Gedanken über Tradition und Kommerz

  • Was haben die davon? Wenn man angeblich für seinen Verein durch dick und dünn gehen würde und sein ganzes Leben danach ausrichtet, habe ich bisher angenommen, dass man vielleicht auch gern etwas Einfluss hätte.

    "Was ist wichtiger," fragte großer Panda. "Der Weg oder das Ziel?" "Die Weggefährten," sagte kleiner Drache.

  • Was haben die davon? Wenn man angeblich für seinen Verein durch dick und dünn gehen würde und sein ganzes Leben danach ausrichtet, habe ich bisher angenommen, dass man vielleicht auch gern etwas Einfluss hätte.

    Langsam wirds kurios oder ich kann nur nicht mehr ganz folgen. :amkopfkratz:

    Wattenscheid statt Bochum

  • Eine (gewisse) Einflussnahme ist bei einem FussballVEREIN relativ einfach..... man muss nur Mitglied werden und zu den Versammlungen gehen. Dafür muss man kein Ultra sein, kann es aber ;)

    Für immer GMS !

  • Ich weiß nicht, ob das so unclever ist, öffentlich wieder und wieder auf die Tränendrüse zu drücken. Das hilft deren Kampf für einen klinisch sauberen Fußball mehr, als sich die Leute in den Kurven das wünschen würden.


    Natürlich, die Medien springen drauf an, die springen mittlerweile aber auch auf alles an. Da könnten die Fans aber auch ein Ballet veranstalten und Arien gegen den Kommerz singen, die Medien würden es zerpflücken




    ...und genau dieses Gefühl habe ich z.b. bei den Ultras auch, die oft hinter solchen Aktionen stehen.


    Du magst insofern Recht haben , dass nicht die Geldeinnahmen für die Ultras/organisierten Fans in erster Linie interessant sind, aber würden sie wirklich die einmal gewonnene Macht aus der Hand geben wollen. Da geht es doch vielmehr darum, in allen Bereichen (Vorstand, Trainer, Verpflichtungen) Einfluß zu nehmen.


    Warum sollten sie es komplett übernehmen wollen?
    Es geht doch gar nicht um Kontrolle. Es geht lediglich gegen den modernen Fussball, die totale Kommerzialisierung des Sports. Es geht darum diesen Prozess aufzuhalten und zurückzudrehen. Die Fans und Ultras hatten nie die Kontrolle und das wollen sie letztendlich auch gar nicht haben. Sie wollen nicht mitsprechen wenn es um Transfers geht (ausser dass sie sich wünschen, dass Spieler nicht jedes Jahr wechseln, sondern mal länger bei Vereinen bleiben), um Trainer oder sonstiges. Ausser in Fällen wie bei Kind und Ismaik, die eben die Kommerzialisierung vorran treiben und Verein und Sport schaden.


    Bei diesen beiden Wortmeldungen merkt man wieder, dass die Arbeit des Verbands in Verbindung mit den Medien wunderbar funktioniert. Man bekommt nur die Meldungen einer Seite vorgesetzt und weiss gar nicht, gegen was genau man sich da eigentlich stellt.





    Es gab früh genug sachliche kritische Stimmen gegen RB und dessen Fußballkonstrukt.


    Die gab es VIEL zu spät!
    Die meisten Szenen haben sich erst gegen RB positioniert, als sie in deren Liga aufgestiegen sind, davor waren sie den meisten egal. Da hätte man viel eher ligaübergreifend zusammenarbeiten und sich positionieren sollen.

    "Das ist die perfekte Welle, das ist der perfekte Tag. Lass dich einfach von ihr tragen, denk am besten gar nicht nach"

    - Christian Drosten

  • Die gab es VIEL zu spät!
    Die meisten Szenen haben sich erst gegen RB positioniert, als sie in deren Liga aufgestiegen sind, davor waren sie den meisten egal. Da hätte man viel eher ligaübergreifend zusammenarbeiten und sich positionieren sollen.


    Das ist allerdings richtig. Nur: Was hätte es genützt? Bei Hopp hat es auch nichts genützt.


    Natürlich, die Medien springen drauf an, die springen mittlerweile aber auch auf alles an. Da könnten die Fans aber auch ein Ballet veranstalten und Arien gegen den Kommerz singen, die Medien würden es zerpflücken

    Ja und RB hat's verstanden und spielt die Klaviatur der Empörung geschickt mit.

    Nanakorobiyaoki

  • Die gab es VIEL zu spät!
    Die meisten Szenen haben sich erst gegen RB positioniert, als sie in deren Liga aufgestiegen sind, davor waren sie den meisten egal. Da hätte man viel eher ligaübergreifend zusammenarbeiten und sich positionieren sollen.

    Naja, kritische Stimmen gab es vorher auch genug, man hätte das nur viel eher in die Kurven tragen müssen. Also größer und lauter, aber sonst bin ich beim Kater: es hätte nichts gebracht.
    Wenn man erst die Kurven braucht um zu sehen, dass bei diesem Konstrukt was falsch läuft, dann ist das schon arg traurig. Und dass mit dem Mutterkonzern was falsch läuft hätte man auch binnen fünf Minuten per Google herausfinden können. Alleine deshalb kriegen deren Mitstreiter und vor allem Angestellten kein Mitleid von mir, ganz egal wie hässlich und unter der Gürtellinie die Kritik auch sein mag. Mit denen legt man sich nicht ins Bett, wenn man nicht vollständig verdorben ist.

