zu bewahren!Mit Bedeutungslosigkeit meine ich einen Status, den der Deutsche Fußball nicht gewöhnt ist. Ich halte das nicht für Hysterie. Ich beziehe das auf die Klubs. Natürlich werden wir immer gute Spieler haben. Aber wieviele davon in der Bundesliga bleiben, werden wir ja sehen.
Die Konkurrenzfähigkeit der Klubs in Europa nimmt ja eh schon länger ab. Man wird die guten Spieler schlechter halten können und gute Ausländer, die es eben auch braucht, schwerer bekommen
Was heißt Bedeutungslosigkeit und Konkurrenzfähigkeit? Dass man nicht jede Saison um die Titel mitspielt? Dass die Topspieler nicht mehr in der Liga spielen? Auch wenn die Finalteilnahmen deutscher Mannschaften in den 70er und 80er häufiger waren, so sind auch nicht exorbitant viele Titel herausgesprungen. ECI - 7, ECII - 5, EC III - 6. Da hinken wir schon immer hinter Spanien, England und Italien her. Genauso wie die übrigen Länder uns hinterherhinken. In der CL haben wir mit Bayern einen Verein, der die letzten Jahre immer ein ernsthafter Kandidat auf den Titel war und oft unglücklich gescheitert ist - was durchaus auch als ein Merkmal mangelnder Qualität gegenüber den Spaniern gewertet werden kann. Ansonsten haben die anderen Vereinen ihr Maximum einfach nicht ausgeschöpft und sind stellenweise mehr als überraschend (teilweise schon in der Quali) an Mannschaften gescheitert, die ein wesentlich geringeres Budget zur Verfügung hatten und haben. Natürlich ist das auch ein Zeichen für mangelnde Qualität. Allerdings zeigen diese Beispiele eindrucksvoll, das mehr Geld nicht immer auch gleich mehr Qualität bedeutet! Andernfalls müssten deutsche Teams Stammgast zumindest in den Viertelfinalen sein.
Übrigens hat der Sport bei mir komplett Priorität. Ich wüsste nicht, warum mir ein anspruchsvolles, hochklassiges Hoffenheim gegen Leipzig nicht gefallen sollte. Der Sport steht an erster Stelle und dann kommt lange nichts. Klubhistorie, Fans und Stimmung sind allenfalls ein Zubrot.
Sport hat für mich auch Priorität und ich gebe zu, dass ich vom sportlichen ein CL Spiel lieber sehe als eine Regionalligapartie. Allerdings will ich diese Priorität nicht um jeden Preis. Hopp oder RB mögen vielleicht schönen Fussball spielen, aber es interessiert mich nicht! Weil Dein letzter Satz eben kein Zubrot für mich ist. Dass ist es, was den Fussball ausmacht. HSV-FC in Liga 2 oder FCK-KSC Liga 3 finde ich wesentlich interessanter als so manches Bundesligaspiel.
Auch haben RB oder Hopp sich den Platz in der Liga nicht "ehrlich" erspielt, sondern nur dank kräftiger Investitionen, die für Vereine, die jahrzehntelang Kreisliga A und dann einige Jahre Landesliga/Verbandliga gespielt haben bzw. erst 2009 gegründet wurden, nicht auf normalen Wege möglich gewesen wäre. Daher kann und will ich deren Existenz nicht akzeptieren.
Das Ganze wäre doch ohne Kind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, nie so weit gekommen, oder?
Warum nicht? Freiburg, Augsburg oder Mainz haben es auch ohne große (wobei das bei Kind ja schon mehr als fraglich ist) Investoren in den Europapokal geschafft.
Ich denke übrigens nicht wirklich, dass 50 plus 1 der Grund für die mangelnde Spannung usw. ist. Ich denke, nur, dass es kaum eine anderen Weg hinaus aus der Situation kommt, als über den Punkt nachzudenken.
