Der springende Punkt ist immer der Ball

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    • „Nicht das Erreichte zählt. Das Erzählte reicht.“

      Mitgliederversammlung beim 1. FC Nürnberg… es geht um einen selbst ernannten König, einen pflichtbewussten Radiomoderator, Gänseblümchen und Liebe. Ein Protokoll des ganz normalen Wahnsinns. (Vielen Dank an die Erlanger/ Nürnberger Nachrichten, bei deren Protokoll ich mich mal frech bedient habe.

      18:48 Uhr: Mit knapp 20 Minuten Verspätung beginnt die Mitgliederversammlung 2014, bei der es unter anderem um die finanzielle Aufstellung nach dem Abstieg, die sportlich prekäre Situation, die Zukunft von Martin Bader & Co., sowie ein Zukunftskonzept für den 1. FC Nürnberg gehen soll. Oder besser gesagt, gehen sollte.

      18.51 Uhr: "
      Die Legende lebt wieder", steht auf einem Plakat, das Mitglieder mit zur Versammlung gebracht haben. Zur Sicherheit hätte ich einen Defibrillator und eine Magensonde dazu gemalt.

      18.56 Uhr: "Auch ohne den gestrigen Erfolg wäre die Mannschaft heute hier anwesend gewesen", sagt Schramm. Die Frage ist natürlich, Warum.

      18.59 Uhr: "Geh ham", ruft ein Mitglied aus dem Publikum in Richtung Schramm. Wir stellen fest, uns erwartet ein qualifizierter Gedankenaustausch auf höchstem Niveau. Nichts anderes haben wir erwartet.

      19.22 Uhr: Dr. Adrian verkündet, dass heute ein Dringlichkeitsantrag zur Abwahl von Aufsichtsrats-Mitglied Günther Koch eingegangen sei. Großer Applaus.

      19.47 Uhr: 1233 Mitglieder wünschen sich, die Wahlen vorzuziehen. Das heißt, nach der Durchführung des Dringlichkeitsantrages werden die Wahlen vollzogen.

      19.48 Uhr: Überraschung: Die Mannschaft wird entlassen, "dass sie für das Freitagsspiel nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen wird", so Dr. Adrian. Der degradierte Raphael Schäfer bleibt als Einziger. Na also. Auch wenn „die Mannschaft wird entlassen“ auf den ersten Blick durchaus für Erheiterung sorgt.

      19.50 Uhr: Dringlichkeitsantrag: Bitte stellen Sie sicher, dass dieses Video (Günther Koch bei BBC) gezeigt wird, damit sich jeder Anwesende ein Bild davon machen kann.

      20.02 Uhr: "Hallo, hier ist Nürnberg", meldet sich Günther Koch zu Wort. Er erklärt die Hintergründe seines Auftritts beim BBC. Er lobe im Video Franken als den besseren Teil Bayerns. („Wir melden uns vom Abgrund…“)

      20.05 Uhr: Koch rechtfertigt sich: "Solche lustigen Beiträge gehörten und gehören zu meiner Berufsausbildung als freier Journalist." Das hätte er sich aus (aus-) gebildeter Journalist ja aber denken können, dass das wahrscheinlich nicht Jedermanns Humorzentrum trifft!

      20.08 Uhr: "Den Club zu lieben bedeutet noch lange nicht, Bayern, Fürth, Augsburg, Dortmund oder Buxtehude zu hassen", sagt Koch. Da hat er ausnahmsweise sogar recht, auch wenn ich gestehen muss das ich Buxtehude schon ziemlich scheiße finde!

      20.11 Uhr: Ein weiteres Mitglied ergreift das Mikrofon: "Wollen wir uns mit diesem Dringlichkeitsantrag in ganz Deutschland lächerlich machen?" Buh-Rufe und Beifall vermischen sich. Scheint ein neues Mitglied zu sein, dafür brauchen wir gewöhnlich noch viel weniger als so ein Video.

      20.14 Uhr: Günther Koch entschuldigt sich für das Tragen des Bayern-Schals im BBC-Video. Er habe dies auf Wunsch seines Auftraggebers tun sollen. Weiter verteidigt er sich, er habe als Einziger beim Franken-Derby den Club-Schal getragen – trotz Verbot. Rebel Yell!

      20.27 Uhr: Endlich wird über den Dringlichkeitsantrag entschieden.

      20.33 Uhr: Ergebnis: Für die Dringlichkeit haben 830 Mitglieder gestimmt, gegen die Dringlichkeit 940. Damit wird der Antrag nicht zur Abstimmung zugelassen. Eine Zwei-Drittel-Mehrheit wäre nötig gewesen. Jetzt geht es weiter mit den Wahlen. – Wir haben also, gerechnet ab Versammlungsbeginn um 18:30 Uhr, nur gute zwei Stunden gebraucht um dieses ungemein wichtige, Staatstragende, Zukunftsträchtige Thema zu klären. Herzlichen Glückwunsch!

      20.47 Uhr: Nun hat jeder der 16 Kandidaten drei Minuten Zeit, sich vorzustellen. An jeden dürfen Fragen gestellt werden. Das kann also dauern. Es beginnt Johannes Bisping aus Lauf.

      20.55 Uhr: Jetzt stellt sich Klaus Daedelow vor, der erste bekennende Unterstützer des Konzepts "Pro Club 2020". "Profi-Fußball ist hartes Geschäft", sagt Daedelow. Und die Schweden sind keine Brasilianer. #phrasenschwein

      21.05 Uhr: Stefan Geppert stellt sich vor. "Der Club braucht endlich jemanden, der die Zügel in die Hand nimmt", sagt er. Gänseblümchen. Talente. Neues Stadion. "Allmächd, der Club in der dritten Liga. Wir haben es gar nicht bemerkt." Es sind ja nur drei Minuten, da muss alles unterkommen. Gänseblümchen? Ach so… na dann: Gänseblümchen!

      21.22 Uhr: Die einzige Frau im Bunde stellt sich vor. Ruth Höpfel. "Wenn ich mich im Stadion umschaue, sehe ich nicht nur Männer." Die Rede kommt dem Publikum irgendwie bekannt vor, sie ähnelt ihrer letztjährigen Rede stark. In Nürnberg sind halt Profis am Werk!

      21.24 Uhr: Höpfel will als Frau in eine Männerwelt eindringen. "Ich kann nur mit meiner Liebe, meiner Leidenschaft dem Club dienen." Frauen, Männer, eindringen… ich glaub ich verwechsel da jetzt was.

      21.40 Uhr: Nun steht Marc Oechler am Rednerpult. Er kritisiert Bader, indem er rhetorische Fragen stellt: "Wer ist verantwortlich, dass nach dem Abstieg 22 Spieler
      gegangen sind?" Oechler für Nürnberg, Bader raus!

      21.54 Uhr: Darauf haben wohl alle gewartet: Hanns-Thomas Schamel ist an der Reihe.

      21.55 Uhr: Schamel: "Warum kämpfe ich gegen Inkonsequenz und Intrigen? Einzige Antwort: Weil ich ein Clubherz habe wie ein Bergwerk." #fendrich #plagiat #rummenigge Hoffentlich hat er seine Rede wenigstens nicht gesungen.

      21.59 Uhr: Die drei Minuten sind eigentlich schon vorbei. Doch Schamel wird immer wieder unterbrochen, dafür bekommt er einen Zeit-Aufschlag. Er sorgt selbst für Ruhe: "Ja, hältst jetzt deinen Mund!"

      22.18 Uhr: Schramm: "Ich halte es für eine Stärke von mir, dass ich in all den Jahren einen harmonischen, aber auch kritischen Aufsichtsrat geführt habe." Ja, besonders in den letzten Tagen und Wochen machte dieser AR einen geradezu unfassbar harmonischen Eindruck. Wieder: Liebe. Und kritisch war man auch eher den eigenen Kritikern gegenüber.

      22.28 Uhr: Es geht gerade um den bizarren Auftritt von Günther Koch am Valznerweiher am Montag nach dem Heidenheim-Spiel, als er nicht bei einer Besprechung zwischen Schramm, Bader und Wolf dabei war. Koch: "Ich bin nicht ausgesperrt worden, ich bin nur nicht reingelassen worden." Bader schüttelt den Kopf. Ausgesperrte immer bei uns! Sektion Aufsichtsrat-Verbot!

      22.34 Uhr: Zeck: "Ja, ich bin Sportjournalist und Vereinsvorsitzender von Eintracht Bamberg und bewerbe mich trotzdem." Und weiter: "Ich kann von mir behaupten, ich habe Vereinstätigkeit von ganz unten kennengelernt." Radioreporter-Kollege Günther Koch schüttelt nach Zecks Rede den Kopf.

      22.42 Uhr: Kleine Verschnaufpause in der Frankenhalle. Die geheime Wahl der Aufsichtsratsmitglieder beginnt. Bis die Stimmen ausgezählt sind, kann es dauern. Über vier Stunden rum, nix geleistet, phänomenal.

      23.50 Uhr: Es geht direkt los mit der Präsentation des Wahlergebnisses. In den Aufsichtsrat wurden gewählt: Stefan Müller (1007 Stimmen), Dr. Thomas Grethlein (835), Mathias Zeck (704). Damit kann man wahrscheinlich leben.

      23.52 Uhr: Hanns-Thomas Schamel, der nur 440 Stimmen erhielt, tritt im zweiten Wahlgang nicht mehr an. "Ich nehme es sportlich, ich habe das verloren." Wohl aber nicht zwangsläufig deswegen WAS er vorhatte, sondern WIE er es kommuniziert hat. Dieses Gebaren erinnerte mich doch stark an einen ehemals starken Erlanger Verein mit einem ehemals starken Vorsitzenden und seinem Geister-Investor. #nosleeptillbruck Schamel kann sich ja jetzt bei Radio F (mit Mathias Zeck...) als Marmeladenkönig ein zweites Standbein aufbauen.

      23.56 Uhr: Neue Runde, neues Glück. Jetzt werden zwei Ersatzmitglieder für zwei ausgeschiedene Aufsichtsratsmitglieder gewählt.

      00.07 Uhr: Während die Stimmzettel ausgezählt werden, wird der Sportliche Bericht für das Geschäftsjahr 2013/14 vorgestellt. Martin Baders Part. Das „Geschäftsjahr“ endete mit dem erneuten Abstieg, einer katastrophalen Saisonleistung, drei verbrauchten Trainern, dem sportlichen Ausverkauf und einem grandios versemmelten „Neubeginn“. Und dann darf dieser verkappte Bergprediger wieder von uns als 1. FC Nürnberg erzählen und wo wir, wie weit sind oder auch nicht… Heimat deine Sterne!

