Spielberichte Berliner Amateurfußball

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    • Da würde ich mir vielleicht mal das eine oder andere Spiel bei interessantem Gegner anschauen, aber ich befürchte, dass bei der drögen Truppe ohnehin alles wegschnarcht. Ist wie Zehlendorf auswärts. Ich frage mich nur, wie sehr das Gelände verändert wird. Der Rasenplatz und der Kunstrasennebenplatz sind mit einem bebaumten Hügel getrennt und ich befürchte, dass die einer Tribüne weichen müssten.
    • 30. Spieltag: Tasmania Berlin - SC Charlottenburg 3:2

      Mühsamer Sieg gegen den SCC - nach dem Topspielen gegen Sparta und Stern eine etwas blutleere Mannschaft - Joker Ali Baker staubt zum goldenen 3:2 kurz vor dem Ende ab

      Mit dem SC Charlottenburg reiste eine Mannschaft mit akuten Abstiegsängsten an, die jeden Punkt benötigen und mit dem ex-Tasmanen Bonasiewicz einen lautstarken Antreiber im Mittelfeld haben. Zunächst sah es nach einem Spaziergang aus, da bereits nach zwei Minuten die Tas-Walze führte. Einmal mehr war Torjäger Romario Hartwig zur Stelle. Der SCC zwar bemüht, aber nach vorne ging nicht viel, doch es gab Schützenhilfe der tasmanischen Verteidigung. Unser Jule Loder hat morgens den Haarfestiger vergessen und der Ball rutschte über den Scheitel in's eigene Eck (10.). Künstlerpech des an sich ja torgefährlichen Verteidigers, der bislang häufiger in das gegnerische Tor traf. Ein Spaziergang war es dann doch, aber leider nicht mit einer sicheren Führung. Nach dem Druck der Spitzenspiele fehlten die letzten Prozente und der SCC verteidigte hinten recht passabel, zumal die Zuspiele selten ankamen, wenn Tas mal schnell spielte und über unsere flinke rechte Seite durchbrach.
      Und Julian Loder zeigte seine Kopfballstärke dann im gegnerischen Strafraum, doch der Gästekeeper fischte das Leder noch aus dem Netz und hielt seine Truppe im Spiel (27.). Auf der anderen Seite hatte der Gast Platz zum Kontern, sorgte aber für wenig Gefahr und der Vertreter des verletzungsbedingt ausgefallenen Stammkeepers Schelenz, Tim Ehrenberg, hatte wenig Probleme, musste nur einmal Kopf und Kragen riskieren und aus dem Tor heraus und säbelt das Leder vor dem gegnerischen Angreifer weg und fast dem Gegner auf den Schlappen, doch auch dies verpuffte glücklicherweise.

      Zur Halbzeit wurde ein Künstler angekündigt: Ein Mann mit beinhartem Anzug und sein Keyboard. Helge Schneider, Mambo Kurt oder Funny van Dannen? Mischt man diese mit 80er-Schoten wie The Smith, dann erhält man Stephen Paul Taylor, vom Stadionsprecher Rainer gleich in "Steffen" und "Stefan" eingeheimatet. Mit ganz viel Drama und Stageacting wurden allen Beteiligten auf und neben dem Rasen gezeigt, dass bei Tasmania noch ganz andere Register gezogen werden können!

      Die Verbindung aus Sport und Feuilleton beeindruckte selbst die Gäste aus dem kulturreichen Charlottenburg, zumal der Vivaldi der Standards, Emre Demir, einen Freistoß aus spitzem Winkel und an ihm selbst verursacht so filigran und messerscharf in das kurze Eck zirkelt, wie besagter Komponist seinerzeit seine "Jahreszeiten" komponierte. Gefühlvoll und mitten in's Herz (51.)!
      Doch Tas ist nicht Tas, wenn man nicht Herzrasen und Nervenflattern bekommt. Der SCC kommt durch den erneuten Schongang vor's Tor und der Ball springt von der Lattenunterkante zurück in's Feld zum nächsten Gästekicker, der aber zumindest noch so gestört wird, dass der Ball aus kürzester Distanz über's Tor geht. Doch auch Tas bekommt zunehmend mehr Raum und hätte entspannt in die Schlussphase gehen können. Bei einem weiten Ball auf Hartwig spitzelt Romario den Ball am herauslaufenden Keeper vorbei, schiesst aber nicht aus rund 25 Metern in der verwaiste Tor, sondern versucht noch den beiden mitgelaufenen Verteidigern zu enteilen, die sich aber erfolgreich in den Weg stellen können. Trotzdem kommt unser Torjäger noch mal an den Ball, scheitert aber an der Latte. Der Querbalken ist dann auch dem Flügelflitzer Nicola Thiele im Weg.

      Und so brachte sich Tas kurz vor dem Ende beinahe um den Lohn. Als letzter Mann verliert unser Kapitän den Ball und der Charlottenburger Hesse ist durch und verwandelt eiskalt. Nun musste dringend ein weiteres Tor her und das fädelte der zweite Torschütze ein: Emre Demir legte auf Rene Robben ab, dessen Schuss der Gästekeeper zwar abwehren konnte, doch der gerade eingewechselte Baker hat mitgedacht und staubt ab. Mit diesem goldenen Tor machte sich unser Youngster zum Matchwinner!

      Mit diesem mühevollen Sieg bleibt Tasmania weiterhin an Sparta dran und behauptet weiterhin den stolzen 13-Punkte-Vorsprung vor den ebenfalls konstanten Steglitzern. Kleine Bemerkung am Rande: holt Stern 1900 am kommenden Spieltag auch nur einen Punkt, wären sie mit dem Punktekonto und Torverhältnis noch vor dem aktuellen 2. Liga - Spitzenreiter Köln, trotz des immensen Rückstands auf das Führungsduo. Das streicht die herausragende Saison von Tas und Sparta hervor. Wer Meister werden will, muss diese Saison 80 Punkte holen - nächsten Sonntag muss also gegen Frohnau daheim nachgelegt werden!

      Spieltag & Tabelle

      Hinter dem Trio mit vielen Toren steht nun wieder der Berliner SC, die es beim 6:0 gegen Rudow ordentlich krachen ließen. Im Keller teilten sich Füchse und Preußen die Punkte - bringt den Füchsen fast nichts mehr und den Preußen zu wenig. Da Al-Dersimspor und allerdings auch punktlos blieben, geht das Schneckenrennen weiter.

      Anekdoten am Rande: ein Nachwuchs-Tasmane, der nun die Kreisliga A aufwirbelt, erzählt von Tas und seiner aktuellen Station, dem krisengeschüttelten SC Lankwitz. Link!
      Und warum steckt sein aktueller Verein in der Krise?
      "Und man muss auch sagen, dass ich eine sehr partywütige Truppe habe, wovon einige beim Baumblütenfest gewesen sind und deshalb nicht zur Verfügung standen. Hätten wir irgendwie neun oder zehn Spieler auf den Platz bekommen, hätten wir dieses Spiel durchaus gewinnen können!"
      Link ;D - Kreisliga - das Bier gewinnt!

      Und wer käme von unten nach?
      Zum einen vermutlich Brandenburg 03 aus Charlottenburg. Dahinter steht dieses Mal Hilalspor auf Platz 2, nachdem Gatow nur ein Remis holte und "Novi Pazar" zuhause verlor. Unten rum wird es für zwei ehemalige Berlin-Ligisten duster: Hermsdorf ist ja vor einiger Zeit schon runtern und donnert im freien Fall auf dne vorletzten Platz, SW Neukölln kommt auch nicht vom Fleck. Vier Punkte beträgt nun schon der Rückstand zum rettenden Ufer, der BSC II ist nicht mehr zu retten. Tabelle

      In der anderen Staffel rast "Berlin United" nach oben und lockt facebook-Freunde mit Verlosungen an, z.B. einem Trikot von Trainer Thomas Hässler. Dahinter festigt Biesdorf seinen Platz, da die dahinter stehenden Mannschaften nicht konstant genug spielen. Der Dritte Teutonia Spandau unterlag an diesem Spieltag Rudow II.
      Im Keller dürften die Vorentscheidungen ebenfalls gefallen sein. Hohen Neuendorf dürfte nächste saison dann eine Etage tiefer in der der Bezirksliga kicken (ist ohnehin schon vor den Toren der Stadt und gehört eigentlich nach Brandenburg) und auch Friedenau muss wieder runter. Hier ist ein ähnlicher Sturz wie bei Hermsdorf zu beobachten. Weißensee dürfte gerettet sein und selbst Srbija sollte sich halten können. Durch den Rückzug von Türkspor FK aus Mangel an Spielern gibts eh nur noch 28 statt 30 Spiele.


