Spielberichte Berliner Amateurfußball

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    • BFC Germania:
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      Alle über 1,90 könntne im Stehen zumindest drüber gucken ... im Hintergrund die malerische Wohnsiedlung Tempelhofs.


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      Irgendeinen Kram muss ich immer mitnehmen ..

      Preussenstadion:
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    • Hoppen mit Kater & Hannoi - "Neuruppin sehen und sterben" aka

      MSV Neuruppin vs FSV Bernau

      Prolog:
      Es begab sich zu der Zeit, als Brandenburg nur Samstags und Berlin nur Sonntags spielt, aber zwei Hannoveraner Freitag gepflegte Ballakrobatik im Großraum Berlin sehen wollten. Also wanden sie sich an den Statthalter Qiumis in Berlin, Captain BlackAdder sein Name. Der wälzte die einschlägigen Seiten und fand nahezu nur Ü60 - Spiele, was den Fußball so interessant macht wie Familien beim Boccia am Strand zuzugucken. Doch halt - in Neuruppin wird gespielt. Kurz besprochen und beide haben zugesagt.
      Um nicht vor einem leeren Stall zu stehen, wurde sogar der Verein im Vorfeld kontaktiert. Ja, Nadeln gäbe es, der Kiosk wird offen haben.

      1. Akt - Anfahrt
      Treffpunkt war Potsdam, da die beiden dort Unterkunft suchten. Meinereiner war sogar pünktlich, nur zwei 96er standen irgendwo im Stau. Natürlich. Autobahnen nach oder von Berlin bieten den vollen Service: Baustellen und Staus, oder beides zusammen. Irgendwann waren kam die Nachticht, wo die beiden stehen und nach der Begrüßung und Inspektion der beiden, zu deren Beiträgen ich kein Gesicht hatte ging es auch gleich los. Im Auto lief belgische Vereinshymnen (ich war noch nie in Belgien .. :amkopfkratz: ), die Gespräche drehten sich natürlich um Fußballgeschichten und die Umgebung. Von Potsdam stramm nach Norden kann man die gesamte Fahrt Wald und Wiesen bestaunen, menschliche Behausungen sind entweder unterirdisch oder vielleicht auch einfach nicht vorhanden. Nachdem irgendwann alle drei das sonst Kinder vorbehaltene "Wie lange dauert es noch?" - Gequängel anfingen (zu Recht!), weil das auf der Karte irgendwie näher aussah, erreichten wie die malerische Fontane-Stadt Neuruppin. Vorbei an einer Disco, die aussah wie ein Etablissement und zusehends schickeren Häusern gurkte Katers Fahrzeug komplett durch den Ort, ohne dass auch nur ein Schild uns den Weg wies. Doch auch das Navi hatte wohl einen Clown gefrühstückt und schickte uns von einer Sackgasse in die nächste. Endet der Weg im Wald (wortwörtlich!), ist man falsch. Zwei befragte Einheimische klärten uns auch freundlich auf, dass wir falsch seien, als Kater nach dem Sportplatz fragte (Gut, dass sie das noch mal herausgestrichen haben!).
      Irgendwann fanden wir aber den Platz doch noch. Direkt an der Einfahrt, wenn man das große Eingangsschild nicht mehr übersehen kann, gibt auch ein Wegweiser den entscheidenden Tipp. Besser spät als nie.

      2. Volksstadion Neuruppin
      Quasi im Wald gelegen steht das mehrere Plätze umfassende Gelände. Wir warne früh dran und konnten daher in Ruhe das Gelände erkunden. Am Einlass gleich nach Souvenirs gefragt, aber da wurde auf das Vereinsheim verwiesen. Der hatte auch nichts, aber immerhin Knacker. Denn der Griller war offensichtlich genauso verhindert wie der Fanshopbetreuer. Das Stadion besteht aus einem netten Stammgebäude mit überdachter Tribüne und einer Gegengerade. Der Rest sind Steilhänge mit Rasen, auf dem man ggf herumlümmeln kann, wenn es das Wetter zulässt. Als Gast kam der FSV Bernau und tatsächlich traf ich auch Familie S., deren Sohn Milos von der tasmanischen Bank zum Stammspieler beim FSV wurde. "Was machst du denn hier?" feixten sie mir entgegen. Nach dem überraschten Barmann die nächsten fragenden Gesichter. Für den Barmann waren wir internationaler Besuch (Berlin, Essen, irgendwo bei Hannover).
      Milos Kompetenz auf hinten rechts lässt sich schnell zusammenfassen.
      a) grätschen
      b) hoch und weit nach vorne
      c) beim Einwurf noch einen Schluck aus der Pulle nehmen, wenn der Spielstand es zulässt. Das unmittelbar vor der Haupttribüne beweist zumindest Chuzpe
      Dazu kommt nun auch "Paule" Januschowski, dereinst auch bei Tasmania kickend. Durchaus laufstarker und fähiger Kicker, aber von außen immer die Körpersprache eines Soziologiestudenten in Flip Flops beim Strandurlaub. Umso überraschender, dass er richtig präsent war. Vermutlich wurde ihm in Bernau gesteckt, dass Kaffee vor dem Spiel besser als Kamillentee ist. In Halbzeit bewachten beide die rechte Spielfeldmarkierung, erst später spielte "Paule" zentraler.

      Hinter der Gegengerade befindet sich noch ein total verwilderter Football-Platz mit einer verrottenden Anzeige und Field Goals (oder wie nennt man diese Stangen?). In einem Imbisswürfel befindet sich der geschlossene Fanshop und in der hintersten Ecke sogar ein abgezäunter Auswärtsblock. Der übrigens komplett begrünt, nur am Olympiator stehen unmotiviert Wellenbrecher herum. Eigentlich nur einer, der zweite dann unten vor'm Zaun. Doch da sollten wir auch nicht hin, da der Auswärtsblock gleich mit doppeltem Zaun abgeriegelt ist, samt Gasse. Nur eben mit metergroßen Löchern hinten, so dass drei Hopper irgendwann vor dem "Auswärtsblock" standen und den glücklosen Offensivbemühungen der Gastgeber zusahen.
      Bevor ich's vergesse: gespielt wurde auch. Der MSV spielte in Rot trotz weiß-blauer Vereinsfarben, die Gäste in Dunkelblau. Seit dieser Saison allerdings erst, vorher waren die Vereinsfarben grün. Ein Gästefan hatte sich gleich zwei Schals seines FSV umgebunden: einmal mit alten und einmal mit neuen Vereinsfarben ... :amkopfkratz:

      Neuruppin bemüht, aber zu kompliziert. Auch bei Überzahl immer den am schlechtesten postierten Spieler anspielen, damit rechnet der Gegner nie! Bernau kam nur gelegentlich nach vorne, war dann aber zwingender. Einmal aus dem Nichts Pfosten und kurz darauf lenkt der Keeper des MSV den Ball gerade so an die Latte. Dann doch die Führung für die Gäste. Vielleicht erinnert sich einer der anderen beiden, wie das Tor fiel ... ?

