Spielberichte Berliner Amateurfußball

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    • SFC Stern vs Tasmania Berlin 3:1 (2:1)

      Gedenkminute für das verstorbene Stern-Urgestein Eberhard Bernatzki - Insgesamt uninspirierter Auftritt der Tasmania - Stern wollte Sieg mehr - wie schon beim Berliner SC: spielt danach die Zweite Mannschaft der Gastgeber gegen Sparta, verliert Tas


      Vor Anpfiff hielten beide Mannschaften inne, um den am 27. April verstorbenen Eberhard Bernatzki zu ehren. Doch auch nach Anpfiff wirkten die Spieler eher abwesend, so dass die "torgefährlichste" Szene ein Klärungsversuch am Seitenaus war, der gegen den Pfosten eines am Rande stehenden Ersatztores prallte. Als sich mein Nebenmann auf der Tribüne den Gürtel richtete, ahnte man schon, dass alle Zuschauer ob der sportlichen Magerkost den Gürtel enger schnallen müssen. Dies wurde für den Autor lediglich von der sehr schmackhaften Currywurst verhindert, so dass eher noch ein Loch mehr gestanzt werden muss. Verflixt.
      Als Tasmane brauchte man allerdings auch Nervennahrung, denn neben der fehlenden Durchschlagskraft der eigenen Mannschaft pfiff auch Referee Lesener reichlich heimfreundlich. Dann plötzlich die Chance für die Spieler in blau: zwei Stern-Spieler behindern sich gegenseitig, Tiedmann reagiert am schnellsten, nimmt Fahrt auf und hämmert das Leder an das Lattenkreuz. Der Hallo-Wach-Effekt traf auch ein - leider auf der anderen Seite: nach einem langen Ball müsste Julian Loder klären, doch zu leicht kommt der Gegner dazwischen und der verunglückte Torschuss wird aus abseitsverdächtiger Position ins Gehäuse gegrätscht (21. Minute).
      Nun muss Tas kommen. Nach einem Ellenbogenschlag mit folgendem Freistoß von rechts außen segelt der Ball weit an den langen Pfosten, wo Vahit Engin von hinten unbemerkt heranrauscht, aber den Ball am Tor vorbei köpft. Es war einmal mehr der fleissige und bissige Florian Medrane, der viel ackerte und in der 32. Minute für den Ausgleich sorgt! Die Stern-Abwehr zeigte hier erneut Unsicherheiten, die viel zu wenig ausgeschöpft wurden.
      Stichwort "Abwehrunsicherheit": auf der anderen Seite profitierte wieder Stern davon, dass die Verteidigung den Ball nicht aus der Gefahrenzone klärt, erneut schiebt Hakan Önal für die Gastgeber ein. Mit dem Rückstand ging es in die Kabinen.

      Zur Zweiten Hälfte brachte Trainer Mario Reichel den wiedergenesen Mehmet Karasu, der die Defensive der Sterne mehr beschäftigen sollte, früher Feierabend hatte Okan Kirli. Augenscheinlich rechnete der Trainer nicht mehr mit Elfmeterpfiffen für seine Mannen. Auch Lukas Bähr bekam Spielpraxis, für ihn musste Maximilian Kallensee weichen.
      Die Gastgeber igelten sich ein und ließen Tas kommen und suchten über Konter die Entscheidung. Der erste gefährliche Schuss kam von Medrane, doch die häufig hohen, lange Bälle waren für die Verteidigung der Steglitzer leichte Beute und so schafften sie es immer wieder, schnell vor das tasmanische Tor zu gelangen. Die Mannschaft musste sich bei Keeper Robert Schelenz bedanken, der Tasmania im Spiel behielt (57.)
      Kurz darauf reklamierte Stern hysterisch ein Handspiel und hätte vor lauter Aufregung dabei fast den Ausgleich kassiert, doch nach einer Ecke für Tas segelte nicht nur der Torwart am Ball vorbei, sondern auch alle anderen. Mit dem letzten Wechsel für Tas ("Nemo" Samardzic für Yildirim Tokmak) zog der Trainer das letzte verfügbare Ass aus dem Ärmel, doch auch weiterhin entstand kaum Gefahr für den Stern-Torwart Simon Slotta. Denn Tas verpasste es, mal richtige Spielzüge zu zeigen, mit der man die nicht absolut sattelfeste Steglitzer Defensive in Bedrängnis bringen könnte. Somit blieb es Stern vorbehalten, einen der vielen Kontermöglichkeiten zur Entscheidung zu vollenden. Erneut Önal sorgte mit dem 3:1 für den Schlusspunkt.
      Einziger Höhepunkt: der Hackentrick von Bähr im eigenen Strafraum in höchster Not. Wieder ein graues Haar mehr auf dem Kopf im Bart.

      Durch die Niederlage bleibt Tas trotzdem Dritter, Croatia rückt aber punktgleich heran. Nächsten Sonntag reist Al-Dersimspor nach Neukölln, Anpfiff ist wieder 14:00. Kommt zahlreich! Es gibt (vielleicht) Sucuk im Fladenbrot!

      Aufstellung: Robert Schelenz - Ronny Ermel, Mark Schmidt, Maximilian Kallensee, Julian Loder - Yildirim Tokmak, Mehmet Okan Kirli, Salvatore Rogoli, Florian Medrane, Damian Tiedmann - Vahit Engin

      Wechsel:
      Karasu für Kirli (46.)
      Bähr für Kallensee (53.)
      N. Samardzic für Tokmak (69.)

      Torfolge:
      1:0 (21.), 2:1 (34.), 3:1 (84.) Hakan Önal, 1:1 Florian Medrane (32.)
    • Wieder exklusiv für qiumi-Leser die Erstveröffentlichung. :D

      Vorhin war ich noch beim Kreisliga B - Klopper Lokomotive Schöneweide gegen Stern 1889 Britz II (3:7). Eine Hand voll Hopper sprangen dort herum, die sich gegen das Berlin-Liga-Nachholspiel zwischen Empor und Blau-Weiß 90 entschieden (3:2) und wir sollten alle belohnt werden!
      Ich kam zu spät, da das Spiel doch schon 18:45 und nicht 19:00 angepfiffen wurde. Warum? Man kam überein, dass der ursprüngliche Anstoßtermin mit der Dunkelheit kollidiert, die um diese Jahreszeit auch schon vor Zehn einsetzt.
      Da stand es schon 1:1. Nach der erneuten Führung für die technisch besseren Gäste gelang nach der Zweiten Halbzeit mit einem tollen Freistoß an den Innenpfosten noch einmal der Ausgleich, danach gab es sogar die Möglichkeit, erstmals in Führung zu gehen. Chance vergeben - im Gegenzug das 2:3 mit einem schönen Steilpass. Die Britzer sind da einfach schneller und überrennen ein um's andere Mal die Defensive. Ein Freistoss von rechts außen senkt sich schön in's lange Eck unter den Giebel. Nach dem 2:4 sah es duster aus für Lok, die sich aber mit dem 3:4 noch mal herankämpft, aber die Kräfte schwanden schon udn so ließen sich noch Chancen liegen. Im Gegenzug gab Stern II noch mal Gas und schraubte kurz vor dem Ende das Ergebnis auf 3:7 (zu!) hoch. Die stehen allerdings auch auf Platz 2; Lok kämpft gegen den Abstieg in die Kreisliga C.
      In der Halbzeitpause ging es in die Gaststube, die eigentlich längst dichtmachen wollte und diesmal gab es vor Ort sogar Fanartikel. Einige Nadeln und Wimpel (darunter auch noch mal einen für mich ..) plus Getränke brachten noch ein kleines Plus in die Kasse. Einer der Hopper feierte übrigens seinen Geburtstag und war dermaßen dicht, dass er kaum ansprechbar war.