      Stichwort Rückzug: die einen ziehen den schwanz ein, andere ziehen es durch: Steglitz Genclerbirligi II entschied sich bislang für Zweiteres und spielt selbst bei aussichtslosen Spielen durch. Zuletzt beim 0:20 zuhause gegen Rahnsdorf ..

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    • Kreisliga B- Hopping unter der Woche - I :herzregen: Nachholspiele!

      Dienstag:

      SC Siemensstadt - Einheit zu Pankow II 0:2

      Südlich von Tegel und nördlich von Charlottenburg-Nord liegt mit Siemensstadt der Ostausläufer Spandaus. Die Firma Siemens kommt nämlich mitnichten aus den Südstaaten, sondern baute sich dereinst vor den Toren der Stadt Berlin ein eigenes Quartier und sogar die vor rund 40 Jahren dicht gemachte Siemensbahn. Deren verfallene Bahnhöfe kann man noch bewundern und einer davon liegt auf dem Weg zum Sportgelände dieses Stadtteils, der nun auch schon 99 Jahre zu Berlin gehört.
      Klug war es vielleicht nicht, unter der Woche quer durch die Stadt zu gurken, aber der Verein spielt Sonntag um 11:00 nachts und daher war ich recht erfreut, diesen 19:30 - Termin wahrnehmen zu können und auch diesen Platz abzuhaken.
      Ein Hauch abgeblätterter Charme des alten West-Berlins liegt in der Luft, wenn man auf das durchaus imposante Gelände zuläuft. So gehört zu dem Komplex "Sportcentrum Siemensstadt" (mit "c"!) auch ein Schwimmbad. Nicht ganz neu aber auch kein Altbau-Charme und mir kommen gerade Leute entgegen, die sich furchtbar über den Zustand aufregen. Immerhin gehört der Verein zu den größten Sportvereinen Berlins von Badminton bis Yoga und auch die Fußballabteilung spielte dereinst mal drittklassig und brachte die Leverkusener Legende Carsten Ramelow hervor.
      Lange her. In der Fußball-Butze kredenzt mir ein Urgestein Radler - natürlich das von Kindl, das in der Radlerversion nicht ganz so furchtbar nach Spülwasser schmeckt - aber mir bezüglich einer Nadel eine Absage erteilt. Ham wa nicht mehr. Auf dem Rasenplatz trainieren sechs (!) Rugbyspieler, die aber wohl immer noch Vorrang den Fußballern haben, die meistens nur noch auf Kunstrasen spielen. Die sind mittlerweile fast ganz unten. Kreisliga B, Staffel 6, im Kellerduell mit den Gästen. Nur Cimbria Trabzonspor (8 Punkte, deren Zweite spielt um den Aufstieg in einer anderen Kreisligastaffel ..) und Bau Union stehen noch darunter.
      Das Spielniveau war desaströs, halbhohe Bälle, die mit Holzhackerakrobat weitergeleitet wurden, statt das Leder mal anzunehmen und flach zu passen. Ein gezieltes Zusammenspiel war so kaum zu erkennen und wenn eine dieser ´Zuspiele halbwegs elegant aussah und auch noch beim Mitspieler ankam, gab's von den eigenen Mitspielern auch mal Szenenapplaus. Ein Indiz dafür, dass beides selten war.
      Die Gäste waren dabei noch die bessere Mannschaft und machten das Spiel, hätten zur Halbzeit locker mit drei oder vier Toren führen müssen. Schönste Szene: Spieler tankt sich durch, steht allein vor'm Torwart, spielt diesen aus, der zu schnell runter geht udn wie ein Maikäfer zum Ball robben will. In der Zeit kamen dann auch mal zwei Verteidiger hingewatschelt, von denen einer halbherzig zum Angreifer geht und ausgespielt wird, der andere sich auf die Torlinie stellt. Der Keeper lag irgendwie immer noch unten. Der Pankower könnte sich also die Ecke aussuchen, murmelt aber mit einem Schüsschen nun ausgerechnet den letzten Verteidiger an, der so zum kurzzeitigen Helden der Heimmannschaft wird. Der Angreifer stand ziemlich bedröppelt da und dürfte sich viel Spott seiner Kollegen gefallen lassen müssen.
      Kurz darauf spazierte dann der nächste über links zum Tor, zog kurz zur Mitte und netzte gegen die Laufrichtung des Keepers ein. Dazu kamen noch einige weitere Chancen, während Siemensstadt wohl vor meiner ankunft immerhin mal den Pfosten traf, aber danach eigentlich kaum eine richtige Chance kreierte.

      Zweite Halbzeit. Ich saß auf einer der Sitzbänke, in deren Nähe sich die Gäste ausgebreitet hatten. Eine richtige Gästebank gab es wohl nicht. Irgendwann setzten sich zwei ausgewechselte Pankower zu mir, die mit ihrer LEistung haderten. Es sei das schlechteste Spiel der Saison, zumindest in der sie das spiel machen. Tatsächlich kommt Siemensstadt kaum noch über die Mittellinie. Dafür ist Pankow vorne allerdings harmlos und irgendeiner verschludert immer den Ball.
      Rund eine Viertelstunde vor dem Ende beginnen allerdings die Gastgeber, tatsächlich mal Druck aufzubauen. Wirklich viel herum kam dabei nicht, aber Offensivbemühungen! Besser spät als nie. Und auch nur zehn Minuten, dann ebbte das Ganze ab. Dafür legte Pankow nach. Und wie!

      Ich präsentiere: :hightower: *das Kacktor des Monats*!
      Einwurf neben der Eckfahne, der Ball dotzt einmal auf und eiert Richtung langes Eck, wo der Ball mit Keeper und Verteidiger plötzlich im Netz liegt. Die Heimbank reklamiert, dass doch keiner mehr am Ball war und die Pankower sind merkwürdig still - die wissen nämlich, dass es wohl tatsächlich irregulär war. Allerdings der verdiente Siegtreffer und so ein Dusseltor muss man eben auch erst mal kassieren. :D
      Spieltag & Tabelle


      Mittwoch: Grün-Weiß Baumschulenweg - Pfeffersport 3:3

      An sich sollte der Mittwoch fußballfrei sein, doch die Aktivitäten nebenan sahen nicht nach Training aus. Nach Einkauf etc stattete ich also erstmals hier der Truppe einen Besuch ab, wenigstens zur Zweiten Hälfte. Baumschulenweg mit schlimmen grün-weiß quergestreiften Trikots, die Gäste in Rot. Der ungewöhnliche Name stammt von dem ehemaligen Brauereigelände Pfefferberg im Prenzlauer Berg, zu dem ein gemeinnütziges Projekt gehört, die sich vor allem Jugendarbeit und Inklusion auf die Fahnen schreiben. Die Herren spielen allerdings derzeit in Weißensee. Der Prenzlberg ist ein teures Pflaster geworden und mit dem Bassy's auch bereits ein wundervoller Vinylclub von da verdrängt worden.
      Und das Spiel hatte es in sich - kein vergleich zu dem Gegurke in Siemensstadt. Ballstafetten, Kurzpassspiel, Geschwindigkeit und vor allem feine, technische Einzelleistungen. Die Gäste könnten noch aufsteigen und führten schon früh 3:0, mussten aber kurz vor der Pause das 1:3 schlucken - der Torwart stand wohl bei einem Freistoß hinter der Mauer ...

