Südkurve Bleibt! -- CrowdFANding.net

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Hallo liebe qiumianer und qiumianerinnen,

    mit dem Update auf die Forenversion 4.1 haben wir nun die Möglichkeit geschaffen, Bilder im Forum anzuzeigen.
    Dazu müsst ihr lediglich beim erstellen einer Nachricht auf den "Bild einfügen" Knopf drücken und dort die URL bzw. die Adresse des Bildes einfügen.
    Bitte beachtet auf jeden Fall Copyrights der Bilder die ihr verlinkt!
    Die Nutzungsbedingungen wurden dahingehend angepasst und sind ab nun zu beachten.
    Mit der Nutzung des Forums stimmt ihr diesen Nutzungsbedingungen bzw. deren Änderung zu!

    Vielen Dank,
    Eure Admins :)

    • Über 150.000 € zum Erhalt der Kurve Von mehr als 2000 Menschen aus 35 Ländern! Danke dafür.
      Ich bin Fan einer bewegungsorientierten Verabredungskultur.

      UNANTASTBAR, UNVERRÜCKBAR, NICHT VERHANDELBAR! SÜDKURVE BLEIBT!

      DUCHATELET CASSE-TOI!
    • Unser Projekt des Sommers, "crowdFANding-SÜDKURVE BLEIBT!", ist für den Thüringer Innovationspreis nominiert! Da es ein Publikumspreis ist, könnt ihr in einer Umfrage für unser Projekt abstimmen. Darum würde ich euch bitten!

      einfach hier auf der Seite auf CrowFANding.net gehen, dort auf Details und dann für uns abstimmen.


      Südkurve Jena sagt allen die zwei Minuten Zeit für uns haben DANKE!


      14.11.2016
      Mit eurer Hilfe und über 1.200 Stimmen, haben wir es geschafft den Publikumspreis beim Thüringer Innovationspreis 2016 zu gewinnen!
      Ein weiterer wichtiger Schritt für uns und den Erhalt der SÜDKURVE!
      Vielen Dank!
      Ich bin Fan einer bewegungsorientierten Verabredungskultur.

      UNANTASTBAR, UNVERRÜCKBAR, NICHT VERHANDELBAR! SÜDKURVE BLEIBT!

      DUCHATELET CASSE-TOI!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von paradies ()

    • Offener Brief der Bürgerinitiative UNSER STADION e. V. zum aktuellen Planungs- und Entscheidungsprozess bezüglich des Ernst-Abbe-Sportfeld Jena

      Sehr geehrter Herr Ramelow,
      sehr geehrter Herr Poppenhäger,

      in diesen ereignisreichen Tagen und Wochen, voller politischer Erdrutsche und überlebensgroßer Fragezeichen über den Köpfen vieler Menschen hierzulande und anderswo, bitten wir Sie um Unterstützung und ein klares Bekenntnis für Werte, Strukturen, Identifikation und Kultur im Sport.

      Spätestens seit der innovativen 'crowdFANding'-Kampagne ist das Engagement der Jenaer Fußballfans für den Erhalt der, unserer, SÜDKURVE im neuen Ernst-Abbe-Sportfeld in aller Munde. Parallel zum bis heute weltweit einmaligen Projekt, welches Unterstützer aus 35 Ländern und eine Gesamtsumme von über 150.000 Euro erreicht hat, nimmt die gut strukturierte Fanszene an diversen Planungs- und Diskussionsrunden zur Stadionzukunft teil. Unter dem Dach des Vereins "UNSER STADION e.V." bündeln sich die Anstrengungen, welche eine fanfreundliche und traditionsbewusste Gestaltung des Jenaer Fußballstadions zum Ziel haben. In der Vergangenheit haben die blaugelbweißen Fans mit dem tragischen Verlust der charakteristischen Flutlichtmasten und den schrittweise maroder werdenden Traversen genügend Tiefschläge erleiden müssen, so dass nun klar ist, dass in einem neuen Ernst-Abbe-Sportfeld die aktive und atmosphärische Unterstützung der Mannschaft definitiv aus der SÜDKURVE erfolgen wird. Das allerletzte sinnstiftende Merkmal unseres Stadions lassen wir uns nicht entreißen.

      In unzähligen Gesprächsrunden mit den Jenaer Stadtratsfraktionen, den verantwortlichen Projektmitarbeitern, Dezernenten, Sicherheitsgutachtern und den BOS (v.a. Polizei und Feuerwehr) wurde und wird konstruktiv gearbeitet, um den essentiellen Erhalt der identitätsstiftenden SÜDKURVE gemeinsam zu erreichen. Die von der Bürgerinitiative erarbeiteten Sicherheits- und Zuwegungskonzepte für Heim- und Gästefans ermöglichen ein hohes Maß an Flexibilität für die Sicherheitskräfte, was angesichts der unterschiedlichen Gefährdungslagen sinnvoll ist und im übrigen auf dem etablierten Raumschutzkonzept der Polizei fußt.

      Zuletzt kamen die gemeinsamen Gespräche, in welchen wir auch die fundierte Unterstützung durch das Jenaer Fanprojekt genießen, leider ins Stocken, da die Leiter der Jenaer Polizei die von uns erarbeiteten Konzepte zwar als umsetzbar einstufen, aber ihre Genehmigung hierfür partout nicht erteilen wollen. Augenscheinlich liegt diesem Verhalten ein Streben nach vermeintlicher 150%iger Sicherheit zu Grunde, was im Allgemeinen und am Beispiel des Jenaer Fußballs im Speziellen als unangemessen erachtet werden muss. Das Sicherheitskonzept benötigt einen Stempel der lokalen Polizeibehörde, um die Tauglichkeitseinstufung der Fussballverbände zu erhalten. Auf den Punkt gebracht: unser Konzept, mit der Unterbringung der Gäste-Zuschauer in der Nordkurve, inkl. angepasster Zuwegungen von beiden relevanten Bahnhöfen und Parkplätzen, bietet alle Voraussetzungen für ein DFL-taugliches Fussballstadion mit größtmöglicher Sicherheit. Im letzten Stand der Diskussionen prophezeite der Leiter der Jenaer Polizeiinspektion plötzlich und zu unserer Überraschung allerdings einen höheren Personalbedarf an einzusetzenden Polizeibeamten zur Fantrennung, ohne dies auch nur ansatzweise belegen zu können. Leider wird an dieser Stelle verkannt, dass die durch das 'crowdFANding' erzielte sechsstellige Summe zum Beispiel für die Errichtung von flexiblen und Sichtschutz bietenden Rolltoren eingesetzt werden kann, welche im (seltenen) Bedarfsfall zahlreiche Polizeikräfte entbehrlich machen. Wir möchten nochmals deutlich machen, dass wir in diesem Punkt sogar auf einem Fantrennungskonzept der Polizei aufbauen, welches bundesweit repressive Maßstäbe setzt. Genau an diesem Punkt lohnt der Blick in andere und deutlich größere/ bekanntere Stadien oder Stadionperipherien, wo Fantrennung faktisch ein Fremdwort ist und Konfrontationen dennoch ausbleiben.

