Katzenjammer - Gedanken, die niemand haben will

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    • Mit den beiden Vereinen im Avatar würde ich nach dem Wochenende auch nicht unbedingt auf die Kacke hauen, was fußballerische Glanzlichter angeht. ;)
      " Ich will nicht wieder absteigen. Dann bringe ich alle um. Das wäre der Leidensweg Christi."

      Martin Kind
    • Kampfkater schrieb:

      Mit den beiden Vereinen im Avatar würde ich nach dem Wochenende auch nicht unbedingt auf die Kacke hauen, was fußballerische Glanzlichter angeht. ;)

      Wo Du Recht hast, hast Du Recht ! :heulen:

      Über Mainz 05 hingegen will ich stillschweigend und verlegen schmunzelnd, den Mantel des Vergessens ausbreiten ! ;)
      Ihr habt Uhren ...
      Ich habe Zeit !
    • Wir haben verstanden

      Martin Kind prägte kurz nach dem Bundesligaaufstieg mal den schönen Satz, dass man für Fußballer keine Hörgeräte, sondern eher Verstehgeräte erfinden müsste. Nun wurde am ehemaligen Arthur-Menge-Ufer das Verstehgerät 'Superflux 6001' von Binford vermutlich einmal kurz hochgefahren, nur bleibt man ratlos zurück, wenn man sich fragt, wen oder was wer oder was denn eigentlich verstanden zu haben glaubt. Es heißt in dem Brief, dass man sich von den Zielen und der Leidenschaft ein Stück weit hätte abbringen lassen. Nur die Ziele und Leidenschaft der KGaA scheint momentan darin zu bestehen, vor Geisterkulissen beschissenen Kackfußball spielen zu lassen, um möglichst schnell den Weg in Liga 2 antreten zu lassen. Nur was passiert dann in Liga 2? Ist es erstrebenswert vor 12.000 Zuschauern gegen den SV Sandhausen antreten zu lassen und das dann als regionales Event der Superlative abzufeiern, was in seiner skurrilen Faszination sogar den gestrigen ESC-Vorentscheid in der TUI-Arena in den Schatten stellt?

      Momentan besteht die Stimmung im Niedersachsenstadion aus einer freudvollen Mischung aus Banalität und blankem Hass. Die verbleibenden Ex-Supporter hassen gegen Kind, die Kind-Jünger hassen gegen die Ex-Supporter, was einen tatsächlich manchmal auf den Gedanken kommen lässt, dass die in grenzenlosen Lemmingwahn eigentlich mit nem Alu-Hut auf der Tribüne hocken müssten und ihrem Heiligen Kind Jebsen erklären, dass die Roten momentan nur so scheiße spielen, weil in den isotonischen Erfrischungsgetränken bestimmt krebserrengende Schwermetalle enthalten sind. Und einige wenige, dafür um so lautere Vollspacken besinnen sich auf alte hannoversche Tugenden und nutzen die Abwesenheit der Kapuzenpulloverfraktion, um dunkelhäutige Gegenspieler endlich mal wieder öffentlich als "Neger" betiteln zu dürfen. Wurde ja auch mal wieder Zeit, man bezahlt ja schließlich dafür. Und da ja jetzt diese neuen Einwegbecher eingesetzt werden, darf die Unterschicht auch wieder ohne Angst vor Verletzungen mit Bierbechern durch die Gegend werfen. Die kleine Mandy möchte gern aus dem Smâland abgeholt werden.
      Aber in Zukunft wird ja alles gut, denn die Geschäftsstelle erwartet ja in ihrem "Brief", dass sich "neue Gruppen finden werden, die andere Fans in der HDI Arena mitreißen." Wie soll das funktionieren? Findet in der Sommerpause statt dem 'Spaß gegen Stumpf'-Festival ein Ultra-Casting statt, auf dem sich jeder mit Mikrofon auf die Bühne stellen und probesingen muss? Oder peilt der Klub eine Renaissance derjeniger an, die sich auch für "Halbjuden"- und "Neger"-Rufe nicht zu schade sind? "Besorgte Fußballfans gegen die Negerisierung der Bundesliga"?

