Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)

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    • Es gibt aber auch noch Ausnahmen. Bei meiner Mam geht es beispielsweise noch zu wie in der Lindenstrasse. Die Bewohner sind aber auch ausschließlich alle im selben Alter, bestimmt hat es damit zu tun. Da wird sich noch gegenseitig geholfen. Ist doch schon sehr außergewöhnlich, weil sowas kenne ich eigentlich gar nicht mehr.
      Wir von der Waterkant können Krabben pulen und gegen den Wind pi.... :ja:
    • Bear schrieb:

      schumi26 schrieb:

      Also da oben in MeckPomm würde ich nicht freiwillig hinwollen.


      Glaub mir schumi26, wenn du einmal in deinem Leben den wunderschönen Sandstrand in Warnemünde erlebt hast, dann willste da nicht wirklich wieder weg. Es ist wunderschön dort. Fahr mal dahin!! ;)
      Werf mal deine Vorurteile über den Haufen!!! Das Arbeitsleben steht dort natürlich auf einem ganz anderen Blatt. Es ist nicht wirklich besser dort. Ganz im Gegenteil. Aber die Mieten sind dort sehr erschwinglich. ;)


      Ich meinte ja nicht aus der sicht als Tourist. Und in Warnemünde war ich schon als Kind :winke: ich meinte aus der Sicht der arbeitenden Bevölkerung.
    • Neben Inflation, wie sie Hannoi1896 ins Gespräch gebracht hat, kommt auch Schwarzarbeit als Problem hinzu. Wozu 'offiziell' arbeiten und Steuern zahlen, wenn es auch unter der Hand ginge. Die Renten sind ebenfalls ein kritischer Punkt, der sich als Hindernis für eine 'einfache' Umsetzung herausstellt. Aber wo Probleme, dort auch Lösungsmöglichkeiten. Dass dafür teils ein (radikales) Umdenken stattfinden muss, wohlmöglich auch bei festen Gewohnheiten, ist aus meiner Sicht unausweichlich. Gehen wir von einer längerfristigen Perspektive aus, dann werden zwei Phänomene mit tiefgreifenden Folgen noch deutlicher zunehmen: Digitalisierung und Automatisierung. Der Mensch als "Arbeitskraft" wird noch weiter durch Maschinen ersetzt. Ob man das jetzt gut oder schlecht findet: Die Frage ist, ob es künftig überhaupt noch genug Arbeit für alle geben wird, von der überhaupt alle leben können. Und die Trends Digitalisierung und Automatisierung lassen sich auch nicht mehr umkehren. Teilzeit wird nicht nur aufgrund der physischen und psychischen Belastung notwendig.

      Ich denke, dass das Bargeld ein Relikt vergangener Tage ist und aussterben wird. Das wird gerade den Deutschen schwer fallen - aber in Skandinavien ist es bereits jetzt "normal" selbst einen Lutscher am Kiosk mit Karte zu bezahlen. Das Problem der Schwarzarbeit erledigt sich damit irgendwann von selbst, weil alle Geldströme nachgewiesen werden können. Und was früher Schattenwirtschaft war, wird dann einfach die gute, alte Nachbarschaftshilfe werden. Aus ökonomischem Tausch wird sozialer Tausch.
      Ich denke, dass sich das bisherige Steuersystem wird radikal verändern müssen, um so etwas wie das BGE finanzieren zu können. "Basic Income Flat Tax" ist so ein Stichwort. Alle Bürger bekommen ein festes Grundeinkommen, welches sich nach der Armutsgrenze für einen Alleinstehenden orientiert. Beispielsweise die 800€ pro Monat (für Erwachsene und die Hälfte für Kinder), welche häufig im Gespräch sind. Während das Grundeinkommen steuerfrei ist, wird jeder Cent darüber hinaus bei jedem mit 50% versteuert. Verdient jemand 2.000€ drückt er 1.000€ an den Staat ab - hat durch das zusätzliche Grundeinkommen aber 1.800€ netto zur Verfügung, also effektiv nur 200€ Steuern = 10% gezahlt. Jemand, der 3.200€ verdient, zahlt 1.600€ an den Staat, hat 2.400€ zur Verfügung und 25% an effektiven Steuern abgedrückt. Trotz einheitlichem Steuersatz steigt bei zunehmenden Einkommen also die Steuerlast: 10.000€ Bruttoeinkommen = 5.800€ Nettoeinkommen = 42% Steuerlast. Geringverdiener haben mehr Netto vom Brutto - für die lohnt sich "Arbeit" also.
      Ich denke, dass auch eine andere Mehrwertsteuer - wie schon angesprochen, deutlich höher bei Luxusgütern - eine Möglichkeit ist, den gesellschaftlichen Frieden langfristig zu erhalten und ein BGE mitzufinanzieren. Wenn die Menschen künftig nicht mehr in Arbeitsverhältnisse gezwungen werden, sondern sie sich als Alternativen selbst wählen, sinkt der Frust, steigt die Motivation. Produktivität nimmt sogar zu, weil Kreativität freigesetzt wird. Die Gesundheitskosten sinken, weil man Arbeitszeit stärker als Form der Selbstentfaltung wahrnehmen kann.
      Ich habe das Bedürfnis, in jeden Post mindestens einen Unsinn hineinzubringen.
    • Zwei kurze Anmerkungen:

