Nutztierhalter und andere Selbstversorger

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    • Champions of Germany schrieb:

      Verlust der Arten- und Sortenvielfalt sind nun mal Probleme, die die industrielle Landwirtschaft mit sich bringt

      es kommt ja auf die Produkqualität, und die Produktquantität an und so ein Glanrind z.B. ist doch uninteressant, zu wenig Fleisch, zu wenig Milch, das Wollschwein zu wenig Wolle und auch nicht genug Fleisch, auch das Sattelschwein wird nicht schnell genug schwer genug und von der Legeleistung eines Sachsenhuhns wollen wir gar nicht erst anfangen...
      Le teste di legno fanno sempre chiasso.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Giancarlo ()

    • Giancarlo schrieb:

      es kommt ja auf die Produkqualität, und die Produktquantität an und so ein Glanrind z.B. ist doch uninteressant, zu wenig Fleisch, zu wenig Milch, das Wollschwein zu wenig Wolle und auch nicht genug Fleisch, auch das Sattelschwein wird nicht schnell genug schwer genug und von der Legeleistung eines Sachsenhuhns wollen wir gar nicht erst anfangen...
      Darum sterben ja immer mehr alte Nutztierrassen aus und es werden nur noch Hochleistungsrassen gezüchtet. Wir müssen ja schließlich auch Fleisch exportieren.
      Ich bin selber Geflügelhalter und hab die Erfahrung gemacht, dass alte Hühnerrassen zwar weniger Legeleistung haben, dafür aber deutlich widerstandsfähiger gegen Witterungseinflüsse sind. Aber wen interessieren in der Massenhaltung schon Witterungseinflüsse? Auch hab ich bei meiner alten Rasse nicht das Problem, dass sie nach zwei Jahren an Krebs erkranken. Aber zwei Jahre sind eine Zeitspanne, die in der industriellen Geflügelproduktion ebenfalls keine Rolle spielen, da die Hochleistungstiere gar nicht so "alt" werden dürfen. Darum interessiert das auch keinen, was da für ein Mist zusammengezüchtet wird.
      Ein Verein ohne Kurve ist auch mit Titeln wenig wert.

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    • Was genau bedeutet bei Dir Geflügelhalter?
      Die alten Rassen sind in der Regel ja auch Rassen aus der Region, die über lange Zeit an die dortigen Verhältnisse angepasst sind und wo sich am Ende die stärkeren Gene durchgesetzt haben.
      Le teste di legno fanno sempre chiasso.
    • Nix besonderes. Ich halte ein paar Hühner und Enten im Freiland für den Eigenbedarf. Als Anfänger hab ich in meiner Unwissenheit industriell erzeugte Hybridhühner gehalten, die zwar unfassbar viele Eier gelegt haben, jedoch sehr krankheitsanfällig und zum Teil verhaltensgestört waren. Für eine Nutzung über einen längeren Zeitraum waren die nicht geeignet.
      Jetzt halte ich Vorwerk-Hühner, die etwas weniger Eier legen und auch unregelmäßiger, dafür aber sehr robust gegen Witterungseinflüsse sind und weit weniger lästige Verhaltensweisen wie z. B. Federpicken zeigen. Einzig der Bruttrieb ist bei den Vorwerk-Hühnern nicht sehr ausgeprägt.
      Ein Verein ohne Kurve ist auch mit Titeln wenig wert.
    • Enten rein zur Fleischproduktion?
      Hühner sind wir auch noch am Überlegen, ob wir uns ein paar anschaffen. Die Vorwerk sehen auch gut aus, bei uns wird es aber eher eine Mittelmeerrasse werden.
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    • Giancarlo schrieb:

      Enten rein zur Fleischproduktion?
      Hühner sind wir auch noch am Überlegen, ob wir uns ein paar anschaffen. Die Vorwerk sehen auch gut aus, bei uns wird es aber eher eine Mittelmeerrasse werden.
      Ist auch vernünftig, die sind besser an die klimatischen Bedingungen angepasst. Und die echten Italiener sind ja eine super Rasse. Ich kann sagen, dass Hühnerhaltung für den Ertrag nicht sehr aufwändig ist. Wenn man große Flächen hat, suchen die sich außer im Winter sogar das Futter zum Großteil selbst.

      Die Enten zur Fleischproduktion, ja. Wobei wir auch die Enteneier nicht verschmähen, aber das ist nicht der vorwiegende Grund für die Haltung.
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    • Enten hatte ich auch mal gehört, dass die phantastisch sein sollen gegen Schnecken.
      Was haben die Enten denn für eine Legeleistung? Vertragen die sich gut mit den Hühnern?

      Die Italiener oder Livorno sind in der Auswahl mit drin, genau wie das Siciliana, aber auch ein paar spanische. Freilauf hätten wir einen guten Bereich für sie.
      Le teste di legno fanno sempre chiasso.
    • Enten und Hühner kommen bei ausreichend Platz gut miteinander klar, allerdings brauchen Enten Wasser und Hühner können schlecht schwimmen. ;-)

      Wir haben zwei Laufenten für die Schneckenkontrolle im Garten, das klappt auch gut. Wobei man sagen kann, dass alle Enten Schnecken fressen wenn sie welche finden. Man muss nur aufpassen, dass die Enten junge Pflanzen nicht platt treten und nicht ans Gemüse kommen. Die Laufentendame legt auch ca. 150 Eier pro Jahr, allerdings findet man die nicht immer, weil die ihr Gelege meist gut verstecken und wenn man es findet, weiß man nicht wie alt die Eier sind.
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    • Champions of Germany schrieb:

      Die Laufentendame legt auch ca. 150 Eier pro Jahr, allerdings findet man die nicht immer, weil die ihr Gelege meist gut verstecken und wenn man es findet, weiß man nicht wie alt die Eier sind.

