Gedanken über Tradition und Kommerz

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    • Kampfkater schrieb:

      xenon schrieb:

      Obs natürlich unten, wo Kleinmäzene oder Dorfmogule so was wie Lotte unterstützen, besser ist, sei natürlich dahingestellt.


      Keineswegs, daher fand ich diese "alle für Lotte"-Stimmung vor diesen Relegationsspielen auch sehr einseitig betrachtet. Meiner Meinung nach machen RBL und die TSG nichts großartig anders als Lotte, Viktoria Köln, TuRu Düsseldorf, oder der KFC Uerdingen. Überall steht jemand an der Spitze, der Kohle in den Verein pumpt und da kommen wir auf das endlose leidige Thema Hoffenheim/RBL - die machen's doch auch nicht anders, nur eben bei RBL mit einer "neuen" Qualität. Wobei...fragt mal Rot-Weiß Ahlen.

      Was an Dietmar Hopp jetzt großartig anders ist, als an den aktuellen, oben genannten Beispielen, soll mir doch jemand erklären.


      Für mich gibt es da einen wesentlichen Unterschied! Nehmen wir nur mal die letzten 15 Jahre...

      Lotte: 15 Jahre pendeln zwischen Oberliga und Regionalliga
      Uerdingen: 15 Jahre pendeln zwischen Regionalliga, Oberliga, Verbandsliga, Oberliga und nun wieder Regionalliga
      TuRu: 15 Jahre pendeln zwischen Verbandsliga und Oberliga
      Hoffenheim: Innerhalb von 15 Jahren von der Landesliga in die Bundesliga durchgestartet!

      Ich habe nichts gegen Mäzen die ihren Dorfverein in eine der höheren Amateurligen puschen. Nahezu jeder "kleinere" Verein ab der 4.Liga hat so einen Gönner.
      Gefährlich wird es dann, wenn ein Verein wie Hoffenheim oder RB Leipzig innerhalb von wenigen Jahren die Fußballwelt komplett auf den Kopf stellen möchte.
      Bei Viktoria Köln sehe ich aktuell auch diese Gefahr. Die haben sich ähnlich wie RBL vor 2 Jahren eine Oberligalizenz "erkauft" (Junkersdorf) und werden nächstes Jahr ziemlich sicher in die 3.Liga aufsteigen.
      Beim SV Rödinghausen darf man gespannt sein. Die sind nun nach 1904 Aufstiegen in Folgen nun auch schon in der Oberliga angekommen. Geht es in dem Tempo weiter, sehen wir die in 3-4 Jahren auch in der 2.Bundesliga.
      Ein völlig überdimensioniertes Stadion haben die ja bereits in ihrem Dorf stehen...

      Den VfL Wolfsburg habe ich eigentlich nie so kritisch gesehen wie viele andere. Der Verein hat für mich durchaus schon sowas wieTradition. Schon lange bevor VW dort aktiv wurde gab es in Wolfsburg höherklassigen Fußball. Bis zur Einführung der Bundesliga spielten die in der damals höchsten Liga. Und auch danach waren die immer in der 2. oder wenigstens in der 3.Liga.
      Selbst der Aufstieg in die 1.Bundesliga gelang noch ohne die dicke Kohle von VW. Die kam erst Jahre später...

      Was ich interessant finde: Ganz Deutschland wünscht sich Vereine wie Fortuna Köln oder die SG Wattenscheid 09 wieder zurück in einer höheren Liga. Dabei vergessen viele wohl: Genau diese beiden Vereine sind nun wirklich nichts anderes als die TSG Hoffenheim.
      Steilmann (Wattenscheid) und Löhring (Köln) haben da ihr gesamtes Vermögen reingesteckt und so ihre Vereine zu festen Größen in der 2.Bundesliga, zeitweise sogar in der 1.Bundesliga gemacht.
      Nachdem die beiden kein Geld mehr in die Vereine stecken konnten/wollten ging es im Rekordtempo runter bis in die Verbandsliga (6.Liga).
      Beide wurden nie richtig von den Fans angenommen. Beide haben in der 2.Bundesliga nicht selten vor unter 1.000 Zuschauern gespielt. Beide hatten nie eine nennenswerte Fanszene.
      Und trotzdem zählt man beide heute zu den "Traditionsvereinen" die unbedingt man wieder höher spielen sollten.....
      Ob das mit Hoffenheim in 20-25 Jahren auch so sein wird? Wenn Hopp irgendwann den Geldhahn abdreht und die TSG wieder runter ins Amateurlager geht.....werden die Fans in 20-25 Jahren auch auf eine Rückkehr von Hoffenheim in den Profibereich hoffen?
      Tom Bartels, Ralph Hasenhüttl, Timo Werner und Ralf Rangnick gefällt das.
    • suba_01 schrieb:

      Geh doch mal wenn es dir eh schon Sch.. geht , und du eh keinem mehr in die Augen schauen kannst weil du dich vieleicht persönlich verntwortlich machst für den Abstieg,
      durch die Geschäftsstelle und entlass dann mal jeden zweiten den du da siehst, dazu auch noch zwei drittel der Jugendtrainer die auf der Gehaltsliste stehen,
      und lange Zeit nen guten Job gemacht haben für den Verein den sie lieben.
      Wäre der völlig falsche Ansatz. Natürlich müssen bei sinkenden Einnahmen die laufenden Kosten auch reduziert werden, doch da muss man woanders ansetzen, z.B. bei den Gehältern von Spielern und Trainern der Mannschaft, die für die schwindenen Einnahmen verantwortlich sind. Sowas muss dann bereits im Vertrag mit drin stehen, dass im Falle eines Abstiegs x% weniger gezahlt wird. Die langfristigen Sponsorenverträge sind doch genauso gestrickt. Genauso müssen dann Boni, Sonderauszahlungen und geldwerte Vorteile gekürzt werden. Wozu braucht ein Fussballverein z.B. Firmenwagen für Spieler? Die verdienen genug und können sich selber das Auto leisten, welches sie für den Verein auch gar nicht brauchen. Angestellte brauchen auch in den wenigsten Fällen eines, dafür reichen ein paar Pool-Wagen. Das müssen auch keine Audi oder Mercedes sein, wenn der Verein nicht um die internationalen Plätze mitspielt und mit dem Geld rechnen muss.
      Und mit ein paar Verkäufen kann man dann noch zusätzlich Geld rein holen, um ein kalkuliertes Minus auszugleichen.


