Zum Andenken an den Karlsruher FV

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    • Zum Andenken an den Karlsruher FV

      KFV


      Geschichte:

      Am 17. November 1891 wurde der KFV auf dem Engländerplatz ins Leben gerufen. Ein Gründungsmitglied des KFV war Walther Bensemann. In den Anfangsjahren des deutschen Fußballs Anfang des 20. Jahrhunderts nahm der KFV eine führende Rolle im deutschen Fußball ein. In den ersten Endrunden um die deutsche Fußballmeisterschaft des Deutschen Fußball Bunds (DFB, gegründet 1900) war der Karlsruher FV häufig vertreten.

      1910 wurde der KFV Deutscher Fußballmeister vor 5.000 Zuschauern durch ein 1:0 gegen Holstein Kiel . Nach torloser regulärer Spielzeit fällt in Köln die Entscheidung in der zweiten Verlängerung, als der KFV Mittelläufer Max Breunig, einen Elfmeter verwandelt. Im Halbfinale hatte der KFV den Stadtkonkurrenten und Vorjahresmeister Phönix Karlsruhe mit einem knappen 2:1 ausgeschaltet. Weitere Erfolge siehe unten. 1910 hatte der Verein Massageräume und ab 1920 sogar ein Ermüdungsbecken. 1912 erziehlt der jüdische Nationalspieler Gottfried Fuchs vom KFV in Stockholm mit zehn Treffern beim 16:0 gegen Russland den bis heute gültigen Torjägerrekord der deutschen Länderspielgeschichte.

      Nach dem Ersten Weltkrieg konnte allerdings die Mannschaft ihre Erfolge nicht mehr wiederholen. In den 50er Jahren entstand aus dem KFV gewissermaßen die SG Siemens - die Siemens-Sportgruppe im KFV. Die Mitglieder dieser Gruppe wurden namentlich als KFV-Mitglieder geführt und konnten somit offizell auf allen Sportfesten starten und waren gegen Sportunfälle versichert.

      Der KFV ist deutschlandweit so bekannt und beliebt, dass nach seinem Abstieg in die 2. Fussballoberliga Süd der DFB beschloss, die 1. Oberliga Süd aufzustocken, um dem KFV den Abstieg zu ersparen. Doch der Abstieg ging weiter: in den letzten Jahrzehnten spielte man nur noch in den untersten Klassen bis der Verein 2004 vom Badischen Fußballverband wegen finanziellen Gründen mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb ausgeschlossen wurde und damit von der Fußball-Landkarte verschwunden ist. Der Tennisclub Karlsruhe West entstand 2004 aus den Resten des KFV.


      Bekannte Persönlichkeiten:

      Walther Bensemann - Mitgründer des Karlsruher FV und des DFB

      Walther Bensemann (* 13. Januar 1873 in Berlin, † 14. November 1934 in Montreux) war ein deutscher Fußballpionier.

      Bensemann war der Sohn einer jüdischen Bankiersfamilie. Während seines Aufenthalts in einer Privatschule in Montreux kam er mit dem damals noch neuen Sport Fußball in Kontakt. Nachdem er nach Karlsruhe gewechselt war, um dort sein Abitur abzulegen, begann er, diesen Sport in Deutschland zu verbreiten.

      Im September 1889 gründete er in Karlsruhe den International Football Club, den ersten Fußballverein in Süddeutschland. Er war an der Gründung des Karlsruher FV sowie der Frankfurter Kickers (Vorläufer von Eintracht Frankfurt) und eines Vorgängervereins des FC Bayern München beteiligt. 1900 war er Mitgründer des Deutschen Fußball-Bundes.

      Bensemann sah im Fußball den Gedanken von Fairplay und Toleranz verwirklicht und betrachtete ihn als ein Mittel zur Völkerverständigung. Daher organisierte er zeitlebens Spiele zwischen Vereins- und Auswahlmannschaften aus verschiedenen Ländern. Erstmals gelang ihm dies 1893 mit einer Begegnung zwischen Auswahlmannschaften aus Lausanne und Süddeutschland. Ein Höhepunkt in diesen Bemühungen war die Organisation der fünf sogenannten Ur-Länderspiele. Diese Länderspiele deutscher Auswahlmannschaften, die nicht in der offiziellen Statistik des DFB geführt werden, fanden zwischen 1899 und 1901 gegen englische Teams statt.

      1920 gründete er mit dem Kicker die erste Fußballzeitung Deutschlands.

      Nach der Machtergreifung der NSDAP musste Bensemann in die Schweiz emigrieren, wo er mittellos und unbeachtet verstarb.

      Fritz Förderer - Nationalspieler

      Fritz Förderer, genannt „Frieder“ (* 5. Januar 1888 in Karlsruhe; † 6. Dezember 1952 in Weimar), war ein ehemaliger Fußballspieler des Karlsruher FV, der von 1908-13 zu elf Einsätzen in der deutschen Fußballnationalmannschaft kam und dabei zehn Tore erzielte.


      Karriere
      Der vom Nachbarn FC Germania zum Karlsruher FV gekommene Halbstürmer war einer der besten Fußballer seiner Zeit. Er war Dribbelkönig und Schusskanone zugleich, der als „Zauberer mit dem Ball“ galt. Als 20-Jähriger vertrat er die Farben des DFB beim ersten Spiel einer deutschen Fußballnationalmannschaft am 5. April 1908 in Basel gegen die Schweiz. Bei der 3:5 Niederlage steuerte er einen Treffer bei. Auch beim 14 Tage später stattfindenden zweiten Einsatz der Nationalmannschaft gegen England lief er wieder für Deutschland auf das Feld. Er schoss das Ehrentor bei der 1:5 Niederlage am 20. April in Berlin-Mariendorf.

