Spielberichte Berliner Amateurfußball

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    • So, ich werde diesen Thread mal aufarbeiten und dann weiterlesen. Jetzt steht noch ein Jahr pendeln an, und im Sommer 2020 dann auch der feste Wohnsitz in B. Da brauche ich dringend `nen Überblick über die Abgründe des Hauptstadtfußballs. :D
      seit 1987 :deuvfl2: :redskins: seit 1991


      Aufstieg 2019
      :hurra: Der VfL ist wieder da! :hurra:
    • The Spielzeit ist over - long live the Spielzeit!

      Berlin-Liga
      Wer Meister wurde, dürfte der Leser des hiesigen Blogs ja mittlerweile mitbekommen haben. Mit glatten 80 Punkten krönte sich Tasmania endlich zum Verbandsliga-Meister und verwies Sparta Lichtenberg, die zum Abschluss noch einmal 1:0 gegen den Absteiger Berolina Stralau siegten, auf Rang 2 mit ebenfalls respektablen 78 Punkten. Zwei Auswärtsniederlagen bei Türkiyem und Al-Dersimspor verhinderten Aufstieg der Lichtenberger. Oder löste die Aussicht auf überregionale Fahrten doch für den einen oder anderen eine kleine Blockade aus? Einzelne Tasmanen hörten nach dem Spiel gegen Mahlsdorf deren Spieler rätseln, ob man wirklich auf Fahrten an die Ostseeküste Lust habe. Zudem sicherte sich mit Lichtenberg 47 der potentielle Derby-Kandidat Spartas den Aufstieg in die Regionalliga, so dass die nächste Saison als Gegner wegfallen.
      Im Keller hingegen war bis zur letzten Minuten noch Druck auf dem Kessel - und das ist wortwörtlich zu verstehen! Unverständlich eher, warum die unmittelbaren Konkurrenten nicht parallel anzutreten haben. So gewannen die Füchse mit "tasmanischer Hilfe" am Freitag gegen Türkiyemspor, für die es um nichts mehr ging. Und konnten am Sonntag das Gastspiel des BFC Preussen in Rudow anschauen, wo den Gästen eigentlich ein Remis genügte. Doch der Alt-Tasmane und jetzige Füchse-Trainer wechselt kommende Saison ausgerechnet nach Rudow. Und der künftige Verein half seinem aktuellen Brötchengeber mit dem entscheidendem Siegtreffer in der 95. Minute (!) - so muss der BFC Preussen in letzter Sekunde den K.O. hinnehmen und steigt ab. Die Füchse hingegen können feiern - mit desaströsen 8 Punkten aus 17 Hinrundenspielen kämpfte sich eine runderneuerte Truppe bravourös zurück. Respekt dafür! Zudem steigen Bero Stralau (schade!) und erwartungsgemäß der SC Charlottenburg wieder ab. Letztere werden wohl wie stets in der Landesliga gut mitspielen und in ein oder zwei Jahren wieder hochkommen ...

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      Landesliga

      Staffel 1 - nachdem Brandenburg 03 sich bereits im Vorfeld den Aufstieg sicherte kämpften gleich drei Mannschaften um Platz 2. Beste Karten hatte Hilalspor und mit einem 6:1 gegen Johannisthal sicherten sich die Kreuzberger den Aufstiegs- oder Relegationsplatz. Gatow machte seine Hausaufgaben und siegte ebenfalls klar, springt aber nur noch auf den bedeutungslosen dritten Platz, während Novi Pazar durch ein Remis auf den vierten Rang zurückfällt.
      Den Durchmarsch von der Berlin-Liga in die Bezirksliga muss nun der DJK Schwarz-Weiß Neukölln erdulden. Bereits besiegelt wurde der Abstieg ausgerechnet auswärts im Britzer Derby gegen Grün Weiß Neukölln, die vor dieser Saison noch zwei Ligen trennte und nun spielen die Grün-Weißen sogar eine Liga höher. Auch hermsdorf spielte unlängst noch Berlin-Liga und muss nun nach einer katastrophalen Rückrunde den Gang in die 8. Liga verkraften. Die Zweite vom Berliner SC muss ebenfalls runter.

      Staffel 2 - wer wissen will, wie Größenwahn in der 7. Liga, der schaue sich Berlin United an. Ja, klar Meister geworden und werfen mit Geld um sich. Aber man lese nur:
      Wir suchen:

      [...]
      – Social Media Berater/-in (Deutsch / English / Russisch / Chinesisch / Koreanisch / Japanisch)
      – Chinesische/n Muttersprachler/in mit Deutschkenntnis
      – Geschäftsstellenleiter/-in

      Was zum Henker ..? Dazu geht Biesdorf mit hoch. Unten blieb es ebenfalls bis zum Schluss spannend. Denn Schützenhilfe gab es keine, so dass Srbija nach einem 2:5 in Wilmersdorf doch noch auf den letzten Platz fiel und absteigen muss. Wesentlich gravierender aber der Abschied des Trainers El-Chaabo, der ein engagierter, akribischer Übungsleiter zu sein scheint, der während des Spiels munter coacht. Sauer, dass nur neun Leute zum Training erscheinen wirft er hin und will eine Auszeit nehmen. Was aus unseren Alt-Tasmanen dort wird steht in den Sternen, bin mal gespannt. Hohen Neuendorf muss auch runter, nachdem gegen Friedenau nur ein Remis gelang. So hat Stern Britz das Glück, trotz Niederlage mit einem Punkt mehr als die beiden Absteiger die Klasse halten zu können. 25 Punkte in 28 Spielen ist allerdings auch nicht so pralle. Türkspor FK wurde bekanntlich aufgelöst, deswegen nur die 15 Mannschaften.

