Spielberichte Berliner Amateurfußball

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    • Berliner Landespokal, 1/8 : 2 - Finale

      1.FC Lübars - SV Tasmania Berlin 0:2 (0:1)

      Arbeitssieg in typischem Pokalspiel - Kick-and-Rush - Taktik der Gäste brachte tasmanische Defensive teilweise in Verlegenheit - beide Torhüter mit starker Leistung

      Nachdem in der letzten Runde der BFC Meteor aus dem Wedding geschlagen wurde, ging die Reise erneut in den Nordwesten. In der Nähe des S-Bahnhofs Waidmannslust traf Tasmania auf den Bezirksligisten Lübars im Schatten der Hochhäuser in der Schluchseestrasse, der letztmalig im letzten Jahr des letzten Jahrtausends in der Verbandsliga spielte. Die Favoritenrolle lag demnach wieder bei Tas, die das Spiel bestimmten, aber auch einige Gelegenheiten der kämpfenden Gastgeber zuließen. Mit einem verdienten Sieg zog Tasmania in das Achtelfinale ein und kann weiterhin von einem erneuten Finale träumen.

      Tasmania übernahm die Zügel und leitete von Beginn an mehrere Angriffe ein, die zu diversen Chancen führten. Nicola Thiele (3.), Leonard Kirschner (5., nach Vorarbeit von Okan Kirli), Florian Medrane (9.) und Daniel Ujazdowski (10.) sorgten im Minutentakt für Gefahr, die Gastgeber hielten mit Kontern dagegen. Erste verbale Zärtlichkeiten zwischen Julian Loder und der gegnerischen Trainerbank zeigten, dass keiner heute zurückstecken wollte. Die beste Chance in dieser Anfangsphase bekam Arber Shuleta, der nach tollem Solo auf links von Eddy Udeoka den Ball serviert bekam, aber verfehlte.
      Danach verflachte das Spiel etwas, ein kecker Distanzschuss der Gastgeber erinnerte aber alle Anwesenden, dass es heute doch um das Weiterkommen im Pokal ging und das Spiel nahm wieder Fahrt auf. Und wie: Medrane bekommt den Ball am rechten Flügel, flankt in den Strafraum zum umtriebigen Ujazdowski, der klug gegen die Laufrichtung des Torwarts einköpft. Die beruhigende Führung für Tas (33.), zumal Lübars nicht mehr ausschließlich auf Konter spielen konnten. Der Vorlagengeber hatte auch die Möglichkeit, direkt im Anschluss nachzulegen, doch Medrane scheiterte aber an der starken Fußabwehr des Lübarser Schlussmanns Schomanski, der seine Truppe immer wieder im Spiel hielt.
      Für Bonmots sorgte zudem die Trainerbank der Gastgeber, von wo wertvolle Coachinganweisungen an die eigene Mannschaften ("Wir spielen auf das andere Tor!") auf das Feld gebrüllt wurden. Bevorzugtes Subjekt der Kritik blieb allerdings die Nummer 22, Thaim Kamara, der laut seines Übungsleiters wahlweise zu früh oder zu spät zum Ball ging. Wie man's macht ...
      Doch plötzlich hatte Lübars doch noch eine Doppelchance, die wiederum zweimal grandios von Tasmania-Keeper Schelenz verhindert wurde. Gleich zweimal musste er nacheinander im direkten Duell gegen ungedeckte Gegenspieler alle Register ziehen und brachte die Gastgeber um den Ausgleich. Das Spiel verflachte spielerisch wieder, es wurden auf beiden Seiten mit langen Bällen nach vorne gearbeitet, die häufig verloren gingen.