      Das sind aber i.d.R. nicht Probleme vom Abstieg her, sondern Probleme der Manager, die den Job heute einfach nicht mehr anständig ausführen können, die nicht mehr mit Geld umgehen können und keine G&V mehr verstehen. Das hat man ja nicht nur im Fussball.

      Und um deine Frage zu dem möglichen Werder Abstieg zu beantworten. Dafür haben wir noch Lemke, der ist Manager durch und durch und hat ja schon die letzte Saison nen Sparkurs verordnet, der hätte auch im Falle des Abstiegs dem Eichin unter die Arme gegriffen, dass der Verein nicht durch den Abstieg geschwächt würde. Da wäre eher im Kader der eine oder andere mehr gegangen als auf der Geschäftsstelle
    • kuzze schrieb:


      Was ich interessant finde: Ganz Deutschland wünscht sich Vereine wie Fortuna Köln oder die SG Wattenscheid 09 wieder zurück in einer höheren Liga. Dabei vergessen viele wohl: Genau diese beiden Vereine sind nun wirklich nichts anderes als die TSG Hoffenheim.
      Steilmann (Wattenscheid) und Löhring (Köln) haben da ihr gesamtes Vermögen reingesteckt und so ihre Vereine zu festen Größen in der 2.Bundesliga, zeitweise sogar in der 1.Bundesliga gemacht.
      Nachdem die beiden kein Geld mehr in die Vereine stecken konnten/wollten ging es im Rekordtempo runter bis in die Verbandsliga (6.Liga).
      Beide wurden nie richtig von den Fans angenommen. Beide haben in der 2.Bundesliga nicht selten vor unter 1.000 Zuschauern gespielt. Beide hatten nie eine nennenswerte Fanszene.
      Und trotzdem zählt man beide heute zu den "Traditionsvereinen" die unbedingt man wieder höher spielen sollten.....
      Ob das mit Hoffenheim in 20-25 Jahren auch so sein wird? Wenn Hopp irgendwann den Geldhahn abdreht und die TSG wieder runter ins Amateurlager geht.....werden die Fans in 20-25 Jahren auch auf eine Rückkehr von Hoffenheim in den Profibereich hoffen?
      Selbst der angeblich so andere Verein FC St.Pauli. Ohne deren Gönner der 90er Jahre gäbe es die schon lange nicht mehr, gut der hat da auch viel Schindluder getrieben, aber eben auch Geld reingepump in einer Phase als der Club noch nicht derart etabliert war in seinem Image.

      Dennoch sehe ich die TSG und RBL noch als neues Extrem an, die allten Gönner haben nie in diesem Ausmaß Vereine gepusht, dermaßen mitgeholfen den eh überdrehten Spielermarkt noch mehr zu überdrehen.
    • kuzze schrieb:

      Ob das mit Hoffenheim in 20-25 Jahren auch so sein wird? Wenn Hopp irgendwann den Geldhahn abdreht und die TSG wieder runter ins Amateurlager geht.....werden die Fans in 20-25 Jahren auch auf eine Rückkehr von Hoffenheim in den Profibereich hoffen?


      Soweit ich informiert bin, hat der Hopp für die TSG ne Stiftung gegründet, die eben genau dieses Szenario, oder einen möglichen Tod von D.H. (ist ja auch nimmer der Jüngste) verhindern soll. Hopp hat doch immer wieder betont, dass die TSG sich selbst tragen soll.

      @ Sather: Was du mit dem Spielermarkt ansprichst, kannst du aber keinesfalls allein an TSG/RBL festmachen. Klar hat Hoffenheim 30 Mio. in einer Zweitligasaison verbraten, aber da war der Markt längst überdreht, wenn man sich mal anschaut was für Summen alljährlich in Spanien und England investiert werden.

      kuzze schrieb:

      Für mich gibt es da einen wesentlichen Unterschied! Nehmen wir nur mal die letzten 15 Jahre...

      Lotte: 15 Jahre pendeln zwischen Oberliga und Regionalliga
      Uerdingen: 15 Jahre pendeln zwischen Regionalliga, Oberliga, Verbandsliga, Oberliga und nun wieder Regionalliga
      TuRu: 15 Jahre pendeln zwischen Verbandsliga und Oberliga
      Hoffenheim: Innerhalb von 15 Jahren von der Landesliga in die Bundesliga durchgestartet!


      Das würde ich nicht zu hoch hängen und wenn wir schon Erbsen zählen, müssen wir auch bei der TSG richtig zählen, da waren's nämlich 19 Jahre bis zur Bundesliga. Und in wirklich großem Stil, den ich jetzt aktuell bei Viktoria, etc. auch sehe, hat Hopp auch erst seit 2005 dort investiert. Ist ja letztlich wurscht, ob's nun 5, 15, oder 25 Jahre dauert, bis die im Profifußball sind - das System bleibt das Gleiche.
      " Ich will nicht wieder absteigen. Dann bringe ich alle um. Das wäre der Leidensweg Christi."

