Kondolenzthread - Rolf Schafstall

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    Hallo liebe qiumianer und qiumianerinnen,

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    • Depressionen, Burn-Out – Oft nicht sichtbar, da die Menschen die betroffen sind, alles tun – nur nicht Ihre Schwäche zeigen.
      Diese Gesellschaft, diese Fußballwelt steht nicht auf schwache Menschen.
      Wir brauchen Köpfe, Leader, Kämpfer – wir brauchen niemanden der zweifelt, vor allem nicht an sich selbst.
      Wir wollen uns an Hochleistungen der anderen ergötzen, oft auch nur deshalb, weil der
      eigene Horizont eingeschränkt ist.
      Und wenn einer Hochleistungen bringt, dann haben wir das erwartet, erfreuen uns kurz daran und stehen schon Gewehr bei Fuß, für den tiefen Fall.

      Deutschland – das Land der Dichter und Denker, das war einmal.
      Nun sind wir das Land der Besserwisser.
      Voll von Missgunst und Miesmacherei.
      Egal welche Entscheidung getroffen wird, es finden sich immer ganz schnell eine Menge Leute die das negative sehen.
      Lob existiert fast nicht mehr.
      Er macht das gut, aber…aber…aber..

      Nun hat es nicht Anna oder Bernd von nebenan getroffen, sondern nach Robert Enke, den nächsten prominenten Menschen aus dem Fußball-Zirkus.
      Nun sind die Gazetten wieder tagelang gefüllt.
      Es wird wieder gesprochen, gemutmaßt, gemaßregelt.
      Die Zeitungen werden sich sicherlich schnell einig sein: „So darf es nicht weitergehen!“
      Nur um in wenigen Tagen, wenn der 23-jährige Götze den Ball aus 7 Metern nicht im Tor
      unterbringt, den Stab über Ihn zu brechen.
      Es wird wieder Sechsen Hageln. Menschen werden an den Pranger gestellt.
      Aber was soll´s dafür bekommen Sie ja die vielen Millionen, nicht wahr?!

      Der Welt, unserem Land und vor allem der Fußball täte gut daran wieder zurück zur Menschlichkeit zu finden.
      Über den Tellerrand zu schauen.
      Nicht nach dem nächsten Rekord, dem nächsten Erfolg, den nächsten Milliarden zu streben und das ohne Rücksicht auf Verluste.

      Fußball – das roch mal nach Bier und Bratwurst, heute riecht es nach Champagner und Geldscheinen.
      Auch schon in der Regionalliga…

      Was wichtig ist:

      Nehmt eure Lieben in den Arm, sagt Ihnen was Ihr fühlt und denkt.
      Macht keine Liste, die immer länger wird, mit Sachen die Ihr unbedingt einmal machen wollt.
      Sondern lebt. Gebt euren Jahren mehr leben!

      „Das Leben ist viel zu kostbar, als dass wir es entwerten dürften, indem wir es leer und hohl, ohne Sinn, ohne Liebe und letztlich ohne Hoffnung verstreichen lassen.“ (Václav Havel)

      Der Familie von Sascha Lewandowski gilt unser Mitgefühl.
      Möge er nun das verspüren, was Ihm vermutlich auf dieser Erde verloren gegangen ist – Ruhe und Frieden.



      Quelle: RW Oberhausen / Facebook
    • Sehr tragisch, die Krankheit ist sehr tückisch und kaum zu fassen für gesunde Menschen....


      Den Text von Sport1 auf der RWO-Seite finde ich gar nicht so passend. Gut gemeint, aber...
      Natürlich geht es im Fußball hart zur Sache, es gibt verbal auf die Schnauze, die Medien und sonstwer üben Druck aus.


      ABER aktuell bei Sascha Lewandowski einfach überhaupt nicht passend. Er wurde nie attackiert, der Umgang mit seiner Krankheit war vorbildlich von Medien, Fans und Vereinen. Lewandowskis Tod hat meiner Meinung nach mit dem Fußballgeschäft nichts zu tun. Er ist freiwillig ausgestiegen und niemand hat ihn mehr belästigt. Auch beim "Fall Enke" war es vorher eben NICHT so, dass Enke hier angegangen wurde. Im Gegenteil, Enke war Nationaltorhüter, über 96 hinweg überaus beliebt. Niemand wusste, dass er Depressionen hatte.
      SCV und der FC
    • SCVe-andy schrieb:

      Sehr tragisch, die Krankheit ist sehr tückisch und kaum zu fassen für gesunde Menschen....


      Den Text von Sport1 auf der RWO-Seite finde ich gar nicht so passend. Gut gemeint, aber...
      Natürlich geht es im Fußball hart zur Sache, es gibt verbal auf die Schnauze, die Medien und sonstwer üben Druck aus.


      ABER aktuell bei Sascha Lewandowski einfach überhaupt nicht passend. Er wurde nie attackiert, der Umgang mit seiner Krankheit war vorbildlich von Medien, Fans und Vereinen. Lewandowskis Tod hat meiner Meinung nach mit dem Fußballgeschäft nichts zu tun. Er ist freiwillig ausgestiegen und niemand hat ihn mehr belästigt. Auch beim "Fall Enke" war es vorher eben NICHT so, dass Enke hier angegangen wurde. Im Gegenteil, Enke war Nationaltorhüter, über 96 hinweg überaus beliebt. Niemand wusste, dass er Depressionen hatte.

