Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)

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    • Klar, die Befürworter sehen die 22% als Grund weiterzumachen. Aber auch wenn sie das in ein oder zwei Jahren nochmal hoch bringen, es wird sich bei den Schweizern wenig ändern.

      Ich bin mir sicher, dass man in Deutschland viele Leute für das BGE von 1200 oder 1500 Euro begeistern könnte, gerade die Hartz-IV Singles würden dann aber blöde gucken, wenn sie dann feststellen, dass sie am Ende nicht mehr in der Tasche haben als zu Hartz-IV Zeiten, weil sie plötzlich alles selber zahlen müssen. Und dann ist wegen der USt Erhöhung auch noch alles teurer geworden...
      „Das Recht auf den eigenen Körper beinhaltet auch das Recht auf die freie Wahl des Giftes.”
    • Ich hab mich vor ein paar Wochen mit meinen Kollegen in der Schweiz unterhalten und die waren sich auch sicher, dass der Antrag nie durchkommt.

      Das lag gar nicht mal soooo sehr am Grundgedanken, eher an der Frage der Umsetzung. Ein einheitliches Grundeinkommen kann bei den regionalen Preisschwankungen natürlich nicht funktionieren. In Zürich reicht es hinten und vorne nicht während es in anderen Regionen dann für ein lockeres Leben gereicht hätte.

      Dazu dann auch die Bedenken, was mit dem Niedriglohnsektor ist - lohnt es sich dann noch, dafür aufzustehen? Wie schafft man da Anreize?

      Wie teuer wird alles dadurch?

      Das waren so die wichtigsten Fragen/Sorgen die ich mitbekommen hab - war jetzt aber auch nicht mein Hauptgesprächsthema ;)
      "Ich bin 2002 zu den Bayern Profis gekommen. Ich wäre damals froh gewesen, wenn sich ein erfahrener Spieler um mich gekümmert hätte. In der Kabine saß ich neben Oliver Kahn. Zum ersten Mal mit mir gesprochen hat er 2005" :D
    • In einem kleinen, abgeschotteten Ölstaat kann das funktionieren. Das Geld fliesst wortwörtlich automatisch. In einem Staat wie Deutshcland halte ich es für unmöglich. Der Arbeitsmarktdruck hat einen Vorteil: er zwingt Schüler gewissermaßen, den höchstmöglichen Bildungsabschluss zu machen, da jeder weiß, dass die Zukunftsperspektive ohnehin immer unklarer wird. Trotz dieses Sachverhalts gibt es viel zu viele Abgänger mit keinem oder fast aussichtslosen Abschluss. Wenn nun plötzlich ein vermeintlich hoher, fixer Betrag winkt, werden mMn viel mehr Schüler nicht zu motivieren sein, ungeliebte Fächer zu bestehen, sich dem sozialen Druck der Schulhöfe auszusetzen und zumindest Realschule oder Abitur zu bestehen. In einem nahezu rohstofflosen, dass von Innovationen lebt kann das genau das Todesurteil sein.
    • Captain BlackAdder schrieb:

      In einem kleinen, abgeschotteten Ölstaat kann das funktionieren. Das Geld fliesst wortwörtlich automatisch. In einem Staat wie Deutshcland halte ich es für unmöglich. Der Arbeitsmarktdruck hat einen Vorteil: er zwingt Schüler gewissermaßen, den höchstmöglichen Bildungsabschluss zu machen, da jeder weiß, dass die Zukunftsperspektive ohnehin immer unklarer wird. Trotz dieses Sachverhalts gibt es viel zu viele Abgänger mit keinem oder fast aussichtslosen Abschluss. Wenn nun plötzlich ein vermeintlich hoher, fixer Betrag winkt, werden mMn viel mehr Schüler nicht zu motivieren sein, ungeliebte Fächer zu bestehen, sich dem sozialen Druck der Schulhöfe auszusetzen und zumindest Realschule oder Abitur zu bestehen. In einem nahezu rohstofflosen, dass von Innovationen lebt kann das genau das Todesurteil sein.