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      Bezirksliga

      Staffel 1 - hoch geht es für den Köpenicker SC und den SSC Südwest. Beide Mannschaften sicherten sich den Aufstieg schon im Vorfeld und ließen dem Dritten Heinersdorf das Nachsehen. Stichwort Heinersdorf: Platznachbar und Lokalrivale Fortuna Pankow sicherte sich mit einem starken Endspurt in letzter Minute den Klassenerhalt - mit einem 4:2 beim Aufsteiger Südwest. Absteigen müssen neben dem abgeschlagenen Schlußlichtern Mahlsdorf-Waldesruh (immerhin aufsteigende Formkurve) und den BSC Kickers 1900 mit jeweils 16 Punkten nun doch leider Phönix Amed, der kurdische Verein Berlins. Einmal mehr in die Röhre muss der Berliner SV 1892 blicken. Platz vier und wieder kein Aufstieg. Die Störche haben's nicht leicht. Kurios: die drei Absteiger haben jeweils 87, 88 und 89 Gegentore, auch in dieser Reihenfolge.

      Staffel 2 - Auaglienicke II geht wie erwartet hoch, auch Tur Abdin erreicht starke 72 Punkte (in 30 Spielen). Mit dem punktbesten Dritten (68 Zähler) steigt hier auch Schmöckwitz-Eichwalde auf. Respekt an die Rand-Berliner (im wortwörtlichen Sinne)!
      Doch was dem einen seine Keule, ist dem anderen seine Beule. Während Auaglienicke 168 einnetzte und selbst der Fünfte SW Spandau noch 92 Tore machten, wurden einige Kellerkinder doch arg verdroschen. Afrisko holte nur einen Sieg (bei ich zufällig zugegen war, siehe Bericht), aber musste 172 Gegentore hinnehmen und spielte nicht mal jeder Spiel zu Ende. Auch Absteiger FC Nordost geht gleich eine weitere Etage tiefer, holte sich aber beim Remis gegen Hertha BSC III wenigstens den zehnten Punkt. Mariendorf II muss ebenfalls runter. Froh dürfte man bei Normannia und Liria sein, dass die Saison zu Ende ist. Und Rotation sichert sich mit Platz 3 der Rückrundentabelle eine gute Platzierung, nachdem die Prenzlberger zum Hinrundenende noch in Abstiegsnähe waren. Chapeau!

      Staffel 3 - hier steigt TeBe II und nach 46 Jahren (!) auch wieder der BFC Meteor in die Landesliga auf. Bei TeBe II stehen nun aber gravierende Änderungen an. Grundsätzlich nachvollziehbar, aber so kurz nach der Meisterschaft natürlich erstmal hart. Absteigen muss Blau-Weiß Spandau, Lichtneberg 47 II und der BSV Hürtürkel. Wieder als Letzter, aber immerhin nicht mit den Wenigsten Punkten der Ligenebene.

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      # Back from the dead - Club Italia ist wieder da! Nach der Übernahme durch "Berlin United" geht Bella Italia nächste Saison in der Kreisliga C auf Punktejagd. Zumindest ist bei einem erfolgreichen Comeback ein Derby mit Capri 76 möglich, wo einige Ex-Italia-Kicker zunächst hin sind. :nuke:

      # ziemlich dead - BJK Berlin. 30 Spiele, 28 Niederlagen und nur ein Sieg. Durch einen Punktabzug verbleibt ein mickriger Punkt mit 33:234 Toren. Eine Tordifferenz von -201 sit wahrlich hürtürkelsk, zumal wie gegen Adlershof (25 Minuten!) nicht immer zu Ende gespielt wurde. Erster hingegen Polar Pinguin, die die unangenehme Aufgabe hatten, den SC Lankwitz in die Kreisliga B zu schicken. Diese waren nämlich schon vor Spielbeginn abgestiegen, da der unmittelbare Konkurrent grünau II kampflos die Punkte gegen NordWest durch deren Nichtantritt bekamen. Laut fussball.de führten die Pinguine nach 13 Minuten bereits 4:0, dann endet die Berichterstattung ... zumal nehmen sie deren Toptorjäger gleich mit!

      # es spielt der 7. gegen den 8. ... :was:

      # The Dorfclub is marching on! Kickers Hirschgarten marschiert erstmals in die Bezirksliga. Wäre nur schön, wenn es da noch mal mehr als nur Bockwurst gäbe .. Interview!

      # Doppelabsteiger: Sc Charlottenburg I + II, FCK Frohnau I + II

      # Abbruch nach Abbruch: beim Spiel BSV Oranke gegen GW Neukölln wurde die Referee von den Gästen als Nazi bezeichnet und brach das Spiel ab. Die Wiederholung wurde nun auf den gestrigen Donnerstag gelegt - nach Saisonende und beide brauchen auch die Punkte nicht. Die Gastgeber hatten allerdings wenig Muße und brachen ab ...

      # Hängende Köpfe: während Fortuna Pankow den Klassenerhalt sicherte, verpasste Borussia Pankow in der Kreisliga B den Aufstieg am letzten Spieltag.

      # Verkehrte Welt: Cimbria Trabzonspor stellte zwei Mannschaften in den Kreisliga B - Staffeln. Die II steigt auf, die offiziell 1. Herren steht mit 8 Punkten am Tabellenende. Nur durch Rückzüge steigt nur keiner ab ..

      # Dreikampf um die Meisterschaft - ich war ja dabei!

      # Meisterschaft der Kreisliga C im Premierenjahr: SC Bosna, JFC Berlin und Sport-Union Berlin. Glückwünsche!

      # Letzter vs Vorletzter ...
    • Kannste dir nicht ausdenken: der Regionalligist VSG Altglienicke hat mit mehreren Jahren Verspätung gemerkt, dass selbst überregional immer nur Spielerväter und -freundinnen am Rand sitzen und es selbst in der Kreisliga Vereine mit mehr Action gibt. Was tun?

      Wir planen mit Beginn der neuen Regionalliga-Saison einen VSG Altglienicke-Fanclub ins Leben zu rufen.
      Wir laden daher alle Interessierten für ein erstes Fantreffen für Freitag, den 28. Juni, 18.30 Uhr, im VSG-Casino, Alter Schönefelder Weg, ein.
      Das Treffen wird von den Stadionsprechern Joachim Schmidt und Ronny Rothé moderiert. Es geht darum, unser Team bei den Spielen noch besser von den Rängen aus als 12. Mann zu unterstützen.
      Kommt vorbei und macht mit!