      Sehe ich ähnlich. Zudem im Zeitpunkt unpassend, da doch ein Suizid mWn bislang doch gar nicht offiziell bestätigt ist.
    • Selbst wenn er nicht so "hart angegangen" wurde wie so manch anderer im Fußballgeschäft...der Druck ist dennoch extrem groß.
      Die Verantwortung, die Angst Fehler zu machen, die Masse an Menschen die jede noch so kleine Entscheidung von dir kommentieren...usw...

      Ich denke da können wir "normalen" Menschen uns gar nicht erst reindenken. Keiner von uns wird je wissen was es bedeutet derart in der Öffentlichkeit zu stehen.

      Vielleicht ist der Text von RWO auf Sascha Lewandowski bezogen wirklich zu hart formuliert. Ganz allgemein gesehen finde ich das aber sehr zutreffend und richtig was die geschrieben haben.
    • Natürlich können wir uns nicht reindenken, habe ich ja auch geschrieben. Aber im Text wird ja auch von Anna und Bernd von nebenan geschrieben. Haben die auch so ungeheuren Druck wegen irgendeinem Geschäft wie Sascha Lewandowski beim Fußball? Es kann jeden treffen, egal welchen Job man hat. Deshalb sehe ich es so, dass es mit Fußball nxi zu tun hat.

      Die Passage mit den Dichtern und Denkern und dem Volk voller Missgunst und Miesmacherei finde ich auch total daneben. Insgesamt muss ich ehrlich sagen, dass ich den Text total bescheuert finde. :schulterzucken:
      SCV und der FC

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von SCVe-andy ()

    • SCVe-andy schrieb:

      Auch beim "Fall Enke" war es vorher eben NICHT so, dass Enke hier angegangen wurde. Im Gegenteil, Enke war Nationaltorhüter, über 96 hinweg überaus beliebt. Niemand wusste, dass er Depressionen hatte.


      Richtig. Aber, im Fall Enke war es ja genau deshalb der letzte Ausweg, weil er glaubte, wenn er sein Leiden öffentlich macht, dass es dann a) mit seiner Karriere vorbei gewesen wäre und b) eine mediale Hetzjagd eingesetzt hätte.
      "Der Verein fühlt sich erheblich gefördert - egal, wie hoch die Summe war."

      96-Vorstandsmitglied Uwe Krause

    • Und was den Text von RWO angeht: Den finde ich bockstark! Leider braucht es dazu erst so ein Ereignis, damit so etwas mal zum Vorschein kommt. Und leider ist es in der großen weiten Welt in 10 Minuten wieder vergessen und es wird wieder darüber diskutiert, ob Robert Lewandowski jetzt für 100 Mio. € zu Real Madrid geht und da 20 Mio. € pro Jahr verdienen soll. Die Blase füllt sich unaufhaltsam, Sascha Lewandowski, Robert Enke, Babak Rafati sind alle nur unwichtige Kollateralschäden im Big Business.
      "Der Verein fühlt sich erheblich gefördert - egal, wie hoch die Summe war."

      96-Vorstandsmitglied Uwe Krause

    • Sehe ich echt total anders.

      Weil es neben den Enkes, Rafatis, Biermanns und Lewandowskis halt auch die Nachbarn und Kollegen von nebenan ("Annas und Bernds") gibt, hat es mit dem Big Business meiner Meinung nach nichts zu tun. Es ist eine Krankheit, die halt jeden treffen kann. In den berühmten Fällen bekommt man es halt mit, bei den anderen nicht.


      Aber will das jetzt nicht unnötig ausdehnen. Ich finde es halt schade, dass in solchen Fällen immer suggeriert wird, dass man Depressive im Fußball absichtlich fertig machen wolle.
      SCV und der FC
    • SCVe-andy schrieb:

      Es ist eine Krankheit, die halt jeden treffen kann.


      Selbstverständlich. Ich lese den Text von RWO aber losgelöst von der Krankheit. Das mal ausgeklammert ist es doch einfach ein Wahnsinn, was im Fußball-Business momentan abgeht und da hat RWO halt einfach Recht, wenn sie genau das kritisieren, was in der Champions League anfängt (Kohle) und vorgelebt wird (Betrügereien, Schwalben, gewinnen um jeden Preis) und die Kids sich das abschauen und dieser ganze Quatsch vom "modernen Fußball" langsam von ganz oben in die tieferen Ligen sickert.

      Ich halte es auch für quatsch, den "modernen Fußball" an sich zu verteufeln. Niemand von uns hat Bock, im Februar bei -10°C in vereisten Kurvenrängen zu stehen und 3 km vom Spielfeld weg zu sein. Nur was seit dieser unsäglichen WM 2006 und dem daraus folgenden Fußballboom in Europa abgeht, ist doch mit normalem Menschenverstand gar nicht mehr zu begreifen und das hat auch nichts mit vernünftigem, nachhaltigen Aufbau zu tun.
      "Der Verein fühlt sich erheblich gefördert - egal, wie hoch die Summe war."