      Wir setzen eigene Mittel im sechsstelligen Bereich und ein flexibles Absicherungssystem gegen eine unergründbare Mehrkostenaussage der Polizei. Kein Sportfan auf dieser Welt kann und will dieser polizeilichen Argumentation, welche auf Vermutungen setzt und weitreichendere negative Konsequenzen für eine kritische Fankultur mit sich bringt, Glauben schenken.

      Leider erhärtet sich der Gedanke, nicht nur in der Jenaer Fußballanhängerschaft, dass die Polizei in dieser Frage die zweifelhafte "Gunst der Stunde" ausnutzen und mit der Verweigerung der behördlichen Genehmigung die Zerstörung der organisierten, selbstregulierten und antirassistischen Fankultur in Jena herbeiführen möchte, mit allen Konsequenzen damit auch komplette subkulturelle Strukturen angreift und unkontrollierbar macht. Gerade gegenüber der Polizei haben wir kraft unseres Mandates immer deutlich gemacht, dass die SÜDKURVE immer in blaugelbweißer Hand bleiben wird, egal welche Entscheidung die Polizei trifft. Wir verweisen an dieser Stelle gern ein weiteres Mal auf die bezugnehmende und sehr aussagekräftige Expertise des anerkannten Soziologen und Fanforscher Prof. h.c. Dr. Gunter A. Pilz. (http://crowdfanding.de/expertise-zum-konzept-der-neuen-sta…/)

      Nichts spricht mehr gegen den Erhalt der SÜDKURVE im Ernst-Abbe-Sportfeld. Lassen Sie uns beweisen, dass Fußballstadien auch im Sinne der Anhänger gebaut werden und proaktive Mitarbeit und belastbare Konzepte von eben jenen Anhängern von Erfolg gekrönt sind.

      Wir laden Sie herzlich ein, mit uns gemeinsam das Ernst-Abbe-Sportfeld zu besuchen, um Ihnen vor Ort aufzeigen zu können, wie die SÜDKURVE ohne Sicherheitsbedenken und/ oder Mehrkosten erhalten bleibt.

      Wir bedanken uns für Ihrer Unterstützung.
      SÜDKURVE BLEIBT!
      Mit tausendfachen blaugelbweißen Grüßen
      Bürgerinitiative UNSER STADION e.V. Jena, November 2016
      Ich bin Fan einer bewegungsorientierten Verabredungskultur.

      UNANTASTBAR, UNVERRÜCKBAR, NICHT VERHANDELBAR! SÜDKURVE BLEIBT!

      DUCHATELET CASSE-TOI!
    • Wir haben es geschafft!!!!

      Die Fans übernehmen mit der Vereinbarung die volle Verantwortung
      © Stadt Jena / Foto: Jens Hauspurg">
      © Stadt Jena / Foto: Jens Hauspurg
      Beim Mediationstermin zum Thema Südkurve im Jenaer Stadion am heutigen Donnerstag konnte ein wichtiges Zwischenergebnis erzielt werden. Um die Südkurve auch im neuen Stadion für die Heimfans zu erhalten, sind diese bereit, weitgehende Selbstverpflichtungen einzugehen. Unter anderem durch eigene Ordnerkonzepte, eine Schließung des Fanhauses zugunsten eines alternativen Ortes an Spieltagen und angepasste Fanrouten bei Risikospielen soll die Sicherheitslage verbessert werden. Weiterhin soll es einen "Soli-Euro" bei den Eintrittspreisen für die Südkurve geben und die Einnahmen aus dem crowdFANding-Projekt zur Mitfinanzierung baulicher Mehraufwendung eingesetzt werden. Polizei und Stadt Jena als zuständige Ordnungsbehörden sind bereit, den Fans den notwendigen Vertrauensvorschuss einzuräumen.

      Gegenseitiges Vertrauen und Einhaltung klarer Regeln im Rahmen der Selbstverpflichtung sind die Grundlagen des Konzeptes. Dazu wird es eine schriftliche Vereinbarung geben, die in den nächsten Wochen unterzeichnet werden soll. Stadt und Verein werden in dieser Vereinbarung ihren Teil zum Gelingen des Projektes ebenfalls festschreiben.

      Die Fans übernehmen mit der Vereinbarung die volle Verantwortung für den Erhalt der Südkurve. Werden die Bedingungen nicht eingehalten, greift das vom Mediator als fachlich hervorragend bezeichnete Konzept der Fantrennung, das von der Polizeiinspektion Jena ausgearbeitet wurde. Der endgültige Umzug der Heimfans in die Nordkurve wäre die Konsequenz.

      Durch die Stadt wird geprüft, welche baulichen Änderungen erforderlich sind, um alle Optionen der Vereinbarung auf Dauer sichern zu können. Dazu sind die Fans bereit, eventuell nötige Abstriche z.B. bei der Stehplatzanzahl zu akzeptieren. Allen Beteiligten ist bewusst, dass die bauliche Lösung die jetzt geplanten Rahmenbedingungen der Infrastruktur zu Erschließungsstraßen, Saalebrücken und Rettungszufahrten nicht übersteigen darf.