      Das hatte mir nämlich einer der Zuschauer verraten: mir kam die Truppe irgendwie bekannt vor und irgendwann klingelte es. Der Trainer von RW Hellersdorf samt Gattin, Kind und zweier Kumpels. Hellersdorf, Pfeffersport und Gropiusstadt balgen sich um zwei Aufstiegsplätze zur Kreisliga A. Baumschulenweg war zur Halbserie sogar mal Tabellenführer, verlor aber den Anschluss. Und ein Spitzenspiel war es allemal. Zumal Gropiusstadt auch zugegen war und ebenfalls hoffte, dass den Gästen ein Ausrutscher passiert.
      Und es ging nicht nur spielerisch rund, denn plötzlich brach ein Angriff von Baume durch und es stand nur noch 2:3. Pfeffersport antwortete und erspielte sich Chancen, die aber im entscheidenden Moment recht kläglich vergeben wurden. Den Hellersdorfern Spionen wurde es Angst und Bange, dem kleinen Anhang von Baumschulenweg sowieso und auch die Delegation aus Gropiusstadt wirkte wenig zuversichtlich.
      Zumindest sah jeder, warum Pfeffersport derzeit alles wegkloppt. Auch die guten Gastgeber liefen häufiger hinterher, auch wenn einige Tacklings richtig gut waren. Pfeffersport gehört eigentlich schon in die höhere Liga, verbockten es dann aber selbst. Denn kurz vor dem Ende gelangen den Gastgebern tatsächlich der Ausgleich. Der Jubel kannte keine Grenzen - vor allem beim Hellersdorfer Trupp.
      Recht kurios war, dass immer, wenn Baumschulenweg mal kontert und der Ball im gegnerischen Strafraum ankommt, von der Trainerbank aus "Keltik! Keltik!!" gerufen wird. Zusammen mit diesen Ringeltrikots muss man da das Schlimmste befürchten ..? Ich beruhige mich und denke, dass der Trainer bestimmt Fan der Schweizer Metal-Legende ist.

      Spieltag & Tabelle


      Kuriositäten:
      In der Gruppe von Siemensstadt führt derzeit die Zweite Mannschaft vom BSC Eintracht Südring. Deren Erste steht in der Kreisliga A vor dem Abstieg. Tauschen beide Mannschaften die Liga, ist die II kommende Saison die I und umgekehrt. Verrückt.

      Apropos Siemensstadt: hab auf der Homepage den "online shop" entdeckt und gehofft, da vielleicht eine Nadel zu finden. Nein. Dafür Schwimmkurse.
    • 31. Spieltag: Spitzenreiter!

      SV Tasmania - Frohnauer SC 2:1 (2:1)

      Der Aufsteiger aus dem hohen Norden Berlins war der erwartet unangenehme Gegner und spielte zu Beginn tatsächlich frech auf und machte zunächst das Spiel. Zumindest mauerte dieser Gegner nicht nur. Aber die Spieler der Gäste sind alle recht kantig und das Schiedsrichtergespann hatte keine Linie. Sollte es wieder eine zähe Partie werden wie zuletzt bei den sogenannten "Kleinen"? Ja und nein.
      Denn wenn Tas mal nach vorn kam, wurde wirklich gut kombiniert und selbst anwesende Hopper mussten dem Niveau Respekt zollen. So fiel nach 24 Minuten die Führung für Tas. Der Ball wird über links an mehreren Spielern vorbei zum Strafraum und dann zur Mitte getrieben und dann nach rechts abgelegt. Der Schuss wird noch vom Keeper abgewehrt, doch Hartwig steht wieder da, wo ein Stürmer stehen muss und trifft aus der Drehung zur Führung. Tas spielte schön weiter, fing sich aber dann einen unfassbaren Ausgleich:
      Außenverteidiger Kirli hat den Konterstürmer im Blick und geht vorsorglich noch etwas nach vorne. Somit stand der Frohnauer nun deutlich im Abseits. Blöderweise war der Linienrichter nicht aufmerksam und auch nicht auf Linie und rannte nur hinterher. Unser Ersatzkeeper war machtlos und selbst der sonst so ruhige Tas-Trainer Tim Jauer explodierte. Muss man auch erstmal schaffen.
      Doch es wurde erneut zurückgeschlagen. Wieder über links, die Hereingabe verpasst den Adressaten in der Mitte, doch auf rechts ist Flügelflitzer Thiele mitgelaufen und erzielt die erneute Führung.

      Halbzeit. Endlich mit Spiel auf unsere Schokoladenseite, also zumindest da, wo der Block steht. Doch Tas versagten beim Kontern die Nerven. Mehrmals frei vor dem Tor vereitelte der Gästekeeper die Entscheidung und in der Schlußphase drückte Frohnau noch einmal. Doch auch die Nordreinickendorfer / fast-Brandenburger trafen die Kiste nicht mehr. Sehr ärgerlich war nur, dass die Schränke aus Frohnau im Zweikampf lieber zu Boden sanken, statt zu spielen und der Referee meistens für die Gäste pfiff. somit blieb es mal wieder bis zuletzt spannend und erst spät erlöste der Unparteiische alle Anwesenden mit dem Schlusspfiff.

      Somit sichert sich Tas drei Punkte - und übernimmt die Führung. Beim später angepfiffenen Spiel Al-Dersim va Sparta führten die Gastgeber zur Halbzeit sensationell 3:0 und gewannen am Ende 4:1. Mit 74 Punkten aus 31 Spielen übernimmt Tasmania endlich wieder die Tabellenspitze.
      Unten herum ist auch noch was los und Totgesagte leben bekanntlich länger - die Füchse siegen nach einem 3:0 gegen Charlottenburg diesmal 1:0 bei Makkabi und können sich plötzlich wieder realistische Klassenerhaltshoffnungen machen. Auch der BFC Preussen siegt mal wieder und ist wieder auf einem Nichtabstiegsplatz. Berolina Stralau müsste Stand jetzt in den sauren Apfel beißen. Doch richtig Sorgen muss sich Makkabi - nach unzähligen Abgängen im Winter sind die Jungs in der Rückrundentabelle mit einem einzigen Sieg in 14 Spielen Letzter und geraten im tiefer unten rein.

      Spieltag & Tabelle
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      Landesligen
      Staffel 1
      Brandenburg 03 marschiert und schlägt den Berlin-Liga-Absteiger Schöneberg 6:0. Gatow verliert durch ein Remis etwas den Anschluss und Novi Pazar unterliegt gar. Somit steht Hilalspor auf dem Relegationsplatz. SW Neukölln bricht derzeit mehr udn mehr zusammen - 0:5 beim Aufsteiger SF Charlottenburg-Wilmersdorf. Dabei ist die Konkurrenz schwach, zumindest Hermsdorf punktet mal wieder.

      Staffel 2
      Biesdorf sichert sich den Relegationsplatz im Spitzenspiel mit dem Projekt. Lichtenrade lässt es mit einem 8:0 gegen Rudow II ordentlich krachen und im Keller geht die Post ab. Schlußlicht Hohen Neuendorf holt einen Sieg in Wittenau und der Vorletzte Friedenau schlägt im Abstiegskrimi Srbija mit 4:3 nach einem 0:2-Rückstand und zieht die "Serben" mit zwei Punkten an die Abstiegsplätze heran. Nur unser Alt-Tasmane Rogoli spielte, unsere anderen Exen (Marjanovic, Samardzic, Asma) standen nicht im Kader.
      Irre die Aufholjagd beim Nordberliner SC: nach einem 1:3 Rückstand siegten die Burschen aus Heiligensee noch 7:3, profitierten aber auch von zwei Platzverweisen.
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      Bezirksligen

      Staffel 1 - Welcome back Köpenicker SC & SSC Südwest! Dafür etwas Luft für Fortuna Pankow beim 8:0 gegen das Schlußlicht. Amed muss doch noch zittern.