      So der öffentliche Aufruf auf Gesichtsbuch .. :amkopfkratz:
    • Gibt es denn einen Grund wieso da keiner hingeht? Fusionsverein oder so was in der Art vielleicht?
      Du wirst koana vo UNS
      In a world of compromise....Some don’t.

      Hängt die Nazis solange es noch Grüne gibt!

      ACHTUNG :
      Sollte jemand mit Inhalt oder Art eines Posts von mir ein Problem haben oder meinen ungerechtfertigt angegangen worden zu sein, würde ich mich freuen wenn wir das per PN klären könnten. :bierkruege:
    • Altglienicke liegt östlich des Südneuköllner Stadtteils Rudow im südlichen Treptow. Kleinstadtagglomeration plus Plattenbau, das einzig interessante ist Armin Mueller-Stahl, der von dort kommt. Der Verein selbst spielte immer unterklassig und marschierte seit Anfang der 2000er von der Kreisebene in den überregionalen Fußball. Mit altgedienten Legionären wie Chinedu Ede, Kevin Pannewitz oder Francis Barnecki durchaus machbar, aber zeigt, dass da Geld im Verein ist. Das allein reicht aber nicht, um Zuschauer oder gar Fans zu ziehen.
    • "Icke" Häßler bekommt keinen neuen Vertrag trotz Aufstieg mit "Berlin United". Grund dürfte vermutlich auch sein fürstliches Salär sein. Absteiger BFC Preußen schlug zu und sichert sich den Veteranen. Die Spatzen pfeifen von den Dächern, dass irgendein "Investor" bei den Preußen eingestiegen ist und hat auch schon Spieler nach Lankwitz geholt. Hasardeure, wo man hinguckt.
      Video mit Interview
    • Fahrten in's Outback - wir sammeln Flachwitze mit "blank"

      Brandenburg-Liga, letzter Spieltag: BSC Preußen Blankenfelde-Mahlow vs Falkensee-Finkenkrug 4:0

      Weh mir, die Berlin-Liga ist durch und der Spielplan blank. Doch in Brandenburg wird noch gespielt und die Auswahl war groß: hinter Potsdam ins malerische Werder (empfingen Kellerkind Eisenhüttenstadt) und nach Oranienburg zur TuS Sachsenhausen, wo man den Stadionbesuch mit einer Visite der bekannten Gedenkstätte des KZ verbinden kann. Doch war ich heute dermaßen platt, dass es eine nahe Lösung sein musste. Das Duell der Doppelnamen bei den Preußen bereitet dem ortsunkundigen Besucher gleich mehrere Probleme: wo wird denn gespielt, in Blankenfelde oder in Mahlow, vorletzte oder letzte Station [vorletzte!] ? Liegt das nicht im Norden Berlins [Blankenfelde ohne Mahlow]? Und warum verkehrt die S2 zwischen Blankenfelde und Blankenburg? Da muss man schon am Bahnhof tierisch aufpassen, um nicht in die falsche Richtung zu fahren ...
      Statt also den potentiellen Gegner kommende Saison in der Oberliga zu inspizieren (1.FC Frankfurt zu Gast in Sachsenhausen), gab es also den Abstiegskrimi.

      Laut google maps liegt der Platz in Mahlow in der südlich des Platzes verlaufenden Beethovenstrasse, samt "Freiwilliger Feuerwehr" gegenüber. Da gibt's nur eben keinen Eingang, denn der ist irgendwo auf der Nordseite. Auch hatte ich ernsthafte Sorgen, dass das Spiel doch woanders stattfindet, denn es war zunächst nichts zu hören. Keine Pfiffe, kein Geschrei, keine Zuschauer. Erleichtert sehe ich dann auf der anderen Seite des Zauns Zuschauer und kickende Spieler beim Angriff, der auch gleich zum Torerfolg führt. Die einsetzende Tormusik signalisiert auch, dass es das 1:0 für die Heimelf war. Beim richtigen Eingang aber die Enttäuschung: Karten gibt's, aber keine Anstecknadeln, nicht mal Aufkleber. Nur bei dem anderen Sportplatz und da auch nur Aufkleber .. :galmi:

      Dieser andere Sportplatz liegt aber weit außerhalb und letztlich konnte ich den Platz nur machen, weil der gut erreichbar war. Sei's drum. Bei solch einer mässigen Ausstattung kann es nur schief gehen mit dem Verein. Tatsächlich steht der Gastgeber auf einem Abstiegsplatz, FF hingegen ebenfalls unten drin, aber mit vier Punkten sicher bei nur einem verbliebenen Spiel. Und so spielten sie auch. Ließen den Gegner kommen und tauchten erst spät vor dem gegnerischen Gehäuse auf. Der BSC Preußen hingegen verpasste es, weitere Tore nachzulegen. Ich hingegen traf bei meiner Platzwahl auf dem aufgeschütteten Hügel der Gegentribüne genau einen Ameisenhaufen, aber die Tiere waren doch eher an meiner Cola interessiert und litten wohl ebenso unter dem schwülen Wetter.
      Zur zweiten Halbzeit entschied ich mich für Nachschub, leider eine glatte Fehlentscheidung: man muss dazu in das Vereinsheim, ein Schrägdach mit lauter Ikealampen an der Decke. Modern, aber wenig vereinsindividuelles wie Plakate oder Pokale. Aber die muss man ja auch erstmal gewinnen. In der Schlange verpasste ich Tor Nummer zwei und drei. Der Falkenseer hinter mir nahm es mit Gelassenheit, die Einheimischen dahinter verfolgten mit Sorge das Parallelspiel in Werder, wo der FC (Ex-EFC Stahl) Eisenhüttenstadt überraschend führte und dadurch B-M nach unten schicken würde, bliebe es bei dem Sieg.
      Danach machte Blankenfelde sogar noch das 4:0, bis auch die Gäste mitspielten, allerdings häufig zurück gepfiffen wurden. Dies brachte deren Trainer auf die Palme, zumal eine rabiate Grätsche der Hausherren ungeahndet blieb. Klasse war hier der Trainer der Preussen, der seine eigene Bank zurückpfiff und laut zugab, dass man dafür Gelb geben könnte.