      Martin Kind
    • Nur mal kurz eine kleine Anmerkung zur Begriffsklärung: Hoffenheim ist lediglich ein Stadtteil von Sinsheim, von Hochverrat kann also kaum die Rede sein... ähnlich verhält es sich ja mit Gelsenkirchen und Schalke. Aber Hochverrat hin oder her, auch dort steht das Stadion nicht in GE-Schalke, sondern in GE-Erle wenn man Wikipedia glauben schenken darf, ganz schön skandalös solch ein Fauxpas und das bei einem vermeintlichen Traditionsverein! ;)

      Die Toreinfahrt vum Schuster woor unser Fußballtor,
      wo em Winter wie em Sommer dä Papst ahm boxe wohr,
      Schalke en Packung vum FC kräät,
      klein Stan Matthews, klein Pelés, klein Hans Schäfers spillten he.



      www.groundhopping.jimdo.com
    • suba_01 schrieb:

      Nochmal so zur Info, Bayer Leverkusen ist da ne ganz andere Geschichte.

      Da haben Mitarbeiter von Bayer praktisch einen Club oder ne Fußball Abteilung gegründet, die sich von Jahr zu Jahr nach oben gearbeitet hat. Da ist alles homogen natürlich gewachsen, und nicht mit viel Geld einfach nach oben gepusht wurden. Und wenn Leverkusen nicht in seiner Umgebung so viele Vereine hätte mit denen die sich um ihre Fans kloppen müssten, hätten die heute ein anderes Standing.Es hat sehr lange gedauert bis der Konzern die Bedeutung oder die Möglichkeiten die er mit dem Mannschaft in der Werbung hat.
      Außerdem ist Bayer sehr breit in der Sportförderung aufgestellt gewesen, an eine Menge Goldmedaillen bei Olympia wäre ohne deren Förderung nicht zu denken gewesen. Da wurde auch lange Zeit wesentlich mehr Geld in andere Bereiche als den Fußball gesteckt.
      Bayer war auch der erste Fußballverein der bei seinem Nachwuchs immer sehr stark auch auf deren berufliche Bildung geachtet hat, damit die Jungs weitere Möglichkeiten haben falls es mit dem Profisport nicht klappt. Sicher kann man jetzt, war für die auch einfach mit dem Konzern im Rücken, doch andere Vereine hätten diese Möglichkeiten in den 80zigern auch gehabt, nur ging es denen am Arsch vorbei was aus ihrem Nachwuchs wird wenn die sich in der A Jugend die Haxen gebrochen haben.
      Auch wenn ich die nicht ab kann, würde ich die nie mit RB Leipzig oder Ho$$enheim in eine Tüte stecken.

      Exakt genau so war es aber auch in Wolfsburg. Der Weg bis zum Aufstieg in die Bundesliga war vollkommen natürlich und gepusht wurde da gar nichts. Und auch der Verein wurde ganz normal gegründet und sportbegeisterte Männer und deren Ehefrauen haben aus großen Bettlaken Trikots geschneidert. :schulterzucken: Und genau das ist eben auch meiner Meinung nach der Unterschied zu Vereinen, die unteren Ligen "gekauft"/übernommen werden und dann innerhalb kürzester Zeit nach oben transferiert werden.
      Und alles was wir hassen, seit dem ersten Tag, wird uns niemals verlassen, weil man es eigentlich ja mag.
      (Tocotronic, Let there be Rock)
    • Starke Diskussion hier gerade, habe versucht nahezu alles zu lesen, da es aktuell sehr ruhig auf der Arbeit ist, kurz vor Feierabend. :D

      Leverkusen nimmt für mich übrigens inzwischen eine absolute Vorbildrolle ein, wenn stimmt, was geschrieben wird. Bayer zahlt einen fixen Betrag pro Saison und das sollen zwischen 20 und 25 Millionen sein. Die Zeiten der Brasilianer sind vorbei und dennoch arbeitet man dort fast jedes Jahr hervorragend. Man hält an Spielern fest, gilt als einer der besten Ausbildungsvereine in Deutschland und hat mit Sinn und Verstand das Stadion umgebaut, die Fanszene entwickelt sich da auch sehr stetig, auch wenn sie klein bleibt.

      Genau diesen Weg wünsche ich mir auch für den VfL, wie er seit 2001 besteht. Feste Summe, Nachhaltig sein und endlich akzeptieren, dass man eben ein kleiner Verein in einer kleinen Stadt ist und sich zukünftige Erfolge nur über Sinn und Verstand erarbeiten kann. Leverkusen hat in dieser Debatte auf jeden Fall am wenigsten was verloren, von all den Vereinen, die man nennen muss.
      Und alles was wir hassen, seit dem ersten Tag, wird uns niemals verlassen, weil man es eigentlich ja mag.
      (Tocotronic, Let there be Rock)
    • Was mich noch interessiert. Ich bin echt begeistert, wie man z.B. hier ganz offen mit z.B. Martin Kind und 96 umgeht oder eben Roth in Nürnberg. Was glaubt ihr aber ist der Grund, weswegen die meisten Fußballfans eben das nicht einsehen wollen? Ich kenne keine 96-Fans, Abseits des Forums, die so offen zugeben würden, dass man auch in Hannover absolut abhängig war/ist von einem Geldgeber, der sich zudem auch sehr stark ins operative Geschäft einmischt.
      Und alles was wir hassen, seit dem ersten Tag, wird uns niemals verlassen, weil man es eigentlich ja mag.
      (Tocotronic, Let there be Rock)
    • kuzze schrieb:

      Was ich interessant finde: Ganz Deutschland wünscht sich Vereine wie Fortuna Köln oder die SG Wattenscheid 09 wieder zurück in einer höheren Liga. Dabei vergessen viele wohl: Genau diese beiden Vereine sind nun wirklich nichts anderes als die TSG Hoffenheim.
      Steilmann (Wattenscheid) und Löhring (Köln) haben da ihr gesamtes Vermögen reingesteckt und so ihre Vereine zu festen Größen in der 2.Bundesliga, zeitweise sogar in der 1.Bundesliga gemacht.?


