Spielberichte Berliner Amateurfußball

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    • Samstag war ich übrigens auch unterwegs. Da in Berlin nichts spannendes war bin ich mal gen Süden nach Brandenburg raus. Süd-Südost, also am Flughafen Schönefeld vorbei liegt Königs-Wusterhausen mit diversen Vororten. Streng genommen eine Sammlung diverser Brandenburger Dörfer. So weit war ich noch nie und der letzte Halt vor K-W ist Wildau. Muss keinem was sagen, war mir auch gänzlich unbekannt, obwohl in einer schnieken Klinkerbauindustriehallenanlage des vorletzten Jahrhunderts jetzt eine Technische Universität beheimatet ist. Was aber noch wichtiger ist: in der Nähe spielt auch die SG Phönix Wildau, von den hiesigen Hoppern schon sehr gelobt. Zumal man nur an dem "Campus" durchlaufen muss und schnell da ist.


      Anfahrt:
      Wie beschrieben recht gut, aber von Neukölln ist man doch noch mal eine halbe Stunde im Zug.

      Der Platz:
      Sehr schön. Großer Naturrasen mit einem Kleinfeld dahinter und zwei separaten überdachten Kleintribünen. Alles ostig-improvisiert, dafür ist das Vereinsheim durchaus prächtig.

      Das Vereinsheim:
      Ein netter Raum und ein guter Imbiss, leider keine Accessoirs. Am schluss gab's fast noch Ärger, weil ich Exemplare der Jubiläumschronik entdeckte und der nette Kassenwart meinte, dass ich die so mitnehmen könnte, der Barmann aber dagegen war, die solle er noch verkaufen. Der Kassenmann erinnert daran, man könne nicht mehr als einen Euro nehmen, schließlich habe man die Dinger auch schon verschenkt. Augenscheinlich gibt's intern doch verschiedene Fraktionen, um die Wogen zu glätten lege ich ein Zwei-Euro-Stück auf den Thresen.

      Das Spiel:
      Brandenburger Landesliga, ähnlich wie das Berliner Pendant siebtklassig. Aber ein wirklich schwaches Spielniveau, vor allem der Gastgeber, die mit langen Bällen ihr Glück versuchen. Oben schrieb ich, dass am gleichen Tag in Berlin das Empor-Spiel abgebrochen werden musste - hier wurde weiter gespielt, aber die hohen Bälle sorgten für Roulette auf dem Rasen. Dadurch gewann das spiel einen gewissen Unterhaltungswert. Ansonsten zeigten die Gäste einige passable Offensivaktionen, ohne allerdings zwingendes zu kreieren. Phönix gurkt gegen den Abstieg, der FV Erkner steht irgendwo im Mittelfeld. In der Zweiten Hälfte stellten die Gäste das Spielen dann weitestgehend ein und überließen den wenigstens kämpfenden Gastgebern das Feld. Ein unberechtigter Elfer entschied das Spiel dann zugunsten der Wildauer. Einen diagnonalen Ball von links außen in den Strafraum erbeutet der Torwart im Fallen sicher, er kommt raus und fängt das Leder sicher. Der Stürmer ist einfach zu spät, springt aber nicht über den Keeper hinweg, sondern rennt in den Mann rein und geht schreiend zu Boden. Die Heimfans sahen einen "glasklaren Elfmeter", ich eine glatte Fehlentscheidung. Man muss den Gastgebern aber zugute halten, dass sie den Sieg wirklich wollten. Erkner hätte aus ihrer technischen Überlegenheit mehr Kapital ziehen müssen.

      Phönix Wildau vs FV Erkner 1:0
      Accessoirs: eine Vereinschronik


      So muss das sein!


      Das Teil bog sich teilweise noch deutlicher nach rechts als hier zu sehen ...


      Edel! Und irgendwie picasso-esk, das Geländer ...