      Der etwas phlegmatische Stadionsprecher musste nach Schlusspfiff verkünden, dass trotz Sieges der Abstieg aus der Brandenburg-Liga erfolgte und lud die Zuschauer zum Verweilen ein, allerdings machte sich das Gros von dannen. Ein netter Platz mit ganz guter Verpflegung, verkehrstechnisch ebenfalls gut zu erreichen. Allerdings kein Banner oder irgendetwas Fan-spezifisches. Nicht mal ein Block Meckerrentner. Was machen die denn da sonst? Zuschauer waren gut da, aber wenig zu hören. Hlt die Kumpels und Freundinnen, die dem Treiben beiwohnten. Ich sehnte den angeschallerten Auswechselspielerblock des TSC Berlin herbei ...

      Mich persönlich vertrieb die Musik, die schon die komplette Halbzeitpause lief. Die ging so:
      Düdelöpdü.
      "Bounce."
      Düdelöpdü
      "Bounce."
      Düdelöpdü
      "Bounce."
      [x 100]

      Eindrücke:
      Das Gelände besteht aus Fußballfeld und Tennisanlagen. Nett auch die Hammerwurfanlage an der Eckfahne; wenn das auch zählt, habe die Gastgeber in der ersten Hälfte sogar zweimal eingenetzt ..
      Alles recht ruhig, die Siedlung liegt südlich der zentralen Westberliner Südspitze Lichtenrade. Einfamilienhauspampa.
      Dafür bei der Rückfahrt einen lauten Dauerschwafler in der S-Bahn. Eine Verona Feldbusch gefangen im Körper eines zugetackerten Lagerarbeiters. Und moniert noch das fehlende Schamgefühl eines Kollegen, während der Rest des Abteils komplett sprachlos ob des Wortschwalls war ..

      Und statt Frankfurt/Oder steigt Seelow auf. Das Stadion der Feindschaft muss also doch separat besichtigt werden. Zudem muss ich irgendwie nach Seelow kommen, wenn Tas da spielt.
      Spieltag & Tabelle

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    • Fahrten in's Outback II - Sammelthema heute "Flughafen".

      SV Schönefeld 95 - VfB Trebbin II 3:0 (1:0)

      Berlin, deine Flughäfen. Der BER ist in aller Munde, wenn es um desaströse Großprojekte geht. Daneben gibt es aber noch viel mehr - der Flughafen Tempelhof mit der monumentalen Architektur des III. Reiches, Tegel samt französischem Viertel, Johannisthal mit der Flugpionierin Melli Beese und Gatow, für das die Briten Staaken-West eintauschten. Der größte aktuell in Betrieb befindliche Flughafen liegt eben im brandenburgischen Schönefeld, südlich Neuköllns und südwestlich des Treptower Randstadtteils Altglienicke/Bohnsdorf.
      Warum wird aber so wenig mit den Schlagwörtern rund um das Thema "Flughafen" im Vereinswesen gearbeitet? Es gibt in Berlin genau eine Freizeitligamannschaft mit dem Namen "Flughafen Tempelhof". Warum nciht neben "Lokomotive" auch was mit Flugzeugen?

      Doch der ortsansässige Verein in Schönefeld - Gründungsjahr 1995 - ließ die Gelegenheit liegen. Statt "Flughafenstadt Schönefeld" oder vielleicht provokativer "Stuka Schönefeld" lautet der Vereinsname schlicht SV Schönefeld 95. Schon länger auf meinem Zettel, zumal ich mit der Bahn nicht mal Berlin verlassen muss und mir das Anschlussticket ersparen kann. Erst ein Hinweis in einer Hoppergruppe machte mich richtig hellhörig: hier spielt der sichere Meister gegen den Zweiten, der noch was zählbares braucht, um ebenfalls sicher aufzusteigen. Beide Vereine sind sich allerdings nicht so grün, es ist also noch Druck auf dem Kessel.

      Dummerweise ist nur die Eisenbahntrasse derzeit im Bau. Also mit SEV gen Süden. Der erste Ersatzbusfahrer der Linie S9 ist ein älterer Afrikaner, der mir keine konkrete Auskunft geben kann, ob er dort hält oder nicht. Das würde er dort entscheiden (!). In Adlershof dann die Durchsage, dass es nun direkt nach Schönefeld weiter geht. Also doch kein Zwischenhalt? Nein, ich solle den nächsten Busfahrer befragen. Durch meine Fragerei aufgeschreckt verlassen allerdings die Hälfte der zugestiegenen Insassen den Bus gleich wieder. Kein Zwischenstopp, keine Party. Der nächste Busfahrer winkt ab. Etwas unverständlich radebrecht er was von einem Gelenkbus. Die ebenfalls wartenden Mitfahrer lassen sich von mir übersetzen, wie man gen Süden kommt. Wäre nicht besagter Gelenkbus direkt danach tatsächlich eingetrudelt, hätte ich entnervt Kehrt marsch gemacht. Doch der nun dritte Busfahrer nickt und fährt mich durch Grünau und Altglienicke in die Grünberger Allee. Letzter Halt in Berlin und vor dem Ort bzw dem S-Bahnhof Schönefeld. Hier ist nix hipp. Der herrlich verfallene Bahnhof und das noch verfallenere Umfeld bieten schöne Fotomotive, doch erstmal zum Platz, durch die Gurkerei habe ich viel Zeit verloren. Hinter der Stadtgrenze endet auch der Fußweg und an keifenden Hunden an angrenzenden Grundstücken vorbei bahne ich meinen Weg zum Sportplatz. Dort werde ich vom Empfangskomitee begrüsst, die mir 2€ abknöpfen. Die Abreisskarte soll ich unbedingt behalten, da sie noch mal reinwollen und nachkassieren. Bin also nicht der einzige Zuspätkommer heute.