      Du hattest ja auch mit der Zeit argumentiert. Natürlich wäre 09 ohne Steilmann nie in die Bundesliga gekommen und hätt sich nicht so lange in Liga 2 gehalten. Aber soweit ich weiß hat er die SG ja auch nicht in wenigen Jahren von der LAndesliga hochgekauft. Leider finde ich wenig dazu im Internet und auch nirgendwo ne Jahreszahl, wann Steilmann angefangen hat, in die SG zu investieren.

      Bei Hopp und Hoffenheim ging das alles einfach zu schnell. Hätte Hopp in Waldhof investiert und in gemäßigtem TEmpo zurück in die BL geführt, hätte man es ihm vermutlich gedankt.
      Wer immer liegen bleibt, liegt falsch.
    • 4u-Martin schrieb:

      suba_01 schrieb:

      Nochmal so zur Info, Bayer Leverkusen ist da ne ganz andere Geschichte.

      Exakt genau so war es aber auch in Wolfsburg. Der Weg bis zum Aufstieg in die Bundesliga war vollkommen natürlich und gepusht wurde da gar nichts. Und auch der Verein wurde ganz normal gegründet und sportbegeisterte Männer und deren Ehefrauen haben aus großen Bettlaken Trikots geschneidert. :schulterzucken: Und genau das ist eben auch meiner Meinung nach der Unterschied zu Vereinen, die unteren Ligen "gekauft"/übernommen werden und dann innerhalb kürzester Zeit nach oben transferiert werden.
      .




      Ab hier komme ich Suba01:
      Du, ich hatte auch auf der Seite davor geschrieben, dass der VWKonzern erst ab Erreichen des Pokalfinales in den 90 zigern auf den Verein vor der Haustür aufmerksam
      geworden ist. Die waren zwar vorher schon ein Sponsor, aber eher aus Pflichtgefühl und in einem beschrängtem Rahmen. So hatte ich es zumindest aus der Entfernung mit bekommen.

      :edit: Sorry habe es mit dem Zitat nicht so ganz hinbekommen
      AUF GEHTS IHR ROTEN

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von suba_01 ()

    • kuzze schrieb:

      Kampfkater schrieb:

      xenon schrieb:

      Obs natürlich unten, wo Kleinmäzene oder Dorfmogule so was wie Lotte unterstützen, besser ist, sei natürlich dahingestellt.


      Keineswegs, daher fand ich diese "alle für Lotte"-Stimmung vor diesen Relegationsspielen auch sehr einseitig betrachtet. Meiner Meinung nach machen RBL und die TSG nichts großartig anders als Lotte, Viktoria Köln, TuRu Düsseldorf, oder der KFC Uerdingen. Überall steht jemand an der Spitze, der Kohle in den Verein pumpt und da kommen wir auf das endlose leidige Thema Hoffenheim/RBL - die machen's doch auch nicht anders, nur eben bei RBL mit einer "neuen" Qualität. Wobei...fragt mal Rot-Weiß Ahlen.

      Was an Dietmar Hopp jetzt großartig anders ist, als an den aktuellen, oben genannten Beispielen, soll mir doch jemand erklären.


      Für mich gibt es da einen wesentlichen Unterschied! Nehmen wir nur mal die letzten 15 Jahre...

      Lotte: 15 Jahre pendeln zwischen Oberliga und Regionalliga
      Uerdingen: 15 Jahre pendeln zwischen Regionalliga, Oberliga, Verbandsliga, Oberliga und nun wieder Regionalliga
      TuRu: 15 Jahre pendeln zwischen Verbandsliga und Oberliga
      Hoffenheim: Innerhalb von 15 Jahren von der Landesliga in die Bundesliga durchgestartet!

      Ich habe nichts gegen Mäzen die ihren Dorfverein in eine der höheren Amateurligen puschen. Nahezu jeder "kleinere" Verein ab der 4.Liga hat so einen Gönner.
      Gefährlich wird es dann, wenn ein Verein wie Hoffenheim oder RB Leipzig innerhalb von wenigen Jahren die Fußballwelt komplett auf den Kopf stellen möchte.
      Bei Viktoria Köln sehe ich aktuell auch diese Gefahr. Die haben sich ähnlich wie RBL vor 2 Jahren eine Oberligalizenz "erkauft" (Junkersdorf) und werden nächstes Jahr ziemlich sicher in die 3.Liga aufsteigen.
      Beim SV Rödinghausen darf man gespannt sein. Die sind nun nach 1904 Aufstiegen in Folgen nun auch schon in der Oberliga angekommen. Geht es in dem Tempo weiter, sehen wir die in 3-4 Jahren auch in der 2.Bundesliga.
      Ein völlig überdimensioniertes Stadion haben die ja bereits in ihrem Dorf stehen...

      Den VfL Wolfsburg habe ich eigentlich nie so kritisch gesehen wie viele andere. Der Verein hat für mich durchaus schon sowas wieTradition. Schon lange bevor VW dort aktiv wurde gab es in Wolfsburg höherklassigen Fußball. Bis zur Einführung der Bundesliga spielten die in der damals höchsten Liga. Und auch danach waren die immer in der 2. oder wenigstens in der 3.Liga.
      Selbst der Aufstieg in die 1.Bundesliga gelang noch ohne die dicke Kohle von VW. Die kam erst Jahre später...