      96-Vorstandsmitglied Uwe Krause

    • Ich finde den Text auch sehr passend verfasst. Ob im Endeffekt der Beruf oder andere Ereignisse für den Tod im Fall Lewandowski ausschlaggebend waren, ist wohl das geringste Problem. Meist kommen bei Depressionen viele kleine Dinge zusammen. Wenn man mit Menschen zu tun hat, die davon betroffen sind, setzt man sich mit dem Thema vermehrt auseinander. Wirklich helfen kann man da als Außenstehender nur sehr wenig, da es ein "Kampf gegen die eigenen Gedanken" ist, der in schlechten Phasen täglich geführt wird. Und es kann jeden treffen; das darf man nie vergessen.
      Die Ehefrau von Robert Enke bezeichnete den Fußball mal als eine Art "Lebenselixier" für ihren Mann. Wären die Depressionen publik geworden, hätte er wohl aufhören müssen. Seit Enke hat sich aber an sich rein gar nichts in dem Geschäft geändert. Es wurde viel geredet und auch nun werden wieder Ankündigungen kommen. Aber wenn z. B. ein Jugendlicher dann betroffen wäre, würde er sich wohl aus Angst nicht dem Verein anvertrauen, um nicht die Karriere zu gefährden. Sebastian Deisler hat frühzeitig den Absprung geschafft, weil er auf den Fußball verzichten konnte. Bei anderen würde dann etwas fehlen und es noch verschlimmern.
    • Unglaublich, ich bin geschockt. Er sagte immer wieder das er nicht gerne im Rampenlicht steht, und das ihm das alles eigentlich alles zu viel ist. Er hatte lieber immer im Hintergrund gearbeitet, in der Jugendabteilung bei uns. Ich freute mich, war aber auch überrascht das er den Posten bei Union angenommen hatte.



      Sehr sehr traurig. Mein Verein hat ihm sehr sehr viel zu verdanken. Unvergessen seine Worte damals in München bei der Einwechslung von Sidney Sam war das meine ich.... " Wir wollen hier gewinnnen! "


      Ruhe in frieden Sascha.
      #StärkeBayer
    • Nachruf auf Sascha Lewandowski
      Der Authentische

      Düsseldorf. In Sascha Lewandowski verliert die Fußballwelt nicht in erster Linie einen ihrer Trainer, denn die reine Berufsbezeichnung war beileibe nicht das, was den gebürtigen Dortmunder in erster Linie auszeichnete. Lewandowski war immer erst Mensch, ein authentischer Gegenüber. Und damit hob er sich weit mehr von anderen Protagonisten in dieser Branche ab, als er selbst wohl dachte.
      #StärkeBayer
    • SCVe-andy schrieb:

      Die Passage mit den Dichtern und Denkern und dem Volk voller Missgunst und Miesmacherei finde ich auch total daneben.


      Gerade diese Passage könnte mMn nicht richtiger sein.
      Aber das ist hier der falsche Ort um das zu diskutieren.
      Das hat auch weniger mit Sascha Lewandowski zu tun. Das ist vielmehr ein ganz allgemeines Problem unserer Gesellschaft.
    • Kuzze schrieb:

      SCVe-andy schrieb:

      Die Passage mit den Dichtern und Denkern und dem Volk voller Missgunst und Miesmacherei finde ich auch total daneben.


      Gerade diese Passage könnte mMn nicht richtiger sein.
      Aber das ist hier der falsche Ort um das zu diskutieren.
      Das hat auch weniger mit Sascha Lewandowski zu tun. Das ist vielmehr ein ganz allgemeines Problem unserer Gesellschaft.


      Richtig, es ist ein allgemeines Problem, hat mit Lewandowski nur nix zu tun. So meinte ich das :cool2:
      SCV und der FC
    • @MagicOe:

      Ich habs hier rausgenommen, obwohl ich deiner Argumentationsschiene nicht ganz nachvollziehen kann.
      Dann müsste ich alle Beiträge, wo es um Burn-Out etc. geht hier auch löschen

      Zum Thema Lewandowski und die möglichen Hintergründe geht es dann HIER weiter
      Keine Signatur!
    • SCVe-andy schrieb:

      Natürlich können wir uns nicht reindenken, habe ich ja auch geschrieben. Aber im Text wird ja auch von Anna und Bernd von nebenan geschrieben. Haben die auch so ungeheuren Druck wegen irgendeinem Geschäft wie Sascha Lewandowski beim Fußball?

      Ich denke sogar noch größeren Grund, denn Anna und Bernd müssen irgendwie ihre Familien durchbringen.
      Wenn die im Job scheitern, dann gibt es keinen bezahlten Urlaub, sondern die gesetzlich festgesetzte Zeit ALG I als Übergangsgeld, und anschließend knallste gnadenlos ins Hartz IV runter ...
      Das ist noch ein viel größerer Drück, als im Fußballgeschäft, wo die Mehrheit immer weich landet und wieder aufstehen kann.
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