Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Hallo liebe qiumianer und qiumianerinnen,

    mit dem Update auf die Forenversion 4.1 haben wir nun die Möglichkeit geschaffen, Bilder im Forum anzuzeigen.
    Dazu müsst ihr lediglich beim erstellen einer Nachricht auf den "Bild einfügen" Knopf drücken und dort die URL bzw. die Adresse des Bildes einfügen.
    Bitte beachtet auf jeden Fall Copyrights der Bilder die ihr verlinkt!
    Die Nutzungsbedingungen wurden dahingehend angepasst und sind ab nun zu beachten.
    Mit der Nutzung des Forums stimmt ihr diesen Nutzungsbedingungen bzw. deren Änderung zu!

    Vielen Dank,
    Eure Admins :)

    • Arbeitslosigkeit im Sinne von Hartz-IV fällt dann erstmal weg, darüber ist man aber krankenversichert. Das ist beim BGE nicht im Paket und daher nicht sicher, ob man ohne Job versichert ist, wenn man nicht als ASu gemeldet ist...


      Und um auf dein "Und?" einzugehen, es gibt eben keinen wirklichen Anreiz mehr für diese Jobs. Ein wenig mehr Geld und dafür durch die Scheisse stampfen oder hinterm stinkenden Müllwagen her? Warum sollte man das machen?
      Das sind unbeliebte Jobs, sie sind für den Staat aber nicht unwichtig und wenn sie kaum noch einer macht, wird man das nach kurzer Zeit zu spüren bekommen.

      Ich will ja nicht abstreiten, dass es auch Pros gibt, z.B. kann die Familie damit gestärkt werden, weil einer zu Hause bleiben kann und trotzdem das BGE bekommt. Und bei einer Hartz-IV Familie kommt am Ende mehr raus als heute bei Hartz-IV. Mit insgesamt 2500 Euro ist aber die Frage ob man diese dann nicht sogar darin unterstützt, dass sie keine Arbeit suchen. 2500 netto, mal ganz ehrlich, davon träumen viele Familien in Deutschland
      „Das Recht auf den eigenen Körper beinhaltet auch das Recht auf die freie Wahl des Giftes.”
    • Keine Ahnung, warum in einem Grundeinkommen plötzlich nicht mehr das Geld für eine Versicherung enthalten sein sollte.

      Zu den Jobs:
      Da sage ich ganz frech: Pech gehabt.
      Auf dem eingespielten Arbeitsmarkt wird dann eben etwas Bewegung und neue Ideen kommen müssen, um solche Arbeiten attraktiv zu machen.
      Mir fielen da schon ein paar Ideen ein.
      Ansonsten erachte ich es als schäbig, lieber ein paar Menschen in einer Quasi-Knechtschaft zu belassen, weil deren ausgeübte Arbeiten irgendwie benötigt werden und es besser ist, ihnen Würde und Rechte vorzuenthalten als dass diese Arbeiten wegfallen.

      Von einer Summe 2500 Euro habe ich auch nie gesprochen. ;)
    • die 2500 sind zweimal BGE für eine Partnerschaft ;)

      Wenn im BGE eine Volksversicherung drin wäre, fiele die Versicherung bei Arbeitnehmern dann auch weg, aber was wäre z.B. mit den privaten Krankenversicherungen?
      Ich bin an sich absolut dafür den Wettbewerb bei den Krankenkassen aufzulösen und eine einheitliche gesetzliche einzuführen. Das würde in dem Ressort einiges an Geld sparen, aber die Lobby wird sich dagegen wehren...
      Dann muss man aber wieder die Frage stellen, wie die Volksversicherung denn bezahlt wird, wenn sie im BGE enthalten ist

      Über das "schäbig" kann man diskutieren, was ist schäbig, sich auf dem Staat auszuruhen und als Staat zu fordern, dass die Menschen sich einbringen und ihren Teil leisten?
      Aber es wird niemand wirklich gezwungen Kanalarbeiter, Müllmann oder Kloputze zu werden
      „Das Recht auf den eigenen Körper beinhaltet auch das Recht auf die freie Wahl des Giftes.”
    • Das Grundeinkommen könnte aber auch 1000 oder 100.000 sein, das ist ja nirgendwo festgelegt.