      Staffel 2 - jetzt schlägt's 13 und das doppelt: erst Liria vs Afrisko 13:1 und dann SW Spandau vs Normannia 13:0. Und Liria steht einen Platz unter Normannia .. Wo die Erste von Nortmannia immer noch die bessere der Herrenergebnisse lieferte. Die II unterlag mit 0:14 ...
    • Ich liebe Amateurfußballticker. Zum Kellerduell der Bezirksliga, Afrisko gegen Nordost (aka Letzter vs Vorletzter) schreibt der Fupa-Ticker:

      ... Afrisko startet nur mit 10 Mann und ohne etatmäßigen Torwart ...

      Gleich ist Halbzeit und es steht noch 0:0 ... :ohmei:
    • Captain BlackAdder schrieb:

      Gute Frage, nächste Frage .. um nicht nach Jüterbog, in die Oberlausitz und nach Schwedt zu müssen? So ganz erschließt sich mir das auch nicht.
      Habe gerade meinen Kumpel gefragt, der ja als Spieler im Amateurebereich unterwegs ist.
      Du hast recht, es hat was mit den Fahrten zu tun. Ihnen wurde angeboten, ob Berlin oder Brandenburg. Birkenwerder zb hat sich für Oberhavel entschieden.
    • Den umgekehrten Weg ist Müggelpark Gosen gegangen, die spielen wieder in Brandenburg. Schwierig ist es bei grenzübergreifenden Kombinationen wie Mahlsdorf-Waldesruh oder Schmöckwitz-Eichwalde, wo der jeweils zweite Ort im Namen jeweils in Brandenburg liegt - genauso wie der Sportplatz.
      Übrigens: Afrisko holt trotz Nottruppe einen Punkt gegen Nordost.

      Berlin-Liga
      Ich konnte heute nicht, auch ohne mich siegte Tasmania bei Türkspor (Ex-Hellas Nordwest) klar mit 3:0. Die hatten sich in der Rückrunde langsam in den Top 5 etabliert. Doch auch Sparta siegte noch nach 0:2 Rückstand mit 7:3.
      Makkabi siegt im Kellerduell bei den Preussen mit 2:1 und kann zumindest etwas durchatmen. Und eine kleine Sensation ist greifbar: die Füchse haben es wieder in der eigenen Hand. Nach stolzen 8 Punkten zur Hinrunde (in 17 Spielen!) klettern sie erstmals seit langem und pünktlich im Endspurt aus der Abstiegszone. Mit freundlicher Unterstützung der Konkurrenz, da Charlottenburg und wohl leider auch Berolina Stralau etwas die Puste ausgeht.
      Video

      Drunter geht's drüber ... die Landesliga
      In Staffel 1 unterliegt Spitzenreiter Brandenburg 03 in Gatow und bringt die Randberliner zurück in das Aufstiegsrennen. Hilalspor und Novi Pazar haben aber im Rennen um Platz 2 die besseren Karten. Falls ein Oberligist aus Berlin in die Berlin-Liga absteigt (Staaken ist gefährdet), gäbe es ein Relegationsspiel.
      Im Abstiegskampf meldet sich DJK Schwarz-Weiß Neukölln zurück, hier sieht es nach einem Fernduell mit dem anderen Absteiger Schöneberg aus, wer den Durchmarsch in die Bezirksliga hinlegt.

      In der Parallelstaffel ist Biesdorf der andere Relegationsteilnehmer mit 13 Punkten Vorsprung auf Platz 3 durch. Darüber gibt sich Berlin United keine Blöße und zertrümmert Srbija mit 10:0. Hohen Neuendorf schlägt derweil Teutonia Spandau und ist wieder im Geschäft. Stern Britz musste diese Woche sein Spiel aussetzen (Türkspor FK zog sich ja zurück) und kann erst nächste Woche wieder eingreifen. Schlechter als die Tabellensituation es aussagt ist die Lage bei den kleinen Beffis: die schlechteste Defensive der Liga (97 Gegentore) und ein Spiel mehr - somit bleibt ihnen nächste Woche nur das Zuschauen und der letzte Spieltag, um nicht in die Bezirksliga zu müssen.


      In der Bezirksliga wird man froh sein, dass Altglienicke II aufsteigt. 160 Tore in 28 spielen ist shcon herb, beim jüngsten 9:0 Auswärtssieg bei Berolina Mitte teilten sich zwei Schützen die Treffer. Sicher im oberen Mittelfeld steht Rotation Prenzlauer Berg, nachdem letztes Jahr noch gebangt werden musste. Bei Hertha BSC III gab's ein klares 6:0. Und noch einmal Afrisko und der FC Nordost ... nun ja, die Tabelle ist gnadenlos ehrlich.
      Wieder in der Landesliga spielt der BFC Meteor, ähnlich meteoritenhaft hingegen die in der gleichen Staffel kickenden Hürtürkel. Bei Inter II setzte es ein 0:12. Wenn es in den letzten beiden Spielen weniger als vier Gegentore gibt, bliebe man zumindest im zweistelligen Gegentorbereich. Sieht aber nicht danach aus.

      WTF I: Traber Mariendorf II vs CFC Hertha 06 II 21:1

      WTF II: Besiktas Berlin II - Steglitz Gencler Birligi 27:2 (!!) - und da wurden wohl nicht mal die 90 Minuten zu Ende gespielt ..
    • :deutas: Berliner Meister 2019 Tasmania Berlin :deutas:

      Tasmania vs Eintracht Mahlsdorf 3:1 (1:0)

      "Aus! Aus! Das Spiel ist aus! Tasmania ist Berliner Meister!" - so ähnlich würde wohl Herbert Zimmermanns legendäre Reportage des Endspiels der WM 1954 wohl klingen, wenn er diesen Saisonendspurt kommentiert hätte. Und er hätte auch dies erst einen Tag nach dem Spiel gegen renitente Mahlsdorfer ausrufen können, da Tas vorlegte und Sparta einen Tag später erneut in Kreuzberg scheiterte und somit einen Spieltag vor dem Saisonende unaufholbare 5 Punkte Rückstand hat. Doch die Gäste vom Ostrand der Stadt machte es uns lange schwer und mit einem Kraftakt schlug Tasmania auch diesen Gegner vor großer Kulisse. Bereits um 12:00 trat eine TeBe-Allstars gegen eine Fanmannschaft der Violetten an und sorgte schon vor Spielbeginn für volle Traversen. Zudem pilgerten auch einige Bayernfans vor dem Pokalfinale gegen die Betriebssportmannschaft eines österreichischen Brauseherstellers in das Werner-Seelenbinder-Stadion.

      Für die Gäste ging es um nichts mehr, hatten allerdings auch nichts zu verlieren und spielten frech auf. Die erste Chance hatten folgerichtig die Gäste, doch Tas mühte sich um Spielkontrolle und kreierte eine erste superbe Chance, die erst in letzter Sekunde abgeblockt wurde. Zu Beginn kam aber häufig der letzte Pass nicht an, da Mahlsdorf hinten sicher stand und auf Konter setzte. Bei einem dieser Gegenstöße unterlief den Gästen ein Handspiel und auch sonst schlugen die Gäste gottlob kein Kapital aus ihren Offensivaktionen.
      Tas hingegen abgezockt: die Gäste verschulden einen Elfmeter, den Emre Demir ganz sicher verwandelt (35.) und dabei den Keeper verlädt. Nach der Führung drückte Tas, im Gegenzug kam Mahlsdorf erneut zu einer Chance. Umgekehrt sorgte ein Freistoß an der Torauslinie für Gefahr im gegnerischen Strafraum, hier vereitelte der Keeper einen höheren Rückstand, zumal der nachsetzende Loder wegen Foul am Torwart zurückgepfiffen wurde.