      Bilder:

      Stern Steglitz ..


      Artig Eintritt zahlen ..


      Bilder vom Platz erspare ich euch. Ein langweiliger Kunstrasenplatz.


      Concordia Britz (Neukölln-Mitte) von außen ..


      .. und von innen.


      "Sommer, Sonne, Kaktus", wie Helge dereinst sang.

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    • Okay :amkopfkratz: Aber die Verpflichtung ist dann trotzdem seltsam. Warum einen Sportinvaliden verpflichten?
      :ossi: Sehr geehrte Damen und Herren! Ich bitte um Ihre Aufmerksamkeit. Soeben schellt für Sie in Kopenhagen das Telefon! <3
    • Samstag:

      VSG Rahnsdorf vs Weißenseer FC II 1:2 (0:1)

      Wohin am Samstag? Rahnsdorf Calling - das Dorf im äussersten Südosten Berlins zog mich magisch an. Das lag auch am Gast; der WFC zieht nämlich immer einen kleinen, festen Kern an, was im unterklassigem Fußball recht selten ist. Offiziell das Spitzenspiel Zweiter gegen Dritter der letzten Liga (Kreisliga C - Stufe 11 im Ligensystem).

      Klischees ahoi - auf dem Weg zum Sportplatz läuft man durch's Naturschutzgebiet und auf der Strasse kam mir Mutter und Tochter hoch zu Pferde entgegen, die den dubiosen Neuling neugierig beäugten. Dorf eben. Zu meiner großen Überraschung war auf dem Sportplatz gut was los. Neben den etwa 7 bis 8 Weißenseern war auch ein Pulk Rahnsdorfer zugegen plus ausschwärmende Kinder und Familientreffen. Im Pavillion am Spielfeldrand gab's einen Grill und Kaffee mit Ostpreisen.
      Das Spiel war grenzwertig grottig, selbst für die Liga. Rahnsdorf hat einige Dicke auf dem Feld, die entgegen der Regel nicht im Tor standen, sondern in der Offensive. Dementsprechend schwerfällig waren die Burschen vorne, da beim WFC II, die meines Wissens auch erst seit kurzem zusammenspielen, eine solide Abwehr reichte, hinten alles dicht zu halten. Da die Dicken vorne standen, sah der Torwart relativ sportlich aus. Zumindest die ersten zwei Minuten, da ließ er laut den pünktlich Erschienenen einen Ball direkt vor die Füsse des Gegners fallen. Hoppla.
      Später trafen die Gäste sogar ein weiteres mal und sorgten für Frust beim Gastgeber. Die wechselten einen der Rüpel aus und brachten den nächsten, aber deutlich fülligeren Rüpel auf's Feld, der kurz darauf mit seinem massigen Körper einen Gegenspieler umrannte. Durch den wechsel verloren einige Zuschauer einen Wetteinsatz mit einem Spieler, der beim Seitenaus einen Ball holte und wetten wollte, dass mindestens einer der Gastgeber noch mit Rot rausfliegt. Die Wette wurde gehalten, einer bot sogar einen Zehner für die Nummer 4 der Rahnsdorfer. Dummerweise ahnte der Trainer schon das Unglück und nahm genau diesen Burschen aus dem Spiel.
      Irre - rund zehn Minuten vor Schluss zeigten die Gastgeber, dass sie nicht zu Unrecht auf einem Aufstiegsplatz stehen und kreierten erstmals richtige Torschüsse. 80 Minuten Leerlauf mit immensen Einsatz (muss man auch erstmal schaffen ..) und dann bekommen sie sogar ein Tor nicht, dass der Keeper wohl eher hinter der Linie noch rausboxt. Ein Sonntagsschuss in den Winkel bringt den zu späten Anschluss.

      Anekdoten:
      Bester Mann der Gäste war der klopsige Torwart. Dieser war nämlich ursprünglich Stammkeeper der Ersten Herren. Nachdem er im Suff bei einem Jugendspiel pöbelte, flog er dort raus und kam über Umwege zurück. Bei der Zweiten spielt er gut und hatte sogar die Zusage für ein Spiel der Ersten - und kam nicht, weil er noch vom Vorabend zu dicht war. ;D

      Der beste Spruch kam auch von ihm, er rief einem Rahnsdorfer zu, er solle sich einen Bier auf seinen Deckel holen. Auch geil: einer der Fans rief zu ihm, er sollte den gegnerischen Spieler wegschicken, der sich hinter seinem Tor warm machte. Antwort vom Keeper über den Platz: "Der darf bleiben, Digga! Der erzählt Witze!" ;D

      Ein paar Bonmots gab's noch vom Spielertrainer der Rahnsdorfer. Der wechselte sich selbst ein und machte über dem rechten Flügel Dampf, wo auch der fähigste Kicker der Grünen spielte, aber meist auf sich allein gestellt war. Als Trainer erwarte ich eine gewisse Contenance und vor allem Souveränität. Er reagierte aber auf alles, was vom kleinen WFC-Pulk kam und wünschte ihnen unter anderem eine gute Heimreise zu ihren Hochhäusern. Weißensee liegt zwar auch jwd, aber ist trotzdem nicht Hohenschönhausen ..
      Die kleine Meute freute sich diebisch darüber, dass er sich tatsächlich auf verbale Scharmützel einließ.

      Leider gab's keine Accessoirs, die Rahnsdorf- Tasse habe ich schon.


      Vereinsheim der Rahnsdorfer - Brachialpädagogik.


      Der schönste Grill der Liga!


      So muss das sein!



