Katzenjammer - Gedanken, die niemand haben will

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Wie bereits angekündigt, tritt am 25.5.2018 eine neue, EU-weite Datenschutzverordnung in Kraft. Deshalb haben wir unsere Datenschutzerklärung​ aktualisiert. Für User hat sich im Grunde nichts geändert, aber die Erklärung ist jetzt gesetzeskonform :)

    Um auf der sicheren Seite zu sein, haben wir uns dazu entschlossen, dass jeder User ab 25.5.2018 um 00:00 Uhr die neue Datenschutzerklärung akzeptieren muss, bevor er posten kann.

    • Playboy Fifty plus One aus Großburgwedel

      Alle 51 Minuten verliebt sich ein alter Mann bei Parship, sagt man. Bei der DFL war man am gestrigen Montag nicht ganz so verliebt. Hieß es in den vergangenen Monaten gerade aus Kinds Umfeld, wie viel er doch den Verein (meint auch die Kapitalgesellschaften) gefördert hätte, soll man nach Infos des Tagesspiegel bei der DFL wohl entsetzt gewesen sein, wie wenig Kohle Kind tatsächlich in die Hütte gesteckt hätte. Laut Skysportnews soll in den 20 Jahren ein einstelliger Millionenbetrag geflossen sein, was eine „erhebliche Förderung“ natürlich komplett absurd erscheinen lässt. Natürlich wusste Kind insgeheim, dass er viel zu wenig investiert hat. Das wird ihm auch irgendwer bei der DFL mal erzählt haben, aber er musste halt irgendwie ohne Imageschaden aus der Sache rauskommen. Das hat er mit dem Ruhenlassen des Antrags jetzt geschafft, eine krachende Ablehnung – auf die es hinausgelaufen wäre – wäre einem PR-Desaster gleichgekommen, sowohl für ihn, als auch für seine Artillerie made by Madsack, die in den vergangenen Monaten wenig Möglichkeiten ausgelassen hat, ihre Geschütze für Kind in Stellung zu bringen. Der Altruismus des Martin Kind ließ uns in den vergangenen Monaten wissen, dass man ja nicht nur die finanziellen Aspekte berücksichtigen darf, sondern noch sein ehrenamtliches Engagement für den Verein berücksichtigen muss, und das Stadion ja sowieso. Die Mär mit dem Stadion wurde ja hier schon mal entzaubert, das Ding wurde komplett kreditfinanziert, und im Gegenzug zu seinem ehrenamtlichen Engagement gab’s 20 Jahre PR und Vernetzungsmöglichkeiten, die aus einem regionalen Mittelständler eine bundesweit präsente Firma gemacht haben.

      Bei der DFL will man sich nun zusammensetzen und doch eine Möglichkeit zum Einstieg von Investoren finden. Damit habe ich aus mehreren Gründen erheblich weniger Probleme, als mit dem kindischen Modell. Denn seien wir mal ganz ehrlich, 50+1 zementiert schon ein wenig die Machtverhältnisse, denn Investoren/Sponsoren betätigen sich nun mal gerne, wenn sie „mitgestalten“ können. Das können sie heute nur bedingt und so sind es nur die Großen, wie Bayern und Dortmund, wo einem Sponsor auch ohne die Möglichkeit der Mitgestaltung genügend Sonne auf sein Produkt scheint, dass sich ein größeres Investment lohnt. Und auch so ehrlich sollte man zu sich selbst sein, ohne Big Money geht im heutigen Fußball überhaupt nix und wir Traditionalisten, die sich auch auf einen Kick in Heidenheim, Samstags um 13 Uhr freuen, sind eben in der Minderheit. Wer mit den großen Hunden pissen will, muss Kohle in die Hand nehmen, gerade in Zeiten von absurden Fernsehverträgen und gelangweilten Chinesen im Rest Europas. Das können wir nicht verhindern, wir können es nur herauszögern und versuchen, das Unvermeidliche mitzugestalten.