      Mit seinem Verein gewann er am 15. Mai 1910 in Köln gegen Holstein Kiel mit 1:0 nach Verlängerung die Deutsche Fußballmeisterschaft. Mit seiner Schusskraft, seiner Dribbelkunst und seiner Explosivität ragte er aus der Meisterelf heraus. 1911 war für Förderer und seine Kameraden im Halbfinale gegen den VfB Leipzig Endstation. Im Finale der Deutschen Meisterschaft 1912 nahm Holstein Kiel mit 1:0 erfolgreich Revanche an dem Süddeutschen Meister. Im Kronprinzenpokal feierte er in der Auswahl des Südens in den Jahren 1910 und 1912 den Titelgewinn und wiederholte dies 1921 mit der Mannschaft von Mitteldeutschland. Nach dem 1. Weltkrieg verschlug es ihn beruflich als Sportlehrer an die Saale und er setzte beim VfL Halle 1896 seine aktive Karriere fort. Als Mitglied des „Karlsruher-Sturmes“, Oberle und Wegele von Phönix auf den Flügeln, Förderer, Hirsch und Fuchs als Innensturm vom KFV, ging er in die Historie der Nationalmannschaft beim Spiel am 24. März 1912 in Zwolle gegen Holland ein. Bei der Olympiade 1912 in Stockholm war er in den Spielen gegen Russland und Ungarn fünfacher Torschütze für die deutschen Farben. Mit der 1:4 Niederlage am 26. Oktober 1913 in Hamburg gegen Dänemark verabschiedete er sich nach 11 Länderspielen mit 10 Toren aus der Nationalmannschaft. Dazu beigetragen hat auch ein schwerer Schienbeinruch während eines Spieles um den Kronprinzenpokal im Spätjahr 1913 im Nürnberger „Zabo“, der ihn in seiner Karriere zurückwarf.

      Kirn/Natan notieren über Förderer: „Seine Tricks, seine Ballführung, seine Schüsse rechts wie links, waren Weltklasse. Einer der besten Halbstürmer Deutschlands. Oftmals durch die Meisterschaftsbeanspruchungen seines KFV für die Nationalmannschaft verhindert.“

      Gottfried Fuchs - Nationalspieler

      Gottfried Fuchs (* 3. Mai 1889 in Karlsruhe; † 25. Februar 1972 in Montreal, Québec) war ein deutscher Fußballspieler.

      Fuchs spielte als Stürmer für den Karlsruher FV.

      Er war von 1911 bis 1913 sechs Mal für Deutschland aktiv und erzielte insgesamt 14 Tore. Bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm erzielte er im Spiel gegen Russland zehn Tore. Diese Zahl von Toren in einem Länderspiel eines deutschen Nationalspielers ist bis heute unübertroffen, auch international war sie nur 1908 vom Dänen Sofus Nielsen erreicht worden. Den Weltrekord hält seit 2001 der Australier Archie Thompson, dem beim 31:0 gegen Amerikanisch Samoa 13 Tore gelangen.

      Da Fuchs von jüdischer Herkunft war, emigrierte er 1937 nach Kanada, wo er 1972 auch starb.

      Julius Hirsch - Nationalspieler

      Julius Hirsch (* 7. April 1892 in Achern; † 1943 in Auschwitz (ermordet)) war ein deutscher Fußballspieler und Opfer des Nationalsozialismus.
      Hirsch begann beim Karlsruher FV mit dem Fußball. 1910 gewann er mit den Badenern die deutsche Fußball-Meisterschaft durch ein 1:0 nach Verlängerung in Köln gegen Holstein Kiel. Zwei Jahre später wurde er mit dem KFV durch eine 0:1-Endspielniederlage gegen die Kieler Vizemeister. 1913 wechselte er zur SpVgg Fürth. Mit den Franken, deren Kapitän er war, wurde er 1914 durch einen 3:2-Sieg nach Verlängerung in Magdeburg gegen den VfB Leipzig erneut Deutscher Meister. 1919 wechselte er nach Karlsruhe zurück. Hirsch spielte insgesamt siebenmal in der deutschen Nationalmannschaft. Sein Debüt gab er am 17. Dezember 1911 in München beim 1:4 gegen Ungarn. Beim 5:5 am 24. März 1912 in Zwolle gegen die Niederlande schoss er vier Tore, seine einzigen im Nationaltrikot.

      Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde Hirsch wegen seines jüdischen Glaubens verfolgt und schließlich umgebracht. Als die Sportvereine 1933 ihre jüdischen Mitglieder ausschlossen, schrieb Julius Hirsch "seinem" Karlsruher FV, dem er schon seit Kindesbeinen angehörte: Ich lese heute im Sportbericht Stuttgart, dass die großen Vereine, darunter auch der KFV, einen Entschluss gefasst haben, dass die Juden aus den Sportvereinen zu entfernen seien. Leider muss ich nun bewegten Herzens meinem lieben KFV, dem ich seit 1902 angehöre, meinen Austritt anzeigen. Nicht unerwähnt möchte ich aber lassen, dass es in dem heute so gehassten Prügelkinde der deutschen Nation auch anständige Menschen und vielleicht noch viel mehr national denkende und auch durch die Tat bewiesene und durch das Herzblut vergossene deutsche Juden gibt.

      Hirschs Schicksal ist das vieler national gesinnter Juden, die sich nie vorstellen konnten, dass der Staat ihnen als kaisertreuen Deutschen und noch dazu als Frontsoldaten des ersten Weltkrieges, nach dem Leben trachten würde. Er verdrängte wie viele seiner Glaubensgenossen die Gefahr solange, bis keine Flucht mehr möglich war.

      Hirsch wurde am 1. März 1943 nach Auschwitz deportiert. Sein genaues Todesdatum ist unbekannt.
      Nach Julius Hirsch ist eine Sporthalle der Gemeinde Pfinztal benannt. Im Jahr 2005 rief der Deutsche Fußball-Bund den Julius-Hirsch-Preis ins Leben. Erster Preisträger ist der FC Bayern München.

      Friedrich Wilhelm Nohe - Präsident des DFB von 1904 bis 1905

      Friedrich Wilhelm Nohe (* 10. April 1864; † 13. Oktober 1940) war 1. Vorsitzender des Deutschen Fußballbundes (1904-1905)

      Nohe lernte den Fußball als Sprachlehrer an einer Militärschule in London kennen. 1898 siedelte er nach Karlsruhe über. Dort wurde er Mitglied und Vorsitzender des Karlsruher FV. 1898-1907 war Nohe Vorsitzender des Süddeutschen Fußballverbandes

      Dr. Ivo Schricker - FIFA-Generalsekretär

      Dr. Ivo Schricker (* 18. März 1877 in Straßburg, Elsass; † 10. Januar 1962) war ein deutscher Fußballspieler und Fußballfunktionär.

      Er spielte wie sein Bruder Erwin unter anderem bei den Karlsruher Kickers, beim FV Straßburg und beim Akademischen S.C. Berlin. Mit dem Karlsruher FV wurde er mehrmals Süddeutscher Meister. 1899 gehörte er zu den besten Akteuren bei den ersten - noch inoffiziellen - Länderspielen gegen England.