    Det' Vestegnen mod København. Det' kampen, hvor vi lægger dem i graven.

    Blod på trøjen det er ikke nok...!

  • Das ist allerdings richtig. Nur: Was hätte es genützt? Bei Hopp hat es auch nichts genützt.


    Gegen Hoffenheim war es mit der Kritik genauso, die kam auch deutlich zu spät. Als die im DFB Pokal damals der Pokalschreck waren, da wurden sie von allen Seiten gelobt, dass sie als so kleiner Verein die grossen ärgern. Dass der Regionalligist da ehemalige Bundesligaspieler in den Reihen hatte, hat niemand betrachtet. Und so richtig als Gefahr haben auch andere Szenen sie erst betrachtet, als sie 2005 die Profiabteilung auslagerten und den FC Heidelberg gründen wollten, um mit dem Mischverein in die 2. BuLi aufzusteigen.
    Dass Hopp vorher schon den Durchmarsch aus Liga 7 in Liga drei hinlegte hat niemanden aufgeschreckt. Aufgeschreckt ist man erst so richtig, als sie in die eigene Nähe kamen...


    Wenn jetzt Böhringer her ginge und die Spvgg Ingelheim in der Bezirksliga übernimmt und sie mit Geld vollpumpt, dann würden erstmal ein paar Vereine aus der Landesliga und Verbandsliga was sagen. In der Oberliga würden sie sich regen, wenn der Verein dahin aufsteigt, Regionalliga wären die ersten ernstzunehmenden Szenen, die sich dagegen aussprechen, aber das würde weiter oben niemanden interessieren. Stehen sie vor dem Aufstieg in Liga drei, würden manche Drittligisten hellhörig werden und sich äussern, aber die Szenen in der zweiten und der BuLi würde das nicht interessieren, bis Ingelheim in ihrer Liga anklopft


    Kind hat auch nur am Rande den Rest der Liga interessiert und das haben sie mitbekommen, weil Ihr nunmal in der BuLi seid. 1860 ist Traditionsverein, deswegen hatte das die Runde gemacht. Aber kleine Vereine aus der Provinz, das bekommt doch keiner mit...

    "Das ist die perfekte Welle, das ist der perfekte Tag. Lass dich einfach von ihr tragen, denk am besten gar nicht nach"

    - Christian Drosten

  • Kind hat auch nur am Rande den Rest der Liga interessiert

    Für Kind hat sich auch zu "besten" Zeiten keine Sau außerhalb Hannovers interessiert. Die meisten Szenen natürlich schon, aber die Gefahr, die von ihm ausgeht/ausging wurde/wird unterschätzt.

    Det' Vestegnen mod København. Det' kampen, hvor vi lægger dem i graven.

    Blod på trøjen det er ikke nok...!

  • Warum geht man einfach nicht hin, wenn die spielen?

    "But the thing about political correctness is that it starts as a good idea and then gets taken ad absurdum. And one of the reasons it gets taken ad absurdum is that a lot of the politically correct people have no sense of humor." (John Cleese)

  • Ich finde persönliche Attacken gegen Rangnick oder Hopp aber auch kacke. Gerade gegen Rangnick, das war schon unterste Schublade.

    Mimimi!Ein gewisser Uli H. wurde jahrzehntelang persönlich attackiert. Hat der rumgeheult?

    unabhängig von der Reaktion der Beteiligten kann ich die persönliche Schiene ja wohl daneben finden? :amkopfkratz:

    Klar.
    Mir geht nur allgemein das Rumgeheule aufn Sack...

  • Wenn ich die Kohle von Hopp und Mateschitz hätte, wär es mir vollkommen egal, was eine wildgewordene, schwarzgewandete Masse von mir hält.
    Ich würd in meiner Loge Champagner schlürfen und sie bemitleiden :D

    "But the thing about political correctness is that it starts as a good idea and then gets taken ad absurdum. And one of the reasons it gets taken ad absurdum is that a lot of the politically correct people have no sense of humor." (John Cleese)

  • Wenn ich die Kohle von Hopp und Mateschitz hätte, wär es mir vollkommen egal, was eine wildgewordene, schwarzgewandete Masse von mir hält.
    Ich würd in meiner Loge Champagner schlürfen und sie bemitleiden :D


    Und zu was würde es führen? Dass sie Dich zwar weiter nicht abkönnen, aber solche Aktionen weniger werden, weil es auf unfruchtbaren Boden fällt

    "Das ist die perfekte Welle, das ist der perfekte Tag. Lass dich einfach von ihr tragen, denk am besten gar nicht nach"

    - Christian Drosten

  • Genau. Ich find ja beide Parteien lächerlich :D
    Noch dazu wenn auch Fans einer AG ganz vorne mit dabei sind :floet:

    "But the thing about political correctness is that it starts as a good idea and then gets taken ad absurdum. And one of the reasons it gets taken ad absurdum is that a lot of the politically correct people have no sense of humor." (John Cleese)

    Einmal editiert, zuletzt von michl1976 ()

  • Das Problem ist und das ist ja durchaus auch bei 96 zu beobachten: Denen ist die Kohle im Endeffekt scheißegal, davon haben sie genug. Die wollen vom Volk gemocht werden, die wollen vom Volk geliebt werden und wundern sich dann, dass man die Liebe des Volkes nicht kaufen kann.