      Sollen sie also diskutieren, ich habe da keine Angst vor. Zumal die DFL ja der Zusammenschluss aller 36 Profivereine ist, also müssen 36 verschiedene Interessen unter einen Hut gebracht werden. Vereine wie Dortmund, Bayern, Schalke, Gladbach fahren finanziell gut mit dem jetzigen Modell, Leverkusen und Wolfsburg würden ihre Privilegien verlieren, Vereine wie Pauli, Dresden, Union, Darmstadt werden schon aus kulturellen Gründen nicht frohlockend einer Änderung zustimmen. Für eine Änderung wird eine 2/3-Mehrheit benötigt, die sehe ich noch lange nicht. Diese Einigung kann also dauern, sehr lange sogar. Das kann auch die biologische Restlaufzeit eines Martin Kind locker überdauern. Aus dem gleichen Grund denke ich auch, dass Kind nicht gegen 50+1 klagen wird. Im SPIEGEL werden 10-15 Jahre für eine eventuelle Klage angesetzt, deren Erfolg nicht so garantiert ist, wie es einem die hannoverschen Premiumjournalisten weismachen wollen.

      Martin Kind hat die Büchse der Pandora nun geöffnet und nur die Zeit wird zeigen, wohin der Weg des Fußballs in Deutschland letztlich führen wird. Kind glaubt weiterhin, dass jede ausgelagerte Kapitalgesellschaft aller Vereine sich händeringend auf einen Wegfall von 50+1 freuen würde, aber da ist er schief gewickelt. Eintracht Frankfurt hat wohl schon einen Vorstoß gebracht, dass sich ein einsteigender Investor verpflichten müsste, Wappen und Vereinsfarben beizubehalten, außerdem favorisiert die Eintracht wohl eine Mindesthaltepflicht der Anteile bei einem Investor. Zu viele Vereine haben gar keinen Grund, etwas am derzeitigen Modell ändern zu wollen, zu groß sind nämlich andererseits auch die Ängste, vielleicht keinen langfristigen strategischen Partner zu finden und nicht nur finanziell baden zu gehen, sondern sich das, was man jetzt hat (Volle Stadien, vergleichsweise gute Stimmung und hohe Identifikation) mutwillig zu zerschießen. Dazu kommen Vereine, die zu einer Änderung zwar bereit sind, aber nur unter hohen Auflagen. Das alles hätte Martin Kind vorher wissen können, ja müssen, aber dass er von diesem speziellen Business wenig Fachkenntnis hat, dürfte niemanden mehr überraschen.


      „Und Sie, Herr Lienen, haben Sie früher auch mal Fußball gespielt?“ - Martin Kind

    • Ich habe ja öfter schon mal die Theorie aufgestellt, dass 96 wirtschaftlich beschissen aufgestellt ist und das trotz, oder gerade wegen dieses „Machers“ aus Großburgwedel. Um die Umsatzentwicklung in den letzten 5 Jahren vergleichen zu können, habe ich mir die Daten von 96, dem SC Freiburg und Mainz 05 jeweils in den Saisons 2013/2014 und 2017/2018 angeschaut. Freiburg hat eine ähnliche sportliche Kurve hingelegt (1 Jahr 2. Liga) und Mainz müsste aufgrund der Historie und der Heimatstadt eigentlich hinter uns liegen. Vergleicht man die Mitgliedszahlen, hat 96 sogar sehr viel mehr Mitglieder (23.000) wie Mainz (12.500) oder Freiburg (18.500) und gerade Freiburg galt ja seit je her als das Armenhaus der Liga.


      Der Vergleich passt auch deshalb so gut, weil alle drei Vereine in der Saison 2013/2014 ungefähr gleiche Umsätze hatten. Während Freiburg Einnahmen in Höhe von 70 Mio. € erzielte, erlöste Mainz 05 im gleichen Zeitraum 76 Mio. €. Hannover platzierte sich mit 75 Mio. € in der Mitte. Die gesamte Bundesliga meldete in dieser Zeit einen Umsatz von 2,45 Mrd. €. In der Saison 2017/2018 setzte die Bundesliga 3,81 Mrd. € um, konnte die Erlöse also um ca. 50% steigern.


      Der SC Freiburg setzte in der Saison 17/18 100 Mio. € um, konnte sich also um 42% steigern. Mainz 05 steigerte sich auf 114 Mio. €, ein Plus von 50%. Und 96? Die gute Nachricht: Man konnte den Umsatz ebenfalls steigern. Die schlechte Nachricht: Das von Martin Kind im Jahr 2014 ausgerufene Ziel von 100 Mio. € wurde sehr deutlich verfehlt, es wurden am Ende 82 Mio. €, eine Steigerung von grandiosen 9%. Während die Bundesliga in den letzten Jahren also signifikant mehr Kohle eingenommen hat, kriegt 96 vom immer größer werdenden Kuchen immer nur so viel mit, als würde Obelix diesen wie bei ‚Asterix und Kleopatra‘ in 18 höchst unterschiedliche Teile teilen.