      Nach seiner aktiven Zeit war Schricker von 1923 bis 1925 Vorsitzender des Süddeutschen Fußballverbands. 1932 wurde er zum FIFA-Generalsekretär gewählt und übte dieses Amt bis Dezember 1950 aus.
      Erst wenn der letzte Schlachtruf verklungen ist, die letzte Choreo inszeniert wurde,
      die letzte Bengale erloschen ist und der letzte echte Fan aus dem Stadion geekelt wurde,
      werdet Ihr merken, dass man Treue nicht kaufen kann.


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    • KFV-Stadion

      Das Stadion des KFV an der Telegrafenkaserne am Karlsruher Weg zwischen der Hertzstraße und der Berliner Straße ist eines der ältesten Stadien in Deutschland, es wurde am 01. Oktober 1905 eröffnet.

      Seine nominelle Kapazität waren 4.000 Stehplätze, aber der Zuschauerrekord für das Stadion liegt bei nahezu 35.000 Zuschauern beim Wiederholungsspiel um die Deutsche Meisterschaft 1949.


      Zukunft
      Das Gelände des Stadions soll 2007/2008 mit einem Altenpflegheim bebaut werden. Der Mieter- und Bauverein möchte auf dem südlichen Teil des bisherigen KFV-Sportplatzes ein Altenpflegeheim mit rund 100 Pflegeplätzen bauen. Einer entsprechenden Änderung des Bebauungsplans "Karlsruher Weg 17" stimmte der Gemeinderat zu. Stand Mai 2006

      Der Abriss des Vereinsheim des KFV erfolgte Ende Juni 2006

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      sued-fussball.de/stadien/baden…tz/images/kfv-platz03.jpg




      aktuelle Bilder vom Abriss folgen .


      Erfolge

      1901 Süddeutscher Meister
      1902 Süddeutscher Meister
      1903 Süddeutscher Meister
      1904 Süddeutscher Meister
      1905 Deutscher Vizemeister, Süddeutscher Meister
      1910 Deutscher Meister, Süddeutscher Meister
      1911 Süddeutscher Meister
      1912 Deutscher Vizemeister, Süddeutscher Meister
      1922 Südwestkreismeister
      1924 Kreismeister Mittelbaden
      1925 Kreismeister Mittelbaden
      1926 Baden-Württembergischer Bezirksmeister
      1928 Badischer Meister
      1929 Badischer Meister
      1931 Badischer Meister
      1932 Badischer Meister
      1924 Kreismeister Mittelbaden
      1925 Kreismeister Mittelbaden
      1938 Bezirksmeister
      1943 Kreismeister
      1952 Norbadischer Amateurmeister
      1961 Nordbadischer Pokalmeister
      1962 Nordbadischer Pokalmeister
      1965 Nordbadischer Pokalmeister
      1974 Norbadischer Amateurmeister
      1981 Bezirksligameister
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    • Deutscher Meister (Fußball) 1909/10

      Viertelfinale

      17. April 1910 Holstein Kiel - FC Preußen Berlin 4:1 (2:1) (Hamburg, Sportplatz Hoheluft)
      17. April 1910 Duisburger SV - Karlsruher FV 91 0:1 (0:1) (Mönchengladbach, Am Alten Wasserturm)
      17. April 1910 VfB Leipzig - Phönix Karlsruhe 1:2 (1:1) (Leipzig, Wacker-Platz)
      17. April 1910 Tasmania 1900 Rixdorf - VfR Breslau 2:1 (2:0) (Berlin, Germania-Platz)

      Halbfinale

      1. Mai 1910 Karlsruher FV 91 - Phönix Karlsruhe 2:1 (0:0) (Karlsruhe, KFV-Platz Moltkestr.)
      1. Mai 1910 Holstein Kiel - Tasmania 1900 Rixdorf 6:0 (2:0) (Hamburg, Sportplatz Hoheluft)

      Finale

      15. Mai 1910 Karlsruher FV 91 - Holstein Kiel 1:0 n.V. (0:0,0:0) (Köln, Weidenpescher Park)
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    • Wohin mit Ehrenmal?

      Erinnerung an Karlsruher FV lebt weiter


      Das Ehrenmal des KFV soll an den Engländerplatz

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      Karlsruhe - Wer kann sich noch an den deutschen Fußballmeister von 1910 erinnern? Richtig, der Meister kam aus der Fächerstadt und hieß Karlsruher Fußballverein (KFV). 1:0 hieß es gegen Holstein Kiel im Endspiel in Köln. Mittlerweile ist der Verein von der Fußball-Landkarte verschwunden. Der ehemalige Ehrenvorsitzende Günther Rüssel setzt sich nun dafür ein, dass die Erinnerung an den KFV weiterlebt.

      1912 stand der KFV nochmals im Endspiel um die deutsche Meisterschaft, und wieder hieß der Gegner Kiel. Doch diesmal unterlagen die Karlsruher Kicker den Norddeutschen. Trotzdem waren die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts die Höhepunkte in der Vereinsgeschichte. Mittlerweile gibt es den Verein, der sein Stadion an der Telegrafenkaserne hatte, nicht mehr. Im Oktober 2004 verschwand der Club von der Fußball-Landkarte. Jetzt ist der KFV ein Fall für das Archiv.

      Der ehemalige Ehrenvorsitzende des KFV, Stadtrat Günther Rüssel, setzt sich nun dafür ein, dass wenigstens die Erinnerung an den KFV weiterlebt. In einem Brief bittet er den Oberbürgermeister Heinz Fenrich darum für das Geschichtsbuch "100 Jahre Karlsruher Fußballverein" im Stadtarchiv einen bleibenden Platz zu finden. Ebenso wichtig ist für Rüssel, einen sicheren Standort für das Ehrenmal zu finden. Für ihn kommt da nur der Engländerplatz in Frage. Dies sei ein angemessener Standort, da die auf dem "Engländerplätzle" kickenden Studenten untrennbar mit der Geschichte des KFV verbunden waren und maßgeblich zur Gründung beigetragen haben.