      Immerhin hat man selbst erkannt, dass man momentan beschissenen Fußball spielt und hat in vorauseilendem Gehorsam gebreitenreitert, dass das Ergebnis morgen gegen Bayern völlig zweitrangig ist und dass der 96-Fan im Stadion gefälligst stolz zu sein hat, Europas beste Mannschaft weltweit bestaunen zu dürfen. Caesar hat Gladiatoren angeschafft und der Plebs hat Spalier zu stehen. Wer Robben und Co. nicht applaudiert, soll Gerüchten zufolge von einer geheimen Protec-TaskForce angesprochen werden, sich doch bitte anständig zu benehmen. Bei Zuwiderhandlungen drohen Beugungshaft und lebenslanger Hasseröder-Zwang.

      Was passiert eigentlich, wenn 96 sich - mit welchem Trainer auch immer - tatsächlich auf einem Abstiegsplatz wiederfindet? Wird dann in den Gazetten zur bedingungslosen Unterstützung und zur Wagenburgmentalität geblasen, gern auch - wie im Fanmag schon angemerkt - mit der Robert-Enke-Keule? Unrealistisch ist das Szenario bei der momentanen sportlichen Leistung nicht unbedingt. Nur dann wird die hannoversche Presselandschaft erstmal die Scherben zusammenkehren müssen, denn überraschenderweise ist das gestrige Pamphlet nicht nur bei den marodierenden Horden (tm) schlecht angekommen, sondern stieß auch bei den etwas gemäßigteren Fans auf wenig Gegenliebe und noch weniger Verständnis. Bei Facebook brach eine Welle der Empörung über die offizielle Seite herein, was sich in fast 1.000 Kommentaren entlud. Blogs und Foren haben nur Häme und Verachtung für dieses eigentlich zu diesem Zeitpunkt völlig deplatzierte (und dilettantisch formulierte) Attentat auf die Sehnerven übrig und viele Kommentare starten mittlerweile mit der Einleitung "ich bin eigentlich nicht pro Ultras und gehe seit xx Jahren zu 96..." Dies bedeutet, dass nun auch die eher gesetzteren Altfans die Zeichen der Zeit erkannt haben und befürchten, dass sie über kurz oder lang gegen einen neuen Typ Konsumenten breitflächig ausgetauscht werden.

      Wir lachen über Dead Bull Leipzig, über deren Versuche, "Schnupperpakete" in der Nähe des Gästeblocks zu platzieren, über Rangnicks Aussagen zum Zuschauerpotential und über das Klatschviehpublikum beim Dosenverein. Zurecht. Nur was wir alle verkennen: Leipzig ist nicht weit weg. Leipzig ist näher dran, als wir alle vermuten, Leipzig ist unter uns. Leipzig ist auf der Tribüne in Hannover, wenn sich der Klatschviehkonsument von zu viel "Fußballkultur" erschlagen fühlt. Und der rassistische Einzeller ist mittendrin, ohne zu merken, dass er in den Planspielen schon längst gegen eine versitzplatzte Nordtribüne ausgetauscht ist. Wenigstens einen amüsanten Beigeschmack hat die ganze Sache dann doch.
      " Ich will nicht wieder absteigen. Dann bringe ich alle um. Das wäre der Leidensweg Christi."

      Martin Kind
    • Herr Kind hat nach 18 Jahren Präsidentschaft
      immer noch nicht verstanden, was die Faszination des Fußballs ausmacht.

      Viele Fans stellen jetzt fest, dass sie nur Kunden eines Wirtschaftsunternehmens sein sollen
      an desen Spitze Herr Kind waltet wie es ihm passt. Unglaublich.....jagt diesen Typen in den Wald.
    • 2Bad schrieb:

      Viele Fans stellen jetzt fest, dass sie nur Kunden eines Wirtschaftsunternehmens sein sollen


      Naja, diese Desillusion haben wir schon ein bisschen länger, das ist nichts Neues. Es ist nur immer wieder die Überraschung, mit wie viel Verve der Lauch den Wert seiner eigenen Marke nachhaltiger zerstört, als das irgendwelche marodierenden Horden (tm) jemals könnten.
      " Ich will nicht wieder absteigen. Dann bringe ich alle um. Das wäre der Leidensweg Christi."

      Martin Kind
    • Erstmal noch zu Katers Beitrag: Alle Daumen hoch, besser kann man es kaum noch in Worte fassen.