      Nadeln gibt's keine, nach anderen Sachen müsste sie suchen, sie hätten wohl noch Aufnäher. Na immerhin! Das Vereinsheim ist renoviert und bietet Getränke und einen Bratwurstgrill. Man steht hier aber nicht direkt hinter dem Tor, sondern hat noch ein Beachvolleyballnetz auf Asche vor sich. Doch es ist bereits gut was los. Es sind nicht weniger als drei Fangruppen vor Ort: die beiden Mannschaften jeweils mit Anhang und der SV Siethen. Die sind nämlich Dritter und könnten auf Platz 2 und damit dem anderen Aufstiegsplatz springen, falls Trebbin Punkte lässt. Somit standen jeweils zwei Blöcke am Rand, die den "SV S" unterstützen und irgendwann zu einem verschmolzen. So entstehen wohl Fanfreundschaften.
      Beim Warten auf Getränke stand nämlich ein Siethener Kicker hinter mir und klärte mich über die Situation auf. Siethen gewann auswärts 10:1 und sprang so auf Rang 2. Trebbin musste also kommen. Erst selbst ist BVB-Fan aus Bielefeld und arbeitet in Ludwigsfelde. Geschichten gibt's ..

      Die Gäste waren bemüht, bekamen aber vor dem Tor die Flatter. Was ich sah war ungefährlich. Schritt für Schritt kamen die Gastgeber aber besser in's Spiel und zeigten, warum sie Erster waren. Mit der Führung noch vor der Halbzeit stieg die Laune der Siethener zusätzlich an. Die machten den Großteil des Publikums aus und dürften wohl der größte Mob seit langem hier gewesen sein. Ich hatte es mir bei den anderen Groundhoppern am anderen Ende gemütlich gemacht. Schon vor meiner Ankunft haben die Gäste mit Rauchbomben geantwortet und zündelten zu Beginn der Zweiten Halbzeit noch mal. Mit drei Bannern und 15 bis 20 Leuten waren die Trebbiner schon gut bestückt, hatten aber bei den gut aufgetankten Gegenblock keine Chance. Zumal Schönefeld noch nachlegte und den Gästen vorne nichts gelingen wollte. Beim zweiten Tor gab's schon den ersten Platzsturm, wobei in dem Mob auch ein oder zwei Ordnerwesten auszumachen war. Tatsächlich waren die "Ordner" ohnehin mehr mit Support beschäftigt und der Einzige, der den Job ernst nahm, blieb gleich am Wurststand. Da stell ich mich nicht alleine hin, soll'n die anderen mal auch was sagen! Taten sie nicht.
      Ich hatte gerade der netten Einlasserin einen Wimpel und einen Aufnäher aus dem Kreuz geleiert (sogar mit Beleg!) und dabei noch das Büro inspizieren können, da gab es schon die Polonaise bzw verunstaltete UFFTA vom Siethenblock zum Schönefeldblock, die sich zentral breit machten und nun zusammen feierten. Mitten drin einer mit einem Trebbin-Shirt, der anscheinend heute feiern wollte, egal, wer da gewinnt. Der Obermotz der Siethener musste seine Jungs schon bremsen und bekam dafür die Ordnerweste übergestreift ..

      Eine Trinkpause wird dann gleich als Flitzereinlage genutzt, allerdings nur oben ohne. Das zählt nicht! Beim Tor Nummer drei stürmte wieder ein Pulk auf's Feld. Die armen Trebbiner sahen kein Land mehr,holzten aus allen Lagen auf's Tor, scheiterten aber oft auch am gut aufgelegtem Keeper der Schönefelder und selsbt als dieser geschlagen wurde nach schönem Solo über außen und feiner Hereingabe verstolperte der Adressat einen Meter vor dem Tor den butterweichen Ball. Wenn's nicht läuft.
      So erlöste der Schlusspfiff die Gäste und der Pulk aus Heimfans und Siethenern stürmte den Rasen und feierte gemeinsam den Aufstieg beider Mannschaften. Ein Offizieller brachte den Meisterpokal den Schönefeldern. Meinereiner machte sich da schon auf dem Weg. Zu Fuß zurück in die Hauptstadt.

      Spieltag & Tabelle
    • Testspiel: Tennis Borussia Berlin - FC Hansa 2:3 (1:1)

      Ein Testspiel der Kogge in der Bundeshauptstadt - da muss ich doch mal mein Popöchen von der Klappcouch bequemen. Doch halt - gegen Altglienicke? Menno. Die wollte ich finanziell nicht unbedingt unterstützen. Es folgt aber ein Testspiel gegen TeBe. Aber am gleichen Tag. Nacheinander. Was ist denn nun wieder bei FuPa los? Doch ein Blick in offizielle Quellen bestätigt, dass tatsächlich ein Doppelspiel angesetzt war und beide in der Hood von Altglienicke, die dafür wieder das Stadion in der Dörpfeldstrasse in Adlershof in Beschlag nahmen. Hier spielt sonst Chemie Adlershof, die Akademie der Wissenschaften Ü60 und die Frauen von Union. Kleiner Haken: hinter meinem S-Bahnhof hört die S-Bahn auf. Pünktlich zu den Sommerferien wird an den S-Bahngleisen Richtung Schönefeld gebaut ...

      Gut, das Problem wusste ich vorher (s. Schönefeldbericht). Mit dem Rad also bergab nach Adlershof bei sengender Hitze, sind ja nur drei S-Bahnstationen und dann in die Hauptstrasse Adlershofs abbiegen (besagte Dörpfeldstrasse). Stolze zehn Euronen wollten diese Halunken haben und ich bedauerte, nicht am Zaun die Erste Halbzeit zu Ende geschaut zu haben, denn ich war eh spät dran, aber eine trockene Kehle und Kohldampf wollten auch irgendwie beseitigt werden. Zumindest gab es einen Merchandisestand mit Zeug von Mattuschka, seinem Verein und für die Hansa-Fans das Hemd des ehemaligen Kogge-Kicker Quiring. Die VSG ist aber auch Dank des Eintritts einer der wenigen Vereine, wo ich auf Mitbringsel verzichte.