      00.10 Uhr: Bader: "Ich habe selbstverständlich persönlich überlegt, den Weg frei zu machen." "Bader raus"-Rufe unterbrechen die Rede kurz. "Du machst den Verein kaputt", schreit ein Mitglied von den Rängen. Na klar. Hat der Honecker auch immer gesagt, dann seine Mauer hochgezogen, eine Banane gegessen und in sich rein gegrinst.

      00.20 Uhr: Der Sportvorstand zur Nachwuchsarbeit beim Club: "Die Ausbildung steht vor der Platzierung in der Tabelle." Du Schwafelhannes! Weil wir in den letzten Jahren ja auch so unfassbar viele Talente rausgebracht und auf die Sportwelt losgelassen haben!

      00.22 Uhr: "Wir müssen uns eingestehen, dass die sportliche Situation kein Zufall ist, sondern eine Folge von Fehleinschätzungen", sagt Bader. Quasi das Ergebnis seiner täglichen Arbeit!

      00.30 Uhr: Applaus für Martin Bader. Jetzt spricht Ralf Woy. Unter anderem über die finanziellen Auswirkungen des Abstiegs: "Uns fehlen hier 25 bis 30 Millionen Euro." Also wenn hier was klatscht dann dürfte es definitiv kein Applaus sein! 25 Millionen fehlen mir auch, aber das kann ja alles keine ganz neue Erkenntnis sein. Ist ja schließlich nicht der erste Abstieg in den letzten Jahren.

      00.50 Uhr: Jetzt werden Vergleiche mit dem Hamburger SV ausgepackt. Woy: "Eine finanzielle Entwicklung wie beim HSV in den letzten Jahren darf es beim 1. FC Nürnberg nicht geben." Geb ich ihm zu 99% recht. Zu 100%, wenn einem HSV dann aber auch mal entsprechende Konsequenzen drohen würden. Aber die wursteln ja auch fröhlich weiter, singend und tanzend in ihr nasses Grab. #yoho und ne Buddel voll Rum!

      01.00 Uhr: Es schlägt 1 Uhr. Die Ergebnisse zur Wahl der Ersatzmitglieder sind da. Johannes Bisping (962 Stimmen) und Prof. Dr. Rainer Gömmel (734) haben es geschafft. Klaus Schramm und Siegfried Schneider sind somit endgültig raus aus dem Aufsichtsrat.

      01.04 Uhr: Koch und Schramm schütteln sich die Hand. Aufsichtsrat Schmitt sagt: "Ich wünsche mir, dass Frieden in den Verein einkehrt." Und Liebe natürlich.

      01.12 Uhr: "Herr Bader, Herr Bader" – die Aussprache zu den Berichten ist in vollem Gange, ein Fürther Club-Mitglieder ist am Mikro.

      01.26 Uhr: Es plätschert so dahin. "Siggi" Schneider gönnt sich ein Nickerchen. #profi

      02.00 Uhr: Tagesordnungspunkt 5 ist durch. Jetzt kommt 6a, die Entlastung des Vorstands. Es wurde für die Entlastung gestimmt. Na klar, es gab und gibt ja auch überhaupt gar keine Gründe dem eventuell zu widersprechen, gell.

      02.08 Uhr: Es wird nochmal bunt. Die Vereinsfarbe "clubrot" steht zur Diskussion. Mir wird das jetzt bald zu bunt…

      02.20 Uhr: Die Satzungsänderung über Vereinsfarben ist beschlossen. Jetzt geht es um Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre.

      02.28 Uhr: Der Antrag wurde abgelehnt. Weiterhin darf erst mit 18 Jahren gewählt werden. Epische Entscheidung.

      02.37 Uhr: Schmitt bezeichnet Kochs Vorstellung von 20 bis 30 Tausend Club-Mitgliedern als eine "Phantasie", er solle "die Kirche im Dorf lassen."

      02.42 Uhr: Eigentlich geht es gerade um die Abstimmung zur Anzahl der benötigten Mitglieder für eine Außerordentliche Mitgliederversammlung. Die benötigte Mehrheit wurde nicht erreicht. „Erreicht“, so wirklich, das man sagt, man hat was geschafft, wurde hier heute irgendwie gar nichts!

      02.45 Uhr: Nach acht Stunden ist das Wichtigste gesagt und entschieden. Nur noch nicht von jedem… Ende der Vorstellung.

      Fazit: Es wäre vielleicht nicht alles besser geworden, wenn es anders geworden wäre. Aber es hätte sich etwas ändern müssen um vielleicht besser zu werden. „Der große Wurf“ gelingt ja selten mit kurzem Anlauf aber das so rein gar nichts passiert ist… das stimmt mich nachdenklich. Hoffentlich trauern wir hier nicht irgendwann – mal wieder – einer verpassten Chance hinterher. Schließen möchte ich somit mit einem Zitat von Berthold Brecht: „So sehen wir betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen offen."
      "Freiheit bedeutet nicht, tun zu können was man will.
      Aber die Freiheit eigene Entscheidungen zu treffen."
    • Deutschland - ein Sommermärchen?

      Wir sind das Volk… aber was für eines? Diese Frage muss ich mir momentan immer öfter stellen wenn ich mich durch die einschlägigen Netzwerke und Medien lese. Alles nichts wirklich neues, das eine halb-anonyme Plattform wie das Internet auch immer die halb-gebildeten anzieht wie Scheiße die Fliegen. Und es ist auch nicht neues das dort Tatsachen unterschlagen, Wahrheiten interpretiert und platte Parolen „gerufen“ werden. Ist ja schließlich halb-anonym, keiner muss Angst vor der unmittelbar direkten Konfrontation haben und bei vielen ist schlichtweg kein Rest-Blut mehr vorhanden um das Gehirn am Laufen zu halten. Oder kein Rest-Hirn fürs Blut oder beides.

      Aber im Moment empfinde ich es einfach als unverhältnismäßig dumm, dreist und ketzerisch was dort so teilweise verbreitet, für gut befunden und dann von anderen Zombies für bare Münze genommen wird. Da werden Vorurteile bedient, Beißreflexe ausgelöst und einfach nur billiger Populismus betrieben.

      Jüngstes Beispiel hierfür – wenn auch im weiteren Kontext vielleicht nicht so „krass“ – ist der inzwischen berühmt-berüchtigte 20-Jährige aus Greiz in Thüringen. Zumindest war er wohl 20, irgendwann im Jahre 2012 als er sich laut übereinstimmender Medienberichte in insgesamt 163 Fällen des sexuellen Missbrauchs an Kindern strafbar gemacht hat. Das ist furchtbar! Und auch nach meinem persönlichen Empfinden – ohne Details zu kennen – ist diese Strafe viel zu lasch. Aber noch immer wird diese Meldung wieder und immer wieder auf Facebook geteilt. Aber nicht mit dem Verweis auf 2012 oder verbunden mit einer Nachfrage zu dem damaligen Verfahren. Nein. Immer so, dass jeder glaubt das wäre jetzt brandaktuell und schon wieder, ein erneuter, bisher verheimlichter Skandal unbekannten Ausmaßes! Da steht dann: „Ich kann das nicht glauben! In was für einer Welt leben wir? Unfassbarer Justizskandal!“ – Unfassbar und nicht zu glauben ist dabei aber nur, wie leicht und willig sich manche Menschen benutzen und instrumentalisieren lassen.

      Police Academy IV... Bürger auf Patrouille

      Darum soll es aber nicht gehen, beziehungsweise nur bedingt. Der springende Punkt an dieser Stelle ist nicht dieser 20-Jährige Vollpfosten. Ausschlaggeben ist, was daraus gemacht wird und wie fragwürdige Gestalten dieses Verhalten zu ihren Gunsten nutzen. Wer bisher noch nicht den Unterschied zwischen Patriotismus und Nationalismus begriffen hatte, bekommt in diesem Jahr gratis Nachhilfeunterricht. Auch wenn es viele „Die hard“-Fußballfans sicher nicht gerne hören und lesen werden, aber was in diesem Sommer im Rahmen der WM in deutschen Städten passiert ist – Sommermärchen reloaded – das war zum größten Teil Patriotismus in Reinform. Das sich freuen über und mit den deutschen Nationalspielern und am Ende der Titel. Vielleicht sind Autofahnen albern und Schminke auch. Das tut aber wirklich keinem weh. Romain Gary formulierte es so: „Patriotismus ist die Liebe zu den Seinen, Nationalismus ist Hass auf die anderen!“ Wer wissen will wie Nationalismus aussieht…

      Ho-Ge-Sa. Hooligans gegen Salafisten. Groß. Ganz groß. Ich muss ja gestehen, dass ich mich in der Hooligan-Szene nur bedingt gut auskenne. (Und das ich mich mit meinen Äußerungen hier auch bewusst etwas zurück halte.) Zum einen sind deren „Glanzzeiten“ ja nun auch schon 30 Jahre her, zum anderen hat mich das nie wirklich interessiert. Aus meinen persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen über die Jahre frage ich mich aber schon… Wie zum Teufel kann man auf die Idee kommen das ausgerechnet Fußball-Hooligans (Und wer da alles in deren Dunstkreis rumschwirrt.) eine gute Idee und ein probates Mittel im Konflikt mit diesen (anderen) Verfassungsfeinden sein können! Oder wie es ein Freund aus der niedersächsischen Provinz ganz treffend geschrieben hat: „Warum sollte man überhaupt etwas erwarten, von Leuten, die sich an den Wochenenden zum prügeln verabreden?“ Alternativ nennen sie sich auch „Wir sind das Volk“ oder „Wir sind Deutschland“. Wer sich mal deren Facebook-Seiten oder Web-Auftritte anschaut, der bekommt doch ein recht klares Bild mit welch Geistes Kind man es hier zu tun hat. (Oder wer sich mal den Verlauf der gestrigen Demo in Köln vor Augen führt.)

      Und das andere große Thema dieser Tage sind offenbar privat initiierte und halbwegs willkürlich aus dem Boden gestampfte Zusammenschlüsse vermeintlich besorgter Bürger. Die geben sich dann so wohlklingende Namen wie „Herzogenaurach erhebt sich“, „Keine XYZ in Helmstedt“, „Bürgerwehr Buxtehude“ oder „Initiative Prenzlauer Berg“. Und wie schon bei der Ho-Ge-Sa reicht oft ein Klick, ein kurzer Blick. Dann sieht man das es hier nicht um „Unser Dorf soll schöner werden“, die Neuanlage der Grünflächen im Stadtpark oder eine Tempo 30-Zone vor der Schule geht. Sondern gegen „die Asylanten“, Ausländer, Sozialschmarotzer, Zigeuner und so weiter. „Ich hab ja nichts gegen Ausländer, aber…“ – „Man traut sich ja gar nicht mehr auf die Straße.“ – „Man wird ja wohl noch sagen dürfen…“ – „Die nehmen unseren Kindern die Arbeitsplätze weg…“ – Nicht zu vergessen feiern sie wahrscheinlich okkulte Messen, essen kleine Hunde und können nicht lesen und schreiben, diese Wilden.