      Wenn in einem letzten Mediationstermin in einigen Wochen die Unterschrift der Fans geleistet ist, soll die Selbstverpflichtung in Kraft treten. Damit erwarten alle Beteiligten auch für die Zeit vor der Fertigstellung des neuen Stadions, insbesondere die Bauphase, eine verbesserte Zusammenarbeit und die Verringerung von Konflikten. Alle Seiten gehen damit einen großen Schritt aufeinander zu. Diese Art des Zusammenspiels und der offenen ehrlichen Kommunikation zwischen den handelnden Parteien ist beispielhaft. Sie soll über die Jahre eine gute Zusammenarbeit festigen.

      Quelle
      Ich bin Fan einer bewegungsorientierten Verabredungskultur.

      UNANTASTBAR, UNVERRÜCKBAR, NICHT VERHANDELBAR! SÜDKURVE BLEIBT!

      DUCHATELET CASSE-TOI!
    • SÜDKURVE und städtischer Projektstab wenden sich an die Öffentlichkeit:

      Toni Schley für die Fanszene und den Südkurve-Rat
      Martin Berger Leiter des Projektstabes Fußballarena
      Jena, 27. September 2017
      Brief an die Jenaer Öffentlichkeit

      Wir beide schreiben diesen Brief, um gemeinsam unsere Hoffnung auf den Erhalt der Südkurve als Heimstatt der aktiven Fanszene im neuen Jenaer Stadion auszudrücken.
      Zwar mögen wir sehr verschiedene Charaktere sein, und wir spielen im Rahmen des Stadionprojekts ganz unterschiedliche Rollen: der eine für die Fanszene und den Südkurve-Rat, der andere als verantwortlicher Projektleiter. Gerade deshalb schätzen und respektieren wir uns gegenseitig für den großen persönlichen Einsatz im Stadionprojekt und für Offenheit, Ehrlichkeit und Konsequenz.
      Beide sind wir überzeugt, dass ein Stadion auf seine Nutzer zugeschnitten sein muss. Dies gilt gleichermaßen für die Jenaer Familie, den Businessgast in einer Loge, die organisierten Heimfans und die der Gastmannschaft – keine Gruppe darf an den Rand gedrängt werden oder sich so fühlen. Für den Erfolg des Stadionprojekts und des FCC ist es also für uns beide hochgradig wünschenswert, dass die organisierten Heimfans in der Südkurve des neuen Stadions bleiben können, und mit voller Kraft, friedlich und fantasievoll den FCC unterstützen.
      Nicht zu unterschätzen sind allerdings die Probleme, die dies für die Gewährleistung der Sicherheit aller Besuchergruppen auf ihrem Weg zum Spiel und zurück angesichts der Lage an der Saale und der im Stadionumfeld gegebenen Infrastruktur bedeutet. Organisierte Fans und Projektstab sind daher seit Anfang 2016 im Gespräch miteinander und mit den Sicherheitsbehörden, v.a. den Polizeibehörden. Ziel war und ist es, einen gemeinsamen Weg zu finden, um die neue Südkurve für die Heimfans zu nutzen, gleichzeitig die Sicherheitsanforderungen zu gewährleisten und somit die Zustimmung aller Beteiligten zu erhalten. Dabei hat der städtische Projektstab stets deutlich gemacht, dass er die Kompetenz einer Sicherheitsbehörde weder fachlich noch von der Zuständigkeit her besitzt und daher die Abwägung verschiedener Varianten und Anforderungen nicht selbst vornehmen kann und wird. Der Projektstab und sein Leiter werden nur bauliche Lösungen umsetzen, für die die Zustimmung der Polizeibehörden vorliegt. Darin liegt ein Dissenzpunkt mit Teilen der kämpferischen Fanszene, aber es muss ehrlich und fair so ausgesprochen werden. Die organisierten Heimfans wiederum haben keinen Zweifel daran gelassen, dass sie sich sehr stark mit der Südkurve identifizieren. Verschiedene Aktivitäten fachlicher und öffentlicher Art, von Veranstaltungen und Konzepten, dem „Crowdfanding“-Projekt bis zu politischer Lobbyarbeit belegen dies eindrücklich. Sehr deutlich wurde dabei, dass alle Sicherheitsthemen im Gesamtkontext von Infrastruktur und dem kooperativen oder konflikthaften Handeln der Beteiligten betrachtet werden müssen. Wenn die Fanszene sich in eine konstruktive Zusammenarbeit einbringt und gemeinsam vereinbarte Regeln akzeptiert, können die von der Polizei befürchteten Ausschreitungen und Konflikte vermieden werden. Die organisierten Heimfans haben erklärt, dass sie dazu bereit sind, und eine entsprechende Selbstverpflichtung angeboten.
      Auf dieser Basis konnte im März 2017 durch ein Mediationsverfahren, geleitet von Helmut Spahn, ein sehr ermutigendes Zwischenergebnis erzielt werden. Entscheidende Basis dafür war die von den Fans in Eigeninitiative mit großem Sachverstand und Engagement erarbeitete Selbstverpflichtung. Laut Zwischenergebnis der Mediation kann durch die Selbstverpflichtung im Rahmen der vorhandenen Infrastruktur die Südkurve auch im neuen Stadion für die Heimfans genutzt werden. Wenn die Selbstverpflichtungen nicht eingehalten werden sollten, sind die Fans zu einem Umzug in die Nordkurve bereit. Leider wurden durch die Polizeibehörden im Zuge der Konkretisierung der Mediationsvereinbarungen Forderungen zum Ausbau der Infrastruktur erhoben, die vorher explizit ausgeschlossen wurden. Die Stadt sieht sich weder heute noch mittelfristig in der Lage, die dafür erforderlichen Finanzmittel von mindestens 10 Mio. € aufzubringen. Darin sieht sie sich durch die Aussagen der Fanvertreter bestätigt, die geltend machen, dass aus ihrer Sicht die betreffenden Infrastrukturmaßnahmen nur geringe Sicherheitsverbesserungen mit sich bringen. Ja es stellt sich sogar die Frage, ob nicht bei einer Unterbringung der Heimfans in der Nordkurve die kritischen Infrastrukturen sogar mehr beansprucht werden, als wenn die Heimfans in der Südkurve bleiben. Damit ist eine schwierige Situation entstanden, die weder die Stadt noch die Fanszene und schon gar nicht die beiden Autoren dieses Briefes gewollt haben. Das gesamte Stadionprojekt kann gefährdet sein, wenn es einen Umzug der Heimfans in die Nordkurve geben muss. Der Projektstab hat in aller Ehrlichkeit, Härte und Konsequenz auf diese Gefahr aufmerksam gemacht und verdeutlicht, dass er auf der jetzt bestehenden Grundlage nur genau das – Umzug in die Nordkurve – in den Ausschreibungsunterlagen verankern kann.
      Fanszene und Projektstab sind damit zunächst in Konflikt geraten – wir sind uns aber beide sicher, dass wir an einem Strang ziehen müssen und haben in einer Aussprache einen gemeinsamen Weg gefunden. Es wäre falsch und hoch gefährlich, wenn wir uns als Gegner wahrnehmen oder uns diese Wahrnehmung aufdrängen lassen würden. In diesem Zusammenhang bitten wir auch alle Kommunal- und Landespolitiker, die die Südkurve unterstützen wollen, dass sie der Fanszene und dem Projektstab in ihren jeweiligen Handlungsfeldern helfen und und keine Konflikte schüren.
      Wir stimmen darin überein, dass es eine erneute, fachlich gut untersetzte und transparente Bewertung des Zwischenergebnisses der Mediation geben muss. Der Projektstab hat dafür bereits den DFB involviert und die Fanszene die erfahrenen Berater von companeer beauftragt - beides in gegenseitiger Absprache. Wir hoffen, dass sich die Polizeibehörden in Jena und im Thüringer Innenministerium offen und konstruktiv in den Prozess einbringen und eine erneute Bewertung und Abwägung vornehmen. Das Argument, dass Selbstverpflichtung und Kooperationsbereitschaft der Fans höher zu bewerten sind als Infrastruktur und polizeiliches Eingreifen, wiegt schwer.
      Um es zu wiederholen: wir wünschen uns beide sehr, dass auf dieser Basis die Südkurve auch im neuen Stadion den FCC-Fans zur Verfügung steht. Wir werden daran arbeiten –zwar jeder in seiner Rolle und in den Grenzen seines Handlungsfeldes, aber ohne uns auseinander dividieren zu lassen.