      Was ich interessant finde: Ganz Deutschland wünscht sich Vereine wie Fortuna Köln oder die SG Wattenscheid 09 wieder zurück in einer höheren Liga. Dabei vergessen viele wohl: Genau diese beiden Vereine sind nun wirklich nichts anderes als die TSG Hoffenheim.
      Steilmann (Wattenscheid) und Löhring (Köln) haben da ihr gesamtes Vermögen reingesteckt und so ihre Vereine zu festen Größen in der 2.Bundesliga, zeitweise sogar in der 1.Bundesliga gemacht.
      Nachdem die beiden kein Geld mehr in die Vereine stecken konnten/wollten ging es im Rekordtempo runter bis in die Verbandsliga (6.Liga).
      Beide wurden nie richtig von den Fans angenommen. Beide haben in der 2.Bundesliga nicht selten vor unter 1.000 Zuschauern gespielt. Beide hatten nie eine nennenswerte Fanszene.
      Und trotzdem zählt man beide heute zu den "Traditionsvereinen" die unbedingt man wieder höher spielen sollten.....
      Ob das mit Hoffenheim in 20-25 Jahren auch so sein wird? Wenn Hopp irgendwann den Geldhahn abdreht und die TSG wieder runter ins Amateurlager geht.....werden die Fans in 20-25 Jahren auch auf eine Rückkehr von Hoffenheim in den Profibereich hoffen?


      Besser als du , kann man es glabe ich nicht schreiben. absoluten RESPEKT und Danke dafür
      :rotate: :rotate: :rotate: :rotate: :rotate: :rotate:

      Nur in einem Punkt würde ich dir wiedersprechen, ich kenne viele die sich die RWE, Magdeburg oder Hessen Kassel wieder in Liga 3 oder noch höher zurück wünschen,
      aber keinen der sich das gleiche bei Wattenscheid oder Fortuna Köln wünscht.
      AUF GEHTS IHR ROTEN
    • Giancarlo schrieb:

      suba_01 schrieb:

      Geh doch mal wenn es dir eh schon Sch.. geht , und du eh keinem mehr in die Augen schauen kannst weil du dich vieleicht persönlich verntwortlich machst für den Abstieg,
      durch die Geschäftsstelle und entlass dann mal jeden zweiten den du da siehst, dazu auch noch zwei drittel der Jugendtrainer die auf der Gehaltsliste stehen,
      und lange Zeit nen guten Job gemacht haben für den Verein den sie lieben.
      Wäre der völlig falsche Ansatz. Natürlich müssen bei sinkenden Einnahmen die laufenden Kosten auch reduziert werden, doch da muss man woanders ansetzen, z.B. bei den Gehältern von Spielern und Trainern der Mannschaft, die für die schwindenen Einnahmen verantwortlich sind. Sowas muss dann bereits im Vertrag mit drin stehen, dass im Falle eines Abstiegs x% weniger gezahlt wird. Die langfristigen Sponsorenverträge sind doch genauso gestrickt. Genauso müssen dann Boni, Sonderauszahlungen und geldwerte Vorteile gekürzt werden. Wozu braucht ein Fussballverein z.B. Firmenwagen für Spieler? Die verdienen genug und können sich selber das Auto leisten, welches sie für den Verein auch gar nicht brauchen. Angestellte brauchen auch in den wenigsten Fällen eines, dafür reichen ein paar Pool-Wagen. Das müssen auch keine Audi oder Mercedes sein, wenn der Verein nicht um die internationalen Plätze mitspielt und mit dem Geld rechnen muss.
      Und mit ein paar Verkäufen kann man dann noch zusätzlich Geld rein holen, um ein kalkuliertes Minus auszugleichen.


      Das sind aber i.d.R. nicht Probleme vom Abstieg her, sondern Probleme der Manager, die den Job heute einfach nicht mehr anständig ausführen können, die nicht mehr mit Geld umgehen können und keine G&V mehr verstehen. Das hat man ja nicht nur im Fussball.

      Und um deine Frage zu dem möglichen Werder Abstieg zu beantworten. Dafür haben wir noch Lemke, der ist Manager durch und durch und hat ja schon die letzte Saison nen Sparkurs verordnet, der hätte auch im Falle des Abstiegs dem Eichin unter die Arme gegriffen, dass der Verein nicht durch den Abstieg geschwächt würde. Da wäre eher im Kader der eine oder andere mehr gegangen als auf der Geschäftsstelle



      Sorry, aber da würde ich dir auch Wiedersprechen.
      Gerade bei einem Verein wie Werder hätte es absolute Prio haben müssen, alles Verfügbare an Mitteln sofort in den Kader zu pumpen nach einem Abstieg. Einfach aus einem Grund, dieser Verein hätte um Überleben zu können wieder zurück in Liga 1 gemusst.
      Was meinst du was im Weserstadion los ist, nach einer Saison im Mittelmass der 2 Liga, der Zuschauerschnitt bei euch wäre ganz nach unten gegangen, und die Sponsoren wären auch weniger geworden. (Oder einfach nur deren Beiträge)
      Du hast über die Fähigkeiten bzw Unfähigkeiten der Manager nicht ganz unrecht, aber bei aller Kritik, die sind auch bloss Menschen.
      Und ich glaube bei den meisten beteiligten im Fußballgeschäft spielen auch Emotionen eine sehr große Rolle, und da bleiben Fehler nicht aus.
      Deshalb ist ein wenig Hilfe von Leuten die nicht direkt involviert sind, zum richtigen Zeitpunkt Gold wert, und würde viel Schaden vermeiden.
      AUF GEHTS IHR ROTEN
    • An dieser Stelle möchte ich einen Beitrag aus dem MSV-Portal zitieren, ist nicht von mir und auch schon etwas älter (2011), der aber mMn sehr deutlich aufzeigt, worin der Unterschied von Hoffenheim zu früheren, von Mäzenen geführten Vereinen wie Wattenscheid und Fortuna Köln besteht und warum Hoffenheim so ein negatives Image hat. Die Quervergleiche zu Wattenscheid und F. Köln könnt ihr wahrscheinlich eher bestätigen/widerlegen als ich, trotzdem finde ich die Punkte sehr schlüssig (der hier schon erwähnte mit dem massiven Abwerben von Jugendspielern ist auch dabei):

      In Wattenscheid und Köln (Fortuna) gab es damals auch keine Probleme.
      Wie heißt es so schön, zur falschen Zeit im falschen Film und je mehr darüber geredet wird, desto weiter reissen die sich rein.