      Das Vereinsheim innen. Durchaus lauschig.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Captain BlackAdder ()

    • Neu

      Was tun, wenn Tasmania nicht spielt, da der Gegner SD Croatia es vorzieht, sich dieses Wochenende aus dem Landespokal kegeln zu lassen? Zum einen auf den Nachholtermin in anderthalb Wochen warten, zum anderen natürlich verstärkt schauen, wo man noch hinfahren könnte. Zumal das Wetter auch wirklich schön und fußballfreundlich ist!

      Sonntag:
      Der Abend war lang und um eine Stunde verkürzt. Alle Termine morgens fallen da schon mal weg, selbst das Landesligaspitzenspiel Spandau 06 versus Sparta Lichtenberg (1:3) um 10:45 ist keine Option. Die nächsten Termine waren gegen 12.00 morgens. Aber ungeduscht und noch mit halbvoller Kaffeetasse aus dem Haus? Nächste Option: Eichwalde-Schmöckwitz um 13:00. Ich wär jetzt fertig, aber es ist schon nach eins mittlerweile. Verflixt.
      Also eben die späteren Termine. Und nichts gen Westen, weil da wieder Schienenersatzverkehr ist. Meine Wahl fällt auf den Nachfolger von Rapide Wedding, dem SV Nord Wedding 1893. Gurkt mittlerweile nur noch in der Kreisliga B, hat aber ein großes Vereinsheim aus besseren Tagen und einen netten Platz mit passabler Tribüne unter Bäumen. Die Alten vor Ort eher deutsch, die Spieler nicht. Die Gäste noch weniger, ein arabischer Club aus Neukölln namens Al-Kauthar, dessen Logo und Vereinsfarben ein gesamtarabisches Palästina darstellt. Unglaublich sympathisch, wollte ich eigentlich boykottieren, aber nun spielen die halt hier zu Gast. Araber gegen Weddinger Türken quasi, diskutiert wird auch viel, vor allem die Gäste rufen im keifendem Falsett alle Nase lang nach dem Schieri. In der Zweiten machen die Gastgeber das Spiel, scheitern am unorthodox agierenden Gästekeeper oder am Gebälk (zweimal Latte, einmal Pfosten) oder noch eher an der eigenen Ungenauigkeit. Immerhin ein passables Kampfspiel.
      Das Vereinsheim ist recht groß, leider gibt's keinerlei Accessoirs. In einer Vitrine liegen noch diverse Pokale, Wimpel und Gläser von Rapide Wedding, ansonsten beeindrucken die beiden großen Banner der Nord Weddinger und der Freizeitligatruppe Bosna.

      Nach Spielende geht es zur Hälfte Richtung Wohnung; in der Landesberger Allee wird nämlich noch ein Zwischenstopp eingelegt. Dort, wo ein Schwimmbad, das Velodrom und Volleyball gespielt wird, findet in der Nähe auch interessanter Sport statt. Die ehemaligen SV Berliner Brauereien spielen jetzt unter dem Dach des TSC Berlin (die hatten wohl keine eigene Fußballabteilung) und haben den kultigen Namen gestrichen. Unfassbar. Dafür gab es für deren Zweite im Spiel gegen den Kreisliga B - Spitzenreiter FC Kreuzberg (ist aber eine andere B - Staffel als Nord Wedding) eine 0:4-Klatsche. Kuriosum: als die Gastgeber kurz vor Ende einen berechtigten Elfmeter bekamen, wechselte der Trainer einen gut genährten Spieler ein, der den Elfer treten sollte. Augenscheinlich ein im Training besonders fleissiger Bursche. Der Schuss war auch gut, es stand eben nur der Pfosten im Weg ... kurz darauf handelte er sich noch eine Karte wegen Meckerns nach einem Foul im Mittelfeld ein. Wenn, dann richtig. Der Auswechselspieler für den Elfer war mit der Sache auch nicht so zufrieden. Ist eben immer ein Risiko, Vereinsunikate ein Elfmeterbonbon zu überlassen, aber kurz vor Ende mit derbem Rückstand isses ja eh egal.