      Ich hab auch vieles verstanden in den letzten Tagen. Ich habe immer noch an dem offenen Brief zu knabbern und muss sagen, auch wenn bei Facebook und Co. vielleicht auch ein paar Gegenstimmen sind, aber diese ganze Geschichte um den HSV wird nicht gutgehen, dieser ganze Konflikt ist definitiv nicht zu gewinnen. Wann immer ich auch die letzten Tage auf den Brief angesprochen wurde hieß es nur in etwa "Mensch, die gehen ja doch auf euch Fans zu" oder "was will man denn eigentlich noch?". Man muss nur die Berichterstattung der letzten Tage zum Brief lesen und weiß, woher der Wind weht. Ich hätte übrigens nie gedacht, dass es Menschen gibt, welche die "Süddeutsche" lesen. Ich dachte immer, dieses Erzeugnis wäre ausschließlich dafür da, sich den Arsch damit abzuwischen, man erhört damit auch nicht mal den Scheiße-Anteil auf dem Papier. Jetzt hab ich den Selbstversuch gestartet und auf deren Seite mal einen Artikel gelesen. "Ätzende Rufe", "Krawallmacher", "Klub bemüht sich um bessere Unterstützung", geht es noch ein bisschen schlechter? Wieso drucken die sogenannten Journalisten der Süddeutschen nicht einfach nur Bilder ihrer Fäkalien ab? Damit erhöht man immerhin das Niveau von diesem Blättchen.
      Die meisten anderen Printenmedien schlagen übrigens in die selbe Kerbe, wenn man von wenigen guten Ausnahmen wie dem Spiegel absieht. Und das dürfte auch ein Grund sein, wieso sich nichts ändern wird. Ich selber war logischerweise nicht gegen München im Stadion, wenn man aber den meisten Berichten glauben kann, dann hat sich nicht mal ansatzweise etwas verändert (höchstens ein paar Leute mehr, die "Kind muss weg" rufen). Die gleichen Anfeindungen, die gleichen Drohungen, die gleichen Aggressionen bei entsprechenden Rufen. Solche Lemminge kann sich ein Martin Kind nur wünschen, ich allerdings gönne diesen Spinnern nur noch sportliche Tiefschläge. Ich wüsste mittlerweile auch gar nicht mehr, ob ich persönlich in Zukunft noch hinkönnte. Ich will mit solchen Wichsern keine Spiele zusammen sehen, ich will mit denen nicht zusammen Lieder singen und Erfolge bejubeln oder Niederlagen betrauern. Immer wieder frage ich mich, wieso es ausgerechnet meinen Verein erwischen musste. Konnte sich Kind keinem anderen Verein an den Hals werfen? Mich hat diese Reaktion des Vereins so wahnsinnig deprimiert, ich habe nicht die leiseste Ahnung wie es in Zukunft weiter gehen soll und die ganze Ungewissheit treibt mich in den Wahnsinn...
    • Original:

      96 kommt aus dem Stimmungstief nicht raus

      von Oliver Weiße

      Nein, es ist am Sonnabendnachmittag nichts geworden mit dem erhofften Befreiungsschlag für Hannover 96. Nicht auf dem Rasen und nicht auf den Rängen. Der Verein bleibt nach der Niederlage gegen Bayern München im Abstiegskampf und die Fans stecken weiter im Stimmungstief. Sportlich hatte 96 einfach Pech mit einem Schiedsrichter, der mit zwei Fehlentscheidungen den Bayern-Sieg ebnete. Das andere Problem, das Hannover derzeit umtreibt, bleibt aber ein hausgemachtes.

      Stimmung schon zweitklassig

      Dass 96 stimmungsmäßig in der Bundesliga mittlerweile nicht mehr konkurrenzfähig ist, daran hat auch der am Donnerstag von der Vereinsführung veröffentlichte offene Briefnichts geändert. Die Heimspiele der Roten sind gewissermaßen zu verkappten Auswärtsspielen verkommen. Oftmals sind die Gästefans lauter als die Anhänger der Roten. Das war auch Vereinschef Martin Kind nicht verborgen geblieben. Mit dem Brief sollten vor dem Spiel gegen den amtierenden Deutschen Meister nun die Fans wieder ins Boot geholt werden. Doch der erhoffte Effekt blieb aus. Wieder gab es wie seit Monaten "Kind muss weg"-Rufe. Doch diesmal schienen die Rufe gegen Hannovers Vereinsboss lauter als jemals zuvor. Wieder reagierten andere Anhänger mit Pfiffen oder versuchten, die Rufe der Kind-Gegner zu übertönen. Dazu stimmten auch die mitgereisten Fans der Münchener lauthals "Kind muss weg" an - und das Wirrwarr war perfekt.