      Besonders beachtlich finde ich dann die Slawomirs oder Erhats dieser Welt, die fleißig „Gefällt mir“ drücken. Da muss ich lachen. Es gibt wahrscheinlich auch ein paar gute deutsche Slawomirs und Erhats, den meisten von denen sollte aber klar sein das sie vermutlich die ersten gewesen wären… Oder sein könnten.

      Die 10 Gebote

      Nur damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich habe auch keine Lust auf einen „Gottesstaat“ nach Vorstellung der ISlamisten oder die Einführung der Scharia. Da bin ich wohl einfach ein bisschen konservativ. Aber so wie ich aufgewachsen bin und erzogen wurde, zwar in einem christlich geprägten, aber liberalen Umfeld, das find ich schon ganz gelungen wenn ich ehrlich bin. Die Grundidee vom harmonischen Zusammenleben, AKA 10 Gebote ist doch schon mal ein guter Ansatz der sich ganz grob mit „Was du nicht willst das man dir tut…“ zusammenfassen lässt. Ob man an die Gebote oder die Bibel glauben will oder nicht, ob man überhaupt glauben will oder Glauben ablehnt, ob man an das Spaghetti-Monster, die unbefleckte Empfängnis, einen alten Bartträger auf einer Wolke oder das reine Gewissen von Christoph Daum glauben will… SCHEISSEGAL, jeder wie er will. Nur wer sich nicht dran hält, einem anderen die Rübe runter haut, dazu anstiftet oder dergleichen, der wird halt bestraft. Das weiß derjenige vorher auch. Aber glauben darf in diesem Land doch erst mal jeder was er will!

      Und ich habe auch keine Lust auf (Sozial-) Schmarotzer. Aber Hey! Es ist mir mal total egal ob jemand der nur auf der faulen Haut liegt, Steuern hinterzieht und/ oder das Amt prellt, ob Er oder Sie schwarz oder weiß, aus Irsching oder Islamabad, Hesse oder Hindu ist. Und genau so wenig Lust habe ich außerdem auf irgendwelche dumpfen Schlägertypen mit dem IQ einer Duftkerze die durch die Straßen ziehen. Hatten wir schon in diesem Land. Hat sich nicht nachhaltig positiv ausgewirkt. Was soll das sein, die Wehrsportgruppe Hoffmann 2.0?!

      Die Vögel

      Neulich habe ich wieder irgendwo den Satz gelesen, jede Kultur oder Gesellschaft bekäme das (was „Das“ auch immer ist) was sie verdient. Im Fußball wie im richtigen Leben. Die Bundesliga „verdient“ und bekommt Wolfsburg, Hoffenheim, Ingolstadt und Leipzig. Deutschland „verdient“ und bekommt nun also Vögel wie Pierre Vogel auf der einen, Ho-Ge-Sa auf der anderen Seite. Das kann und wird nicht gut gehen. Vielleicht ist es auch nicht unbedingt das was man verdient, sondern das was man sich gefallen lässt. Und ich bin absolut dafür dass man sich nicht alles gefallen lassen muss. Nicht als Person und nicht als Gemeinschaft. Man muss sich nur darüber im Klaren sein welche Mittel man dazu wählt, welche Mittel erfolgversprechend und welche kontraproduktiv sind. Und ob der Zweck immer die Mittel heiligt. Das nämlich mit Sicherheit nicht!

      Wie gesagt, ich hege keinerlei Sympathien für radikale Islamisten, da ich grundsätzlich keinerlei Sympathien für Extremisten egal welcher Gesinnung habe. Aber auf die Straße gehen um sich gegenseitig aufs Maul zu hauen ist definitiv der falsche Weg. Gewalt erzeugt (fast) immer Gegengewalt, Provokation erzeugt Eskalation, Dummheit erzeugt Hass.

      Und noch ein Wort in eigener Sache: Auf Facebook, wo mir diese Umtriebe zuletzt so deutlich vor Augen geführt wurden, wo es also „angefangen“ hat, werde ich auf meiner Freundesliste künftig rigoros aussortieren. Jeder kann glauben was er will. Es braucht aber keiner glauben, dass jeder andere diesen Schmarrn dann auch einfach hinnimmt. Dazu ist meine Zeit zu knapp, zu wertvoll und ist sie mir auch einfach zu schade!
      "Freiheit bedeutet nicht, tun zu können was man will.
      Aber die Freiheit eigene Entscheidungen zu treffen."
    • FIFA WARS XXII – Die dunkle Bedrohung

      „Auch Sie werden sich mal irren und ich hoffe ich werde es miterleben!“ (Prinzessin Leia Organa)


      Hans Meyer hat mal den schönen, grundsätzlich richtigen Satz gesagt, "In regelmäßigen Abständen ist Fußball immer wieder das gleiche". Vielleicht auch deshalb hat es zuletzt etwas gedauert mit einem springenden Punkt. Die Bayern dominieren die (Erste) Liga, ihre blaue Konkurrenz arbeitet konzentriert an der Selbstzerstörung, der FCN dilettiert mehr schlecht als recht vor sich hin, Cristiano Ronaldo kann keine Freistöße schießen und Deutschland ist immer noch Weltmeister. Soweit wie gehabt: The same procedure as every year!

      „Euer Majestät, wenn ich gewählt werde, verspreche ich die Korruption zu beenden.“ (Senator Palpatine)

      Und auch die Rolle des mächtigen Weltverband FIFA unter ihrem Diktator Führer Imperator Joseph Blatter bleibt erst mal unverändert, zumindest was das Selbstverständnis und den Alleinvertretungsanspruch der Fußballwelt angeht. Vermarktung, Regelwerk, Machtverhältnisse, Korruption, Manipulation... Sepp thront - und entscheidet - über dem (Fußball-) Pöbel wie es vor ihm nur wenige geschafft haben. Von spätrömischen Kaiserfiguren, über mittelalterliche Russen-Zaren bis zu den neuzeitlichen Erscheinungen wie Erich I., Von Drüben - hier darf jetzt jeder seinen persönlichen Lieblingsdespoten zum Vergleich ran ziehen. Ich persönlich finde ja Senator/ Imperator Palpatine und "Darth Thepp" Blatter, das passt... Letzterer träumt ja auch von einer "intergalaktischen Weltmeisterschaft" in nicht allzu ferner Zukunft. Die Welt ist nicht genug! Ich sag dazu: Keine Macht den Drogen.

      „Sie sind vielleicht der Meinung, dass Sie unfair behandelt werden?“ (Darth Vader)

      Aktuell dreht sich nun alles um die kommenden Endturniere 2018 in Russland und vor allem 2022 im Emirat Katar. (Und natürlich wie immer um Blatter und seinen Machterhalt.) Über die (Un-) Sinnhaftigkeit, eine Sommerveranstaltung in einen Wüstenstaat zu verkaufen brauchen wir uns dabei gar keinen Kopf machen. Es geht hier nicht um Fußball. Es geht ausschließlich um Geld und um persönliche Bereicherung. Der Ballsport bildet nur den legalen Anstrich für Kriminalität im großen Stil. Blatter würde auch die Eishockey-WM nach Afghanistan und Windsurfen nach Detroit verschachern. Und auf das Pseudo-Argument der Förderung des Sports in sog. "Wachstumsmärkten" mag ich hier gar nicht eingehen, weil das einfach Quark ist. Wer zahlt, schafft an, so einfach ist das. Und die paar Sklaven, ja gut hehe, die gibt es ja gar nicht, die dürfen sich ja alle ganz frei (auf ihren Tod zu) bewegen. Was das Wegschauen angeht ist auch unser DFB sowas wie ein Traditionsverein.

      „Ich hab da ein ganz mieses Gefühl bei der Sache.“ (Han Solo)

      Das Turnier in sieben Jahren, so hat es die Züricher Marionettenkiste nun entschieden, soll also im Winter stattfinden, wohl von Ende November bis zum voraussichtlichen Finaltag dem 23. Dezember. Weil, am Anfang des Jahres sind olympische Spiele (Kann Sepp die nicht einfach verbieten? Oder zerstören. Oder kaufen?), dann ist Ramadan und den Rest des Jahres ist es zu heiß zum fußballen. In der Wüste! Wer kommt denn auf sowas!? Mit dem Lebkuchen in der Hand und zwölf Glühwein in jedem Bein wollen wir Weltmeister sein. Fantechnisch gibt das natürlich einiges her: Blinkende Bommelmützen in Schwarz-Rot-Gold, Fanshirts in Christbaum-Optik oder ein Schlittenkorso durch die Innenstadt. Und auch das weite Feld der Fangesänge wird davon profitieren: „Hier, regiert, der Nikolaus“, „Zweite Halbzeit wird’s was geben“, „Ihr Spielerlein kommet“, „Süßer die Ultras nie singen“ – der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Höchstens durch den guten Geschmack, welcher aber wohl irgendwann in den letzten paar Jahren gegen ein paar schwarz-rot-geile Radkappen eingetauscht worden ist.

      „Selbst ich kann ihrer Logik bisweilen nicht folgen.“ (C-3PO)

      Kann ja jeder machen wie er lustig ist. Ich hab da weder den Anspruch auf die einzig allgemeingültige Meinung, noch das Bedürfnis andere zu „bekehren“. Ich aber für meinen Teil werde es nicht mitmachen und hoffe dass es viele andere genauso (nicht) machen. Am ersten Advent beginnt bei mir die Vorweihnachtszeit (und Ja, die wird bei uns „gefeiert“!). So richtig mit Deko, Kerzen und Adventskranz. Da kann man mal Fußball gucken, auch. Aber so richtiges „WM-Feeling“, wenn man sich am Nachmittag Knallerspiele wie Nordkorea – Sambia reinzieht, Flaggen raushängt oder mal im Trikot in die Arbeit geht… eher nicht. Und auch Public Viewing – zumindest in der bekannten Form – wird ja ausfallen. Scheiß drauf, Pech gehabt. Ich brauch das nicht, unter diesen Voraussetzungen schon gar nicht und ich würde mich tatsächlich freuen wenn dieser Plan des mächtigen Weltverbands in die Binsen geht. Das wäre tatsächlich Wunder-bar. Aber, um beim Thema zu bleiben, da erwarte ich eher das heute noch Maria und Josef samt Ochs und Esel vor meiner Tür erscheinen um für das Müttergenesungswerk zu sammeln.