    Nanakorobiyaoki

  • Die Hopps dieser Welt können gerne Unmengen Champagner in ihren Logen saufen, darum beneide ich die nicht (wer SO Fußball schaut, der hat den Sport sowieso nie geliebt).
    Das Problem ist, dass Hopp oder der Dreckskonzern wieder mal bewiesen haben, dass du nur genug Geld haben musst, damit Regeln gebrochen werden dürfen, oder für dich angepasst werden.

    Det' Vestegnen mod København. Det' kampen, hvor vi lægger dem i graven.

    Blod på trøjen det er ikke nok...!

  • Vielleicht seh ich das Ganze einfach schon zu zynisch.
    Aber ich muss schon schmunzeln , wenn bei uns in der Kurve ein Banner „gegen den modernen Fußball“ hängt. Wo wir quasi ein Vorreiter des modernen Fußballs sind.
    Wenn in England quasi alle Vereine die Spielzeuge irgendeines Milliardärs sind. Von PSG ganz zu schweigen. Wenn die Anhänger des börsennotierten Unternehmens BVB die Gralshüter des „alten“ Fußballs sein möchten etc.....
    Bei uns sind ja Gott sei dank noch Leute am Werk die einen Bezug zum FCB haben.....


    Und zu Red Bull....ist mir immer noch lieber als irgendein Scheich.

    "But the thing about political correctness is that it starts as a good idea and then gets taken ad absurdum. And one of the reasons it gets taken ad absurdum is that a lot of the politically correct people have no sense of humor." (John Cleese)

  • Und zu Red Bull....ist mir immer noch lieber als irgendein Scheich.

    Das sagst du jetzt nur, weil die Brut bei dir umme Ecke haust. :aua:


    Im Endeffekt ist es die Wahl zwischen Pest und Cholera. Will man einen Scheich, in dessen Land Menschenrechte mit Füßen getreten werden, oder will man ein Unternehmen, das kein Problem damit hat, Extremsportler "über die Klippe springen" zu lassen, weil's der Marke eigentlich ganz gut hilft?

    Nanakorobiyaoki

  • Aber ich muss schon schmunzeln , wenn bei uns in der Kurve ein Banner „gegen den modernen Fußball“ hängt. Wo wir quasi ein Vorreiter des modernen Fußballs sind.


    Und wenn dieser Banner dann noch in der Champions League hängt, gerne bei einem Verein, der sich als vierter qualifiziert hat...
    Bin ich absolut bei Dir, sich gegen den modernen Fussball stellen aber dann Teile des modernen Fussballs feiern, das passt vorne und hinten nicht. Und wenn ich RBL ablehne, weil die sich mit Geld hochgekauft haben, dann muss ich in der CL genauso gegen ManC oder PSG boykottieren.


    In Italien gab es Proteste als RB bei Udine einsteigen wollte, dabei ist jeder Serie A Club in der Hand von jemandem mit Geld, das Inter und AC an Chinesen verkauft wurden hat auch niemanden mehr gestört. Bei RB ging es letztlich nur darum, dass sie den Club umbenennen könnten, ja mei, mein ACR Messina hatte letztendlich auch etliche verschiedene Namen und selbst der SSC Napoli hiess zwischenzeitlich Napoli Soccer und kam nur durch einen Investor überhaupt wieder hoch.

    "Das ist die perfekte Welle, das ist der perfekte Tag. Lass dich einfach von ihr tragen, denk am besten gar nicht nach"

    - Christian Drosten

  • Und zu Red Bull....ist mir immer noch lieber als irgendein Scheich.

    Das sagst du jetzt nur, weil die Brut bei dir umme Ecke haust. :aua:
    Im Endeffekt ist es die Wahl zwischen Pest und Cholera. Will man einen Scheich, in dessen Land Menschenrechte mit Füßen getreten werden, oder will man ein Unternehmen, das kein Problem damit hat, Extremsportler "über die Klippe springen" zu lassen, weil's der Marke eigentlich ganz gut hilft?

    Sind wirklich nur 30 km :D .


    Ohne jetzt Red Bull verteidigen zu wollen, aber diese Nummer „sie zwingen Extremsportler zu irgendwas“ ist einfach nicht haltbar.
    Diese Leute lieben was sie tun und Red Bull bietet Ihnen einfach die Möglichkeiten dazu. Machen würden die Sportler es so oder so.

    "But the thing about political correctness is that it starts as a good idea and then gets taken ad absurdum. And one of the reasons it gets taken ad absurdum is that a lot of the politically correct people have no sense of humor." (John Cleese)

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!