Sommerpause 2010 – Unsere Gedanken bleiben blau-weiß

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Wie bereits angekündigt, tritt am 25.5.2018 eine neue, EU-weite Datenschutzverordnung in Kraft. Deshalb haben wir unsere Datenschutzerklärung​ aktualisiert. Für User hat sich im Grunde nichts geändert, aber die Erklärung ist jetzt gesetzeskonform :)

    Um auf der sicheren Seite zu sein, haben wir uns dazu entschlossen, dass jeder User ab 25.5.2018 um 00:00 Uhr die neue Datenschutzerklärung akzeptieren muss, bevor er posten kann.

    • Sommerpause 2010 – Unsere Gedanken bleiben blau-weiß

      So wie bereits in der letzten Saison habe ich mal wieder eine kurze Geschichte geschrieben. Gleiches Schema - die Namen unserer Jungs musste da rein. Basis war das aktuelle Mannschaftsfoto. Wer da nicht drauf ist, wurde nicht berücksichtigt.

      Mein Motiv war wie letztes Jahr das gleiche: Meine persönliche Hingabe an unser Team - andere nörgeln über alles was sich anbietet oder auch einfach auch so, die Presse hat natürlich auch nur das Beste im Sinn für unseren Verein - ich bin einfach nur blau-weiß, ganz ohne Kompromisse.

      Zwei Erklärungen:

      1. bei Chrisantus habe ich nen Spitznahmen genommen :)
      2. Porcello ist absichtlich namentlich genannt, mein Statement zu seiner Rückkehr: JAAAAAAAAAAAAAAAAA!

      @ Mille: gerne kannst du das mit dem alten zusammebasteln, ich kann da ja nicht schreiben oder du lässt es so. Du bist der Chef :D

      Bonusfrage: Wer den Ort richtig errät, erhält ein Überraschungspakt von Mille. hehe

      Feedback würde mich wie immer freuen, möchte mich ja weiter entwicklen. :)

      ------------------------------------------------------------------------------------


      Wir präsentieren Ihnen heute im Rahmen der Veranstaltungsreihe

      „Sommerpause 2010 – Unsere Gedanken bleiben blau-weiß“

      die neue Kurzgeschichte des noch recht unbekannten Autors Karl Laun:


      Ein Testspiel

      Teil 1

      Es ist ein heißer Samstag auf dem kleinen Sportplatz im nördlichen Landkreis von Karlsruhe. Hier soll heute in Kürze ein Testspiel des Karlsruher SC gegen den lokalen Verein stattfinden. Über warme Temperaturen kann man sich heute wahrlich Nicht beklagen – Konkret zeigt das Thermometer bereits stolze 37,4 Grad. Und das um 11:45 Uhr ist, heute könnte noch der diesjährige Hitzerekord gebrochen werden, dafür fehlen nur noch 0,2 Grad mehr. Dazu keine einzige Wolke am Firmament, als hätte der Schäfer des Himmels all seine Schäfchen in den Stall getrieben. Auf Grund der Hitze scheinen auch alle Tiere sich ein schattiges Versteck für Ihr Mittagsschläfchen gesucht zu haben, so dass allein ein hektisch agierender Bieber auf dem Damm neben dem Sportgelände und die doch zahlreich erschienenen Fans der beiden Vereine die ansonsten über der gesamten Ortschaft liegenden Ruhe durchbrechen.
      Die Leute vertreiben sich die Wartezeit in den wenigen Schattenplätzen mit Fachsimpeleien über die WM, die sportliche Führung, die Transfers oder deren Ausbleiben – dabei scheint der Trent letzendlich bei beiden –dem kleinen und dem großen Verein – durch alle Gespräche ähnlich zu verlaufen: „bruddeln kann man immer – dem Verein treu bleibt man aber sowieso“. Neben dem Austausch in Expertenrunden versorgt man sich natürlich mit Getränken und Essen – wie es sich gehört gibt es Bratwurst, Steak und Bier. Auch wenn eine Vertreterin der dörflichen Oberschicht erstmal die Nase rümpft und sich wegen des Fehlens von „Champagner und Flusskrebsen“ beschwert.
      Ein kleiner Junge hat von zuhause Bonbons mitgebracht, was seinen ebenfalls anwesenden Freund in helle Aufregung versetzt und er sofort fordert „Gib gir auch ein Mutzel … äh … ich meine, gib mir auch ein Guzel!“. Nachdem der stolze Bonbonbesitzer nicht sofort reagiert, sondern lieber eine Grimasse schneidet, tritt ihm der wenig wartefreudige Bengel hardt gegen das Schienbein. Woraufhin sich die Grimasse schnell in ein Heulen wandelt und der Junge schnurstracks rennend das Gelände verlässt – vermutlich um diese Ruppige „Straftat“ zuhause bei Mutti zu melden. Weiterhin vermuten wir, dass die beiden Jungs in Kürze wieder in tiefer Freundschaft Fussball spielen werden.
      In diesem Augenblick begeben sich auch die Spieler Richtung Fussballplatz, mit musikalischer Untermalung eines einzelnen Finken, der wohl den Biber als tierischer Vertreter an diesem Nachmittag abgelöst hat – 12:00 Uhr Schichtwechsel könnte man meinen.
      Pünktlich zum High-Noon pfeift Hüseyin Gobin das Spiel an. Der Schweizer Schiedsrichter mit türkischen Wurzeln gilt hier in der Umgebung als harter Hund, wobei ihn das inzwischen höhere Alter und das eine oder andere Kilo zuviel auf den Rippen doch schon etwas weicher haben werden lassen.
      Kaum angepfiffen stürmen die Hausherren als vermeintlicher Aussenseiter auch gleich los in Richtung des Tores. Durch einen langen Pass kann der einzige Stürmer auch frei auf den Schlussmann zu laufen, in der Mitte läuft noch der 6er mit, die zwei Verteidiger des KSC schirmen diesen recht gut ab. Trotzdem entscheidet sich der Stürmer zu uneigensinnig dafür, seinen Mitspieler in Szene zu setzen – und in logischer Konsequenz fängt der erfahrene 1,91 Recke in der Abwehr der Blau-Weißen den Pass ab. Der 6er honoriert diese Aktion mit einem Kopfschütteln und ruft seinem Mitspieler zu „Zimmer die Pille doch selber in den linken Winkel, Mann!“. Der junge Stürmer erwidert eher zögerlich „Wie denn, Mann?“ und trabt mit gesenktem Kopf wieder auf seine Position.
      Ob der kleine Verein dieser Rießenchance noch nachtrauern wird?
      Die Zuschauer hat dieser schnelle Beginn jedoch wieder munter gemacht. Während man kurz zuvor noch in einer gewissen Lethargie vor sich hingeschwitzt hat, sind jetzt alle wieder auf die eigentlichen Stars auf dem Ffeldt konzentriert. Emsig werden die Fahnen geschwenkt, Lieder gesungen, Spieler angefeuert und der Schweiß läuft in Strömen.
      Nun startet der KSC seinen ersten Angriff, der Neuzugang mit der Nummer 6 auf der rechten Seite startet zu einem Flankenlauf, trotz der Hitze scheint er mit einer Leichtigkeit an seinen Gegenspieler gerade zu vorbeizufliegen – fast wie Thomas Müller bei der WM. Auch an letztem verbliebenen Kontrahent kurz vor der Strafraumgrenze zieht er mühelos vorbei, legt sich den Ball zurecht, er zieht ab, der Ball dreht sich, ein richtiger Cuntztschuss ist das und – leider - knallt er mit einem lauten „dull“ ans linke Eck und der Torwart kann ihn nun mühelos aufnehmen. Nach diesen zwei guten Möglichkeiten zu Beginn scheint die Kraft der Sonne nun doch Macht über das Spielgeschehen zu erhalten: der Spielverlauf wird zäh, lang und von Kampf geprägt. Der Halbzeitpfiff kommt für alle einer Erlösung gleich, egal ob Spieler oder Zuschauer. [...]
      Tri, Tra, Trulalala - der blau-weiße Clown ist wieder da!