      Das schöne und traurige zugleich ist: Eigentlich weiß das jeder! Das ist der springende Punkt.
      "Freiheit bedeutet nicht, tun zu können was man will.
      Aber die Freiheit eigene Entscheidungen zu treffen."
    • DER MONTAGS- (SCHWARZ-) MALER

      Nur noch Sieben! Dann ist diese Saison endlich vorbei. Schon wieder. Nicht das ich mich auf nächste Saison freuen würde – gibt ja auch wenig Anlass dazu. Aber wenigstens ist diese Saison dann vorbei. War der Abstieg in der letzten Saison schon schmerzhaft, langwierig und grausam… Der Nicht-Aufstieg in dieser Saison und die gezeigten Leistungen können da locker mithalten. Mit einem willkürlich und auf den letzten Drücker zusammen gebastelten Kader der dermaßen nicht Aufstiegsreif ist, das hab ich mir nicht vorstellen können! „Dank“ eines unfähigen, überforderten, ohnmächtigen Martin Bader. Ich verrate nicht zu viel wenn ich sage: Er ist und bleibt für mich das (größte) Problem. Nur deutet momentan nichts auf eine Veränderung hin und daher wollen wir mal einen Blick in die nächste Saison, unseren Kader und seine Leistungsfähigkeit werfen.

      Tor: Rakovsky, Schäfer, UPHOFF

      Weder Uphoff noch Radlinger (falls er bleiben sollte) dürften eine ernsthafte Alternative für die “Nummer 1” zwischen den Pfosten sein. Nach jetzigem Stand der Dinge läuft es auf ein weiteres Duell – vielleicht sogar Wechselspielchen – zwischen dem alten Schäfer und dem jungen Rakovsky hinaus. Bei Schäfer weiß man was man hat und was er kann. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Gegen ihn spricht sicher sein Alter, was momentan der einzige Pluspunkt für Rakovsky zu sein scheint. Der kann sich aber hoffentlich immer noch entwickeln.

      Handlungsbedarf? Mittelmäßig. Mit beiden Torhütern kann man in eine Zweitligasaison gehen. Wenn man ganz oben angreifen will darf man aber sicher auch über eine Verstärkung nachdenken. Reicht für Platz 7 – 9.

      Abwehr: Bulthuis (LV), LEIBOLD (LV), Hovland (IV), Özdemir (IV), Petrak (DM/ IV), Celustka (RV)

      Um es kurz zu machen: Handlungsbedarf! Auf allen Positionen. Die Qualität ist mittelprächtig, die Quantität katastrophal. Rechts gibt es zu Celustka überhaupt keine vernünftige Alternative, in der Innenverteidigung für zwei Positionen nur einen gelernten Spieler mit Hovland. Und links hat man zwar eine riesige Auswahl (bedenkt man das Pinola und/ oder Bihr eventuell beim Club bleiben), aber keinen der dort wirklich überzeugen konnte. Der Kenner weiß, wenn Pinola positiv auffällt sprach das in den letzten 1,5 Jahren meist nicht für ihn, sondern gegen die anderen…

      Handlungsbedarf? Auf allen Positionen! Links kann man mit Pinola, Leibold und Bulthuis ja vielleicht noch ein bißchen was anfangen. Ebenso mit Hovland und Celustka. Aber danach verliessen sie ihn. Reicht für Platz 10 – 12.

      Mittelfeld: MÖHWALD (DM), Mössmer (DM), Polak (DM), Stark (DM), Gebhart (LM), Schöpf (ZM), Evseev (ZM), Koch (RM)

      Auch im Mittelfeld, irgendwo zwischen hängender 8, doppelter 6 und Doppelkorn ist unser Angebot eher überschaubar. Zwar vergleichsweise “hochkarätig”, allerdings fehlen belastbare Alternativen. Gebhart (falls überhaupt irgendwann mal wieder Einsatzbereit) und Koch sind wenn überhaupt Mittelfeldspieler der “alten Schule”, keine Flügelstürmer wie sie René Weiler für sein System braucht. Polak, Stark, Mössmer, gegebenenfalls Petrak oder Koch, das ist OK fürs defensive, zentrale Mittelfeld. Offensiv Schöpf, der ist unersetzlich.

      Handlungsbedarf? Ja. Für alle Positionen – allen voran Alessandro Schöpf – fehlen Alternativen. Am besten natürlich qualitative hochwertige. Reicht für Platz 7 – 9.

      Angriff: Blum, Burgstaller, Dittgen, Füllkrug, Kerk (alle LA), COLAK, STEPINSKI, Sylvestr, TEUCHERT (ST)

      Überraschung! Am besten aufgestellt scheinen wir noch tatsächlich im Angriff. Sowohl qualitativ als auch quantitativ und von der Altersstruktur scheint hier einiges vorhanden zu sein was Hoffnung machen könnte. Vor allem wenn diese Offensivformation mal länger unter René Weiler arbeiten und sich einspielen kann. Einziger Schwachpunkt ist vielleicht das wir keinen gelernten Rechtsaußen in unseren Reihen haben, dafür viele Spieler die das – so ist die Theorie – auch spielen können.

      Handlungsbedarf? Mittelmäßig. Ein gelernter Rechtsaußen wäre schön, ebenso eine vernünftige Alternative zu Sylvestr. Bei Dittgen, Kerk, Colak und Stepinski (und theoretisch auch Füllkrug) muss man zudem im Auge behalten ob sie am Ende tatsächlich für uns auflaufen und helfen können. Reicht für Platz 7 – 9.

      Trainer &Team:

      René Weiler ist offensichtlich ein Trainer der einen ziemlich genauen Plan davon hat was er will, wie er es will und was es dafür braucht. Und anders als Valerien Ismael scheut er offensichtlich auch nicht die Konfrontation wenn ihm da jemand rein quatscht. Das ist gut. Heißt aber auch, wenn es ihm “zu blöd” wird kann ich mir durchaus auch vorstellen das er hinschmeißt. Das wäre dann weniger gut! Wichtig ( #murmeltier ) wäre halt einfach ein starker! Sportdirektor der das Sagen hat. Oder überhaupt keiner und man lässt Weiler konsequent freie Hand. Ein Geschäftsführer Sport Martin Bader ist ebenso überflüssig wie Grüßaugust Wolfgang Wolf und ein Chefscout Christian Möckel der da auch noch mit reingatzt. Nach wie vor hat aber der GRÖGAZ das Zepter in der Hand und deshalb…

      Fazit:

      Solange der Aufsichtsrat diesen Mangel an (sportlicher) Kompetenz nicht erkennt und dementsprechend (nicht) handelt, so lange werden wir in der sportlichen Leitung auch keine sportliche Kompetenz aufbauen oder vorweisen können, so lange werden wir auch keinen nachhaltigen sportlichen Erfolg vorweisen können. Und so lange Martin Bader die sportliche Leitung innehat wird er auch alles dafür tun das der Aufsichtsrat da nicht aktiv wird. Reicht für Platz 7 – 12, mittelfristig die Bedeutungslosigkeit im Zweitliga-Mittelfeld und langfristig sehr, sehr kleine Brötchen. Das ist der springende Punkt.
      "Freiheit bedeutet nicht, tun zu können was man will.
      Aber die Freiheit eigene Entscheidungen zu treffen."
    • Leidenschaft die Leiden schafft. 24/7

      Nur noch 6, und es wird einfach nicht angenehmer. Der Glubbfan ist ja leidensfähig, doch ist dieses Leiden nicht auch irgendwann mal zu Ende? Im Prinzip leiden wir ja jetzt seit dem Abgang von Hecking, doch während bis zur Ankunft von René Weiler das Leiden wenigstens mit schlechtem Spiel abgetan werden konnte, muss man sich nun Fragen warum man sich hier nun quält.
      Eine Hoffnung wäre, dass ein verbesserter Kader nun nächste Saison wirklich in der Lage wäre um den Aufstieg zu spielen, allein es fehlt der Glaube, denn ein gewisser Martin B. bleibt mit seinem Gefolge weiterhin am Ruder.
      Heißt also "Talente", gestandene Drittligaspieler und Spieler die es sonst nirgends geschafft haben. Hurra, Schwäbisch Hall, darauf kann man bauen, wenn man in der 2. Liga bleiben will. Siehe unsere grünen Nachbarn.
      Da der Mädschigg eine kleine Spielerübersicht erstellt hat, befühle ich mich berufen meinen Blick auf den Kader zu werfen. Und wo der Hansch vllt Altersmilde hat walten lassen, ist meine Einschätzung etwas derber.


      Tor: Rakovsky, Schäfer, Uphoff

      Was ist mit Patrick Rakovsky passiert? Einer aus der Schalker Torwartschule, ein Neuer Neuer quasi wurde er gehießen. Und was ist das Fazit dieses Versuchs? Schlecht, schlechter, Glubb. Nach der Demission von Schäfer unter Ismael war es für den jungen Keeper sicher keine einfach Aufgabe zu übernehmen, doch ließ er immer mehr nach und seine Patzer kosteten Punkte und immer mehr Selbstvertrauen.
      Nun der Oldie wieder im Tor. Doch mehr als den Rest der Saison sollte er nicht mehr als Stammtorhüter begehen. In einer auf "Zukunft getrimmten" Mannschaft wirkt er wie ein Fossil. Zudem ist um ihn viel Geschirr kaputtgegangen diese Saison.
      Was also tun? Neustart mit einem neuen Torhüter? Einige Namen sind bereits gefallen, keiner sagte mir besonders zu, nur halbgare Lösungen. Leider ist auch kein Keeper aus der eigenen Jugend dazu berufen in die Fußstapfen zu treten.

      Handlungsbedarf? Minimal, es gibt andere Baustellen zu bearbeiten. Ich würde Rakovsky in der neuen Saison wieder das Vertrauen schenken, in der Sommerpause muss er jedoch weiter stark an sich arbeiten. Das Potential das er hat muss weiter entwickelt werden. Bezeichnend für das Trainerteam, dass Rakovsky sich kaum weiterentwickelt hat die letzten 2 Jahre. Schäfer kann man hingegen dann immer noch bringen, wenn es nicht läuft. Und dann wirklich einen Schnitt vollziehen.