      Noch mal Getränke holen und diesmal direkt auf die Haupttribüne. Es sollte sich lohnen. Im Grunde wurden wie zumindest akzeptiert, nur ein Finsterrenter erkannte die Eindringlinge, ein weiterer setzte sich mit seinen zwei Töchtern/Nichten/Enkelinnen ein paar Plätze weiter weg. Vollkommen zu Recht - das plaudernde Kompetenztrio senkte nicht nur den Altersschnitt, sondern auch die Gesprächigkeit. Da sollten besorgte Väter lieber die Flinte bereit- und ihre weiblichen angehörigen im Zaume halten!
      Die Führung tat den Gästen allerdings nicht gut. Raum zum Kontern hätten sie ja, zudem legten die Spieler hilfsbereit auch gern dem Gegner auf, genutzt hatte es nicht. Allerdings brachte Bernau die Gastgeber selbst in die Spur zurück.
      May I proudly present: die dümmsten Schwalben dieser Saison!
      1) Abwehrspieler läuft dem Stürmer den Ball ab, will aber noch ein Stürmerfoul ziehen und hechtet auf's satte Grün. Der Gegenspieler roch den braten aber und wandte sich schon vorher ab, so dass der (Geier) Sturzflug noch offensichtlicher wurde. Außer für seine eigenen Mannen. Die schaukelten sich schön hoch und sorgten so für steigenden Argwohn des Referees. Und der wurde bald bestätigt ...
      2) Denn richtig dämlich wurde es kurz darauf. Vor der Neuruppiner Bank trudeln zwei Spieler auf die Laufbahn. Die wohl körperliche Nähe vermissende Bernauer hakte sich aber penetrant ein und ging zu Boden. Ein seltsamer und wohl auch seltener Versuch, ein Foul abseits des Feldes zu ziehen. Der Schiedsrichter gab mMn zu Recht kein Foul, zumal die Gäste erneut hysterisch einen Veitstanz aufführten. Zu allem Übel verletzte sich der Bernauer bei der Einlage und musste behandelt und anschließend zur Kabine begracht werden.
      Damit er aber dort nicht einsam leiden musste, wollte die Nummer sechs wohl in seiner Nähe sein. Denn der Angriff der Gastgeber wurde durch ein Foul unterbunden, der Pfiff - welch' Wunder! - von rumpelstilzchenhaften Gästen erneut mit nervtötender Hysterie bedacht. Nun langte es dem Schiedsrichter und gab einem Bernauer glatt Rot. Der Co der Gastgeber rannte dabei auf dem Feld herum und wollte als Investigativreporter alle Details wissen. Mindestens fünf Minuten dauerte diese Unterbrechung, dann stampfte zumindest mal der Rotsünder vom Feld. Nicht aber der erwähnte Bernauer Offizielle - dem gefiel es auf dem Feld augenscheinlich. Das Gepöbel erreichte nun auch die Ränge. Wortgefechte von einer Ecke zur nächsten folgten - wobei die Haupttribüne durch den Spielereingang unterbrochen wird und man die Zuschauer dahinter gar nicht mal sieht ...
      Tatsächlich schaffte der MSV Neuruppin den Ausgleich. Hannoi tippte beim Freistoß darauf, dass der Torwart ihn fängt und dieses eine Mal klappte es, da diesmal der Ball doch per Abstauber im Netz lag. Neuruppin drängte auf den Siegtreffer, doch stellte sich zu dusslig an. Ob frei vor dem Keeper oder als Abstauber - immer erstmal den Ball annehmen, nicht kontrollieren können, sich noch mal drehen und Ball suchen - wo ist er denn jetzt wieder? - fixieren, zurecht legen, schießen ... und das Bein des Gegners treffen, der dann doch mal mit zurückgekommen ist und in den gefühlten drei Minuten Reaktionszeit seit Chancenbeginn mal etwas unternimmt.

      3. Rückfahrt
      Ich gebe zu, ich bin ein lausiger Mitfahrer. Bin ich ausnahmsweise mal wach, rede ich laut und schnell. Bin ich müde (morgens, vormittags, nach dem Mittagessen, in der Hitze, wenn es kalt ist, in der Dämmerung, in der Dunkelheit, bei Fahrten ..), kann ich meist selten die Augen auf halten. Als Gesprächspartner also nur temporär verfügbar. Trotzdem brachten sie mich noch zum Hauptbahnhof, weil Potsdam abends und vor allem nachts ausgestorben ist. Landeshauptdorf Brandenburgs eben.

      Fazit: eine nette Fahrt mit zwei lustigen Leuten, endlich mal den Kater und Hannoi kennengelernt (nach Katsche und seiner Bayerngang die ersten quimis). Gern mehr davon. Wer nach Berlin kommt, kann mir gern Bescheid geben!

      Bilder kommen noch!

      PS: habe den MSV via Gesichtsbuch wieder angeschrieben. Mal schauen, was sie antworten.
    • Großartiger Bericht - wieder mal!
      Aber als Mitfahrer taugst du absolut, hast du immerhin schnell gemerkt, dass Niveau an dem Tag mit uns nicht hinzukriegen ist und schlechte Wortspiele („Last, but not Leest“) einfach angebrachter sind. An das Tor der Gäste fehlen mir irgendwie auch die Erinnerungen, aber es waren irgendwie zwei lange Tage |-)
      „96 hat einen Riesensprung nach vorne gemacht. Und jetzt wird der Mann, der sich damit ein Lebenswerk erfüllt hat, nicht von allen dafür geliebt. Das ärgert mich richtig.“
    • Was'n Wochenende ...

      Samstag:

      Nach langem Zögern fuhr ich nun doch an's Westend zum Club Italia, da es einer der wenigen Samstagtermine war. Außerdem war ich nur einmal am Spandauer Damm und das war im Winter vor einiger Zeit, als es stockdunkel und kalt war. Nun noch mal das Gelände im Tageslicht begutachten. Neben mehreren Fußballplätzen - der Kunstrasenplatz wird vom CSV Olympia verwendet, der Naturrasenplatz vom Club Italia - befinden sich auch Tennisplätze dort, unter anderem vom RBB.
      Vor dem Naturrasenplatz befindet sich ein kleines Bistro in einer Vereinshütte, vor der eine Horde Herren mittleren Alters mit der bezaubernden Dame an der Kasse diskutierten, da die Gute ihren Kassentisch zu weit hinten aufgebaut hatte und man das Spiel sehen und sich selbst aus dem Vereinsheim Getränke holen konnte, ohne Eintritt zu bezahlen. Doch weder das hübsche Gesicht noch das Dekolletée erweichten die Herrschaften, nur ich zahlte artig. Doch Anstecknadeln gab es trotzdem nicht. Vom Club Italia nicht mehr und vom neuen Verein noch nicht. Denn der Club will sein Spektrum erweitern und nennt sich ab kommender Saison Berlin United. Mit dem Berliner Bären und dem Brandenburger Adler im Wappen. Think big.

      Doch auch künftige Großprojekte lockten nicht mehr als 25 Zuschauer an, darunter immerhin noch weitere Hopper. Club Italia selbst ist eine Achterbahnfahrt. Mit großen Plänen aus der Bezirksliga aufgestiegen, sollte eigentlich die Berlin-Liga erreicht werden, doch plötzlich sprang der Geldgeber ab und die Mannschaft landete im Winter im Abstiegskampf. Nun wurde doch ein neuer Sugar Daddy gefunden, der auch gleich erster Vorsitzender des neuen Vereins wird, der Italia-Boss wird wenigstens Vize.
      Das Spiel gegen Kellerkind und Mitaufsteiger Berolina Mitte nahm erst nach der Führung für Italia den zu erwartenden Lauf. Mit Ex-Herthaner Lennart Hartmann und ex-TeBe'er Bongartz überrannten sie dann in der Zweiten Halbzeit Bero dann doch, die erst gegen Ende mal überhaupt wieder vor das gegnerische Tor kamen, aber da war das Spiel auch schon mit 4:0 entschieden.

      "Icke" Hässler soll wohl den Laden zusammenhalten, aber wird wohl kein Lautsprecher mehr werden. Auch die Anweisungen kamen vom Co.

      Danach genau an's andere Ende der Ringbahn, nach Treptow. In der Flatow-Halle spielte in der Handball-Verbandsliga der gastgebende BTSV 1850 gegen TuS Hellersdorf. Diese Halle steht genau im ehemaligen Grenzgebiet am Kanal auf einer Insel, hinter der noch Anadoluspor einen Fußballplatz nutzt. Im angrenzenden ehemaligen Mauergebietspark grillten die Leute wie die Weltmeister, doch auch in der Halle fanden sich einige Leute ein. Die Kreuzberger sahen klischeeentsprechend wirklich wie ein junger Hipstertrupp aus, die Hellersdorfer spielten wie auch die Lokalkonkurrenten des Polizeisportvereins in Grün.
      Kurios die goldigen, kleinen und kurvigen Schiedsrichterinnen, die ihre liebe Mühe mit dem Spiel hatten. Die Gastgeber spielten ordentlich aggressiv und der anhang war auch nicht ohne. Trotz Halbzeitführung konnten die Gäste herankommen, doch es blieb immer bei ein bis zwei Toren Vorsprung. Erst gegen Ende die Vorentscheidung: Nur noch eine Minute zu spielen und drei Tore Vorsprung. Sollte doch reichen ..? Von wegen! Erst der Anschlusstreffer, dann ein Fehler in der Vorwärtsbewegung und 15 Sekunden vor dem Ende noch ein verpatzter Angriff. Gegenangriff und tatsächlich noch der Ausgleich! Hätte sich der TSV mal mehr um's Spiel statt um die Unparteiischen gekümmert.


      Sonntag

      Auswärts in Mahlsdorf. Dort - am äussersten Osten Berlins - wird gerade die Bahnhof saniert. Und mittendrin noch SEV. Irgendwann komme ich da doch noch an und zum Glück fährt der Bus bald. Doch es war noch nichts passiert, Tas macht das Spiel, Mahlsdorf lauert wie üblich auf Konter. Auf eigenem Platz. Als designierter Vizemeister. So macht Fußball Spass. Da zudem Stürmer Hartwig bis zur neuen Saison ausfällt, spielte Tas auch ähnlich wie die N11 ohne echten Stürmer. Wenn denn mal einer durchbrach, stand keiner in der Mitte, der etwaige Flanken denn auch mal verwerten kann.
      So fällt die Führung für die Gastgeber. Fehler hinten, Ball gleich auf links gespielt, wo wirklich keiner steht und Keeper Schelenz kann nichts mehr machen.