      Nach dem Wiederanpfiff versuchten zunächst die Gastgeber, Tas zu überrumpeln und den Ausgleich zu erzwingen, doch die besseren Chancen hatten die Männer in blau. Ujazdowski nahm das Leder, setzte sich gegen mehrere Gegenspieler durch, aber konnte beim Abschluss nicht den Keeper überwinden. Nach einer Ecke musste zweimal der Torwart mit dem Gebälk für Lübars aushelfen, kurz darauf bekam Kirschner den Ball, lässt schön den Gegenspieler aussteigen, verfehlt aber aus spitzem Winkel knapp.
      Einzelne Spieler der Gastgeber versuchten, durch Härte die Tasmanen hektisch zu machen, wobei man dies sicherer cleverer machen kann als der Kicker, der mit gestrecktem Bein foult und allen ernstes rief, "der läuft doch in mich rein". Für Unterhaltung wurde also weiterhin gesorgt, doch kurz darauf stockte allen Zuschauern der Atem: Robert Schelenz faustet einen hohen Ball weg und prallt mit einem Gegenspieler zusammen. Beide winden sich vor Schmerzen, können gottlob aber weiterspielen. Die Bank der Lübarser forderte allerdings allen ernstes einen Elfmeter, aber wie sagte dereinst ein Werbeslogan: mit der richtigen Brille sieht man die Welt ganz anders. Wohl wahr.
      Tasmania hielt den Druck aufrecht, eine Mischung aus Rückpass und Querschläger fängt der Keeper der Gastgeber. Riskant, hätte man durchaus als Rückpass auslegen können. Der Schiedsrichter lässt aber zu Recht weiterlaufen.
      Auch weiterhin ergeben sich Chancen für Tasmania, die endlich die Entscheidung erzwingen wollen. Diese müssen die Lübarser ohne ihren Trainer kurz vor dem Ende hinnehmen, da der Übungsleiter einen Kegel auf das Feld kickt und dafür sehr zu seinem Unmut auf die Tribüne geschickt wird. Der eingewechselte Romario Hartwig, der in der Schlussphase für viel Gefahr bei den nun müden Gastgeberabwehr sorgt, staubt kurz vor dem Ende (88.) ab. Ausgangslage war ein Kopfball Ujazdowskis, der einmal mehr vom Torwart gut gehalten wurde, aber ein Stürmer tut, was ein Stürmer eben tun muss: günstig stehen und schnell als der Gegenspieler reagieren. Vorher wurde er zu Unrecht wegen eines vermeintlichen Offensivfouls zurückgepfiffen.

      Mit diesem Arbeitssieg zieht Tasmania in die nächste Runde der Berliner Landespokals ein. Auch wenn einige Zuschauer der Gastgeber unkten, dass die Leistung für die Berlin-Liga nicht so berauschend sei: ein gutes Pferd springt eben nur so hoch, wie es muss. In einer insgesamt fairen Partie mit einer angenehmen Atmosphäre setzt sich der glorreiche SV Tasmania durch und kann nun gespannt auf die Auslosung warten.
      Kommenden Sonntag wartet um 14:30 Sparta Lichtenberg. Erscheint zahlreich!

      Aufstellung:
      Robert Schelenz - Maximilian Weyer, Julian Loder, Eddie Udeoka, Mehmet Okan Kirli - Yildirim Tokmak, Nicola Thiele, Arber Shuleta - Florian Medrane, Daniel Ujazdowski, Leonard Kirschner

      Torfolge:
      0:1 Daniel Ujazdowski (33.)
      0:2 Romario Hartwig (88.)

      Einwechslungen:
      Romario Hartwig für Leonard Kirschner (66.)

      PS: alles Relevante ist in Schnapszahlminuten passiert.


      Edit: Eine Vereinsnadel gab's auch noch. Auf meine Anfrage grübelten die beiden Kassendamen und merkten hörbar an, dass da nur "die Hässlichen" da seien. Kurz darauf zauberten sie eine Tüte voller klassischer Nadeln mit Vereinswappen hervor. "Was bezahlt man denn sonst dafür?" wurde ich gefragt, als ich mich nach dem Preis erkundigte. Für die mir bekannte Preisspanne wurde ein fairer Mittel weg gewählt, also 2,50. Da kann man nicht meckern!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Captain BlackAdder ()

    • Damit der Kampfkater auch weiß, was er alles verpasst hat:


      Stimmt übrigens nicht. Das Gelände liegt genau an der Grenze, aber eben auf der Waidmannsluster Seite. Gehört aber beides zum Bezirk Reinickendorf.


      Klasse. Sehr schön gemacht.


      Sehr chic, aber mit Blick auf den kleineren Trainingsplatz.


      Zugegeben: ein Stadion ist es nicht, aber dafür alles schön eng. Ganz hinten der Tasmania-Tross, der irrtümlicherweise neben der Gastgeberbank postiert war.


      Blick von gegenüber. Die Trainerbänke hat man vermutlich den Berliner Verkehrsbetrieben stibitzt.
    • Neu

      Ja, ich hab's dann letztlich zu keinem Spiel geschafft. :(

      Als ich am Freitag mit der S-Bahn durch die Gegend gefahren bin, kam ich an so nem Metro vorbei, wo ein Fußballplatz auf dem Dach war. Weißt du da was drüber? Das sah ja heiß aus ;D
      Aber die Alten. :D
      " Ich will nicht wieder absteigen. Dann bringe ich alle um. Das wäre der Leidensweg Christi."