    • [...] Während der Pause versuchen die Spieler wieder halbwegs frisch zu werden und die Zuschauer huschen wieder in ihre kleinen, schattigen Zufluchtsorte, um wieder in geselliges Plauschen zu verfallen. Politiker, Vertreter der hiesigen Wirtschaft, lokale VIPs und Möchtegern-VIPS schwirren um die Führung des KSC wie die Fliegen um den Mist bei den Kleintierzüchtern nebenan. Es werden „wichtige“ Gespräche geführt, Kontakte geknüpft und auch ab und an über das Spiel fachgesimpelt. Eine Pause machen alle nur, als eine Gruppe der KaKaDuos Waghäusel zu Besucht kommt – in dicken Faschingskostümen bei gefühlten 47,5 Grad im Schatten. Auch bei den übrigen Besuchern zaubern die bemalten und tanzenden Jungs ein Lächeln aufs Gesicht und alle fühlen sich auf einmal etwas kühler. Gerade in tiefes Gerede verfallen, laufen auch schon wieder die Spieler aufs Feld. Ring frei für Runde Zwei der Quälerei in der Hitze.
      Ein Pfiff und es kommt Bewegung ins Spiel. Auch nach 15 Minuten Pause sind den Spieler deutlich die Hitze und die damit verbundene Anstrengung anzumerken. Das Spiel nimmt daher auch nur macyg an Fahrt auf. Nach 11 Minuten wird’s zum ersten Mal spannend vor dem Tor des ansässigen FVs. Der Frauenschwarm des KSC zid einen Freistoss direkt aufs linke Ek des Tors. Der würde genau passen, aber da kommt der 39-jährige Routinier Rob lessig angeflogen und klärt in höchster Not. Zu diesem Weckruf für beide Mannschaften gesellen sich nun endlich auch wieder lauter die STimmen der Zuschauer, die wieder mit insbrünstiger Anfeuerung beginnen.
      Auf der Gegenseite geht ein Abwehrspieler des KSC im Strafraum se(h)r ha(r)t zur Sache, es gibt noch einen Schupps und – Pfiff – Elfemter für die Kleinen. Die Zuschauer am toben, die Spieler jubeln als hätten sie die WM gewonnen – nur die KSCler schauen irgendwie ungläubig aus der Wäsche. Der Trainer holt sich seinen Elfemeterschützen an den Rand, Ikor Kirijakov. Ein weiterer Routinier, 38 Jahre, 1,95 Meter, Kapitän des Teams, Malermeister und Mitglied des Ortschaftrats. Mit den Worten „Los Ikor, netz die Kyrsche ein!“ schickt er seinen Schützling Richtung gegnerischen Strafraum.
      Der Kapitän legt sich den Ball zurecht, nimmt Anlauf und versenkt die Kugel unspektakulär aber auch unhaltbar in der linken unteren Ecke. Da gab es nichts zu halten für den Torwart. „Tor! Tooooooor“ hallt es durch das kleine Örtchen. Der Trainer rennt wie vom Blitz getroffen an der Seite auf und ab „Nie!? Klasse!? Nie Klasse!“ ruft er immer wieder stammelnd durch die Gegend. Die restlichen Spieler haben inzwischen ihren Spielführer unter einem Berg von Körpern begraben. Die Anstrengung ist auf einmal vergessen.
      Nach dem erneuten Anstoss wirken die KSC-Spieler immer noch seltsam lethargisch, der Schock sitz tief. Alex der junge Mittelfeldspieler und die anderen Spieler des FV merken schnell das jetzt gleich noch was gehen könnte, riash und vilig setzen sie nach, vollführen einen Musterbeispiel an Spielzug und setzen nur 37 Sekunden nach dem verwandelten Elfmeter des 2:0 für den Aussenseiter drauf. Das Toben der Menge ist kaum zu beschreiben.
      Fast das restliche Spiel passiert nicht mehr viel. Die Hitze und die zwei Gegentore machen die Beine der KSC-Spieler lahm und die Spieler des FV laufen mit einem Lächeln aber auch wenig motiviert auf den Spielfeld umher. Lange Zeit hat man das Gefühl die KSC-Spieler kampen in der eigenen Hälfte … bis zur 85. Minute. Nach einem Foul ca. 37 Meter vor dem gegnerischen Tor erhält der KSC einen Freistoss. Die Anhänger des KSC rasten aus? Wegen eines Freistosses? Und dieser nicht mal in gefährlicher Position? Ist das die Hitze? Nein, es liegt am Spieler, der sich den Ball bereit legt. Porcello, lange verletzt und – wie deutlich spürbar – nicht vergessen und schmerzlich vermisst. Dies ist sein erstes Spiel seit der Genesung, die Reaktion der Fans wird ihn sicherlich aufbauen. Er nimmt scheinbar einen sehr langen Anlauf. Er wird doch nicht aufs Tor drauf halten? Er läuft an. Doch es sieht nach einem direkten Schuss aus. Und er gibt tatsächlich den Hafer! Unfassbar! Was für ein Schuss. Auch hier ist wieder nichts zu machen für den Torwart. Was für ein Einstand des Mittelfeldspieler und die KSC-Anhänger stimmen umgehend „Porcello“ Sprechchöre an.
      Der Schiri spricht mir total aus der Seele als er danach - trotz verbleibender 5 Minuten - abpfeift und die Spieler endlich erlöst. Anhänger beider Vereine feiern – ausgelassen, gemeinsam und verschwitzt. Man könnte nicht meinen, dass ein 2. Liga Verein hier im Nichts rund um Karlsruhe gerade 2:1 verloren hat. Alle fühlen sich irgendwie als Gewinner: der KSC durch geknüpfte Kontakte wirtschaftlich und in der Aussenwirkung, der „David“-Verein durch diesen grandiosen Sieg sicherlich positiven Schub für die nächste Saison nach dem Abstieg in der Letzten und die Anhänger des KSC, die ein Idol willkommen heissen konnten und die endlich wieder das Kribbeln im Innern gespürt haben. Die Sommerpause kann uns mal – wir sind und bleiben blau-weiß im Herzen, ohne Ausstiegsklausel.