      Noch mal Grunewald 57.
      Den Artikel über den Abbruch letzte Woche bei der Zweiten von Norden Nordwest II hatte einer der Weißenseer geschrieben. Der betroffene Referee hat schweren körperlichen Schaden davon getragen. Kein Wunder: der ist 74.
      Der Übeltäter ist der vermeintliche Kapitän von NNW II und dem ist jetzt sogar das LKA auf den Fersen, da er vom Tatort verschwand und der Verein und die Mitspieler versuchen zu decken, in dem alle wohl behaupten, ihn nciht zu kennen. Die Wohnung des mutmaßlichen schlägers und die seiner Mitspieler wurden wohl schon durchsucht. Ich erwarte hier eine empfindliche Strafe des Vereins.
      Zum Vergleich: bei Weißensee spielt ein Syrer mit, die Erstellung des Spielerpasses dauerte vier Monate. Sowohl der DFB als auch die UEFA wiesen das von sich, erst die FIFA gab ihn frei. Und dann spielt bei "südländisch" dominierten Vereinen aber öfters Leute mit, die keiner kennt ..

      Letzte Woche wurde also der erste Sieg seit Dezember überschattet (natürlich am grünen Tisch in ein 6:0 umgewandelt, aber trotzdem) und diese Woche stand schon wieder ein "Abbruch" nach der Ersten Halbzeit als Vermerk. Zur Erinnerung: die Grunewalder sind trauriges Schlusslicht. Doch seht selbst ...
    • Sonntag:

      DJK Roland Borsigwalde vs SC Capri 76 11:0 (5:0)

      Sonntag, 11.00 nachts. Am anderen Ende Berlins, im Nordwesten der Stadt, die vorletzte Station der U-Bahnlinie 6. Dort gurken zwei Mannschaften in der Kreisliga C, die manches teilen und manches trennt. Beide Mannschaften haben gewissermaßen große Brüder im Nacken, die auch gern mal ganze Mannschaften übernehmen. Bei Roland ist es der Nachbar SC Borsigwalde, die dafür sorgten, dass die Jugendmannschaften bis auf eine B-Jugend leergefegt wurden und selbst die einzige Herrenmannschaft erst neu entstand. Beim SC Capri ist es kein Bezirksnachbar, sondern eine gemeinsame Herkunft: der Club Italia räuberte bei diesem Kleinstverein, so dass deren Ex-Spieler ausgerechnet beim Staffelgegner Italia II kicken statt beim alten Club.
      Das Ergebnis sah man auf dem Platz. Erneut brachte Capri gerade mal zehn Mann mit und hatte dadurch nicht nur neunzig Minuten in Unterzahl zu spielen, sondern eben auch keine Wechselmöglichkeiten. Dazu wird dadurch "kompensiert", dass gleich zwei Italo-Opas Anweisungen respektive Dauergemotze gen Spielfeld die eigene Mannschaft, den Schieri und den Gegner belegen. Einer der beiden übernahm die Linienrichterfunktion, nutzte den Platz an der seitenlinie allerdings ausschließlich dazu, die Mannschaft zu "coachen", weil *Steven* nicht die Linie hält, sondern am Gegner klebt und dadurch die Abseitsfalle aufhebt. "Habe isch ihm immer wieder erklärt, Hundert Mal" schimpft der "Linienrichter". Dazu sollte ich aber auch erwähnen, dass er bei wirklich jedem Angriff der Gastgeber "Abseits!" fordert, was mindestens 50x pro Halbzeit passiert, da Capri kaum über die Mittellinie, geschweige denn zum gegnerischen Strafraum kommt. Der junge Referee pfeift allerdings nur bei wirklich sicheren Abseitspositionen und das Gemecker der Herrschaften dürfte wenig hilfreich sein.
      Da ich rund eine halbe Stunde zu spät komme, steht es bereits 2:0. Kurz darauf aber erhöht Roland blitzartig um drei weitere Tore, wobei Capri teilweise vom Anstoß weg überrannt wird und einzig die Tapsigkeit der Gastgeber und der passable Keeper Capris weitere Tore verhindert. Die Mannschaft zerfiel sehenden Auges und die Spieler bleiben teilweise resigniert liegen. Kurioserweise steht die Mannschaft trotzdem noch auf Platz 5 der Tabelle (!).
      Nach der Halbzeitansprache kämpften sie dann wieder, aber nach zwei weiteren Gegentoren das selbe Bild. Der relativ fähige Flügelflitzer diskutierte und schimpfte mit seinen Vereinsbossen und versuchte noch, Angriffe zu initiieren, doch allein ist das eben schwierig. Irgendwann krakeelte der ebenso halbwegs fähige Innenverteidiger, dass er "keinen Bock mehr auf den Scheiss hat". Klingt nicht so gut ...
      Elf gegentore klingen happig, waren aber relativ harmlos. Beispiel? Ecke Roland, der Ball segelt unbedrängt auf den Fuss (!) des rund einen Meter vor dem Fünfer (!) postierten Spielers, der allerdings über den Ball schlägt, wobei der Ball aber günstigerweise nur leicht hochspringt. Den Nachschuss kann er dann ebenso frei ansetzen, drischt das Leder allerdings weit über den Kasten.
      Momente, wo sich einige der älteren Herrschaften fragen, ob sie selbst jemals so schlecht waren. Ein kleiner Pulk an Alten plus Spielerfamilien, maximal acht Leute wohnten dem Spektakel bei - plus die Mannschaften, die danach dort antraten. Vom DJK sieht man leider kein Logo oder ähnliches, dominant ist Arminia Tegel. Dazu trägt der 1.FC Berlin dort wohl seine Heimspiele aus, die gemeinsam mit den Kickern von Nord Wedding schon mal die Bierzeltgarniturtrainerbank aufbauten, während das andere Spiel noch lief.
      Immerhin gibt es einen kleinem Kiosk - Marke quadratisch, praktisch, gut - in dem eine Dame Kaffee und Wurst verkauft. Gehört aber alles zur Arminia. Ich frage natürlich nach Accessoires, aber leider nein. Dafür zückt sie Block und Stift und notiert meine Anfrage. Großartig.

      Ebenso großartig: der Borsigturm. In seinem monströsen und martialischen Äusseren wie gemacht für eine Filmkulisse. Berlins erstes Hochhaus.

      Danach muss ich direkt zurück, da Tasmania spielt und Schienenersatzverkehr herrscht. So brauche ich deutlich länger als geplant und ich verpasse die Drangphase der Tasmanen. Ansonsten passiert wenig, die Jungs sind bemüht, aber bei vielen Angriffen stimmt das Timing nicht. Ball zu weit vorgelegt etc - zudem haben wir mit der Nummer 4 einen jungen Spieler, der zwar sympathisch auftritt, aber leider der Mannschaft und den Anforderungen nciht gewachsen ist. Das weiß er und so scheut er sich auch, nach einem Angriff mit Zuspiel in seinen Lauf auch direkt den Abschluss zu suchen. Der wEg wäre frei, statt dessen nach innen abgelegt, wo der Mitspieler von drei Gegnern umringt ist.
      So bleibt es beim enntäuschenden 0:0 gegen Al-Dersimspor, wodurch Croatia auf Platz drei springt. Alles Mist.

