Gedanken über Tradition und Kommerz

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    • Außerdem können die kleinen Verbände erst Recht nicht aufholen, wenn man sie von den Wettbewerben komplett ausschließt. Meister aus Schottland oder Schweden kommen alle paar Jahre mal rein, logischerweise kann man sich mit Dauergästen nicht messen.
      Mir ist auch bewusst, dass meine Wünsche niemals erfüllt werden, trotzdem wären mir bestimmte Dinge halt lieber. Der finanzielle Unterschied zwischen CL und EL müssten auch wesentlich geringer sein. Als Bundesliga-Vierter verdienst du selbst als CL-Gruppenletzter mehr Geld, als wenn du als schwedischer Meister das EL-Finale erreicht. Wo ist das denn halbwegs fair? Mittlerweile nerven mich auch Argumente wie „das haben die sich ja erarbeitet“. Gute Arbeit sollte man auch dauerhaft leisten müssen und nicht mehr oder weniger für die Ewigkeit ausgesorgt haben, wenn man keine ganz groben Patzer hinlegt.

      Edit: Diesmal ist mir Carlo zuvor gekommen. Jede einzelne Reform in den europäischen Wettbewerben war ausschließlich dafür gedacht, die großen vor Ausrutschern zu beschützen. Die Gruppenphasen, die scheiß Setzlisten... Einfach alles.

      Edit 2: Jetzt bringe ich hier schon die Leute durcheinander.
      „96 hat einen Riesensprung nach vorne gemacht. Und jetzt wird der Mann, der sich damit ein Lebenswerk erfüllt hat, nicht von allen dafür geliebt. Das ärgert mich richtig.“

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Hannoi1896 ()

    • MSV Zebra schrieb:

      Schweden is ja nu nicht gerade Island (wobei ich es auch da beschissen finde, dass die quasi keinerlei Chance haben, sich mal für eine Endrunde zu qualifizieren). Und dass dann nicht mal der Meister sicher in die Endrunde kommt, ist mMn ein Unding. Und ich denke, es gibt noch genug andere Beispiele.
      Das Problem geht noch weiter: Diese ganzen kleinen Vereine, die sich (un) regelmäßig für die CL qualifizieren, sorgen für ein immenses Ungleichgewicht auch in der eigenen Liga. Anderlecht, Brügge in Belgien, Kopenhagen, Midtjylland in Dänemark, Malmö, Rosenborg, etc. Alle mit riesigem Abstand Serienmeister in ihren Ligen, was sich natürlich auch auf die Attraktivität innerhalb der Liga auswirkt, auf kurz oder lang. Aber solange diese Dreiklassengesellschaft von der UEFA gewollt ist, werden da auch einzelne Vereine nichts dran ändern.

      "Ich möchte 100 werden, und Martin Kind soll meine Grabrede halten." - Dieter Schatzschneider
    • Marsberger schrieb:

      Grade das wäre doch dann ein Argument gegen die Qualifikation aller Meister, oder nicht?
      Nein, vor allem ist es ein Argument gegen die Geldverteilung zwischen CL und EL. Es sollten schon alle Meister dort antreten dürfen, aber entweder erhalten alle einen geringeren Grundstock, oder die EuroLeague wird aufgewertet.
      Rein finanziell hast du recht, aber der Status Quo innerhalb der CL fördert das Ungleichgewicht in Europa und der sportliche Sinn einer Champions League ist zur Zeit nicht vorhanden.

      "Ich möchte 100 werden, und Martin Kind soll meine Grabrede halten." - Dieter Schatzschneider

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Kampfkater () aus folgendem Grund: Schriftgröße geändert. Ich hasse es, vom Handy zu posten...

    • Nun, für mich ist der sportliche Reiz bei einem Spiel zwischen Bayern und Liverpool (um einen derzeit starken Nicht-Meister zu nennen) weitaus größer als zwischen Barca und Celtic. Darum gehts mir. Dass es möglicherweise gerechter wäre, könnten sich Celtic (oder irgendwann von mir aus die Rangers) direkt qualifizieren, steht für mich erstmal auf einem anderen Blatt. Aus rein romantischen Gründen sicherlich nachvollziehbar, aber qualitativ eine enorme Schwächung.
    • Klar, weil die Meister der kleineren Ligen ja jetzt seit gut 20 Jahren systematisch klein gehalten wurden und wir es von Klein auf "gewohnt" sind, den FC Everton als Vierten der Premier League geiler zu finden, als Sparta Prag. Früher waren Anderlecht, IFK Göteborg, Roter Stern und ähnliche Vereine aus kleineren Ligen Dauergäste zumindest im Achtelfinale des EP1. Heutzutage hast du spätestens im Achtelfinale immer die gleichen Vereine aus eigentlich nur 5 Ländern.