      Die Versicherung könnte man so gestalten, dass sie bei reinem Unterhalt durch das Grundeinkommen dadurch finanziert wird, ansonsten weiterhin (von mir aus auch nur anteilsmäßig) über die Zusatzeinnahmen aus Löhnen.
      Privat kann sich doch jeder weiter selbst versichern, wie er denkt, wenn das unbedingt sein muss.

      Natürlich kann man über schäbig, auch ohne Anführungszeichen, diskutieren. Jedoch jemanden gegen seinen strikten Willen dazu zwingen zu wollen, irgendeiner Arbeit nachzugehen und damit den Hauptteil seines Lebens zu verbringen, kann ich nicht gutheißen. Das sind für mich Methoden, die an Leibeigenschaft erinnern. Und diesen Zwang hinter Leistungskürzungen von Hartz IV und Ähnlichem zu verstecken, macht es nicht besser.

      Zudem ich auch gar nicht glaube, dass so viele Leute mehr als jetzt gar keiner Arbeit nachgehen wollen.
      Manche würden vielleicht die Gelegenheit nutzen und eine Auszeit nehmen oder eine andere Ausbildung in Erwägung ziehen. Aber dass plötzlich viele ganz aufhören, das kann ich mir nicht vorstellen.
    • Es wird ja niemand zur Arbeit gezwungen.
      Nur sollte dann auch klar sein, dass der Lebensstandard nicht der Gleiche sein kann.

      Und wichtiger als ein BGE wäre meines Erachtens die bessere und gerechtere Bezahlung für Arbeit. Arbeiten und mit 1000 Euro dastehen kann es nicht sein.

      Es müssten die Lohnnebenkosten deutlichst gesenkt werden.
      FCB
    • Ricardo schrieb:

      D

      Natürlich kann man über schäbig, auch ohne Anführungszeichen, diskutieren. Jedoch jemanden gegen seinen strikten Willen dazu zwingen zu wollen, irgendeiner Arbeit nachzugehen und damit den Hauptteil seines Lebens zu verbringen, kann ich nicht gutheißen. Das sind für mich Methoden, die an Leibeigenschaft erinnern. Und diesen Zwang hinter Leistungskürzungen von Hartz IV und Ähnlichem zu verstecken, macht es nicht besser.


      Es gibt keinen Zwang irgendeiner Arbeit nachzugehen, man hat freie Auswahl. Den Hauptteil seines Lebens wird man auch nicht damit verbringen müssen, wenn es einem nicht passt kann man jederzeit sich eine andere Arbeit suchen. Wer von der Gesellschaft Geld bekommen will, der muss sich auch in irgendeiner Weise zum Gemeinwohl beitragen. Schmarotzer brauchen wir nicht.
      :ossi: Und jetzt bitte noch: Hornberger ganz raus!
    • Ricardo schrieb:

      Die Versicherung könnte man so gestalten, dass sie bei reinem Unterhalt durch das Grundeinkommen dadurch finanziert wird, ansonsten weiterhin (von mir aus auch nur anteilsmäßig) über die Zusatzeinnahmen aus Löhnen.
      Also sollen die, die zusätzlich arbeiten, neben dem BGE auch noch die Volksversicherung zahlen? Was bleibt für die dann am Ende übrig? Für das BGE bräuchte man eh schon Steuererhöhungen, neben der MwSt würde auch die Einkommenssteuer erhöht werden, denn es bekommt ja schliesslich jeder das BGE Steuerfrei. Dann würde nach deinem Vorschlag auf die Kosten für die KV hoch gehen, vermutlich sogar für alle SV, weil die in Lohn stehenden es ja für den ganzen Staat mitfinanzieren. Und am Ende hat man definitiv weniger Netto vom Brutto und Leistung lohnt sich nicht...
      Gerade wenn man im Billiglohnsegment ist (und Mindestlohn braucht man ja nicht mehr, hat ja jeder das BGE) wird dann am Ende wenig über bleiben, da werden einige überlegen, ob es sich dann lohnt zu malochen und nur unwesentlich mehr zu haben als andere, die nur rumsitzen...