      gez. Toni Schley im Namen der aktiven Fanszene des FC Carl Zeiss Jena
      gez. Martin Berger Leiter des Projektstabes Fußballarena


      Zahlreiche bekannte Persönlichkeiten unterstützen den Kampf zur Erhalt der Südkurve. (Die Fotos stellen nur eine kleine Auswahl dar ...)
      Stimmen aus Politik und Fachwelt zum Erhalt der Südkurve
      Prof. h.c., Dr. phil. Gunter A. Pilz, Vorsitzender der AG Qualitätssicherung der Fanprojekte nach dem NKSS:
      „Über 30 Jahre ist die sogenannte Südkurve des Ernst-Abbe-Sportfeldes der traditionelle Gesellungsort der aktiven jugendlichen Fanszene des FC Carl Zeiss Jena. Die Jenaer Südkurve ist nicht zuletzt auch aufgrund des En-gagements der örtlichen Ultra-Szene gegen Rechtsextre-mismus und Diskriminierung zu einem Qualitätsbegriff in der bundesdeutschen Fanszene geworden. Dementsprechend hat die Südkurve für die örtliche Fanszene als Gesellungsort und Sozialraum einen außerordentlich ho-hen Stellenwert und stellt einen besonderen nicht zu unterschätzenden Identifikationsfaktor dar. Durch den Verlust der Südkurve wäre die gewachsene Fanszene mit ihren funktionierenden Strukturen einem Erosionsprozess ausgesetzt, die Selbstre-gulierung würde geschwächt und die angestrebte Verbesserung der Stadionsicherheit gefährdet. Es steht zu befürchten, dass verschiedene Einzelpersonen und Gruppen dem Stadiongeschehen gänzlich fernbleiben und damit für das Fanprojekt und den Verein wichtige Ansprechpartner und Multiplikatoren wegbrechen. Erfahrungen aus verschiedenen Standorten lehren zudem, dass Phasen der Verunsicherung bzw. Um- und Neustrukturierung von Fanszenen oft ein Einfallstor für das (wieder-)Erstarken rechtsextremistischer Tendenzen darstellen. Ich kann deshalb der Empfehlung von Helmut Spahn, die Südkurve zu erhalten, nur ohne Wenn und Aber zustimmen, und mit Nachdruck darum bitten, die Chance einer damit verbundenen für die künftige Zusam-menarbeit zwischen Verein, Fans, Polizei und Stadt gemeinsam auf den Weg zu bringenden rich-tungsweisenden Vereinbarung nicht ungenutzt zu lassen.“
      Volker Goll, stellvertretender Leiter Koordinationsstelle Fanprojekte bei der Deutschen Sportjugend (KOS):
      "Mit großem Interesse haben wir den Einsatz der Jenaer Fanszene zum Erhalt ihres traditionellen Standortes auch im künftigen Jenaer Stadion verfolgt, welches von den Kollegen des Fanprojektes Jena entsprechend begleitet und unterstützt wurde. Die Kampagne „Südkurve bleibt“, das Projekt „crowdFANding“ und die konstruktive Mitwirkung von Fanvertreter*innen in zahlreichen Gesprächen und einem Mediationsverfahren stellen aus Sicht der KOS ein hervorragendes Beispiel für die Partizipation junger Menschen
      bei Erhalt und Gestaltung ihres Sozialraums dar, weshalb wir die Initiatoren auch gebeten haben, dies auf unserer diesjährigen Bundeskonferenz in Hannover vorzustellen. Dieses beispielhafte Engagement der engagierten Fußballfans sollte eine entsprechende Würdigung durch Umsetzung des Mediationsergebnisses bei der Realisierung des Stadionprojektes erfahren."
      Sophia Gerschel, Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte:
      "Die Südkurve ist für die FCC Fans seit Jahren DER Ort im Stadion, geprägt von Stimmung, Kreativität und Innovation. Dieser muss auch im neuen Stadion für die Fans bleiben. Das Engagement, die Dialogbereitschaft und die Mitarbeit der Fans bei einem gelunge-nen Konzept für ein neues Stadion sollten immer ernst genommen und in die Planungen mit einbezogen werden. Um das Vertrauen und die Akzeptanz der Fans zu erhalten müssen Absprachen mit diesen eingehalten und umgesetzt werden. Nur miteinander kann es eine Lösung geben, die den Fußball in Jena weiterhin ein Erlebnis blei-ben lässt, unterstützt von den Fans in der Südkurve."
      Klaus Berka, Präsident FC Carl Zeiss Jena e.V.:
      "Die Diskussionen zum Erhalt der Südkurve - die zwischen-zeitlich traditionelle „Heimstätte“ zahlreicher Fans und Fangruppen unseres FC Carl Zeiss Jena – hatte im Früh-jahr 2017 zu ausgesprochen positiven Ansätzen/Ergebnissen geführt. Es wurden gemeinsam zwischen Stadt, Land, Polizei, Feuerwehr und den Verantwortlichen der betreffenden Fangruppen sowie selbstverständlich auch der Gremien des FCC Wege beschrieben, wie die Südkurve erhalten werden kann. Diese konstruktiven Gespräche waren mit einigen Auflagen begleitet, die von den Fangruppen akzeptiert wurden. Der Einsatz unserer Fans für die „Südkurve“ beinhaltet aber mehr als „nur“ den Erhalt der Südkurve. Unsere Fans sind ein wertvolles Kapital für unseren Fußballclub. Sie geben der Mannschaft Rückendeckung, treiben sie nach vorn und sind auch bei Auswärtsspielen in großer Anzahl vorbildlich präsent. Aber - und das ist besonders hervorzuheben - sie sind nicht nur Fußball-Fans sondern engagieren sich bei vielen sozialen Projekten, finanzieren diese eigenständig und vertreten die Interessen aller Fans mit hohem Engagement auch öffentlich.
