Chaostage - allgemeine Diskussionen in schwarz-weiß-grün

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    • Also die vier Investorenclubs in der Bundesliga bringen sicherlich keinen direkten Gewinn. Die Millionen sehen Hopp, RB, VW und Bayer nicht mehr wieder. Die sind in der Regel froh, wenn der Laden sich selbst trägt. International mag es in Einzelfällen Ausnahmen geben, aber einen Club aufzubauen kosten soviel mehr als der Verkaufsgewinn. Ich glaube da lügt man sich einen in die Tasche. Das rechnet sich erst unter Bezugnahme der immateriellen Werte. Genauso rechen ja auch klassische Sponsoren.

      Zu Deinen Beispielen: Abramowitsch hat in Chelsea trotzdem alles überstrahlt und Geld rein gepumpt. Bei Milan kenne ich mich jetzt aus, aber bei Berlusconi würde mich auch nicht wundern, wenn die Sponsoren zu Ihrem Glück mit einer Art Schutzgeldklausel gekommen sind. ;) Spaß beiseite. Fußball ist so teuer. Auch hier bleibt es Roulette. Daher ist das für mich kein Argument gegen 50+1. Ich kann da in Bielefeld echt froh sein. 50+1 in der Satzng. Nur zwei Sponsorenverteter in der Vereinszentrale (2 von 9 Personen). Und den Arsch haben uns hauptsächlich die Konzerne aus der region gerettet.

      Ich befürchte nur, dass solche Geschäftsmodelle, ähnlich wie jenes des SC Freiburg beim Fall von 50+1 Probleme mit den gannten Glücksrittern bekommen könnten. Für mich bleibt es bei der Ablehnung.

      Aber eines muss ich Dir lassen @Giancarlo. Ich Stimme Dir zwar nur selten zu, aber Du bist der erste Skeptiker der 50+1 Regel, der stichhaltig Argumentieren kann. Bei den meisten kommt da immer nur das Dollarzeichen und das wars. Insofern :nuke: .
      Arminia Bielefeld - Stadion Alm
      Tradition & Identität erhalten! Übersetzung für Neoliberale: "Markenimage schützen!"
    • Laut Geschäftsbericht der Bayer AG wurde im Jahr 2017 von der Fußball GmbH ein Gewinn von 49 Mio Euro an den Mutterkonzern abgeführt. 2015 und 2016 waren es zusammen wohl rund 80 Mio. Demgegenüber steht eine Zahlung von 25,1 Mio. pro Jahr von der Bayer AG an die Fußball GmbH, wobei der Betrag wohl inzwischen auf einmal für drei Jahre gezahlt wird; also 75,3 Mio für drei Jahre zur sofortigen Verfügung, um bei Investitionen (Transfers) flexibel reagieren zu können.

      In der Vergangenheit sah das alles anders aus, keine Frage. Aber mittlerweile ist das Fußballunternehmen eine hochprofitable Angelegenheit - solange die sportliche "Performance" stimmt, und der Scouting-Bereich immer wieder Talente an Land zieht, die teuer verkauft werden können.
    • Gönner schrieb:


      Aber eines muss ich Dir lassen @Giancarlo. Ich Stimme Dir zwar nur selten zu, aber Du bist der erste Skeptiker der 50+1 Regel, der stichhaltig Argumentieren kann. Bei den meisten kommt da immer nur das Dollarzeichen und das wars. Insofern :nuke: .
      Das ist allerdings richtig. Überzeugen kann mich davon aber letztendlich wenig ;)
      „96 hat einen Riesensprung nach vorne gemacht. Und jetzt wird der Mann, der sich damit ein Lebenswerk erfüllt hat, nicht von allen dafür geliebt. Das ärgert mich richtig.“
    • Wie gesagt, bei den Investitionen während des Besitzes kommt es auch ein bisschen auf die Steuerregelungen des Landes an. Wenn man geschickt ist, kann man da einiges abschreiben oder in geschickter Weise hin und her schieben, dass man im Endeffekt wenig Verlust daran macht.