      Abwehr: Bulthuis (LV), LEIBOLD (LV), Hovland (IV), Özdemir (IV), Petrak (DM/ IV), Celustka (RV)
      , (Stark, Mössmer)

      Außer Hovland können die eigentlich alle gehen.
      Celustka und Bulthuis sind für ihre "Vorschusslorbeeren" eine einzige Enttäuschung, wer ist eigentlich Özdemir?, und Petrak ist einfach zu grün und limitiert. Wie Magic schon schrieb, wenn sich Pinola hervortut, dann heißt das schon was. Dazu kommen die beiden Mittelfeldspieler Stark und Mössmer die immer wieder hinten aushelfen müssen.
      Hier zeigt sich schon die klare Diskrepanz zwischen optimaler Position und tatsächlicher Einsatzposition, die sich durch den ganzen Kader zieht.
      Hovland als einzig gelernter IV ist einfach zu wenig. Links hakt es schon lange, rechts noch mehr, da fehlt sogar überhaupt ein Ersatzmann.
      Ganz schlechtes Kadermanagement, stellt sich nur die Frage wen man da holt. Laut Bader ist man doch scheinbar adäquat besetzt, siehe Wintertransfers.
      Leibold zähle ich jetzt mal in die Kategorie Evseev, Ott und Co. wird sich zeigen ob er überhaupt eine Rolle im Kader spielen wird.

      Handlungsbedarf? Akut, kurz vor dem Infarkt. Für Rechts einen der Celustka den Kampf ansagt, für Innen einen Partner für Hovland und einen Ersatzmann, für Links was hilfts, am Besten einen holen, aber Kaderplätze sind wohl belegt.



      Mittelfeld: MÖHWALD (DM), Mössmer (DM), Polak (DM), Stark (DM), Gebhart (LM), Schöpf (ZM), Evseev (ZM), Koch (RM)
      , (Kerk, Füllkrug, Blum)

      Viele Fragezeichen im Mittelfeld, rollen wir von hinten auf. Die geklammerten Spieler gehören wieder in die Kategorie Aushilfsspieler. Mit Evseev und Gebhart braucht man in diesem Leben nicht mehr rechnen. Koch ist ein Kaderfüller, warum der geholt wurde bleibt Baders Geheimnis. Polak kommt in die Jahre und war jetzt auch nicht das Element was man sagt, ist im Spiel unverzichtbar. Was Möhwald angeht, siehe Leibold.
      Doch mit dem Dreieck Mössmer, Stark und Schöpf kann man anfangen, sie sind der Silberstreif am Horizont.
      Doch gerade Schöpf kann man nicht über die Gebühr beanspruchen, wie man diese Saison gesehen hat. Zudem fehlen ihm auf den Seiten und vorne die Anspielpartner und Mitspieler die er braucht. Stark hatte nach der EM einen Durchhänger, und die Hoffnungen die man in ihn gesetzt hat kamen dann doch zu früh, als Polak-Ersatz muss er noch aufgebaut werden. Mössmer ist ein unterschätzter Spieler, der noch Entwicklungspotential hat, trotz des reiferen Alters im Vergleich zu den Kollegen.

      Handlungsbedarf? Viel. Man braucht einen Backup bzw Partner für Schöpf, man merkt den Abgang von Feulner an allen Ecken. Gerade für die Flügel wären, je nach Weilers Vorstellung, dringend Verstärkungen angebracht, Stürmer zu Mittelfeldspielern umzufunktionieren ist schwerer als andersherum, dazu mehr unten.
      Also RM, LM, ZM/OM sind hier die Baustellen und im DM braucht man mehr Ordnung und Strukturen. Mössmer ständig in der Innenverteidigung spielen zu lassen, Petrak und Stark hin und herzuschieben, Hovland ständig mit neuen Partnern. Klar dass da auf Dauer Fehler passieren.
      Hier sieht man die Synergien die dem Kader fehlen, ebenso im Bezug auf LV und RV.



      Angriff: Blum, Burgstaller, Dittgen, Füllkrug, Kerk (alle LA), COLAK, STEPINSKI, Sylvestr, TEUCHERT (ST)


      Während der Magic hier die besten Aussichten sieht, sehe ich hier viel Bedarf. Wieder angefangen mit denen die man schnell abhandeln kann: Stepinski und Colak werden meiner Meinung nach bei Bader keine Rolle im Kader spielen, Teuchert und Dittgen werden zwischen Kader und U21 pendeln. Blum wird man sehen müssen, ob er das Gebhart-Syndrom ablegen kann, gefühlt zum 3. mal als Neuzugang vorgestellt demnächst.
      Füllkrug und Burgstaller haben mit einigermaßen überrascht, mit den beiden kann man durchaus in die Saison gehen, ebenfalls Sylvestr, der jedoch weiterhin zu oft in der Luft hängt.
      Was Kerk angeht, schwierig zu sagen, wieder viel Vorschusslorbeeren und dann doch erstmal enttäuschend. Vielleicht kommt er ja nach mehr Eingewöhnung nächste Saison mehr zum Zug. Das Potential besitzt er.
      Man geht also mit einem Grundgerüst in die Saison, das vielsprechend ist, mehr aber nicht, da bis auf Sylvestr und mit Abstrichen Burgstaller jeder der potentiellen Stürmer auch zum Teil im Mittelfeld ran muss oder auf ungewohnte Positionen verschoben wird.

      Handlungsbedarf? Latent. Ein zweiter Stürmer muss her, der sich mit Sylvestr ergänzt und keiner wie Mlapa so Gott will. Ein gelernter Rechtsaußen, je nach Weilers Vorstellungen, und ein backup für links wären wünschenswert. Allgemein muss die Treffsicherheit erhöht werden. Wäre schön, wenn sich Teuchert in den Kader spielen kann und nicht das Schicksal von Colak teilen muss.


      Trainerteam und Verantwortliche:

      In einer perfekten Welt wäre Martin Bader nicht Vorstand Sport, sondern für Finanzen und Marketing. Das sind seine Kernkompetenzen und das kann er auch. Mit Kaderbildung sollte er nicht weiter betraut werden. Doch der starke Mann hat hier in den über 10? Jahren seine Junta aufgebaut, wird schwer dagegen anzukommen. Ein Stefan Reuter wäre toll, ist jedoch in Augsburg langfristig gebunden. Seit dem Abgang von Hecking hat man erkennen können wie sehr es Bader an fußballerischer Kompetenz fehlt und auch kaum Widerrede geduldet wird.
      Möckel ablösen, Wolf entlassen, wären die nächsten Schritte, aber wieder nur Wunschvorstellungen. Dazu kommt die Jugendausbildung die angeblich so wunderbar wäre, aber weiterhin auf Ergebnisse warten lässt.

      Rene Weiler hätte man vielleicht schon im Sommer holen sollen, aber dann wäre er wohl gleich mit Bader über den Kader aneinandergeraten und vllt schon wieder weg. Ich hoffe sehr das er bleibt, denn der Aufschwung was Ergebnisse und vor allem Art und Weise des Auftretens und der Spielweise der Mannschaft angeht, ist allein ihm zu verdanken.
      Doch Bader ist wie Merkel, Ja-Sager willkommen und kritische Stimmen erheben diese nicht lange. Bei Weiler merkt man, dass er sich dies nicht gefallen lassen wird. Andere Bundesligisten feixen sicher schon und freuen sich über die Inkompetenz die in Nürnberg waltet.


      Fazit:

      Goldene Jahre hat man beim Pokalsieg schon vor sich gesehen, 8 Jahre ist das mitterweile her. Man kommt sich vor als wäre es so weit weg die die letzte Meisterschaft. Martin Bader hat den Glubb in die "neue Zeit" geführt. Vom Chaosglubb zu einem recht annehmbaren, aber auch nur mittelmäßigen Zweitligaverein geführt. Fragt man sich um die Kernkompetenzen des FCN muss man lange suchen.

      Der Kader spiegelt dies wieder, Spieler die es anderswo nicht geschafft haben, vermeintliche Talente die man nach Franken locken konnte und dann in der U21 versauern oder bessere Drittligaspieler, das waren die Neuzugänge im Sommer und Winter. Aus dieser Masse herausgespielt haben sich die wenigsten. Verbessert hat sich kaum einer unter den Trainern Wiesinger, Verbeek, Prinzen, Ismael und wie sie noch alle hießen.
      Rene Weiler jedoch ist hier wohl die Ausnahme, doch aufgrund der Situation in der sportlichen Führung ist dieses zarte Pflänzchen der Hoffnung bedroht.
      Sieht man die beiden Neuverpflichtungen der neuen Saison an, scheint dieser Trend sich weiter fortzusetzen.
      Bleibt zu wünschen der Sportvorstand hört auf den Trainer und holt Spieler die in sein Konzept und nicht in das des GröGaZ passen. :zugabe:


      Now, go drink till it feels like you did the right thing.
      - Bronn, knows things
    • Chapeau! @schmiddie: :)

      ...und so weit liegen wir doch eigentlich gar nicht auseinander. ;)
      "Freiheit bedeutet nicht, tun zu können was man will.
      Aber die Freiheit eigene Entscheidungen zu treffen."
    • QUO VADIS, FCN?

      Herzbumbern am Schlachthof

      Hurra! Wir haben die Lizenz! Mit welchen Auflagen oder Bedingungen verbunden, das werden die nächsten Tage und Wochen sicherlich noch zeigen. Aber, wir müssen dürfen auch in der kommenden Spielzeit in jedem Fall am Zweitliga-Betrieb teilnehmen. Danke Martin! Höchste Zeit, einen kleinen Rück- und einen kleinen Ausblick zu wagen.

      Zurück geblickt ist dabei relativ schnell. Zum einen ist die Situation in der sich der 1. FC Nürnberg befindet inzwischen hinlänglich bekannt und in epischer Breite ausdiskutiert worden, zum anderen hat sich auch in diesem Frühjahr und Sommer noch überhaupt gar nichts ergeben, was diesem Trend irgendwie entgegen steuern könnte. Diese Erkenntnis gilt aber natürlich nur wenn sie kein leitender Angestellter des FCN sind. Dann nämlich ist alles in Butter, sie leben weiter ungestört in ihrem Elfenbeinturm, voller Herzbumbern auf die neue Saison. Und holen sich ihr Frühstück vom Nutellabaum.

      Als Fan hingegen weiß man, das ist alles nichts. Mal abgesehen von einigen kurzen Aufheiterungen wie dem durchaus ansehnlichen Fußball unter Verbeek oder der gewonnen Weltmeisterschaft 2014 schauen wir jetzt seit beinahe 22 Monaten verschiedenen Menschen beim kicken zu, das es einem graust! War der Abstieg noch halbwegs unglücklich und auch durch viele Verletzte bedingt, fing man spätestens danach an gravierende Fehler zu machen. (Wobei ich niemals behaupten würde, dass dieser Abstieg nicht trotzdem vermeidbar gewesen wäre.) Es wurden stur alle Spieler vom Hof gejagt, selbst wenn sie hätten bleiben wollen, die nicht zu 100% in das starre Konzept des GröGaZ gepasst haben. Mit am Ende überhaupt keinem Konzept, geschweige denn einem Korsett für die neue Spielzeit. Gekommen sind dann Spieler, Not-Einkäufe, gescheiterte Existenzen wie Radlinger, Celustka, Bulthuis, Ramirez, Mössmer, Evseev, Ott, Mlapa, Koch usw. Frei nach Max Merkel, die hätte ich nicht einmal zum Kilopreis am Schlachthof abgeholt! Und ein neuer Trainer, Valerien Ismael, der sich leider als absolut nicht Zweitliga-tauglich erwiesen hat. Oder Nürnberg-tauglich. Oder beides.