      Erstens: Schwarzarbeit wird nicht signifikant zunehmen, weil sie gar nicht mehr großartig zunehmen kann. In einigen Berufszweigen (Bau, Handwerk) ist es doch Gang und Gäbe sich schwarz was dazuzuverdienen. Ich sehe nicht, warum das mit einem BGE grundsätzlich zunehmen wird. Wegen der prozentual höheren Steuer auf den erzielten Arbeitslohn? Das glaube ich nicht. Die ehrlichen Leute bleiben ehrlich. Die sagen sich ja nicht, "so jetzt muss ich 50% meines Lohns abführen, jetzt lohnt sich die Schwarzarbeit mal so richtig". Und die meisten Schwarzarbeiter machen's nicht, weil der Steuersatz nur 30% statt 50% beträgt. Da könnten auch nur 10% Steuer auf den Arbeitslohn anfallen, es würde trotzdem schwarz gearbeitet werden. Das sehe ich ähnlich wie das Schwarzfahren. Schwarz gefahren wird auch nicht signifikant weniger, weil's erwischt werden jetzt plötzlich 60€ statt 40€ kostet, es würde aber auch nicht wesentlich mehr schwarz gefahren werden, wenn's dann statt 40€ nur 25€ kosten würde.

      Zweitens: Skandinavien ist ein gutes Stichwort. Die haben da ja letztens - ich meine in Schweden war's - den 6-Stunden-Tag eingeführt. Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt.
      " Ich will nicht wieder absteigen. Dann bringe ich alle um. Das wäre der Leidensweg Christi."

      Martin Kind
    • Bevor man über das BGE nachdenkt sollte man erst mal flexiblere Arbeitszeiten etablieren, den Mindestlohn erhöhen, unsere digitale Infrastruktur ausbauen und das Steuersystem vereinfachen.
      Ich denke das wäre für die Produktivität dieses Landes sinnvoller. Das unsere Gesellschaft bereit ist für das BGE - insbesondere junge Menschen - halte ich für fragwürdig.
    • Weil es einigen noch an Lebenserfahrung fehlt, was Konsum, Verwantwortung, vorausschauendes Handeln etc. betrifft
      Und sobald diejenigen, die das BGE mit ihrer Arbeit mitfinanzieren das Gefühl haben dass die Gelder verschwendet werden wird die Zustimmung dafür massiv sinken.
    • Faszi schrieb:

      Ich denke, dass das Bargeld ein Relikt vergangener Tage ist und aussterben wird. Das wird gerade den Deutschen schwer fallen - aber in Skandinavien ist es bereits jetzt "normal" selbst einen Lutscher am Kiosk mit Karte zu bezahlen. Das Problem der Schwarzarbeit erledigt sich damit irgendwann von selbst, weil alle Geldströme nachgewiesen werden können


      Nur kurz dazu, da ich jetzt gerade zu faul bin, die ganzen Beiträge hier durchzulesen |-)
      Eigentlich ein Thema für sich, auch ohne BGE werden die Feinde der Freiheit irgendwann zu diesem großen Schlag ausholen. Man hört und liest immer öfter Forderungen danach und ich grusele mich jetzt schon davor.
    • Hannoi1896 schrieb:


      Nur kurz dazu, da ich jetzt gerade zu faul bin, die ganzen Beiträge hier durchzulesen |-)
      Eigentlich ein Thema für sich, auch ohne BGE werden die Feinde der Freiheit irgendwann zu diesem großen Schlag ausholen. Man hört und liest immer öfter Forderungen danach und ich grusele mich jetzt schon davor.