      Abramowitsch hat das Geld investiert, richtig. Aber für Sponsoren war es interessant, weil die Banden nicht mit Abramowitsch voll waren, sondern weil sie zu sehen waren. Und die haben das operative Geschäft unterstützt.

      Und versteh mich nicht falsch, ich will nicht gegen 50+1 argumentieren. Ich versuche nur gerne zu denken wie die Gegenseite, um ihre Sichtweise und Argumentation nachvollziehen zu können und habe daher nur nahe legen wollen, was die andere Seite da raus ziehen kann.
      Ich hab selber ja schon Erfahrung gemacht mit Präsidenten, die den Verein als Hobby haben. Ob nun bei Milan (wo ich anfangs wirklich noch froh um Berlusconi war) oder auch bei Messina, wo unser Präsident mit dem Aufstieg in die Serie A den Club aus Altersgründen verkaufte an einen jüngeren Unternehmer, der schnell die Lust verlor und beschissene Entscheidungen traf, wodurch wir in die Serie D und in die Insolvenz runter mussten...
      Ich sehe eben auch die Gefahr für Clubs wie Milan, wenn die Chinesen keinen Bock mehr haben, oder in England, wenn da einer abspringt.
      Glaubenskriege sind Konflikte zwischen Menschen, die sich streiten, wer den cooleren Imaginären Freund hat.
    • Faszi schrieb:

      Laut Geschäftsbericht der Bayer AG wurde im Jahr 2017 von der Fußball GmbH ein Gewinn von 49 Mio Euro an den Mutterkonzern abgeführt. 2015 und 2016 waren es zusammen wohl rund 80 Mio. Demgegenüber steht eine Zahlung von 25,1 Mio. pro Jahr von der Bayer AG an die Fußball GmbH, wobei der Betrag wohl inzwischen auf einmal für drei Jahre gezahlt wird; also 75,3 Mio für drei Jahre zur sofortigen Verfügung, um bei Investitionen (Transfers) flexibel reagieren zu können.

      In der Vergangenheit sah das alles anders aus, keine Frage. Aber mittlerweile ist das Fußballunternehmen eine hochprofitable Angelegenheit - solange die sportliche "Performance" stimmt, und der Scouting-Bereich immer wieder Talente an Land zieht, die teuer verkauft werden können.

      Okay. Danke für den Einblick in die letzten drei Jahre. Möchte aber nicht wissen, wie hoch die Investitionen waren da erstmal hin zu kommen und ob das wirklich stabil ist. Man denke nur an den letzten Stadionumbau. Daran hat sich mein Club, der eh schon auf Kante genäht war, um überhaupt mit den Großen in einer Liga zu sein dann endgültig verhoben.


      Das ist auch der Grund @Hannoi1896, warum ich glaube das ein Aufstieg für Arminia zu früh käme. Der Club neigt dazu sich beim Versuch über seinen Verhältnissen zu etablieren zu verheben. Die Gefahr die Bodenhaftung zu verlieren, statt Abstiege (wie es in Freiburg gemacht wird) einzukalkulieren. Entsprechend hätte ich auch Bedenken um die Mannschaft beim Wiederabstieg und letztlich, um das aktuelle Sanierungskonzept selbst. Mit den zusätzlichen Einnahmen in der ersten Liga könnte so mancher wieder abspringen, nach dem Motto: "Warum soll ich verzichten? Die können ja wieder den alten Schuldenberg bedienen mit dem Geld."

