Erinnerungen an den DDR-Fußball

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    • Erinnerungen an den DDR-Fußball

      katsche schrieb:

      Das berühmte Pastortor in Minute 95 war -das ist inzwischen x-fach bewiesen- regulär.
      Neben dem von mir erwähnten Platzverweis gegen Wolfram Löwe gab es noch einen Vorfall, der fiel mir heute noch ein: ein wegen Abseits aberkanntes Tor von Dresden wo jeder sah dass der Dresdner 2 m vor dem letzten BFCer, also nie im Abseits, stand.



      Wurde der Pastor nicht damals vom HFC zum BFC Dynamo 'delegiert'? :amkopfkratz: Zu der Zeit spielten doch auch Bodo 'Eierkopp' (Rudwaleit), Rohde, Terletzki, Ernst, Riediger und Consorts beim DDR-Rekord - 'Beschissmeister'.

      Ich erinnere mich an ein DDR-Oberligaspiel (war zu der Zeit selbst im Stadion): Hansa Rostock v BFC Dynamo 4-4 (Mitte der 80 iger glaube ich). Da wurde so derart beschissen, dass die aufgebrachten Hansa-Fans den 'Büfften'-Bus umgekippt und den Schiri verkloppt haben!! :D
    • was Du meinst ist genau dieses Pastortor.
      An das Hansaspiel erinnere ich mich nicht, aber eben an jenes berühmte Spiel bei Lok. Der Schiri ließ, nicht einmal zu Unrecht (auch wenn es natürlich die Heimfans anders sahen, das aber ist überall auf der Welt so, wenn die eigene Truppe knapp führt), nachspielen. Selbst 5 Minuten waren imho angemessen. Nach 94:... Minuten pfiff er Elfer.
      Alle, auchb der Fernsehkommentator, selbst die BFC- Fans, zweifelten die Berechtigung des Elfers an.
      Inzwischen haben verbesserte Aufnahmen bewiesen dass der Elfer korrekt war. Aber wie gesagt: selbst wir BFC- Fans machten ja Witze (bittere Witze) über manche Dinge.
      Stumof war übrigens der Schiri in Leipzig, und Stumpf wurde vom Verband damals alsSchiri gesperrt. Nicht aber wegen dieses Ereignisses - glaube ich.

      Prokop war international, wie viele DDR- Schiris, sehr anerkannt.
      Es waren wir BFC- Fans die Prokop mit beissender Satire in den Fokus stellten. Wir hatten ein Logo: ein weinrotweisser Bär mit einem Ball in der Hand.
      Wir machten daraus in gleicher Pose den weinrotweiss gekleideten Prokop mit dem Meisterpokal... warum wohl ;)


      Aber wie gesagt: spielerisch war die Mannschaft mindestens 7 x zurecht Meister. Das kann man mit etwas Kenntnis nicht verneinen.
      Und den entscheidenden Beweis lieferten die etwa 40 Transfers nach dem Mauerfall.

      Baer: ja, Pastor kam damals aus Halle zu uns.Heute nannte man es "Delegieren", heute wäre es eben der Transfer....
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    • katsche schrieb:

      Aber wie gesagt: spielerisch war die Mannschaft mindestens 7 x zurecht Meister. Das kann man mit etwas Kenntnis nicht verneinen. Und den entscheidenden Beweis lieferten die etwa 40 Transfers nach dem Mauerfall.

      Das kann man so stehen lassen (aber mindestens 3x wurde extrem nachgeholfen). ;) Versuche mal einige Transfers aus dem stehgreif zusammen zu fassen (ohne zu googeln).

      Rohde, Doll (HSV)
      Thom (Leverkusen)
      Ernst (Kaiserslautern)
      Bonan (Bochum?)

      @katsche: Wie du auf 40 kommst ist mir ein bisschen schleierhaft. :amkopfkratz:
    • ich geb Dir mal noch ein paar Namen, alle 40 bekomme ich nicht mehr hin, aber die Zahl steht.
      Waren ja auch etliche NAchwuchstalente dabei, 40 Mann im A-Kader hatten wir nicht, Trainer war ja nicht Felix....