      Ja das stimmt wohl, der "Schäng" Löring bei Fortuna Köln und der Herr Steilmann bei Wattenscheid 09 waren auch Mäzene.

      Dennoch sind beide Fälle für mich nicht mit Hopp/Hoffenheim vergleichbar.

      1.) der Umfang des finanziellen Einsatzes ist in Hoffenheim ein ganz anderer (Stadion, Leistungszentrum, völlig überzogene Transfers, vor allem schon damals in der 3. und 2. Liga).

      2.) Immer wieder wird von Hoffenheim in die Trickkiste gegriffen um sich "besser" darzustellen als man ist:

      "Wir setzen auf die Jugend" - Jugendspieler anderer Vereine werden agressiv abgeworben wie bei keinem anderen Klub. Viele Scouts der Hoffenheimer haben bereits Platzverbot (z.B. bei Hertha BSC). Sobald der Erfolg in Liga 2 ausblieb war es vorbei mit dem langfristigen Ansatz der Jugendförderung für die 1.Mannschaft, da wurde mit den Millionen nur so um sich geschmissen.

      "Wir legen keinen Wert auf Tradition" - aber dann wird der Vereinsname umgemodelt: Aus der TSG Hoffenheim wird plötzlich "1899 Hoffenheim".

      "Hoffenheim ist eine Herzensangelegenheit vom Dietmar" - Nun, warum dann zu erst die Versuche, den Waldhof hoch zubringen (die wollten nicht), dann die Sache mit dem FC Heidelberg 06 als Fusion mehrerer Vereine der Region? Hoffenheim war doch nur die letzte Notlösung für Herrn Hopp endlich mal im Mittelpunkt Fußball-Deutschlands zu stehen, weil die anderen Projekte gescheitert sind.

      Interessant auch wie in den letzten Tagen die Stellungnamen geändert werden mussten. Zuerst war es ein Fan mit einer Fanfare. Dann war es der eigenmächtige Hausmeister und der Verein wußte von nix. Dann kommt raus, dass es nicht das erste Mal war... Ne ne Leute, ich bin davon überzeugt, das war von langer Hand geplant und -wie ja jetzt bekannt wurde- auch kein Einzelfall. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Herr Hopp nichts davon wusste.

      3.) "Schäng" Löring z.B. war ein sympathischer Kerl. Der stand mal im Weihnachtsmannkostüm mitten im Fanblock der Kölner Fortuna. Herr Steilmann fiel verbal auch nicht unangenehm auf. Beide wussten auch, wie man sich in der (Fußball-) Szene verhält. Herr Hopp allerdings ist auf der einen Seite dünnhäutig bis zum geht nicht mehr, auf der anderen Seite aber im austeilen stark. Da wird der Mainzer Manager angegangen, beim DFB rumgeflennt, andere Vereine in Interviews verunglimpft.

      4.) und als bisherige Krönung jetzt noch diese "Soundgate Affäre" gegen die BVB Fans (und schon vorher gegen Mainz, Frankfurt usw). Ich wüsste nicht, dass es auch nur etwas annähernd vergleichbares bei F.Köln oder Wattenscheid 09 jemals gegeben hat.


      msvportal.de/forum/showpost.php?p=882078&postcount=1530
    • @ Zebra
      Ich weiß es nicht sicher, aber ich meine Steilmann ist Ende der 60iger Jahre als Mäzen bei der SGW eingestiegen. Zu dem Zeitpunkt hat Wattenscheid in der Verbandsliga gespielt.
      Fakt ist: Ohne Steilmann-Kohle fielen die 09er (und auch Fortuna Köln ohne die Löhring-Kohle) innerhalb von wenigen Jahren zurück bis in die 6.Liga.
      Beide Vereine waren extrem von ihren Gönnern abhänig. Beide Vereine hat es lange Zeit nur wegen den beiden gegeben.


      @ Rise
      Naja, auch wenn in diesem Beitrag nicht unbedingt viel Unwahres steckt.....so ist das dennoch ein Vergleich den man so nicht ziehen kann.
      Zwischen Steilmann/Löhring und Hopp liegen 30-40 Jahre. Das sind beim Fußball Welten!!!


      der Umfang des finanziellen Einsatzes ist in Hoffenheim ein ganz anderer


      Grundsätzlich richtig! Aber: Damals wurde mit ganz anderen Summen hantiert. Für 20 Mio bekommt man heute grade mal einen halbwegs überdurchschnittlichen Spieler der internationalen Klasse. Vor 30 Jahren hätte man für 20 Mio die komplette Nationalmannschaft kaufen können.
      Das Geld, welches Steilmann und Löhring in ihre Vereine gesteckt haben, war zwar geringer......aber nicht weniger. Wenn du verstehst was ich damit meine! ;)


      Immer wieder wird von Hoffenheim in die Trickkiste gegriffen um sich "besser" darzustellen als man ist


      Auch richtig. Aber ist das so verwerflich? Macht das nicht jeder Verein so? Spontan fallen mir da St.Pauli und Schalke ein die durch irgendwelche Kampagnen krampfhaft versuchen ein Image zu halten, welches schon lange nicht mehr gerechtfertigt ist.