      Das Ideal war für mich immer der SC Freiburg. Das Optimum für sich und seine Region aus den gegebenen Möglichkeiten heraus holen. Ohne sich zu verheben und ohne Investoren mit Allmachtsfantasien. (Ich hoffe nur, dass sich der SCF nicht beim neuen Stadion verspekuliert.) Da will ich Arminia langfristig sehen und der beste Weg dahin ist nicht sofort wieder in den Fahrstuhl einzusteigen und falsche Erwartungen zu wecken, wie in den Jahrzehnten zuvor. In Bielefeld hat uns die lokale Wirtschaft gerade erst den Arsch gerettet und die ersten schreien jetzt schon wieder nach dem großen Rad, was diese jetzt drehen solle. Dann lieber auf dem Teppich bleiben. Oben in Liga 2 macht eh mehr Spaß als unten in Liga 1. Bin ja weiser geworden. :afi:
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    • Gönner schrieb:

      Also die vier Investorenclubs in der Bundesliga bringen sicherlich keinen direkten Gewinn. Die Millionen sehen Hopp, RB, VW und Bayer nicht mehr wieder.

      Die Argumentation hinkt dahingehend, dass du diese vier Clubs direkt vergleichst. Das funktioniert meiner Meinung nach nicht, denn du vergisst, die Motive hinter den Investments zu hinterfragen. RB will einfach nur eine riesige Marketingmaschinerie aufziehen, Hopp will "der Region was zurückgeben", spielt in diesem Quartett also den klassischen Sonnenkönig mit zu viel Freizeit. VW und Bayer sind aus der Historie gewachsen und sehen die ehemaligen Betriebssportvereine mittlerweile als langfristiges Investment und gerade das Beispiel Bayer hat @Faszi ja schon schön aufgedröselt, wobei da auch noch der nicht zu unterschätzende Werbewert hinzukommt. Genauso übrigens wie bei Kind, der irgendwie ein Hybrid aus allen vieren ist und zu viel gleichzeitig will. Kind Hörgeräte kannte vor 20 Jahren keine Sau, durch die immer wiederkehrende Medienpräsenz und seine Netzwerkmöglichkeiten am Platz an der Sonne Profifußball konnte Kind den Bekanntheitsgrad seiner Marke sicher um mindestens 600% steigern.


      50+1 ist eh ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist es natürlich das Optimum, dass durch 50+1 die Vereine dahinter erhalten bleiben. Andererseits zementiert 50+1 auch etwas die Machtverhältnisse, denn für heutige Sponsoren sind nur die großen Vereine interessant. Sowas wie Braunschweig, Bielefeld, Hannover, etc. interessiert keine Sau, wodurch diese immer weiter zurückfallen, weil die oben durch die Sponsoren in die CL gehievt werden und dort regelmäßige Einnahmen generieren. Durch einen kompletten Wegfall von 50+1 würden sich, wie im Argument von Giancarlo, auch Investoren finden, die ein Interesse haben, kleine Clubs nach oben zu hieven. Milliardäre gibt's genug, aber nur 18 Bundesliga-Startplätze und warum soll nicht auch sowas wie Mainz dann für Investoren interessant sein?


      "Wieso? Marco Reus fährt doch auch mit der Bahn." - Manuel Schmiedebach auf die Bemerkung, dass es was besonderes wäre, wenn ein Fußballer mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt.
    • Gönner schrieb:

      Das ist auch der Grund @Hannoi1896, warum ich glaube das ein Aufstieg für Arminia zu früh käme. Der Club neigt dazu sich beim Versuch über seinen Verhältnissen zu etablieren zu verheben. Die Gefahr die Bodenhaftung zu verlieren, statt Abstiege (wie es in Freiburg gemacht wird) einzukalkulieren. Entsprechend hätte ich auch Bedenken um die Mannschaft beim Wiederabstieg und letztlich, um das aktuelle Sanierungskonzept selbst. Mit den zusätzlichen Einnahmen in der ersten Liga könnte so mancher wieder abspringen, nach dem Motto: "Warum soll ich verzichten? Die können ja wieder den alten Schuldenberg bedienen mit dem Geld."
      Mal ketzerisch gefragt, ist das nicht das Argument contra 50+1 schlechthin? In den meisten Vereinen wird das Präsidium ehrenamtlich besetzt, Kassenprüfer, Aufsichtsrat, irgendwelche Ausschüsse, alles Ehrenamt. Gutes Personal kostet aber Geld und nur gutes Personal wird bei einem eventuellen Aufstieg auch immer das Risiko eines Backdrops einkalkulieren.