      Hinter der Laufbahn parkte der Hansa-Bus mit dem passenden Sponsorenaufdruck Sunmaker. Polizei war übrigens ebenfalls reichlich vor Ort, warum auch immer. Denn hier war nahezu ausschließlich blau zu sehen, dazu einige versprengte Altglienicke-Angehörige, einer mit Union-Shirt und Chemie Adlershof-Mütze, aber kein Lila-Weiß. Getränk und Wurst einsacken und hinsetzen. Das Stadion bietet neben dem Naturrasen einen aufgeschütteten und zugewachsenen Wall, auf dem das Gros Platz nahm. Das Spiel ein lauer Sommerkick, aber zumindest besser als die vorangegangene Partie gegen Auaglienicke (die Hansa 0:2 verlor). Halbzeitstand war 1:1, beide Treffer fielen vor meiner Ankunft. Spitze.
      TeBe in weißen Trikots mit goldenem (!) Aufdruck optisch weißes Ballet, spielerisch bissig und war sichtlich motiviert. Hansa konnte erst in der Zweiten Hälfte durch konditionelle Vorteile TeBe hinten in die Defensive drängen und 3:1 in Front gehen, bis die Westberliner gegen Ende noch verkürzen konnten.

      Anmerkungen:
      1) Als Journalist stand Tasmania-Hagen mit am Rand. Nach "Dienstschluss" saß er noch bei mir.
      2) Ich fand den TeBe-Block! Die beiden Nasen saßen mitten drin und wir plauderten noch. Deren kurzes "Lila-Weiße" konnte ich aufgrund mangelnden Lilas süffisant konterkarieren. Zudem boykottieren sie den Boykott gegen Neu-Cheffe Jens Rädlich (aka "Jems", laut seinen Kritikern. Fragt nicht, warum)
      3) Lila-Weiße - Westberliner Scheiße war mal kurz zu hören. Aber irgendwie machte wohl selbst der Pöblerfraktion das Necken des Gegners keinen Spaß, da dieser nicht sichtbar vor Ort war.
      4) "Der FCH - der FCH der FCH im Aufstiegsjahr!" hallte es von den Rängen (oder eher vom Hügel). "Was meinste, schafft es Hansa dieses Jahr?" Wer ist eigentlich aus der Zweiten abgestiegen? Wusste keiner so recht, Duisburg oder so. Aalen? Die waren letztes Jahr .. allzu vorbereitet auf diese Frage war ich zugegeben nicht. Wenn nicht alles passt, wird es wieder Truppen mit eingespielter oder teurer Mannschaft geben, die davon ziehen. Überzeugend?
      5) Das Highlight des Spiels: die Schlager-Halbzeitshow mit Ronny Rothe. Sorgte vor allem für die Hanseaten außerhalb Berlins für Erheiterung. Hab irgendwann die Handykamera gezückt und zumindest ein kleines Video gemacht, stilecht mit wackliger Hand. Aber dafür stiefelte besagter Entertainer an mir vorbei und handküsste in die Kamera. Großartig.
      Extrapunkte gab's dafür, dass er noch das olle "Bella Ciao" als Fußballhymne versaubeutelt hat. ;D
      6) Zum Abschied noch mal Bilder machen. Da stiefelt eine weitere TeBe'lerin vorbei. Eben jene saß mir bei der Tasmania-Meisterfeier gegenüber saß. Zu schnell schritt sie vorüber, um zu reagieren, zumal wir beide sonnenbebrillt und daher nicht gleich erkennbar waren. Das monströse Fragenzeichen über ihrem Antlitz war aber nciht zu übersehen. "Hat der nicht bei Tasmania mit mir am Tisch gesessen? Warum jetzt hier mit Hansa-Trikot ..?"
      Man muss dazu sagen, dass die Gute St-Pauli Tattoos eingehackt hat ... :D

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    • Neu

      Neuköllner Bezirkspokal 2019

      Bezirkspokale sind eine feine Sache, wenn man im Sommer die Wartezeit verkürzen will und zudem die Möglichkeit hat, dass die eigene Truppe einen Titel gewinnt. Aktuell spielen vier Bezirke einen solchen Wettbewerb aus (Pankow mit dem traditionellen Exer-Pokal, Reinickendorf, Spandau und eben Neukölln). Unklar ist, wer daran teilnehmen darf. Bei Gesichtsbuch mokierte sich einer von Hürtürkel darüber, dass sie nicht eingeladen wurden. Allerdings nehmen auch Marathon 02, die Sperber Neukölln oder Cimbria / Trabzonspor nicht teil.
      Aktuell also drei Gruppen, bei der die ersten beiden angeblich weiterkommen. Jede Gruppe stellt einen Gastgeber, bei dem am Stück die Spiele stattfinden. Die NSF Gropiusstadt bestellte Tasmania und Concordia Britz ein und so begann schon um 10:00 das erste Spiel gegen die Gastgeber, dass standesgemäß 7:1 gewonnen wurde. Da die Sportfreunde Kreisliga A spielen ein zu erwartendes Ergebnis. Allerdings blieb Ersatzkeeper Ünal leider nicht ohne Gegentor, da doch mal ein stürmer durchbrach und seine riskante Grätsche in's Leere ging und der Gegner zumindest zum Ehrentreffer einschob.
      Kurz danach stand auch gleich das zweite Spiel an, diesmal schon mit der potentiellen Stammformation. Concordia stieg gerade wieder in die Landesliga auf, spielt zwei Ligen unter Tas und war motiviert. Beim künftigen Oberligisten mussten einige neue Leute eingespielt werden. Und das defensive Mittelfeld noch nicht wirklich zugegen. Die erste dicke Chance beim Kontern hatte dann auch Concordia, aber verspielte trotz klarer Überzahl ziemlich kläglich und schaffte auch das gesamte Spiel nicht, die Einladungen meiner Tasmanen anzunehmen. Umgekehrt nutzte Tas nach einigen zweifelhaften Abseitsentscheidungen mit einer eher wahrscheinlichen Abseitsstellung die frühe Führung. Oldie Robben war durch, umspielte den Keeper und netzte aus spitzem Winkel ein. Danach ließ es Tas etwas ruhiger angehen und ließ den unterklassigen Gegner kommen.
      Allerdigns war früh Feuer im Spiel, der stämmige 22er Concordias holte sich früh wegen wiederholten Meckerns Gelb ab. Am besten aber das Gelb-Rot für den Trainer (!) Concordias auch wegen Dauermeckerns. :D