      Köller ging zu Duisburg
      Arndt und Bodo Rudwaleit gingen zu Erfurt und Stahl
      Anders ging nach Leipzig
      der erwähnte Pastor ging nach Asien, frag mich nicht...
      Rydlewicz ging nach Leverkusen
      Boer nach Chemnitz
      Szangolies nach Jena
      Fügner nach ???
      Herzog nach Gelsenkirchen
      Reich nach Karlsruhe
      Konetzke nach Cottbus
      Kosche zu Sachsen Leipzig
      Ksienzyk zu BW Berlin
      Korth zum HSV
      Backs (Füchse)
      Tolkmitt (Leverkusen)
      Nofz ging nach Oldenburg

      noch ein paar Talente gingen speziell nach Hamburg. Bei dem ein oder anderen waren es Abgänge zum Ex-Verein (glaube Anders ist so ein Fall)
      zu den 5 von Dir genannten kommen hier auf jeden Fall noch Rudwaleit, Kosche, KOnetzke, Backs, Fügner, Anders, Pastor, Ksienzyk, Herzog, Reich, Tolkmitt, Nofz und Boer die sofort erstligareif waren. EIne komplette Mannschaft.
      Wie gesagt, alle bekomme ich nicht mehr hin.
      EIn paar hörten ja mangels Perspektive oder aus Frust auf, wie Bernd Schulz, Michael Schulz (kickte noch ein bißcken am Stadtrand) oder einer meiner absoluten Lieblingsspieler, Libero Troppa.
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    • Hansi Riediger hatte viele Probleme gesundheitlicher Art. Heute hat er eine Versicherungsagentur am Berliner Stadtrand..
      Frank Terletzki Freistoßgott trainiert heute in der Landesliga.

      Sträßer war nie mein Fall. Wegen seiner Saufeskapaden wurde er dann auch zu Union weggeschickt.
      Dort gabs dann irgendwann eine Dopingsperre woraufhin er zu Jena wechselte.
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    • bitter.
      Erst das Hinspiel wo der BFC die Bremer gnadenlos vorführte und zeigte was in der Mannschaft steck.
      Das gabs ja immer wieder mal- und fast jedes Mal vergeigten wir im Rückspiel. Ähnlich Dresden in Uerdingen.
      Die kleinen miesen Tricks von Will A. Lemke ändern daran nix: das war schade.
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    • ja, war finster.
      Man sah in diesen Momenten immer den Unterschied zwischen Profis und Staatsamateuren.
      Spielerisch waren die Ostvereine eigentlich gut dabei. Aber abgezockt waren sie nicht.
      Fing mit Dresden/Bayern 73 an. Dresden war spielerisch keinen mm schlechter.
      74 bei der WM, nach dem 1:0, verloren die 0:1 gegen Brasilien wegen eines Bauerntricks der Brasilianer, spielerisch war da kein Unterschied.
      BFC gegen Nottingham oder gegen Aston Villa: wir gewannen auf der Insel, vergeigten daheim.
      Immer wieder diese fehlende Routine. Schade wars.
      4Das 0:5 in Bremen war dann eigentlich das Ende dieser Mannschaft. Davon erholte sie sich nicht mehr.
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    • Es wurde einfach zuviel trainiert im Osten. Das hat Ulf Kirsten mal in einem Interview betont. Zur WM'74 gg. Brasilien: 'Wir' sind auf einen simplen Bauerntrick beim Freistoß von Rivelinho reingefallen (Croy's Worte). Zudem war es die falsche taktische Aufstellung von Georg Buschner.
    • Rivelinho, genau.
      naja, waren da schon gute Fußballer im Osten. Wurden dann ja 76 Olympiasieger- und damals war das noch was.
      Danach gings mit Dresden und Magdeburg abwärts- und damit war dann die N11 auch weg vom Fenster. Alle etwas zu grün danach.
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    • Ohne Zweifel, Montreal'76 war DER Höhepunkt des DDR-Fußballs schlechthin. Gegen die starken Polen zu gewinnen, das war damals schon was. Aber ich glaube bei der WM'74 wäre mehr drin gewesen, wenn Achim Streich, Dixie Dörner und Peter Ducke fit gewesen wären. Zumindest hätte die DDR in der 2. Zwischenrunde gg. die Argentinier & die Brasilianer dann gewonnen, da bin ich mir ziemlich sicher. Holland war zu der Zeit natürlich zu stark.