      "Wieso? Marco Reus fährt doch auch mit der Bahn." - Manuel Schmiedebach auf die Bemerkung, dass es was besonderes wäre, wenn ein Fußballer mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt.
    • Gönner schrieb:

      Das Ideal war für mich immer der SC Freiburg. Das Optimum für sich und seine Region aus den gegebenen Möglichkeiten heraus holen. Ohne sich zu verheben und ohne Investoren mit Allmachtsfantasien.

      Geht mir ähnlich, für Freiburg und Mainz hab ich da auch nen heiden Respekt. Die haben es geschafft das Beste raus zu holen und sich zu etablieren, während andere Vereine sich selber runtergewirtschaftet haben oder mit Hilfe von "Sponsoren" den Weg nach oben fanden.
      Glaubenskriege sind Konflikte zwischen Menschen, die sich streiten, wer den cooleren Imaginären Freund hat.
    • @Kampfkater

      Das Urteil wäre mir zu pauschal. Bei Arminia sitzt z.B. ein ehemaliger Aufsichtsratsschef eines der größten Medienkonzerne der Welt im Aufsichtsrat. Ich kann nicht beurteilen, wie gut der seinen Job macht. Aber auf dem Papier bekommt man nicht viel mehr Wirtschaftskompetenz. Egal ob Du nun Geld auf den Tisch legst oder nicht. Überdies kann man auch mit 50+1 hauptamtliche beschäftigen, was zum Teil auch passiert. Und auch in Investorenclubs wird zumTeil für teuer Geld schlechtes Personal angeschafft.

      Ich denke hier wird die Diskussion etwas zu theoretisch.
      Arminia Bielefeld - Stadion Alm
      Tradition & Identität erhalten! Übersetzung für Neoliberale: "Markenimage schützen!"
    • Ich meinte jetzt nicht explizit die Arminia. Aber auch mit 50+1 hast du landauf-landab irgendwelche planlosen "Geschäftsführer" (selbst Dufner und Hochstätter haben wieder Arbeit gefunden) und auch 50+1 war in der Vergangenheit nie ein Schutz vor irgendwelchen "Investoren". War halt mehr Arbeit, weil die Mitgliederversammlungen überzeugt werden mussten. Aber 50+1 hat weder Erich Goldberg (Herne), noch Klaus Steilmann (Wattenscheid) und auch nicht Günter Eichberg (Schalke) verhindert. Und auch ein Herr Kühne schafft es, trotz 50+1 ganz massiv Einfluss auf den HSV zu nehmen. Daher finde ich es auch gar nicht schlecht, dass 50+1 grundsätzlich mal diskutiert wird. Man könnte ja zum Beispiel für Investoren öffnen, aber gleichzeitig eine Klausel greifen lassen, dass Farben, Wappen, Trikots und die Markenrechte beim Stammverein bleiben, auch wenn er nur 1% der Anteile halten würde.

      Gönner schrieb:

      Ich denke hier wird die Diskussion etwas zu theoretisch.
      Finde ich gar nicht. Ist schließlich das überwiegende Thema hier und man kann ja auch mal den Job der Presse machen und über den Tellerrand rausblicken.