      In der Halbzeit macht sich wenigstens der verbliebene Stürmer warm, der aber weder Bälle noch Unterstützung bekommt. Dafür noch tiefer stehende Gastgeber mit noch mehr Kontermöglichkeiten. Die werden in der Regel von den Tasmanen auch gleich selbst aufgelegt. Konterttor Nummer zwei und drei vor dem Ende besiegeln die dritte Niederlage in Folge, während vorne eigentlich nur Ujazdowski und Loder per Kopf knapp scheiterten.

      Und nachdem alle für nächste Saison unterschrieben haben, geht der Ballbesitzfussball genauso nächstes Jahr weiter ...

      Letzte Woche gab's zudem eine selten dämliche Heimniederlage gegen Türkspor. Dies ist eine asoziale Kloppertruppe, die nach jedem Pfiff wie bockige elfjährige diskutieren, aber das Geschwafel setzt sich über Minuten fort und wird zudem regelmä#ssig von der halben Mannshcaft betrieben. So checkt ein Bulle in der Verteidigung unseren jungen Schikowski weg, der vielleicht halb so viel wiegt - klare Absicht, ihn schön zum Ball rennen lassen und dann mit Anlauf nur rein in den Mann. Klares Foul, doch gleich drei Halbaffen rasen zum Linienrichter und schreien grenzdebil herum. Als Krönung steht der Volbert als Trainer an der Linie befeuert seine Leute auch noch. Daß diese Truppe nur eine Rote bekommt, kann man durchaus als Gastgeschenk werten. Als kurz vor dem Ende ein langer Ball einen vollkommen blank stehenden Stürmer findet, der mit Hilfe des Arms den Ball annimmt und vollstreckt, ist jeder im Block bedient.
      Dadurch hilft Tas ausgerechnet dieser unsympathischen Truppe auch noch, eventuell in der Liga zu bleiben. Wegen mir kann diese Mannschaft ganz im Orkus der Kreisliga versumpfen. :sleep:
    • SuperHoppingSonntag ... obwohl ...

      Zweieinhalb Spiele und reiche Beute, dass sollte mich doch zufrieden stimmen. Doch nach dem Haar in der Suppe musste ich nicht lange suchen. Aber eins nach dem anderen:

      Borussia Friedrichsfelde - Concordia Britz II 0:0

      Der schöne Lichtenberger Stadtteil Friedrichsfelde ist von Neukölln aus relativ einfach zu erreichen (4 Stationen S-Bahn mit der Ringbahn, drei U-Bahnstationen U5) und spätestens nach dem Hinweis aus Hopperkreisen, dass es dort wieder Kleinkram gibt versuchte ich heute erneut mein Glück. Wenn dich die Leute schon grinsend per Handschlag begrüßen, war mein dezentes Nachfragen erfolgreich. "Ich guck in der Halbzeit mal, was sie zurück gelegt haben ..".

      Das Spiel war nicht übel für Kreisliga B. Die Gastgeber bemüht, die Gäste eher defensiv und nur durch Konter mal über der Mittellinie. Es wurde leider wieder auf dem engen Kunstrasenplatz gespielt, nicht im Stadion, dafür gab es wenigstens kurze Wege zum Strafraum - die etwas fülligeren Gästespieler konnten aufatmen.
      Die wenigen Chancen konnten sie nicht nutzen, dafür hämmerte der Gästestürmer mal aus der Drehung und aus der Distanz drauf, der Torwart konnte das Geschoss allerdings gerade so abwehren. Ansonsten bestanden die Offensivbemühungen der Britzer eher dadurch, den Platz bei Gegenstößen zusätzlich mit Luftlöchern zu füllen. Defensiv standen die der Borussia hinten ordentlich auf den Füssen.
      Halbzeit. Vor mir stand eigentlich noch ein anderer Hopper, doch der Offizielle sah mich hinten stehen und kramte schon mal die reichhaltigen Bestände hervor. Alter Wimpel vom Vorgängerclub Motor Lichtenberg? Bißken geknickt, aber für drei Euro in Ordnung. Vereinsnadeln gibt es von Motor für 50 Cent (!), können aber im Set (6 verschiedene) für zwei Euro zu haben sein. Am Aushang wurden auch Aufnäher erwähnt - das Stück für einen Euro. Nehm ich gleich zwei. Aktuelle Nadel? Gibt's auch. Welch' Fundgrube! Nur mit Mühe beherrsche ich mich und nehme nicht noch den Schal mit ...
      Einziger Haken: das Spiel beginnt 12:00 Mittags, es gibt wenig Schutz vor der Sonne und zu trinken gibt es Berliner Pilsener und Hasseröder. Gut gekühlt schmeckt eh Pils gleich, aber ich nehme vorsichtshalber das, was noch weniger nach Bier schmeckt (also Hasseröder). Ich bin ja schließlich sensibel!

      Doch auch in Halbzeit Zwei kein Durchkommen. Ich postiere mich bei der Trainerbank der Gastgeber, deren Trainer (? oder Co) zum Rumpelstilzchen wird, aber die Borussia ist zu umständlich. Irgendwann wacht auch gegenüber die Concordia-Bank auf und reklamiert ihrerseits Ellenbogenschläge des Gegners. Der extrem kleinlich pfeiffende Referee pfiff aber ohnehin fast alles ab, was aber dann automatisch für Ärger derjenigen sorgt, wenn er ausnahmsweise mal was durchgehen lässt. Auch im Duell "Stürmer gegen Torwart" zwickt das Nervenkostüm. Ich gebe auf, da ich zu Tasmania will und auch nicht an das Tor mehr glaube. Fussball.de gibt mir recht ...

      Doch ich hätte noch länger bleiben können. Zehn Minuten Wartezeit. Die Bahn danach in 12 Minuten. Die Taktung spielt heute also genauso wenig mit wie die Treffsicherheit der Spieler.

      Doch es sollte alles noch viel schlimmer werden.
      Richtig schlimm.

      SV Tasmania - Spandauer Kickers 1:2 (0:1)

      Drei Niederlagen in Folge, davon zwei gegen starke und eine gegen eine deutlich schwächere Mannschaft. Mit SpaKi reiste eine Truppe im Abstiegskampf aus dem fernen Spandau an, die im Hinspiel auf eigenem Platz 6:0 geschlagen werden konnte. Da kann doch nichts schief gehen ..?

      Ich kam etwas später und erfuhr, dass SpaKi durch ein Handtor 1:0 führte. Zudem ein schwaches Spiel. Aber hey - diese spielerisch sehr limitierte Truppe muss man auch an einem schlechten Tag schlagen können. Dass Tas trotzdem verlor sollte ein Zeichen sein, manches zu überdenken. Denn ein komplett brotloser Ballbesitzfußball ohne Abschluss bringt nichts, auch wenn es natürlich immer ärgerlich ist, dass bis auf wenige Mannschaften alle mauern und mit höchstens ein bis drei Offensivspielern agieren.

      Meine Mitbringsel aus Friedrichsfelde waren auch deutlich interessanter. Bis SpaKi zum Kontern kam und Kirli mit einem Tritt in die Hacken ein taktisches Foul beging, für das der Referee allerdings glatt Rot zeigte. Der Fanblock war uneins, ob dies so berechtigt war, aber in Unterzahl musste die Mannschaft zusammenrücken.
      Doch die Formkrise mehrerer Schlüsselspieler ließ sich nicht ausgleichen. Auf links spielt Daniel Ujazdowski außer Form, über rechts ist Nicola Thiele bemüht, aber glücklos, sucht allerdings auch noch den Abschluss. Immerhin. Da auch von den Außenverteidigern keine Impulse kamen und auch der neue, aber noch junge Ulutürk ebenfalls einen gebrauchten Tag hatte lief eben viel durch die Mitte. Dort agiert der emsige, aber derzeit auch glücklose Shuleta, aber eben auch in gleicher Funktion Tolgay Asma. Der ist unglaublich sympathisch, aber eben nicht mehr der Jüngste (oder schnellste ..).
      Das Rezept blieb daher immer lange Bälle auf Stürmer Kirschner, der aber allein die Bälle von der Eckfahne aufsammeln durfte und dann feststellen musste, dass keiner schnell genug mitgelaufen und anspielbar war ... :rolleyes:

      Noch einmal zur Erinnerung: SpaKi kann so holzen und ist mit spielerischen Mitteln bezwingbar, aber nicht von der aktuellen Tas-Truppe. Auswechselungen gab es auch heute wieder erst gegen Ende (die erste in der 80.) und die erste Chance immerhin nach einer Stunde: langer Ball auf Kirscher, der flink am Ball ist und dem Gegenspieler entkommen aus spitzem Winkel den Abschluss sucht, aber drüber hämmert. Später gab's noch weitere Chance für ihn, auch da verfehlte er knapp.