      Nachdem ich jetzt ein Jahr in Schweden gelebt habe, kann ich auch hier die Skepsis erstmal grundlegend verstehen. War anfangs sehr gewöhnungsbedürftig. Vor allem auch, dass du dich problemlos und offiziell darüber informieren kannst, wie viel dein Nachbar verdient (der allerdings benachrichtigt wird, wer sich wann darüber informiert hat). Ich fürchte allerdings, dass auch das bargeldlose Zahlen ein Trend ist, der sich aufgrund der Digitalisierung und Automatisierung kaum aufhalten lässt. Ob mich das Freiheit kosten wird? Wahrscheinlich erstmal einen gehörigen Vertrauensvorschuss. Aber ja, ein Thema für sich.
      Ich habe das Bedürfnis, in jeden Post mindestens einen Unsinn hineinzubringen.
    • Bilal83 schrieb:

      Weil es einigen noch an Lebenserfahrung fehlt, was Konsum, Verwantwortung, vorausschauendes Handeln etc. betrifft
      Und sobald diejenigen, die das BGE mit ihrer Arbeit mitfinanzieren das Gefühl haben dass die Gelder verschwendet werden wird die Zustimmung dafür massiv sinken.

      Da verstehe ich jedoch nicht, warum die Zustimmung dafür sinken solte?! Wer heute arbeitet, der finanziert doch die "Nichtstuer" schon genauso mit!
      Ich halte die Idee eines BGE durchaus für interessant. Dessen Einführung bei gleichzeitiger Abschaffung quasi aller Sozialleistungen und Steuerfreibeträge und der Einführung eines einfachen Steuer-Stufensystems ab dem ersten verdienten Euro, egal aus welcher Quelle, dazu die massive Einsparung von Bürokratie: mich würde mal interessieren, welcher Betrag dann theoretisch für 80 Mio. Leute pro Monat übrig bliebe!
      Das Problem ist aber wieder: Politiker sägen ungern des Ast ab, auf dem sie sitzen. Diese Kaste setzt sich doch in nicht unerheblichem Maße aus Personen zusammen, die nicht produktiv tätig sind (bzw. es nie waren) und die als Juristen, Steuerberater oder Verwaltungsbeamte eben von einem möglicht komplizierten Staatssystem profitieren.
    • Kampfkater schrieb:

      Da könnten auch nur 10% Steuer auf den Arbeitslohn anfallen, es würde trotzdem schwarz gearbeitet werden. Das sehe ich ähnlich wie das Schwarzfahren. Schwarz gefahren wird auch nicht signifikant weniger, weil's erwischt werden jetzt plötzlich 60€ statt 40€ kostet
      :D Ja und Schwarz wählen erst, was das immer kostet - unds wird auch nich weniger! Herzblut, nu reiß dich ma zusamm' hior :gurgel:


      Höchst interessante Ansätze:

      Faszi schrieb:

      "Basic Income Flat Tax" ist so ein Stichwort. Alle Bürger bekommen ein festes Grundeinkommen, welches sich nach der Armutsgrenze für einen Alleinstehenden orientiert. Beispielsweise die 800€ pro Monat (für Erwachsene und die Hälfte für Kinder), welche häufig im Gespräch sind. Während das Grundeinkommen steuerfrei ist, wird jeder Cent darüber hinaus bei jedem mit 50% versteuert. Verdient jemand 2.000€ drückt er 1.000€ an den Staat ab - hat durch das zusätzliche Grundeinkommen aber 1.800€ netto zur Verfügung, also effektiv nur 200€ Steuern = 10% gezahlt. Jemand, der 3.200€ verdient, zahlt 1.600€ an den Staat, hat 2.400€ zur Verfügung und 25% an effektiven Steuern abgedrückt. Trotz einheitlichem Steuersatz steigt bei zunehmenden Einkommen also die Steuerlast: 10.000€ Bruttoeinkommen = 5.800€ Nettoeinkommen = 42% Steuerlast. Geringverdiener haben mehr Netto vom Brutto - für die lohnt sich "Arbeit" also.
      Ich denke, dass auch eine andere Mehrwertsteuer - wie schon angesprochen, deutlich höher bei Luxusgütern - eine Möglichkeit ist, den gesellschaftlichen Frieden langfristig zu erhalten und ein BGE mitzufinanziere
      Könnt ich gut mit leben, nur fehlt mir der Glaube und mir gehts da genauso wie Blutgrätsche im letzten Absatz, zusätzlich hör ich da auch schon den Aufschrei der oberen 10.000 und den der Lobbyisten. Und ich glaube/befürchte auch, dass im Zuge der weiteren Automatisierung Teilzeitmodelle zukünftig in der Mehrzahl sein bzw. sich komplett durchsetzen werden. Hätte aber auch Vorteile, bspw. das Zeitfenster in Familien- und Erziehungsfragen. Und dafür müssten solche Denkansätze bzgl. des finanziellen Ausgleichs eigentlich jetzt schon von den Entscheidungsträgern angepackt werden. Werden sie aber nicht...