      Gräben werden immer tiefer

      Seit Monaten geht dieses Spiel mittlerweile so. Das Ergebnis ist die wohl schlechteste Stimmung auf den Rängen in Hannover seit vielen, vielen Jahren. Der Riss spaltet nicht nur Teile der Anhängerschaft und die Vereinsführung um Kind. Auch die Fans der Roten sind sich untereinander längst nicht mehr grün. Der Versuch, die sich immer weiter vertiefenden Gräben mit dem offenen Brief zuzuschütten, ist gescheitert. Das hat der Sonnabend gezeigt.

      Verein im Shitstorm

      Wortreich hatte sich der Verein am Donnerstag an seine Anhängerschaft gewandt. Der Zeitpunkt kurz vor dem Bayern-Spiel war wohl auch deshalb gewählt worden, weil in Niedersachsens Landeshauptstadt in den vergangenen Tagen nur noch darüber spekuliert wurde, wie hoch 96 gegen die Bayern verlieren würde. Immer wieder war unter Fans das Wort "zweistellig" gefallen. Mit dem Brief jedenfalls sollte offenbar der Versuch unternommen werden, die roten Reihen wieder zu schließen. Doch die Kritik, die sich ab Donnerstagnachmittag in Foren, sozialen Netzwerken, in Stellungnahmen und Kommentaren in Form eines regelrechten Shitstorms über den Verein ergoss, zeigt, dass die seit geraumer Zeit ausgefochtenen Streitigkeiten zwischen Kind und Teilen der Fan-Szene längst keine begrenzte Fehde mehr sind.

      Fans: "Inhaltsleeres Schreiben"

      Auch Fans, die keiner Ultra-Gruppierung angehören und auch nicht in einem Fanclub organisiert sind, wollen sich die Stimmung nicht per schriftlicher Aufforderung von oben verordnen lassen. Seit Donnerstag wird eifrig über das Schreiben diskutiert. Während der Verein sich mit Aussagen wie "wir haben verstanden" und "es sollte nicht mehr um Versäumnisse der Vergangenheit gehen" offenbar ein positives Echo bei der Anhängerschaft erhofft hatte, hatte es bei vielen Fans den gegenteiligen Effekt. "Inhaltsleer" ist eine oft gebrauchte Beschreibung für das, was der Verein veröffentlicht hat. Als Schritt in die richtige Richtung wird das Schreiben dagegen in einem Kommentar in der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (HAZ) gewertet. Das scheint dieser Tage jedoch keine Mehrheitsmeinung zu sein. Die Leserkommentare zu den zu Hannover 96 veröffentlichten Artikeln sprechen eine andere Sprache.

      Kritik an Berichterstattung

      Die gesamte Problematik bei Hannover 96 und den Fans sei auch kein "Ultra-Problem" - als dieses wurde sie schon häufiger bezeichnet. Es gebe viel mehr Anhänger, die Kind und das Verhalten gegenüber den Fans kritisch sehen, sagt der Rote-Kurve-Sprecher. Die Berichterstattung darüber in der HAZ greife auch deshalb zu kurz. Man könne von Meinungsmache im Sinne des Präsidenten reden. "Wir haben nicht den Eindruck, dass dort objektiv über die Fanszene berichtet wird", so der Fan-Vertreter. "Wir sind nicht an allem schuld." Zudem würden das Engagement und die positive Fan-Arbeit unter den Teppich gekehrt.

      "Galgenhumor" und "Katastrophentourismus"

      Die Rote Kurve, Interessengemeinschaft der ehemals aktiven Fanszene, sieht in dem Schreiben keinen großen Fortschritt. Mit vielen Worten sei wenig Inhalt transportiert worden. Zudem habe der Verein offenbar mit den alten Fangruppen abgeschlossen. Ob es irgendwann zum Frieden kommt, werde aber auch davon abhängen, wie kompromissbereit beide Seiten seien und ob wieder Vertrauen aufgebaut werden könne. Seinen Namen will der Rote-Kurve-Sprecher nicht nennen, denn Mitglieder wie er seien in den vergangenen Monaten in Hannover zum Teil massiv wegen ihrer Arbeit angefeindet worden. Der Rote-Kurve-Sprecher hat das Spiel am Sonnabend gesehen. Natürlich habe etwas Entscheidendes gefehlt, meint er. Dort, wo vorher richtig Stimmung für die Mannschaft gemacht wurde, hätten sich nun eine Form von "Galgenhumor" und eine Art "Katastrophentourismus" breit gemacht.