      Kommen wir aber zu etwas Slapstick. Wir fangen mit einem weiten Ball nach vorne an (welch Überraschung!), der vermutlich schon im Aus war, aber irgendwie pfeift der Referee Freistoß Tas in der Nähe der Eckfahne. Wilde Diskussionen natürlich, insbesondere die 10 der Gäste darf minutenlang (ohne Übertreibung) den Unparteiischen belegen, dass es eine Freude ist. Der Freistoß segelt in den Strafraum und natürlich schießt keiner. Es wird schlimmer und wilder gefummelt als in Gemeinschaftsunterkünften bei Klassenfahrten oder Teeny-Discotheken, und irgendwann langt ein Verteidiger mal zu.
      Ein Tasmane fällt. Elfmeter. Ist Tas schon so schlecht geworden, dass es Mitleidselfmeter gibt?
      Der besagte Zehner möchte gern innig mit dem Schieri werden, der Torwart pumpt sich auf und wähnt sich als King Kong Kahn Spandaus. Irgendwann pfeift der Scheidsrichter dann auch den Elfer, der Torwart hampelt immer noch wild herum, aber kommt nicht an den Ball heran. Ist das wirklich Verbandsliga?
      Nein. Tas hat nun Oberwasser und spielt tatsächlich kurzzeitig richtigen Fußball. Genau zwei Minuten lang. Dann schaffte es SpaKi bei einem Konter mal nicht, sich auf dem Gelände zu verlaufen oder den schlechtestmöglich postierten spieler anzuspielen, sondern den Ball mal an den weiterzuleiten, der günstig steht und ungedeckt ist. Und der trifft.

      Kurz vor dem Ende ein ähnlicher Konter, aber Keeper Schelenz fischt aus kurzer Distanz noch mit einem Reflex aus dem Eck. Vorne war es Thiele, der den Ball erobert, an der Torauslinie in den Strafraum dringt und flach vor's Tor passt. Es hätte eben nur einer den Fuß hinhalten müssen ...



      Danach gab's erstmal Plakate für alle - das Spiel gegen Union soll beworben werden und Leute sollen kommen. Klebeeffekt und so. Stand jetzt reicht deren A-Jugend. Frustiert schaue ich mir die restlichen Ergebnisse an und stelle fest, dass in der Nähe noch gespielt wird ...


      Bei Stress hilft die Tor-Therapie!

      Rixdorfer SV - Union 06 Abbruch

      Der Rixdorfer SV spielt an der Sonnenallee, hinter den Toren jeweils noch Nebenstrassen, so dass einiges los ist. Ich habe vermutlich mehrfahc erwähnt, dass der Verein nicht unbedingt sympathisch auftritt, aber dafür sind sie auch Letzter und kassieren seit Winter Unmengen an Gegentoren. Als Gast kam aus Moabit Union 06, die Westflüchtlinge der Alten Försterei - Mannschaft, die aber in der Bezirksliga nur Rang 12 von 16 innehat und sich heute gesundstoßen kann. Wortwörtlich quasi.

      Ich komme während der Halbzeitpause an. Der Kunstrasen wird gewässert und beschert so Horden von anwesenen Halbwüchsigen viel Action. Die rennen wenig bekleidet über den nassen Platz und lassen sich vom Rasensprenger erfrischen. Direkt hinter dern dreistufigen Traversen ist nämlich noch ein Spielplatz - und der ist voll. Zum Wiederanpfiff muss man erstmal die Kinder da runter bekommen ...

      Es stand zur Halbzeit erwartungsgemäß 0:2. Als Zuschauer einige Spielerangehörige, darunter auch vom rumänischen Flügelflitzer. Dessen Organ ebenso laut wie das seines Kompagnons ist, der unvermittelt meine Ohren wackelt lässt. Rixdorf spielt übrigens nicht etwa mit dem eigenen Vereinswappen auf der Brust - nein, es ist die türkische Flagge. Warum hat man sich eigentlich von Galatasaray umbenannt ..?

      Die Mannschaft scheint wohl eher eine zusammengewürfelte Resterampe zu sein, ein Zusammenspiel ist nicht zu erkennen. Trotzdem geling ihnen der zwischenzeitliche Ausgleich, allerdings mit gütiger Hilfe der Unioner bzw beim zweiten Tor auch des Torhüters, der den Ball durchflutschen lässt. Es sollte allerdings auch seine letzte Bewährungsprobe sein. Denn im unmittelbaren Gegenzug wieder die Führung und kurz darauf mit einem trockenen Schuss von der Strafraumgrenze in das kurze Eck auch der alte Zwei-Tore-Vorsprung.
      Nun brach die Heimtruppe erwartungsgemäß zusammen und kassierte weitere Gegentreffer.
      Mit Strafraumpingpong wurde der Ball so lange in die Mitte geschossen, bis einer mal den Fuß hinhielt. Ein schwaches Niveau für diese Spielklasse, aber es lange. Bei einem der letzteren Tore tickte dann (ebenso erwartungsgemäß) ein Verteidiger aus und stürmte auf den Linienrichter zu, brüllte wie geisteskrank herum. Ich hätte offen gestanden auch Abseits vermutet, so wie der Ball da um den Fünfmeterraum zirkuliert, aber dass deren Verhalten in irgendeiner Weise mit den Entscheidungen gegen sie zusammenhängt, darauf kommen die eben nicht.
      Der Typ bekommt Gelb, rastet noch mehr aus, sieht den nächstens Angriff und stürmt auf den Ballführenden Spieler zu. Es ist wie in den guten, alten Edgar Wallace - Krimis: man weiß genau, was als nächstes passiert. Grätsche. Pfiff. Gelb-Rot. Noch mehr Ausraster. Freistoß. Ball liegt im Tor.

      Auch sehr geil: wenn wir im Schulsport sich der Verteidiger vor den Gegner stellt und vollkommen passiv erwartet, dass der Stürmer sich bitteschön was einfallen lassen soll, dass er dann verhindern kann. Eine Strategie, die am eigenen Fünfer eher riskant ist.

      Irgendwann später Unterbrechung und neben mir fordert einer der Heimanhänger, er solle das Spiel abpfeifen. Erst denke ich mir noch, dass ein Spiel nach 90 Minuten zu Ende ist und nicht dann, wenn einer keine Lust mehr hat. Dann fällt mir aber auf, dass es tatsächlich kaum noch Rixdorfer auf dem Feld sind. Ausgerechnet der Dicke steht noch putzmunter da herum, aber ich finde insgesamt nur noch sechs Feldspieler. Einer liegt schon fix und fertig auf dem Boden.
      Aber wo ist der Rest?
      Sind die einfach gegangen?
      Oder verletzt?

      Nach längeren Diskussionen pfeift der Schiedsrichter beim Stand von 2:7 ab. Vermutlich wegen zu wenig Feldspieler. Das ist nun der zweite Spielabbruch des Rixdorfer SV ... :amkopfkratz:
    • Übrigens: gestern hat sich der MSV Neuruppin gemeldet. Tut ihnen Leid, ich könne mich beim nächsten Mal an die Geschäftsstelle wenden. Weiteres Bedauern bei meinem Hinweis, dass wir alle von weiter weg kämen (alle Nicht-Neuruppiner kommen von weiter weg!). Postalische Wege vorgeschlagen. Noch keine Antwort darauf.

      Irgendwie kann mir nicht mehr direkt Fotos anzeigen. Schade. Hat es so viel Traffic gefressen?

      Trügerische Ruhe beim Rixdorfer SV. Zu drei Seiten zentrales Nord-Neukölln.
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      Borussia Friedrichsfelde:
      Beutestücke

      Haupteingang

      Mural

      Idyllischer Haupteingang

      Kein Foto habe ich vom Trainer der Friedrichsfelder. Der hatte auf seinem Shirt hinten "kaputtester Borusse" stehen, aber ich wollte nicht allzu Groupiemässig auftreten ... :D


      Kurze Wochenendzusammenfassung:

      Berlin-Liga
      Dank der vierten Niederlage in Folge rutscht Tasmania auf Platz 6 ab. Unten geht's noch rund. Der Nordberliner SC steigt nach einem 1:5 zu hause (!) gegen Makkabi ab, der dritte Absteiger wird noch gesucht. Hürtürkelesk spielt Schlußlicht Schöneberg, auf eigenem Platz gab's ein 0:9 gegen Mahlsdorf. SW Neukölln steht aktuell auf dem erwähnten Abstiegsplatz Nummer drei, musste sich aber auch mit dem formstarken Lichtenberger Spartanern herumschlagen. Ebenfalls stark gefährdet sind die Füchse, die kommenden Freitag auf Tasmania treffen. Mal wieder ein Freitagsspiel für Tas! Und vielleicht mal wieder richtiger Fußball ...

