Spielberichte Berliner Amateurfußball

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    • Schöner Bericht über FFO! Empfehlen kann ich ich den Weihnachtsmarkt: Der Glühwein ist dort billiger als in Berlin :D Danach ab nach Slubice und ein wenig Feuerwerk holen :bierkruege:
    • Heute nur noch SchleFaZ gucken, aber es gibt Neuigkeiten aus der ungeliebten Nachbarschaft: Altglienicke darf nun auf dem Sportplatz in meiner Nachbarschaft sein Training ausüben. Wie man das mit den beiden Vereinen vor Ort klärt, ist mir unklar, zumal da ja immer was los ist. Bei Gesichtsbuch nur gerade die Meldung gesehen und ein Blick in die Kommentare geworfen. Samt und sonders negativ. Wenigstens hier sind mal alle einer Meinung.
      Der Verein sorgt unfreiwillig für Aufmerksamkeit: ein quasi-Dorfverein mit nettem Gelände im eigenen Randbezirk, darf dort aber nicht in der Regionalliga spielen (und warum nicht trainieren ..?) und muss daher in den Jahn-Sportpark ausweichen. Nun ist Derby-Zeit gegen die anderen Mieter dort und die Beffis sind derzeit recht erfolgreich. Zuletzt hatte Altglienicke übrigens knapp über 100 Zuschauer. In der Regionalliga. :ohmei:
    • Samstag
      MSV Rüdersdorf II - Rauen 1:2

      Samstag war nun endlich das "Glück auf Stadion" fällig. "Glück auf"? Ruhrpott, Erzgebirge, Thüringer Wald? Weit gefehlt - nordöstlich des südöstlichen Berliner Zipfels Köpenick im Brandenburger Umland und nördlich der Gemeinde Erkner sind drei Dörfer zusammengewachsen, die als Speck Waldgürtel Berlins fungieren. Schöneiche wurde schon besucht, Woltersdorf steht noch aus, aber immerhin war diesmal Rüdersdorf dran. Hier wird Kalkstein abgebaut und zahlreiche Sehenswürdigkeiten Berlins sind mit diesem Material von hier versorgt worden. Mit der Tram geht es erstmal durch den Wald um am hinteren Ende befindet sich der Zielort. Das Stadion ist mit Kartenkenntnis gut zu finden und überrascht zunächst.
      Es handelt sich nämlich nicht um einen klassischen Sportplatz, sondern um ein herrlich verfallenes Stadion, das zudem tief herab geht. Hier gibt es tatsächlich Hügel und das Feld ist weit unten. Am vorderen Eck wurde eine Gaststätte errichtet, von deren Balkon man einen wunderbaren Blick hat. Leider hat der kleine Hund unseren Kater gewittert und kläffte, was das Zeug hielt und musste sich viel Schimpfe vom Herrchen anhören. Günstig ist Rüdersdorf leider nicht. Ich nahm zunächst auf der Tribüne Platz bei den Gästefans im Schatten eines verfallenen Stadionturms, als ein Offizieller mit der Sammelbüchse erschien und nachträglich Eintritt kassierte. Nadeln habe er keine, möglicherweise Wimpel. Blitzschnell erkannte er den Groundhopper und später habe ich noch länger mit ihm gesprochen. Nur ein neuer Pin wurde gefunden, leider stark beschädigt.
      Auch die Gegengerade hat es in sich. Der Weg nach oben ist noch mal steiler und man hat einen guten Blick. Dafür sind die Trainerbänke in kleinen Spanplattenhütten untergebracht.
      Der Wimpel kam mit zu mir, auch wenn der Preis leider viel zu hoch war.

      Das Spiel war für die unterste Spielklasse recht passabel. Der Tabellenführer aus Rauen (wo liegt das eigentlich?)(gewann das erste spiel mit 8:1) traf auf eine neu zusammengestellte Zweite mit einigen ehemaligen Jugendkickern und war so klar Favorit. Zudem hatte Rüdersdorf II spielfrei und hatte in der ersten Hälfte spielerisch arg zu kämpfen. In der Regel war am Mittelkreis Endstation, dafür konnte man den Rückstand gering halten. Überraschend, da bereits in der 1. Minute die Mannschaft überrannt wurde und das 0:1 kassierte. Eine knappe Viertelstunde später traf der Schütze Kevin Fischer erneut. Ein Desaster bahnte sich an.
      In der Zweiten Halbzeit aber spielten die Burschen gut mit und kamen sogar zum 1:2-Anschlußtreffer per Kopf durch den Kleinsten in der Mannschaft, den Kevin (war klar, oder?). Der positionierte sich nach einer Freistoßflanke klug vor den Gegenspieler und konnte so einnetzen. Dafür wurde er später aus dem Weg geräumt, zumindest musste ein Gastgeber mit dem Krankenwagen weggebracht werden. Gute Besserung!
      Der Favorit wankte, konnte aber mal einen Konter zu Ende bringen und erhöhte erlösend auf 3:1. Danach hatten sie weitere Chancen, aber die Gastgeber hielten sich schadlos, bis die Gäste kurz vor Ende doch noch einmal einnetzten. Aber absteigen können die kleinen Rüdersdorfer ja eh nicht. Die gäste verloren aber die Tabellenführung, weil eine andere Truppe anderswo höher gewann. Nächste Woche kommt es zum Derby der Zweiten in Woltersdorf.
      Spiel
      Liga

      Das Spiel der Ersten hätte ich auch mitgenommen, musste aber los. In Köpenick war ein kleines Ska-Festival.

      Morgen dann mehr!
    • Nach dem Auswärtssieg stand letzten Sonntag nun das dritte Schwergewicht zum Auftakt an. Nach dem Auftakt gegen TeBe und Hertha 03 reiste nun der Greifswalder FC an. Dies waren genau die Plätze 2 bis 4 der Vorsaison ..