      Keine organisierte Schmähung

      Betonen möchte die Rote Kurve, dass es vonseiten der Fanszene und auch aus den Ultra-Gruppierungen keine Anweisung zur Schmähung des Präsidenten gibt. Das sei nicht organisiert. Am Sonnabend reagierten die Anhänger gegen die "Kind-muss-Weg"-Rufer mit der schlimmsten Beleidigung, die man als 96-Fan aussprechen kann: "Braunschweiger".

      Bundesweites Gesprächsthema

      96-Chef Kind hatte sich immer gewünscht, dass Hannover 96 ein Verein mit bundesweiter Ausstrahlung wird. Nun war und ist die schlechte Stimmung in Hannover Thema im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", beim Bezahlsender Sky, im ZDF-Sportstudio. Als der Vereinschef in der Vergangenheit über die bundesweite Präsenz von Hannover 96 sprach, hatte er etwas anderes gemeint, da ging es noch um Fußball. Doch der ist in der Leine-Metropole nur noch Nebensache und nicht mehr die schönste.


      Und Fälschung, bzw. "bearbeitete Version"

      ndr.de/sport/fussball/derby/96…ht-raus,hannover9092.html

      Man staunet nur noch - der NDR als Zensurhure von HAZ und dem GröPaZ. :kotz:
      " Ich will nicht wieder absteigen. Dann bringe ich alle um. Das wäre der Leidensweg Christi."

      Martin Kind
    • Die selbsterfüllende Prophezeihung

      „Wir werden am Sonnabend in Leverkusen eine andere Mannschaft erleben“, sagte Martin Kind am letzten Dienstag nach dem enttäuschenden 1:1 zuhause gegen Hertha. Wie recht er damit hatte, ahnte er damals freilich noch nicht. Ebenfalls ahnte er wohl noch nicht, dass er mal wieder den Mund zu voll genommen hat, indem er öffentlich machte, dass er „notfalls mit Korkut auch in die zweite Liga gehen würde.“

      Die selbsterfüllende Prophezeihung ist eingetreten – heute Morgen wurde Tayfun Korkut nach 15 Monaten als Cheftrainer von Hannover 96 entlassen. Ein in letzter Konsequenz überfälliger Schritt, denn eine wirkliche Spielidee, ein Konzept, war in den letzten 1½ Saisons nur rudimentär zu erkennen. Die Aufstellungen waren teilweise vogelwild und Spieler, die am letzten Wochenende noch Matchwinner waren, fanden sich plötzlich am nächsten Spieltag „aus disziplinarischen Gründen“ bei der U23 wieder. Mal fand sich Sané (zurecht) in der Regionalliga wieder, dann Felipe. Mal stand (!) Kiyotake links außen, mal rechtsaußen, mal zentral. Mal war Briand im rechten Mittelfeld gesetzt (der Typ ist Stürmer!!), dann wieder Bittencourt oder Stindl. Einem übergeordneten Plan folgte das nicht, denn wenn man sich den Kader mit so genannten Allroundern auffüllt, muss man damit rechnen, dass die zwar alles können, aber nichts so richtig. Fragt mal bei Vjelko Paunovic.

      Dazu kommen immer mal wieder massive individuelle Fehler der gesamten Hintermannschaft, die sich wie ein roter Faden durch die letzten zwei Saisons zogen. Marcelo mag zwar mit die besten Zweikampfwerte der Bundesliga haben, hat in den letzten 2 Jahren aber konservativ geschätzt 10 Gegentore durch individuelle Fehler verursacht. Dazu kommt, dass Schulz und Felipe kein Bundesligaformat (mehr) haben und in Malmö saufen sie sich mit den 1,5 Mio. €, die wir für Albornoz überwiesen haben wohl immer noch die Lichter aus. Auch die große Hoffnung André Hoffmann, der die ganze Saison mit einem Kreuzbandriss außer Gefecht war, hat noch nicht das Zeug zu einem Stammspieler in der Bundesliga. Zudem fehlt ihm die Übersicht eines Salif Sané im Spielaufbau. Das geht aber freilich auch allen anderen Innenverteidigern bei uns ab.