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      Das Stadion an der Telegrafenkaserne erinnert kaum mehr an die glorreichen Zeiten des KFV


      Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der KFV nie mehr auf die Beine


      In den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts freuten sich die Fußballer nicht nur über die Meisterschaft, sondern auch über das berühmte Innentrio des KFV. Fritz Förderer, der Dribbelkönig und elfmaliger deutscher Nationalspieler, Gottfried Fuchs, Rekordtorschütze im Länderspiel 1912 gegen Russland und Julius Hirsch, siebenmaliger Nationalspieler gehören zu den bekanntesten Spielern des KFV. Noch heute tauchen die drei Karlsruher in den ewigen Bestenlisten des Deutschen Fußball-Bund (DFB) auf. Hirsch war Jude und wurde 1943 nach Auschwitz deportiert und dort getötet.

      Vor allem die Jahre vor den beiden Weltkriegen waren die erfolgreichsten in der Geschichte des Karlsruher Vereins. Vor dem Ersten Weltkrieg gab es eine Meisterschaft und zwei Vizemeisterschaften zu feiern, darüber hinaus freute sich der KFV über acht Süddeutsche Meisterschaften. Die Fächerstädter waren eines der besten Teams aus dem Süden Deutschlands. Vor dem Zweiten Weltkrieg brauchte es eine Zeit, bis der KFV wieder erfolgreich wurde. Im süddeutschen Raum hatten ihm die SpVgg Fürth und der 1.FC Nürnberg den Rang abgelaufen. Auf regionaler Ebene blieb der KFV aber die Nummer eins und nahm auch in manchen Jahren an der Süddeutschen Meisterschaft teil. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es stiller um den Karlsruher Fußballverein.

      Im Oktober 2004 kam das Aus für den Traditionsverein

      In den Jahren 1952 bis 1957 stieg der KFV nochmals in die 2. Vertragsspieler-Division auf, um oben mitzuspielen, was aus finanziellen Gründen jedoch nicht zum Erfolg führte. Seitdem spielte der KFV im Amateurlager mit wechselndem Erfolg. Gegner waren nicht mehr wie früher der 1. FC Nürnberg oder Schalke 04. Die Zeiten hatten sich geändert beim Karlsruher FV. Zudem kam der Verein in akute Geldnot. In den Jahren vor der Auflösung spielte der KFV nur mehr in der B-Klasse.

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      Den Verein gibt es nicht mehr - die Erinnerung soll bleiben


      Im Oktober 2004 kam dann das Ende für den Traditionsclub. Der Badische Fußballverband schloss mit sofortiger Wirkung den KFV vom Spielbetrieb aus, da er die finanziellen Auflagen nicht mehr erfüllen konnte (ka-news berichtete). Damit war der Verein vom Stadion an der Telegrafenkaserne von der deutschen Fußball-Landkarten endgültig verschwunden.

      Quelle:ka-news.de
      Erst wenn der letzte Schlachtruf verklungen ist, die letzte Choreo inszeniert wurde,
      die letzte Bengale erloschen ist und der letzte echte Fan aus dem Stadion geekelt wurde,
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    • Das Gelände wird 2006/2007 mit dem Projekt Karlsruher Weg 17 bebaut.

      Karlsruher Weg 17

      Projekt Seniorenpflegeheim Karlsruher Weg 17
      Auf dem südlichen Teil des Geländes des ehemaligen KFV-Stadions will der Mieter- und Bauverein als Bauherr ein Seniorenheim mit rund 100 Pflegeplätzen bauen.

      Einer entsprechenden Änderung des Bebauungsplans für das Projekt Karlsruher Weg 17 stimmte der Gemeinderat am 09. Mai 2006 zu. An der Ecke Karlsruher Weg / Hertzstraße ist ein U-förmiges Gebäude mit flachgeneigten Pultdächern vorgesehen. Westlich des Gebäudes ist ein kleiner Park für das Altenheim geplant, daran schließt sich zur Berliner Straße hin eine öffentliche Grünfläche an.

      ka.stadtwiki.net/images/7/79/NWST_KFV_von_Nordost_060522.jpg

      Das Stadion des KFV von Nordosten Mai 2006 Der Baugrund von Nordosten aus Gesehen, das Gebäude wird am linken Bildrand stehen

      Der Zeitplan sieht vor, zuerst das ehemalige Vereinsheim abzureißen. Die Beseitigung der Tribünen, der einstigen Kassenhäuschen, der alten Begrenzungsmauern und leider auch die Pappeln entlang des Karlsruher Wegs gehören mit zu diesen Vorarbeiten auf dem ca. 5.000 Quadratmeter großen Gelände. Wenn sie abgeschlossen sind, hofft der Mieter- und Bauverein noch 2006 mit dem ersten Spatenstich zum Bau für das Pflegeheim beginnen zu können.

      Der Badische Landesverband für Innere Mission wird das fünfgeschossige Haus als „Hausgemeinschaftsmodell“ betreiben. Die Eröffnung ist für 2007 geplant.

      Es soll eine neue Wohnform für Pflegebedürftige im Alter entstehen, ein Zuhause auch für individuelle Selbstverwirklichung mit einem „unterstützenden Umfeld“. Dies „unterstützende Umfeld“ ist dem Bauherrn wie dem Landesverband der Inneren Mission besonders wichtig. Um es zu verwirklichen, wird aber Hilfe aus der Nordweststadt von seinen Einrichtungen, wie z.B. Kirchengemeinden, Kindergärten, Sportvereinen u.a., benötigt. Bisherige Rückmeldungen (und auch schon Anmeldungen) aus der Bevölkerung lassen erkennen, dass auch die Mitbewohner der Nordweststadt das Projekt des Altenpflegewohnheims begrüßen.

      Das fünfgeschossige Haus (Parterre, Erd- und drei Obergeschosse) wird sich in zwölf Bewohnergruppen gliedern, davon elf mit je sechs Einzelzimmern, einem Doppelzimmer sowie einer Bewohnergruppe mit neun Einzelzimmern und einem Doppelzimmer. Die Pflegezimmer sind mit je einem eigenen Duschbad und WC ausgestattet. Sie gruppieren sich um einen Wohnbereich mit Küche und Balkon oder Freisitz. Im Parterre: eine Bewohnergruppe, Cafeteria, Andachtsraum, Tiefgarage, Technik, Anlieferungsbereich und sonstige Nebenräume. Im Erdgeschoss: zwei Bewohnergruppen, Verwaltungs-, Sekretariats-, Pausen-, Anlieferungs- und Umkleideräume. In den drei Obergeschossen: drei Bewohnergruppen mit jeweils gleichen Grundrissen.