      Tasmania - Greifswalder FC 1:2 (1:1)

      Mit Greifswald hatte man es nun mit dem Vorjahresaufsteiger zu tun, der letztes Jahr überraschend auf Platz 3 der Abschlusstabelle stand. Augenscheinlich hat man endlich eine gute Truppe zusammen. Als Nachfolgeverein des SC und des SV wäre dem FC zu gönnen, sich mal zu etablieren. Mit Insolvenzen und Umbenennungen kennt sich der hohe Norden allerdings aus, auch in Stralsund und Schwerin kommt man auf keinen grünen Zweig.

      Beide Mannschaften wollten also bestätigen, dass der Erfolg des letzten Jahres keine Eintags(bzw Einsaisons-)fliege war und es gelang beiden! Zuletzt spielte Tas vor 22 Jahren überregional und das dürfte auch die letzte Begegnung mit Greifswald gewesen sein. Damals noch als "SC". Die Gäste traten mit einer unglaublichen Physis an, Tas mühte sich, dagegen zuhalten. Und Tas ging in Führung. Ausgangspunkt und Schütze in einem war Kirli, der den Ball hinten erobert und nach vorne treibt und am Strafraumeck den Ball zurück bekommt, den Torwart ausguckt und mit einem Schlenzer über Lattenunterkante - Innenpfosten ein Traumtor erzielt. Die feldüberlegenen Gäste geschockt, zumal kurz darauf nach einer Ecke ein Tasmane zum Kopfball kommt und knapp verfehlt. Doch die Gäste schlagen zurück. Der afrikanische Angreifer Appiah kann mit einer schnellen Bewegung kurz seinen Bewacher entwischen und trifft mit einem wuchtigen Kopfball seitlich in's Netz. Ganz schwer zu verteidigen.
      Doch Tas hatte Chancen. Zunächst ging noch ein Abschluss knapp vorbei, dann segelt nach einem Standard alle Mann am Ball vorbei, in der Mitte grätscht ein Tasmane knapp vor dem Tor den Ball Gomez-esk noch irgendwie über die Latte. Das hätte es sein müssen. Danach war Halbzeit.

      In der Zweiten Halbzeit blieben Chancen für Tas dann Mangelware. Das hatte mehrere Gründe. Greifswald brach nämlich nicht wie letzte Woche Zehlendorf in der Zweiten Hälfte ein, sogar hielt das Tempo konstant bis zum Ende. In dieser Verfassung ein klarer Aufstiegsfavorit, auch einige Heimfans meinten, dass das besser als TeBe war. Richtig zu kämpfen hatte auch der Linienrichter vor der Haupttribüne. Der kam nämlich nie hinterher und musste dann mehrere Meter hinter dem Ball entscheiden. Als er die Verteidigung Tasmanias in seinem Bereich hatte, übersah er tatsächlich mindestens eine grobe Abseitsstellung. Das war mehr als zwei Meter, aber Mister war ja selbst auch knapp hinter der Mittellinie und ließ weiterlaufen. Dafür zeigte er aus Prinzip später im Abseits Tas. Solche Pfiffe zermürbten doch hier und da die Spieler. Wobei Robrecht und Romario häufiger abseits standen und erst knapp zurückliefen bewies ihre mangelnde Adaptionsfähigkeit in diesen Situationen. Doch als beispielsweise von hinten der mitgelaufenen Innenverteidigungswikinger Bähr zum Ball ging, ob wohl der definitiv aus dem Seits kam .. :galmi:

      Am Schluß ließ Greifswald viel liegen, traf dann aber doch noch. Der Sieg für die Gäste war nicht unverdient, doch hätte Tas hier schon mindestens mal den einen Punkt sichern müssen. Nächste Woche geht es zum Aufsteiger Mecklenburgs, den MSV Pampow. Nie gehört? Ich auch nicht. Liegt bei Schwerin und lieferte sich einen Zweikampf letzte Saison mit Pastow. Klingen wie A-Hörnchen & B-Hörnchen der Verbandsliga Meck-Pomm, spielen aber oben mit. Irre.

      Ansonsten ging es ordentlich zur Sache. TeBe gewinnt bei der Hansa-Reserve, Staaken schlägt den Brandenburger Meister Seelow mit 9:0 (!) und Hertha 06 Charlottenburg kriselt munter vor sich hin (nicht zu verwechseln mit Hertha 03 Zehlendorf ..). Dort trat Erfolgstrainer Murat Tik kurz vor Saisonbeginn zurück und 06 gehört mit Strausberg und eben Pampow zu den drei Mannschaften mit Null Punkten aus drei Spielen.

      Spieltag & Tabelle

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      Es ist komisch, erstmals über die Berlin-Liga zu schreiben und nicht "betroffen" zu sein. Dafür gab's Ärger beim Spiel Croatia gegen Mahlsdorf, der Schiedsrichter wurde wohl attackiert und brach ab. Somit sieht es nach einer Wertung für Mahlsdorf aus. Oben steht überraschend Aufsteiger Hilalspor dahinter Makkabi. Sparta musste sich gegen Stern 1900 mit einem Remis begnügen und lauert dahinter. Schwer tun sich die punktlosen Aufsteiger Brandenburg 03 und Biesdorf sowie die ebenfalls punktlosen Türkiyem und Croatia.
      Spieltag & Tabelle

      Kurios:
      in einer Kreisligastaffel gab es gleich zwei Abbrüche: wenig überraschend im Duell Graue Wölfe (Hürtürkel) gegen Kurdenverein (Amed), wobei die unterlegenen Gastgeber hier nach einer Halbzeit das Handtuch warfen. Nach einem 1:10 (!) zum Auftakt nun also die gnädige 0:6-Wertung. Hürtürkel bastelt also am fünften Abstieg im Folge. ..
      Bei Kickers 1900 II gegen GW Neukölln II gab es wohl ebenfalls einen Angriff auf den Schiedsrichter seitens eines Spielers der Kickers. Hier steht die Auswertung noch aus.