      Was mich abseits vom eigentlichen Thema aber erschaudern lässt ist das:

      Faszi schrieb:

      Vor allem auch, dass du dich problemlos und offiziell darüber informieren kannst, wie viel dein Nachbar verdient (der allerdings benachrichtigt wird, wer sich wann darüber informiert hat).
      Das hier bei uns in unsrer rücksichtslosen und ich-bezogenen Gesellschaft - und die persönliche Willkür, das Neidgefühl und der Hang zum Bloßstellen würde jeden Rahmen sprengen. Auf der anderen Seite - bei Bedarf machen das ja einige Behörden bei Empfängern staatlicher Leistungen schon...

      Gutes Thema hier - man könnte meinen, wir machen uns darüber mehr Gedanken, als die, welche es eigentlich machen müssten.
      Drei Buchstaben, zwei Farben, eine Gemeinschaft
    • SGD-Herzblut schrieb:

      Das hier bei uns in unsrer rücksichtslosen und ich-bezogenen Gesellschaft - und die persönliche Willkür, das Neidgefühl und der Hang zum Bloßstellen würde jeden Rahmen sprengen. Auf der anderen Seite - bei Bedarf machen das ja einige Behörden bei Empfängern staatlicher Leistungen schon...


      Ja, wobei man dazu sagen muss, dass das natürlich nichts mit dem BGE als solches zu tun hat. In Schweden gibt es diese Möglichkeit halt und wundersamerweise funktioniert das da. Wie man hört, sogar ohne viel Neid. Aber hier in Deutschland aufgrund deiner Argumente sicher undenkbar, ja. ;D
      " Ich will nicht wieder absteigen. Dann bringe ich alle um. Das wäre der Leidensweg Christi."

      Martin Kind
    • Faszi schrieb:

      Bei dem ersten Punkt, die Förderung von Faulheit, handelt es sich aus meiner Sicht um ein Scheinargument. Kurzfristig werden die "Glücklichen", denen jetzt einfach so "Geld geschenkt" wird, wohlmöglich ordentlich auf den Putz hauen - sich Dinge kaufen, die sich immer mal leisten wollten. Oder dabei zur schnellen Befriedigung Kohle raushauen, die danach einfach nur weg ist. Aber es werden sich mittelfristig Lernprozesse einstellen. Natürlich wird sich die Wirtschaft neue Anreize überlegen müssen, wenn Drecksarbeit nicht mehr für einen Appel & ein Ei durchgeführt wird. Aber sollte "Drecksarbeit" nicht auch "fürstlich entlohnt" werden, damit jemand unangenehme Arbeit übernimmt? Arbeit ist nicht nur Existenzsicherung, sondern auch ein Weg zur Selbstentfaltung. Wer nur zu Hause rumsitzt, wird irgendwann Langeweile bekommen. Und wer für prestigelose Arbeit künftig nicht mehr nur schlechtes Geld bekäme, wird seine Langeweile auch produktiv umwandeln.
      Ich sehe da ein Problem. Das fürstlich entlohnen für "Drecksarbeit", würde Mindestlohn bedeuten, deutlich über 8,50. Dann kommst Du irgendwann an einen Punkt, wo ein ungelernter Müllmann soviel verdient wie andere mit aufwändiger Ausbildung, vielleicht sogar irgendwann an den Punkt, wo kleinere Aufgaben soviel verdienen wie andere mit aufwändigen Tätigkeiten, die einfach nicht mehr verdienen können, weil deren Branche sonst gar nicht mehr mit den Billig-Ländern wie China mithalten können
      Dann kommt man in einen Bereich, wo Leistung sich nicht mehr lohnt.
      Und bei dem Gehalt, was man für diese "niederen Arbeiten" bekommt, käme das BGE ja auch noch obendrauf, wäre also schon besser als heute die 8,50

      Ich würde dabei nicht die Förderung der Faulheit vorwerfen, aber wenn man alleine vom BGE leben könnte, dann wird man wenig Leute finden, die noch die "niederen Arbeiten" freiwillig machen, auch wenn das vielleicht noch etwas mehr Kohle bedeuten würde

      Hannoi1896 schrieb:

      Und wie verhindert man Preisanstiege? Wenn quasi ausnahmslos jeder Bürger (würden auch Selbstständige das noch obendrauf kriegen?) mehrere Hundert Euro mehr in der Tasche hat, wieso sollte ein Bäcker dann seine Brötchen noch für 30 Cent verkaufen oder der Einzelhändler den Liter Milch für 70 Cent? Und zu guter letzt der liebe Übervater Staat, der das Geld ja auch irgendwo wieder reinbekommen muss, dann muss ja auch irgendwo mehr eingenommen werden. Werden Steuern angehoben werden müssen, wenn ja, welche und wie viel? Schließlich kann man dann ja auch 1,40 statt 1,20 für einen Liter Benzin zahlen und auch eine Mehrwertsteuererhöhung wäre unter solchen Gesichtspunkten umsetzbar.
      Wenn man es über den Konsum finanzieren will, dann ist eine USt Erhöhung schon vorprogrammiert. Damit es beim Aldi dann keine Randale gibt, dass die Milch teurer wird, würde der Handel bei manchen Produkten den Preis erhalten und damit ihre Lieferanten zerstören
      Nach den Preiskämpfen der Vergangenheit wird kaum ein grosser Händler die Preise hoch treiben, denn die "Geiz ist Geil" Mentalität der Deutschen würde den Händler direkt abstrafen

      Bilal83 schrieb:

      Bevor man über das BGE nachdenkt sollte man erst mal flexiblere Arbeitszeiten etablieren, den Mindestlohn erhöhen, unsere digitale Infrastruktur ausbauen und das Steuersystem vereinfachen.
      Ich denke das wäre für die Produktivität dieses Landes sinnvoller.
      Vereinfachung des Steuersystems bin ich bei Dir. Ändert allerdings nichts an der Produktivität des Landes.
      Auch bei den anderen Punkten kann ich nicht nachvollziehen, wie diese die Produktivität des Landes beeinflussen sollen.
      „Das Recht auf den eigenen Körper beinhaltet auch das Recht auf die freie Wahl des Giftes.”
    • Die Produktivität würde das wohl nicht fördern, aber die Kaufkraft erhöhen, wenn man das System nicht auch vereinfacht, sondern auch die Abgabenlast senkt... Neulich einen interessanten Artikel gelesen, wonach man beispielsweise (bei einem mittleren Einkommen, Steuerklasse 1) zwischen Arbeitsleistung und Zapfsäule einen "wertverlust" von über 80% nur durch Steuern und Abgaben hat. Sprit ist da natürlich ein krasses Beispiel, das Problem sind trotzdem nicht die Löhne, zumindest nicht in breiten Teilen der Bevölkerung. Dass es mies bezahlte Scheißjobs gibt, das Problem existiert natürlich zusätzlich.
      Da kommt natürlich dann noch das von dir genannte Problem ins Spiel, dass manche Branchen gar nicht genug abwerfen und man dann international überhaupt nicht mehr konkurrenzfähig ist. In kleineren Maßen kann man das verkraften (mal ehrlich, deutsche Produkte hat noch nie jemand gekauft, weil sie so sagenhaft billig sind), in größeren Bereichen eher nicht.
    • Du sprichst jetzt die Qualität an, aber wenn Du mal die grossen Deutschen Marken nimmst, die sind zu 90% eben nicht mehr Made in Germany. Entweder haben sie Lieferanten in aller Welt, oder stellen selber überall her, vor allem in Fernost...
      Über die Teile aus den Ländern wurde vor einigen Jahren noch geflucht, aber mittlerweile liefern diese auch Qualität und in China ist das Wissen, dank ihrer Wirtschaftspolitik, mittlerweile alles vorhanden
      „Das Recht auf den eigenen Körper beinhaltet auch das Recht auf die freie Wahl des Giftes.”
    • Das ist absolut richtig. Dennoch ist ein großer Vertrauensvorschuss da, denke ich. Ich wollte ja auch nicht darauf hinaus, dass wir Preisanstiege in jedem Maß verkraften können, ist ja einer der Gründe warum ich denke, dass man nicht allzu viel von staatlicher Seite eingreifen sollte. ;)
    • Ginge jetzt zu sehr vom Thema weg, aber wenn China einen Mercedes zum Preis eines Skodas raus bringt, dann wird das Vertrauen in die Marke irgenwann nicht mehr reichen
      Und das ist jetzt ein Beispiel aus der Luxuskategorie. Sowas wie Haushaltsgeräte wird fast ausschliesslich in China gefertigt. Da läuft in der selben Firma erst eine Marke auf dem Band, dann wird eine Plastikfarbe geändert und es ist die nächste Marke. Dann wird die Gehäuseform ausgetauscht und das ganze als Discounter-Produkt gelaufen...
      „Das Recht auf den eigenen Körper beinhaltet auch das Recht auf die freie Wahl des Giftes.”