      Ricardo schrieb:

      Zudem ich auch gar nicht glaube, dass so viele Leute mehr als jetzt gar keiner Arbeit nachgehen wollen.
      Manche würden vielleicht die Gelegenheit nutzen und eine Auszeit nehmen oder eine andere Ausbildung in Erwägung ziehen. Aber dass plötzlich viele ganz aufhören, das kann ich mir nicht vorstellen.
      Zum einen verweise ich auf den oberen Absatz, zum anderen auf deine eigene Aussage, dass ja angeblich Leute gezwungen werden zu arbeiten, die dann ganz sicher aufhören würden. Ein drittes Argument kommt noch im unteren Absatz

      Ricardo schrieb:

      Natürlich kann man über schäbig, auch ohne Anführungszeichen, diskutieren. Jedoch jemanden gegen seinen strikten Willen dazu zwingen zu wollen, irgendeiner Arbeit nachzugehen und damit den Hauptteil seines Lebens zu verbringen, kann ich nicht gutheißen. Das sind für mich Methoden, die an Leibeigenschaft erinnern. Und diesen Zwang hinter Leistungskürzungen von Hartz IV und Ähnlichem zu verstecken, macht es nicht besser.
      Es gibt in Deutschland genügend Leute, die meinen sie sind Diplom Baumwurzelstreichler und wollen nur in dem Umfeld einen Job und lehnen alles andere ab, was die Agentur denen anbietet. Die bestehen darauf, dass sie in ihrem Job arbeiten wollen, wo es nur drei Stellen in Deutschland gibt, aber 5000 Bewerber. Umschulungen lehnen sie genauso ab wie andere Jobs, werden in ihrem Umfeld aber nie was bekommen und liegen dem Staat und dem Steuerzahler damit auf der Tasche. Das ist Schmarotzertum, kann man eigentlich nicht anders ausdrücken. Zum Teil haben die nie was einbezahlt und liegen dem Staat auf der Tasche. Und da soll es dem Staat nicht erlaubt sein zu sagen "wenn Du jetzt nichts einzahlst, dann ist Schluss"?
      Irgendwo und irgendwann muss einfach eine Grenze gezogen werden.

      Zusätzlich zu den oben genannten Punkten würde mit dem BGE noch etliches an Bürokratie wegfallen. Damit sind natürlich Kosteneinsparungen verbunden, aber wiederrum auch eine hohe Anzahl Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes, die dann keine Arbeit mehr hätten und aus der Finanzierung des BGE herausfallen...


      Es ist schön und gut, dass das BGE jedem Bürger das Existenzminimum sichert, aber in meinen Augen gibt es dabei zu viele Schwachpunkte, die zum einen die faulen unterstützen und den fleissigen bzw. Leistungsträgern schaden. Eine solche Umverteilung wäre nicht von oben nach unten, sondern von der Mitte nach unten, nicht nur um das Geld, sondern auch um die Menschen, die von der Mittelschicht näher an das Existenzminimum wandern. Zumindest wenn man sich die vorgeschlagenen Finanzierungsmodelle anschaut.
      Viel sinnvoller als ein solches BGE wäre eine komplette Reform des Steuersystems, die beim Umverteilen deutlich weiter oben ansetzt und den Geringverdienern mehr Netto vom Brutto lässt. Darüber lässt sich dann auch eine Arbeitsmarktreform finanzieren, um auch die Erwerbslosen entsprechend abzusichern.
      „Das Recht auf den eigenen Körper beinhaltet auch das Recht auf die freie Wahl des Giftes.”
    • Fremde Vorraussetzungen, richtig, nämlich die, die in der Regel zur Finanzierung des BGE gebracht werden. Auf deine kann ich nicht eingehen, da gab es nämlich nichts. Auch nicht zu z.B. der Finanzierung der allgemeinen KV...
      Und mal ganz ehrlich, solange auf die gebrachten Argumente so gut wie gar nicht eingegangen wird, warum soll ich da neue bringen? Bisher hat sie niemand entkräftigen können...