      "Wieso? Marco Reus fährt doch auch mit der Bahn." - Manuel Schmiedebach auf die Bemerkung, dass es was besonderes wäre, wenn ein Fußballer mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt.
    • Kampfkater schrieb:

      Die Argumentation hinkt dahingehend, dass du diese vier Clubs direkt vergleichst. Das funktioniert meiner Meinung nach nicht, denn du vergisst, die Motive hinter den Investments zu hinterfragen. RB will einfach nur eine riesige Marketingmaschinerie aufziehen, Hopp will "der Region was zurückgeben", spielt in diesem Quartett also den klassischen Sonnenkönig mit zu viel Freizeit. VW und Bayer sind aus der Historie gewachsen und sehen die ehemaligen Betriebssportvereine mittlerweile als langfristiges Investment und gerade das Beispiel Bayer hat @Faszi ja schon schön aufgedröselt, wobei da auch noch der nicht zu unterschätzende Werbewert hinzukommt. Genauso übrigens wie bei Kind, der irgendwie ein Hybrid aus allen vieren ist und zu viel gleichzeitig will. Kind Hörgeräte kannte vor 20 Jahren keine Sau, durch die immer wiederkehrende Medienpräsenz und seine Netzwerkmöglichkeiten am Platz an der Sonne Profifußball konnte Kind den Bekanntheitsgrad seiner Marke sicher um mindestens 600% steigern.


      50+1 ist eh ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist es natürlich das Optimum, dass durch 50+1 die Vereine dahinter erhalten bleiben. Andererseits zementiert 50+1 auch etwas die Machtverhältnisse, denn für heutige Sponsoren sind nur die großen Vereine interessant. Sowas wie Braunschweig, Bielefeld, Hannover, etc. interessiert keine Sau, wodurch diese immer weiter zurückfallen, weil die oben durch die Sponsoren in die CL gehievt werden und dort regelmäßige Einnahmen generieren. Durch einen kompletten Wegfall von 50+1 würden sich, wie im Argument von Giancarlo, auch Investoren finden, die ein Interesse haben, kleine Clubs nach oben zu hieven. Milliardäre gibt's genug, aber nur 18 Bundesliga-Startplätze und warum soll nicht auch sowas wie Mainz dann für Investoren interessant sein?

      Kampfkater schrieb:

      Ich meinte jetzt nicht explizit die Arminia. Aber auch mit 50+1 hast du landauf-landab irgendwelche planlosen "Geschäftsführer" (selbst Dufner und Hochstätter haben wieder Arbeit gefunden) und auch 50+1 war in der Vergangenheit nie ein Schutz vor irgendwelchen "Investoren". War halt mehr Arbeit, weil die Mitgliederversammlungen überzeugt werden mussten. Aber 50+1 hat weder Erich Goldberg (Herne), noch Klaus Steilmann (Wattenscheid) und auch nicht Günter Eichberg (Schalke) verhindert. Und auch ein Herr Kühne schafft es, trotz 50+1 ganz massiv Einfluss auf den HSV zu nehmen. Daher finde ich es auch gar nicht schlecht, dass 50+1 grundsätzlich mal diskutiert wird. Man könnte ja zum Beispiel für Investoren öffnen, aber gleichzeitig eine Klausel greifen lassen, dass Farben, Wappen, Trikots und die Markenrechte beim Stammverein bleiben, auch wenn er nur 1% der Anteile halten würde.

      Gönner schrieb:

      Ich denke hier wird die Diskussion etwas zu theoretisch.
      Finde ich gar nicht. Ist schließlich das überwiegende Thema hier und man kann ja auch mal den Job der Presse machen und über den Tellerrand rausblicken.

      Mir geht es halt um die Sturukturen und die sind schon ähnlich. Zumal die alten Sonnenkönige kein Eigentum genommen haben und auch genre bereits existierende Clubs "unterstützt" haben. An dem Punkt gibt es ja auch die entscheidenen Unterschiede.

      Und es gibt kaum Clubs, die Geldgeber vom Hof jagen, die sie unterstützen wollen. Die Probleme entstsehen, wenn der Geldgeber/Sponsor zum Investor wird und Übernahmegedanken hegt. Kind hat Hannover 96 auf dem Silbertablett und den Hals trotzdem nicht voll. Da liegt der Hase ium Pfeffer. Der Typ hätte mit etwas mehr Bescheidenheit in Hannover ein tolles Leben und die Unterstützung nahezu sämtlicher Fans. Vermutlich wäre ihm der Spaß sogar noch billiger gekommen als ohnehin schon.