      Bleibt die spannende Frage, was da passiert ist. Oft wird von Martin Kind der Abstieg 2016 als Ursache angeführt und man muss sicher feststellen, dass sich der Umsatz in der Zweitliga-Saison fast halbiert hat (40 Mio. +x), aber die Gründe gehen tiefer und sind struktureller Natur:


      Sponsoring


      Mit Heinz von Heiden hat 96 einen der kleinsten Sponsoren der Liga. Nur Kömmerling und Schwarzwaldmilch – witzigerweise die Sponsoren von Mainz und Freiburg - haben weniger Umsatz, als der Isernhagener Häuslebauer. 5 Mio. € überweist HvH jährlich an 96, wobei Gerüchten zufolge dieser Betrag stark leistungsbezogen sein soll. Also zahlt 96 wahrscheinlich dieses Jahr Geld zurück. Der Ausrüster Jako zahlt „nur“ 1 Mio. €, der schlechteste Wert der Liga. Für das Stadion gibt’s immerhin 1,75 Mio. € pro Jahr und da sind immerhin 5 Vereine schlechter.


      Um einen aussagekräftigen Vergleich hinzukriegen, habe ich mir den Zukunftsatlas BRD angeschaut, der grob gesagt alle Landkreise in Deutschland nach verschiedenen Kriterien beurteilt. Hannover liegt da auf Platz 82 von 402 Kreisen und auf die Bundesligastädte bezogen auf Platz 11 von 18. Nicht überragend, aber immerhin im Mittelfeld, während 96 beim Sponsoring schon seit mindestens einem Jahrzehnt der Musik hinterherläuft, denn auch der vorherige Trikotsponsor Tui hat hier kein Vermögen investiert. Die Global Player der Region Hannover haben schlicht „keinen Bock auf 96.“ Conti und VW Nutzfahrzeuge sind zwar „Exklusiv-Partner“ und Konica Minolta und Johnson haben nur ein paar Banden gekauft und Bahlsen stellt die Fanbox auf, aber verglichen mit den wirtschaftlichen Möglichkeiten dieser Unternehmen ist deren Engagement bei 96 eher lächerlich gering. Expert und Tui scheinen mittlerweile sogar ganz raus zu sein und warum Herr Rossmann nur als privater „Geldgeber“, Tenniskumpel und Schattenmann bleibt und mit seiner gewiss nicht armen Handelskette überhaupt gar nicht in Erscheinung tritt, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Ich vermute ja schon länger, dass viele große Unternehmen keine Lust haben, in einem autokratischen Laden mit großem Zampano vorn dran zu investieren, denn Sponsoring ist ne heikle Geschichte, das Gebaren des Vereins fällt immer auch auf’s Unternehmen zurück und andersrum. Ein gutes Beispiel für „andersrum“ ist sicher das Engagement der Firma Bimbo bei Philly Union. phillysportsnetwork.com/2017/11/29/bin/


      Transfers


      Auch bei den Transfererlösen – die ja ein Teil des Umsatzes ausmachen – sieht es seit je her finster aus am Maschseeufer. Es gibt Vereine, die verstehen sich als Ausbildungsvereine. Es gibt Vereine, die haben ein hervorragendes Scouting-Netzwerk. Es gibt Vereine, die beides aufgrund ihrer guten Wirtschaftskraft bei den Spielern nicht auf die Mark schielen müssen. Und es gibt Vereine, die sich aufgrund mangelnder Substanz bei der Resterampe der anderen drei Gruppen bedienen müssen. Und zu letzterer Kategorie zählt 96. Ein Nachwuchsleistungszentrum, das nationalen Standards genügt, gibt es bei 96 erst seit 2016, nachdem es 10 Jahre lang nur großmäulig angekündigt wurde. „Verluste“ an Bremen und Wolfsburg, wie z.B. ganz aktuell die Eggesteins waren lange an der Tagesordnung.


      So blieb 96 jahrelang nichts anderes übrig, als fertig entwickelte Spieler verhältnismäßig teuer einzukaufen (und zu bezahlen) und erst am Ende ihrer Karriere für recht wenig Geld wieder abzugeben. Und kauft man sich doch mal Talente, hat man im Verein keine Ressourcen, um diese langsam heranzuführen. Allzu oft werden junge Talente nicht langsam an die Mannschaft herangeführt, sondern werden ins kalte Wasser geworfen und müssen die Kohlen der verhunzten Transferpolitik ausbaden.