      Opium fürs Volk

      Jetzt wird mal wieder alles neu, alles anders und alles besser. Will man uns zumindest weismachen. Wobei, auf ein Saisonziel zum Beispiel konnte man sich zumindest offiziell bisher noch nicht einigen. Zwar geht jeder davon aus, dass ja nur der Aufstieg 2016 sein kann. Aber verkündet hat man wohl aus gutem Grund noch nichts. Oder ist da irgendwas an mir vorbei gegangen? Es wäre ja aber auch vermessen. Spieler wie Nikci, Celustka, Mlapa, Bihr, Radlinger, Colak (!) und Pinola (!!!) werden gegangen. Dafür verpflichtet man solche (vermeintlichen) Granaten wie Leibold, Möhwald, Behrens, Sepsi oder Kutschke und glaubt dann damit besser aufgestellt zu sein als im Vorjahr!? Das ich nicht lach! So wie sich der Kader momentan darstellt, spielt der 1. FC Nürnberg auch in der kommenden Spielzeit irgendwo um die Plätze 6 10 und somit um Spongebobs goldene Ananas.

      Ein prima Nachwuchsleistungszentrum mit drei *** haben wir. (Das Ding weswegen der Martin nicht mehr auf dem Bauch schlafen kann vor Freude.) Nur hoch kommen tut zumindest da seit Jahren nichts, aus dem eigenen Nachwuchs. Niklas Stark dürfte der erste sein der es wohl gepackt hat, seit dem Quartett Kießling, Paulus, Wolf und Reinhardt. Das ist ja aber auch schon drei Tage her. Die Auslese der letzten Jahre? Bla. Tobias Pachonik ist im Endeffekt schon wieder aussortiert. Toni Colak wurde unlängst verkauft, Benjamin Uphoff verliehen (dafür Samuel Radlinger geholt), Sebastian Gärtner verkauft. Julian Wießmeier wurde erst verliehen, dann bei den Amateuren versteckt. Und so könnte ich ewig weiter machen, es kommt schon nicht viel und dann auch noch nichts Gutes. Der Verein hat nach wie vor weder einen vernünftigen Unterbau, noch einen Plan, eine Strategie, eine Vision einfach Nichts! Der FCN 2015 hat nichts wofür er steht außer das er halt der Club ist. Und genau das ist ja oft genug das Problem

      Hinzu kommt die unklare finanzielle Situation. Ja, in der zweiten Liga muss man sicher Abstriche machen. Trotzdem fragen sich schon viele wie aus einem angeblich finanziell gesunden Verein mit 14 Millionen Transfereinnahmen innerhalb von Jahresfrist ein Kandidat für die Nachlizenzierung werden konnte! Bisher war ich der Meinung MB hat nur vom sportlichen keine Ahnung (aber davon jede Menge), könnte aber wenigstens mit Zahlen umgehen. Scheinbar muss ich auch diese meine Meinung überdenken. Und das Nachwuchsleistungszentrum (das mit den drei ***) alleine kann es ja nicht gewesen sein, das hat immerhin nur sechs Millionen gekostet (die man sich von den Fans zusammen geschnorrt hat). Außerdem weiß man doch seit mindestens fünf Jahren das und wann das Geld fällig ist. Ich möchte ja niemandem irgendwas unterstellen, aber DAS sollte doch selbst der Dümmste begreifen, der in der Baumschule nur ein Mal im Monat mit dem Rechenschieber gespielt hat!

      Ich täusche mich gerne!

      Was gibt Hoffnung? Nicht viel. Die Wahrscheinlichkeit dass sich etwas in der Führungsebene des Vereins verändert tendiert gegen Null. Weder die teilweisen Neuwahlen im Winter, noch die Installation von (Grüß-) August Wolf, noch die Proteste gegen Bader scheinen irgendeine Wirkung zu erzielen. Letztlich ist René Obi-Wan Weiler unsere letzte Hoffnung auf wenigstens sportlich etwas bessere Zeiten. Ich mag mich wie immer gerne positiv überraschen und eines Besseren belehren lassen. Aber im Moment sieht es so aus, als hätte uns Martin Bader vom Sockel der Anwärter als ein (wieder) festes und seriöses Mitglied der deutschen Fußball-Elite, Stück für Stück zurück in die sportliche Bedeutungslosigkeit und kaufmännische Unsicherheit geführt. Geschludert. Gefallen. Der Martin Bader, dem der Pokalsieg 2007 die wohl beste Ausgangslage für diesen Verein seit fast 20 Jahre beschert hat!

      Diese Liebe bereuen wir auch nach wie vor nicht, wir kaufen unsere Dauerkarten, feuern an und tragen das Trikot mit Stolz. Wir waren da (und werden wieder da sein) in besseren Zeiten, genau so sind wir jetzt da. Aber momentan, auch wenn wir da sicher nicht der einzige deutsche Profiverein sind, momentan passt bei uns einfach ganz, ganz viel nicht zusammen. In tatsächlich jeder Hinsicht. Überall Baustellen, überall Defizite, keine Aussicht auf Verbesserung. Und dieser Status Quo ist nun einmal ganz eng mit dem Namen Martin Bader verknüpft. Ich habe die Hoffnung aufgegeben dass er, bzw. das unter seiner Beteiligung nochmal die Wende gelingen kann. Dafür ist zu viel passiert und ist er zu starr in seinen Denk- und Verhaltensmustern. Die Lösung kann nur ein Neuanfang sein, mit einer möglichst großen Zahl neuer Namen und neuer Gesichter. So lange er es aber noch immer schafft dem Fußvolk genug Opium zu verabreichen wird sich nichts ändern. Weil wenn ihm gar nichts Dümmeres mehr einfällt, kommt er mit seiner Schnapsidee vom neuen Stadion um die Kurve.

      Fazit: Wenn man wenig bis nichts aus Nichts macht, dann ist das normal. Wenn man unter guten bis sehr guten Umständen etwas erreicht, dann ist das auch ein Stück weit normal. Wenn man aus Nichts viel macht, dann ist das bemerkenswert und wenn man aus Viel einfach nichts macht kann passieren dann ist das halt scheisse! Und diese Kritik muss man sich auch gefallen lassen Herr Bader. Wenn man aber auch noch unbelehrbar ist, keinen Fehler eingesteht und seinen offensichtlich falschen Weg stur weiter geht, dann ist man dumm. Dann erzeugt man im Umfeld eines Vereins Unmut, Wut, Aggression und Ablehnung. Das ist ihr Werk Herr Bader! Diese lethargische Scheiss-Stimmung rund um den Club, das haben sie zu verantworten und dafür hätten sie eigentlich auch schon längst selbst die Konsequenzen ziehen, oder man sie vor die Tür setzen müssen. Das ist der springende Punkt!
      "Freiheit bedeutet nicht, tun zu können was man will.
      Aber die Freiheit eigene Entscheidungen zu treffen."
    • „Heute ist immer der Tag, an dem die Zukunft beginnt.“

      Es hat wieder ein bisschen gedauert bis ich mich hier “aufraffen” konnte, aber den flotten Dreier mit Duisburg, Düsseldorf und Karlsruhe möchte ich zum Anlass nehmen, mal wieder einen Blick auf den Ruhmreichen, sein Umfeld und die letzten Entwicklungen zu werfen. Viel ist ja zugegebenermaßen nicht passiert, aber immerhin a weng was. Und dieses „weng" lässt einen zwar nicht in Euphorie schwimmen, der schon ausgerufene Untergang des (Club-) Abendlandes kann aber vorerst auch nochmal verschoben werden.

      „Das Geld ist nicht weg, es ist nur woanders.“

      Unvermeidbar, um überhaupt mal wieder halbwegs positiv in die Zukunft schauen zu können, war natürlich die Trennung von Martin Bader. Und jetzt, Deckel drauf, Haken dran, isser endlich fort. In Hannover, wo er – mit Verlaub – von mir aus den ganzen Verein im Maschsee versenken kann, mir scheißegal. Hauptsache der Vogel ist endlich vom Hof. Dass er den Möckel, diesen Haubentaucher, gleich noch mitgenommen hat, umso besser. Spannend wird jetzt höchstens noch, ob der 1. FCN nach der Nicht-Entlastung bei der letzten JHV tatsächlich rechtliche Schritte gegen seinen Ex-GröGaZ einleiten wird und was dabei gegebenenfalls raus kommt. Ich bin unbedingt dafür! Denn nach wie vor gingen mit Bader und Möckel nicht nur die letzten Rindviecher vom Hof, sondern auch – wie man so hört und liest – die letzten finanziellen Reserven. Die laufenden Kosten und Verbindlichkeiten (Fananleihe) können jedenfalls nur über eine Erhöhung der Grundschuld am Valznerweiher aufgefangen werden und man fragt sich nach wie vor wo die ganze Knete geblieben ist!

      „Ich bin kein Klugscheißer, ich weiß es wirklich besser.“

      Großen Einfluss auf dieses, das weitere Vorgehen und die nähere – strukturelle – Zukunft des Vereins werden natürlich die neue Vorstandschaft und der der teil-erneuerte Aufsichtsrat um den alten und neuen Vorsitzenden Thomas Grethlein haben. Namentlich sind das Andreas Bornemann (Sport), Michael Meeske (Finanzen) sowie Dr. Ulrich Maly, Hanns-Thomas Schamel, Christian Ehrenberg und Günther Koch für den Aufsichtsrat. Während Grethlein schon eigene Fehler eingestanden hat, sind Koch und Schamel bisher eher durch eine große Klappe aufgefallen. Bornemann und Meeske als neue starke Doppelspitze im Verein haben schon einen nicht unerheblichen Vertrauensvorschuss durch die “Club-Familie” erhalten. (Wobei, nach Martin Bader, wahrscheinlich auch der Tod von Forchheim mit einem nicht unerheblichen Vertrauensvorschuss in dieses Amt gewählt worden wäre…) Wollen wir hoffen das sie alle ihren Worten auch Taten folgen lassen, beziehungsweise dem ganzen auch gerecht werden können! Für eine fundierte Bewertung ihrer Arbeit ist es jetzt freilich noch viel zu früh. Aber, wie schon früher an dieser Stelle geschrieben, es musste anders werden um eventuell besser werden zu können.