      Schau Dir die Presseinfos zum Einstieg der ostwestfälischen wirtschaft bei Arminia im Moment an. Die gehen bescheiden vor und die Mitglieder (inklusive mir) fressen denen aus der Hand.


      Theoretisch abstrakt wird es, weil man einen Club sowohl mit als auch ohne 50+1 vor die Wand fahren oder gut führen kann. ;)
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Gönner ()

    • Das Ding zitiere ich mal komplett mit Link, um es bei Bedarf mal zur Hand zu haben:

      Kuhburger schrieb:

      Ok, fassen wir doch mal kurz zusammen, um zu sehen wer sich hier Zahlen und Tabellen oder was weiß ich zurechtlügt.

      Martin Kind behauptet, er hätte den Verein mit 46 Mio. gefördert, wenige Tage später legte er nach und behauptete nunmehr eine Summe aus seinem Privatvermögen von 70 Mio. ...

      Faktencheck:

      Da er weitere Angaben verweigert, bleiben uns nur öffentlich zugängliche Zahlen. Diese jedoch sind besonders glaubwürdig. Es handelt sich die Bilanzen der Konstruktgesellschaften, testiert, veröffentlicht und von Martin Kind unterschrieben.

      Als Förderung kommen nur direkte Zuwendungen an den Verein und an die Spielbetriebsgesellschaft also die KGaA in Frage.

      Der Verein hat ausser Darlehn, die er jeweils zurückgezahlt hat, nicht viel an Förderung bekommen. Also schauen wir uns die KGaA an. - Diese wurde mit Eigenkapital ausgestattet. Aus den Bilanzen ergibt sich eine Eigenkapitalausstattung von rund 15 Mio. Davon ist das (viel zu gering bewertete) eingebrachte Vereinsvermögen noch abzuziehen. Es verbleiben rund 13 Mio., die die Gesellschafter der S&S durch Einlage aufgebracht haben. Kinds Anteil an der S&S beträgt rund 52%, also hat er persönlich an Privatvermögen rund 6,5 Mio eingebracht. Das ist die einzige belastbare Zahl, die nach aktuellem Stand nachgewiesen werden kann.

      Martin Kind hat - Stand heute - nicht etwa 46 Mio., auch keine 70 Mio. sondern rund 6,5 Mio eingebracht, die als Förderung anrechenbar wären.

      Im obigen Absatz steckt die Behauptung "viel zu gering bewertetes Vereinsvermögen",

      Faktencheck
      :

      Den Jugendspieler Per Mertesacker hat der Verein in die KGaA mit eingebracht (wie alle anderen Jugend- und Lizenzspieler übrigens auch). Für Per Mertesacker wurde später eine Ablöse von 4,5 Mio erzielt. - Das Vereinsvermögen jedoch wurde beim Einbringen in die KGaA mit nur 2,5 Mio bewertet. Dies ist ein Beispiel für fragwürdige Bewertungspraxis. Ein ehrlicher Vereinspräsident hätte dafür gesorgt, dass stille Reserven, die der Verein mitbringt, bei späterer Aktivierung dem Verein auch angerechnet worden wäre. Soviel dazu...

      Martin Kind behauptet öffentlich, dass Stadion gehöre einer 100%-igen Tochter der S&S - also den Gesellschaftern.

      Faktencheck:

      Das Stadion gehört der Stadt Hannover.

      Der Vorstand des e.V. nahm von der Mitgliederversammlung den Auftrag entgegen, die Rückkaufoption an den Markenrechten auszuüben. Martin Kind sah das eigentlich nicht ein, weil ja der Verein die Markenrechte kostenfrei nutzen könne, warum also Geld dafür bezahlen? Er ließ abstimmen und wurde überstimmt.