      Landesligen:
      Staffel 1 - Berolina Stralau zieht davon, darunter balgen sich mittlerweile noch drei Teams um den zweiten Aufstiegs- oder Relegationsplatz. Beste Karten haben die formstarken Türkiyemspor, die Club Italia 6:1 demolierten. Hilalspor lauert dahinter, fertigt auswärts Hürtürkel 12:0 ab. Gegentor Nummer 204 bis 215 und ein Torverhältnis von -206. Concordia Wittenau besiegt Mahlsdorf II und tauscht mit dem Gegner den Platz in der Tabelle. Unnerum ist neben den punktlosen Hürtürkel noch Berolina Mitte und Berliner SC II in höchster Gefahr. Kann so bleiben. Knapp über dem Strich verbleibt der Adlershofer BC, die immerhin einen Punkt bei Inter mitnahmen.

      Staffel 2 - gleich zwei Massaker durften hier bestaunt werden. Der SC Charlottenburg siegt 9:0 bei Brandenburg 03 und Stern Marienfelde metzelt Schlusslicht Nordost ebenfalls mit 9:0. Kurios: sowohl Gatow als auch Spandau 06 verlieren ihre Spiele, so dass Aufsteiger Frohnau plötzlich auf Rang 2 vorschnellt. Auch der 1.FC Wilmersdorf darf sich wieder leise Hoffnungen machen. Unten erbeutet Rehberge einen Punkt gegen Hohen Neuendorf und springt auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Dort muss der Weißenseer FC diesen Spieltag übernachten, hatte allerdings auch auswärts in Wilmersdorf auch den schweren Gegner. Zwischen den beiden Truppen wird wohl der letzte Absteiger ermittelt, für den FC nordost und Stern Steglitz II ist der Zug schon abgefahren.

      Bezirksligen
      Staffel 1 - da kann man sich über den Anstieg zweier Zweitvertretungen aus der Landesliga erfreuen, da rückt die Zweite des SC Staaken ziemlich sicher hoch. Mist.

      Staffel 2 - FK Srbjia und Aufsteiger Charlottenburg-Wilmersdorf marschieren hier wohl zur Landesliga empor. Unten kämpft Friedrichshagen (zieht Borsigwalde in den Abstiegskampf) mit Empor II und dem Köpenicker SC II um den Klassenerhalt. Besiktas Berlin und Veritas Spandau sind wohl nciht mehr zu retten.

      Staffel 3 - quasi die Neuköllner Bezirksligastaffel. Mit Stern Britz und GW Neukölln balgen sich zwei lokale Mannshcaften um die Meisterschaft, beide dürften relativ sicher aufsteigen. Verfolger Rudow II unterlag überraschend Kellerkind Marzahn, für die der Erfolg fast zu spät kommt. Sie müssen in fünf Spielen acht Punkte auf Mahlsdorf-Waldesruh aufholen. Für die Berliner Verkehrsbetriebe (immerhin mittlerweile 10 Punkte) und Rixdorf (6 Punkte) ist der Zug ohnehin abgefahren.


      .. und sonst so?

      Sommerzeit ist Ausflugszeit. Da machen Spieler gern mal blau. Dies führt dann auch zu Handballergebnissen.

      Neuköllner FC Rot-Weiß - Alemannia Haselhorst 12:0
      Hellas II - Kladow II 0:13 (Tagessieg geht damit nach Spandau-Süd)
      ASV Berlin II - 1.FC Besiktas (nicht die Bezirksligamannschaft!) 8:6
      Karame - Wartenberg II 9:0
      Victoria Friedrichshain - FC Kreuzberg 9:6
    • Reinickendorfer Füchse - SV Tasmania 3:2 (1:2)

      Erneut vermeidbare Niederlage - Fehler, Pech und konvexe Torlinien - Tasmanisches Entwicklungshilfeprogramm abstiegsgefährdeter Mannschaften geht weiter

      Mit veränderter Startaufstellung ging es an den legendären Wackerweg, an dem einst Zweite Liga gespielt wurde. Der Platz wechselte von Wacker 04 nach der Fusion an Alemannia 90 und beherbergt nun die Füchse, die ihre Insignien bereits großflächig verbreiteten - nur die Haupttribüne und der Ausschank zeigen noch die blau-gelben Farben der Alemannen. Der Rest ist ansonsten schon seit geraumer Zeit verwildert, bietet aber ein nostalgisches Ambiente. Zum Freitagsspiel erschienen rund 160 Zuschauer, darunter viele Groundhopper. Neben dem Tross und den Anhängern reisten lediglich 11 tasmanische Feldspieler und drei Torhüter an. Personelle Flexibilität fiel dadurch schon im Vorfeld flach.

      Im Mittelfeld führte allein Tolgay Asma Regie und machte seine Sache recht gut. Mohammed Hassane bekam seine Chance von Beginn an, auch Mark Schmidt brachte seine Erfahrung von Beginn an ein. Die Führung kam zu einem frühen Zeitpunkt; nach einem Freistoß staubt Leonard Kirschner ab (3.). Die frühe Führung gab Sicherheit und zwang die Gastgeber etwas aus der Defensive. Eine Ecke und der Linienrichter brachten den Füchsen jedoch eine knappe Viertelstunde den Ausgleich. Nach einer Ecke klärte Keeper Schelenz klar vor der Linie, doch der Linienrichter signalisierte Tor und unter großen (und berechtigten) Protest entschied Schiedsrichter Kaltwaßer auf Tor. In der Tat eine kalte Dusche.

      Tas musste nun wieder gegen eine dicht gestaffelte Abwehr anrennen. Dies klappte meist in Co-Produktionen am Besten; Stümer Kirscher sorgte jeweils mit Daniel Ujazdowski und Nicola Thiele für Gefahr in der keineswegs sattelfesten Abwehr. Leider wurden Doppelpässe viel zu selten gespielt und wenn es mal shcnell ging, wurde es auch gleich gefährlich. Dabei kamen gelegentlich auch die Füchse gefährlich vor das Tas-Tor, doch konnte man sich auf unseren sicheren Rückhalt verlassen. Eine knappe Entscheidung - diesmal zugunsten der Blauen - sorgte für die Halbzeitführung. Nach einer Ecke fällt der Ball dem aufgerückten Innenverteidiger Julian Loder vor die Füße, der aus der Drehung heraus schießt und diesmal zeigt die Linienrichterin gegenüber Tor an (36.).

      Rückblickend war die Chance nie besser als bis zur Halbzeitpause, das Spiel zu entscheiden. Die Füchse waren von der Rolle, konnten aber im eigenen Strafraum ein weiteres Gegentor verhindern. Recht einseitig blieben die Kartenvergabe, zwei Fouls wurden früh jeweils mit Gelb bestraft, doch umgekehrt passierte da wenig. Als vor den Augen des Unparteiischen Tolgay Asma rabiat umgemäht wurde, erkannte er "Ball gespielt". Dies brachte selbst den eher ruhigen Coach Tim Jauer auf die Palme.

      Tasmania war gedanklich wohl noch in der Kabine, als Fuchs Trampisch Unachtsamkeiten ausnutzte und den Ausgleich erzielte (48.) - es rächte sich also rasch, dass man nicht die Führung erhöhte. Es folgten viele fruchtlose Angriffe, die allerdings häufig vorhersehbar waren. Für den Beobachter waren kaum die Automatismen zu sehen, mit denen noch in der Hinserie dieselben Gegner überrannt wurden. Zumal die vielen Ballstafetten vom Gegner leicht antizipiert werden konnten und dementsprechend zu Kontern einluden.

      Auch in der Zweiten Halbzeit war man auf Paraden des Keepers Schelenz angewiesen, der einen Freistoß glänzend abwehrt (65.). Die tasmanischen Kontern versandeten entweder auf den Flügeln oder es fehlte der Abschluss. Ein frecher Fernschuß von Thiele konnte fast den überraschten Keeper überwinden, doch das Leder segelt knapp auf das Gehäuse.
      Und so kommt, was kommen muss. Als letzter Mann in den Zweikampf gegen zwei Gegenspieler, der Ball geht verloren und Haubitz lässt unserem Torwart keine Chance und hat natürlich das Glück, dass der Ball vom Innenpfosten in das Tor trudelt (86.).
      Tasmania rannte erneut einem späten Rückstand (nach zweimaliger Führung) hinterher. Und es gab Chancen! Der fleissige Ulutürk holte sich seine Bälle auch direkt aus der eigenen Abwehr ab und trieb das Leder immer wieder nach vorne, auch Loder marschierte wie gewohnt mit nach vorn. Ein feiner Freistoß von Asma ging knapp drüber, bis am Ende der eingewechselte Christoph Schikowski seine Szene hatte: nach feinem Dribbling ein strammer Distanzschuss, der gegen den Zaun hämmert. Wütende Proteste der Tasmanen - der Ball sei drin gewesen! Loch im Netz? Der Keeper fischte den Ball nämlich aus seinem Tor, behauptete aber wohl, dass er von außen durchgerutscht ist. Müsste man eben vor dem Spiel überprüfen. Die Gastgeber betonen, dass der Ball nicht so gegen den Zaun krachen könne, weil das Netz doch den Schuss abfedert, doch steht jener Zaun eben auch genau hinter dem Tor und eben gerade nicht dort, wo er vermeintlich neben dem Tor einschlug - direkt neben dem Tor ist nämlich eine Lücke, durch das man das Feld betreten kann ...