      Info von ka.stadtwiki
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    • Bilder vom Mai 2005 gibt es hier :
      Vereinsheim,Stadion vom KFV

      Aktuelle Bilder vom 29.06.2006 :

      img200.imageshack.us/img200/624/bild13gr.jpg

      img200.imageshack.us/img200/8492/bild25qc.jpg

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      img438.imageshack.us/img438/8687/bild51rs.jpg



      War heute mittag dort und war wütend , traurig , entäuscht , fassungslos und entsetzt .
      Habe mich dann für diesen Zum Andenken-Thread entschieden.
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    • Das Aus im Jahre 2004

      Karlsruher FV künftig ohne Spielbetrieb - Auflagen nicht erfüllt
      (13.10.04) Für den Karlsruher FV wird es in dieser Saison keinen Spielbetrieb mehr geben. Nach dem der vor der Insolvenz stehende Altmeister in der vergangenen Woche die zweite Mannschaft aus der Karlsruher Kreisklasse C bereits zurückgezogen hat, wird die erste Mannschaft jetzt von "Amtswegen" aus der Kreisklasse B genommen. Die vom Badischen Fußballverband gestellten Auflagen konnte der Verein nur zum Teil bis zum festgesetzten Termin erfüllen.
      Die DJK Rüppurr erklärte sich bereit, die Mannschaft in dieser Saison für die restlichen Heimspiele aufzunehmen. In finanzieller Hinsicht ist der Karlsruher FV den Verbandsvorgaben jedoch nicht nachgekommen, wobei sich in dieser Beziehung die Situation sogar noch verschlechtert hat. Der Badische Sportbund teilte dem Verein nämlich mit, dass wegen rückständigem Beitrag kein Versicherungsschutz mehr gegeben ist. Die vom KFV eingesetzten Akteure hätten danach keinen Unfall-Versicherungsschutz und der Verein selbst keinen Haftpflichtversicherungsschutz, was sich natürlich bei den Heimspielen auch auf die DJK Rüppurr auswirken würde. "Bei all den Begebenheiten blieb uns keine andere Wahl, als diesen nicht leichten Schritt zu vollziehen", ist sich Karlsruhes Fußball- Kreisvorsitzender Wilmut Klein schon bewusst, dass damit ein erhebliches Stück Fußballgeschichte in der Fächerstadt ein unrühmliches Ende nimmt. "Allerdings", so Klein, "hat die ganze Misere nicht der Verband oder der Kreis verursacht, sondern entscheidend ist die jahrelange Vereins-Misswirtschaft die letztendlich zur bevorstehenden Insolvenz führte". Alleine Tradition kann für einen geregelten Spielbetrieb, auch gegenüber den anderen mehr als 100 Vereinen des Fußballkreises Karlsruhe, nicht entscheidend sein.
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    • Ein Stück Deutsche Fußballgeschichte!

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      PS: Vergleichen Sie einmal die "Grafikarchitektur" des KFV Logo mit dem des DFB? Auch daran kann man noch heute erahnen, das die ineinandergehenden Buchstaben Zeugnis über die Entstehungsgeschichten des damaligen Zeitgeist, Zeugnis über einen wichtigen Teil unserer Deutschen Fußballgeschichte bis zum heutigen Tage ablegen! Ein "bittersüßes Fußballmärchen" das weitergeht. Weitergeht solange wir alle noch Fußballträume haben, und sei es der Traum von einem WM Finale 2006, mit jener Fußballnationalmannschaft, die in genau diesem Stadion, ihren ersten, offiziellen Länderspielsieg feierte! Nämlich der Deutschen, die mit 1:0 über die Schweiz triumphierte, und damit eine Geschichte anfing zu schreiben, die weitergeht! Weitergeht wie qall unsere Träume von Siegen, Titeln und Fußballhoffnungen! Und seien es jene, unserer Kinder und Kindeskinder! Ein ewig währendes Abenteuer, das von uns allen, wohl keiner wirklich missen möchte!

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      Die Deutsche Meistermannschaft des KFV von 1910! Von links nach rechts in der hinteren Reihe: Hüber, Hirsch, Ruzek, Breunig, Schwarze, Dell. In der vorderen Reihe: Hollstein, Fuchs, Förderer, Tscherter, Bosch, und der englische Trainer Townley, der später, nach Vereinsinternen Querelen zur Spielvereinigung Führt ging, und dort mit seiner Mannschaft 3x den Deutschen Meistertitel holte!

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      Blick von der ehemaligen Hauptgeraden, bzw. dem ehemaligen Standpunkt, neben der einstigen Haupttribüne hinüber zur Gegengeraden. Einst waren die Zuschauertraversen viel höher. Nach einem Verkauf des sogenannten "Randstreifen" von ca. 10 Meter Breite auf der gesamten Länge des Stadion, wurde der einstige alte Stadion - Holzzaun, durch die Betonmauer ersetzt, die zugleich ca. 10 Meter weiter ins Stadion verlegt wurde, um die dahinter befindliche Hertzstraße zu verbreitern und Parkplätze für die Sportbesucher anzulegen. Von dem Gewinnerlös baute sich der KFV mitte der 60er Jahre ein modernes Vereinsheim, das zugleich die als Provisorium dienende "Holzbaracke" ersetzte.

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      Julius Hirsch auf dem "KFV Platz" beim Torschuss. Im Hintergrund die erste überdachte Sitzplatztribüne in einem Deutschen Fußballstadion, kurz "der Starenkasten" genannt, weil er die Form eines Vogelkasten für Stare hatte. In einer der leidvollen Bombennächte, als auch Karlsruhe in Schutt und Asche unterging, wurde auch diese Tribüne, mit samt dem Vereinsheim und für damalige Verhältnisse, modernsten Fußballsanitäranlagen, ein Raub der Flammen. Der KFV bekam nie wieder eine Tribüne. Von den Schrecken der Naziherrschaft erholte sich der Verein nie mehr.

      deutschlandbilder.de/Fussballgeschichte/KFV-INNENSTURM.jpg

      Der damals beste Innensturm eines Deutschen Verein, und zugleich das Innentrio der Deutschen Fußballnationalmannschaft! Von links nach rechts: Fritz Förderer, Gottfried Fuchs, und Julius Hirsch, von den begeisterten Karlsruher Fußballfans kurz "Juller" genannt. Dieser Verein war bis weit in die 50er Jahre beliebter und bekannter als der damalige große Stadtrivale Phönix Karlsruhe und heutige KSC. Viele sprachen damals vom "Schalke 04" des Südens!
      Erst wenn der letzte Schlachtruf verklungen ist, die letzte Choreo inszeniert wurde,
      die letzte Bengale erloschen ist und der letzte echte Fan aus dem Stadion geekelt wurde,
      werdet Ihr merken, dass man Treue nicht kaufen kann.