      Zu Beginn der Zweiten Hälfte begann Tas zunächst etwas schläfrig und ließ mal die Gäste kommen, erspielte sich aber dann plötzlich eine Großchance, die leichtfertig vergeben wurde und wurde wieder präsenter. Nach Einwurf verpassen alle und Lukas kommt herangerauscht, doch verpasst ebenfalls. Auch nach einem schönen Ball auf Thiele, der den Ball seinerseits fein in den Strafraum bringt vollendet keiner.
      In dieser Phase übernimmt Okan "El Buffalo" Kirli, erbeutet den Ball und tankt sich durch. Robben bekommt den Ball und aus spitzem Winkel überwindet er den Keeper flach in's lange Eck (56.). Nun mit deutlich Oberwasser stört Tas weiter und hat Pech, als erneut Robben nachsetzt und den Torwart stört, der die Flankenkerze fangen wollte, doch nach dem Zusammenprall springt das Leder auf den Buckel unseres kräftigen Stürmers und von da in das Toraus. Glück für die Gäste. Mit der vermeintlich sicheren Führung ließ Tasmania die Zügel etwas schleifen und die Gäste wurden wieder frecher. Unser Rückhalt Robert Schelenz muss sich strecken und auch sein Gegenüber hält seine Farben im Spiel.
      Teilweise gelingt nur wenig Entlastung, Kirli tankt sich wieder durch, findet aber keine mitgelaufene Anspielstation und der Ball segelt flugs wieder Richtung tasmanischen Strafraum, wo die Gäste plötzlich den Anschlußtreffer machen. Nun ist Tasmania auch wieder präsent und Robbens Hereingabe wird vom gegnerischen Keeper weggefischt. Die konditionsstarken Mahlsdorfer drücken aber nun weiter auf den Ausgleich, Innenverteidiger Lukas Bähr kann als letzter Mann gerade noch dem Gegner den Ball vom Fuß nehmen. Trainer Tim Jauer bringt für Romario Daniel Ujazdowski, der man die fehlende Spielpraxis aber kaum anmerkt und schön den Ball behauptet. Nach einem großartigen Solo wäre unser Rückkehrer fast zum Vorbereiter geworden, doch Fabio steht knapp Abseits. Auch unser anderer Außenverteidiger Aramis Babaeev spielte immer wieder seine Schnelligkeit aus und preschte ein um's andere Mal nach vorne. Gerade diese Jungs haben hier eine großartige Entwicklung geschafft!
      Gegen Ende ging es noch mal rund: zunächst wird unser Torwart hart angegangen, doch zur Überraschung aller Tas-geneigten ist kein Pfiff ertönt, doch die Mahlsdorfer stolpern den Ball am Tor vorbei. Für einen Moment sah es so aus, dass einmal mehr der Tasmania-Fluch zuschlug (wie dereinst beim Spiel gegen Dynamo II, als deren Keeper sich das Leder selbst in's Tor boxte und sehr erleichtert war, als der Schiedsrichter ein Foul gesehen haben wollte ..) - doch heuer ist alles anders!
      Denn ein wunderbarer Freistoß für Tasmania bringt die Entscheidung: butterweich in den Strafraum und Julian Loder ist zur Stelle, steigt hoch und nickt überlegt gegen die Laufrichtung des Keepers ein (87.) - lassen wir noch einmal Herbert Zimmermann sprechen: "Loder, du bist ein Teufelskerl! Loder, du bist ein Fußballgott!". Wie oft sorgte er als letzter Verteidiger mit Hackentricks beim anstürmenden Gegenspieler für Herzrasen im Block, wie oft aber trifft dieser Kerl, wenn anscheinend nichts mehr gehen will?
      Nach Spielschluss wurde die Mannschaft gebührend gefeiert und durfte entspannt nach Kreuzberg schauen, wo einen Tag später Sparta nachziehen musste ..

      Tasmanische Weisheit der Woche:
      Nach dem Spiel ist vor dem Konzert: der tasmanische Teufel HCL betrat mit seinen Jungs ÜNICØRN SQRL FEEDR (ex-667) die Bühne bzw den Ausläufer der Nordtribüne und ließ es ordentlich krachen. Dazu unprätentiöses Stageacting wie Motörhead, nur ohne Lemmys Hut und Warze. Die passende Tasmania-Hymne steht allerdings noch aus, als Gegenstück zu den West Ham - Krachern von The Business.
      Apropos Musik: ebenfalls im tasmanischen Umfeld bewegt sich die Star Club Revival Band und die suchen auch noch einen Gitarristen. Entstaubt eure Klampfen, meldet euch und der Auftritt bei Tas ist euch sicher!
    • Und Sonntags?

      Was macht denn Sonntags, wenn Tas schon Samstag spielte? Den Konkurrenten zusehen, ob sie herankommen oder nicht? Alle anderen Tasmanen waren bei Türkiyem, aber der Groundhopper in mir dürstete nach dem Unbekannten. So war ursprünglich das "Projekt Berlin United" angedacht, aber zwei Dinge kamen mir in die Quere: mein chronisch schlechtes Zeitmanagement und die Staatsbürgerpflicht des Wählens.
      Zurück am S-Bahnhof fuhr die nächste Bimmelbahn erst in neun Minuten und mit Fahrtweg und dem Fußweg wäre ich wohl gegen Ende der ersten Halbzeit vor Ort. Also nö - spielt was halbwegs interessantes halbwegs in der Nähe? Tatsächlich spielt der wasserreiche "Vorort" Grünau in der Nähe und hat ein Heimspiel. Vor doch schon drei Jahren sah ich da ein Testspiel. Diesmal also richtig, zumal es ein kleines Derby gab. Mit der S-Bahn gen Südosten, an Schöneweide und Adlershof vorbei mit der Schönefeld-Bahn ist man von mir aus fix da.

      Grünauer BC 1917 vs Altglienicke II

      Zum Gegner nur wenige Worte: der Toptorjäger Kroll spielte bereits Regionalliga (4. Liga) und war auch schon Mal mit 34 Treffern Torschütze der Berlin-Liga (6. Liga). Und dies ist die achtklassige Bezirksliga. Nach diesem Spiel stehen nun stolze 75 Saisontore (!) auf der Habenseite - und es sind lediglich 29 Saisonspiele gespielt. Tatsächlich spielen hier mehrere, die locker Berlin-Liga wuppen könnten, zumal der besagte Torjäger und ein weiterer Kicker dereinst in Grünau spielten.
      Die Gastgeber hielten immerhin eine Halbzeit mit und versuchten, nach vorne zu kommen, doch waren da zu unpräzise. Im Grunde ein Pokalspiel gegen eine höherklassige Mannschaft. Die Gäste kombinierten schnell und waren gefährlicher. Zumindest holte sich Kroll früh die Gelbe Karte wegen Meckerns ab - angesichts der cholerischen Tirade gegenüber dem recht kurzbeinigen, älteren Referee grenzwertig. Aber der ließ sich von ihm genauso wenig beeindrucken wie von der aggressiven Altglienicker Trainerbank, die sich bei den Abseitsentscheidungen benachteiligt sahen. Die Burschen vorne sind aber auch wieselflink und ohne Linienrichter ist das extrem knifflig.
      Erst ein Elfmtergeschenk brachte der ersehnten Führungstreffer. Kroll scheitert erst frei vor dem Keeper, der Ball prallt Richtung Seitenaus, aber von der Seite rauscht schon ein weiterer Angreifer heran. Der Keeper will den Ball sichern und der Stürmer sucht nur den Körperkontakt und hebt ab. Vom wütenden Gegenspieler gemaßregelt lässt der Übeltäter nur die Schulter hängen und schaltet auf Durchzug. Kroll tritt an und trifft. Nun lief es, zumal kurz darauf erneut die Pfeife ertönt - diesmal ein Handspiel im Strafraum. Fassungslosigkeit, aber keine Proteste der Grünauer. 0:2 durch zwei Elfer. Nun war der Widerstand teilweise gebrochen udn einzelne Spieler versuchten zu fummeln und verloren flugs die Bälle. Das dritte und vierte Tor kam dann aus dem Spiel heraus.
      Mit 0:4 ging das derby noch recht glimpflich aus, Bero Mitte unterlag das Wochenende gar mit 0:9 und bei 164 Treffern in 29 Spielen ist der Truppe kaum beizukommen. Den höchsten Tagessieg der Liga feiert daher diesmal Schmöckwitz-Eichwalde, noch südlich von Grünau gelegen mit einem 12:2 gegen die armen Afrisko-Kicker.
      Tabelle