      Samstag:
      Ursprünglich war ein Potsdam-Tag geplant. Zwei stationen kam ich westwärts, danach Pendelverkehr. Blick auf die Uhr - das schaffe ich höchstens zur Halbzeit. Dafür nach Potsdam eiern? Nö. Zurück nach hause und in Ruhe ein neues Ziel suchen. Ganz am anderen Ende - gen Nordosten - liegt am Ende der S-Bahnlinie 7 der Bahnhof Ahrensfelde. Der Bahnhof liegt noch im Marzahner Plattenbau, aber nur etwa 200 Meter weiter beginnt dann tatsächlich das Brandenburger Dorf. Also richtig "Dorf", der Plattenbau endet ziemlich genau an der offiziellen Grenze. Viele kleine Häuschen zeigen: wer das Geld hat, lebt hier im Grünen. Aber halt - ohne Schienenersatzverkehr geht es auch hier nicht und so komme ich mit Verspätung kurz nach Anpfiff bei Grün-Weiß Ahrensfelde an. Die Lage am Rand Berlins macht sich bezahlt; es ist einerseits ein klassischer Dorfclub, der den ganzen Ort hinter sich hat, dafür kann man aber auch immerhin siebtklassig spielen.
      Kaum bin ich da, pfeifft der Unparteiische Elfmeter für die Gastgeber. Allein die Umsetzung scheitert, der Ball hoppelt (!) gegen den Pfosten. Fatal bei Dorfclubs: jeder kennt dich, jeder weiß, wo dein Haus wohnt. Ein Kollege rettet aber den Unglücksraben vor dem potentiellen Mistgabelmob, einen Freistoß kurz darauf versenken die Grünen sicher im Netz. Schön an der Mauer vorbei in die Ecke, wo eigentlich der Torwart stehen sollte. Gegen wirklich schwache Templiner (mit dem ironischen Vereinsnamen "Viktoria") gelangen in der Zweiten Hälfte unter gütiger Mithilfe der Gäste noch zwei weitere Treffer. Das zweite Tor war super: Gestocher, weil sich keiner traut mal richtig zu schießen und als der Ball eigentlich schon Richtung Toraus trudelt drischt ein Verteidiger den Ball zurück in's Feld, von wo der Kapitän doch mal drauf hält und der Ball unter dem unglücklichen Keeper mittig einschlägt.
      Etwas überraschend hat der Verein auch ein imposantes Vereinsheim mit Außentreppen, auf denen die Spieler zur Umkleide hochstiefeln müssen. Dazu kommt ein Vereinsheim mit Fressalien und diversen Fanartikeln wie Regenschirme, schwere Teegläser ("Is thermo!") und Mini-Trikot für die Autoscheibe. Leider keine Nadel oder Pin. Aber vielleicht trink ich jetzt ja mehr Tee. Mit thermo.

      Freitag:
      Nix los, nur ein Spaß-Kick in Lichtenberg. Im altehrwürdigen Zoschkestadion spielte Lichtenberg 47 gegen die A-Jugend von Union Berlin. Die spielen in der zweithöchsten A-Jugendliga recht gut mit, Tasmanias U19 musste sich zuletzt nur knapp mit 1:2 geschlagen geben. Da sollte eine Oberliga-Herrenmannschaft keine Probleme haben. Doch, zumindest in der ersten Hälfte. Da spielten die Union-Teenies gut mit, aber nach einer Ecke zeigten die Herren, was Oberligaholzer für Eisenschädel und Schultern drauf haben. 1:0 zur Halbzeit. Danach lief es besser und die U19 wurde noch mit 4:0 besiegt. Sehr schön das Tor, als der Keeper "Leo" schreit, sauber daneben greift und ein Lichtenberger an allen Beinen vorbei einschiebt - und der tapsige Torwart-Torsten erstmal die Abwehr rund macht. Schuld sind immer die anderen!
      Pins oder Nadeln gab's nicht, sondern nur zu Liga-Spielen. Tausend Dank.