      BGE ist Grundversorgung und steuerfrei, alles was man erwirtschaftet wird versteuert und weil man daraus auch BGE und die Versicherungen finanzieren muss, werden die Steuern hoch gehen. Da das BGE zusätzlich über den Verbrauch finanziert werden soll, wird auch die USt erhöht werden. Was bleibt im Billiglohnsektor dann an Mehrwert über, wenn man zusätzlich arbeitet?
      Wenn man das sozialistisch betrachtet, dann soll sich Leistung ja nicht lohnen, Hauptsache jeder hat was. Der Grossteil der Menschen tickt aber anders. Es werden natürlich nicht alle die Beine hoch legen, aber es wird einen beträchtlichen Anteil geben. Welchen Anreiz soll man denen denn geben, dass sie arbeiten? Oder ist das in Ordnung, dass sie die Beine hoch legen und auf Kosten anderer leben?
      „Das Recht auf den eigenen Körper beinhaltet auch das Recht auf die freie Wahl des Giftes.”
    • "Anreiz" im Kontext von Billiglohnsektor ist ein Oxymoron. Dass ein BGE nur in Kombination mit einer radikalen Steuerreform möglich ist, versteht sich auch von selbst. Dazu wurde auf den ersten Seiten ja schon was geschrieben.
      Ich habe das Bedürfnis, in jeden Post mindestens einen Unsinn hineinzubringen.
    • Gestern zufällig jemand "Mensch Gottschalk" gesehen?
      Da hatten sie auch das Thema Grundeinkommen, eingeladen waren neben den Initiatoren von mein-Grundeinkommen.de und einer begünstigten auch Sahra Wagenknecht. Die Begünstigte und die beiden Initiatoren natürlich mit den üblichen Argumenten. Was mich dann aber überrascht hat, war dass die Wagenknecht sich dann plötzlich gegen das Grundeinkommen ausgesprochen hat. Was ist denn da los? Ist das ein Richtungswechsel der Linken oder ein Alleingang der Wagenknecht?
      „Das Recht auf den eigenen Körper beinhaltet auch das Recht auf die freie Wahl des Giftes.”
    • Sie sprach sich allgemein dagegen aus und fordert stattdessen ein Recht auf Arbeit und eine Arbeitslosenversicherung, die auch eine ist und die Arbeitslosen dann mit 1000€ im Monat versorgt, ohne weitere Vergünstigungen. Also in vielen Teilen Deutschlands nicht wirklich eine Verbesserung zu Hartz IV und eine erschreckend neoliberale Ansicht für die Parteivorsitzende der Linken, dass in erster Linie nur Geld für Arbeit rausgegeben werden soll und arbeitslose aufgefangen werden sollen, wenn sie ihre Arbeit verlieren....
      „Das Recht auf den eigenen Körper beinhaltet auch das Recht auf die freie Wahl des Giftes.”
    • "Recht auf Arbeit" ist natürlich grundsätzlich eine schöne, idealistische Idee. Nur, wenn's nicht genug Arbeit gibt, ist ein Recht auf Arbeit schön und gut, aber wenig hilfreich. In dem Zusammenhang und anlässlich des Todes von Zbigniew Brzezinski, kommt mir der von ihm geprägte Begriff "Tittytainment" wieder ins Gedächtnis.
      " Ich will nicht wieder absteigen. Dann bringe ich alle um. Das wäre der Leidensweg Christi."

      Martin Kind