      So viel zum Spiel - die Anlage ist wirklich große Klasse!
      Der Buntzelberg bietet eine kleine Tribüne auf einem Hügel mit wirklich guter Aussicht, zudem waren über Hundert Zuschauer zugegen. Zwar muss man als Gast sportliche 4 Euro Eintritt zahlen, erhält dafür aber ein kultiges Stadionheft. "Nadeln? Muss ich mal gucken .." - Ja, es gibt welche für einen einzigen Euro extra. Hellhörig geworden fragt der Kassenwart, ob ich zufällig Karten sammle. Somit gibt's statt der Kinokarte eine "richtige" Eintrittskarte. So viel Entgegenkommen überfordert mich fast.
      Zumal es drinnen neben Wurst und Steak auch Burger zum Selbstbelegen gibt. Das Publikum ist nett, nur die Gästezuschauer fallen teilweise aus dem Rahmen. Die Großkupferten eben.
      Die Rückseite des Stadionheftes zeigt ein Foto des Sportplatzes: "This is Anfield? - Dit is der Bunne!" ;D


      Hürtürkel - 0:1 nach 5 Minuten, 0:2 nach 10 Minuten. Platzverweis, Spielabbruch ...
    • Captain BlackAdder schrieb:

      "This is Anfield? - Dit is der Bunne!"
      :D
      Du wirst koana vo UNS
      In a world of compromise....Some don’t.

      Hängt die Nazis solange es noch Grüne gibt!

      ACHTUNG :
      Sollte jemand mit Inhalt oder Art eines Posts von mir ein Problem haben oder meinen ungerechtfertigt angegangen worden zu sein, würde ich mich freuen wenn wir das per PN klären könnten. :bierkruege:
    • Ich lad spätestens morgen noch ein Foto hoch, könnte mich da auch immer noch darüber beömmeln. :D

      Zwei Paukenschläge ereilte Tas & und das tasmanische Umfeld heute:
      1) Altlüdersdorf zieht sich aus der Oberliga zurück! Das bedeutet eine nervige Auswärtsfahrt an einen dubiosen Stadtteil von Gransee und dafür eine höhere Wahrscheinlichkeit, zu Brandenburg Süd oder nach Wismar zu fahren. Ostsee im Sommer ist immer klasse und Brandenburg ist in der Tat ein Kleinod.
      2) Ein neuer Sportdirektor kommt - :was:

      Nach dem Spiel in Grünau ging es noch mal in die Grenzregion Friedrichshain / Prenzlauer Berg. Radsportfreunde kennen womöglich das Velodrom, das Teil eines komplexes mit Schwimmbad ist und direkt mit Fensterfront zu den Schienen zeigt. Das Dach hingegen ist nicht nur begrünt, sondern begehbar und Teil des Weges zu einem weiteren Sportgelände. Der TSC Berlin ist im Osten eine große Nummer und eine Kaderschmiede der Weinroten. Und "weinrot" ist dies auch geblieben. Leider hat sich die Mannshcaft des SV Berliner Brauereien ja vor einiger Zeit schon dem TSC angeschlossen, dafür gibt es jetzt dort Versorgung. Immerhin!
      Wurst geht trotz Burger in Grünau immer und mit Wink auf den Besteckkasten meint der freundliche Verkäufer grinsend, "Hammer und Sichel sind da drüben!". Der Mann am Grill ist sehr begeistert und führt die Symbolsprache weiter, Stichwort "Hammer und Zirkel". Sehr ostig, aber immerhin noch gediegen.
      Im letzten Heimspiel reist Einheit zu Pankow an, also ein kleines Derby. Es geht um nichts mehr, doch die Gastgeber sind klar überlegen und werden zudem von sangesfreudigen Ersatzspielern und Angehörigen unterstützt. Mit einem 7:2 ist es dann auch eine klare Sache, nach ich zur Zweiten Halbzeit ankomme und es da bereits 3:1 steht.
      Ein passables Spielniveau und als Highlight ein Gästespieler, der optisch und emotional an einen jungen Alfred Tetzlaff erinnert und den Schiedsrichter vollkoffert. Dabei war es doch gar kein Abseits ...
      .. Ausgangspunkt: Freistoß für die Gäste. Der Schütze wird mit anzüglichen Gesängen gefeiert und befeuert die Sache noch. Der Ball geht über die Mauer und kann vom Keeper gerade noch abgewehrt werden. Im Pulk segelt das Leder zunächst wieder an den kurzen Pfosten, wo der TSCer mitdenkt und auf den langen Pfosten zurück legt, wo sich zwei Angreifer fast im Weg stehen, aber gemeinsam den Ball über die Linie bugsieren. Jung Tetzlaff hätte mal eher seine Mitspieler in der Verteidigung in die Pflicht rufen sollen ..

      Einziges Manko: eine Nadel gibt es nicht. Aber vom Vorgängerverein. Huch? Zu "Brauereien"-Zeiten war ich auch da und da gab's nix. Verrückt. Aber der entsprechende Ansprechpartner ist dann leider verschwunden und es bleibt bei der ebay-Nadel und dem ebay-Wimpel, den ich bisher erstanden habe. Nur eben nix vom TSC.

      Spiel: Berliner TSC - Einheit zu Pankow 7:2
    • Fotos und was sonst noch so ansteht.

      Abbruch bei Karame II vs Kickers Hirschgarten II mit vier Platzverweisen für die Gastgeber .. :ohmei:

      Steglitz GB vs BFC Alemannia 0:25 ... nach 45 Minuten. Davon 22 Tore für Ömer Temel. Die Gastgeber schrauben damit die Zahl der Gegentore auf 246 in 27 Spielen hoch. Nächste Woche geht's zum Vorletzten Rixdorfer SV II.

      Bilder:
      Küchenvorhänge
      Hier geht's zum Rugby
      Merchandisestand vom Berliner Rugby Club 1926
      Beutegut
      Sportplatz Buntzelberg
      This is Anfield ..?
      Burgeraccessoires
      Alte Postkarten als Leinwand am S-Bahnhof Grünau
      TSC - Hinweisschild
      Mannschaftsbus (für Kreisligakicker)
      Soljanka
    • Die 80er, Meisterfeiern und Platzsturmspaziergang, Mattenrutschen und sonntägliches Hoppen ...

      Liebes Tagebuch,
      es ist Freitag und ich habe beschlossen, nach dem beschaulichen Vatertag unter Menschen zu gehen und eine 80er Party heimzusuchen. Statt dem von mir erwarteten Schwerpunkt auf Depesche Mode gab's allerdings ein wildes Sammelsurium von Vanilla Ice bis Rick Astley. War aber nicht ganz so schlimm, da ich versucht habe, im Vorfeld Pina Colada selbst zu machen. Ohne Messbecher und mit einer Espressotasse als Maßeinheit. Blöd nur, dass nach Rum und etwas Kokosmilch der nicht gerade Cocktailshaker schon ziemlich voll war und nur ein Teil des benötigten Ananassaftes rein passte, Sahne auch nicht. Alter Schwede.
      Richtig blöd, dass ich am nächsten tag halbwegs zeitig raus musste, denn ein wichtiges Ereignis sollte stattfinden ...