      Wir setzen auf die Jugend" - Jugendspieler anderer Vereine werden agressiv abgeworben


      Ohne es sicher zu wissen: Aber das hat es sicher auch schon vor 30 Jahren gegeben. Die ehemalige "Wattenscheider Legenden" wie Neuhaus, Emmerling, Sane, Schupp, Fink oder Lesniak wurden auch nicht alle am August-Bebel-Platz geboren...
      Und davon mal abgesehen: Abwerben von Jugendspielern.....das gibt es sicher nicht nur bei der TSG Hoffenheim.


      als bisherige Krönung jetzt noch diese "Soundgate Affäre" gegen die BVB Fans (und schon vorher gegen Mainz, Frankfurt usw). Ich wüsste nicht, dass es auch nur etwas annähernd vergleichbares bei F.Köln oder Wattenscheid 09 jemals gegeben hat.


      Das ist ein dummes Argument. Sorry. Aber da vergleicht man nun wirklich Äpfel mit Birnen.
      Gab es vor 30 Jahren überhaupt schon Strom? :D Hatte man da schon die technischen Möglichkeiten sowas zu machen?
      Es gab damals noch nicht einmal sowas wie Ultras die man hätte beschallen können. Das war damals einfach eine völlig andere Zeit...


      "Hoffenheim ist eine Herzensangelegenheit vom Dietmar"


      Die Rhein-Neckar-Region ist sicherlich eine Herzensangelegenheit von Hopp. Man kann ihm sicher vieles vorwerfen...aber für seine Region hat er schon verdammt viel getan!
      War denn Wattenscheid eine Herzensangelegenheit für Steilmann? Der Mann wurde in Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) geboren und ist in Berlin aufgewachsen. Auch seine ersten beruflichen Schritte hat er in Berlin unternommen.
      Löhring und Fortuna Köln.....das passte allerdings. Der Mann hat seinen Verein geliebt. Jeder, der die Zeit aktiv miterlebt hat, wird das bestätigen können. Der Mann war im positiven Sinne einfach nur bekloppt.


      Schäng" Löring z.B. war ein sympathischer Kerl.


      Sympathie ist immer eine sehr subjektive Sache. Frag mal Toni Schumacher. Ob der den Schäng auch so sympathisch fand? |-)
      Und im Kraichgau wirst du sicher nicht wenige Menschen finden, die Hopp auch sympathisch finden...
      Tom Bartels, Ralph Hasenhüttl, Timo Werner und Ralf Rangnick gefällt das.
    • Kann man auch mehrfach "Gefällt mir" drücken. :D

      :nuke: Kuzze
      Und alles was wir hassen, seit dem ersten Tag, wird uns niemals verlassen, weil man es eigentlich ja mag.
      (Tocotronic, Let there be Rock)
    • 4u-Martin schrieb:

      Was mich noch interessiert. Ich bin echt begeistert, wie man z.B. hier ganz offen mit z.B. Martin Kind und 96 umgeht oder eben Roth in Nürnberg. Was glaubt ihr aber ist der Grund, weswegen die meisten Fußballfans eben das nicht einsehen wollen? Ich kenne keine 96-Fans, Abseits des Forums, die so offen zugeben würden, dass man auch in Hannover absolut abhängig war/ist von einem Geldgeber, der sich zudem auch sehr stark ins operative Geschäft einmischt.


      Da kann ich dich beruhigen, das wird vom Großteil der Stadiongänger und auch vom Großteil der "Sympathisanten" schon realistisch eingeordnet. Die wissen durchaus, dass ohne Martin 1997 bei uns die Lichter ausgegangen wären und die wissen auch alle, dass Martin jetzt viel Kohle in den Verein pumpt, bzw. die Gesellschafter, wie z.B. Dirk Rossmann, Gregor Baum, Michael Frenzel, oder diesen unsäglichen Maschmeyer ins Boot lockt, die dann die Privatschatulle öffnen. Dieses Wissen ist aber meiner Meinung nach genau das Problem, denn aus (falsch verstandener) Dankbarkeit hat Kind beim Großteil der 96er (aktive Fans ausgenommen) ein Standing, das einer Gottheit gleicht. Mich würde nicht überraschen, wenn die dem am Arthur-Menge-Ufer ein Denkmal hinstellen würden. Dieses Standing führt halt leider zu dem Problem, dass Martin machen kann, was er will und dass er eben den "Tribünensitzern" erfolgreich eingetrichtert hat, dass die aktive Szene bei uns aus einer großen Horde Gewalttätern, Hools und Krawallmachern besteht. Das führt dazu, dass im Stadion und leider auch abseits der Spiele mittlerweile offener Krieg ausgebrochen ist - Supporters Block gegen Tribünenhocker. Das zweite große, große Problem, das wir haben ist eins, was hier bezüglich Hopp schon angesprochen wurde: Kind mischt sich liebend gern ins Tagesgeschäft ein, quatscht bei Transfers rein, füttert die Presse mit Spielern, die im Blickfeld sind und gibt halt zu allem seinen Senf dazu. Was man Kind lassen muss und was man auch anerkennen muss: Der hat kaufmännisch schon ein bisschen was auf dem Kasten. Nur leider hat er vom Fußballgeschäft auch nach 16 Jahren Hannover 96 nicht den Hauch einer Ahnung. Bestes Beispiel ist ja jetzt der bevorstehende Transfer von Abdellaoue zum VfB Stuttgart. Kind wird zitiert, dass 3,5 Mio. ein absolut marktüblicher Preis wären. Klar, der Junge hat in 2 1/2 Jahren auch nur 35 Tore geschossen, den kann man mal für nen Appel und nen Ei verschenken.
      " Ich will nicht wieder absteigen. Dann bringe ich alle um. Das wäre der Leidensweg Christi."