      Faktencheck:

      Nach der JHV und nach Entgegennahme des Auftrags der Mitgliederversammlung, informierte der Vorstand des e.V. dann plötzlich: Die Rückkaufoption bestehe gar nicht mehr. Die KGaA hat zugunsten der S&S darauf verzichtet.

      Auch die Rückkaufoption an den Markenrechten hat der Verein in die KGaA eingebracht. Unbewertet wohlgemerkt. Für die Hälfte der Markenrechte möchte Martin Kind heute vom Verein 36 Mio haben. Noch Fragen??

      Das sind die Fakten und sie sind unwidersprochen.

      Es sind keine ausgedachten Zahlen und Tabellen oder Sachverhalte. Es sind Zahlen aus veröffentlichen Bilanzen oder Sachverhalte aus öffentlichen Aussagen von Martin Kind. Es ist nicht geschummelt oder gelogen. Es ist der aktuelle Stand der Wahrheit.

      Und wenn jemand hier Fakten nicht aushalten kann, weil sein "Held" Martin Kind dabei nicht gut aussieht, dann kann ich das menschlich durchaus nachvollziehen...

      Aber es kann und darf kein Anlass sein, andere Menschen oder hierzuforum User zu diffamieren. Ich persönlich erhoffe mir, dass es noch ergänzende Fakten gibt, die man hier aufmetern kann. Gern auch Fakten, die das o.g. geschilderte Bild von Martin Kind verbessern. Her damit, alles kann helfen.

      Nur wenn die Pro-Kindler die nicht haben, warum werden dann stattdessen die Kritiker hier so angegangen? Das macht nicht wirklich Sinn.


      "Wieso? Marco Reus fährt doch auch mit der Bahn." - Manuel Schmiedebach auf die Bemerkung, dass es was besonderes wäre, wenn ein Fußballer mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt.
    • Sehr geiler Beitrag. Ich sag ja, im offiziellen Forum sind längst nicht mehr alle Pro Kind, auch wenn es immer noch erschreckend viele gibt. Traurigerweise sind diese Fakten und die vielen noch nicht genannten Fakten (grässlicher menschlicher Umgang, Spaltung der Fanszene, Verschleiß an Mitarbeitern) vielen Leuten entweder komplett unbekannt, sie leugnen es oder es ist ihnen schlicht egal.
      Das Ding müsste man beispielsweise bei tm.de reinhauen und könnte binnen weniger Stunden beobachten, wie ein paar Halbaffen komplett daran vorbei argumentieren und es schaffen, ihr Hirn von der Realität auszuklinken...
      „96 hat einen Riesensprung nach vorne gemacht. Und jetzt wird der Mann, der sich damit ein Lebenswerk erfüllt hat, nicht von allen dafür geliebt. Das ärgert mich richtig.“
    • Ich glaub, extra dafür registriere ich mich da morgen mal. Das verspricht feinste Unterhaltung.


