In der Kabine - eine kurze Geschichte zum Ende der Winterpause

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    • In der Kabine - eine kurze Geschichte zum Ende der Winterpause

      In der Kabine

      Die Neonröhren an der Decke erhellen die Kabine mit ihrem intensiven Licht – die Wände strahlen weiß wie Milch. Raum zum Verstecken bietet sich hier wenig für unsere angehenden Helden. Ein paar Bänke, die obligatorischen Haken an der Wand, pro Person ein rostiger Spind und nicht zu vergessen der Wasserspender in der Ecke – halb voll, Marke „BlackForestAqua“, roter stylischer Standfuß. Gegenüber der Eingangstür befinden sich die Zugänge zur Dusche und zum Ermüdungsbecken. Auf den ersten Blick mehr als überraschend, liegt ein roter, reich verzierter Perserteppich vor der Tür zu den Spielerduschen. Nicht mehr „trés schiek“ sondern eher abgenutzt, die Borte latent Abriss gefährdet, erinnert er als Glücksbringer an erfolgreiche aber längst vergangene Zeiten. Einst zierte genau dieser Teppich den Balkon des Rathauses und nach der bisher einzigen, gewonnen Meisterschaft reckte der damalige Spielführer die Schale in die Höhe und stimmte zusammen mit den Fans den Queen Klassiker „We are the Champions“ an. Die Maße des Raums von 300 auf 250 Zoll ergeben im Allgemeinen nicht viel Platz für die Spieler. An so einem großen und wichtigen Tag wie heute, scheinen sie aber gerade zu beklemmend klein.
      Die Mannschaft hat sich schon vor einigen Minuten im Raum eingefunden. Aktuell geht jeder noch seinen eigenen Ritualen vor dem Spielbeginn nach. Das Ganze läuft sehr ruhig, beinahe andächtig ab – von hektischem Radau, wie man ihn vielleicht erwartet hätte, ist nichts zu spüren. Der neue Abwehrspieler – mit 1,93 Metern der Größte der Truppe – liest gerade in einem Buch über Moderne Cuntzt. Neben ihm reihen sich fast gestaffeldt nach Größe seine Kollegen aus der neu formierten Abwehrformation. Zwei davon versuchen sich abzulenken, in dem sie sich gegenseitig luistige Stellen aus Wilhelm Buschs „Max & Moritz“ vorlesen und dabei derber lachen als die Zuschauer beim Komödienstadl. Erst durch einen ernsten Blick des Kapitäns, verringern die beiden deutlich ihre Lautstärke. Vor seinem Spind spricht ein Stürmer nahezu geräuschlos ein Gebet und macht hierzu langsame Handbewegungen, die ein großes Kreuz ergeben. In der Ecke stehen einige Spieler um den „Getränketisch“ – dieser hält ein breites Angebot für die Fussballer bereit: Wasser, isotonische Getränke, 3 Sorten Müller Milch (ein Zugeständnis an einen Werbepartner) und verschiedene Saftschorlen. Die Spieler unterhalten sich über die Bedeutung der heutigen Partie. Dabei mischen sich kernige Anweisungen über die Taktik, aufmunternde Worte und die üblichen Motivationssätze: „Heut läuft es anders!“, „Entscheidend wird sein, wie wir unsere Taktik auf dem Feld umsetzen“, „Heute belohnen wir uns für die harte Vorbereitung“. In Gedanken versunken steht der „Frischling“ an Fenster gelehnt, mit den Fingern auf einem Blech nervös trommelnd. Er ist in der Winterpause direkt aus der U17 zu den Profis gestoßen. Geboren in Russland in der kleinen Stadt Kem, perfekt ausgebildet in der Jugend in Freiburg, hat er sich durch seine starke Technik auch bei den gestandenen Profis schnell in den Vordergrund spielen können. Im selben Moment wird die Tür jäh aufgerissen und in seiner gewohnt energischen Art, stürmt der Trainer in die Kabine. Ach ohne seine stürmischen Auftritte, würde er eine imposante Figur abgeben – Typ sibirischer Holzfäller, breite Schultern, großer Kopf, feuerrote Haare von der Stirn bis zum ScheidelRon Wesley wäre neidisch auf die intensive Farbe. „Jungs“, so nennt er alle seine Schützlinge, „Wir haben ein Problem. Und dieses Problem heisst: drohender Abstieg aus der 2. Liga. Und ich brauche euch nicht nochmal erklären was das bedeutet.“ Alle Spieler richten gebannt ihre Augen auf ihren Trainer, obwohl jeder einzelne weiß – er wird es dennoch erklären. „Die Lösung unseres Problems wird nicht so schwierig wie für Moses, als er damals das Meer teilen musste. Aber dennoch, der Abstieg muss unbedingt verhindert werden. Das hier ist kein Dorf, in dem sich Fuchs und Haas gute Nacht sagen, das hier ist eine Fußball begeisterte Stadt mit vielen Fans. Wir können den 2. Liga Fußball hier sichern, wir haben es in der Hand. Und die Lösung, Jungs, die Louisung Watet draußen auf dem Platz auf uns. Das ist sicher keine Mannschaft, die man ma Hop vom Rasen fegt. Wir krebsen aktuell noch doch nur hier unten in der Tabelle rum, weil wir in der Hinrunde nichts, und wirklich gar nichts von dem gezeigt haben, was jeder von uns eigentlich kann. Wir oft habe ich mir gedacht. Ia, shieß doch – zieh endlich mal eine ab. Oder auf der Außenbahn, eieiei, gebrüllt habe, gebrüllt – lav richtig durch bis zu Grundlinie, ganz durch. Nur selten haben wir den Ton angegeben. Das waren zu 99% immer die Andrein. Und wie soll ich unser Abwehrverhalten beschreiben? Da brauch ich kein Lexikon, raden muss ich auch net – desaströs war das, viel zu oft. Und das Verhalten bei Freistößen – jedes mal haben wir die Hohe´ ned erreicht. Und thief oune sind se von allein nei …“. Die Tür zur Kabine geht auf und ein Betreuer ruft „Es geht los, rauskomme und in der Reihe aufstellen“. „Fapio, Ssekunde noch, wir sind glich fertig“! entgegnet der Übungsleiter und findet schnell wieder in seine Ansprache zurück. „Soumaré summarum hab ich schon wieder viel, zu viel geredet“. Das kollektive Schmunzeln seiner Jungs zeigt ihm, dass seine Einschätzung so verkehrt nicht ist. „Und dennoch, Jungs, steht für mich ohne Zweifelt fest, wir gewinnen das Ding heute und wuppen auch den Klassenverbleib. Sicha kann nämlich jeder weitaus mehr, als das was in den ersten 19 Spielen gezeigt wurde. Und lasst Euch ja keinen Müll erzählen, weder von Zeitungen, noch von irgendwelchen Bruddlern oder da in dem Internetzeug. Ich sehe hier eine Truppe von 23 MAK tharpferer junger Männer vor mir, die da gleich rausgehen und zeigen was sie wirklich können. Ich bin stolz auf jeden Einzelnen von Euch. Als ich heute Morgen aufgestanden bin, war mein Karmar complett positiv, also kann es gar nicht schief gehen. So wie in Homers Ilias werden wir heute ihre Achillesferse finden! Also raus mit euch, und holt Euch den Sieg!“ Die Spieler danken ihrem Coach mit einem kurzen, intensiven Applaus und klatschen ihn beim rausgehen einzeln ab.