      Mehr Glück hatte Schwarz-Weiß Neukölln. Die streiten mit Dynamo II darum, wer mit den Losern Wilmersdorf und Hürtürkel runter in die Landesliga muss. Und SW hat den großen Vorteil, in dieser Phase ein Auswärtsspiel bei Hürtürkel spielen zu dürfen, bei dem es bereits nach einer halben Stunde 5:0 für sie steht. Am Ende gibt es reichlich Ego-Futter für die junge Truppe aus Britz, die den Gastgeber mit 8:0 abfertigen. Die kleinen Biffzen müssen sich Tabellenführer Staaken geschlagen geben und haben nun sechs Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Noch fünf Spiele ...
      Depp des Spieltags ist allerdings Stern Steglitz. Da durften sie sich letzte Woche stolz als Besieger Tasmanias feiern lassen, da gurken sie gegen die Schiessbude Wilmersdorf nur ein 2:2 zusammen. Chapeau.
      Spieltag & Tabelle
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      Landesliga!

      Staffel 1 - es sieht gut aus! Hellas Nordwest & Mahlsdorf II sind die Spitzenpositionen wohl nciht mehr zu nehmen. Steigt die Mahlsdorfer Erste nciht auf, müssen auch die Kleinen unten bleiben und dann wird der staffelstab auf die Position 3 übergeben.
      Und dort ist nach diesem Spieltag ... Fortuna Biesdorf! Jungs, weiter so, ich will nächste Saison mit Tas zu euch! Am besten im Sommer, wenn man vor oder nach dem Spiel noch am Baggersee liegen kann. :D
      Türkiyemspor patzt nämlich erneut und holt nur ein Remis. Dahinter lauert allerdings schon Hohen Neuendorf. Und im Gespräch mit den Weißenseer Hoppern klagten die schon ihr Leid, dass der Sportplatz nochmal 25 Minuten vom S-Bahnhof weg ist - und Wochenends da nix fährt. Dieses Städtchen liegt nämlich tatsächlich in Brandenburg. Bleibt also bloß, wo ihr seid. Dahinter lauert Concordia Wittenau, ebenso im hohen Norden (West), aber eben immerhin noch Berlin. Wäre noch in Ordnung. Letzte Saison ging es noch gegen den Abstieg, nächste Saison eventuell gegen Tas.
      Spieltag & Tabelle

      Staffel 2 - auch hier ein two-horse-race. Allerdings holte SpaKi nur ein Remis und ist damit punktgleich mit Sparta. Beide Truppen jetzt mit 56 Punkten, Spandauer Kickers allerdings mit einem Spiel mehr. Ich geh mal davon aus, dass von der Oberliga kein Berliner absteigt, so dass aus der Landesliga gleich die ersten beiden jeder Staffel aufsteigen. Dabei würde der recht starke Drittplatzierte Aufsteiger Hilalspor dann doch zurückbleiben. In dieser Staffel liegt die Spannung eher in der Abstiegsfrage. Von 15 Mannschaften spielen gleich sechs Truppen zwei Absteiger aus, nur ein Sieg entscheidet zwischen Abstiegsplatz und Klassenerhalt. Schlusslicht SW spandau kommt durch einen Sieg plötzlich auf einen Punkt an das rettende Ufer heran, wo Concordia Britz in höchster Gefahr schwebt, allerdings an diesem Spieltag auch bei Sparta Lichtenberg antreten musste und erwartungsgemäß 0:3 unterlag. Vorletzter ist der Adlershofer BC, der auf eigenem Platz gegen den unmittelbaren Konkurrenten 1.FC Neukölln unterlag. Im parallel laufenden zweitem Kellerduell trennte sich der Berliner SC II (braucht keiner!) von Johannisthal nur 0:0. Von mir aus kann Neukölln und der BSC II runter.
      Spieltag und Tabelle

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      Der ehemalige TuFC Britannia - heute Berliner SV 1892 - ist auf dme Weg zurück aus der Bedeutungslosigkeit. Bei SC Union 06 II (...) gewann man klar mit 10:1 und wird zumindest wieder Bezirksliga spielen nächste Saison. Würd' ich ihnen gönnen.

      Die Pinguine marschieren - wenn auch eventuell zu spät. Den Tabellenführer FC Kreuzberg 3:0 besiegt, die erst ihre zweite Niederlage hinnehmen mussten; die restlichen 21 Spiele wurden samt und sonders gewonnen. Beeindruckend. Da auch der Zweite Cimbria Trabzonspor mit 60 Punkten aus 23 Spielen eine überdurchschnittliche Ausbeute hat, verbleibt Polar Pinguin trotz eines Torverhältnisses von +79 (103:24 Tore mit 54 Punkten) auf dem ersten Nichtaufstiegsplatz.
      Spieltag & Tabelle

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    • Samstag

      Der 30. Spieltag steht vor der Tür und zum Auftakt reiste Tasmania bereits Samstag zum Auswärtsspiel, da der gastgebende SV Empor Berlin seine Spiele immer einen Tag vorher austrägt. Die Fahrt selbst - von Neukölln via Ringbahn zwanzig Minuten plus kurzer Gehweg - ist immer entspannt. Fassen wir kurz zusammen.

      Das Spiel
      Empor (7.) gegen Tas (4.) - für beide ging es um nichts mehr. So war auch das Spiel. Larifari, bis zur 12. Minute: Ecke Empor auf die kurze Ecke, vom im Fünfer unbedrängt eingeköpft wurde. Na, Tausend Dank. Danach Tas präsenter, wurde aber durch zweifelhafte Abseitsentscheidungen immer wieder gehemmt. Eines dieser Entscheidungen verpasste ich beim Kaffee holen; zurück im "Block" lag der Ball nämlich im Netz, aber eben ungültig. Ausgerechnet beim Tor des Duracell-Häschens Mark Schmidt, der sonst nie trifft.
      Trotzdem noch ein Tor vor der Pause. Bei der Zweiten Ecke - mit vom Autor initierten Standardsituationen-Standardsong "Tasmania Fantastica" - gelang endlich mal ein fangesang und dementsprechend auch genug irritierte Gastgeber, denn Loder köpft am Torwart vorbei in's lange Eck.
      In Halbzeit Zwei sollten dann weitere Tore fallen - Empor bricht traditionell ein. Hatten sie in der ersten Hälfte noch Glück bei Abseitsentscheidungen, blieb die Pfeife diesmal stumm, wenn es abseitsverdächtig war. Augenscheinlich verließ sich Empor dann doch zu sehr darauf und der eingewechselte Vahit Engin wurde immer schön in den Lauf gespielt, was sich der alte Hase nicht entgehen lässt. Ein lupenreiner Hattrick beschert einen am Ende überraschend klaren Sieg, der so nicht vorhersehbar war.