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    • Würde man die Geldverteilung so beibehalten, dann aber nicht mehr den dritten und vierten bestimmter Länder, sondern die Meister aller Länder (von mir aus auch Pokalsieger) teilnehmen lassen und die anderen eben in der EL, was meinst Du, wie schnell sich da was ändern würde!
      Dann würden Inter, Everton und Co nämlich nicht mehr die fette Kohle bekommen, sondern Malmö, RB Salzburg, Basel, Eindhoven, PAOK Saloniki. Und dann würden diese Vereine sich wieder annähern können. Und diese Vereine würden dann auch interessanter werden für Spieler, weil sie CL spielen und nicht nur die Loser-League und im Endeffekt würde es dann auch der Liga helfen.
      Wenn man eine Reform hingegen ernst nehmen würde, dann würde man die CL wieder zu einer Champions League machen, womit die EL auch aufgewertet würde, und die Gelder etwas fairer auf die Wettbewerbe verteilen. Und man würde damit in den Ligen auch wieder etwas mehr Spannung erzeugen, weil eben nicht mehr der vierte Platz reicht, sondern meinetwegen auch der zweite erreicht werden muss.
      Glaubenskriege sind Konflikte zwischen Menschen, die sich streiten, wer den cooleren Imaginären Freund hat.
    • Giancarlo schrieb:

      Dann würden Inter, Everton und Co nämlich nicht mehr die fette Kohle bekommen, sondern Malmö, RB Salzburg, Basel, Eindhoven, PAOK Saloniki. Und dann würden diese Vereine sich wieder annähern können. Und diese Vereine würden dann auch interessanter werden für Spieler, weil sie CL spielen und nicht nur die Loser-League und im Endeffekt würde es dann auch der Liga helfen.
      Das glaube ich eben nicht, denn das würde doch die Vormachtstellung von Malmö, Rosenborg, etc. nur zementieren. Klar könnte man argumentieren, dass durch die internationale TV-Präsenz die Liga an sich gestärkt werden könnte, aber wenn nur der Meister die große Kohle abgreift, wird sich nix ändern. Ohne Aufwertung der EL geht eh nix.

      "Ich möchte 100 werden, und Martin Kind soll meine Grabrede halten." - Dieter Schatzschneider
    • Würde es, auf jeden Fall. Aber Malmö und Co in der CL würden auch deren Liga etwas interessanter machen, wodurch in die Liga mehr Geld kommt, aber auch Malmö und Co in der eigenen Liga die guten Spieler erstmal wegverpflichten können.

      Ich schreib ja dann auch im letzten Absatz, wie eine gute Reform aussehen müsste.
      Glaubenskriege sind Konflikte zwischen Menschen, die sich streiten, wer den cooleren Imaginären Freund hat.
    • MSV Zebra schrieb:

      Verstehe auch nicht, womit man vier (!) Startplätze in der Champions (!) League rechtfertigt.
      Mit Geld.
      Denn die Viertplatzierten der Top4 bringen mehr Kohle als die Meister aus Polen und Schottland...

      Und ich sags immer wieder, wir alle finanzieren diese Entwicklung mit.
    • Giancarlo schrieb:

      Wenn man eine Reform hingegen ernst nehmen würde, dann würde man die CL wieder zu einer Champions League machen, womit die EL auch aufgewertet würde, und die Gelder etwas fairer auf die Wettbewerbe verteilen. Und man würde damit in den Ligen auch wieder etwas mehr Spannung erzeugen, weil eben nicht mehr der vierte Platz reicht, sondern meinetwegen auch der zweite erreicht werden muss.
      Muss zugeben, dass ich mit diesem Pokal der Landesmeister etc. nicht groß geworden bin, aber würde das wirklich den Europapokal noch groß aufwerten? Dann würden halt die englischen/spanischen/italienischen Meister + Bayern & PSG es unter sich ausmachen und der Rest ist halt Beiwerk. Also im Prinzip wie jetzt schon. Und die EL wäre halt wie die CL jetzt, nur halt ohne die Meister. Nicht dass ich die CL/EL im Moment sonderlich interessant finde (gucke das schon länger nicht mehr), aber sehe das wie Marsberger, man kann am Modus noch soviel rumändern, am Ende wird sich nicht viel ändern.
      Will sagen, ich denke es würde sich einfach der Status quo von der CL in die EL verlagern. Es ist ja nicht nur mit der Geldverteilung im Europapokal getan, in England und Spanien wird man halt dann trotzdem weiter mit Geld zugeschissen während die "kleinen Meister" zuhause die Ligen dominieren und deren Topspieler im Zweifel dann doch lieber für den Dritten/Vierten/sonstwas in den "Topligen" spielen würden.
    • Meiner Meinung ist die Hauptursache der Kräfteverschiebung nicht das Geld, sondern der Wegfall der Ausländerregelung durch das Bosman Urteil.

      Dadurch wurde es den Finanzstarken Teams einfach zu leicht gemacht sich TopTeams zusammen zukaufen.
      AUF GEHTS IHR ROTEN
    • Randgänger schrieb:

      Muss zugeben, dass ich mit diesem Pokal der Landesmeister etc. nicht groß geworden bin, aber würde das wirklich den Europapokal noch groß aufwerten?

      Du beantwortest es direkt selber:

      Randgänger schrieb:

      Und die EL wäre halt wie die CL jetzt, nur halt ohne die Meister.

      Ganz genau, die EL wäre damit mehr wert, und wenn man die TV Gelder fairer zwischen den beiden Wettbewerben verteilen würde, dann wäre er für die Vereine noch mehr wert.

      suba_01 schrieb:

      Meiner Meinung ist die Hauptursache der Kräfteverschiebung nicht das Geld, sondern der Wegfall der Ausländerregelung durch das Bosman Urteil.

      Bosman war ja vor dem Geld. Aber ob das wirklich der Grund war für die Kräfteverschiebung?
      Im Endeffekt hat Bosman lediglich dafür gesorgt, dass EU Recht auch im Fussball zählt und Fussballer keine Vereinssklaven mehr sind
      Glaubenskriege sind Konflikte zwischen Menschen, die sich streiten, wer den cooleren Imaginären Freund hat.
    • Absoluter Wiederspruch, es gab schon grosse finanzielle Ungleichgewichte vor dem Bosmann Urteil.
      Gerade die Italienischen Club konnten sich jeden Spieler leisten den sie haben wollten. Real, Barca und Monaco z.B. konnten fast jedes Gehalt bezahlen.

      Bosman hat den Fussball einseitig in Richtung der grossen Verschoben und zu ner absolutem Kommerzmaschine gemacht.
      Einige grosse sahnen total ab, die kleinen liegen am Boden und kommen kaum hoch.
      AUF GEHTS IHR ROTEN
    • Wobei ein Real zu dem Zeitpunkt aber auch 250Mio Schulden hatte, auch andere Clubs haben mit Schulden gelebt. Da war das Geld gar nicht wirklich da. Italien war noch was anderes, weil die Teams damals schon in der Hand von Investoren waren (Agnelli, Berlusconi und Co) und diese teilweise reininvestiert haben. Aber der Fussball war zu dem Zeitpunkt noch lange nicht so kommerzialisiert und die Spieler haben in Italien z.B. keine Traumgehälter bekommen. Und selbst nach Bosman haben die grossen Vereine, vor allem in Spanien, doch noch immer mehr auf Brasilianer gesetzt.
      Glaubenskriege sind Konflikte zwischen Menschen, die sich streiten, wer den cooleren Imaginären Freund hat.
    • Auch wenn ich das Bosman-Urteil grundsätzlich für richtig erachte, bin ich da schon ein Stückweit bei @suba_01 - gerade für die kleinen Vereine ist es seitdem noch wichtiger, die guten Spieler vor Vertragsende zu verkaufen, um eine Ablöse zu erhalten.