      Das ist ja ne ganz ordentliche Leistung.

      Wir waren am Überlegen, was wir uns für Tiere holen. Hühner stehen weit oben, Ziegen oder Schafe hatten wir auch überlegt, die würden neben Fleisch auch Milch liefern, die bräuchten aber entsprechenden Platz und im Idealfall Weidefläche, die wir auf unserem Grundstück nicht zur Verfügung haben. Schweine sind momentan noch in der Überlegung und ein fleischigeres Geflügel.
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    • Stimme der Vernunft schrieb:

      Wenn ihr so trockene Sommer habt, sind Weideflächen sicher nicht so einfach zu erhalten.

      Genau deswegen. Auf unserem Gut wird das nicht gehen und ausserhalb noch eine Weide mieten oder kaufen, bei der dann auch nicht sicher ist, dass die den Sommer über ernähren kann, wollen wir auch nicht.

      Champions of Germany schrieb:

      Für Ziegen sind trockene Weiden sogar besser. Auch Esel wären da denkbar.

      Deswegen hatten wir schon Ziegen oder Schafen den Vortritt vor Rindern gegeben, wobei Ziegen eben noch robuster sind. Esel würde die Milch wegfallen, wäre dann reiner Fleischlieferant. Davon gibt es hier bei uns in der Region auch einige, aber das Fleisch von denen sagt uns nicht unbedingt zu.
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    • Giancarlo schrieb:

      Deswegen hatten wir schon Ziegen oder Schafen den Vortritt vor Rindern gegeben, wobei Ziegen eben noch robuster sind. Esel würde die Milch wegfallen, wäre dann reiner Fleischlieferant. Davon gibt es hier bei uns in der Region auch einige, aber das Fleisch von denen sagt uns nicht unbedingt zu.
      Was hältst du von Kamerunschafen? Die sind halt kein Woll-Lieferant, dafür robust und genügsam.
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    • Um die Wolle geht es uns ja nicht, dafür haben wir keinen Bedarf. Die hätte ich optisch vermutlich für Ziegen gehalten, aber die Kameruner brauchen trotzdem Platz und Weide
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    • Nutztierhalter und andere Selbstversorger

      Ich hab dieses Thema aus dem Umwelt-Thread ausgegliedert, weil es ein schönes Thema ist, welches meiner Meinung nach wunderbar in den Treffpunkt passt. Ein paar Posts musste ich dabei editieren, da auf andere Themen aus dem Umweltthread verwiesen wurde. Ich bitte das zu entschuldigen.
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    • So, seitdem wir das Thema in dem Thread angefangen haben ist einige Zeit ins Land gestrichen und es hat sich einiges getan. Da geb ich doch mal ein kleines Update.

      Hühner haben wir letztendlich die Siciliana genommen, eine alte Rasse, von der die Sicilian Buttercup abstammen. Die haben eine Legeleistung von 150 Eier im Jahr. Platz haben wir für 15 Hühner und sind mit 10 Hennen und einem Hahn gestartet. Mittlerweile haben wir schon Eier gebrütet. Halten tun wir sie hauptsächlich wegen der Eier, aber sie werden natürlich auch in der Küche landen. Gerade Hähne werden bei uns kein Jahr alt, ehe sie in der Röhre landen, bei den Hühnern kommt es drauf an, wieviele geschlüpft sind, da wir mindestens 7 Hennen für unseren Bedarf brauchen. Es muss also ein neues Huhn zum Legen da sein, dass ein altes Huhn im Topf endet.
      Dann haben wir dazu noch Truthühner als Fleischgeflügel. Die legen etwa 50 Eier im Jahr, von denen wir nachzüchten. Die Truter haben einen guten Gluckentrieb und brüten neben den eigenen Eiern auch die Hühnereier mit aus. Ausserdem vertragen sie sich gut mit Hühnern und schützen vor Raubvögeln. Bei den Trutern sind wir mit 5 Hennen und einem Hahn als Jungtiere gestartet. Die durften dann erstmal in Ruhe wachsen und sollen sich vermehren, ehe wir denen ans Fleisch gehen.

      Vierbeiner haben wir uns letztendlich für eine regionale Ziegenart entschieden, die Messinese. Die haben bei uns einen kleinen alten Stall und haben ordentlich Auslauf im Olivenhain. Wir halten sie hauptsächlich für die Milch. Bei den Lämmern müssen wir schauen, was wir damit machen. Die werden teilweise sicherlich verwertet, aber vermutlich werden wir auch abgeben.

      Für mich selber überraschend kam dann Mitte letzten Jahres noch was anderes hinzu. Und zwar war mein Nachbar verstorben und seine Witwe wollte den Hof verkaufen, um in den Norden zur Familie zu gehen. Der Mann hat Mufflons gehalten und das Gelände mit den Mufflons wurde mir angeboten. Nach einigen Überlegungen haben wir dann einen Teil des Grundstücks mit dem Mufflongehege gekauft. Jetzt haben wir noch die Mufflons. Die laufen ziemlich selbstständig, da müssen wir eigentlich nur füttern, etwas säubern. Ansonsten lassen wir die in Ruhe. Und gelegentlich wird einer geschossen.


      Egal was wir bei uns auf dem Hof schlachten, es wird alles verwertet, neudeutsch sagt man da nose-to-tail. Durch die vollständige Verwertung verbraucht man daher auch weniger Tiere als wenn man nur Filet und Keule nutzt.
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    • Warzenenten, kannte ich bisher auch noch nicht.
      Was genau ist bei denen die Wildfarbe? Ich denke die ganz weissen sind es nicht, aber ich sehe da blaue, blau-weisse, braune und graue
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