      Kurz darauf pfiff der Referee zur Freude des Heimanhangs ab. Für Tasmania geht daher die Negativserie weiter, obwohl man sich auch diesmal eher selbst im Weg stand. Bereits kommenden Dienstag folgt das Spiel gegen Stern 1900!



      edit:

      Aufstellung: Robert Schelenz - Lucas Bähr, Julian Loder, Eddie Udeoka, Mark Schmidt - Tolgay Asma, Mohammed Hassane, Serbülent Ulutürk, Daniel Ujazdowski, Nicola Thiele - Leonard Kirschner

      Torfolge:
      0:1 Leonard Kirschner (3.)
      1:1 Steven Haubitz (17.)
      1:2 Julian Loder (36.)
      2:2 Philip Trampisch (48.)
      3:2 Steven Haubitz (86.)

      Wechsel:
      Christoph Schikowski für Daniel Ujazdowski (80.)

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    • Köpenick! ist mehr als nur Union.

      Übrigens: der FC Kreuzberg aus der Kreisliga A löst seine 1. Herren auf. Mit sofortiger Wirkung, also im laufenden Betrieb wohlgemerkt!
      Hab' die Meldung heute bei FuPa gelesen und sofort hat einer von den Neuköllner Sportfreunden Gropiusstadt Werbung für das eigene Team gemacht. Das nette ich Social Media Marketing.

      Nach gestern brauchte ich nicht nur mindestens ein entspanntes Getränk bei La Familia, sonder heute auch positive Erlebnisse. Tore und so. Es lief dabei auf dne Bezirk Köpenick hinaus, der mehrere Spiele zu bieten hatte, so dass ich noch auf dem Rad entscheiden konnte, wo ich jetzt abbiege. Entscheide ich mich für die höhere Liga und ein sicheres Massaker, hätte ich beim Adlershofer BC abbiegen müssen (vs Hürtürkel 14:1). Doch irgendwie hatte ich mich schon entschieden und ließ die Landesliga zurück (7.Liga) und dachte schon gar nicht an den Köpenicker SC (8.Liga), sondern tankte mich durch bis zum Allendeviertel. TSV Eiche Köpenick, eine kleine Kuhwiese direkt am Wasser. Paradiesisch. 10. Liga.

      Und es war die richtige Entscheidung!

      Die äusserlich junge Truppe aus Köpenick traf auf den Tabellennachbarn Minerva II aus dem Wedding. Dort muss es einen Umbruch gegeben haben, da die Mannschaft an Boden verliert und die zweitmeisten Gegentore kassierte. Die Mannschaft besteht aus einigen jungen und einigen doch merklich älteren, erfahrenen Kickern. Eiche versucht, auf ihrer Kuhwiese das Spiel breit zu machen und so nach vorne zu kommen. Taktische und spielerische Finessen sind allerdings vergeben Liebesmüh - weit nach vorne reicht vollkommen, da die Gäste Kunstrasen gewohnt sind und mit dem Feld ihre liebe Mühe haben. Dabei sind die Löcher im rasen schon fast so groß wie jene in der Abwehr der Gäste. Da muss man als Stürmer keine schnellen Entscheidungen treffen. Und spitzelt man den Ball dem Gegner zu, lässt der ihn auch gleich zum anderen spieler durchflutschen, der entweder auch zum Gegner gehört oder glücklicherweise die eigenen Farben trägt.

      Ich komme etwas später (Beim zeitgleich angepfiffenen Spiel in Adlershof war es schon 14:15 und da braucht man noch etwas zum TSV ... ) und sehe noch beim Sichern des -Rades das erste Tor. Danke, dass ihr auf mich gewartet habt! Denn danach geht es gleich weiter. Innerhalb von sechs Minuten steht es 3:0 (10./14./16.). Ich begucke parallel das Fld und bin am anderne Ende angekommen. Der Eiche-Spieler holt gerade den Ball zum Einwurf, sieht mich da vorbeischlendern, ruft mir ein freundliches "Servus!" entgegen und wirft den Ball in den Strafraum. Der Kopfball wird vom Keeper abgewehrt - einhändig, direkt nach vorne - wo ein anderer abstaubt. Kurz danach noch das 4:0. Doch der Torwart kann sich sogar noch zweimal auszeichnen und hält so Minerva halbwegs im Rennen.
      Die haben sogar noch eine dicke Chance, aber auch durch eine unfassbare Einladung. Der Torwart Eiches fängt einen Freistoß, schickt seinen Verteidiger mit dem Ball los, der aber vergessen hat, dass da immer noch gegnerische Spieler herumlungern. Und einer passt auf, nimmt ihm im eigenen Strafraum den Ball weg und marschiert auf's Tor zu, hämmert den Ball aber an den Pfosten.

      Ein paar Stichworte:

      --"Zuschauer" - der Tross der Gastgeber, drei sehr stille Rentner, eine Spielerfreundin, der einzige Auswechselspieler der Gäste und zwei Kumpels. Eine Trainerbank Minervas sucht man vergebens

      .. "Platz" - Casino, Vorplatz, kleines Feld. Ansonsten dörfliche Wohnsiedlung und Spree, dahinter Gewerbepark (Ruinen und ein Baumarkt). Lauschig. Hinter der Geraden ist ein hoher Zaun und ein kleiner Gang zu einem kleineren Zaun, der das Fußballgelände vom Kai des benachbarten Ruderclubs abgrenzt.

      Ich begucke in der Halbzeit das Gelände und beschließe, das Spiel weiter zu gucken und erst danach nach Hirschgarten zu fahren. Gute Entscheidung. Minerva spielt nämlich unverdrossen bis zum Schluss nach vorne, eröffnet allerdings so den Gastgebern reichlich Platz zum Kontern. Die Älteren sind zu langsam und die Jüngeren zu unerfahren, somit laufen sie den Eiche-Kickern an sich 90 Minuten in's Messer.
      Sie versuchen den frühen Anschlusstreffer, doch als sie zwischen der 51. und 57. Minute gleich vier weitere Treffer kassieren, ist die Moral am Ende. Tor Nummer sechs ist Slapstick: viel zu weiter Ball eigentlich, den erläuft der Keeper und der Verteidiger gleichzeitig, der Stürmer hängt noch einige Meter zurück. Nur können die beiden sich nicht einigen, wer jetzt den Ball nimmt, so dass der Stürmer sich das Leder klaut und die beiden einfach stehen lässt und vor dem leeren Tor noch Spirenzchen macht.
      Ansonsten überlaufen die Köpenicker die Außen, passen irgendwie nach innen, wo wahlweise ein Mitspieler den Ball verarbeitet, ein Gegenspieler dem Mitspieler selbst auflegt oder manchmal ein Verteidiger den Ball doch mal heraushaut. Dabei entstanden nette Dialoge:
      # Der Abwehrchef moniert, dass hinten zu viel gefummelt wird
      - Antwort: wir hauen doch nur die Bälle nach vorne und die kommen nicht an!
      # Chefe kontert: ja, aber was anderes können wir eben nicht ...