      „Es gibt solche und solche, aber mehr solche als solche.“

      Apropos anders. Da komme ich natürlich direkt auf meine Freunde von den Stehplatzrängen der Nordkurve zu sprechen. :) Sind ja gemäß eigenem Selbstverständnis ganz anders als alle anderen. Aber richtig geil wäre es, wenn sie dann auch mal wirklich ein Stück weit anders wären. Oder wenigstens mal was anderes singen würden. Nach drei mal 90 Minuten derselben Schallplatte gingen mir einige Gesänge tatsächlich noch mehr auf den Geist als ohnehin schon. Aber ich glaub, da kommt eher Hans Meyer als Trainer zurück zum G-L-U-B-B, als das sich das noch ändert. (Wenigstens hat man gestern nicht – überflüssigerweise – die Karlsruher bei derer die nicht minder überflüssigen Pyro-Show ausgepfiffen…) Immerhin, Ultras Nürnberg und Co. sind da, immer. Das kann man ihnen tatsächlich nicht absprechen. Diesen innbrünstig gelebten Masochismus. In vielen anderen Blöcken, auch in der Nordkurve, ist im Moment schon auffallend viel Platz. Noch vor ca. drei Jahren hätte der FCN auch zum Flutlicht-Glühwein trinken am Samstagabend einladen können, es wären 40.000 gekommen. Inzwischen hat sich der Trend eher ein Stück weit umgekehrt und auch vermeintliche „Spitzenspiele“ werden von nicht recht viel mehr als ungefähr 20.000 Unverbesserlichen besucht. Da muss viel Enttäuschung überwunden und Fan-Vertrauen zurück gewonnen werden. Natürlich durch die Art und Weise wie man sich als 1. FC Nürnberg im Ganzen präsentiert – alle, auch die Fans und die Vereinsführung – aber in erster Linie natürlich die Mannschaft.

      „Wichtig ist aufm Platz.“

      Die Mannschaft (nicht zu verwechseln mit „Die Mannschaft“) also soll, muss und kann es in erster Linie richten. Klar, in erster Linie spielen wir hier Fußball und ohne einen gewissen Erfolg im „Tagesgeschäft“ ist alles andere Makulatur. Nun ist es nicht so dass man in der neuen Saison unter (immer noch) René Weiler von einem Quantensprung oder dergleichen sprechen kann. Eine gewisse Entwicklung, gerade auch im zuletzt praktizierten 4-4-2 und mit der zuletzt aufgelaufenen Formation lässt sich aber nicht von der Hand weisen. Und das gibt in der Tat ein wenig Hoffnung. Auch das Weiler offensichtlich endlich eingesehen hat das viele Dinge nicht so funktionieren wie er sich das vorgestellt hat. Egal wie sehr er sich das vielleicht vorgestellt hätte… Blum als Sturmspitze ist das wohl prominenteste Beispiel. Ein wenig schneller (und weniger der Schwyzerdütschen Mentalität entsprechend) dürfen künftige Entwicklungen aber gerne von statten gehen. Oder?! Und an einem neuerlichen, mittelgroßen Umbruch im Kader werden wir auch nicht vorbei kommen. Viele Spieler sind – gerade die zweite Reihe – schlicht nicht gut genug. Etwas überspitzt möchte ich das mal anhand unserer Defensive aufzeigen. In unserer Abwehr spielen ein Torhüter der zu Recht bisher nur Ersatz war; Ein zuvor Arbeitsloser Österreicher; Ein Holländer der nur positiv auffällt weil seine Leistungen zuvor entsprechend unterirdisch waren; Ein Rechtsverteidiger der für die erste Liga inzwischen zu langsam ist; Ein Rumäne mit dem Hang zu skurrilen Verletzungen. Das ist nicht unbedingt der Stoff aus dem die Träume sind. Und doch, die Burgstallers, Behrensens und Leibolds in unseren Reihen, als Gerüst für eine „neugeborene Mannschaft“ (© V. Ismael), das könnte irgendwann noch was werden.

      „Und so sehen wir betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen offen.“

      Es ist also tatsächlich etwas Licht am Ende des Tunnels. Und wenn die – bisher nur in Spuren enthaltene – Entwicklung der letzten Wochen bestätigt und weiter voran getrieben werden kann, dann ist es eher kein entgegen kommender Zug. Aber, um noch ein Zitat der Onkelz unter zu bringen, es wird ein langer, langer Weg. Und ich will ja nicht sagen, ich hab es euch ja gleich gesagt, aber ich hab es euch ja gleich gesagt. Die Saison 2015/ 2016 wird nicht recht viel anders verlaufen wie die Saison zuvor. Es kann nur funktionieren indem man sich langsam aber stetig in allen Bereichen wieder verbessert und neu aufstellt und auch von Rückschlägen nicht davon abbringen lässt. Denn auch für die kommende Saison sehe ich noch nicht unbedingt den großen Umschwung, dafür liegt einfach zu vieles im Argen und sind die Mittel begrenzt. Das heißt das Licht am Ende des Tunnels ist bisher eher noch eine 10 Watt Energiesparbirne, aber sie brennt! Und das ist der springende Punkt.
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      Aber die Freiheit eigene Entscheidungen zu treffen."
    • Ich pack es mal hier rein @Kampfkater: Eine kleine Auswahl auf die Schnelle, wobei du feststellen wirst das sich viele dieser (Fehl-) Entscheidungen halt auch untereinander "begünstigen".
      • Das Festhalten an Martin Bader. / Die Allmacht des Martin Bader.
      • Die (immer noch) Zahnlosigkeit des AR.
      • Die finanzielle Situation; Ich weiß irgendwie immer noch net wo "unser" Geld ist!?
      • Die viel zu teuren Transferflops, allen voran der - in dieser Form untragbare - Kirschbaum-Transfer.
      • Sportliche Fehleinschätzungen in den vergangenen ca. drei Jahren, angefangen mit dem Theater um Verbeek.
      • Die Trainer Ismael und womöglich Schwartz.
      • Die - immer noch - relative Bedeutungslosigkeit des NLZ. War da was vor Erras, Mühl und Teuchert?
      • Verfehlte Transferpolitik in dieser Saison: Tor, Rechtsverteidiger v.a.
      • Generell (seit 30 Jahren) das Fehlen eines Konzepts und qualifizierter Leute für den (Gesamt-) Verein und alle Teams.


      Das waren jetzt nur mal so ein paar Themen die mir spontan eingefallen sind. ;) Man darf sich nicht blenden lassen durch einzelne gute Phasen wie rund um 2007 oder im vergangenen Herbst. Der FCN hat eh schon so einen Meilenweiten Rückstand auf Vereine wie Mainz, Augsburg (die wir bis vor einigen Jahren noch belächelt haben...)... der FCN muss schnell, fokussiert und mit ganzer Kraft an sich selbst arbeiten, sonst wird die Kluft immer größer. Baustellen gibt es genug; Wenn ich Zeit hätte könnte ich darüber echt a Buch schreiben. Weil es sind halt auch Themen (Konzept, NLZ, Transferpolitik), das ist so, so lange ich den Club verfolge, so lange ich denken kann. Und es passiert: NIX. Und wenn dann noch akutes Versagen dazu kommt, dann krachts halt.
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      Aber die Freiheit eigene Entscheidungen zu treffen."
    • Noch was interessantes aus diesem Derby-Ticker:

      "Auch an der Fürther Feuerwehr geht das Frankenderby nicht spurlos vorbei. Wegen des Fußmarsches der beiden Fanlager sei das Stadtgebiet am Vormittag für kurze Zeit in zwei Hälften geteilt gewesen, teilt die Feuerwehr in einem Facebook-Beitrag mit. Wegen möglicher Straßenblockaden wäre für den Fürther Norden, Osten und Westen deshalb die gesetzliche Hilfsfrist nicht gewährleistet gewesen. Daher seien die Freiwilligen Feuerwehren aus Burgfarrnbach, Unterfarrnbach und Fürberg auf Bereitschaft in deren Gerätehäuser beordert worden, so die Feuerwehr.

      "Am Stützpunkt der FF Stadeln wurde ein zweiter Löschzug samt Drehleiter und ELW in Einsatzbereitschaft versetzt, falls im abgelegenen Stadtgebiet ein Einsatz wäre", heißt es weiter. Die "Nebenwachen" hätten während der Bereitschaft nicht ausrücken müssen. Die Stadelner Wehr hätten am Vormittag die Zeit für Unterricht bei Feuerwehrarzt Dr. Frank Sinning genutzt."


      Das muss man sich mal überlegen, wegen so nem gschissnen Fußballspiel. Zweite Liga, Not gegen Elend. Ich kann mehr und mehr diejenigen verstehen die für solch einen unfug - als Steuerzahler - nimmer aufkommen wollen!
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    • Vielleicht sollte man auch mal erwähnen, dass (meines Wissens nach) heute kein Fehlverhalten seitens der Fans stattgefunden hat.
      Aber das passt nicht ins Weltbild der Nürnberger Provinz-Journalisten, die sich doch so auf Randale gefreut haben.
    • Richtig. Hat aber nix damit zu tun was ich meine, dass es erst einen mittleren Notstand braucht um das zu ermöglichen.
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    • Erfreulich ist das Thema zwar nicht, erfreulich ist aber für mich, dass ich nach längerer Zeit hier mal wieder einen längeren Text verfassen kann. Dazu hat mir in den letzten Monaten schlichtweg die Zeit gefehlt.


      Selig sind...


      …die da geistig arm sind, weil sie sich mit diesem Thema gar nicht erst auseinandersetzen werden. Ich möchte den Gedanken aus den Beiträgen 33 – 35 aber gerne nochmal aufnehmen und vertiefen. Wie immer, fühlt euch eingeladen mir zu widersprechen und zu diskutieren.


      ...die Ewiggestrigen


      Fußball – mit seinen 6 Millionen Vereinsmitgliedern in Deutschland, als Massen- und Sportart Nummer #1 – ist natürlich Teil dieser Gesellschaft. Bundesliga-Vereine sind heute ja auch Arbeitgeber, Integrationsämter, Steuerzahler und lokale Wirtschaftsunternehmen. Nicht mehr einfach nur Sportvereine. Wenn aber wegen einem sportlichen Vergleich zwischen zwei Zweitligisten die kaum jemanden interessieren außer ihren eigenen Anhängern; Wenn wegen einigen wenigen Personen aus dem Umfeld dieser Vereine, die längst jedes gesunde Maß an sportlicher Rivalität, Selbstwahrnehmung, Anstand und Vernunft verloren zu haben scheinen; Wenn deswegen Großstädte abgeriegelt, in Zonen unterteilt und Notfall- (Schlacht-) Pläne aufgestellt werden müssen, dann hat das einfach nichts mehr mit Fußball zu tun.