      Der hohe Einsatz pro „Südkurve“ und die damit verbundenen Selbstverpflichtungen der Fangruppen zu Fairplay könnte sich so zu einem Fan-Referenzprojekt deutschlandweit entwickeln.
      Wir alle wissen selbstverständlich, dass die Sicherheit der Zuschauer eines Fußballspiels mit allerhöchster Priorität betrachtet werden muss. Dies erfordert enge Abstimmungen und klare Regelungen. Dieses Verständnis haben auch wir in allen Gremien des FC Carl Zeiss Jena. Um die aktuellen neu aufgeflammten Diskussionen konstruktiv zu diskutieren, sind weitere Gespräche bzw. eine erneute Mediation aller Interessensgruppen erforderlich. Ein Stadion ohne Fankultur mit Tradition, Stimmung, Fairness, Fangesänge und erlaubte Choreographien wäre ein Stadion ohne „Leben“. Gern stehe ich für das Projekt „Südkurve erhalten“ als Fürsprecher und Vermittler zu Verfügung."
      Kai Tippmann, Blogger und Literatur-Übersetzer:
      "Natürlich muss die Südkurve bleiben. In jeder schimmligen Eckkneipe gibt es einen Stammtisch, der für die besten Gäste reserviert ist. Diejenigen, die immer kommen, die auch bei Regen für ein Bier vorbeischauen, die ganze Abende in ihrer zweiten Wohnstube verbringen, die den Laden über den Winter bringen. Kein Wirt der Welt wäre so unklug, die Stammgäste auf die Terrasse zu verfrachten, um seine Bar den windigen Launen von Touristen und Laufkundschaft auszusetzen, die sowieso verschwinden, wenn nebenan ein Valpiano eröffnet. Und in einem Fußballstadion soll es normal sein, ausgerechnet die treuesten Fans umzusiedeln? Diejenigen, die dem Verein die Treue halten, auch wenn die Leistungen auf dem Platz nicht stimmen? Auch wenn die Liga wenig einladend ist, die Gegner unbekannt? Die jedes Wochenende hunderte Kilometer durch Deutschland reisen, um die Mannschaft anzufeuern? Die mit Choreografien und Support den Rahmen für ein Fußballspiel stellen? Die eben auch in schlechten Zeiten ihr Geld für das ausgeben, was ihnen am wichtigsten ist? Klingt nach keiner guten Idee und ist es auch nicht. Die treuesten Fans sind das Wichtigste, was ein Fußballverein haben kann, wichtiger als jeder noch so gute Stürmer, wichtiger als jeder Trai-ner, wichtiger als jeder Sponsor. Ihnen ihr Wohnzimmer zu lassen ist eine kleine Geste der Wert-schätzung. Natürlich muss die Südkurve bleiben. Die Südkurve bleibt!"
      Christoph Matschie, Mitglied des Deutschen Bundestages:
      "Jena hat eine vorbildliche Fankultur. Ich habe in vielen Gesprächen der letzten Monate erlebt, wie konstruktiv sich die Vertreter der Fans für die Sicherheit im Stadion einsetzen. Deshalb unterstütze ich die Forderung, dass die Südkurve der Platz für unsere Fans bleibt!“
      Uwe Barth, Vorstand Fan-Projekt Jena e.V.:
      "Das Ergebnis ist ein starker Rückhalt für das Vorhaben Stadionneubau." Mit diesen Worten ließ sich der Jenaer Oberbürgermeister Albrecht Schröter nach dem Ende der vielbeachteten Mediation zu deren Ergebnis zitieren. In dieser Mediation sind die Fans eine weitreichende Selbstver-pflichtung eingegangen. Deren Einhaltung erwartet der OB sicherlich und das kann er auch.
      Können die Fans im Gegenzug aber nicht auch erwarten, dass die Stadt zu ihrer Einschätzung und ihren Zusagen steht? In diesem Sinne muss der OB zeigen, dass seine Worte nicht nur eine wohlfeile Formulierung für die Presse waren, sondern dass sie etwas wert sind und den Maßstab seines Handelns bilden. Das gilt auch für die von ihm Beauftragten.
      Die Südkurve muss bleiben, alles andere ist Wortbruch!
      Ralph Lenkert, Mitglied des Deutschen Bundestages:
      "Die Fans unseres FCC stehen für Ihren Verein und ein Engagement wie ihr Einsatz für den Erhalt der Südkurve, muss nicht nur gewürdigt, sondern auch belohnt werden. Das Mediationsverfahren, welches die Fans vorbild-lich akzeptierten, hat auch den Weg aufgezeigt, wie es gehen kann.
      Allerorts wird die Entfremdung der „Politik“ und Verwaltungen von den Bürgern beklagt. Das Verbannen der Fans in die Nordkurve würde diese Entfremdung auch in Jena verstärken.
      Ich unterstütze den Erhalt der Südkurve für unsere FCC-Fans, weil sie es sich verdient haben, weil das die Demokratie und das Miteinander in der Stadt stärkt. Wenn ich es zu den Heimspielen des FCC schaffe, stehe ich am liebsten in der Südkurve und genieße das Spiel."
      Anja Siegesmund, Thüringer Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz:
      „Das Fanprojekt Jena macht richtig gute Arbeit – jetzt und hoffentlich auch in Zukunft. Das ist für mich das Wichtigste. Bei der Südkurve setzte ich weiter auf die Ergebnisse der ediation, damit Fans und Sicherheitsplanung doch noch zusammenfinden.“