      Samstag
      Meisterfeier im Prenzlberg - Empor vs Tasmania

      Einmal im Jahr ist auch bei Empor was los - wenn Vereine mit Anhang anreisen. Nur einer kam wieder zu spät, sah dabei aber, dass unser dritter Keeper Ünal im Tor stand. Ein unglaublich sympathischer Typ, der zudem selten zum Einsatz kommt und trotzdem loyal ist. Tatsächlich durften nahezu alle Ersatzspieler von Beginn an ran. Abwehrkante Loder fehlte allerdings sowieso, da er schon Urlaub gebucht hatte. Die Stammspieler lagen größtenteils in der prallen Sonne und schienen schon erste Katererscheinungen zu haben, auch weil es bei Empor nur Bierzeltbänke gibt. Keine Überdachung.
      Es stand eine ziemlich zusammengewürfelte Truppe auf dem Platz. Bei Ecke Empor kam der Schütze auch reichlich frei zum Kopfball. Der scheidende Mittelfeldballverteiler traf zwar umgehend schön zum Ausgleich, aber wieder eine Ecke sorgte für die 2:1 Halbzeitführung für Tas. Neuerdings gibt es einen jungen, hippen Burschen bei Empor, der die Durchsagen macht. Er versuchte, mit kleinen Gemeinheiten zu necken, wurde aber bei Tordurchsagen einfach übersungen.
      Zweite Halbzeit an sich das selbe Bild. Tas macht das Spiel und die Gastgeber kontern. Ich mache meinen Rundgang auf der Suche nach Bildmotiven und werde selbst eins. Auf der Touristikseite Neuköllns sieht man eine Spielszene mit vorbeischlurfenden Captain im Hintergrund. Die träge Gangart lag allerdings auch an der mangelnden Verpflegung. Nadeln gibt's immer noch nicht (jetzt haben sie ja ein Jahr Ruhe vor mir) und maximal Wiener oder Bockwurst aus'm Wasserband mit halbem (!) Toastbrot. Da es die erste Mahlzeit war, wenig erquickend für ein Frühstück.
      In der Zeit meines Rundgangs fällt das dritte und vierte Tor für Empor. Der Trainer reagiert und bringt Stürmer Hartwig, der zur Rückrunde nächste Saison leider zurück nach Auaglienicke will/muss/soll. Der macht gleich den Anschlusstreffer und direkt danach hat Daniel die Chance zum Doppelschlag, doch der Heber geht knapp vorbei.
      So war die Luft raus. Zumindest bis kurz vor dem Ende unser Youngster Ali Baker mit einem Gegenspieler aneinander gerät. Sein Gegner war gefühlt doppelt so hoch und breit, doch der Schiedsrichter zeigt ihm erst Gelb und dann Gelb-Rot. Hintereinander, wohlgemerkt. Gibt es anwesende Schiedsrichter, die bestätigen können, dass das überhaupt geht?
      Initiator der diesmal als Linienrichter eingesetzte Fabian Z., der schon als Hauptschiedsrichter irgendein Problem mit Tasmania haben muss. Doch auch nach dieser Aufregung folgte pünktlich der Schlusspfiff und nun ging die Sause los. Alle Spieler stürmten das Feld und dann auch ein paar Tasmanische Teufel. Während unsere Jungs den Berliner Meister feierten, feierte Empor sich als Hallenmeister.
      Fotos wurden gemacht und es gab ein Mannschaftsfoto im Tor mit dem Präsidenten und dem Hauptsponsor. Dabei stimmte die Mannshaft auch eine vom Fanblock gedichteten Hymne ein. Auch wenn einzelne Groundhopper ein wenig ob der Niederlage spotteten und selbst die dusslige FuWo schrieb, Empor habe den Meister entzaubert, freut es mich doch für alle Kicker, die noch zu ihren Einsätzen kamen. Highlight dabei die Einwechslung unseres Zweiten Keepers als Feldspieler. Das überforderte selbst den Stadionsprecher. Immerhin gab's die Bitte, beim Platzsturm doch keinen Rasen heraus zu schneiden.
      Irgendwann setzte sich der Troß in Bewegung - zum extra gemieteten Cabrio-Reisebus, mit dem Truppe schon schon zum Spiel gefahren ist und nun mit vollem Trupp quer durch Berlin Richtung Brandenburger Tor und Siegessäule fuhr. Also, liebe Touristen und Einheimische: das war weder Hertha noch Union, die da feiernd durch die Gegend zog. Meinereiner zog es vor, direkt zum heimischen Stadion zu fahren - Stichwort Hunger & Durst. Tatsächlich gab's natürlich Freibier und Grillgut sowie die Bestätigungen, wer den Verein wohl verlässt (das agile Außenverteidigerduo Babaeev und Engelhardt zieht es wohl zum Berlin-Liga-Austeiger "Berlin United". Zu deren Gebaren später mehr. )
      Als verantwortlicher Trinker in der prallen Sonne bleibe ich beim radler, was aber auch nicht wirklich hilft. Zumindest mit auf's Feld, auf's Tor holzen, aber aus alter Gewohnheit direkt in's Tor, um nicht laufen zu müssen. Dabei schön die Faust geprellt, was ich aber erst später merke ... Musik lief auch und ich war reichlich schockiert: schon wieder 80er.
      Ein Trupp TeBe'er kommt noch vorbei und plötzlich sitze ich unter juvenilen Lila-Weissen und Punk-Mädels mit St. Pauli - Tattoo. |-)
      Eine ist dabei so dermaßen niedlich, dass ich mich direkt alt fühle. Tausend Dank auch. Die Spieler vergnügen sich beim Mattenrutschen und schnell tritt eine Fanauswahl gegen Spieler an (Rutschen + Trinken) und nachdem ich einen TeBe'er subtil zu den '"Freiwilligen" hinüberschiebe macht die besagte Niedliche solidarisch zu ihrem Freund gleich mit udn steht plötzlich im BH da. Dürfte die Spieler dermaßen abgelenkt haben, dass die Fanauswahl tatsächlich gewinnt. Langsam geht die Sonne unter und mir fällt mit dickem Kopp noch ein, dass ich theoretisch noch einkaufen müsste und ich danach auch auf Piste wollte. Ds CL-Finale hat mich dann doch nicht fasziniert ..

      morgen dann Bilder und der Sonntag!
    • Sonntach!

      SC Bosna - Concordia Wilhemsruh II 4:1

      Und wieder das Problem, aus der großen Auswahl das passende zu finden, wenn die eigene Mannschaft schon Sommerpause hat. Die Wahl fiel auf den SC Bosna, die auf dem Gelände von Nord Wedding (besser bekannt unter dem alten Namen Rapide Wedding) kicken. Diese Mannshcaft wechselte aus dem Freizeitligabereich in den offiziellen Spielbetrieb und räumte erwartungsgemäß ab. Wie alle höhereren Mannschaften aus dem Freizeitbereich spielen sie auf höherem Niveau als die unterste Liga (Kreisliga C). Andere Neulinge starteten auch durch. Also auf zum S-Bahnhof Wollankstrasse, der sich exakt an der Grenze zwischen Pankow und dem Wedding befindet und damals von Ostseite nicht zu betreten war.

      Das Besondere dabei war, dass Bosna die Zweite Mannshcaft von Nord Wedding in der Staffel hatte und beide Chancen auf den Gewinn der Liga hatten (den Aufstieg hatten alle beteiligten sicher, auch der Spielgegner Concordia Wilhelmsruh II). Nord Wedding spielte nur 3:3 vorher, beklagten sich aber über den Referee, der angelblich dem gleichen Spieler des Gegners drei Gelbe Karten gezeigt habe (!!). Selbst bei fussball.de sind solche Details leider nciht zu nachzuvollziehen. Sei's drum.

      Die Gäste engagiert, aber zu umständlich, Bosna konnte kontern und zeigte dabei eine gute Spielanlage. Kaum kam ich dort an, fiel das erste Tor: weiter Ball, Rempler im Strafraum, doch nder Stürmer lässt sich nciht fallen, sondern spielt weiter und netzt ein. Danach noch weitere gute Chancen, besonders hervorzuheben der Mario Gomez der Kreisliga C: da marschiert der Mitspieler mit Ball über links in den Strafraum, zieht den verbliebenen Verteidiger auf sich und legt auf den langen Pfosten ab. Und dem Mario rutscht der über den Schlappen, den statt flach einzuschieben knallt das Leder an die Latte. Künstlerpech. Auch bei hohen Bällen durch Standards ist die Mitte nicht abgedeckt. Irgendwie gelingt den Gästen der Ausgleich, doch Bosna schlägt zurück. Nach einer Ecke ist - aufgepasst! - die Mitte verwaist und gleich zwei Stürmer stehen hier frei. Einer kommt ran und nickt ein.
      Die Gäste verlangten gleich zwei Elfmeter, aber zumindest den Ersten hätte ich auch nicht gegeben. Hätten sie diese Situationen mal lieber anständig zu Ende gespielt.