      Mittwoch:
      Mal wieder Poststadion! Der Berliner Athletik-Club 07 hatte ein Nachholspiel gegen Schönberg. Sonst spielen die immer parallel zu Tas udn Moabit liegt in Mitte doch nicht in unmittelbarer Nähe zu Neukölln. Stichwort "Tasmania": unserer ehemaliger Coach Abu Nije ist wieder im Big Business! Nahc der unschönen Trennung mit Schlammschlacht war es schwer für ihn, den Schmähungen zu trotzen und wieder aufs Gleis zu kommen. Erst im Januar wurde er neuer Co-Trainer beim BAK, unlängst nahm sein Cheftrainer aber den Hut, so dass Abu einsprang und plötzlich die Geschicke leitet. Den Tüchtigen hilft das Glück.
      Mittwoch Nachmittag in der Regionalliga - ich habe was von 111 zahlenden Zuschauern gehört, was natürlich fatal ist. Andererseits sollte ich mal ruhig sein - ich habe Kontakte und kam selbst frei rein. BAK halt. Das Spiel war mau, weil die Gastgeber deutlich stärker waren, aber vorne harmlos und hinten den Schönbergern Geschenke machten. Der Torwart beispielsweise bekommt im Strafraum ein Zuspiel, nimmt ihn aber weder an noch drischt er das Leder weg - so bedankt sich der Gegenspieler und nimmt ihm die Kugel vom Fuß. Oh je. Der BAK rennt zweimal einem Rückstand hinterher, verpasst es aber, das Spiel ganz zu drehen. 2:2 steht es am Ende. Schönberg wird wohl keine Lizenz beantragen, da anscheinend der Sponsor Palmberg wegfällt. Beim BAK wiederum ist die Luft raus, weil das 1:3 gegen Jena deutlich zeigte, dass die Kicker aus Moabit dieses Jahr nicht wieder bis zum Schluss um den Titel mitspielen.
      Zumindest war die Stimmung halbwegs gut beim Expertenkreis. Bis auf ein älteres Vereinsunikat, der legendär die eigene Mannschaft runtermacht und kein Ende findet. Sehr zum Verdruss der anderen Fans, die jedes Mal mit Rausschmiss drohen. Neben dem Gezeter darf der endgültige Klassiker nicht fehlen ("Ich überlege mir echt, nicht mehr zu kommen! Das tue ich mir nicht mehr an!"). Und natürlich hört man dies bei solchen Rohrspatzen jahrein, jahraus ..
      Vor dem Spiel habe ich schon den kleinen Fanstand des Fanprojekts aufgesucht und dort Aufkleber, einen Aufnäher und sogar den letzten Pin abgestaubt (sogar einen recht alten).
      Nach dem Spiel ging es wieder in's Fanprojekt - ein Mehrzweckraum, der vorher ungenutzt war und sich die paar Nasen austoben können. Im Grunde ist der BAK genauso ein Dorfverein wie Grün-Weiß Ahrensfelde. Es gibt Sterni (wenn's weg muss..) und nachdem ich Interesse am Presseraum zeige, bekomme ich sogar Zutritt in die tieferen Katakomben des Poststadions. Alles schnieke hergerichtet, mit Namensschild der Trainer (bei Schönberg treibt neben vielen Spielern auch Ex-Hansa-Mann Rietentiet sein Unwesen). Abu taucht auf und erkennt mich, er ruft sogar noch seinen Co-Trainer (?) herbei und wir sprechen kurz über Tas. Er war ja nicht nur Trainer, sondern auch Spieler bei Tasmania gewesen (und auch Osnabrück und Wattenscheid 09), der Verein liegt ihm am Herzen, auch wenn das Tischtuch zum Vereinsboss Wilde definitiv zerschnitten ist. Ein unglaublich sympathischer und authentischer Typ, leider erst einen Punkt aus den beiden Spielen als Cheftrainer, aber die Mannschaft wird wohl so auch nicht zusammen bleiben.

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    • Neu

      Ein paar Bilder:

      Ahrensfelde. Einmal im Gänsemarsch zu den Kabinen! Farblich eher ein Leipziger Derby ...


      So muss Anzeigentafel!


      Ein klassisches Vereinsheim. Und schön bebannert!


      Auch Nord-Wedding. Insgesamt aber auch ein weit verbreitetes Problem.


      Eine der Nebenränge des Poststadions.


      Mondäne Regionalliga ...
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