      René Eckardt, Mannschaftskapitän des FC Carl Zeiss Jena:
      "Südkurve bleibt! Fankultur erhalten! Das Leben in der Fankurve, überall bekannt und verbunden mit der Himmelsrichtung. In Jena, im Süden. Doch was ist so be-deutsam daran? Für Manche ein leidiges Thema, unwichtig und unbedeutend. Doch für uns Andere, wichtig und unumgänglich. Egal ob Sieg oder Niederlage, egal ob Sonne oder Regen, egal ob Liga oder Pokal. Für viele ist die Südkurve mehr als nur der Aufenthaltsort während eines Fußballspiels, es ist die Identifika-tion mit dem eigenen Verein. Als kleiner Junge angefangen, zieht es mich auch aktuell in die Kurve, wenn ich nicht aktiv bei Spielen mitwirken kann. Für mich ist die Südkurve nicht nur Vergangenheit und Gegenwart, son-dern auch Zukunft, denn ich wünsche mir ein neues Stadion mit einer vollen und lauten blau-gelb-weißen Wand im Süden. ...lautstark, kreativ, provokant... SÜDKURVE bleibt!"
      MdL Steffen Dittes, innenpolitischer Sprecher der Linksfraktion:
      „So wie Fans ihren Verein auch in schwierigen Zeiten stützen, sollte eine Stadt auch das Engagement ihrer Fans unterstützen.“
      Robin Krauße, ehemaliger FCC-Spieler, heute SC Paderborn:
      "Wenn man an Fußball in Jena denkt, kommt man an der "SÜDKUR-VE" nicht vorbei. Super Stimmung und wöchentliches Fahnenmeer, dazu immer gut gefüllt... ja als Fußballer brauchst du diese "positiv Bekloppten", denn sie bringen dir den Spaß an deiner Leidenschaft, dem Fußball. Und das bei und durch ihre Leidenschaft: die Liebe zu diesem Verein und Spiel. Warum dann das Zuhause nehmen? Dort wo ich, in meiner Zeit im Paradies, nach jedem Heimspiel hingegan-gen bin, um mir Zuspruch und Kritik abzuholen und in viele glückliche Gesichter zu schauen. Die "SÜDKURVE" gehört zum Paradies und deshalb gibt es keinen Zweifel, dass sie auch dort bleiben soll, wo sie jetzt ansässig ist! SÜDKURVE BLEIBT!"
      MdL Gudrun Lukin, LINKE-Landtagsabgeordnete aus Jena:
      „Das Mediationsergebnis gilt nach wie vor!“
      Jonas Gabler, Politologe und Fanforscher
      "Immer wieder wird beklagt, dass die jungen Generationen zunehmend politverdrossen sind und sich nicht mehr engagieren. Aktiven Fußballfans - und dabei insbesondere den Ultras - wird vielmals vorgeworfen, dass sie sich abschotten, radikalisieren und mit gewaltförmigem Verhalten auffallen. Bezüglich dieser Vorwürfe kann in Jena aktuell etwas ganz anderes beobachtet werden: Hier engagieren sich junge Menschen aus der aktiven Fanszene, inkl. der Ultraszene, um mit den legitimen Mitteln die unsere freiheitliche Demokratie einräumt, bei der anstehenden Neu-gestaltung ihrer Fankurve mitzubestimmen. Es ist eine der großen Stär-ken und bedeutendsten Ressource der aktiven Fankultur, dass sie sich aktiv einbringt, wenn es darum geht, die legitimen Interessen von Fans zu vertreten und in demokratischen Prozessen mitzuwirken. Junge Fußballfans können so erlernen, wie Partizipation in modernen demokratischen Gesellschaften gelingen kann. Hierbei ist es die Aufgabe der staatlichen Institutionen, Möglichkeiten der Bürger*innenbeteiligung einzuräumen und ernst zu nehmen, nicht zuletzt auch, um zu Entscheidungen zum Wohle aller zu gelangen. Durch die Mediation in der Frage des Standortes der neuen Heimfankurve ist es gelungen, zu einer Lösung zu kommen, die den Interessen aller Beteiligten entgegen kommt. Im Sinne einer Wertschätzung des demokratischen Engagements junger Bürger*innen - den aktiven Fans des FC Carl Zeiss Jena - und im Sinne einer Entscheidung zum Wohle aller, appelliere ich an die Entscheidungsträger*innen, das Ergebnis der Mediation zu respektieren und beim Neubau des Ernst-Abbe-Sportfeldes die Heimfankurve im Süden zu belassen."
      MdL Torsten Wolf, LINKE-Landtagsabgeordneter aus Jena:
      „Fußball lebt von der Fankultur – die Fans des FCC leben in der Südkurve!“
      Dr. Maik Weichert, Heaven Shall Burn:
      "Ich finde es absolut erschreckend, unwürdig und bodenlos, wie an dieser Stelle mit jungen, engagierten Menschen umgegangen wird. Was denken, die entsprechenden Verantwortlichen, welche den bereits gefundenen und hart erkämpften Konsens nun erneut torpedieren, was eben diese jungen und positiv motivierten Leute aus der ganzen Ge-schichte lernen werden? Kleinliche persönliche Befindlichkeiten, kleingeistiger Opportunismus und politisches Lavieren im negativsten Sinne sind die Lektionen, die hier erteilt werden. Demokratische Prinzipien werden mit den Füßen getreten und hart erarbeitetes Vertrauen wird sinnlos verbrannt.