      Football is for you and me not for fucking industry !
    • KFV-Lied


      Das KFV-Lied (Text und Vertonung) stammt vom langjährigen Spieler der ersten Mannschaft des KFVs, Otto Jüngling.

      Das Lied wurde in der Kaiserzeit gedichtet und vom damaligen Zeitgeschehen geprägt. Die 2. Strophe wurde zuletzt nicht mehr gesungen



      1. Strophe

      Fußballspiel, du schönster Sport von allen,
      Dem wir unsere Jugend weih'n,
      Dir soll ewig herrlich Lob erschallen
      In dem Karlsruher Fußball-Verein.
      Er trägt die schönen Farben schwarz und rot,
      Für die wir gehen selbst in den Tod.
      |Drum Freunde, stimmet in den Ruf mit ein:
      Hoch der Karlsruher Fußball-Verein.:|

      2. Strophe

      Wenn wir auf grünem Felde stehen
      Wider einen starken Freund
      Dann wird's uns immer gut ergehen,
      Wenn sich Kraft mit Mut vereint.
      Und mutig weih'n wir uns dem Vaterland,
      Wenn kämpfen wir dereinst mit starker Hnd,
      |Wenn stehen wir als tapf're Wehr
      Auf dem schönen Feld der Ehr'. :|
      3. Strophe

      Mag auch ein Freund uns dann verlassen,
      Muß an einen anderen Ort,
      So können wir uns sicher d'rauf verlassen:
      An "schwarz-rot" denkt er immerfort.
      Der schönen Tage er gedenkt allda,
      Er ruft ein kräftiges: Hipp, hip-hurra!
      |Den Freunden zu in weiter Fern,
      bei denen er geweilt so gern.:|
      4. Strophe

      Schwör'n woll'n wir heute nochmals Treue
      Unserem lieben KFV.
      Für ihn wir kämpfen stehts aufs neue
      Mit ganzer Kraft auf grüner Au.
      Wir wollen fest zusammenhalten
      So lang' der Jugend Kräfte walten,
      |Dann ist in manchem schönen Streit,
      Der sich're Sieg auf uns'rer Seit'.:|
      Erst wenn der letzte Schlachtruf verklungen ist, die letzte Choreo inszeniert wurde,
      die letzte Bengale erloschen ist und der letzte echte Fan aus dem Stadion geekelt wurde,
      werdet Ihr merken, dass man Treue nicht kaufen kann.


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    • Julius Hirsch und Gottfried Fuchs