      Als die elf Spieler aufgereiht im Tribünengang auf das Einlaufen warten, erscheint das Stadion mucksmäuschenstill. Nervös wird zum warm bleiben auf- und abgesprungen, die Beine ausgeschüttelt oder sich gegenseitig abgeklatscht und motiviert. Nach einer gefühlten Ewigkeit geht es los und als die Spieler jeweils einen ersten Blick auf die Gegengerade erhaschen können, sehen sie diese komplett in blau und weiß gehüllt. Auf einem großen Transparent steht der Spruch „Nichtabstieg 2012 – ich war dabei“ und darunter jeder einzelne Name der Spieler des gesamten Kaders. Als der Kapitän seinen ersten Schritt in das Stadionrund macht, kippt die Stimmung von der totalen Stille in einen brandenden Applaus. Jeder einzelne Zuschauer steht – egal ob auf der Haupttribüne, dem Fan- oder dem Familienblock und macht der Mannschaft Mut. „Auf gehts! Ihr schafft das! Brafo!“ fanatisch jubeln die Anhängern ihrer Mannschaft zu. Aus dem Fanblock ertönt „ich wollte dir nur mal eben sagen, dass du das Größte für mich bist…“
      Spätestens in diesem Moment hat jeder einzelne Spieler Gänsehaut und weiß, dass der Trainer Recht hat – heute gewinnen wir das Ding und absteigen werden wir diese Saison ganz sicher nicht!
      Tri, Tra, Trulalala - der blau-weiße Clown ist wieder da!
    • Spielerliste von der KSC HP vom 16.1.2012 (zusätzlich Moritz, Bortel, Calhanoglu, Kreuzer, Andersen und Stolz).
      Richtige Grammatik und Rechtschreibung wurde den Spielernamen im Einzelfall untergeordnet. :) Verwendung fand zumeist der Nachname, falls das nicht funktionierte Vorname oder ggf. Spitzname.

      Auls auf gehts Jungs - Kämpfen & Siegen!

      Für immer KSC :kscfahne:
      Tri, Tra, Trulalala - der blau-weiße Clown ist wieder da!
    • du hast zuviel freizeit :D

      aber richtig gut geschrieben :nuke:
      :kscfahne:

      Die dunkle Zeit geht vorbei
      Wir sind zurück in Liga 2
      Euer Albtraum wird wahr

      WIR SIND WIEDER DA!
      :patriots: :bscfahne: :zagreb: