Es war einmal am Betzenberg...

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    • Es war einmal am Betzenberg...

      Wir haben noch keinen Thread für ehemalige Vereinsangestellte, seien es nun Spieler oder ehemalige Funktionäre und da das meiner Meinung nach nicht in den Betze-News-Thread passt, erstelle ich diesen hier.
      Und das aus aktuellem Anlass.

      Vor einem Krankenhaus in Basel wird ein Mann mit einer Schusswunde gefunden. Laut einem Bericht handelt es sich dabei um den ehemaligen Präsidenten des 1. FC Kaiserslautern, René C. Jäggi. Möglicherweise versuchte er, sich das Leben zu nehmen.

      Der Schweizer René C. Jäggi, früherer Vorstandsvorsitzender des Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern, ist einem Bericht zufolge angeschossen worden. Er sei bereits am frühen Donnerstagmorgen mit einer schweren Schussverletzung in Basel aufgefunden worden, berichtet die Schweizer Tageszeitung Blick.
      Der 66-Jährige habe verwundet auf einem Stuhl im Park des Bethesda-Krankenhauses gesessen, als Rettungskräfte eintrafen und ihn in die Notfallstation einwiesen, heißt weiter. "Unter welchen Umständen der Mann verletzt wurde, ist Gegenstand der Ermittlungen. Ein Suizidversuch kann jedoch nicht ausgeschlossen werden", wird die Staatsanwaltschaft zitiert. Demnach gibt es keine Anzeichen auf einen Unfall oder eine Dritteinwirkung. Die Ermittler suchen Zeugen, die dazu etwas sagen können.
      Jäggi leitete ab 2002 für knapp vier Jahre die Geschicke der Pfälzer und stieg mit dem FCK 2006 aus der Bundesliga ab. Zuvor hatte er als Präsident den FC Basel nach 22 Jahren wieder zur Schweizer Meisterschaft und in die Champions League geführt.

      Quelle: ntv.de
    • Als Spieler wurde er Deutscher Meister mit dem FCK und irgendwann möchte er als Trainer auf den Betze zurückkehren: "Der Verein liegt mir am Herzen", sagt Ex-Kapitän Ciriaco Sforza.
      Die Frage des Reporters zielte nicht auf eine mögliche Nachfolge des amtierenden FCK-Trainers Tayfun Korkut, sondern war allgemein formuliert. Im Interview bei Sky Sport News HD wurde Ciriaco Sforza (46) nach seinen Ambitionen auf ein Traineramt beim 1. FC Kaiserslautern angesprochen. Sforzas antwortete nach kurzem Zögern: "Ich würde es mal so sagen: Ich habe als Spieler Erfolg gehabt beim FCK, ich hatte immer und habe auch jetzt noch ein Herz für diesen Verein. Jetzt bin ich Trainer, momentan arbeitslos, und wenn's so wäre – ich glaube ich könnte nicht Nein sagen."
      Auch zur aktuellen Krisensituation bei den Roten Teufeln äußerte sich der Schweizer: "Die Leute haben nur den FCK, das bedeutet für sie alles. Wenn man sieht am Anfang der Saison - die Hütte war voll, die Leute gehen überall hin mit. Ich wünsche mir bessere, erfolgreichere Zeiten für den FCK, weil diese Stadt wirklich vom Fußball lebt."
      Besonders gut ist die Trainerbilanz von Ciriaco Sforza – der in den vergangenen Jahren tatsächlich mehrfach als Kandidat auf dem Betzenberg gehandelt wurde – allerdings nicht: In seiner Schweizer Heimat war er zuletzt für den FC Thun tätig, zuvor coachte er Zweitligist FC Wohlen und die Erstligisten Grasshoppers Zürich und FC Luzern. Als beste Platzierung aus dieser Zeit steht Platz 3 in der Saison 2009/10 zu Buche.

      Quelle: der-betze-brennt.de (mit Video bei Sky)
    • Auch wenn er bei uns seine Meriten hat und auch Leistung brachte: sympathisch fand ich ihn nie. Und als Trainer möchte ich ihn eigentlich nicht bei uns sehen, sogar, wenn seine Bilanz erfolgreich wäre.

      "Du hoscht jo in dem Läwe noch
      kä Kannelwasser g'soff,
      wann ich dich am Schlawitsche
      nämm, dann saufschte's awwer doch!"
    • Naja Sforza war und ist einer, der den Mund aufmacht und nicht zu allem Ja und Amen sagt. Deshalb ist er ja auch des öfteren in seiner Spielerlaufbahn angeeckt und genau so einen Typen wie ihn würd ich im heutigen Kader gerne wieder haben.
      Und ich bin bis zum heutigen Tag davon überzeugt, dass wir 2006 mit einem Sforza in der Startelf nicht abgestiegen wären...
    • Einerseits ja, andererseits hatte der für mich immer so etwas Verschlagenes. Ich mochte schon immer Kampfsäue wie Jeff Strasser lieber.

      "Du hoscht jo in dem Läwe noch
      kä Kannelwasser g'soff,
      wann ich dich am Schlawitsche
      nämm, dann saufschte's awwer doch!"
    • "WM-Rekordtorschütze Miroslav Klose beendet seine Spielerkarriere und wird beim DFB ein individuelles Ausbildungs- und Traineeprogramm absolvieren. Der 38-Jährige strebt eine zweite Karriere als Trainer an. Das gab der Verband am Dienstag in einer Pressemitteilung bekannt. Klose war nach dem Sieg im WM-Finale gegen Argentinien aus der Nationalelf zurückgetreten. Zum Ende der vergangenen Saison war sein Vertrag bei Lazio Rom ausgelaufen."

      QUELLE
      Keine Signatur!
    • Dann alles Gute Miro auf dem "zweiten Bildungsweg".
      Wenn er jetzt beim DFB so ein Programm absolviert, muss er dann trotzdem noch nen Trainerschein machen oder ist der da dann automatisch mit drin?
    • :amkopfkratz: Ich glaube, die Zeiten, das verdiente Spieler den Trainerschein "per Handauflegen" bekommen, sind vorbei. Müssten eigentlich alle jetzt den Lehrgang durchlaufen
      Keine Signatur!
    • @LuebeckerAFI
      Ja schon, aber es gibt doch für Spieler ab X Länderspielen nen verkürzten Lehrgang? Oder hab ich da was falsch in Erinnerung?


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      Seinen schwersten Kampf hat er verloren: Kaiserslauterns Ex-Kapitän Hans-Günter Neues ist in Neustadt an der Weinstraße gestorben. Am vergangenen Montag hat er seinen 66. Geburtstag gefeiert.
      Neues war insgesamt sechs Jahre beim 1. FC Kaiserslautern als Fußballer aktiv. Der gebürtige Büttgener kam 1977 von Rot-Weiß Essen auf den Betzenberg. Bis 1983 stand er 165 mal für die roten Teufel auf dem Platz. 1981 erreichte er mit dem 1. FC Kaiserslautern das DFB-Pokalfinale. Mitte der 1990er Jahre trainierte er unter anderem den SV Waldhof Mannheim. Später kehrte er als Fanbeauftragter zum FCK zurück.
      "Hans-Günter Neues verkörperte als Spieler und als Mensch die Tugenden unseres Vereins, war kämpferisch, gab niemals auf und blieb stets bodenständig. Mit ihm verliert der FCK jemanden, der die Geschichte des Clubs mitgeschrieben hat", sagte der FCK-Vorstandsvorsitzende Thomas Gries nachdem er von Neues' Tod erfuhr.
      Hans-Günter Neues erlag einer schweren Krebserkrankung.

      Quelle: SWR via der betze brennt
    • ... und wieder geht ein Held meiner Kindheit. R.I.P., alter Eisenfuß. :heulen:

      "Du hoscht jo in dem Läwe noch
      kä Kannelwasser g'soff,
      wann ich dich am Schlawitsche
      nämm, dann saufschte's awwer doch!"
    • Und 66 Jahre ist ja nun wirklich kein Alter! Aber wenn man mal daran denkt, wer dieses Jahr so alles gestorben ist... Hab den Eindruck, dieses Jahr sind echt viele "große" von uns gegangen!
    • Mittlerweile sind doch einige große FCK - Spieler der 80er über den Jordan. Geye, Riedl, Pirrung, Wuttke, Neues, und alle viel zu früh. Gruslig. Wehe, Ronnie Hellström baut irgendwelche Scheiße, der soll gefälligst mindestens 90 werden.

      "Du hoscht jo in dem Läwe noch
      kä Kannelwasser g'soff,
      wann ich dich am Schlawitsche
      nämm, dann saufschte's awwer doch!"
    • Vor 20 Jahren gewann der 1. FC Kaiserslautern das deutsche Hallenmasters in München – damals ein Turnier mit großer Beachtung. Im Finale bezwang die Elf von Otto Rehhagel den FC Bayern.
      In den 1990er Jahren sah die Winterpause im deutschen Profifußball noch etwas anders aus: Während sich heutzutage die Erst-, Zweit- und Drittligisten in den südeuropäischen Trainingslagern gegenseitig auf den Füßen stehen, ging es vor 20 Jahren noch wesentlich gemächlicher zur Sache. Die Vorbereitung auf die Rückrunde fand nicht selten in heimischen Gefilden statt und die Rückrunde begann in der Regel erst Mitte Februar.
      Um den Hunger der Fans und Medien nach Fußball zu stillen, hatte der DFB im Winter das "Hallenmasters" ins Leben gerufen: Eine in bis zu 16 Städten ausgetragene Turnier-Serie, bei der sich Klubs aus dem In- und Ausland für das Endturnier qualifizieren konnten. So auch im Januar 1997, als das zweitägige Finale in der Münchner Olympiahalle ausgetragen wurde.
      Der FCK musste damals keine Qualifikation absolvieren, war als DFB-Pokalsieger ebenso wie der Deutsche Meister Borussia Dortmund, Hallen-Titelverteidiger 1860 München und Ausrichter Bayern München gesetzt. In der Vorrunde schafften die Roten Teufel nach Siegen gegen den BVB (3:2) und den Karlsruher SC (2:0) sowie einem Remis gegen die Löwen (2:2) als Gruppenzweiter den Einzug ins Halbfinale, wo auch Fortuna Düsseldorf keine Hürde darstellte (4:2).
      Im Finale vor über 10.000 Zuschauern traf der damalige Zweitliga-Tabellenführer aus Lautern auf den FC Bayern – jenen Klub, der FCK-Coach Otto Rehhagel vor weniger als einem Jahr entlassen hatte. Die Roten Teufel erfuhren dabei auch lautstarke Unterstützung der befreundeten Fans von 1860 München, die sehr zahlreich in der Olympiahalle erschienen waren. In einem spannenden Endspiel, das live vom ZDF übertragen wurde, verwandelten die Pfälzer einen 0:1-Rückstand in einen 3:1-Sieg gegen den Erzrivalen aus München. Die Nachwuchstalente Marco Reich und Thomas Riedl drehten das Spiel für den FCK, bei dem auch Winter-Neuzugang Wynton Rufer erstmals im Kader stand. Den Schlusspunkt setzte Martin Wagner, der mit insgesamt fünf Treffern Torschützenkönig wurde und die damit verbundenen 3.000 Mark Prämie an eine Leukämie-Station spendete.
      "Der erste Titel unter Otto Rehhagel", rief der begeisterte ZDF-Kommentator Béla Réthy in geradezu prophetischer Voraussicht und der Kicker urteilte: "Kaiserslautern blamierte die Elite." 425.000 Mark Prämie erhielten die Lautrer insgesamt für ihren Hallenmaster-Sieg – und eine große Portion Genugtuung für Otto Rehhagel gab es obendrauf.
      "Ich glaube schon, dass er sich über diesen Triumph gerade über die Bayern sehr gefreut hat", sagte Wagner gegenüber dem Kicker. Der Mittelfeldmann des FCK sah den Erfolg auch als deutliches Signal in Richtung der eigenen Aufstiegsambitionen: "Es ist noch ein weiter Weg, aber mit dem Zusammenhalt, den wir hier in München gezeigt haben, ist der Wiederaufstieg drin."
      Den Weg des FCK von der zweiten Liga bis zum sensationellen Meistertitel begleiten wir mit unserem Projekt "BetzeHistorie 1996-1998". Parallel zum 20-jährigen Jubiläum eines denkwürdigen Kapitels in der Lautrer Vereinsgeschichte zeichnen wir die Entwicklung vom Absteiger zum Meister nach. Verfolgen könnt ihr den Weg auf Twitter und auf Facebook jeweils unter @BetzeHistorie sowie mit begleitenden Texten natürlich auch hier bei Der Betze brennt.


      Quelle und Video der-betze-brennt
    • Sein Name steht für eine besonders turbulente Phase in den denkwürdigen 1990er Jahren beim FCK: Friedel Rausch, Cheftrainer der Roten Teufel von 1993 bis 1996, ist im Alter von 77 Jahren gestorben.



      Friedel Rausch kam zur Saison 1993/94 zum 1. FC Kaiserslautern und bewältige zunächst überaus erfolgreich einen Umbruch auf dem Betzenberg. Mit Neuzugängen wie Andreas Brehme, Ciriaco Sforza und dem später verpflichteten Pavel Kuka führte Rausch den FCK von einem enttäuschenden 8. Tabellenplatz in der Vorsaison beinahe zur Meisterschaft. Nur ein Punkt fehlte den Roten Teufeln am Saisonende zum Titelgewinn, aber auch die Vizemeisterschaft wurde von zehntausenden Fans am Kaiserslauterer Rathausplatz gefeiert.
      Auch in der folgenden Saison 1994/95 spielte das Rausch-Team lange um den Titel mit und belegte am Ende den 4. Tabellenplatz. Ein Jahr später ging es jedoch abwärts: Die Roten Teufel konnten die Abgänge von Leistungsträgern wie Ciriaco Sforza und Stefan Kuntz nicht kompensieren und rutschten in den - letztlich erfolglosen - Abstiegskampf. Trainer Rausch wurde im März entlassen, hatte den FCK aber wenige Wochen zuvor noch ins DFB-Pokal-Finale geführt, wo sein Nachfolger Eckhard Krautzun das Team zum nächsten Titelgewinn coachte.

      Weitere Stationen von Friedel Rausch waren unter anderem Schalke 04, wo ihn als Spieler der Hundebiss im Derby gegen Dortmund (1969) nachhaltig bekannt machte, und Eintracht Frankfurt, wo er mit dem UEFA-Cup-Sieg (1980) seinen größten Erfolg als Trainer feierte.
      Wie sein Ex-Verein Schalke 04 am Samstag mitteilte, ist Friedel Rausch in der Nacht zu Samstag einem Krebsleiden erlegen. Fußball-Deutschland und auch der 1. FC Kaiserslautern trauern um ein "Kind der Bundesliga". Auf "Facebook" schrieb der FCK: "Er hat einen großen Fußabdruck in der Geschichte unseres Vereins hinterlassen und wird immer Teil der FCK-Familie bleiben. Wir sind in Gedanken bei seiner Familie und seinen Freunden."
      Ruhe in Frieden.

      Quelle: der betze brennt
    • Für immer "Fußballgott"

      Fast eine Dekade FCK-Geschichte hat Olaf Marschall entscheidend mitgeprägt, 1997/98 schoss er die Roten Teufel zur sensationellen Meisterschaft. Im Rahmen unserer Serie "BetzeHistorie" würdigen wir die Verdienste von Kaiserslauterns "Fußballgott".
      Die Liste der Männer mit dem besonderen Torriecher ist lang beim 1. FC Kaiserslautern. Klaus Toppmöller, mit 108 Treffern der beste Lautrer Bundesliga-Schütze, fällt einem sofort ein. Natürlich der spätere Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz, Schweden-Bomber Roland Sandberg oder Miroslav Klose, der im Trikot der Nationalmannschaft sogar Fußball-Weltgeschichte geschrieben hat. Geht man in den Jahren weiter zurück, werden die Quoten der Torjäger noch eindrucksvoller. Die Walter-Brüder Ottmar und Fritz erzielten zu Zeiten der alten Oberliga Südwest jeweils rund 300 Tore für den FCK. Und auch Werner Baßler traf seinerzeit mehr als 200-mal ins Netz.
      Derartige Zahlen sind im modernen Fußball kaum noch erreichbar. Um einen der besten Stürmer des FCK zu porträtieren, muss man dennoch gar nicht so lange zurückblicken. Von 1994 bis 2002 stürmt der Olaf Marschall für die Roten Teufel. In 160 Partien gelingen dem gebürtigen Sachsen, der heute längst in der Pfalz heimisch geworden ist, stolze 59 Treffer. 1996 steigt er mit den Roten Teufeln in die Zweite Liga ab, ehe er noch in der gleichen Spielzeit mit dem FCK in Berlin den DFB-Pokal gewinnt. Seine stärkste Saison spielt Marschall schließlich nach dem Wiederaufstieg. Ohne die 21 Treffer des 13-fachen Nationalspielers wäre die sensationelle Meisterschaft des Aufsteigers aus der Pfalz nicht möglich gewesen.
      Marschalls Weg zu seinem größten sportlichen Erfolg beginnt rund 20 Jahre vorher in Sachsen, als er 1978 von seinem Heimatverein Chemie Torgau in die Nachwuchsabteilung
      des 1. FC Lokomotive Leipzig delegiert wird. Mit 17 Jahren debütiert er für Lok in der DDR-Oberliga, zwei Jahre später folgt der erste Einsatz in der Nationalmannschaft der DDR. In seine Leipziger Zeit fällt dann auch der erste große Höhepunkt in der Karriere des Stürmers, als er mit Lok 1987 das Endspiel im Europapokal der Pokalsieger erreicht, in Athen gegen Ajax Amsterdam dann aber mit 0:1 das Nachsehen hat.
      Viel mehr als nur ein gutes Kopfballspiel
      Kurz nach der Wende kehrt Marschall seiner sächsischen Heimat vorerst den Rücken und wechselt zu Admira Wacker Wien, wo er sich weiter mit schöner Regelmäßigkeit in die Torschützenliste einträgt. Bei einem Gardemaß von 1,86 m gehört das Kopfballspiel zu den größten Stärken des Stürmers, was ihm auf seiner ersten Auslandsstation in Wien den Spitznamen "Hrubesch des Ostens" einbringt. Eine Umschreibung, mit der nicht nur Marschall selbst wenig anfangen kann. Schließlich charakterisiert sein Spiel viel mehr als nur seine Qualitäten in der Luft. Technisch versiert, ausgestattet mit großem Spielverständnis und der nötigen Zweikampfhärte bringt Marschall alles an Veranlagung mit, was man braucht, um sich im gegnerischen Strafraum erfolgreich zu behaupten.
      Da Marschall zu Beginn seiner Karriere zuerst auf der anderen Seite der deutsch-deutschen Grenze, dann in der kaum beachteten österreichischen Bundesliga aktiv ist, bleibt dieses Talent jahrelang weitgehend unentdeckt. Das ändert sich erst, als der Torjäger 1993 zurück nach Deutschland in die Bundesliga wechselt. Er folgt seinem Wiener Trainer Siggi Held zu Dynamo Dresden und erzielt gleich in seinem ersten Spiel in der deutschen Eliteliga einen Dreierpack. Bis zum Saisonende sind es elf Tore, womit Marschall maßgeblichen Anteil an Dynamos Klassenverbleib hat.
      Gut investierte drei Millionen D-Mark
      Der Mann mit dem markanten Lockenkopf kann es also auch auf den großen Fußballbühnen, was auch die Verantwortlichen auf dem Kaiserslauterer Betzenberg - Präsident Norbert Thines, Manager Reiner Geye und Trainer Friedel Rausch - längst aufmerksam verfolgen. Vor Beginn der nächsten Saison investiert der FCK fast drei Millionen D-Mark in die Ablöse, was Marschall zum bis dahin teuersten Einkauf der Vereinsgeschichte macht. Jede einzelne davon ist gut angelegt, denn auch in der Pfalz läuft es zunächst gut für den Torjäger. Marschall zählt direkt zur Stammelf der Lautrer und markiert am 5. Spieltag beim 3:1-Erfolg bei Bayer Uerdingen seinen ersten von insgesamt sieben Saisontreffern. Im Oktober 1994 feiert Marschall sein Debüt in der (gesamt)deutschen Nationalmannschaft und auch die Endplatzierung der Lautrer mit Rang vier und der Qualifikation für den UEFA-Cup lässt sich gut an. Was für eine Angriffsreihe: Zusammen mit den beiden weiteren FCK-Topstürmern Stefan Kuntz und Pavel Kuka lässt Marschall die gegnerischen Abwehrreihen zittern.
      Doch schon in der folgenden Saison - Kuntz hat den FCK in Richtung Istanbul verlassen und mit Ciriaco Sforza fällt der beste Vorbereiter weg - beginnen sowohl für Marschall als auch für seinen neuen Verein die Probleme. Ausgebremst von ständigen Verletzungen kommt der Stürmer insgesamt nur auf 19 Einsätze und erzielt magere zwei Tore. Eine Ausbeute, mit der auch der Millionen-Einkauf den ersten Abstieg des FCK aus dem Fußball-Oberhaus nicht abwenden kann. Auch im dramatischen letzten Saisonspiel bei Bayer Leverkusen wird der Stürmer verletzt. Um eine Behandlungspause zu ermöglichen, spielen seine Teamkollegen den Ball ins Seitenaus, woraufhin das Schicksal seinen unheilvollen Lauf nimmt. Statt die Kugel beim folgenden Einwurf wie üblich zurück an den FCK zu geben, halten die Gastgeber das Leder in den eigenen Reihen und erzielen Sekunden später den Treffer zum 1:1-Endstand.
      Sein bestes Jahr: Meister, Torjäger und WM-Teilnehmer
      Überhaupt sind Verletzungen während Marschalls Zeit im Dress der Roten Teufel sein ständiger Begleiter, die auch eine größere Karriere in der Nationalmannschaft verhindern. Bänderrisse, ein Mittelfußbruch, immer wieder die Achillessehnen und in der Vorbereitung auf die Saison 1997/98 sogar Nierensteine lauten die Diagnosen. Auch die Hinrunde der Meistersaison ist für Marschall nach einem beim 3:1-Sieg in Mönchengladbach erlittenen Bänderriss im Knie schon Ende November beendet, was den Angreifer jedoch nicht daran hindert, aus der Spielzeit 1997/98 das erfolgreichste Jahr seiner Karriere zu machen.