      Der Fußball indes wurde in den deutschen Makkabi-Vereinen nie so beliebt wie die Leichtathletik oder andere Mannschaftssportarten wie Handball und Hockey. So mangelt es auch an berühmten jüdischen Fußballern. Die bekanntesten waren Julius Hirsch und Gottfried Fuchs. Beide spielten in der deutschen Nationalmannschaft, allerdings lange
      vor der Ära des Nationalsozialismus, nämlich zwischen 1911 und 1913. Hirsch (Jahrgang 1892) absolvierte als erster jüdischer Fußballer überhaupt Länderspiele für Deutschland, sieben an der Zahl, vier als Mitglied des Karlsruher Fußballvereins (FV), drei für die Spielvereinigung Fürth. Fuchs (Jahrgang 1889, ebenfalls Karlsruher FV) war sechsmal im
      Einsatz und stellte einen Rekord auf, der heute noch Gültigkeit hat: Am 1. Juli 1912 erzielte Fuchs zehn Tore in einem Länderspiel. Die Deutschen besiegten seinerzeit Rußland beim Olympischen Fußballturnier in Stockholm mit 16:0 Toren. Auch das ist Rekord.
      Die Nazis indes wollten derlei Heldentaten aus den Annalen tilgen. Michael Steinbrecher, mittlerweile verstorbener Münchner Sportjournalist, erstellte in den dreißiger Jahren ein sogenanntes Kicker-Bilderwerk, heute heißt das Kicker-Almanach. „Dort sollten alle Spieler rein, die seit 1908 (als das erste Länderspiel stattfand, d. A.) in der Nationalmannschaft gespielt haben“, erinnerte sich Steinbrecher, insgesamt waren es 392 Fußballer. Kleine Bilder sollten eingeklebt werden, mit kurzen Personalien. Fuchs und Hirsch fehlten. „Dr. Goebbels“, erzählte Steinbrecher, „hatte zur Auflage gemacht, daß keine jüdischen Spieler dort reinkommen durften.“ Als 1988 von einem Kölner Verlag ein Nachdruck angefertigt wurde, fehlte etwas anderes: die Bildseiten 3 und 4, auf denen Adolf Hitler und Reichssportführer von Tschammer und Osten abgebildet waren, zum Teil zusammen mit National- und Meisterspielern.
      Die Frankfurter Rundschau hat das Schicksal der Sportler Fuchs und Hirsch am 26. Februar 1997 unter der Überschrift „Die Nazis brachten Nationalspieler Hirsch um“ näher beleuchtet. Während Gottfried Fuchs sich 1937 gerade noch rechtzeitig nach Kanada absetzen konnte, blieb Julius Hirsch im Lande.
      Julius Hirsch, den alle nur „Juller“ nannten, hatte 1925 seine Laufbahn beendet. „Der gebückte Angriffsstil des kleinen und schnellen schwarzhaarigen Stürmers“, schreibt Werner Skrentny, „war berühmt“ gewesen: „Wenn der Hirsch die Hos verliert, dann gibts ein Tor“ (Skrentny 1993, S. 8/9), wußten damals die Buben der badischen Residenz.
      Nach der Machtübernahme der Nazis zählte das nicht mehr. Zunächst verlor er seine Mitgliedschaft im Karlsruher FV, bald danach seinen Arbeitsplatz. Dem KFV hatte er übrigens am 10. April 1933 seine Austrittserklärung zugesandt mit folgenden Zeilen: „Ich lese heute im Sportbericht Stuttgart, daß die großen Vereine, darunter auch der KFV, einen Entschluß gefaßt haben, daß die Juden aus den Sportvereinen zu entfernen seien. Leider muß ich nun bewegten Herzens meinem lieben KFV, dem ich seit 1902 angehöre, meinen Austritt anzeigen. Nicht unerwähnt möchte ich aber lassen, daß es in dem heute so gehaßten Prügelkinde der deutschen Nation auch anständige Menschen und vielleicht noch viel mehr national denkende und auch durch die Tat bewiesene und durch das Herzblut vergossene Juden gibt.“ (Skrentny 1993, S. 9). Hirschs Bruder Leopold war im Ersten Weltkrieg gefallen.
      Der Karlsruher FV indes wollte die Austrittserklärung nicht anneh-men. „Wir haben immer noch die Richtlinien des Sportkommmissars abgewartet, die aber bis heute noch nicht erschienen sind. Unserer Auffassung nach besteht vorerst kein Anlaß für Sie, aus dem KFV auszutreten. Wir würden es sehr bedauern, wenn wir Sie als altes und bewährtes Mitglied verlieren würden und bitten Sie daher, Ihre Austrittserklärung als nicht geschehen zu betrachten.“ (Skrentny 1993, S. 9). Doch die Richtlinien folgten alsbald, und Hirsch mußte den Verein verlassen.
      Seinen Arbeitsplatz verlor er zunächst deswegen, weil sein Arbeitgeber, der Sportartikel-Hersteller Sigfa-Sport GmbH, pleite ging. Hirsch war für die Sigfa-Sport als Geschäftsführer und Reisevertreter tätig gewesen.
      1934 arbeitete er kurzzeitig als Trainer im Elsaß, 1937 und 1938 als Hilfslohnbuchhalter für eine jüdische Firma in Ettlingen-Maxau. Als die Firma arisiert wurde, war Julius Hirsch erneut ohne Arbeit. In einer Kicker- Anzeige empfahl er sich ohne Erfolg als Trainer: „Ich glaube ganz bestimmt, Ihrer Mannschaft durch meine langjährige ersprießliche Tätigkeit ein Fußballspiel lehren zu können, das es ihr ermöglichen wird, in jeder Weise in der Nationalliga zu bestehen.“
      Seine Situation wurde immer bedrückender. „Im Juli 1938 sprang Hirsch nach einem Verwandtenbesuch in Frankreich aus dem fahrenden Zug“, schrieb die Frankfurter Rundschau, „und wurde in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. Als er wenige Tage später von den Ereignissen der Reichspogromnacht erfährt, verschlimmert sich seine psychische Situation weiter. Um seine evangelische Frau zu schützen, reicht er 1939 die Scheidung ein.“
      Dann wurde er zunächst vom Tiefbauamt Karlsruhe als Hilfsarbeiter auf einem Schuttplatz arbeitsverpflichtet, ehe er im Februar 1943 seine letzte Chance verpaßte, den nationalsozialistischen Massenmördern doch noch zu entkommen. Als ihm angewiesen wurde, er solle sich zu einem „Arbeitseinsatztransport“ einfinden, wies er das Angebot eines befreundeten Lokführers, der ihn aus Deutschland hinausbringen wollte, zurück – „in der Überzeugung, daß die Gerüchte über den Massenmord an den Juden nicht der Wahrheit entsprachen und ihm nichts passieren könne. Am 1. März 1943 wurde Hirsch zusammen mit elf weiteren badischen Juden abgeholt und nach Auschwitz abtransportiert. Zwei Tage später verschickte er sein letztes Lebenszeichen: eine Postkarte an seine Tochter Esther.“ (Frankfurter Rundschau, 26.2. 1997).
      Das Amtsgericht Karlsruhe erklärte Julius Hirsch 1950 mit Datum vom 8. Mai 1945 für tot. Die seinerzeit verfügte „Entschädigung“ belief sich auf 3.450 Mark. Seine Kinder Heinold und Esther überlebten das Konzentrationslager Theresienstadt.
      Gottfried Fuchs ist nie mehr nach Deutschland zurückgekehrt. Bundestrainer Sepp Herberger ließ zwar eine Grußkarte nach Kanada schicken, als die deutsche Nationalmannschaft 1955 in der Sowjetunion antrat (Fuchs hatte seinen Torrekord bekanntlich gegen Rußland aufgestellt). Doch Fuchs nahm keine Einladung an. Er starb 1972 in Montreal. Eine Karlsruher Zeitung schrieb im Nachruf: „Politische Ereignisse zwangen ihn dazu, seine Heimat zu verlassen.“
      Nach Julius Hirsch und Gottfried Fuchs spielte kein Jude mehr in
      der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.
      Erst wenn der letzte Schlachtruf verklungen ist, die letzte Choreo inszeniert wurde,
      die letzte Bengale erloschen ist und der letzte echte Fan aus dem Stadion geekelt wurde,
      werdet Ihr merken, dass man Treue nicht kaufen kann.


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    • Kurios auch das Viertelfinale und Halbfinale der Meisterschaftssaison von 1903

      Der erste deutsche Meister

      Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wurde 1900 gegründet. Drei Jahre später wurde die erste deutsche Meisterschaft ausgetragen, die der VfB Leipzig gewann. Der Karlsruher FV bekam im Jahre 1903 ein Telegramm mit der Nachricht, dass das Spiel gegen den DFC Prag verschoben wird. Daraufhin erschienen die Karlsruher nicht zum Spiel - doch die Nachricht war falsch. Die Prager kamen kampflos eine Runde weiter.