      Zweite Halbzeit: bei der Hitze und der Erkenntnis, hier doch gegen einen überlegenen Gegner spielen zu müssen passt bei Concordia nicht viel. Beide Mannschaften haben eine gute Spielverlagerung und sind ballsicher, so dass sie in der nächsthöheren Kreisliga B - Saison mithalten werden. Bosna setzte mit zwei erfolgreichen Kontern den Deckel drauf: beim dritten Tor bin ich noch im Vereinsheim, beim vierten war es unfassbar abgeklärt oder Dusel dabei: frei vor'm Tor, der Torwart rechnet mit einem Schuss zum langen Eck, doch es ist ein Kullerball in's Kurze. Schluss: Platzsturm und feiern mit der bosnischen Flagge, die getragen wurde. Wo sind eigentlich die allgegenwärtigen Anti-Nationalisten in diesem Moment .. ?

      Interessanter als das an sich gute Spiel nebenbei:
      1) Der Schiedsrichter ist nicht gekommen. Man konnte sich wohl einigen, dass der Präsident Bosnas (!) pfeift. Allerdings auch eine imposante Statur, da wird weniger gemeckert. War auch relativ fair.
      2) Später dann einen fb-Eintrag des SC Bosna dazu kommentiert. Natürlich war der Betreiber der fb-Präsenz El Presidente himself.
      3) Brennt der Grill? Ja! Leider auch an Stellen im Gestell, die nicht brennen sollten ...
      4) Der Grillbetreiber ist seit Tagen am Grill und will endlich Feierabend machen. Mitte des Spiels macht er sich vom Acker, die vorbereiteten Fleischstücke sind in einem Gastro-Metallteil sicher verstaut.
      5) Die nette Dame, die übernimmt gehört zum Vereinsheim. "Nadeln? Müssten noch da sein! Ich guck nachher mal!"
      6) Ihr Gatte arbeitet dort auch. Cooler Typ. Er merkt an, dass er auch schon einmal pfeifen musste und am Ende die eigenen Spieler sauer waren, weil sie sich verpfiffen fühlten. Fußballspieler sind bockige, kleine Bitches.
      7) Nadeln? In der Halbzeit darf ich mit in das Büro. Mit alten Accessoires von Rapide Wedding, unter anderem mit einem alten Wimpelhalter, auf den "Vorstand" vermerkt wurde. Nur halt keine Nadeln.
      8) Also musste der Barmann ran. Unterdessen mit einem freundlichen Herren der Gäste in's Gespräch gekommen. Leute, die einfach irgendwelche Vereine besuchen? "Komm doch mal zu uns!" schlug er vor und war erstaunt, dass ich schon bei Concordia war. Er musste aber auch grinsend zugeben, dass es weit ab vom Schuss gelegen ist, die kultige Nordendarena. Es handelte sich um den Präsidenten des Vereins ...
      9) Der Barmann zauberte eine alte Nadel hervor. Schönes Ding! Er wird hellhörig, als ich von meinem Hobby und meiner kleinen Sammlung erzählte. "Schreib mir mal deine Nummer auf, ich wollte hier eh mal ausmisten .." - die erotische Phantasie meines Groundhopperlebens wurde endlich wahr!

      Doch nach dem Spiel ist vor dem Spiel - wortwörtlich um die Ecke liegt die nächste Sportanlage in der Koloniestrasse. Die haben eine Stunde später angefangen und ich hätte noch die Zweite Halbzeit sehen können. Wenn diese angepfiffen worden wäre. Die vier Herren in der Kluft der Gäste von Chemie Adlershof verhießen nichts Gutes und tatsächlich war hier schon Schicht im Schacht. Ganze 25 Minuten wurde gespielt, da wurde beim Stand von 0:12 schon abgepfiffen. Wenigstens bis zur Halbzeit hätte BJK Berlin mal durchhalten können. Das Schlusslicht der Kreisliga A, Staffel 1 sammelte in der gesamten Saison einen (!) Punkt und 234 Gegentore. Wenigstens eine komplette Halbzeit sollte rechtlich durchzuspielen sein, sonst kann man es gleich lassen.
      Die Gastgeber konntne wohl noch 8 Mann zusammentrommeln und entgehen daher eine Strafe durch Nichtantritt. Für die Adlershofer ein weiter Anfahrtsweg für nicht mal eine halbe Stunde Fußball. Für mich fast der gleiche Weg, ohne den Platz besichtigen zu können. Im Gespräch mit den vier wurde wenigstens noch schön vom Leder gezogen (Auaglienicke, Berlin United). Dabei auch interessantes erfahren: "United" habe als Aufsteiger in die Berlin-Liga dem aktuellen Zweiten Sparta einen Spieler abgeworben. Anscheinend bieten die selbst Bankdrückern einen vierstelligen Betrag an, was das Gehaltsgefüge der Liga sprengt. Wenn die 1000€ bieten, wo Kicker anderswo 400 oder 500€ bekommen, ist die Entscheidung leicht. Was freue ich mich, wenn dieses Projekt in die Binsen geht.

      Dummerweise wurde das Gelände abgeschlossen, als einer der Vier feststellte, dass sein rad noch drin steht. Mit vereinten Kräften wurde das Stahlross befreit. Ich suchte derweil ein schönes Abschlusspiel.

      Rotation Prenzlauer Berg II - Hürtürkel II

      Im Prenzlberg wird noch gespielt! Rolle Rolle Rotation - aber wo bleiben die Gäste? Treten die überhaupt noch an? Es steht allerdings erst 2:1 zur Halbzeit und nach und nach trotten die Gäste auf's Feld. Da sind allerdings auch schon einige dabei, die Ü40 oder Ü50 spielen könnten. Die Verbindung zu den "Grauen Wölfen" passt schon ..
      Mein Plätzchen auf einer Bank im Schatten erweist sich als die Bank der Gäste. Da mehr durchgewechselt werden kann, kraucht immer mal eine Gästespieler nach draußen udn spricht mit dem Gästefan neben mir. Meist währt das Vergnügen nciht lange und der Bursche muss gleich wieder ran, weil der ächste durchpusten will ...
      Rotation schraubt derweil das Ergebnis in die Höhe. Fällt ihnen nicht schwer und das Endergebnis von 9:1 ist noch gnädig, da die Gäste durchaus kicken können, aber nicht laufen wollen. Getreu dme Schulsportmotto: "vorne stehen Stürmer, hinten der Torwart" haben die Prenzlberger immer Überzahl, nd können am Fünfer den Ball hin und herschieben. Der Gästekeeper hält ganz passabel, legt sich aber den Fünften selbst in's Netz. Ansonsten retten auch Pfosten und Latte, dass es nicht zweistellig wird.
      Vorne lauern die Offensivkräfte, die vielelicht mal ein oder zwei Gegner aussteigen lassen, aber irgendwann ist der Ball weg und ein wirklich mannschaftsdienliches Spiel machen nur Wenige.
      Ich bin noch mal im Rotations-Hüttchen und erstehe einen Mini-Wimpel. Kultiges Ding und ich bin ja gern da.

      Das Kuriose: Hürtürkel II spielt nicht mal um den Klassenerhalt und sind schon sicher. Der Abtiegskrimi findet in Treptow statt: Treptow 46 trifft auf Hellas 1984 und siegt mit 4:3. Dadurch mussten die Gäste aus Britz doch noch runter ... Meister übrigens Polonia!
      Tabelle

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