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    • Bin auf die Spiele gegen Brandenburg Süd gespannt. Haben ja eine kleine, aber wohl feine Szene :bierkruege:
    • Yup, da trifft Werner-Seelenbinder-Stadion auf Werner-Seelenbinder-Sportpark .. :D

      Auf jeden Fall ein gut erreichbares Auswärtsziel, dazu Ludwigsfelde.

      Heute fand eine englische Woche in der Regionalliga statt. Da bereits früh um 17:30 Anpfiff im Poststadion war und dies nur drei Stationen von meiner Arbeit entfernt ist, war der BAK 07 das naheliegende Ziel

      Berliner Athletik-Klub 07 - VSG Altglienicke

      Vor dem Stadion sammelte sich schon ein Trupp bekannter Nasen um die BAK-Fanelite, da einige Groundhopper sich das quasi-Derby gegen den Vorort anschauen wollten. Das Stadion selbst ist chic, auch wenn man zur Versorgung zurück auf den Vorplatz muss. Aber ohne irgendwie Chaos geht es wohl nicht. Aktuell steht hier bei fupa online, dass in Wittenau für teuer Geld ein Kunstrasenplatz erneuert wurde. Doch das Sportamt gibt den nicht frei. Er ist schlichtweg zu klein ...
      Das galt zunächst auch für den BAK. Recht bemüht, aber die Gäste waren irgendwie mannschaftlich besser, während die Moabiter von der Klasse einzelner Spieler lebten. Und genau so entstand die Führung. Der Stürmer wird doppelt gedeckt, lässt aber den ersten Gegenspieler in's Leere laufen und zieht in den Strafraum, wo beim Abschluss der verbliebene Gegenspieler den Fuß dazwischen bekommt, aber dadurch ein fieser Aufsetzer herauskommt, der den Keeper überwindet. Ohne die vermeintliche Rettungstat wäre es wohl nicht so gefährlich geworden ..
      Die Gastgeber plötzlich mit ganz breiter Brust und selbst bei mißlungenen Aktionen gleitet der Ball wunschgemäß weiter und lässt die immer häufiger in's Leere grätschenden Gäste um so bedröppelter aussehen. Nach einem steilen Ball ist wieder einer durch und auch am Torwart vorbei, doch der Ball verspringt und von hinten kommt ein Schubser. Elfmeter und glatt Rot. Unnötig, da hätte Gelb gereicht. Der Elfer sitzt, 2:0-Führung, der Gegner am Boden und ein Mann mehr. Was soll noch schief gehen?

      Alles.

      Bei einem taktischen Foul im Mittelfeld windet sich der Altglienicker Spieler am Boden, während sein Mitspieler einen Veitstanz aufführt. Der Referee zückt allen Ernstes Rot, der Gefoulte hingegen kann wie von Zauberhand plötzlich wieder spielen. Verwundert es, dass ich Auaglienicke wenig sympathisch finde?
      Mit zehn gegen zehn geht es in die Zweite Halbzeit. Nach einer Ecke pennt die Hintermannschaft des BAK kollektiv und am langen Pfosten steht der Kevin und nickt ein. Ein ehemaliger BAK'ler auch noch. Doch immer noch die Führung für die Gastgeber.
      Doch dann wird es richtig albern. Eine klare Schwalbe im Strafraum verschafft den Altglienickern nun ebenfalls Elfmeter und Tor. Kurz darauf unterläuft einem Verteidiger sogar ein Handspiel, aber der Unparteiische lässt weiterlaufen, weil er ahnt, dass er den nicht auch noch geben kann. Der BAK von der Rolle und die Gäste haben Platz zum Kontern. In der 74. Minute dann das 3:2 für die Gäste und kurz vor Schluss gar das 4:2. Die Gastgeber hingegen fabrizieren nur noch Rückgaben oder verfehlen das Gehäuse ganz. Technisch stark, aber zu viele Allüren, Altglienicke an sich gut, aber lässt sich von Gegentoren zu schnell aus der Bahn werfen.

      Parallel holt Lichtenberg 47 einen Punkt bei den Beffis.
    • Augenscheinlich bin ich für den BAK wohl eher der Pechkeks. Ich kann mich an drei spiele dort erinnern, bei denen ein Remis das Höchste der Gefühle war. Dazu auswärts in Babelsberg (Niederlage) und bei Tas (Niederlage :D ). Die Zweite sah ich mal als Gastmannschaft (Niederlage). Und die Mannschaft spielt eigentlich immer oben mit ..
      Nach der Niederlage Mittwochs wurde nun der Trainer entlassen. Der Tribünen-Troll, der jedes Mal da ist, immer nur gegen die eigene Mannschaft wettert und auch jedes Mal zu Protokoll gibt, dass er nie wieder kommt und besser in der Badewanne geblieben wäre ging von selbst. Noch vor Schlußpfiff.
    • Pampow oder Pastow
      Barfuß oder Gummistiefel
      Alles oder nichts ...

      MSV Pampow - Tasmania 4:0 (3:0)

      Die erste richtige Auswärtsfahrt für Tas nach rund 20 Jahren und das beim Meister Meck-Pomms. Als südwestlich gelegenes Vordorf von Schwerin marschierte der MSV durch die Verbandsliga und ließ selbst den Lokalrivalen Mecklenburg Schwerin hinter sich. Das Duell um den Titel mit Pastow entschieden die Grünen für sich, mussten aber dann eine Menge Lehrgeld zahlen und kassierten in der Vorbereitung und bisher in der Liga Niederlage auf Niederlage. Bis Tasmania kam und wieder den Sozialarbeiter gab. Nichts zu danken.