      ...die Korinthenkacker


      Auch wenn ich weit weg bin von den „erlebnisorientierten“ Fankreisen aller Art, so kann ich mir doch eine gewisse, distanzierte Meinung zu diesem Thema erlauben. Ich bin ja nicht nur Meckerfritze, Korinthenkacker und Beamtensohn sondern selbst auch Fußballfan und gehe seit fast 26 Jahren zu Spielen. Und natürlich ist DAS Derby ein ganz besonderes Spiel. Und selbstverständlich sind gerade Auswärtsspiele immer auch der Versuch einer „Machtdemonstration“, gerade wenn der Große beim Kleinen vorstellig wird. Und natürlich sind sportliche Wettkämpfe seit vielen Jahrzehnten, nicht nur im Fußball, nicht nur in Deutschland immer auch ein Massentauglicher Schwanzvergleich auf den Rängen.

      Das Problem ist aber das inzwischen mindestens einmal pro Woche irgendwo so ein „Event“ stattfindet. Alleine in der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga gibt es ja genug passender Konstellationen: Dortmund/ Schalke, Mainz/ Frankfurt, Köln/ Leverkusen/ Gladbach, Bremen/ Hamburg, Frankfurt/ Darmstadt, alle gegen Leipzig, Braunschweig/ Hannover, Stuttgart/ Karlsruhe und eben Nürnberg/ Fürth um nur mal die prominentesten, offensichtlichsten Beispiele zu nennen. Und das ist irgendwann in den letzten Jahren eben leider etwas eskaliert wie mir scheint. Gefühlt „kracht“ es jedes Wochenende irgendwo, mindestes einmal.

      ...die Cleveren


      Inzwischen genügt es wohl nicht mehr sich nach Hooligan-Art auf der grünen Wiese zu kloppen, mit besonderen Choreographien auf sich aufmerksam zu machen, laut und viele zu sein oder dem Gegenüber das Bier wegzusaufen. Es muss immer mehr sein und nix is dabei zu blöd. Erinnert sei hier mal an die Gräber in Dresden, die Trikots in Karlsruhe/ Nürnberg, die Leuchtraketen in Dortmund/ Gelsenkirchen. Da erzeugt das Bemalen des Grünwalder Stadions – auch wenn es streng genommen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch ist – ja beinahe schon ein Gefühl der nostalgischen Verklärung und wird irgendwie als pfiffig und charmant wahrgenommen. Aber Aufrufe zur Schlachtbank (Frankfurt/ Kaiserslautern) oder auch das beliebte Ansingen alle (beispielsweise Braunschweiger) zu töten… Das ist weder pfiffig, noch lustig, noch kreativ, noch sonst irgendwas. Ich weiß dass nicht alle Hannoveraner alle Braunschweiger tatsächlich töten wollen oder würden! Was das aber in irgendeiner Form beim Fußball zu suchen hat oder damit zu tun hat oder wie man überhaupt drauf kommt… Es erschließt sich mir nicht und wird es auch nie. Ich halte es einfach für dumm! (Aber das nur am Rande. Und ob das in den 80er Jahren besser, schlimmer, brutaler, fairer, dümmer, seltener oder schöner war ist für diese Betrachtung halt einfach wurscht! Just sayin‘…)

      Wobei, wenn man alle machen lassen würde wie sie wollten – ich bin mir sicher dann hätten wir schon mehr als ein paar Schwerverletzte in den letzten Jahren zu beklagen gehabt. Auch die Nürnberger Sportsfreunde und ihre roten Münchner Kollegen tun sich da ja immer ganz gerne hervor. Werfen Flaschen auf Busfahrer. Oder verprügeln nachts in Marktredwitz „Zivilisten“. Und auch wenn vieles was von der Obrigkeit und den Vereinen heutzutage den aktiven Fans aufs Auge gedrückt wird ohne Frage übertrieben und sicher teilweise auch nicht rechtsstaatlich ist: Es bleibt doch die Befürchtung, einige dieser Aktiven brauchen genau diese Kontrolle und diese Restriktionen. Es kann mir doch keiner erzählen da ist oder wäre am Sonntag in Fürth nix passiert weil die UN/BDA/KBN/WTF und die Hämorridos jetzt plötzlich so Tierlieb sind. Hätten sie gekonnt, dann hätte es auch gekracht. Ohne Rücksicht auf Unbeteiligte, Verluste, Außenstehende.

      ...die Populisten


      Woran es liegt und was mögliche Lösungsansätze wären? Das sind interessante Fragen auf die ich aber an dieser Stelle keine Antwort geben kann; Vielleicht ein Versuch beim nächsten Mal. Aber alleine die unterschiedliche Wahrnehmung (wir sprachen darüber) macht eine generelle Aussage ja beinahe unmöglich. Das soll und wird mich aber nicht davon abhalten Dinge zu thematisieren wenn ich es für notwendig halte. Ich kann ja auch beispielsweise Erdogan, Trump oder Putin kritisieren ohne dass gleich eine Weltpolitische Lösung von mir erwartet wird.

      Fußball ist ein Teil der Gesellschaft und als solcher sind Fußballspiele erst mal ganz gewöhnliche Großveranstaltungen, für die es ein gewisses Maß an Sicherheitskräften benötigt. Wenn das alles aber in keinem Verhältnis mehr zueinander steht und die Relationen überhaupt nicht mehr stimmen, dann kann ich die Menschen verstehen die diese Kosten nicht mehr alleine der Mehrheit der Steuerzahler aufbürden wollen. Und das ist der springende Punkt.
      "Freiheit bedeutet nicht, tun zu können was man will.
      Aber die Freiheit eigene Entscheidungen zu treffen."
    • Ja, fast. ;) Ich habe mir mal zwei Zitate rausgepickt:

      MagicOe schrieb:

      Wenn wegen einigen wenigen Personen aus dem Umfeld dieser Vereine, die längst jedes gesunde Maß an sportlicher Rivalität, Selbstwahrnehmung, Anstand und Vernunft verloren zu haben scheinen; Wenn deswegen Großstädte abgeriegelt, in Zonen unterteilt und Notfall- (Schlacht-) Pläne aufgestellt werden müssen, dann hat das einfach nichts mehr mit Fußball zu tun.

      MagicOe schrieb:

      Und das ist irgendwann in den letzten Jahren eben leider etwas eskaliert wie mir scheint. Gefühlt „kracht“ es jedes Wochenende irgendwo, mindestes einmal.

      Das Zauberwort heißt mediale Aufmerksamkeit. In Zeiten von Facebook, Twitter und WhatsApp wird von jedem (!) jeder (!!) noch so irrelevante Furz zu einer riesigen, angeblich noch nie dagewesenen Blase aufgebauscht und jeder will sich a) in Geschwindigkeit und b) in Sensationsgeilheit noch überbieten und da bleibt die sorgfältige Recherche einfach immer wieder auf der Strecke. Ist ja auch keine Zeit für, muss ja schließlich der nächste Liveticker befüllt werden und natürlich werden irgendwelche "Exzesse" krokodilstränenreich beweint, nur um in der Redaktionskonferenz 3 Kreuze zu machen, dass die eigene überflüssige Meinung wieder gebraucht wird.

      Und weder erleben wir gerade ein neues Ausmaß der Gewalt, noch eine Verrohung der Sitten auf breiter Front, sondern eben das, was die letzten 10 Jahre durch das Sommermärchen erfolgreich kaschiert wurde: Nämlich, dass des Fußballs Kern ein proletenhafter, gar asozialer ist, der immer zur Arbeiterklasse gehörte und vom Establishment schief angeguckt hat, bis er so eine gesellschaftliche Relevanz erreicht hat, dass sich auch das Establishment und vor allem die Neureichen gern in seinem Glanze sonnen. Und sich nicht entblöden, die Asozialität zu verurteilen, die den Fußball immer ausgemacht und ja, auch ausgezeichnet hat.
      "Manuel Neuer sieht aus wie aus einem Nazi-Zuchtprogramm." - Verfasserin der Redaktion bekannt.
    • Ich habe über 50 Jahre aktiv Fußball gespielt, gehöre weder zur Arbeiterklasse noch zum Establishment – wir sind ganz einfach mit Fußball groß geworden, weil es eben in den 60ger Jahren nahezu keine andere Freizeitbeschäftigung gab.
      Und @Kampfkater – ich gebe dir recht, Exzesse hat es schon immer gegeben, die fanden aber fast ausschließlich am Sportplatz statt.
      Was es nicht gab, dass Hundertschaften die Normalbevölkerung vor dem Chaotentum schützen musste. Und da brauch ich auch kein Twitter und Facebook, da langt eine stinknormale Tageszeitung, um zu erfahren, dass irgendso ein Depp bei der U-Bahnfahrt nach Fürth einen Feuerlöscher aus der Verankerung riss und durch das Fenster auf die entgegenkommende U-Bahn warf, deren Fahrerin knapp einem Desaster entkam.

      Ich weiß, ich bin Außenseiter hier im Forum, wenn ich nur ins Stadion gehe, um mich nur mehr oder weniger an einem Fußballspiel begeistern zu wollen. Wenn ich Choreografien sehen will, gehe ich ins Ballett, für Feuerwerk habe ich noch keine 50 Euro noch nicht mal an Silvester ausgegeben.

      Ich weiß, solche Spassbremsen wie mich braucht man nicht im Stadion, deshalb geh ich auch kaum noch hin und begeistere mich dafür an Kommentaren von Skymitzuschauern in Kneipen.

      Mein Zauberwort heißt zeitalterunabhängig friedliches Zusammenleben - die Asozialität sollte sich auf das Verbale beschränken, da sollen sich die Leute von mir aus nach Lust und Laune entblöden
    • Nein, cebolon. Da bist Du nicht allein. Und Du sprichst mir da auch ziemlich aus der Seele. Deswegen hab ich für mich inzwischen die Konsequenzen gezogen und geh auch nicht mehr ins Stadion. Ich brauch das alles nicht mehr. Eigentlich will ich im Stadion "mein Rouh ham". Ich brauch brauch weder stundenlanges Lalala von den Tribünen, noch Pyrotechnik oder irgendwelche intellektuellen Spruchbänder. Ist alles nicht mehr meine Welt. Vom Tara rund ums Stadion und von den endlos Blabla-Debatten hier in div. Threads mal ganz zu schweigen.