      # Das gibt's nur im unterklassigen Fußball: Stürmer Engin musste letztes Wochenende passen - sein Bio-Café feiert Eröffnung ...
      # Zwei Neulinge aus der A-Jugend mit Startelf-Debut - und das nach anfänglicher Schüchternheit sehr ordentlich, Schikowski wirbelte mehrmals durch den gegnerischen Strafraum. Der kann was werden!
      # Und plötzlich isser weg: Abwehr-Rüpel Ronny Ermel wird Co-Trainer beim BAK 07 nächste Saison. Huch?

      Das Umfeld
      Empor ist wohl einer der biedersten Vereine der Liga und versprüht den Charme eines polnischen Kofferradios. Ja, sie haben eine gute Jugendabteilung. Aber sonst? Im mittlerweile sehr schnieken Prenzlauer Berg, genauer gesagt im Gleimviertel passt der Club kaum mehr rein, inmitten der arrivierten Latte-Macchiato-Szene. Spott über die Prenzlschwaben erspare ich mir, die Gegend ist durchaus nett, aber weder die noch all die Mauerparkhippies und Taschendiebe scheinen sich für unseren Sport zu begeistern.
      Im Stadion war nämlich Totentanz angesagt. Einige tasmanische Teufel sagten im Vorfeld aus verschiedenen Gründen ab und meinereiner kam wegen der Bahn zu spät. Ein einziger Teufel war also pünktlich ... nach mir kamen aber noch drei andere. Dazu kamen noch die üblichen Tas-Reisenden, einige Halbstarke (stellten sich als Kumpels unserer Spieler heraus ... so sit das, wenn man A-Jugendliche dabei hat) sowie eine Horde Groundhopper der hiesigen Szene. Zumindest von der Party Army TeBe's waren also LEute da. Vermutlich mehr von denen als von Empor: dort jubelten nur wenige bei ihrer Führung. Also Teile der Groundhopper ... |-)

      # Nebenan war die Strasse wegen eines Strassenfestes gesperrt. An sich in Ordnung, eine Kapelle versuchte sich aber an Samba-Rhythmen, nachdem man schon die Melodie der Olsen-Bande zu langsam gespielt hat. Latinomusik, gespielt von einer Polkatruppe. Passend zum Spiel. Damit sich die Anwohner aber wenigstens etwas über die Fußball-Asis aufregen können, gab's noch ein paar Tas-Rufe. Bei unserer kleinen Truppe fiel mir allerdings auf, dass meine Stimme ziemlich krächzig-versoffen klang. Freitag Abend nicht ausgehen tut mir echt nicht gut.

      Zeug
      Nichts! Es gibt nach wie vor nichts! Doch; Stadionhefte, immerhin. Aber keine Accessoires, die Bratwurst aus der Pfanne, die Brötchen so bleich wie neun Monate Winter und aus dem Zapfhahn weiterhin Veltins. Es ist traurig.

      SV Empor - SV Tasmania 1:4 (1:1)
      Zuschauer: 40 vielleicht? Wäre ein Verein ohne Fans oder Interessenten gekommen, wäre letzte Woche in Rahnsdorf deutlich mehr los gewesen. Und die gurken in der letzten Liga Berlins ...


      Sieg eingetütet, auf zum nächsten Spiel. :sack:


      In der Nähe liegt - eine S-Bahnstation weiter östlich - der Tesch-Sportplatz in der Bombenlücke der Dunckerstrasse. Rotation spielt und empfing Veritas Spandau, Abstiegskampf gegen gesichertes, oberes Mittelfeld in der Bezirksliga. Das Spiel fing freundlicherweise eine Stunde später als Tas an und so reichte es für die Zweite Halbzeit. Enger Platz, Kick and Rush auf beiden Seiten, teilweise sogar Flügelspiel - Hauptsache schnell nach vorne. Am Ende stand es 5:4 für Rotation und da wurden noch Hochkaräter auf beiden Seiten vergeben.
      Cola für einen Euro und eine kleine Bulette im Brötchen für 1,60 vom Grill - guck mal Empor, so wird das gemacht. Der Kassierer klagte am Stand zwar, dass nur 11 zahlende Zuschauer zum Anpfiff erschienen, aber gegen Spielende war doch der knappe Raum passabel belegt.

      Rotation Prenzlauer Berg - Veritas Spandau 5:4
      Rotation dadurch gerettet, unten wird es für Mahlsdorf-Waldesruh, den BFC Südring und Köpenick-Oberspree ziemlich duster, wobei Letztere siegten und auf den ersten Nichtabstiegsplatz sprangen. Zwei dieser drei müssen in den sauren Kreisliga-Apfel beissen.


      edit: um die Sache abzurunden: ich musste noch Urlaubsvertretungsblumengießen für die Familie machen. Dadurch blieb ich im P'berg und kam noch mal in die Schönhauser Arcaden. Dort ist mitten im gang noch der Buchtrödler, doch diesmal entdecke ich unten eine Reihe mit Büchern aus dem Christopher Links - Verlag, sesshaft in der nahe gelegenen Kulturbrauerei. Zwei Bücher kommen mit mir (eins über Antisemitismus in der SU und eins über die Ostbüros der BRD in der DDR). Hat sich also gelohnt!

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    • Sonntag

      Wohin, wenn Tasmania schon Samstag spielte? Der Qual der Wahl folgte eine Liste mit Plätzen, die ich noch (mal) sehen wollte und die auch irgendwie kombinierbar sein müssen.

      Zunächst ging es an die Nordgrenzen Neuköllns, an das Maybachufer, die Grenze zu Kreuzberg. Hier ist mehr Kreuzberg als Neukölln, Cafés, junges und sehr hippes Volk. Erst in der Pflügerstrasse das gewohnte Bild: am Sportplatz eher "südländische" Prägung, selbst die Wasserpfeife am Spielfeldrand fehlt nicht. Fahrrad anschließen und gucken, ob man jemand kennt: Fehlanzeige.
      Es spielt der NFC Rot-Weiß 1932 II gegen die SG Prenzlauer Berg, die bei allen Hoppingtouren immer hoch verliert, wenn sie mal zu Gast sind. Einzelne gute Kicker haben sie, aber als Mannschaft ligentypisch (Kreisliga B!) eher weniger filigran, dazu aber auch körperlich absolute Leichtgewichte. Teilweise erinnert mich die Schüchternheit im Zweikampf an A-Jugendspieler und offen gestanden: vom Alter ist das gar nicht so abwegig.
      Erstmal einen Kaffee. Das Kiosk ist offen, aber meine Frage nach material wird lapidar weggeschoben, dass sie vom Verein nichts hat. Andere Hopper wurden dort reich beschenkt, mit Nadeln und Chroniken, aber augenscheinlich wirke ich auf die Leute wohl wenig vertrauenserweckend. Zurück auf der Tribüne reagieren zumindest die jungen Gästeanhänger nett, die Einheimischen beäugen den Kahlköpfigen Eindringling eher reserviert. Was soll's, das Spiel reisst mich nicht vom Hocker und aufgrund der langen Nacht zuvor sah ich (zum Glück!) auch nur die Zweite Halbzeit. Ich mache mich zu einem Rundgang auf, um das Feld von allen Seiten zu begucken und um Fotos zu machen.