Warum? Dann kommen die Kinds dieser Welt und versuchen sich einen Bundesligaverein zu kaufen, damit man um den Titel mitspielen kann. Nur wer pumpt so viel Geld in einen Verein, damit er Bayern oder Dortmund Paroli bieten kann? Große Rendite wird man nicht erwarten können, so dass sich das Invest dann schnell erledigt und Verein XY, der zuvor um Platz 5-10 gespielt hat, weiterhin um Platz 5-10 spielt. Einzige Änderung wäre, dass alles noch teurer wird. 50+1 löst keine Probleme und sorgt für mehr Spannung, sondern behielte den Status Quo bei.
Und nochmal: Ich sehe nicht, dass wir hier nur von gierigen Fußballfunktionären reden, die da das sagen in den "Plastikklubs" haben. Beim Beispiel Hopp kann mir keiner erzählen, dass er den Fußball nicht liebt.
Hopp mag den Fussbal tatsächlich lieben. Da ich ihn nicht kenne, kann ich das nicht beurteilen. Nur muss die Liebe sich so ausdrücken, einen Dorfverein mit aller Macht in die Bundesliga zu hieven? Ich kann meine Liebe auch so ausdrücken, dem Verein kleinere Zuwendungen zukommen zu lassen oder bei der Suche von Sponsoren behilflich zu sein, allerdings alles im Rahmen, wie es sich in der jeweiligen Liga gehört. Wenn ich den Fussball liebe, dann zerstöre ich nicht die Wettbewerbsfähigkeit und Chancengleichheit, indem ich einen Verein durch die Ligen prügel, der einen Etat hat, der fast der ganzen Liga entspricht.
1. Vieles was vor 40 Jahre so war, ist heute eben nicht mehr so. Ich meine nicht, dass 50 plus 1 Spitzenfußball verhindert. Die Einflussnahme der Mitglieder bremst den Klub nicht. Es geht um die finanziellen Möglichkeiten, die eben heutzutage mitentscheidend sind. Geld schiesst keine Tore, aber wenn zwei Vereinsbosse gleiches Know-How haben und der andere doppelt so viel Geld...was denkst Du, wer das Rennen macht? Einem Klub nach 50 plus 1 werden solche finanziellen Möglichkeiten nie zur Verfügung stehen.
2. Zum Thema Bedeutungslosigkeit: Ich hatte ja schon geschrieben, dass nicht alles, was bei uns momentan schlechter läuft als woanders, damit zuammenhängt. Aber an irgendeinem Punkt kommt das Thema aus 1. auch hier wieder auf den Tisch.
3. Wie viel einem das Drumherum um ein Spiel bedeutet, ist ja Geschmacksache. Fußballfans sind eben nicht alle gleicht. Dem Begriff nach sollte der Fußball hier zumindest an Nr. 1 stehen. Er wurde nämlich nicht mit der Stimmung usw. geboren. Das hat sich so entwickelt. Ich brauche es eben nicht zwingend, um ein Spiel genießen zu können und da ist mir auch erstmal die Geschäftsform der Klubs hinter den Fußballern, die alle spielen, um zu gewinnen egal. Da gibt es eben verschiedene Philosophien.
4. Also wenn man zb nach England schaut, findet man mehrere Vereine, die sehr von Investoren profitiert haben. Die dem damals mächtigen ManUnited Konkurrenz gemacht haben und die Liga deutlich spannender gemacht haben, als sie es vorher war. Chelsea, City usw. Hier wurde kein Status Quo beibehalten.
5. Jeder drückt seine Liebe anders aus. Und von Chancengleichheit kann eh keine Rede mehr sein. Alle Klubs haben verschiedene Voraussetzungen, die in der Natur der Dinge liegen. Sie haben verschieden große Sponsoren, andere Umfelder usw. Ab wann fängt das Zerstören denn an? Erst wenn ich als Milliardär Geld in meinen Lieblingsklub pumpe? Oder schon, wenn ich Geld ausgeben, das ich nicht habe, und die Lizenz doch behalten darf oder wenn ich an die Börse gehe und mir den Schotter durch Kapitalerhöhungen hole? Dir müsste der BVB fast genauso zu wider sein, wie zumindest Hoffenheim.