      Doch erstmal da hin kommen. Treffpunkt beim Fahrer eines Vans, der mit sieben Tasmanen auch gut voll war. Der Autor dieser Zeilen quälte sich Sonntags zu nachtschlafender Zeit (also Vormittags) aus der Koje, packte sein Zeug und war erwartungsgemäß der Letzte vor Ort. Noch den siebten im Norden eingesackt und auf ging's. So weit man halt kommt. Nördlich von Berlin ist die Strecke mit Baustellen gepflastert, wobei das Highlight hier eine 30-Kilometer-Baustelle am Stück ist. Um die zu umgehen ging's über die Landstrasse durch die Taiga, vorbei an diversen Feuerwehrfesten und Dorfplätzen wie Eintracht Friesack (denke da nur ich immer an "Fress-Sack"?) oder irgendwas mit "Berge". Die alten Bauernhütten sind teilweise unsaniert, das hippe Berlin ist hier weit weg. Und in Brandenburg war auch noch Wahl. Die Umgehung dauerte übrigens leider genauso lange wie Autobahn. Der Anpfiff rückte immer näher und waren noch nicht mal aus Brandenburg heraus ..
      Die Hoffnung, dass der Schiedsrichter von RB Leipzig ( :admin: ) auch im Stau stecken blieb erfüllte sich nicht - der pfiff sogar noch drei Minuten eher an ( :admin: :admin: ).
      Irgendwann kam das erlösende Schild mit der frohen Botschaft "Pampow 5 Kilometer". Den Hinweis erhält man aber auch erst auf dem Ortsausgangsschild des letzten Dorfes auf der Strecke. Zwischendrin der Ticker: "Abseitstreffer". Für wen? Gegeben oder nicht gegeben?? Irgendwann die Antwort, dass natürlich Tas einen Treffer nicht bekommen hat. War ja klar. Pampow rückt näher. Ticker: "Tor für Pampow". Waaaaaaas? Dreck! Links von der Strasse dann der Sportplatz. Ein Traktoranhänger mit Transparent weist das nächste Spiel aus. Durch ein Siedlungsgebiet muss man sich irgendwie zum Sportplatz durchschlängeln. Nach dreißig Grad in Berlin sind es nun bei Wind und Wolken gefühlt die Hälfte. Ein schlechtes Omen.

      Aber endlich da. Artig Eintritt latzen, die Kassiererin nach Nadeln nerven, keine bekommen, reingehen. Dabei laut den tasmanischen Kampfruf auf den Lippen, sehr zur Erheiterung der Einheimischen, von denen wir sogar teilweise abgeklatscht werden. Es ist in der Tat ein kleiner Sportplatz mit Gestänge rundherum, zwei Wagen (Wurst & Getränke) sowie einer kleinen, überdachten Tribüne, die man aber nur mit VIP-Bändchen betreten darf. Ebenso das Vereinsheim (!). In was für eine Kommerzliga sind wir da geraten?
      Zumindest die Schiedsrichter sind nicht besser. Flügelflitzer Thiele balgt sich an der Außenlinie um den Ball und als der schon im Aus ist wird er noch vom Kapitän gelegt und senst dabei auch den Linienrichter um. Ergebnis: Anpfiff unseres Mannes auf sächsisch dafür, dass er den Linienrichter umgekegelt hat. Und die Pflaume von Assistent steht daneben und sagt kein Ton, dass der Übeltäter ein anderer war ..

      Das Spiel ist schnell erzählt. Verspielter Technikfußball gegen einsatzfreudige Kämpfer. Im Mittelfeld wurden die Gastgeber von den Tasmanen überrannt, nur im Strafraum war Feierabend. Unser Mittelstürmer lauert nur auf Fehler seines Bewachers und ist daher abgemeldet, ansonsten immer noch mal Querpass und Pirouette. Die Gastgeber warfen sich bei jedem Ball dazwischen und spielten selbst englisch: hoch und weit. Das reicht für zwei weitere Tore gegen eine unfassbare tapsige Verteidigung, die letztes Jahr mangelnde Geschwindigkeit noch mit klugem Stellungsspiel ausgleichen konnten. Jetzt eben ohne beides. Und auch diese beiden Treffer habe ich nicht gesehen. Beim zweiten Gegentor lief ich gerade in dem Tor Richtung Trainerbank und unserer Filmaufzeichnungstruppe, beim dritten Treffer wartete ich am Getränkestand, dass das sichtlich überforderte Personal mich beachtet. Schön, leidend unter jubelnden Leuten zu stehen.
      Der Becher ziert nicht nur Mannschaftsfoto und Logo, sondern auch den Hinweis "sponsored by: Matze mit der Glatze" (Ächz!) und dem Slogan "Echte Piraten weinen nicht, sie heulen Rum" (Doppel-Ächz und Dreifach-Ächz, wenn man das Wortspiel erkennt). Wenn's nix anderes gibt, muss der eben mit. Die Wurst ist überraschend schmackhaft!