      Parallel gibt's viel Geschrei. Zunächst hat der Gastgeber Glück, dass neben der umständlichen Gurkerei es keinen Elfer für die SG gibt; ein Verteidiger geht zu Boden und stützt sich ab - just in dem Moment kommt der Ball flach gegen die Flossen. Auf der anderen Seite auch keinen Elfer für Rot-Weiß, da hilft es auch nciht, das der Trainer in die Knie geht und fleissig gestikuliert. Bei einem späteren Freistoß läuft dann noch der Co-Trainer (?) auf's Feld und legt den Ball zurecht ...
      Die letzte Ecke bringt doch noch den Sieg: die körperlich unterlegenen Gäste kriegen die Kugel nicht weg und irgendwie dusselt der Ball doch noch hinter die Linie.

      Fotos machen, Fahrrad abketten und an den konsternierten Gästen vorbei, die der Trainer erstmal aufbauen muss. Anscheinend gibt es nur eine Umkleide, da alle Prenzlberger draußen warten ...

      NSC Rot-Weiß 1932 II vs SG Prenzlauer Berg 2:1
      Keine Accessoires.
      Kein weiterer Besuch von mir.

      Ich aber muss los, denn im etwa 9 Kilometer entfernten Johannisthal ist in einer halben Stunde Anpfiff. Im Derby und Kellerduell der Landesliga zwischen den Sportfreunden Johannisthal und dem Adlershofer BC geht es um alles. J'thal mit einem Punkt mehr erbeutete unlängst nicht nur gegen das Spitzenteam Spandauer Kickers ein Remis; nein, selbst gegen den Berliner SC II holte man endlich den ersten (!) Auswärtspunkt. Im Mai.
      Die Anlage ist sehr schön, zumal die Sportfreunde einer der wenigen Teams sind, die ihren Namen auch in der DDR behielten. Der Flughafen Johannisthal war der erste private Flughafen (sonst Militär) und hatte auch einiges an Industrie und Geschichte zu bieten. Letztere liegt brach, der Fußball aber lebt!
      In dem engen Käfig geht die Post ab, beide Mannschaften müssen punkten. Es geht sehr zu Sache, schon nach einer Viertelstunde die erste längere Verletzungsunterbrechung in einer körperlichen, aber recht fairen Partie. Schon bald die Führung für die Gastgeber, die deutlich engagierter sind. Im Vergleich zum vorherigen Spiel was das Ganze ohnehin eine Offenbarung. So, kurz zum Getränkestand am Spielfeld - korrekt muss es "Bierstand" heissen, denn dort gibt es ausschließlich gezapftes Berliner Pilsener. Wer was anderes will muss zurück in das Vereinsheim ...
      Dort frage ich wegen Nadeln - und kassiere die nächste Absage, wenngleich besonders originell: es gäbe welche, aber das Vereinslokal habe eine neue Bewirtschaftung. Ah ja. Später spreche ich doch noch mal die Damen hinter dem Thresen an, doch denen fällt dabei auch nur ein, dass sie noch den Schlüssel für die Fanartikelvitrine besorgen müssen. Ein Schal für zehn Euro und Mützen, aber Nadeln oder ähnlichen Kleinkram seh' ich da auch nicht.
      Mit dem Becher bewaffnet stiefel ich zum vorderen Rand; dort befindet sich eine Original englische Telefonzelle, in der die tehcnik aufgebaut ist. Davor der legendäre Stadionsprecher Ronny Rothe, der Hummeln im Hintern hat und Sorgen wegen dem aufkommenden Wolkenbruch hat. Neben der Heimfahrt (rund 7 bis 8 Kilometer mindestens ..) trage ich auch nur ein Polohemd und Mütze, weil es in Neukölln warm und sonnig war. Regen? Wäre schlecht ...
      Doch vor der Halbzeit doch noch das zweite Tor. Jetzt kann ich aus nächster Nähe den Sprecher erleben. Bei jedem Tor klingelt nämlich die Telefonzelle und der Sprecher kündigt den Torschützen an. Telefon heraus und das ganze Procedere aufgenommen. Timing ist alles.

      Halbzeit. War das ein Tropfen? Mist. Erstmal das Vereinsheim besichtigen, anschließend zurück und um den Platz herum zur Industrieruinenlandschaft neben dem Sportfeld. Der Platz liegt südlich der verfallenen Hallen in der Heide, während der Stadionsprecher erst eigene Lieder zum Besten gibt (und es passt irgendwie zum Verein - und das meine ich gar nicht negativ!), bevor er die neue CD der "Helene" ankündigt. Oh je. Schnell weg. Die Musik ist reichlich unspektakulär, Texte um mehr oder weniger originelle Wortspiele herum konstruiert - wer zuletzt in den "Was hört ihr gerade?" - Thread geschaut hat weiß, dass meinereiner dann doch eher komplexeres oder rockigeres bevorzugt. Hinter dem Feld gelangt man auf einem Hügel, der Zugang zu der anlage daneben bietet. Alles sperrangelweit offen - ich kan ohne weiteres den Leerstand begucken und bin nicht der Einzige, der sich dort herumtreibt.

      Die Zweite Halbzeit läuft und nun fängt es wirklich an zu nieseln. Schlecht. Und es hört nicht auf. Also in's Vereinsheim, erstmal was Kleines essen. Hoppla, nur noch 2:1 sehe ich , als ich (im Regen ..) zum Feld zurück trabe. Dann ein Zweikampf vor dem Strafraum, doch der Referee pfeift zur Freude der Gastgeber auf Elfmeter. Da hilft auch das Diskutieren nicht. Doch der Schütze schiesst halbhoch und zu zentral und der Keeper kann parieren. Statt den wachsamen Mitspieler den Nachschuss setzen zu lassen macht es der Schütze selbst .. und wird zurückgepfiffen. Doppelt unklug.
      Der Regen prasselt und auch mein Beutelchen dient nur wenig als Schutz. Noch mal rein. Dort verpasse ich den nicht für möglichen gehaltenen Ausgleich der Gäste, um postwendend das 3:2 für Johannisthal zu kassieren. Kurz vor Schluss noch einen Blick auf's Feld - es laufen die letzten Minuten - dann folgt der erlösende Abpfiff. Die Gäste sind bedient, zwei Einheimische Alt-Skin/Punks grinsen mich an und halten mich für einen Adlershofer. Meinen Erklärungsversuch, ich sei Groundhopper kann ich gleich zweimal wiederholen - erst nach einer Begriffsklärung wissen die beiden Bescheid. "Wir sehen uns bei Cock Sparrer ..?" fragt einer. Leider sind alle drei Konzerte (!) in Berlin ausverkauft. Man kann nicht alles haben. Aber es beweist für mich einmal mehr, dass in den "Dörfern" in Berlin die nettesten Leute und die beste Stimmung herrscht (Hallo Empor!)

      Wenigstens lässt der Regen etwas nach ... also zurück nach hause und raus aus den nassen Sachen.

      Sportfreunde Johannisthal vs Adlershofer BC 3:2 (2:0)
      Zuschauer: gut was los, bestimmt 60 Leute, aber in dem Käfig ist es kuschlig und eng
      Accessoires: leider keine. Bestimmt irgendwann.

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    • Bilder


      Neukölln halt ...


      NFC Rot-Weiß 1932: mitten im dicht besiedelten Neuköllner Norden klassische Gemütlichkeit mit Holzzaun ...


      NFC: Das Vereinsheim, rechts sieht man den hier geschlossenen Kiosk.


      Schönes Mural ...


      Immer unter Strom: Stadionsprecher, Duracellhase & Anpeitscher Ronny Rothe


      Vereinsheim, unten links die Halterung für die Kuchengabeln (!)


      Blick von der Terrasse


      Blick von außerhalb ..



      Direkt nebenan. Fußball und "Lost Places" besichtigen - perfekt.
    • Neu

      SV Tasmania vs SC Staaken 0:1 (0:1)

      Die Saison neigt sich dem Ende zu und im Grunde ist alles gelaufen. Staaken wird als Erster in die Oberliga durchmarschieren und darf sich neben dem Ligatitel auch "Überraschungsmannschaft des Jahres" nennen. Die waren immer mal oben dabei, aber mit Stand heute 79 Punkten aus 31 Spielen ist die Ausbeute wahrlich meisterlich - andere Dinge weniger. Dazu später mehr. Unten ist auch alles gegessen: neben Wilmersdorf (überraschend siegreich gegen Empor dieses Wochenende) und Hürtürkel (0:11 gegen Blau-Weiß 90 ..) steigt auch Dynamo II ab.

      Spekulationen, ob der Tabellenzweite auch aufsteigt bleiben bislang ungelöst. Oberligist Germania Schöneiche hat sich aktuell aus der Liga zurückgezogen, sehr zum Ärger des Trainers und der Mannschaft - die haben das nämlich auch erst jetzt erfahren. Damit bleibt alles in Bewegung.

      In Bewegung waren beide Mannschaften von Beginn an. Staaken reiste mit Selbstvertrauen und einigen Gästefans an - letztes Jahr nur ein einsamer "Staaaaaaaaaaaaaaaken" - Brüller, diesmal ein stolzer Troß. Erfolg erzeugt Wanderlust. Oder direkter: You only travel when you are winning. Tasmania bemüht und mit guten Chancen: der sehr gute Gästekeeper und die Latte retten im Duett, später macht's der Keeper allein. Beide Mannschaften auf Augenhöhe, Tas mit den besseren Chancen und Staaken .. macht das Tor. Freistoß von links auf's kurze Ecke, einer grätscht dazwischen und irgendwie trudelt das Leder in die Maschen. Das auch noch kurz vor Halbzeit. Nun wurde es ein ekliges Spiel.

      Denn Staaken macht hinten dicht und lauert auf Konter. Beide Abwehrreihen produzierten hier und da Schnitzer - so segelte der Klärungsversuch eines Staakeners gegen seinen Oberkörper. Ob das ein Handspiel beinhaltete kann ich nicht beurteilen, um mich herum reklamierten allerdings viele. Kurz darauf aber ähnliches im eigenen Strafraum, diesmal plärrten die Staakener. Apropos "plärren": das können die Gästespieler bestens, haben augenscheinlich bei den letztjährigen Spitzenmannschaften wie Hertha 06 oder vor allem Altglienicke gelernt. Einfach schreiend zu Boden und blitzschnell wieder hoch, wenn der Pfiff ertönt. Widerliche Taktik, aber erfolgreich. Der einzige Haken: es gibt reichlich Häme, wenn der Gegner ein lautes Publikum hat. Die Nummer 24 wirft sich schreiend in den Gegenspieler hinein und bekommt tatsächlich einen Strafstoß zugesprochen. Bei jedem Ballkontakt gab's konsequenterweise "Aua!"-Rufe und als er dann doch ausgewechselt wurde, wünschten ihm einige laut "Gute Besserung!".

      Doch es sollte nicht reichen. Keeper Schelenz musste immer mal wieder retten, weil etwas Mitte der Zweiten Halbzeit Tas resignierte und Staaken bequem kontern konnte. Hier war das Glück und die Göttin der Torwartkünste auf unserer Seite. Erst langsam rappelte sich Tas wieder auf, aber alles zu unkonzentriert, zu wenig Zug zum Tor. Der eingewechselte Kallensee bekommt einen strammen Ball in den Lauf serviert und müsste nur noch abschließen, doch der Mut verlässt ihn und der Ableger findet einmal mehr des Gegners Bein. Die letzten 5 Minuten dann plötzlich Dauerfeuer um den Staakener Strafraum, plötzlich kombiniert Tas blitzschnell über die Flügel und die gegnerische Abwehr brennt lichterloh. Es fehlt allein ein Tor. Und dabei bleibt's. Da parallel Mahlsdorf SD Croatia mit 4:1 vom eigenen Platz fegt, ist zumindest Rang 3 gesichert.


      Wenigstens in einer Tabelle Spitzenreiter - das hätte ich bei den schwankenen Zuschauerzahlen nicht erwartet, wirft eher ein schlechtes Licht auf den hiesigen Amateurfussball ...
      Ansonsten hier die Punkte-Tabelle - man beachte das Torverhältnis des Schlußlichts ...

      Zuschauer: offiziell 160
      Besonderheiten: ein Tasmane unterhält gute Kontakte zur Politik, nachdem unlängst Bezirksbürgermeistern Franziska Giffey vor Ort war lud er nun den Neuköllner Bundestagsabgeordneten Fritz Felgentreu ein. Pflichtbesuch eines Lokalpolitikers, aber er wirkte nicht unsympathisch und ich verkneife mir mal die Alfred Tetzlaff - Sprüche.
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      Der Rest vom Schützenfest

      Oben schrieb ich, dass noch vollkommen unklar ist, wie viele Mannschaften wohin aufsteigen. Die zwischengeschaltete Oberliga sorgt für mehr Ärger denn Erleichterung und jedes Jahr melden sich Mannschaften ab. Möglicherweise steigen gleich zwei Mannschaften aus der Berlin-Liga auf (konkurrieren mit dem sächsischen Landesverband, die vor Mitgliedertechnisch vor Berlin stehen), dann stiegen auch gleich fünf Mannschaften aus den beiden Landesligen auf. Also Relegationsspiel der beiden Drittplatzierten.
      Steigt nur Staaken auf, muss Mahlsdorf II in der Landesliga bleiben (wollen wir's hoffen ..) und es rückt der Dritte hoch.