      Martin Kind
    • Wie ist Kind denn zu euch gekommen?
      War der schon immer Fan des Vereins und wollte ihn retten oder was waren seine (mutmaßlichen) Motive?
      Du wirst koana vo UNS


      In a world of compromise....Some don’t.


      Hängt die Nazis solange es noch Grüne gibt!
    • Über die Motive kann ich nur spekulieren. Ich kann nur so viel sagen, dass Kind vor seiner Wahl zum Präsidenten nicht in einer Führungsposition von 96 zu finden war. Meiner Meinung nach kam der aus dem Nebel. Vielleicht kann Schorsch dazu etwas mehr beitragen, ich kann mich hier nur auf die Vereinschronik verlassen und die handelt das Thema in einem Absatz ab.
      " Ich will nicht wieder absteigen. Dann bringe ich alle um. Das wäre der Leidensweg Christi."

      Martin Kind
    • Steilmann hat Wattenscheid und seine SG schon geliebt. Bis zum Schluss hat er es ja nichtmal übers Herz gebracht "BO" an seinem Auto zu tragen, sondern stattdessen "E" für Essen.

      Und ja, 09 hat in der Verbandsliga gespielt - der dritthöchsten Spielklasse damals. Kein Vergleich zu Hoffenheim, würde ich sagen. Und vor der Verbandsliga hatte 09 auch schon einige Spielzeiten in der Zweitklassigkeit - sogar erstklassig. Auch wenn die Ligen natürlich nicht mit der Bundesliga zu vergleichen sind, schon klar.
      Wer immer liegen bleibt, liegt falsch.
    • Kuzze, wenn ich davon ausgehe, dass du an den nicht-zitierten Absätzen nichts auszusetzen hast, dann bist du mit dem Autor ja gar nicht weit auseinander ;)

      kuzze schrieb:

      so ist das dennoch ein Vergleich den man so nicht ziehen kann.
      Zwischen Steilmann/Löhring und Hopp liegen 30-40 Jahre. Das sind beim Fußball Welten!!!
      der Umfang des finanziellen Einsatzes ist in Hoffenheim ein ganz anderer

      Grundsätzlich richtig! Aber: Damals wurde mit ganz anderen Summen hantiert. Für 20 Mio bekommt man heute grade mal einen halbwegs überdurchschnittlichen Spieler der internationalen Klasse. Vor 30 Jahren hätte man für 20 Mio die komplette Nationalmannschaft kaufen können.
      Das Geld, welches Steilmann und Löhring in ihre Vereine gesteckt haben, war zwar geringer......aber nicht weniger. Wenn du verstehst was ich damit meine! ;)

      Schon klar, dass das mit bloßen Zahlen nicht vergleichbar ist. Aber Hoffenheim hat, um das Beispiel mit den Ablösesummen fortzuführen, als Zweitliga-Aufsteiger drei Spieler für 15 Millionen geholt. Das könnten einige Vereine aus der Ersten Liga nicht bzw. sich nicht erlauben. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass es so einen – annähernd vergleichbaren – Fall damals gegeben hat.

      kuzze schrieb:

      Immer wieder wird von Hoffenheim in die Trickkiste gegriffen um sich "besser" darzustellen als man ist

      Aber ist das so verwerflich? Macht das nicht jeder Verein so?

      Natürlich macht das jeder so, andersrum wärs ja auch dumm. Nur es geht halt um das Wie und da nennt der Autor auch anschließend Beispiele für die scheinheilige Außendarstellung. Dass andere Vereine ebenfalls scheinheilig sind, macht es ja nicht besser.

      kuzze schrieb:

      als bisherige Krönung jetzt noch diese "Soundgate Affäre" gegen die BVB Fans (und schon vorher gegen Mainz, Frankfurt usw). Ich wüsste nicht, dass es auch nur etwas annähernd vergleichbares bei F.Köln oder Wattenscheid 09 jemals gegeben hat.

      Das ist ein dummes Argument. Sorry. Aber da vergleicht man nun wirklich Äpfel mit Birnen.
      Gab es vor 30 Jahren überhaupt schon Strom? :D Hatte man da schon die technischen Möglichkeiten sowas zu machen?
      Es gab damals noch nicht einmal sowas wie Ultras die man hätte beschallen können.

      Es gab aber immer schon die Möglichkeit, Kritiker mundtot zu machen. Und so ein Verhalten gegenüber Kritikern, wie es Hopp in der Öffentlichkeit an den Tag legt, hat es bei einem Steilmann oder Löhring anscheinend nicht gegeben.

      kuzze schrieb:

      "Hoffenheim ist eine Herzensangelegenheit vom Dietmar"

      Die Rhein-Neckar-Region ist sicherlich eine Herzensangelegenheit von Hopp. Man kann ihm sicher vieles vorwerfen...aber für seine Region hat er schon verdammt viel getan!
      War denn Wattenscheid eine Herzensangelegenheit für Steilmann? Der Mann wurde in Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) geboren und ist in Berlin aufgewachsen. Auch seine ersten beruflichen Schritte hat er in Berlin unternommen.
      Löhring und Fortuna Köln.....das passte allerdings. Der Mann hat seinen Verein geliebt. Jeder, der die Zeit aktiv miterlebt hat, wird das bestätigen können. Der Mann war im positiven Sinne einfach nur bekloppt.

      Ja, mag sein, dass die Region für ihn eine Herzensangelegenheit ist, aber Hoffenheim bestimmt nicht. Hoffenheim war nur Plan C um sich in die Bundesliga zu platzieren. Und einem Steilmann muss dann doch was an Wattenscheid gelegen haben, sonst hätte er die nicht drei (?) Jahrzehnte lang unterstützt.

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