      Zweite Halbzeit: gleiche Taktik, nur noch tiefer stehen. Innenverteidigerhooligan Loder ist längst im zentralen Mittelfeld und kloppt sich als Einziger um jeden Ball, bei allen anderen liegen die Nerven blank. Nach einem weiten Ball ist der letzte Verteidiger so verzweifelt, dass er das Mittelstürmerurviech einfach klammert und wie durch ein Wunder nur Gelb bekommt. Wenn man als leichtfüssiger von Carsten Janckers kleinem Bruder ausgetanzt wird, ist alles gesagt. Nach vorne klappt immer noch nix und die Gäste haben gefühlt drölf Großchancen auf den nächsten Treffer, dass das finale Vier zu Null nur eine Frage der Zeit ist. Wenn allein die richtige Einstellung ein Spiel entscheidet, aht die andere Mannschaft ein ernsthaftes Problem.
      Dabei war ausschließlich der Tas-Block zu hören. Diverse Fangesänge röhrten über den Platz, selbst die Heimfans waren begeistert. Immerhin ist die Hauptstadt zu Gast und richtige Stimmung. Zumindest die entsprechende Hauptstadtarroganz auf dem Feld war spürbar, dafür war danach entsprechend der Fall umso tiefer. Julian "Kampfschwein Wilmots" Loder war der erste im "Block" (bzw unserem Teil der Gold angestrichenen Begrenzungsstange, der Rest folgte. Die Rache kam vom Verkehrsgott persönlich: bei einem Schlußpfiff um 16:00 und Abfahrt kurz nach uns traf die Mannschaft erst gegen halb zehn in Neukölln ein ...
      ... doch wir waren nicht wesentlich besser. Dank google parallel zur vollen Autobahn über Waldwege im Konvoi mit lauter Berliner Nummernschildern, hin und wieder Orte durchkurvt (Herzsprung sehen und sterben) und dann kurz vor Berlin dann doch wieder im Stau zu stehen. Dann eben vier Stunden statt zwei Stunden Fahrzeit. Zumindest Zeit für Anekdoten, Wortspiele und reichlich Gelegenheit, den Fahrer ob seiner Experimentierfreudigkeit mit Brandenburger Landstraßen zu nerven. Der Höhepunkt war C. Beschreibung des Klos im Mommsenstadion, wo gerade eine homoerotische Orgie im Gange war und er dazu mehr oder weniger herzlich eingeladen wurde. #FürMehrSelektionBeimLiebesakt #FußballIstKeinOktoberfest


      Um acht in New Cologne und mit dem Rad zurück in mein Domizil. Vorkochen für Montag. Life's a bitch, wenn you drive auswärts and you'll lose ordentlich.


      edit: Ein ganz besondere Erfahrung machten die weiblichen Besucher des Spiels. Zu den Toiletten mussten ja alle bis an das andere Ende stiefeln, aber die Damen der Schöpfung mussten auf dem stillen Örtchen erstmal auf Suche gehen: irgendwo zwischen Wäschekörben, Getränkekästen und den Waschmaschinen ist das Klo hineingeklemmt worden. Fehlt nur das subtil in Reichweite aufgebaute Bügelbrett, damit sich die Besucherinnen direkt nützlich machen können.

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    • Schon wieder so spät, muss gleich in die Koje. Dann muss der Bericht über Miersdorf-Zeuthen gegen Petershagen-Eggersdorf noch warten. Was wie ein Dorfkick mit dem Charme eines Fernsehduells zwischen Torsten Schäfer-Tümpel und Greta Krampf-Karren-in-den-Dreck-Fahrer anmutet, ist in Wahrheit Brandenburg-Liga, ein gewisses Spielniveau, der kultigste Referee seit langem und zudem auch einer der kultigsten Plätze, gemeinsam mit Rüdersdorf derzeit sogar gut im Rennen um den Titel "Ground des Jahres". Ihr dürft also gespannt sein!

      Mehr also übermorgen - morgen hat Muddern Wiegenfest. Hoch die Tassen! :D

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    • Berliner Landespokal: TSC Friedenau - CFC Hertha 06 1:2

      Siebte Liga gegen fünfte Liga, auf dem Papier (bzw dem Bildschirm) eine klare Sache. Doch zum einen ist Tasmanias Ligarivale denkbar schlecht in die Saison gestartet. Zum anderen ist Friedenau im Pokal ein heisses Pflaster. Der BAK tat sich Weiland schon sehr schwer und auch die Gäste hatten viel Glück. Der enge Kunstrasenplatz grenz im Süden/Südosten des Platzes an eine Schule und östlich an eine sehr schöne Backsteinfriedhofsmauer. Der Platz verdient eine nähere Beschreibung. Ein Blick auf die Karte verrät, dass im nordwestlichen Eck das Vereinsheim mit einer Terrasse liegt, wo sich die Alte Herren - Brigade des Vereins sammelt.


      Dabei gingen die Charlottenburger kurz nach Anpfiff mit dem ersten Angriff in Führung. Da war ich allerdings noch unterwegs vom Bahnhof Bundesplatz Richtung Südwesten. Kurz nach Anpfiff rein und trotzdem ein Tor verpasst. Mist.
      Zumindest die Mitbringseljagd war diesmal erfolgreich. Frage an der Kasse nach Anstecknadeln, eher nein, oder vielleicht doch ja, möglicherweise nur in der Geschäftsstelle, die müsse man herbringen oder per Post verschicken. Oder fragen Sie den Mann da mit der Ordnerjacke. Sie ruft ihn aus ihrem Häuschen, aber er hört es nicht. Kein Problem, ich gehe einfach mal selbst hin. Er überlegt kurz: sehen se den Mann da in der blauen Trainingsjacke? Fragen se den mal! Der besagte Ansprechpartner sitzt mit Jugendspielern vor dem Vereinsheim. Noch schnell die lokale Hopperszene begrüßt und den besagten Offiziellen begrüßt. Dieser ist zunächst überrascht, schlurft aber in das Vereinsbüro und durchwühlt die Schubladen. Mit einer feinen Ehrennadel mit Silberkranz kommt er wieder, muss aber erstmal Vereinsbroschüren durchwühlen, um den Preis zu erfahren. Da fragt so selten einer nach meint er fast entschuldigend. Kein Problem, da kommen aber gleich noch mehr Leute versichere ich ihm. Und ich sollte Wort halten. Die restliche Meute ist erstaunt, dass es etwas gibt und die ersten stiefeln schnurstracks zum Herrn der Nadeln. Schnell spricht es sich herum und bestimmt an die fünf Hopper belagern den guten Mann, der ähnlich wie anderswo reichlich irritiert sein dürfte, wo diese Trophäensammler schon wieder alle herkommen. Pokalspiel Freitag Abend lautet des Rätsels Lösung!

      Beim Warten auf die Nadeln fiel allerdings der Ausgleich. Doppelmist. Ein Distanzschuss, bei dem der Keeper wohl nicht gut aussah. Kurz vor der Halbzeit sogar die Chance zur Pausenführung. Spieler läuft auf Keeper zu und spielt quer, statt selbst abzuschließen. So grätscht noch ein Verteidiger dazwischen. Schwein gehabt, Hertha 06.