      Aber es gibt immer noch ein grundlegendes Problem? Was ist mit Floristen,Bäcker,Fleischer etc.? Die jobs die man so ohne weiteres nicht ersetzen kann? Das ist mit Maurer,Schlosser oder Fliesen- und Estrichleger? Das sind berufe die kein Abitur erforderlich machen. Was machste mit solchen Arbeitnehmern die sagen wir mal fast 40 Jahre in diesen Berufen gearbeitet haben? Als 58jähriger wirste nix mehr schaffen und dann eine karge Rente? Wie soll das für den weiter gehen wenn der nix mehr findet weil es immer heißt. Zu alt und dann soll man bis 70 arbeiten? :schulterzucken: Ein produzierendes Gewerbe kannste nicht so ohne weiteres wegrationalisieren. Da hängen in Deutschland minimum 15 bis 20 Mio jobs noch dran. Wohin mit diesen Leuten wenn dann angeblich Roboter etc. das machen?
    • Ricardo schrieb:

      Warum müssen Leute denn immer gezwungen werden?
      Es muss halt immer ein Anreiz da sein. Heute liegt er darin, dass man quasi gezwungen ist einen entsprechenden Abschluss zu machen. Mit dem BGE ist man das nicht mehr, aber es gibt auch keinen wirklichen Anreiz im Billiglohn-Segment einen scheiss Job zu machen, wenn man das Geld vom Staat bekommt. Sieht man heute bei vielen Langzeit-Hartzern, die sich zwar über die Prozesse und das bisschen Geld aufregen, aber den Arsch trotzdem nicht hochbekommen

      schumi26 schrieb:

      Aber es gibt immer noch ein grundlegendes Problem? Was ist mit Floristen,Bäcker,Fleischer etc.? Die jobs die man so ohne weiteres nicht ersetzen kann? Das ist mit Maurer,Schlosser oder Fliesen- und Estrichleger? Das sind berufe die kein Abitur erforderlich machen.
      Erstmal zum letzten Punkt. Das ist richtig völlig richtig und zum Teil schlimm, wofür man heute zum Teil ein Abitur braucht. Und unter Mittlerer Reife geht ja fast gar nichts mehr (wobei die Hauptschule ja auch immer mehr verschwindet)
      Bäcker und Fleischer ist jetzt eher weniger das Problem, ich sage nur Industriebäcker und Fleischtheke. Die echten Bäcker und Fleischer sind in Deutschland (speziell in den Ballungszentren) doch eh am aussterben. Aber ist schon richtig, das Handwerk braucht man, das kann man schlecht ersetzen und früher hat der Hauptschulabschluss ausgereicht. In Grenzregionen, gerade im Osten, hat man natürlich die Konkurrenz aus dem Ausland, die zum Teil aber auch etliche Kilometer ins Land rein fahren. Und wenn man sich auf verschiedenen Baustellen umschaut, dann sind da bereits Subunternehmer aus dem Ostblock tätig, die auch gerne für Privatpersonen tätig werden. Auch auf Rechnung, die Steuer zahlen die dann aber in ihrer Heimat...
      „Das Recht auf den eigenen Körper beinhaltet auch das Recht auf die freie Wahl des Giftes.”
    • schumi26 schrieb:

      Captain BlackAdder schrieb:

      In einem kleinen, abgeschotteten Ölstaat kann das funktionieren. Das Geld fliesst wortwörtlich automatisch. In einem Staat wie Deutshcland halte ich es für unmöglich. Der Arbeitsmarktdruck hat einen Vorteil: er zwingt Schüler gewissermaßen, den höchstmöglichen Bildungsabschluss zu machen, da jeder weiß, dass die Zukunftsperspektive ohnehin immer unklarer wird. Trotz dieses Sachverhalts gibt es viel zu viele Abgänger mit keinem oder fast aussichtslosen Abschluss. Wenn nun plötzlich ein vermeintlich hoher, fixer Betrag winkt, werden mMn viel mehr Schüler nicht zu motivieren sein, ungeliebte Fächer zu bestehen, sich dem sozialen Druck der Schulhöfe auszusetzen und zumindest Realschule oder Abitur zu bestehen. In einem nahezu rohstofflosen, dass von Innovationen lebt kann das genau das Todesurteil sein.