      Jena kann sich glücklich schätzen im Gegensatz zu vielen anderen Städten eine Fannszene zu haben, die aktiv und kreativ statt destruktiv handelt die nach den verhandelten Spielregeln agiert und um produktive, gemeinsame Lösungen bemüht ist. Dass nun geradezu eine Umpolung der eigentlich den verschiedenen Dialogpartnern zugeschriebenen Attribute erkennbar ist und die Fanszene sich eben an die „Spielregeln“ hält, während einige „Offizielle“ skrupellos versuchen dies als Schwäche auszunutzen und offen Rechts- und Wortbruch begehen ist absolut bezeichnend. Hier wird gerade eine riesige Chance zum gemeinsamen positiven Kraftakt schändlich ver-tan. Ich bin der Meinung die verantwortlichen sollten sich überlegen, ob sie die weiterhin hilf-reich ausgestreckte Hand derjenigen, die einen Verein und eine Stadt - nämlich junge, positiv motivierte Menschen - mit Leben erfüllen abermals wegschlagen und bespucken wollen. Da wo so etwas geschieht finden sich kein Esprit und keine Tatkraft mehr. Ich bin aber optimistisch, dass sich die aktive Fanszene nicht mit in diesen Strudel aus Kleingeistigkeit, verletzen Eitelkeiten und charakterlich versteinertem, technokratischem Politikertum herabziehen lassen wird.
      Doch der gute Wille dieser einen Seite reicht eben nicht aus, um dem Wohle der Menschen zu dienen - dazu müssen alle Seiten bereit sein. Hier wird nichts Neues gefordert oder verlangt, es geht lediglich um die Einhaltung bereits beschlossener Grundsätze!"
      Willi Obitz, Vorstand Volksbank Gera-Jena-Rudolstadt und Aufsichtsratsvorsitzender FC Carl Zeiss Jena e.V.:
      "Der Slogan "Südkurve bleibt!" begleitet uns nun schon seit mehr als einem Jahr. War es zu Beginn eben für viele wirklich nur ein Slogan, so wurde dieser im letzten Jahr mit Leben erfüllt. Die Mitglieder der Südkurve kämpften im positiven Sinn nicht nur für den Erhalt ihrer Heimat, sondern vielmehr für den Erhalt ihrer Identität. Neben Innovativen Ideen, wie das "CrowdfFANding" wurde der Weg einer Mediation gesucht. Mit Helmut Spahn wurde als Mediator der heutige Sicherheitschef der FIFA verpflichtet und gemeinsam konnte ein zukunftsweisendes Ergebnis erzielt werden. Mit dessen Umsetzung können wir für unseren Verein, für Jena und ganz Fußball-Deutschland ein wahres Zeichen set-zen: Konsens und Verständnis statt Konflikt und Misstrauen."
      Christoph Dieckmann, Journalist und Autor:
      "Fußball-Jena, das ist ruhmreiche Geschichte, komplizierte Ge-genwart und hoffentlich lebendige Zukunft. Im Ernst-Abbe-Sportfeld versammelt sich traditionell ein skeptisches, manch-mal allzu ruhiges Publikum. Da bildet die Südkurve den hörba-ren Kontrast. Sie ist im Corpus der Zeiss-Fans das junge, wild pochende Herz. Wenn ich im EAS bin, stelle ich mich, wiewohl schon etwas älter, unbedingt dorthin. Dieses temperamentvol-le, dabei allzeit faire soziokulturelle Biotop muß im neugebau-ten Stadion unbedingt erhalten bleiben. Der wahre Fußball lebt von jenen, denen er mehr bedeutet als zwei Stunden Unterhaltung am Samstagnachmittag."
      Jonas Zipf, Werkleiter JenaKultur:
      "Seit 24 Jahren verausgabe ich mich nun für meinen Heimatverein – den SV Darmstadt 98. Vor gut sechs Jahren begann ich damit, auch dem FCC alle Daumen zu halten, die mein Umfeld so zu bieten hat. Schon als Teenager war mir die herausragende Fan-Kultur dieses Vereins bewusst. Was die Horda und andere seit den ersten Jahren des neuen Jahrtausends an Kreativität beweisen, verdient die Anerkennung der gesamten Stadtbevölkerung und darüber hinaus. Es ist unvorstellbar, dass irgendjemand sich wünschen kann, dass unsere Fans die Südkurve verlassen müssen. Niemand stellt das „ob“ dieser Tradition in Frage; rund um die Frage des „wie“ sind allerdings große Fragezeichen entstanden. Der bei der Mediation im Frühjahr zwischen Fans, Stadt Jena und Polizeibehörden erreichte Kompromiss wurde durch zusätzliche Forderungen der Polizeibehörden bezüglich Infrastrukturausbau in Frage gestellt. Seitdem fordert die Stadt, die nicht in der Lage ist, solche Zusatzkosten zu tragen, finale Klarheit darüber, ob die Sicherheitsbehörden das ursprüngliche Mediationsergebnismittragen oder nicht. Bei allem verständlichen Frust ist mir persönlich aber vor allem eines wichtig: Lasst uns ehrlich, besonnen und sachlich mit dieser Situation umgehen! Genau das tut der Projektstab, und er hat dafür Unterstützung verdient statt persönlicher Angriffe. Ohne den Projektstab wäre die Planung unseres neuen Stadions niemals da, wo sie jetzt ist – ohne ihn gäbe es das Projekt wahrscheinlich gar nicht mehr! – und wer seinen Rücktritt fordert, der schießt ein klassisches Eigentor. Und dieses Eigentor kostet uns alle womöglich wesentlich mehr als zwei Punkte.
      Für Besonnenheit. Für Klarheit. Für unseren FCC."
      Chris Förster, Geschäftsführer FC Carl Zeiss Jena:
      "Ein neues Haus baut man so, dass sich alle Bewohner darin wohl fühlen. Warum sollte dies für ein Stadion anders sein? Für unseren Club ist ein emotionaler Support der Mannschaft von herausragender Bedeutung. Dies haben wir zuletzt in den beiden Aufstiegsspielen gegen Viktoria Köln erlebt. Deshalb mein Appell: Besinnen wir uns auf dem im Rahmen der Mediation erzielten Konsens und begreifen diesen als Chance für eine nachhaltige und von gegenseitigen Respekt getragene Fan-Zukunft. Ein perfekter Nährboden für sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg."
      MdL Katharina König-Preuss, LINKE-Abgeordnete aus Jena:
      „Die Südkurve ist ein wichtiger Bestandteil der Jenaer Jugend- und Subkultur. Den Fans diesen selbstorganisierten Raum zu verwehren, wäre fatal. Fußball lebt erst durch diese Subkultur der Fanszene und die Fanszene gehört in die Südkurve. Es gibt kein einziges stichhaltiges Argument gegen den Erhalt der Südkurve für die Jenaer Fanszene“.
      Mark Zimmermann, Cheftrainer des FC Carl Zeiss Jena:
      "Seit ich mich erinnern kann, stehen die Fans des FC Carl Zeiss Jena in der Südkurve und stärken von dort aus ihrem FCC lautstark, kreativ und leidenschaftlich den Rücken. Dabei schauen sie auch über den Tellerrand des Fußballs hinaus und engagieren sich auf vielschichtige Weise, oder sie sammeln Geld für das, was ihnen wichtig ist - den Erhalt der Süd-kurve. Gemeinsam mit dem Verein haben sie sich auch für den Stadionbau im Paradies stark gemacht, weil es dabei eben nicht nur um einen Standort sondern um Heimat geht. Und so ist es auch mit der Südkurve. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass es nicht leicht ist, im Paradies zu bauen. Aber ich wünsche mir, dass es am Ende eine Lösung gibt, die für Fans und Verein gleichermaßen paradiesisch ist. Nur der FCC!!!"
      Monika Lazar, Mitglied des Deutschen Bundestages (Obfrau im Sportausschuss, Sprecherin für Strategien gegen Rechts-extremismus):
      „Die Jenaer Südkurve ist seit den 1980er Jahren die Heimat der aktiven Jenaer Fanszene, die sich nicht zuletzt immer wieder durch ihr Engagement gegen Diskriminierungen aller Art be-sonders hervorgetan hat. Mit dem "crowdFANding" haben die Jenaer Fans gezeigt, wie wichtig ihnen dieser Standort ist und wie viel Fußballfans mit Eigeninitiative bewegen können.
      Das Ergebnis des Mediationsverfahrens durch den weltweit anerkannten Sicherheitsexperten Helmut Spahn hat gezeigt, dass es sehr gute Gründe für den Verbleib der aktiven Fans in der Südkurve auch in einem erneuerten Ernst-Abbe-Sportfeld gibt. Ich wünsche mir, dass sich auch alle EntscheidungsträgerInnen an diesen überzeugenden Gründen pro Südkurve orientieren.“
      Frank Willmann, Schriftsteller:
      "Die Südkurve Jena ist der Innbegriff kreativer, kritischer und bunter Fankultur. Der Standort der Kurve im neuen Stadion muss unbedingt erhalten werden, weil er Identität und Heimat für die Fans bedeutet. Ich bin für den Erhalt der Südkurve, weil ich mir auch in Zukunft freche, laute, nachdenkliche Fans bei meinem Verein wünsche."
      Christoph Ruf, freier Journalist und Autor:
      „Ich kann mich nicht erinnern, dass irgendwie irgendwo, ir-gendwann in Deutschland ein Plan sinnvoller und ausführlicher begründet wurde als der verständliche Wunsch der aktiven Fanszene, dass der Süden Süden bleibt. Es wäre ein Witz, wenn jetzt kleinkarierte Machtspielchen mehr zählen sollten als die Expertise von Helmut Spahn, immerhin dem wohl renommiertesten deutschen Sicherheitsexperten…"
      Jakub Kurowski, Projektleiter Fanprojekt KIBICE RAZEM ŚLĄSK WROCŁAW:
      "Die mit dem Fanprojekt KIBICE RAZEM ŚLĄSK WROCŁAW verbundenen Fußballfans aus Wroclaw möchten ihre Solidarität mit den Anhängern des FC Carl Zeiss Jena manifestieren. Wir glauben, dass die Integrität jeder Fanszene auf Tradition basie-ren sollte, deshalb erklären wir unsere Unterstützung für die Erhaltung der Südkurve als Heimat der Heim-Fans im Ernst-Abbe-Sportfeld."
      Khader Saba, Direktor Hope Secondary School Beit Jala (Palästina):
      „Seit das Fanprojekt Jena bereits zweimal mit jugendlichen Fußballfans unsere Schule besucht hat, und das Fanprojekt sowie der FC Carl Zeiss Jena das gewaltpräventive Fußballprojekt der Schule unterstützen, verfolgen wir auch hier im Heiligen Land den Fußball in unserer deutschen Partnerstadt. Nach dem langersehnten Aufstieg in die 3. Liga wünschen wir nun den tollen Jenaer Fans auch, dass beim Stadionumbau keine Vertreibung der jugendlichen Fans aus ihrer Heimat Südkurve erfolgt.“
      ...to be continued!
      SÜDKURVE BLEIBT!
      Ich bin Fan einer bewegungsorientierten Verabredungskultur.

      UNANTASTBAR, UNVERRÜCKBAR, NICHT VERHANDELBAR! SÜDKURVE BLEIBT!

      DUCHATELET CASSE-TOI!