      Der Torwart der Gäste ist dabei die Krönung. Grinsend bietet er dem einzigen Auswechselspieler einen Wechsel an, der irgendwann beim stand von 9:0 laut "Auswärtssieg" über den Platz ruft. Endlich mal Teams mit Selbstironie! Ausgerehcnet einer der Älteren rastet aber aus. Nachdem der Torwart aus spitzem Winkel einen Schussversuch nicht festhalten kann, geht der Angreifer noch mal drauf. Kann man abpfeifen, doch ein Gästespieler stösst ihn wutentbrannt weg und kassiert folgerichtig Rot. Er wollte nur den Torwart schützen, doch der steht längst wieder und ist auch gefasst. Nun muss der Wüterich auch noch den Spott der eigenen Jungs ertragen ("Komm wieder auf's Feld, deine 2-Minuten-Strafe ist vorbei!"), setzt sich aber bockig weiter weg und schmollt.
      Doch auch die Gastgeber müssen sich für Missgeschicke Gemeinheiten gefallen lassen. Bei einem der 359 Konter dotzt der Ball dem Sprinter an's Schienbein und weg in das Toraus, was seinen Gegenspieler, der ihn entwischen lässt die pure Schadenfreude ins Gesicht zaubert. Unter breitem Grinsen fügt er an, das wäre magic und der unglückliche Flügelflitzer "Xabi Alonso".
      Aber seine Leute machten es nicht besser. Die Nummer neun dribbelt sich parallel zum Strafraum durch die gegnerischen Reihen, findet aber weder Lücke noch Mitspieler und spurtet den ganzen Weg wieder zurück. Irgendwann war dann doch mal ein Fuß dazwischen ...
      Nach einem schönen Flugkopfball zum 9:0 sorgte ein Freistoß immerhin für den Ehrentreffer. Nachdem der vorherige Versuch auf einem Balkon der Nachbarschaft endete, hämmerte nach 77 Minuten doch einer den Ball in die Maschen. Aufholjagd erschallte es von den zwei Minerva-Leuten draußen.

      Doch das wurde es Zeit für eine Premiere - mein erster Flitzer! Ein Trupp kam auf das Gelände und ein junger Bursche stapfte in Shorts Richtung Feld, laut unterstützt von seinen Leuten. Vermutlich ein Junggesellenabschied. Allzu weit wollte er dann doch nicht, eine Umarmung mit dem kultigen Keeper Minervas, ein Popo-Blitzer und weg war er. Doch der Schiedsrichter nahm sofort die Verfolgung auf und verwies die Truppe des Geländes. Andernfalls, so drohte er, würde er das Gelände räumen lassen. Beim Stand von 9:irgendwas. Zumal die Truppe nicht zum Verein gehörte. Noch ein Tor gab's, dann war Schluss!

      TSV Eiche Köpenick - Minerva II 10:1


      Ich fuhr noch weiter, um die letzten Minuten des Kicks zwischen Kickers Hirschgarten II und Blau-Weiß Hohenschönhausen II zu begutachten. Das genaue Gegenteil: unnötige Aggressionen, ein biederes Spiel und das glückliche 2:1 für die Gastgeber. Köpenick gegen Hohenschönhausen - das kann eben nicht gut gehen. Bei BW dominiert verbal der russische Block incl Trainer, der im Alleingang gegen die Bank der Gastgeber pöbelt, nachdem er vom Schiedsrichter seiner Aufgabe als Linienrichter entbunden wurde, da er dann doch zu viel coachte und sich vor allem beschwerte.
      Es gab leider gar nichts. Die Küche war nicht besetzt, keine Nadeln, nicht mal irgendein Schild it dem Vereinswappen ...

      Kickers Hirschgarten II - BW HSH II 2:!

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    • aachener schrieb:

      @Captain BlackAdder

      Spielen die Füchse nicht mehr am Freiheitsweg?

      Der Dschungel gefällt, ich seh den DFL-Seifert schon da sitzen.
      Seit dieser Saison nicht, aber frag nicht, warum. Der reicht für die begrenzte Fanschar vollkommen. Aber vermutlich wollten sie das Vereinsheim haben.
      Übrigens fragte ich auch diesmal nach Anstecknadeln. Der Ordner merkte an, dass es diese nur am besagten Freiheitsweg gäbe, aber nicht hier (Platz gibt es reichlich für eine Schublade mit Zeug). Mein Einwand, dass ich da letztes Jahr auch nach Nadeln fragte und es dort ebensfalls keine gab, erstaunte ihn sehr. Hat mir auch freundlich nach dem Spiel eine gute Heimfahrt gewünscht.
    • Gestern noch mal groundhoppen, dann mit Blumen zu Muddi. Ich bin ja so gut erzogen!

      Es gab viel Auswahl an schwer erreichbaren Plätzen, die ich noch nicht gesehen habe und die Auswahl fiel auf den SV Karow. Schwer erreichbar, weil im fernen Nordosten und weil man vom Bahnhof noch mal locker eine Viertelstunde laufen muss, bis der vermaledeite Platz erreicht ist. Dieser gehört offenbar zu einer Schule, ein lang gezogenes, dreistöckiges Zweckgebäude aus polierten Backsteinen zieht sich entlang der Achillesstrasse. Man gelangt durch einen Durchgang zum Platz, muss jedoch Eintritt löhnen. Ungewöhnlich für Kreisliga A.

      Doch es gibt auch gute Nachrichten. Meine Anfrage bezüglich Nadeln wird positiv beantwortet, die gäbe es am Imbiss. Und siehe da, für 1,50 pro Nadel und 50 Cent (!) pro Aufnäher bekommt man günstig Mitbringsel. Es gibt sogar einen Aufsteller mit Shirts und Schal. Einziger Wermutstropfen: Fanta ist nicht, dafür gibt's Ersatz-Brause aus dem Kaufland mit stolzen drei Prozent Fruchtanteil. Fanta hat jetzt nicht mehr, aber ist halbwegs trinkbar.

      Zu Gast ist ausgerechnet ein Neuköllner Verein, der NFC Rot-Weiß 1932. Komischer Verein übrigens, die wollten mir keine Nadel geben, obwohl andere Hopper da reiche Beute machten. Die Sympathien waren also klar verteilt, doch es wurde allzu deutlich, dass der Sieger feststand. Denn spielerisch waren die Gäste deutlich besser und konnten in den Zweikämpfen häufiger ihre Gegner aussteigen lassen. Nur einmal gab es noch Hoffnung: das vermeintliche 0:3 wurde wegen vermeintlichem Abseits nicht gegeben (ist eben immer Spekulatius für einzelne Referees ohne Linienrichter) und im Gegenzug der Anschlusstreffer. Doch der NFC legte vor der Pause noch zwei Treffer nach und führte daher klar mit 4:1.

      Von der innen hässlich mit Grafitti zugekleisterten Fassade gab es nicht viel zu sehen, auch die Tormusik war eher 90er-Schranz und zum Glück auch nur einmal zu hören. Doch es gab wenigstens einige Typen:

      1) Der Entspannte
      Der allererste Spieler, der aus der Halbzeitkabine kam war der Gästekeeper. Sehr gut genährt und mich Raucherpause hatte er schon Feierabend und schaute das Spiel in der Zweiten Halbzeit von dem begrünten Hintertorsteilhang. Oben ohne in der Sonne liegend. Dort wurden die Aktionen der eigenen Jungs gelegentlich beklatscht oder mit dem erhobenen Daumen bedacht.

      2) Der Theofanis Gekas der Kreisliga
      Wer kennt ihn nicht - der Torjäger, der grundsätzlich lauert, aber nie mitspielt? Zweikämpfe ist was für die Arbeiter, ich mache Tore! Na ja, nicht wirklich. Zum einen war er Latino, stopfte als Einziger das Trikot komplett in die Hose und zum anderen traf er eben nicht. Die einzige Chance bestand darin, im vom Schieri übersehenen Abseits zu stehen, dadurch vor's Tor zu kommen und dort dann den Ball am Tor vorbei zu befördern. Größter Kritiker ist der --> Choleriker

      3) Der Choleriker
      Rechtes Mittelfeld und mindestens einen Kopf größer als sein Gegenspieler. Könnte also von Nutzen sein. Dafür hat der Choleriker aber keine Zeit, denn er wendet isch bei jeder missglückten Aktion ab, brüllt wie am Spieß und hadert mit seinen Mitspielern. Da übersieht man dann auch mal den Gegenspieler, der freie Bahn hat oder den anspielwilligen Mitspieler, der ihm gern einbinden will, aber vom HB-Männchen ignoriert wird. Zudem sind die Anfälle dermaßen anstregend, so dass er später selbst aus bester Position auch schön das Tor verfehlt.

      4) Der Innenverteidiger
      Türkischdominierte Mannschaften sind meist bodennah gebaut. Jeder Mitspieler über Turnbeutelgröße ist also ein willkommener Innenverteidiger, so auch hier. Allerdings ist der sehr mitteleuropäisch aussehende Hüne tatsächlich geborener Verteidiger. Von seinen Mitspielern bekommt er den Ball serviert und muss nur noch den Fuß hinhalten, klärt den Ball aber über's Tor. Bei dem Spielstand sorgte es aber für allgemeine Heiterkeit und augenscheinlich wissen seine Mitspieler schon seine Qualitäten richtig einzuschätzen, die untereinander sonst deutlich kritischer miteinander umgehen.