      Diese zeichnet sich unter Anderem – und damit wären wir wieder beim Kernthema – dadurch aus, dass faktisch nur lächerliche Transfererlöse erzielt werden. Auch hier habe ich mir wieder Freiburg und Mainz geschnappt und die Transferbilanz der letzten 10 Jahre vergleichen. Während 96 in den 10 Jahren insgesamt 54 Mio. € Transfereinnahmen verbuchen konnte, fällt die Freiburger Bilanz mit 128 Mio. € schon mehr als doppelt so hoch aus. Getoppt wird das freilich durch die Mainzer, die im gleichen Zeitraum 182 Mio. € Transfereinnahmen generiert haben. Dem gegenüber stehen bei Hannover 96,72 Mio. € Ausgaben für Transfers, Freiburg hat 84 Mio. € und Mainz 135 Mio. € für Transfers ausgegeben. Bei beiden anderen bleibt ein sattes Plus von roundabout 45 Mio. €, während 96 in den letzten 10 Jahren insgesamt 42 Mio. aus anderen Quellen dazu schießen musste.



      Bleibt als Fazit, dass Martin Kind den Verein laut eigener Aussage „wie ein Wirtschaftsunternehmen“ führen muss, diesen Worten aber nur selten Taten folgen lässt. Stattdessen versickern die, durch den TV-Vertrag schon automatisch steigenden Einnahmen irgendwo in einem undurchsichtigen Firmenkonstrukt, werden aufgrund der mangelnden Substanz im Verein für überteuerte Ablösen und Gehälter rausgehauen und Kind selbst tritt als Vorstand, Controller, dubioser Darlehensgeber und Geschäftsführer Sport in Personalunion auf. Nachhaltig ist dabei nur das Wenigste, Kind und die Entwicklung von 96 unter ihm machen viel mehr den Eindruck, jedes Jahr mehr auf Kante genäht zu sein und die langfristige Strategie sieht oftmals so aus, dass strikt auf Sicht gefahren wird und immer nur versucht wird, die momentane Saison irgendwie rumzukriegen. Perspektive Fehlanzeige.


      „Und Sie, Herr Lienen, haben Sie früher auch mal Fußball gespielt?“ - Martin Kind

    • Sehr schöner Beitrag :nuke:
      Hab neulich auch mal angefangen eine Übersicht aufzustellen, war dann aber irgendwie zu faul das weiter zu machen und war auch nicht ganz so umfangreich :D
      „Das Niveau des Vereins ist jetzt da, wo es hingehört“

      Martin Kind
    • Ich laß mich ja eher selten im H96-Board blicken. Nach Kater's Beitrag, stelle ich fest, dass ein Blick auf die anderen Vereine doch hin-und wieder lohnenswert ist. Ein Kumpel von mir ist vor gut 6 Monaten von HH nach Stralsund "ausgewandert". Er stammt ursprünglich aus Hannover und ist 96-Fan. Der ist immer am meckern: "Hannover geht nicht mit der Zeit. Die Fans schnallen nicht, dass wir inzwischen ein Wirtschaftsuntermehmen sind. Wenn ich sehe, wie sich die Fans immer weiter vom Verein abwenden - das bricht mir das Herz ... :blah: . " Dem werde ich diesen Beitrag mal unter die Nase halten. Mal sehen, was da kommt.
    • Da kommt die übliche Platte:
      Kind hat uns in die Bundesliga geführt. Wer alles bezahlt muss mitbestimmen dürfen. Wir haben ein neues Stadion/NLZ. Den Ultras geht es doch nur um sich selbst.

      Mittlerweile habe ich komplett aufgegeben was solche Diskussionen betrifft. Manchmal hab ich es wirklich noch mit Kind-Jüngern zu tun und schalte sofort auf Sarkasmus um, das trifft die wenigstens :D
      „Das Niveau des Vereins ist jetzt da, wo es hingehört“

      Martin Kind
    • Ach, manchmal ist das ganz produktiv. Zumindest einige kannst du mit Argumenten dann durchaus kriegen und mit Argumenten meine ich nicht kein traditionsgeschwängertes Blabla sondern eben knallharte wirtschaftliche Fragen, wie z.B. "warum hat Stuttgart für 10% Anteile 41 Mio. € gekriegt und wir nur so 2,5?"