      Viertelfinale
      3. Mai 1903 Altonaer FC 93 - Viktoria 96 Magdeburg 8:1 (3:0) (Altona, kleiner Exerzierplatz)
      10. Mai 1903 Britannia 92 Berlin - VfB Leipzig 1:3 (0:1) (Berlin, Sportpark Friedenau)
      10. Mai 1903 Deutscher FC Prag - Karlsruher FV 91 ausgefallen #

      # Der DFB hatte dieses Spiel zunächst in München angesetzt, dagegen erhob der Deutsche FC Prag Einspruch mit der Begründung, eine Austragung in Prag würde höhere Einnahmen erbringen. Gegen diese Ansetzung legte wiederum der Karlsruher FV 91 Protest ein. Aus Zeitgründen wurden beide Mannschaften für das Halbfinale zugelassen

      Halbfinale
      17. Mai 1903 VfB Leipzig - Altonaer FC 93 6:3 (3:3) (Leipzig, Lindenauer Sportplatz)
      17. Mai 1903 Deutscher FC Prag - Karlsruher FV 91 ausgefallen ##

      ## Das Spiel war vom DFB in Leipzig angesetzt worden. Ein gefälschtes Telegramm (Telegramm-Affäre), das dem Karlsruher FV 91 von einer neuerlichen Verlegung des Spieltermins Mitteilung machte, hielt den KFV jedoch von einer Reise nach Leipzig ab. Der DFB erklärte trotzdem den KFV für disqualifiziert, so dass der Deutsche FC Prag kampflos ins Finale kam.

      Finale
      31. Mai 1903 VfB Leipzig - Deutscher FC Prag 7:2 (1:1) (Altona, Exerzierweide)
      Erst wenn der letzte Schlachtruf verklungen ist, die letzte Choreo inszeniert wurde,
      die letzte Bengale erloschen ist und der letzte echte Fan aus dem Stadion geekelt wurde,
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      Football is for you and me not for fucking industry !
    • Original von Wildpark-M
      Orignal von ksc.freak

      Hallo Wildpark-M,
      ich finde es echt klasse, dass Du Dich so ausführlich dem KFV widmest!!! geschockt geschockt
      Meine Familie sind alte KFV-ler; mein Vater hat in den 60er Jahren für den KFV
      gestürmt, war mit dem KFV als erste deutsche Amateurmannschaft, ich glaub
      es war 1964, in Amerika. Mein Opa war lange Jahre im Vorstand usw.; gerade
      gestern waren meine Eltern in der Hertzstr. und haben sich das Elend ange-
      schaut. Ich muss gestehen, dass mir der Untergang und der Abriss des Stadions
      auch ziemlich nahe geht, schliesslich war ich als Kind ständig dort; ich habe dort
      meinen allerersten Freund, den Helle Herrmann kennengelernt; da war der in
      der KFV- B-Jugend! Also, nochmals vielen Dank auch in Namen meiner Familie!
      Gott sei Dank muss mein Opa dieses Drama nicht mehr mitansehen!

      Tschüßle und Gruss
      Petra :winke: :winke:
      Erst wenn der letzte Schlachtruf verklungen ist, die letzte Choreo inszeniert wurde,
      die letzte Bengale erloschen ist und der letzte echte Fan aus dem Stadion geekelt wurde,
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    • Aus der heutigen Bild 05.09.2006

      Überschrift im Sportteil:

      Schützenfest in San Marino

      Klose und Poldi jagen seine Knaller-Baller-Rekorde

      img515.imageshack.us/img515/9348/gfuchs16dq3.jpg

      img481.imageshack.us/img481/3373/gfuchs2cd5.jpg
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      die letzte Bengale erloschen ist und der letzte echte Fan aus dem Stadion geekelt wurde,
      werdet Ihr merken, dass man Treue nicht kaufen kann.


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    • Origanal von nettchen

      Traditionsname KFV lebt fort

      FC West nennt sich um

      Auf der Sportanlage des Karlsruher Fußballvereins wurde nationale und internationale Fußballgeschichte geschrieben. Umso trauriger war dann das Ende des Traditionsvereins 2004: Der Insolvenzantrag wurde mangels Masse abgelehnt, es fand sich kein Notvorstand, so dass der KFV seine traditionsreiche Sportstätte an der Hertzstraße aufgeben musste und auch der Verein nicht mehr existiert.

      Ein Teil des ehemaligen KFV-Stadions verkaufte die Stadt an einen privaten Investor, der kürzlich den ersten Spatenstich zum Bau eines Altenpflegeheims vorgenommen hat. In Gesprächen mit den Verantwortlichen des FC West ist es jedoch gelungen, den Nachbarverein zu bewegen, die restlichen Teile der Sportstätte zu übernehmen und mit Unterstützung der Stadt für den Sportbetrieb wieder herzurichten.

      So wurde erreicht, dass wenigstens dieser Teil dem Sport in Karlsruhe erhalten bleibt. Darüber hinaus hat sich der FC West bereit erklärt, seinen Vereinsnamen in Karlsruher Fußball-Verein West zu ändern. So wird zumindest nominell der eng mit der Karlsruher Fußballgeschichte verbundene Name "KFV" fortgeführt.

      Die entsprechende Vereinbarung zwischen der Stadt und dem Verein haben Sportbürgermeister Harald Denecken und der Vorsitzende des bisherigen FC West, Gerhard Säufert, am vergangenen Freitag, 17. November, im dortigen Clubhaus unterschrieben. Säufert dankte den Mitgliedern des FC West, dass sie bereit waren, der Namensänderung zuzustimmen. Er betonte, der künftige KFV West sei auch bereit, die ehemaligen Mitglieder des untergegangenen KFV in seine Reihen aufzunehmen. "Sie sind bei uns ohne Vorbehalte willkommen", sagte Gerhard Säufert.

      karlsruhe.de
      Erst wenn der letzte Schlachtruf verklungen ist, die letzte Choreo inszeniert wurde,
      die letzte Bengale erloschen ist und der letzte echte Fan aus dem Stadion geekelt wurde,
      werdet Ihr merken, dass man Treue nicht kaufen kann.


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    • Badnerka schrieb:

      Der KFV ist übrigens dieses Jahr aufgestiegen :nuke:
      Das freut mich sehr. Als ich 10 Jahre alt war, hat mich ein Nachbar mit ins WPS genommen, es war ausgerechnet die Einweihung der neuen Flutlichtanlage. Beide - der erst vier Jahre vorher neu fusionierte KSC und der KFV - waren ein Teil meiner Kindheit. Der KFV spielte noch eine Zeit lang in der 2. Liga Süd, bis man dann in die 1. Amateurliga abstieg, Dann in die 2. AL, wo man sich noch einige Jahre halten konnte, bis dann gar nichts mehr ging. Es empfinde es immer noch als beschämend, daß nicht alle Hebel in Bewegung gesetzt wurden, diese Fall ins Bodenlose abzufedern. Aber Hauptsache, sie konnten ihren alten Platz vermarkten ...

      Ich wünsche dem neuen KFV alles Glück dieser Erde. Verdient hätte er es allemal!
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