      Staffel 1 - hier marschiert die besagte Zweite der Mahlsdorfer, Hellas-Nordwest schwächelt etwas und verliert erneut, diesmal gegen Internationale mit 0:4. Für Inter kommt die Schlussoffensive zu spät, da nur noch drei Spieltage vor Schluss zu viele Mannschaften oben spielen. Andererseits: nächsten Samstag reisen sie nach Biesdorf und könnten dem nächsten Aufstiegskandidaten Punkte stehlen. Die Fortuna steht derzeit auf Platz 3 - und wäre somit auch aufgestiegen. Im Grunde meine Wunschkonstellation. Sie spielten nur Null-Null gegen Hermsdorf (nicht das Thüringer Hermsdorf, sondern im Nord-Nordwesten Berlins), doch parallel verlor Türkiyemspor gegen Rehberge (auch irgendwo Nord-Nordwest) zu hause und bleibt auf Platz vier. Nur einen Punkt weniger als Türkiyemspor hat Concordia Wittenau - die verloren daheim wiederum gegen Mahlsdorf II .. die Spitze schneckt also dem Saisonende entgegen.
      Nur der Keller nicht - die letzten drei müssen runter und sind allesamt abgeschlagen, aber Absteiger ist ungleich Absteiger: der TSC Friedenau schlug den Köpenicker SC mit 9:2. Somit steigt nicht nur in der Zweiten Bundesliga ein KSC ab - dieser hier sammelte in 27 Spielen auch nur zehn Punkte.
      Tabelle der 1. Staffel Landesliga

      Staffel 2 - oben rum alles beim alten: Sparta (7:2 gegen den 1.FC Neukölln) und die Spandauer Kickers (4:1 gegen Gatow) marschieren vorne weg. Der starke Aufsteiger Hilalspor hat stolze 53 Punkte aus 25 Spielen, bleibt aber auf dem bislang undankbaren Dritten Platz.
      Irre ist der Abstiegskampf: von 15 Mannschaften kämpfen nach wie vor sechs um den Ligaverbleib. Der Adlershofer BC holte gegen Mariendorf nur einen Punkt und bleibt Letzter (19 Punkte), der Rest verlor samt und sonders, lediglich Concordia Britz schlug auswärts den SFC Stern II deutlich mit 3:0 und klettert aus dem Keller.
      Der Spielplan meint es nicht gut mit ABC: nächste Woche reisen die Spandauer Kickers an. Das Spiel Concordia Britz gegen Johannisthal ist ebenso vorentscheidend, der Sieger dürfte durch sein. SW Spandau hat als Einziger im Keller schon 26 Spiele und muss zuschauen, Britz hat sogar nur 24 Spiele und dementsprechend noch was in der Hinterhand.
      Spieltag & Tabelle der Staffel 2 Landesliga

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      Bezirksliga

      Staffel 1 - "Icke" Häßler ist zurück, sein "Club Italia" gewann 8:0 in Friedrichshagen und steht als Aufsteiger fest. Ebenso Brandenburg 03 trotz einer Nullnummer in Lübars - Liria verlor selbst und kann zehn Punkte Rückstand in den drei verbleibenden Spielen nicht mehr aufholen. Letzter ist TeBe II, die anderen beiden potentiellen Absteiger wehren sich aber und konnten ihre Spiele gewinnen. Lichtenberg schlug immerhin den Dritten Liria mit 5:1. Doch auch der letzte Club in Reichweite siegte - beim Schlußlicht.
      Tabelle

      Staffel 2 - die Mannschaft der Stunde ist der Weißenseer FC. Diese siegten beim Absteiger und bisherigen Zweiten Berolina Mitte klar mit 4:1. Ganz oben zieht Frohnau einsam seine Kreise. 65 Punkte aus 26 Spielen ist auch eine Marke. Ganz unten losen drei Mannschaften zwei Absteiger aus. Der Chaos-Club BFC Südring steht dabei auf dem letzten Platz, da parallel Köpenick-Oberspree einen Punkt gegen Veritas Spandau und Mahlsdorf-Waldesruh gar drei Punkte gegen Rotation holten.
      Tabelle

      Staffel 3 - hier wirds lustig. "Oben rum" ist alles klar. Lichtenrade und der FC Nordost haben den Aufstieg im Blick. Insbesondere Erstgenannte haben sich innerhalb von zwei Jahren aus der Kreisliga A in die Landesliga zurückgekämpft. Gratulation!
      Richtig verrückt ist der Abstiegskampf. Absteiger Concordia Wilhelmsruh ist abgeschlagener Letzter und weg vom Fenster. Darüber kämpfen gleich 8 von 16 Mannschaften um den Verbleib in der Liga. Mariendorf II (34 Punkte) auf Platz 8 hat nur einen Sieg Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz 14 (VfB Berlin 1911 - 31 Punkte), die SG Blankenburg (ein eingemeindetes Dorf im äusseren Nord - Nordosten ..) kam Dank eines Sieges gegen Wilhelmsruh wieder heran und kann sich mit 30 Punkten Chancen ausrechnen.
      Tabelle

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      # Pinguine!
      Das Spiel Polar Pinguins gegen Meteor II dauerte nur eine Halbzeit und endete da 7:1. Komischerweise wurde in Tempelhof gespielt. Vermutlich können sie nicht mehr auf dem Inter-Platz an der Ringbahn spielen, wäre aber sehr schade. Das Spiel wurde noch nicht gewertet und dadurch bleibt Polar auf Platz vier. Mit einem Torverhältnis von +85 (110:25) und trotzdem nicht aufsteigen? Möglich bleibt es. Im Spitzenspiel siegte Cimbria Trabzonspor gegen den FC Kreuzberg und auch der Dritte Al-Dersimspor II gewann.
      Kreisliga B - Staffel 1

      # Tasmania II
      Auch hier ein Spielabbruch nach einer Halbzeit - da stand es schon 11:0 gegen Steglitz Genclerbirligi. Letzter ist Heinersdorf II mit mageren 4 Punkten und einem 2:9 bei einem der besten Vereinsnamen: SV Müggelpark Gosen. Klingt wie Disneyworld, wird aber Fußball gespielt. Na gut, nur ein Kreisliga B ...
      Kreisliga B - Staffel 4

      # Grunewald - ist nicht mehr Letzter! Gegen RW Hellersdorf II gewann die neuformierte Truppe 4:1. Immerhin drei von fünf Spielen, die auch stattfanden ..
      Kreisliga C - Staffel 3
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