      Bear schrieb:

      Dem werde ich diesen Beitrag mal unter die Nase halten. Mal sehen, was da kommt.
      Halte mich bitte auf dem Laufenden. :D


      „Und Sie, Herr Lienen, haben Sie früher auch mal Fußball gespielt?“ - Martin Kind

    • Kampfkater schrieb:

      "warum hat Stuttgart für 10% Anteile 41 Mio. € gekriegt und wir nur so 2,5?"
      Die Schiene hab ich auch mal probiert. Mal waren das Fake News, dann wiederum war das ja auch egal, weil Kind ja sowieso genug Geld gibt und die Taschen öffnet.
      Gebe mir aber auch keine sonderlich große Mühe bei Leuten, die keine stimmberechtigten Mitglieder sind. Wer zu blöd/faul ist sich selber zu informieren und ein unabhängiges Bild zu machen, der hat es dann eben auch nicht anders verdient. Alleine deshalb muss der Laden sportlich abstürzen, ich will diese Leute einfach nicht mehr in der Nähe des Niedersachsenstadions wissen. Es gibt durchaus mal Leute, die mich gezielt fragen (weil es sie interessiert und zugeben können, sich da bisher wenig mit befasst zu haben), diese kriegen dann von mir auch sachliche Informationen zum Thema. Die Zeit nehme ich mir tatsächlich gerne. Nur bei Leuten, die schon Schlaumeiern ohne irgendwelche Kenntnisse, da lasse ich es bleiben. Wenn jemand beispielsweise ein Urteil über den Stimmungsboykott gefällt hat oder gleich mit "Argumenten" kommt wie "Fußball ist heute so, das müssen diese Selbstdarsteller mal begreifen".
      „Das Niveau des Vereins ist jetzt da, wo es hingehört“

      Martin Kind

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Hannoi1896 ()

    • Kind "plant" im Sportbastard schon mal die neue Saison. Der große Macher vom Kokenhof plant also die neue Saison. Wer denn sonst? Heldt? Aber ein neuer Sportdirektor muss/kann/soll auch her. Liest sich wie, wenn er morgens beim Bäcker nen passenden Kandidaten trifft, kommt ein neuer, wenn nicht, plant halt Heldt. Einen neuen Sportdirektor gibt's dann so im Juni. Der braucht dann nur noch die Verträge für die neuen Spieler vorzubereiten, die unser Scouting-Team (welches auf internationalem Top-Niveau arbeitet) in jahrelanger Kleinarbeit in seine Datenbank geladen hat. Nicht.

      Der alte/neue Sportdirektor fängt also bei seinem Datenstand an, den er hat/mitbringt. Das schließt dann Panik-Verpflichtungen wie die von Jonathas ein, denn wir erinnern uns, Jonathas war kein Fehleinkauf von Heldt, sondern das Ergebnis von (zu) langen Absprachen hinter den Kulissen. Erst sollte Ujah kommen, dann ein anderer und weil Heldt sich nicht mit Kind und Andermatt (und natürlich dem „Chefscout“) einigen konnte, verpflichtete man in Panik Ende August Jonathas.

      Finanzieren will er das Spektakel allein durch Spielerverkäufe. Kannste ja fast froh drum sein, dass keine weiteren Darlehen (die dann als Finanzspritze umschrieben werden) nötig sind. Nur, wen willste von der Plinsentruppe verkaufen? Bebou hat ne Ausstiegsklausel von 15 Mio. € (wohl nur im Abstiegsfall, aber hey, das kriegen wir schon hin) Walace die bekannten 30 Mio. Füllkrug hat ne Klausel von 24 Mio. €, Haraguchi 8 Mio.€. Unabhängig von den Beträgen, finde ich das relativ witzig, denn hat Kind nicht im letzten Sommer noch posaunt, dass es keine Ausstiegsklauseln mehr geben soll?

      Die Frage ist ja auch, wer zahlt diese Summen für diese Granaten? Die 30 Mio. für Walace sind komplett utopisch, vor allem wenn Kind jetzt noch raushaut, dass man mit Spielern wie Walace, die offensichtlich nicht bereit sind, alles zu investieren, nicht zu planen braucht. Schön mal den Marktwert verbrannt, aber wenn man den ohne Verlust verkaufen will (kam für 6,5 Mio.), bleiben eh nur Operettenligen á la Katar und China. In Europa kauft den niemand für einen zweistelligen Millionenbetrag.