      Was ich bei dem Bosman-Urteil jedoch als viel einschneidener finde, ist die Aufhebung der Ausländerbegrenzung. Diese führte dazu, dass gerade in den kleineren Verbänden der Liga-Fussball uninteressanter wurde, weil kaum noch einheimische Stars mehr da sind. Natürlich sind die Top-Stars immer zu den großen europäischen Vereinen gewechselt, aber es konnten eben immer nur drei Ausländer spielen. Daher war die Aufnahme begrenzt und mehr gute Spieler "mussten" dann eben in ihrer Heimatliga spielen. Wenn man sich die Kader von Anderlecht, Göteborg, Ajax, Belgrad, Kiew oder Steaua in den 80ern anschaut, dann waren das Mannschaften, die durchaus zum Favoritenkreis gehörten und heute doch eher zum schmückenden Beiwerk gehören, denn als Aspirant auf ein Weiterkommen in die nächste Runde. Zwar muss man bei Steaua und Kiew berücksichtigten, dass die Spieler in der Regel nicht ins westeuropäische Ausland wechseln durften.

      Mittlerweile wird aber doch jedes halbwegs talentierte Talent von Vereinen aus D, ENG, ITA, ESP oder FRA verpflichtet. Einige schaffen zwar den Durchbruch, viele aber eben auch nicht und das schwächt in meinen Augen die heimischen Ligen unterhalb der fünf großen Ligen.

      Randgänger schrieb:

      aber sehe das wie Marsberger, man kann am Modus noch soviel rumändern, am Ende wird sich nicht viel ändern.
      Ich finde schon, dass sich etwas ändern könnte. Wenn ich den alten Modus nehme, dann habe ich ca. 54 (oder wie viele Verbände haben wir) Verbände, die einen Landesmeister stellen und teilnehmen dürfen. Die Kleine können entweder eine Qualirunde spielen, damit man auf 32 Mannschaften in der Hauptrunde kommt oder man nimmt tatäschlich noch aus den besten Verbänden jeweils den zweiplatzierten, um auf 64 Mannschaften zu kommen. Dann aber wie bei der Copa Libertadores die Regel einführen, dass Mannschaften aus dem gleichen Landesverband ab einer gewissen Runde automatisch gegeneinander spielen müssen, um ein Finale mit Teilnehmern aus einem Land zu vermeiden.

      Ich würde aber die erste Alternative mit 32 Mannschaften vorziehen. Diese spielen nach der Qualirunde eine KO-Runde und die verbliebenen 16 Mannschaften werden auf vier Gruppen á vier Mannschaften verteilt und die Gruppensieger/- zweiten ziehen in das Viertelfinale ein.

      Da hätte zur Folge, dass nicht nur Mannschaften aus den Big Five im Viertelfinale stünden, sondern mindestens noch Mannschaften aus 3 anderen Verbänden, die je nach Losglück sogar in Halbfinale vorstoßen könnten. Damit würden auch solche Mannschaften vom Fleischtopf profitieren. Dazu müsste der EC II finanziell aufgewertet werden.

      Problem dürfte jedoch zum Einen der gemeine Fernsehzuschauer sein, dessen Medienpräzens den ganzen Zirkus finanziert. Dieser möchte am liebsten täglich Bayern-Real, Barcelona-Chelsea, Juventus-Manchester, Arsenal-Inter, Dortmund-Milan oder Paris-ManCity sehen und nicht Bayern-Anderlecht, Manchester-Belgrad oder gar Steaua-Legia. Der will Hochglanz und kein störendes Beiwerk. Zum Anderen wird das die European Club Association zu verhindern wissen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Pinguin ()

    • Vielleicht passt es hierher :amkopfkratz: zur Zeit im ZDF

      Kick & Cash - Macht Geld den Fußball kaputt?
      Verstörend hohe Ablösesummen, Spieler, die sich aus Verträgen streiken, die Zersplitterung der Spieltage, teure Pay-TV-Abos. Fußball wird immer mehr zum Geschäft. Viele Fans sind genervt .....


      Was passiert mit dem Fußball? Proteste der Zuschauer bei den Montagsspielen in der Ersten Bundesliga sind jüngster Ausdruck eines schon länger gärenden Unmuts. Viele fragen sich: Werden künftig Investoren, wie in Frankreich oder England, das alleinige Sagen haben?

      Quelle:zdf.de/dokumentation/zdfzoom/z…-fussball-kaputt-100.html
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