      Schon in der ersten Saisonhälfte ein Torgarant, steuert der Sachse in der Schlussphase der zweiten Saisonhälfte weitere acht Treffer zum sensationellen Titelgewinn bei. Borussia Mönchengladbach besiegt er am 32. Spieltag nach zwischenzeitlichem 0:2-Rückstand mit drei Toren quasi im Alleingang, was ihm auf dem Betzenberg für alle Zeiten den Titel "Fußballgott" einbringt. Und auch auf der Zielgeraden zur Meisterschaft ist Marschall in allen drei noch ausstehenden Spielen - gegen Arminia Bielefeld müssen die Lautrer damals noch ein Nachholspiel bestreiten - erfolgreich. Unter dem Strich sind es am Ende der Saison 21 Tore, die der Angreifer trotz langer Verletzungspause auf dem Konto hat - nur eines weniger als Torschützenkönig Ulf Kirsten und jedes einzelne ein kleines Puzzleteil auf dem Weg zur Meisterschaft.
      Prominenter Werbeträger des Nasenpflasters
      Der Anteil von Marschalls legendärem Nasenpflaster am Titelgewinn und der folgenden Berufung zum Nationalteam bei der WM 1998 in Frankreich dürfte überschaubar gewesen sein. Ende der 1990er Jahre sieht man das freilich noch anders - und in der Bundesliga ist der Lautrer Sturmführer der prominenteste Werbeträger des kleinen Kunststoffteils, das angeblich die Sauerstoffzufuhr durch das Riechorgan verbessern soll. Vielleicht auch im Glauben an das kleine Hilfsmittel macht Marschall in der Post-Meistersaison mit dem Toreschießen einfach weiter. Er trifft an sieben der ersten zehn Spieltage und markiert am 12. September 1998 sein berühmtestes Tor überhaupt.
      Im Heimspiel gegen Hertha BSC nimmt er beim Stand von 1:3 einen Ball in den Strafraum mit der Brust runter, lässt ihn einmal auf dem Kopf tanzen und netzt dann mit dem Rücken zum gegnerischen Kasten stehend per Fallrückzieher-Bogenlampe unwiderstehlich ein – am Ende gewinnt der FCK die Partie noch mit 4:3. Ein Tor, wie es wohl nur Marschall schießen kann. Und so spektakulär, dass es die Zuschauer der ARD-Sportschau zum Tor des Jahres 1998 wählen. Während Marschall selbst zunächst meisterlich aufspielt, muss der FCK bald wieder kleinere Brötchen backen und verspielt am letzten Spieltag bei Eintracht Frankfurt die dennoch noch mögliche Qualifikation für die Champions League.
      Noch einmal der Held im Pokal beim Waldhof
      Drei weitere Spielzeiten ist der Sachse danach noch für die Roten Teufel am Ball, kann das schleichende Abrutschen der Lautrer in der Bundesliga-Tabelle aber nicht aufhalten. Keine zehn Tore gelingen dem immer wieder verletzt fehlenden "Fußballgott" in diesen drei Jahren. Einer der selten werdenden Höhepunkte des alternden Kult-Kickers ist der 3:2-Siegtreffer in der letzten Minute in der zweiten Pokalrunde der Saison 2001/02 beim Erzrivalen SV Waldhof. Nach seinem letzten Spiel beim 4:0 gegen Energie Cottbus am 27. April 2002 wird Marschall von seinen Teamkollegen auf Schultern vom Rasen des Fritz-Walter-Stadions getragen.
      Ob er in diesem Moment schon weiß, dass der Betzenberg auch in der Zukunft seine berufliche Heimat bleiben wird. Nach einer letzten halben Saison als Profi in Dubai wird der Sachse zuerst Assistent des damaligen Vorstandsvorsitzenden Rene C. Jäggi. Später ist Marschall bei den Roten Teufeln Team-Manager, Co- und Interimstrainer der zweiten Mannschaft sowie Co-Trainer des Profiteams. Weitere Erfahrung als Coach und als Talent-Sichter sammelt er später wieder in Dubai, beim SC Idar-Oberstein und beim FSV Frankfurt. Dem pfälzischen Niederkirchen als Wohnort ist Marschall auch in diesen Jahren stets treu geblieben. Und seit 2016 arbeitet er als Scout auch wieder für den FCK: Olaf Marschall - Lauterns "Fußballgott".

      Quelle: der betze brennt