      Martin Kind
    • Neu

      Der Fußballplatz auf der Metro war eine Auflage vom Amt, die haben die Baugenehmigung laut des ansässigen Vereins Blau-Weiß Friedrichshain nur bekommen, wenn weiterhin Fußball gespielt werden kann. Da war früher ein Sportplatz. Auch wenn der "Metro Fußballhimmel" zweifelsohne eine Attraktion darstellt, bleibt das Sponsoring bislang aus und auch sonst haben Kicker und Kaufhalle keinen Kontakt. Für einen Laden in dieser Größe schon etwas seltsam, zumal man ohne entsprechenden Nachweis da gar nicht einkaufen kann. Der Blick von oben ist schon imposant, leider nur zugig in der kalten Jahreszeit und ungeschützt in der Hitze.
    • Neu

      Offizieller Liga-Fußball und Freizeitliga. Der Link von Blau-Weiß

      Gerade noch mal meine Archive durchwühlt:


      Aufgang ..


      Hinten noch die alte "o2-World", vorne die Ultra-Banner.


      So sieht das jetzt aus ...


      Es gibt Aufkleber!

      Die Mannschaft ist nach einer Saison wieder aus der Kreisliga A abgestiegen, steht aber nun wieder auf einem Aufstiegsplatz.
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      Klingt gut, muss wohl mal wieder nach Friedrichshain. :D

      Aber die brauchen doch 20 Bälle pro Spiel. Die Zäune sehen mir für Kreisligakicker lächerlich niedrig aus. |-)
      " Ich will nicht wieder absteigen. Dann bringe ich alle um. Das wäre der Leidensweg Christi."

      Martin Kind
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      In den zwei bis drei Spielen, die ich gesehen habe, war die Verlustquote recht gering. Kann natürlich auch an den Schadensersatzforderungen des Metros oder der Parkplatznutzer gelegen haben, die die Mannschaften bislang so erhalten haben. Bist natürlich immer Willkommen, gern auch zu einem Tasmania-Heimspiel. Zentral an der Ringbahn gelegen, unmittelbar an das ehemaligen Flughafengelände Tempelhof angrenzend (wo unter anderem auch die Flugplatzszenen zu "Tribute von Panem" gedreht wurden, falls deine Gattin den mag) und auch Kreuzberg gut erreichbar ist, sollte deine bessere andere Hälfte doch zufrieden zu stellen sein. :D ;)
    • Neu

      Meist wird dann Gnade vor Recht gegeben und die Mannschaft erlöst. Nur ganz wenige halten tapfer bis zum bitteren Ende durch. Capri hatte erst unlängst wegen "Auffälligkeiten" eine Sperre erhalten, deswegen hängen die mit Spielen hinterher. Seltsam aber, da die vorher nie auffällig waren, müssen aber als Kleinstverein jeden nehmen, der im Vereinstrikot Bälle mißhandeln will. Wer weiß, was die da zuletzt für Experten aufgenommen haben.
      Für mich ist Capri schon allein deswegen ein Knaller, weil die mal zu einem Auswärtsspiel nur zehn Mann mitbrachten (passiert im Sommer ja häufiger ..) - und der Not-Torwart über 60 war ...


      ... hat aber immerhin eine Halbzeit seinen Kasten sauber gehalten. Lag allerdings auch an der Schwäche des Gegners. :D
    • Neu

      Elendstourismus Ahoi!

      BSV Heinersdorf II vs SC Capri 7:0 (4:0)

      Im Berliner Landespokal spielte heute gleich zweimal die Berlin-Liga gegen die eine stufe höher stehende Oberliga Nordost-Nord und gewann beide Spiele - jeweils nach Verlängerung, jeweils 6:5. Klingt irre und die aktiven Groundhopper Berlins werden sich wohl dort allesamt getroffen haben. Bis auf einen. Der wollte mal wieder nach Pankow und den anderen Verein sehen, der im Kissingenstadion sein Unwesen treibt.

      a) Erwartungsgemäß fand auch dieses Spiel nur auf dem kleinen Kunstrasenplatz statt, nicht im Stadion
      b) Das Vereinsheim des BSV war dunkel und verriegelt, obwohl die Mannschaft spielt. Dementsprechend auch keine Pins oder dergleichen ...
      doch immerhin c) das Vereinsheim der ebenfalls dort ansässigen Pankower Fortuna war offen, obwohl die Mannschaft lediglich Training hatte. So viel zum Thema "Vereinsleben". Später mehr.