      Aber es gibt immer noch ein grundlegendes Problem? Was ist mit Floristen,Bäcker,Fleischer etc.? Die jobs die man so ohne weiteres nicht ersetzen kann? Das ist mit Maurer,Schlosser oder Fliesen- und Estrichleger? Das sind berufe die kein Abitur erforderlich machen. Was machste mit solchen Arbeitnehmern die sagen wir mal fast 40 Jahre in diesen Berufen gearbeitet haben? Als 58jähriger wirste nix mehr schaffen und dann eine karge Rente? Wie soll das für den weiter gehen wenn der nix mehr findet weil es immer heißt. Zu alt und dann soll man bis 70 arbeiten? :schulterzucken: Ein produzierendes Gewerbe kannste nicht so ohne weiteres wegrationalisieren. Da hängen in Deutschland minimum 15 bis 20 Mio jobs noch dran. Wohin mit diesen Leuten wenn dann angeblich Roboter etc. das machen?
      Richtig - die Gehälter müssen da steigen oder es "lohnt" sich noch weniger, solche Arbeiten zu machen. Vermutlich ist es in diesem Bereichen noch schwieriger, weil neben dem oft miesen gehalt auch wenig Sozialprestige dranhängt. Ärzte und Anwälte wird es immer geben, aber wer will denn als Handwerksgeselle seine Bandscheibe ruinieren, wenn man ein Fixgehalt bezieht, dass ohne Schinderei auskommt? Wer hat die Motivation, einen (teuren) Meister draufzusatteln?

      Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass in jedem Jahrgang eine satte Mehrheit es schafft, einen guten Schulabschluss zu schaffen, wenn der Rahmen stimmt (Motivation, Umfeld etc). Kinder aus problematischen Familien und schwierigem Umfeld haben es schwerer, Jugendliche ohne Motivation ebenso. Und nun winkt der Staat mit sicherem Auskommen - das wird gerade in dem schwierigen Alter dafür sorgen, dass nicht wenige den vermeintlich leichten Weg wählen, auf "Leistungsdruck" verzichten und erstmal das Geld abgreifen.

      Damit bricht aber eine weitere Schicht weg, die produktiv das Wirtschaftsniveau des Landes hält. Nur mit Straßenmusik, Chillen und Yoga geht das nicht.
    • Captain BlackAdder schrieb:

      aber wer will denn als Handwerksgeselle seine Bandscheibe ruinieren, wenn man ein Fixgehalt bezieht, dass ohne Schinderei auskommt? Wer hat die Motivation, einen (teuren) Meister draufzusatteln?

      Aber das Gehalt des Gesellen käme ja noch auf das BGE drauf, für einige also durchaus ein Anreiz zu arbeiten. Und was den Meister angeht, der gehört genauso unterstützt wie andere Ausbildungen auch. Sollte er aber so teuer bleiben, kann man ihn sich mit dem zusätzlichen BGE natürlich eher leisten
      „Das Recht auf den eigenen Körper beinhaltet auch das Recht auf die freie Wahl des Giftes.”
    • Völlig richtig, bin ich absolut bei Dir, gerade im Billiglohnsektor der unbequemen und unbeliebten Jobs
      „Das Recht auf den eigenen Körper beinhaltet auch das Recht auf die freie Wahl des Giftes.”
    • Ok, wenn wir die Leute davor schützen Klos zu putzen, Müll abzuholen, Kanäle oder Strassen zu reinigen, Strassen zu bauen usw. mal Dir mal aus, wie das Land dann bald aussieht, wenn diese Jobs nicht mehr gemacht werden...

      Andere Ursache, aber eine mögliche Erscheinung: zeit.de/2011/20/Italien-Saviano (Text ist egal, die Bilder sind das entscheidende)

      Ist dahingehend in Ordnung, dass ein Arbeitsloser nicht gleich jeden Mistjob annehmen muss
      „Das Recht auf den eigenen Körper beinhaltet auch das Recht auf die freie Wahl des Giftes.”
    • Nur nimmt das BGE ihnen nicht nur die Pistole von der Brust, es sagt auch "scheiss auf den Job, hier haste Kohle", und wie gesagt wäre das bei einem Single Haushalt in den meisten Gegenden dann auch auf Hartz-IV Niveau. In beliebten Gegenden auf jeden Fall drunter und in der Walachei drüber...
      „Das Recht auf den eigenen Körper beinhaltet auch das Recht auf die freie Wahl des Giftes.”
    • ehrlich gesagt, ich würde es sehr interessant finden.

      Zu sehen, wie in den ersten Tagen das Geld für Flachbildschirme etc. rausgeworfen wird, um dann festzustellen, dass man z.B. nicht mehr versichert ist und den Arztbesuch selbst bezahlen muss.
      FCB