      Füllkrug hätte man letzten Sommer für 15-18 Mio. schon nach Gladbach verticken müssen. Jetzt isser zwar verletzt, soll aber 24 Mio. bringen, obwohl e rin den 13 Spielen vorher nur 2 Tore gemacht hat. 12 Mio. pro Tor – Hecking und Eberl sind schon ganz heiß auf dieses Preis-Leistungs-Verhältnis.
      Selbst wenn diese völlig übertriebenen Klauseln nicht komplett greifen sollen, rechnet der Sportbastard mit 30-40 Mio. €. Dabei wird verkannt, dass die Spieler zwar vielleicht „werthaltig“ sind, aber das ist doch kein PC-Spiel, wo immer ein Markt für Spieler da ist. Wenn Haraguchi und Walace (und Jonathas) nach der Saison keinen reißenden Absatz finden, bleiben wir auf den Vögeln halt hocken und dürfen weiter deren fürstliches Salär bezahlen. Und selbst wenn man durch irgendeine glückliche Fügung 30 Mio. einnimmt und die für Transfers raushauen kann, reicht das doch hinten und vorne nicht, um in der 2. Liga eine konkurrenzfähige Truppe auf die Beine stellen zu können. Schon gar nicht, wenn tatsächlich dieser David Odonkor mit Schlitzaugen (Asano) für 3 Mio. gekauft werden soll.

      Davon ausgegangen, dass das so eintrifft, wie Kind sich das vorstellt, braucht man doch mindestens 6 Stammspieler. Esser bleibt. Glaube ich. Hoffe ich. Bete ich. Der Vertrag von Sorg läuft aus, also braucht man nen neuen RV. Ob Korb Bock auf Liga 2 hat, steht in den Sternen, aber so wie der spielt, kannst den auch in die Traditionsmannschaft abschieben. Unsere beiden Linksverteidiger bleiben uns ja wohl erhalten (woohoo!), aber Anton wird nicht zu halten sein und Felipes Vertrag läuft zum Glück aus. Also ist Elez im Wunderland unser einziger Innenverteidiger, da brauchst realistisch betrachtet 2-3 neue.

      Im Mittelfeld hat Doll Bakalorz schlauerweise zum Kapitän gemacht. Dessen Vertrag läuft nämlich aus und das könnte ggf. ein probates Mittel sein, um diesen zu verlängern. Schmiedebach kommt nach Leihe zurück, wobei der sicher versuchen wird, nen dauerhaften Wechsel zu Union zu forcieren. Bleibt noch Schwegler, ich mach Luftsprünge. Wenn Bakalorz bleibt, reicht da 1 neuer, wenn nicht, brauchst auch da 2 neue.

      Die Kreativzentrale ist mit Haraguchi, Fossum und Muslija zumindest quantitativ gut besetzt. Selbst wenn Haraguchi geht, oder auf’m Flügel gestellt wird, wo er weniger kaputt machen kann, bleibt die Frage, was mit Fossum ist. Der will ja auch weg und der kann von mir aus auch weg. Also bleibt wieder nur Muslija und ob man die Spielgestaltung in Liga 2 auf nen 20-jährigen Hoffnungsträger aufbauen soll… Also auch hier 1-2 Neue.

      Die Flügel kommen mit Asano (haha), Prib (Vertrag läuft aber aus), Maina. Hui. 3 Neue brauchst da schon, davon 1-2 Stammspieler. Und zu guter Letzt bleibt Weydandt als Mittelstürmer. Ohne 2 neue – und die kosten überraschenderweise auch in Liga 2 gutes Geld – brauchst da gar nicht antreten und zwar am besten zwei, die sich in der Spielweise ergänzen und nicht gegenseitig auf den Füßen stehen (Weydandt, Jonathas, Füllkrug).

      Macht also 12-14 neue Spieler, von denen mindestens 7-8 das Potential zum Stammspieler haben müssen. Für optimistisch geschätzte 30 Mio. €. Die durchschnittlichen Transfererlöse der Absteiger der letzten 5 Jahre betragen übrigens 19 Mio. €. Und für diese Rumpftruppe will man dann also 50-100% mehr Geld kriegen? Aha!


      „Und Sie, Herr Lienen, haben Sie früher auch mal Fußball gespielt?“ - Martin Kind