      Das Spiel verdient die Bezeichnung "Katastrophentourismus" aus mehreren Gründen. Die Gastgeber wurden letzte Saison aus der Kreisliga B geprügelt, ich glaube mit nur vier Punkten aus rund 30 Spielen. Die Gäste haben jedes Mal Probleme, eine komplette Truppe zusammen zu bekommen. Dieses Mal spielten mindestens zwei mit, die rund 50 waren. Einer der beiden war einer der besten Spieler Capris heute. Noch Fragen?

      Kurioserweise spielt Heinersdorf II diese Saison recht erfolgreich, bleibt nach dem Spiel Zweiter. Denn spielerisch war das mau, häufig viel zu kompliziert und ungenau, von den meisten Torabschlüssen ganz zu schweigen. Darf man mit einer Mannschaft meckern, die gerade 7:0 gewonnen hat? Ja, man muss! Denn Capri hatte genau zwei Phasen, in der man auch halbwegs mitspielte - Mitte der Ersten Hälfte und zu Beginn der Zweiten Halbzeit. Nach rund einer Stunde waren augenscheinlich alle Kräfte aufgebraucht, die nur teilweise überzeugenden Gastgeber marschierten pausenlos auf das gegnerische Tor zu. Der Geist war willig, der Fuß war schwach - bei der Masse der Querschläger muss man gegen den Gegner zweistellig gewinnen. Wäre auch bei konzentrierter Spielweise pro Halbzeit drin.

      Einige wenige Angriffe der Gäste blieben ohne richtigen Abschluss, nach vorne aber versemmelten die Heinersdorfer einige beste Chancen. Die Taktik sah ganz gut aus, teilweise über die Flügel, wo Flanken im Akkord Richtung Strafraum segelten, aber die Herrschaften in steter Regelmässigkeit über den Ball traten oder die Umkleiden beschossen, die hinter dem Torgitter eingerüstet waren. Die Gäste waren allerdings auch sportlich aktiv, wenn man die Leistung der Stimmbänder in die Wertung einbezieht. Nehmt alle Italienklischees - außer den sportlichen Fähigkeiten - und sie kamen wie aus der Pistole geschossen. Bei jedem Pfiff mit dem Schieri diskutieren? Check. Der Trainer ruft ständig was auf italienisch? Check. Der Präsident humpelt mit Krücken auf der anderen Seite und krakeelt ebenfalls dazwischen? Check. Alle gegen uns und in Pankow (bzw da, wo man jeweils gerade spielt) ganz besonders? Check.
      Doch auch mit- und gegeneinander quasselten die Spieler unentwegt. Beste Aktion: Das Gespann gibt Abseits gegen Heinersdorf, der Verteidiger Capris wähnt den Pfiff aber gegen sich - und beginnt einen Veitstanz mit psychotisch-sardonischem Lachen, bis er irgendwann doch gesagt bekam, dass ihm der Freistoß zugesprochen wurde .. dafür gab's noch einen saftige Anpfiff des Neuners - der wohl technisch beste Spieler Capris, der allerdings auch nur ein halber Kopf größer als C-Jugendliche war und sich gern beim Dribbling verzettelte. Als klassischer Spielmacher fiel ihm die undankbare Aufgabe zu, die "Spitzen" mit Bällen zu versorgen. Das funktionierte ganz gut, bis der jeweilige Offensivmann dann den besagten Ball am Fuß hatte und das Leder dann schnell weg war. Nur ein guter Abnehmer vorne und Capri hätte in den bislang sieben Saisonspielen vielleicht mal mehr als die lausigen zwei Tore erzielt ...