      Das Spielniveau blieb allerdings niedrig. Tas verzettelte sich offensiv und brachte sich hinten selbst in Verlegenheit, Concordia stand sich vorne selbst auf den Füßen und dürfte sich ärgern, hier nichts zählbares mitgenommen zu haben. Mit dem vorletzten Angriff über einen pfeilschnellen neuen Spieler überrannte Tas dann doch den gegnerischen Flügel und in der Mitte musste Hartwig nur noch einschieben. Mit der letzten Chance per Freistoß hätte Tasmania mit Emre fast noch den dritten Treffer nachgelegt, doch das Geschoss ging haarscharf vorbei und segelte Richtung VHS-Gebäude, das am hinteren Ende steht. Einige Spielerväter versorgten die wenigen anwesenden Tasmanen mit Anekdoten ihrer Sprösslinge. Warum es aber bei einem solchen Testkick zu Rudelbildung und einigen Aggressionen kam war aber selbst den Hitzköpfen am Rand unverständlich. Selbst der Spielgestalter ließ sich zu einigen riskanten Grätschen hinreißen. Am Schluß war aber alles gegessen und Concordia holte sich gegen Gropiusstadt den Sieg.

      Zum Platz und zum Gastgeber:
      Der Platz, auf dem die Neuköllner Sportfreunde seit rund 50 Jahren spielen, liegt mitnichten in der südlichen Plattenbauplanstadt Gropiusstadt, sondern in Ringnähe in Nord-Neukölln, relativ nah bei Tasmania. Der ältere Platz in der Nähe von Toys'r'us wurde damals überbaut und seitdem kicken sie in der Silbersteinstrasse / Bambachstrasse, wobei letzteres ein Sackgassenstummel der Erstgenannten ist, die in einem Park endet. Man muss schon wissen, dass hier noch hinter der Häuserreihe ein größeres Sportgelände versteckt ist.
      Am Kopfende wurde diesmal Eintritt verlangt, sonst ist hier kaum was los. Kein Wunder, da Gropiusstadt immer schon um 10:00 spielt und die Kicker danach zum Mittagessen wieder bei Muddi sind. Hinter dem Eingang am Kopfende des Platzes ein größeres Vereinheim, links davon die Umkleiden. Ansonstne ein recht großer Rasenplatz mit Schotterlaufbahn, auf der Nordgeraden steht man hinter einem Zaum zum Wohngebiet (einige Anwohner schauten skeptisch auf das Geschehen und auch die Balkonkatzen zeigten wenig Interesse).
      Das Vereinsheim ist speziell; dicke, dunkle Vorhänge vor den ohnehin wenigen Fenstern sorgen für einen stockdunklen Raum, dazu Lampen in Fackelform (!), die eher an NS-Ästhetik erinnerten denn an ein gemütliches Beisammensein. Tatsächlich saßen alle lieber draußen, auch wenn die Dame hinter'm Tresen recht freundlich war. Der Vereinsgartenzwerg auf dem Schanktisch wirkt auf Fotos in der dunkeln Umgebung eher wie ein Charakter aus einem Stephen King - Roman. "Zeug" hatten sie wie beim letzten Mal auch nicht. Zuletzt spielte man vor fast 35 Jahren mal halbwegs höherklassig, der Verein dümpelt seit geraumer Zeit in den Niederungen der Liga. Eine Jugendabteilung ist laut fussball.de nicht erkennbar, auf der Homepage hingegen sind einige Mannschaften im C bis F - Bereich angegeben.

      Apropos Homepage: dort wird auch die Herkunft des Namensteil "Gropiusstadt" erklärt. "Schuld" ist eine Fusion mit einer Mannschaft aus Rudow. Na dann.

      Spiele:
      NSF Gropiusstadt - Tasmania Berlin 1:7
      Concordia Britz - Tasmania Berlin 0:2
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      Neuköllner Bezirkspokal aka "Stadt und Land" - Pokal

      Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Zehn Mannschaften nahmen teil, mindest fünf andere Neuköllner Mannschaften nicht. Von diesen zehn Mannshcaften in drei Gruppen kamen 8 (!) in die nächste Runde. Bereits in der Vorrunde trat Novi Pazar nach dem ersten Spiel nicht mehr an und flog so aus der Wertung. Davon profitierte der Rixdorfer SV, der zuvor 0:8 und 1:13 verloren hatte und dadurch genauso weiterkommt wie die glücklosen Sportfreunde Gropiusstadt mit zwei Niederlagen und 2:10 Toren. Die einzige Mannschaft, die spielte und ausschied war daher nur der NFC Rot-Weiß 1932.
      In der nächsten Runde lauert nun ... der NSF Gropiusstadt. Wer denkt sich so einen Spielplan aus?
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      Etwas durchdachter ist der Nordpokal des Bezirks Reinickendorf. Vier Gruppen, je drei Mannschaften, nur der Erste kommt weiter. Gespielt wird an zwei Standorten, am Elchdamm beim Nordberliner SC (also dermaßen weit vom Schuß, dass selbst Normannia wohl nicht mehr wollte und nicht antrat) und beim SC Borsigwalde. Da mir der Platz noch fehlte, ging es Mittwoch nach der Arbeit direkt in dne Norden, um gleich zwei Spiele sehen zu können.