      Zweite Halbzeit: plötzlich steht noch ein Tasmane neben mir. Er fragt nach einem weiteren Tasmanen, der auch hier sein müsste. Nach der weiteren Inspizierung des Vereinsheim incl der Sanitäranlagen (Damen vorne und hinten Caballeros :amkopfkratz: ) gehe ich dann entlang der Friedhofsmauer Richtung Schule, wo tatsächlich die Spionageabteilung Tasmanias lauert. Direkt neben einzelnen Gästeoffiziellen, die gerne Anweisungen auf türkisch auf's Feld rufen und ansonsten den üblichen Schiriiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeee!-Falsett im Repertoire haben. Die Gäste gehen nach einem Steilpass und einer abgeklärten Verwertung wieder in Führung, haben aber in der Schlußphase mehrfach Schwein. Ein Treffer der Gastgeber wird wegen abseits nicht gegeben, ein weiterer Distanzschuss klatsch an die Lattenunterkante und zurück in's Feld. Gerade in der Schlussphase macht der TSC Druck und hat mehr gutklassige Chancen als im ganzen Spiel. Die Gäste setzen auf Konter, sind aber zu ungenau und bei den wenigen sich bietenden Chancen unkonzentriert.
      Gegen Ende brannte es noch einmal im Strafraum der Gäste, aber mit viel Glück retten sie den Sieg über die Zeit.


      Heute war wieder Pokal angesagt. Es ging von Berlin-Grünau mit dem Rad gen Osten aus Berlin raus. Nach laut Falk Routenplaner 10,56 Km erreicht man das Gelände von Frankonia Wernsdorf. Dazu später mehr ..
    • Pokalwochende II & III

      Samstag: Frankonia Wernsdorf - TuS Sachsenhausen
      Da in Berlin nichts neues mehr zu entdecken war, musste das Umland herhalten. Doch auch das Pokalwochende in Brandenburg war etwas mau, was die Heimspielansetzungen anging. Die Auswahl bestand zwischen Großziehten und Frankonia Wernsdorf. Aufgrund der besseren Erreichbarkeit fiel die Wahl auf Wernsdorf. Hier nur bis Grünau mit de rBahn und anschließend per Fahrrad das Adlergestell gen Südosten herausfahren. Neuleser werden hier vielleicht stutzen, "Adlergestell"? Irgendeine Verballhornung einer Fahrradmarke? Nein, die längste Straße Berlins, die hinaus nach Schmöckwitz führt und dort in den Wernsdorfer Strasse führt. Hierbei fährt man auf Berliner Seite nahezu ausschließlich durch den Stadtwald, hat nur mit Schmöckwitz einen schmucken Vorort an der Dahme auf der Strecke und hinter einer weiteren Brücke endet Berlin.

      Wegen einiger Photopausen kam ich knapp zu spät, hatte aber nichts verpasst. Es gibt einen umzäunten Rasenplatz mit einem niedrigen Vereinsheim auf der Gegengerade, das Publikum steht erhöht auf einer Art Terrasse und dabei nicht weit vom Feld entfernt. Ansonsten müsste man gegenüber bei den Trainerbänken stehen und hat da aber den besagten Zaun und die Strasse im Rücken. Eine Hand voll Vereinsoffizieller und Angehörige drückten den Gästen die Daumen, der Rest trug Rot. Mein Durchfragen nach Nadeln hatte Erfolg, irgendwann machte sich der Vereinspräsident persönlich auf die Socken, stand aber vor verschlossenen Schränken. Tatsächlich hatte der Verein in der Vergangenheit Probleme mit Einbrüchen, wobei die Schäden durch Diebstahl und Vandalismus gleichermaßen problematisch sind. Zumindest aus der Fanshopvitrine gab's was. Die Nadel und einen kleinen Wimpel (hängt auf einer Eisenkette!) kamen mit, später auch der Pfandbecher mit Vereinswappen. Jäger und Sammler halt. Die beiden am Grill bzw am Ausschank sind herzliche Originale, Ersterer erzählte, dass er sich die Hose mit Bier eingesaut hat, weil er zapfte und parallel ein Angriff der eigenen Mannschaft lief ..

      Das Spiel war immerhin eine knappe Stunde offen. Die eine Liga höher spielenden Gäste taten sich schwer, gingen aber mit dem Pausenpfiff in Führung. Flanke in den Fünfer, Kopfball ohne Bedrängung genau auf den Keeper, der abklatschen lässt und ein weiterer Sachsenhausener kann so abstauben. Dafür aber nach Wiederanpfiff der Ausgleich.
      War so eine Überraschung denkbar, sorgte das 1:2 allerdings für den erwarteten Ablauf. Ballverlust im Ablauf, kaum einer läuft mit zurück und die Flanke an den langen Pfosten mit Übersicht findet den entfleuchten Jungspieler der Gäste, der annimmt und vollendet. Von dem Dämpfer erholte sich Frankonia nicht mehr. Die Gäste nun siegessicher und bissig in den Zweikämpfen, die Gastgeber selbst chancenlos in der Rolle des Spielgestalters. Als der gerade kurz vorher mit Gelb verwarnte Verteidiger als letzten Mann im Strafraum den durchgebrochen Angreifer fällt, gibt es den klaren Elfmeter, aber nur mahnende Worte an den Übeltäter. Der wusste wie alle anderen, das das eigentlich zwingend ein Platzverweis war. Der Elfer wurde verwandelt und immer wieder entwischte der Gästesturm der Verteidigung, die "nur" noch zweimal traf. Einmal mit einem schönen Konter und Schuss aus dem Hinterhalt (den hätte der Keeper uU halten können), dann wieder ein riskantes Einsteigen am Fünfer und erneut Elfmeter. Die Gastgeber haderten, doch den kann man geben.
      Mit 1:5 verliert Frankonia dann doch um zwei Tore zu hoch gegen Sachsenhausen, die sich anfangs schwer taten, aber dann souverän zuschlugen.
      Mit der Beute im gepäck ging es für mich zurück nach Grünau, wo punktgenau die Bahn wartete.
      Ich musste mich ja frisch machen, denn Koza Mostra spielten im SO36.

      Sonntag: Eintracht Mahlsdorf - Tasmania Berlin
      Als weite Auswärtsfahrt innerhalb der Stadt war ich schon froh, nicht mehr nach Mahlsdorf zu müssen, auch wenn in der Oberliga am genau gegensätzlichen Ende Staaken wartet. Dank der Pokalauslosung gibt's dieses Jahr beides. Spitze. Sowohl die Mahlsdorfer als auch Tasmanen hätten auf das Duell zu diesem Zeitpunkt verzichten können, da es noch schöne unterklassige Mannschaften gibt. Doch statt Schwarz-Weiß Spandau, Blau-Weiß Friedrichshain oder Kickers Hirschgarten eben ein Duell, was in den letzten Jahren immer umkämpft und nicht immer positiv für Tas endete.
      Vorher erstmals den Flohmarkt auf dem alten RAW-Gelände besichtigt (Reichsbahnausbesserungswerk!), danach direkt nach Fernost. Letzter S-Bahnhof vor dem brandenburgischen Hoppegarten. Dann noch in den Bus gen Nordosten Richtung Hellersdorf. Tatsächlich befinden wir uns immer noch im Einfamilienhausquartier, die Strasse ist mittelgroß und als begrünte Allee durchaus nett. Eher Kleinstadt als Hauptstadt. Irgendwann kommt die Haltestelle Am Rosenhag und knapp 150 Meter weiter wäre man schon an der Grenze zum brandenburgischen Hönow. Also wieder eine Grenzerfahrung. Erstaunlich pünktlich bin ich also mal da und zumindest lohnte sich die Reise diesmal.
      Die Gäste in der Chancenverwertung überraschend zahnlos, Tas schneller und treffsicher. Die kleine Emre dribbelt sich einmal komplett durch und schließt ab, Romario muss den Abpraller nur noch in die Maschen setzen. Beim zweiten Treffer stehe ich dummerweise am Getränkestand und der ist ganz im Süden hinter dem Eingang. In Wernsdorf wäre das nicht passiert.
      Zumindest ist Publikum da und selbst die Mahlsdorfer machen mal Stimmung. Unseren Szeneapplaus hatte ich kleiner Ultra-Bubi wohl als Verhohnepipelung aufgefasst, war aber zu zartbesaitet, wirklich mal zu pöbeln und moserte eher dezent herum. Wirklich klasse warne nur die Kindermannschaften, die Spaß hatten. Lustig auch der Groundhopper mit eigenem Banner und auch der harte Kern der Mahlsdorfer war an der Trainerbank mit ihrem Banner (incl Postleitzahl, sonst glaubt man ihnen im Westteil vielleicht nicht, dass sie zu Berlin gehören). Nach dem obligatorischen Besuch mit Schwätzchen also zurück.
      Die Zweite Halbzeit gehörte dann aber den Gastgebern, die sichtlich bemüht waren, während Tas schon dem Schlußpfiff entgegeneierschaukelte. Spielaufbau im Mittelfeld mit weitem Ball auf die außen? Läuft. Den Außenspieler flanken lassen? Aber ja. Die Hoffnungen lagen immer auf die Innenverteidigung mit Julian Loder und Lukas Bähr, dazu ochste auch Felix Robrecht viel raus. Einmal kam der Mahlsdorfer Dauerbrenner Zorn frei zum Kopfball und traf als Abstauber. Den kannste halt nicht aus den Augen lassen. Er erinnert mich optisch immer noch an Donald Ducks Nachbar Zorngiebel und ärgerte Tas auch heute wieder. Die Schlußoffensive musste man also doch wieder zittern, genauso wie das Gehäuse - Ein Freistoß klatschte noch einmal an die Latte, da wäre wohl selbst unser Torwartgott machtlos gewesen. Und eine Verlängerung hätten wir wohl nicht überstanden, die platten Spieler schon gar nicht.
      Endstand: 1:2
      Nadel hab ich schon, der Pfandbecher hat kein Logo, blieb also da.

      Ansonsten kaum Überraschungen im Pokal, wenigstens kickte der BAK Blau-Weiß 90 raus. Mit den Jungs aus dem Poststadion kommen wir schon irgendwie klar. Nennenswert nur im Pokal der II. Herren (ist hier getrennt) Nord Wedding II - die kegelten als Kreisliga B - Truppe Landesligist Altglienicke II raus. Alle Wetter!
    • So, nun aber ...
      Brandenburg-Liga: Eintracht Miersdorf-Zeuthen - Petershagen-Eggersdorf 2:4

      Wer von oder nach Berlin mit dem Flugzeug reist, kommt an Tegel und/oder Schönefeld bekanntlich nicht vorbei. Letzterer ist südlich Neuköllns gelegen und an das namensgebende Dorf schließen sich wiederum südlich davon diverse Dörfer/Siedlungen an, die entweder zur Stadt Königs-Wusterhausen gehören (wie das letztens erwähnte Wernsdorf), oder zu Landgemeinden zusammengeschlossen wurden (wie eben das Angerdorf Miersdorf mit Zeuthen). Besagtes Miersdorf-Zeuthen liegt nun genau zwischen Schönefeld und Eichwalde im Norden und KW im Süden. Die Ortschaften gehen nahtlos ineinander über, "Schuld" ist daran die S-Bahn im späten 19. Jahrhundert.
      Der Platz der Eintracht liegt dabei aber weder in Miersdorf noch in Zeuthen, sondern schon in Schulzendorf. Einziger Haken: es ist vom Bahnhof eine kleine Ecke zu laufen, also hatte ich das Fahrrad dabei und verfuhr mich erstmal gründlich trotz Kartenstudiums, wobei ich so wenigstens den alten Dorfkern mit Feldsteinkirche und dem überdimensionierten Ehrenmal für die Rote Armee zu Gesicht bekam.