      Gegen Ende dann wie erwähnt die Schlußoffensive, in der das Ergebnis dann doch noch standesgemäß wurde, aber bei weitem noch unter den Möglichkeiten blieben.
      Während des Spiel versorgte das nahegelegene Vereinsheim von Fortuna Pankow die wenigen Zuschauer mit Getränken und mehr - beim ersten Kaffee meinerseits brutzelten gerade die Bratkartoffeln in der Pfanne, beim Bier wurde gerade einer Strammer Max verspeist. Alle Achtung. Kuriosum: die versammelten Herrschaften fragten mich, wie es denn steht.
      "6:0!"
      - "... für?"
      "Na, für Heinersdorf!"
      - (ungläubiges Schweigen ... )
      "Der Gegner ist allerdings auch äusserst schwach und kommt kaum aus der eigenen Hälfte raus .. "
      - allgemeine Reaktion: :O - "Also sollte man das Ergebnis nicht überbewerten ..?"
      "Es wird die nächsten Jahre wohl kein schwächerer Gegner kommen!"
      Dies sorgte dann doch für allgemeine Heiterkeit unter den Anwesenden. Nette und entspannte Atmosphäre dort!

      Kreisliga C, Staffel 2
    • Neu

      Es wird langsam kalt!

      12:30 TSV Lichtenberg II vs Al-Dersimspor II 1:5 (0:2)

      Da Tas auswärts in Lichtenberg und zudem erst um 14:30 spielte, bot es sich an, wahlweise nach schönen oder noch zu entdeckenden Plätzen in der Gegend zu suchen. Einmal mehr auf dem Plan war dabei Kickers Hirschgarten, doch die Bahnen machten mir da zeitlich einen Strich durch die Rechnung. Also doch etwas in fast unmittelbarer Umgebung. Zwischen dem U-Bahnhof Magdalenenstrasse im Norden (führt direkt zur ehemaligen Stasizentrale in der Normannenstrasse) und dem großen, überregionalen S-Bahnhof Lichtenberg im Osten liegt mitten im Gewerbe- und Plattenbaugebiet der TSV Lichtenberg in nicht nur aufgrund des Spätherbstes trüber Umgebung.
      Der Verein hieß dereinst Chemie Lichtenberg und bezog 1973 den Platz an der Coppi-Strasse. Die Farben sind grün geblieben und auch sonst scheint es Leben im Verein zu geben. Trotz Hundewetters gab es Kaffee und ein kleiner Trupp guckte sich das Gegurke in der Kreisliga B an. Auch standen Spieler der Ersten Mannschaft (so schien es zumindest) und Jugendspieler mit dabei. Da das Vereinsheim derzeit noch eine Baustelle ist, musste der übliche Vereinskrempel in Containern untergebracht werden, als Umkleiden diente wohl eine nebenan gelegene Sporthalle mit den entsprechenden Räumlichkeiten.
      Pins oder Anstecknadeln waren zuerst unbekannt, doch dann wurde ich auf jemanden verwiesen, der da Zugriff hat, allerdings leider Trainer dieser Zweiten war. Auch in tiefen Klassen spricht man keine Trainer während des Spiels an, das Spiel als solches bahnte sich früh als Pleite an, so daß sich die Laune des besagten Ansprechpartners wohl ohnehin irgendwo den Außentemperaturen angepasst haben dürfte.
      Der TSV versuchte mühsam, das Spiel zu gestalten. Die Gäste machten es sich in der Defensive bequem und verlegten sich trotz klar besserer Tabellensituation auf's Kontern. Das funktionierte trotz beiderseitigen Fehlpässen im Dutzend recht erfolgreich. In der Nähe der Eckfahne versucht der Verteidiger, den Gästespieler in's Aus zu drücken. Der kleinliche Referee gab hier schon eine Kostprobe, denn er pfiff wirklich alles. Der Freistoß kommt gut in den Strafraum und wird sauber ins Eck geköpft (6.). Erster Angriff, erstes Tor. Zweiter Angriff, zweites Tor: weiter Ball, der gut genährte, kurzbeinige Stürmer schleicht sich in den Rücken der Abwehr davon, verfolgt von drei Verteidigern. Er schlägt einen Haken und legt sich den Ball zurück, so dass er alle drei aus dem Rücken hat und schiesst aus der Distanz ungehindert und seelenruhig in's lange Eck. Unhaltbar sah der jetzt nicht aus ... aber da sah die Defensive des TSV schon arg vorgeführt aus. Al-Dersim in der Offensive ball- und passsicherer, bis auf einen Pfostenschuss bekamen die Gastgeber wenig zählbares heraus.