      "Wieso? Marco Reus fährt doch auch mit der Bahn." - Manuel Schmiedebach auf die Bemerkung, dass es was besonderes wäre, wenn ein Fußballer mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt.
    • Dann lass es mich wissen, dann lese ich da doch wieder mal. Dabei hatte ich mir eigentlich geschworen, sowas zu lassen :D
      96 hat dazu auch einen Artikel auf der Homepage hochgeladen, der hat aber so wenig Inhalt, dass ich den nun gar nicht verlinken möchte. Momentan ist dieses Konstrukt auf allen Ebenen zum kotzen. Am schlimmsten finde ich, dass andere Szenen so einen Diktator längst mit Fackeln aus der Stadt gejagt hätte und hierhaben immer noch die Jubelperser die Mehrheit.
      „96 hat einen Riesensprung nach vorne gemacht. Und jetzt wird der Mann, der sich damit ein Lebenswerk erfüllt hat, nicht von allen dafür geliebt. Das ärgert mich richtig.“
    • Ich kann hier am Arbeitsrechner irgendwie nicht mehr auf Facebook zugreifen, ich hoffe einfach mal, der Link funktioniert...
      Peter Rossberg hat bei 96 nachgefragt, ob der Satz von Krause ("50+1 wird seit 2006 nicht mehr praktiziert") wirklich gefallen ist. 96 bestätigt und leugnet dies gleichzeitig. Der Satz ist gefallen, aber falsch interpretiert worden. Wobei ich mich schon frage, wie man diesen Satz falsch interpretieren kann. Wieso sagt er sowas und behauptet dann, dass 50+1 doch angewandt wurde?
      „96 hat einen Riesensprung nach vorne gemacht. Und jetzt wird der Mann, der sich damit ein Lebenswerk erfüllt hat, nicht von allen dafür geliebt. Das ärgert mich richtig.“

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Hannoi1896 ()

    • Hannoi1896 schrieb:

      Am schlimmsten finde ich, dass andere Szenen so einen Diktator längst mit Fackeln aus der Stadt gejagt hätte und hierhaben immer noch die Jubelperser die Mehrheit.
      Er würde es nicht bis zur Stadtgrenze schaffen.

      Euer Kind war unser Rolf-Jürgen Otto. Und wir haben ein Vierteljahrhundert gebraucht, um wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Auch deshalb interessiert mich das bei euch so brennend und wie ihr damit umgeht. Dieser vom Kater zitierte Beitrag ist in meinen Augen sowas wie'n Zündschloss. Man muss einfach nur den Schlüssel der heutigen medialen Möglichkeiten umdrehen.
      Drei Buchstaben, zwei Farben, eine Gemeinschaft

      Pivotechnik ist kein Verbrechen
      :drink:
    • SGD-Herzblut schrieb:

      Hannoi1896 schrieb:

      Am schlimmsten finde ich, dass andere Szenen so einen Diktator längst mit Fackeln aus der Stadt gejagt hätte und hierhaben immer noch die Jubelperser die Mehrheit.
      Er würde es nicht bis zur Stadtgrenze schaffen.
      Euer Kind war unser Rolf-Jürgen Otto. Und wir haben ein Vierteljahrhundert gebraucht, um wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Auch deshalb interessiert mich das bei euch so brennend und wie ihr damit umgeht. Dieser vom Kater zitierte Beitrag ist in meinen Augen sowas wie'n Zündschloss. Man muss einfach nur den Schlüssel der heutigen medialen Möglichkeiten umdrehen.
      Ja, so ein bisschen hat man ja auch mitbekommen, wie die Geschichte bei euch verlief. Immerhin war diese Ära genau in der Zeit als ich anfing, Fußball zu gucken. Ein bisschen was bekommt man da ja schon mit...
      Die medialen Möglichkeiten sind natürlich riesig und momentan ist auch die Berichterstattung zumindest überregional durchaus vorhanden. Es gibt dazu halt noch Leute wie Rossberg auf Facebook, die Internetangebote großer Zeitungen usw... Problematisch bleibt es aus zwei Gründen. Erstens: Die hannoversche Presse schießt nicht gegen Kind. Man war ja selber im Konstrukt mit Anteilen drin und eine Krähe hackt der anderen halt kein Auge aus. Zweitens: Die beste Berichterstattung bringt nichts, wenn die Leute es entweder trotzdem noch leugnen oder es denen schlicht egal ist. Hauptsache ein Team in roten Trikots aus Hannover. Was kratzt einen die Mitbestimmung? Man ist ja kein Vereinsmitglied, also ist es einem egal.
      „96 hat einen Riesensprung nach vorne gemacht. Und jetzt wird der Mann, der sich damit ein Lebenswerk erfüllt hat, nicht von allen dafür geliebt. Das ärgert mich richtig.“
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