      5) Der "Maaaaaaaaaaaaaaaaaaaamaaaaaaaa" - Schreier
      Genauso anstrengend, nur dass anstelle von "Mama" eben die Referee die gesuchte Person ist. Bei dem ergrauten, aber fitten und gutgelauten Unparteiischen dürfte genügend "Opa erzählt Geschichten aus dem Krieg" - Atmosphäre aufkommen, aber irgendeiner plärrt immer in einer Stimmlage nach dem Schiedsrichter, dass sich die Fußnägel hochrollen. Der Alptraum für Logopäden und alle, die aus unerklärlichen Gründen keine schiefen Falsettstimmen hören können.
      Je deutlicher die Führung für die Gäste, desto geringer war der --> Maaaamaaaaaa-Schreier zu hören; dafür häufte sich der --> Choleriker auf seiten der Karower.

      Spiel: SV Karow - NFC Rot-Weiß 1:9 (1:4)

      Spieltag & Tabelle
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      Es gibt Tage, die sind einfach Mist. Da kommt alles zusammen. Abends dann das Spiel gegen den Tabellennachbachbarn aus Steglitz, der aktuellen Formkrise nach ein schwerer Gegner. Aber das war ein Offenbarungseid - und die höchste Niederlage, der ich als Fan einer Mannschaft live (und selbst vor dem Fernseher) beiwohnen musste.

      Tasmania vs SFC Stern Null zu Acht

      Abfahrt von der Wohnung. Es ist grau, aber bleibt schon stabil. Beim Radeln kann ich eh keinen Schrim halten. Nach Hundert Metern die ersten Tröpfchen. Bei der Hälfte der Strecke Regen. Bei Ankunft am Stadion sacknass. Dementsprechend leer sind die Ränge. Ein paar Nasen sind, vielleicht 40 bis 50 Leute auf einen Dienstag Abend.
      Und es wird langsam luftig im Kader. Der lange verletzte Mark Schmidt, der noch nicht die Luft für neunzig Minuten hat muss auch diesmal durchspielen, dazu spielt auch Reservist Hassane, weil ansonsten nur der Berufsbankdrücker Schikowski als Feldspieler noch als Ersatzbank sitzt. Daneben mit Ehrenberg und Ünal nur noch Ersatzkeeper.

      Also erstmal Kaffee und Unterschlupf am Grill suchen, wo einige Hopper verweilen. Ecke für den Gegner. Irgendeiner ruft was von hinten, ich dreh' mich herum und prompt fällt das Tor. War ja klar. Tas bemüht mit dem ewig gleichen, pomadigen Spielaufbau, doch es gibt Chancen. Shuleta hat den Ball auf rechts aussichtsreich und könnte schießen, lässt aber noch einen heranrauschenden Verteidiger in's Leere grätschen, den zweiten auch, aber dann verrutscht der Ball und die Verteidigung kann klären.
      Und danach die nächste Chance, frei vor'm Keeper, doch statt flach in's lange Eck einzuschieben hoch ins Torwarteck - der Keeper, ein ehemaliger Tasmane und Herthaner - kriegt die Pranke noch hoch und entschärft.

      Danach vor allem Stern mit Gefahr. Deren Offensive hat einen Vorteil: bei Ballbesitz sind ALLE Offensivspieler in Bewegung, beim Zuspiel ballsicher und es gibt Überraschungsmomente. Einfach so! Somit brennt bei den sporadischen Angriffen der Gäste jedes Mal die Luft, zweimal findet man so die Außen, die schön ablegen können und in der Mitte muss dann halt nur noch einer den Ball versenken. Beim vierten Tor dotzt der Ball gar vom Verteidige rBähr am Keeper vorbei in die Maschen. Null zu vier zur Halbzeit.

      In der Zweiten Halbzeit legen die Gäste zum Glück erstmal den Schongang ein. Tas versucht, heranzukommen. Bereits früh erwischt es aber Innenverteidiger Bähr, der nicht weiterspielen kann. Für ihn kommt der besagte Flügelflitzer Schikowski. Die Abwehr wurde dadurch nicht unbedingt stabiler. Nach rund einer Stunde spielt Stern wieder mit und auch der ex-Tasmane Medrane kommt zu seinem Treffer. Bei Tas zuletzt nur noch Ersatz (warum auch immer) ist er a) schnell und b) sucht immer den Abschluss. Gleich zwei Dinge, die aktuell fehlen. Ein Einwechselspieler tankt sich über links durch, zieht als Rechtsfuss nach innen, lässt erst einen, dann noch einen und auch den Dritten aussteigen, bis er dann denn Ball - Oh Wunder - mit rechts abschließen kann. Innerhalb weniger Minuten legt Stern noch mal drei Treffer nach. In dieser Form würde die Mannschaft heuer im Abstiegskampf ohne Chance sein, aber zum Glück hat man genug Punkte. Vor einem Monat auf Platz drei, nun auf Rang sieben durchgereicht. Und auch nur, weil dahinter eine größere Lücke ist.

      Am Schluss trudeln nicht nur verspätete Tasmanen ein, die fasungslos den jeweiligen Zwischenstand erfahren, auch die Kuriositäten nehmen zu. Für eine Ecke gibt es noch mal lauten Support, irgendwo zwischen Trotz und Häme. Dann kündigt sich der zweite Wechsel an: für den glücklosen, aber erneut engagierten Ulutürk kommt Ersatzkeeper Tim Ehrenberg zu seinem ersten Ligaspiel - als Feldspieler! Natürlich wird er gefeiert.
      Kurz vor dem Ende liegt Kirli darnieder und es sieht sogar so aus, als ob Ünal auch noch mal spielen wird. Doch es geht, der Freistoß für Stern wird von Schelenz grandios pariert. "Robert Schelenz Fußballgott!" schallt es durch die Reihen. Na ja, von den maximal zehn Mann Supportern.

      Freitags ist endlich dieses vermaledeite Testspiel gegen Union und hoffentlich denkt die Mannshcaft danach noch an den Ligabetrieb. Ex-Tasmane Karasu spionierte für seinen neuen Verien Sparta Lichtenberg. Das dürfte ein ähnliches Massaker geben. Danach wartet noch SW Neukölln, der Nordberliner SC (sicherer Absteiger, also noch mal 'auf Wiedersehen' sagen) und am Ende der Berliner SC. Dann ist endlich Schluß diese Saison.



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      Auch nicht gut läuft es für den Oberligisten CFC Hertha 06. So schlecht, dass der Trainer nicht zur Pressekonferenz wollte und statt dessen der Mannshcaftskapitän Rede und Antwort stehen musste. Augenscheinlich machte sich der Coach nicht mal die Mühe, wenigstens eine Ausrede zu erfinden, sondern schwänzte einfach. :stoehn:


      Das Desaster hinterließ Spuren und so muss man Feuer mit Feuer bekämpfen. Der desaströse BSV Hürtürkel hatte einen Tag drauf ein Wiederholungsspiel, allerdings in Hermsdorf. Weit im Nordwesten der Stadt. Zum Glück siegte die Faulheit, denn später erfuhr ich, dass es den Hürtürkel-spielern wohl so ging wie mir. "Nichtantritt Gast" meldete fussball.de lapidar. Dafür wäre ich dann quer durch die Stadt gegurkt ...

      Freitag: Testspiel gegen Union!

      Na ja. Ganze 250 Nasen versammelten sich vor Ort, man hatte wohl deutlich mehr erwartet. Dafür mehrere Polizeiwannen und selbst einen eigenen Merchandisewagen brachten die Gäste mit. Tas spielte erwartungsgemäß ganz gut mit und lag zur Halbzeit nur 0:1 zurück.
      Warum aber ausgerechnet unser starker Stammkeeper zur Halbzeit ausgewechselt wurde erschloss sich mir nicht. Vize Tim Ehrenberg, gegen Stern noch als Not-Feldspieler im Einsatz, hat bislang wenig Spielpraxis erhalten. Das merkte man leider, einige Dinger hätte unsere Stammkraft wohl gehabt, aber sei's drum. Gegen Ende war die Luft weg und Union kombinierte nach Belieben, gewann am Ende 6:0.
      Dafür wurden bei Tas zwischenzeitlich gleich drei A-Jugendliche eingewechselt, die wohl noch kaum Berlin-Liga gespielt haben. Immerhin mal etwas Praxis gegen einen Zweitligisten.

      Dürftig war aber der Support. Drei (!) Mitte der Zweiten Halbzeit angetrunkene Gäste sorgten für Ansätze des Profifussballüblichen Dauersupports mit uninspirierten, tausendfach gehörten "Olé, Olé, Olé" etc pp - Gesängen. Übrigens erst ab dem dritten Tor. You only sing when you're winning ...

      Irgendwelche Accessoires gab's allerdings nicht, Matchschal oder so. Dafür gab der neue Bürgermeister sein Stelldichein und wurde gleich mit Schal, Geschenk und Wimpel versorgt. Der hiesige Bundestagsabgeordnete spendierte schon ein neues Vereinsschild am Gebäude, so langsam wäre ein Vereinsheim fällig.
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