      Zweite Halbzeit, gleiches Bild. Ein erfolgloser Angriff der Gastgeber, im direkten Gegenzug sauber ausgekontert. Zack, 0:3. Zwischendurch konnte der Torhüter des TSV sich doch noch einige Male auszeichnen, doch etwas blieb seltsam. Die Stimmung zwischen manchen (Mit-)Spielern scheint nicht gut zu sein. Verbale scharmützel fanden immer eher zwischen den eigenen Farben statt, weniger mit dem Gegner. Da musste selbst der Trainer dazwischenfunken, der erinnerte, wer die Anweisungen gibt (vermutlich war der genannte Name gefühlter oder tatsächlicher Kapitän) und wer nicht (alle anderen). Doch auch bei Al-Dersim haderte der eine oder andere mit den Pässen, wobei Dankd er frühen Führung hier natürlich bessere Stimmung herrschte und jedes Tor auch jedesmal von allen (!) Feldspielern bejubelt wurde. Dafür stapften auch die Verteidiger gern mal nach vorne.

      Doch das Hauptspiel nahte, ich musste los. Der TSV gelang tatsächlich doch noch irgendwie der Anschluss, musste aber dann wiederum zwei weitere Treffer einstecken. Und schlimmer als der eisige Regen und der dazu passende Wind war der aufkommende Hunger, denn beim TSV gab's leider keinen Grill diesmal.


      14:30 Sparta Lichtenberg - SV Tasmania 2:4 (1:0)

      Mal pünktlich zum Anpfiff erschien ich zum Spiel bei Sparta und musste mit Entsetzen feststellen, dass kein Grillstand am Vereinsheim zu sehen war. Drinnen konnte ich aber nicht nur Kaffee bekommen, sondern wurde auch auf den Imbisswagen am Spielfeldrand verwiesen. Glück gehabt. War nämlich langsam mal Mittagszeit und nur Kaffee (zwei Becher pro Spiel) reicht dann doch nicht.
      Pünktlich zum Spielbeginn kam auch mal die Sonne heraus, bleib aber leider nicht lange. Zumal Tas auch erste Chancen vergab, umgekehrt aber Glück hatte, dass ein Weitschuss aus dem Nichts nur an die Oberkante der Latte prallte. Der Trainer Spartas verkündigte jüngst vollmundig, seine Mannschaft sei spielerisch die stärkste Mannschaft der Verbandsliga - was sicher jeder Verantwortliche einer Spitzenmannschaft denkt, aber verlautbart man sowas als Tabellenachter?
      Sparta spielt tatsächlich einen guten Ball und hat zudem eine gute Raumaufteilung, gewinnt aber trotzdem nicht seine Spiele. Dabei waren sie heute durchaus nah dran. Einen Flügelwechsel der Gastgeber in der Offensive verpasst der Tasmane, so dass der Weg auf links frei ist, die Hereingabe können die Spartiaten nach einer knappen halben Stunde zu Halbzeitführung nutzen. Bei Tas dauerte es erst wieder etwas, bis zählbares heraus sprang, doch zwei Flanken wurden von Sparta in letzter Sekunde im Strafraum noch geblockt. So blieb es beim Rückstand zur Pause, wie schon beim letzten Spiel letzes Jahr im Landespokal. Die Offensivbemühungen wurden allerseits auch vom Schiedsrichtergespann untebrunden, die bei Abseitsentscheidungen das "Im Zweifel für den Stürmer" herumdrehten, so dass jeder angespielte Angreifer lieber mindestens zwei, drei Meter vor der Verteidigung bleiben sollte, um nicht zurückgepfiffen zu werden. Tasmanias Hartwig schlich sich einmal davon und hatte den Ball sogar frei am Fuß, doch erneut die Fahne des Linienrichters - Glück für Sparta, die dann in der Zweiten Halbzeit damit klar kommen mussten. Doch auch Tasmanias Keeper Schelenz musste wieder einmal seine Klasse unter Beweis stellen.