      Ein selbst gebasteltes Schild begrüßt die Gäste und zwischen Vereinsheim und einem amtlichen, halbhohen Jägerzaun führt ein kleiner Weg zum Kassenhäuschen, wo zwei Securityleute Wacht halten. Ein weiterer Vereinsoffizieller erkennt schnell, dass ich Fußballtourist bin und fragt, was ich brauche. Die Anstecknadel natürlich! Der Kassenmann ruft gleich, dass die bei ihm sind. Perfekter Service! Das Ticket ist mit den Wappen der beiden Vereine spielstagsindividuell, was schon klasse ist. Dafür aber auch nicht eines der fälschungssicheren Monstertickets, die auch keiner so braucht. Genau richtig. Der erste Eindruck ist also schon mal klasse. War ja auch ein Tipp von einem anderen Hopper. Zur linken befinden sich dann die anschließenden Gebäude, rechts kommt nach zwei rustikalen überdachten Sitzgruppen, wie man sie an Waldwanderwegen findet. Dahinter eine Schaukel und ein kleiner Kiosk, wo Nepalesen (!) die anwesenden Besucher mit Getränken und Wurst versorgen.

      Die Haupttribüne ist allerdings das unbestreitbare Highlight. Alles Marke Eigenbau: Zwei überdachte Reihen mit Sitzplätzen, die aller Wahrscheinlichkeit nach von ausrangierten Bahnwaggons kommen, dazu passend die Klappsitze davor, so dass da schon einige Leute unterkommen. Zwischen der ersten und zweiten Reihe haben die Baumeister auch ihre Namen in den Beton geritzt. Großartig. Quasi ein individualisierter Stadionbau. Gegenüber die Trainerbänke und eine Werbebande mit vergilbter BER-Werbung. Das Ding ist nicht mal offen und die Bandenwerbung fast altersschwach. Zwei weitere Highlights: ein großes Schild SC Eintracht grüßt seine Gäste und eine wirklich große Anzeigetafel, wo man mit Leiter hoch muss und zwei Pennäler das Ergebnis anpassen. Der kleine Nebenplatz hat nicht nur eine Art Tribüne, sondern noch zwei alte Banner.

      Zum Spiel reiste Petershagen-Eggersdorf an - ebenfalls ein Siedlungshaufen vor den Toren Berlins, allerdings im Osten. Hier fließen u.a. Neuenhagen, Fredersdorf-Vogelsdorf und eben Petershagen-Eggershagen ineinander. Und ja: Doppelnamen haben Konjunktur. Das Irre ist: man kann sich das komplette Spiel noch anschauen, wie ich eben gerade festgestellt habe. Dabei sieht man im Hintergrund schön die Haupttribüne und wenn man was kurzes, gut genährtes mit Weiß-Rotem Trikot und schwarzer Hose sieht, dann habt ich gleich den Captain erblickt.
      0:1 - Flanke, Verteidigung lässt sich überrumpeln (ab 28:30)
      1:1 - Elfmeter nach Foul, auch schön das Gezeter von der Heimbank ("Solche Holzhacker!") (Etwa ab 31:15). Man beachte die Tormusik ...
      1:2 - Fehler im Spielaufbau und dann lassen die Gäste den Gegner schlecht aussehen (ab 39:00)
      1:3 - Konter, keiner greift an und der Vorlagengeber kann in Ruhe gucken, wann ein Mitspieler bereit steht. Schöner Abschluss. (1:28:00)
      Foul? - 1:29:15, wieder Ballverlust im Aufbauspiel, der Balldieb läuft davon, lässt erst einen Spieler aussteigen und könnte abschließen, aber will den zweiten Gegner auch noch aussteigen lassen und der lässt das Bein stehen. Sah im Spiel noch klarer aus als hier im Bild. Sehr geil der eskalierende Gästetrainer, der man danach schön hört.
      1:4 - Doppelfehler in der Verteidigung (1:51:00)
      2:4 - Freistoß, diesmal Duseltor für die Gastgeber 1:53:30

      Sehr kultig: der bärtig-plautzige Referee. Gästeverteidiger mosert über irgendwas, was auf der anderen Seite passiert ist; Schiri kommt gelaufen und brüllt zurück "Ach, dass hast du wohl aus Hundert Metern so jenau gesehen?". Sehr schön auch die Reaktion nach einem Foul, als der Übeltäter etwas unschlüssig in der Nähe des Tatorts verweilt und der Referee ihn ermuntert: "Geh doch mal hin!" - und der tat, wie ihm geheißen und entschuldigte sich. Dafür ließ er auch viel durchgehen.

      Auch das Duell an der Seitenlinie hatte was. Der Gästetrainer hatte das etwas lautere Organ und war ordentlich dabei, wie ihr bei dem Foul im Strafraum hören konntet. Dabei erfuhr ich von der Kamera. Beide Trainer dürftne im gleichen Alter sein und kannten sich. "Wenn's ein Foul war, bezahl ich dein Essen, wenn nicht, dann du meins!" schlug der Eintracht-Coach vor. "Ach, du isst immer so teuer! Bei uns ist doch immer alles billig, wir sind doch kurz vor Polen!" flachste der Gästetrainer zurück. Anmerkung: das Nest liegt Luftlinie 5 Kilometer östlich von Berlin ... :D

      Fanaccessoires
      Trainerbank
      Banner
      Schlüsselübergabe
      Maskottchen

      Anschließend mit Rad entspannt zurück und noch eine Station mehr gefahren. Schön war's!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Captain BlackAdder ()