      Am Zielbahnhof "Borsigwerke" (vgl Spielberichte von DJK Roland Borsigwalde und Polonia Berlin) am hinteren Ende der U6 fiel mir leider auf, dass ich kaum Geld dabei hatte. Woher jetzt Moneten herbekommen? Ein S3 Mini in Kombination mit einem Vertrag mit E-Plüsch ist wie bei einer Mathearbeit neben Verona Feldbusch zu sitzen: keine Hilfe und Zeit für Improvisation. In einer Mall in den alten Borsigwerken fand ich den Automaten, aber später am Stadion musste ich feststellen, dass gegenüber des Nebeneingangs auch eine Filiale ist ...
      Warum erst jetzt Borsigwalde? Die spielen häufig parallel zu Tasmania und auf google maps sieht das wirklich weit aus von den Öffis. In Wahrheit muss man vom besagten U-Bahnhof nur eine etwas klapprige Fußgängerbrücke überqueren und durch das kleinstädtische Borsigwalde. Wo Dönerbuden wirklich noch "Buden" sind und die Herren und Damen ihren Rollator daneben parken und erstmal ein "Jubi" trinken (Pfui Spinne!). Ansonsten aber vernachlässigt-niedlich und irgendwie nett. Der SC Borsigwalde passt hier gut in's Ambiente.

      Ein Kunstrasenplatz, eng umzäunt mit viel Bewuchs, am Nordende hinter dem Tor steht ein überraschend großes Vereinsheim mit unglaublich netter Bewirtschaftung. Ganz großes Plus! Fast schon ein Muss für hiesige Hopper. Von der Terrasse aus kann man gut gucken, aber ich viel ja auch Bilder machen und brauche nach der langen Arbeit erstmal eine Bulette. Eine ganze Schrippe hätte es ja schon sein können, aber ansonsten ist alles gut. Anstecknadeln gibt es nicht, aber ich werde auf einen kleinen Schaukasten aufmerksam gemacht, der in der hintersten Ecke in der Ecke klemmt. Schals, große und kleine Wimpel, Tassen für drei Euro - hier kann man nicht meckern. Es wird ein kleiner Wimpel. Einheimische, Füchse-Fans und peu a peu auch Frohnauer hielten die beiden Herren am Grill auf Trab.

      Die Spiele:

      Reinickendorfer Füchse - RFC Liberta 6:0 (2:0)
      Die Füchse waren klarer Favorit als 6.Ligist gegen die vier Klassen tiefer spielenden Flughafenanrainer, taten sich aber schwer. Liberta spielte frech mit, musste aber einen Elfmeter schlucken. In der Zweiten Hälfte fehlte den "Kleinen" die Kondition und die Füchse legten noch drauf. Häufig aber Einzelaktionen oder schnelle Doppelpässe, ansonsten waren die Füchse noch weit weg von der Form der beeindruckenden Rückrunde.

      SC Borsigwalde - Frohnauer SC 0:9 (0:4)
      Weniger eindeutig war die Ausgangslage im zweiten Spiel, Borsigwalde verpasste als 8.-Ligist knapp den Aufstieg in die Landesliga, Frohnau hat ein Jahr 6. Liga hinter sich, war aber Titelverteidiger. Und der Titel geht auch in diesem Jahr nur über sie. Zwei physisch agierende Mannschaften sollten sich eigentlich einen Schlagabtausch liefern, doch statt sorgten die Gäste mit aggressivem Offensivpressing ab der Strafraumgrenze, Präzision im Passspiel und einer beeindruckenden Chancenverwertung früh für die Entscheidung.
      Bereits in der Zweiten Minute stören sie früh, marschieren zur Grundlinie und passen scharf, wo der Adressat flach einschießt. Beim zweiten Tor wieder Durchmarsch zur Grundlage und diesmal in den Rücken der Abwehr, diesmal mit Abschluss Richtung Winkel. Wieder keine Chance für den Keeper, der auch bei den weiteren Toren chancenlos bleibt. Die Gastgeber schaffen diese Präzision in ihren Angriffen nicht und häufig ist der Ball wieder weg und ein erneuter Gegenangriff nur zwei Minuten nach dem zweiten Tor sorgt nach 17. Minuten für die Entscheidung. Als nach nicht einmal einer halben Stunde der vierte Treffer einschlägt, muss man sich ernsthafte Sorgen machen.
      Doch die Gäste wechseln kräftig durch und der SC suchte weiterhin nach dem Anschlusstreffer. Doch von einem Bruch im spiel war nciths zu sehen. Selbst mit sieben neuen Leuten wurde schnell und präzise gespielt und so schraubte Frohnau weiter das Ergebnis nach oben.
      War Borsigwalde so schlecht, wie es das Ergebnis aussagt? Mitnichten, sie kämpften bis zum Schluß, doch dafür stand Frohnau hinten gut und die letzte Genauigkeit fehlte. Zumal hatten einzelne Kicker noch ein paar Pfunde aus dem Strandkorb mitgebracht. Bei den Gästen klappte einfach fast alles und nur ein einziges Mal müsste man dem Keeper Beihilfe zum Gegentor ankreiden, doch ansonsten muss ich hier nur den Hut ziehen. Saubere Leistung und beeindruckende Frühform.
      Leiden musste nur der Borsigwalde-Ultra neben mir. Ein ehemaliger Herthaner, der einfach keine Lust mehr auf diese Schüssel hatte und spät seinen Kiezklub entdeckte.
      "Ick bedauer' schon irgendwie, dass ick die letzten Jahre bei der Hertha verschwendet habe .. " ;D :nuke:

      Ursprünglich wollte ich da maximal die erste Hälfte sehen, so fuhr ich kurz vor zehn quer durch die Stadt nach hause, um kurz vor elf nur noch das Frühstück vorbereiten zu können und direkt in die Koje zu marschieren. Fußball gucken ist fast so anstrengend wie selbst spielen und bei zwei Spielen in Folge sind das schon Profibedingungen.
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