      Kaffee fordert seinen Tribut - und ich verpasse den Ausgleich. Verflixt. Tasmania ist nun am Drücker, drängt Sparta tief hinten rein und das Tor liegt in der Luft. Und fällt. Leider auf der falschen Seite. Einen hohen, weiten Ball will unser Youngster Udeoka zum Torwart zurück köpfen, doch der Ball ist zu kurz und der gegnerische Stürmer kommt dazwischen und hat keine Mühe. Die erneute Führung aus dem nichts.
      Doch alle Pessimisten sollten eines besseren belehrt werden: genauso dieser junge Außenverteidiger erhielt von seinen Mitspielern tolle Unterstützung, marschierte mit nach vorne und lieferte mit seinem Flügelsturm die Vorlage zum Ausgleich! Wieder steht Hartwig in der Mitte goldrichtig! Nun war es ein Spiel auf des Messers schneide - beide Mannschaften könnten gewinnen, doch Tas nun mit mehr Zug und dem Momentum. Der eingewechselte Kirli bring Tas auf die Siegerstrasse. Er bekommt zentral den Ball, hat nur noch den Torwart vor sich und er legt ihn in's Eck. Das alte Raubein, der sich auch in diesem Spiel wieder eine Karte abholt streichelt den Ball leger am Keeper vorbei zur erstmaligen Führung für Tas. Nun ging es schlag auf Schlag, Sparta wütend, will den Ausgleich, Tas kontert, aber zunächst nicht gut. Es ist der lange glücklose Ujazdowski, der sich ebenso wie Eddy Udeoka am eigenen Schopfe in's Spiel zurückkämpft und für die Entscheidung sorgt. Ein Konter über links, er dringt in den Strafraum ein und vollendet aus spitzem Winkel zum 2:4. Dies war der K.O. für Sparta.
      Beinhahe wäre es noch schlimmer für sie gekommen. In der Nachspielzeit zieht Tas noch ein Foul an der Seitenauslinie und der Freistoß war die letzte Aktion des Spiels. Der unsichere Keeper kann den weiten Ball aber nicht festhalten, sondern rutscht tatsächlich der Ball durch die Hosenträger durch, wird aber gerade noch im Nachfassen bereinigt. Ein 5:2 hätte aber nicht den Spielverlauf wiedergespiegelt, das muss man schon zugeben.

      Es bleibt weiterhin eng oben - der vor kurzem noch an der _Spitze stehende SD Croatia unterliegt im Spitzenspiel und rutscht gar auf Platz 5, während Tas auf Platz vier nur einen Sieg hinter Spitzenreiter Blau-Weiß 90 lauert.
      Spieltag und Tabelle
    • Neu

      ... und sonst so?

      Landesligen:

      Staffel 1
      Wer spielt nächste Saison in der Berlin-Liga? Hilalsport unterliegt Wittenau und verliert den sicheren Aufstiegsplatz an den neuen Primus Berolina Stralau. Kann so bleiben. Unnerum verliert Hürtürkel wie immer, dafür siegt nach langem mal wieder Club Italia. Ein Platz hoch, trotzdem immer noch auf einem Abstiegsplatz.

      Staffel 2
      Hier wird es wohl auf eine miese Auswärtsfahrt kommende Saison hinauslaufen. Es führt der SC Charlottenburg (teilen sich das Mommsenstadion mit TeBe, gurken aber gegen Tas meist im Wald auf einem miesen Kunstrasenplatz) oder Gatow (liegt hinter den Westberliner Seen (Wannsee, Krumme Lanke), so dass man da ewig hinbraucht. Spitze.
      Unten herum aber Bewegung: erster Sieg des Weißenseer FC! Dafür unterliegt der FC Nordost wieder einmal knapp und rutscht auf den letzten Platz. Richtig irre die Spandauer des SSV Teutonia: erst lange Letzter, nun ständig Asuwärtssiege. Diesmal bei "Novi Pazar". Wenn die sich da mal anstrengen, bekommen die dieses Projekt noch vor der Winterpause auf einen Abstiegsplatz.

      # Neben Hürtürkel gibt es noch weitere punktlose Mannschaften im "Mittelbau". In den drei Bezirksligen ist die erfolgloseste Mannschaft übrigens der SV Berliner Verkehrsbetriebe.

      # Abbruch: beim Halbzeitstand von 4:0 wurde das Spiel Köpenicker SC gegen den Rixdorfer SV abgebrochen. Immer diese Truppe von der Sonnenallee.
      obendrein: Steglitz Gencler Birligi vs Friedrichshagen II.

      # Mitte November und mir fällt jetzt erst auf, dass der ESV Lokomotive Schöneweide keine Mannschaft mehr im regulären Spielbetrieb hat. So ein Mist. :heulen:

      # Ergebnis des Tages: Schmöckwitz-Eichwalde vs Eintracht Südring 11:4
      gemischtes Doppel / des einen Freud' ... : Besiktas vs Eintracht Südring II 1:10

      # Spitzenpinguin: Polar Pinguin ist Erster! Nächste Saison dann gar Bezirksliga?
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