      ENDE
      Tri, Tra, Trulalala - der blau-weiße Clown ist wieder da!
    • Du bist verrückt. :D

      Liest sich schon wieder die ersten beiden Teilen sehr geil :nuke: , und auch die Wort-Namen-Kreationen sind doch sehr gelungen und tricky. :rotate: :rotate:

      Meine persönlichen Highlights sind da natürlich Dulleck (das Geräusch möchte ich auch mal hören :D), Chrisantus und Cuntz. Ein Cuntzstück eben....

      Aber Freak... eins musst du uns verraten: Wie um alles in der Welt kommt man auf diesen genialen Einfall, wie du Kristian Nicht untergebracht hast? :floet: I-)
    • :rotate: :rotate:

      Hammerhart :nuke: mindestens genauso gut wie die Teile damals !!!!
      Erst wenn der letzte Schlachtruf verklungen ist, die letzte Choreo inszeniert wurde,
      die letzte Bengale erloschen ist und der letzte echte Fan aus dem Stadion geekelt wurde,
      werdet Ihr merken, dass man Treue nicht kaufen kann.


      Football is for you and me not for fucking industry !
    • Danke, danke, vielen Dank. :)

      Verrückt? Das muss wohl so sein. Aber sind wir das nicht alle, oder warum sonst sind wir Fans unseres Vereins und Mitglieders dieses Forums? :D

      @Mille: ja "Nicht" war richtig hart, ich habe schon ne Mail an Trentl geschrieben dass der weg muss. Nochmal bring ich den nicht unter. Kein Vergleich zu Demirtas oder Kornetzky, da gibts dutzende Einfälle. I-)

      @michi: ich habs gestern in 2 Stunden geschrieben. Viele Namenskreationen oder Situationen wo sie reinpassen, schwirren mir schon die ganze Zeit im Kopf rum. Gestern hatte ich dann die Eingebung zur Geschichte und dann läuft es meist ganz am Stück. Schwierig sind die komplizierten Namen, da improvisiere ich meist, das dauert dann etwas. :)
      Tri, Tra, Trulalala - der blau-weiße Clown ist wieder da!