      In der Offensive wird deutlich, wie verfehlt die Kaderplanung und vor allem das Scouting bei 96 funktioniert. Dass Kiyotake ein Schönwetterfußballer mit einem gewissen Phlegma ist, hätte man wissen können. Dass Joselu eine lauffaule Diva ist, der den Ball am liebsten genau auf den Fuß serviert bekommt und sich den Rest des Spiels mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Boden wälzt, war auch kein Geheimnis. Dass Edgar Prib ein Mitläufer ist, der nur 2,5 Mio. € gekostet hat, weil er nen deutschen Pass hat, hätte man auch herausfinden können. Dass weiterhin kein gelernter offensiver Linksfuß im Kader ist und Kiyotake unabhängig von seinen persönlichen „Problemen“ für diese Position eigentlich völlig ungeeignet ist, hätte auch irgendwem auffallen müssen, der in der letzten Saison mehr als zwei Bundesligaspiele gesehen hat.

      Das weitaus größte Problem dieses Kaders ist allerdings die fehlende Kampf- und Laufbereitschaft. Dieser Trend zur Enteierung der Mannschaft wurde schon von Mirko Slomka mit Auszeichnung vorangetrieben, indem er zwar sportlich gute und vor allem kämpfende, aber unbequeme, weil nicht auf Linie tanzende Spieler wie Pinto, Abdellaoue, Pocognoli, Haggui, Pogatetz und so weiter entsorgt hat und mit Prib, Felipe und Huszti willfährige Mitläufer verpflichtet wurden, denen die Mannschaft am Arsch vorbeigeht. Dieser Trend hat sich mit Dufner fortgesetzt und auch Korkut hat es verpasst, der Mannschaft einen echten Kopf zu verpassen, denn seien wir mal ehrlich, Stindl trägt die Binde auch nur, weil alle anderen noch weniger geeignet sind und wenn Schmiedebach nur einen Tag, nachdem er in Leverkusen von Andreasen rund gemacht wurde, das Training verpennt, dann läuft was gehörig falsch in dieser Mannschaft.

      Die letzten beiden Saisonvorbereitungen liefen ungefähr nach dem gleichen Muster ab: Im August wurde bemerkt, „hoppala, wir brauchen noch was für die Position xy“, dann wurde geguckt was im Europäischen Ausland mehr als zehn Erstligaspiele gemacht hat und vertragsfrei war, und der wurde dann geholt. Dabei kamen dann so faszinierende Transfers raus wie Briand, Stankevicius, Gülselam, Rudnevs, Rajtoral, oder eben jetzt im Winter Joao Pereira. Diese verfehlte Transferpolitik muss sich zu einem Großteil auch Dufner ankreiden lassen, der seinem großen Boss in wöchentlich gegenteiligen öffentlichen Aussagen zwar um nichts nachsteht, abgesehen davon aber nicht viel auf die Reihe kriegt. Ein Scouting-System ist nach wie vor nicht existent und viele Verpflichtungen wirken so, als hätte Dufner mit den Spielern mal zufällig bei FIFA15 gezockt, vorher im Editor aber die Spielerwerte allesamt auf 99 gesetzt. Mit einem Scoutingsystem wäre vielleicht mal aufgefallen, dass nahezu niemand aus der Defensivriege zu einem ordentlichen Spielaufbau in der Lage ist.

      Das alles ist auch dem Sonnenkönig Kind Jong Il nicht verborgen geblieben und so wurde auch Dufner in der Vergangenheit schon mächtig angezählt. Gerüchten zufolge soll Dufner im Sommer den Stuhl vor die Tür gestellt bekommen und im Hintergrund wird bereits fieberhaft nach einem neuen Sportdirektor gesucht. Wer das sein soll, steht dabei völlig in den Sternen. Der eventuelle Neue wird aber ein ganz anderes Problem vorfinden, denn aufgrund der momentanen Planungsunsicherheit gibt es einen von oben angeordneten Transferstopp und das wirft gleich noch ein anderes Problem auf: Geschätzt 90% aller Transfers im Sommer werden bis Mitte April abgewickelt. Wer also nicht handeln kann (sportlich) oder nicht handeln will, weil er sich gerade einen neuen Sportdirektor sucht, verschenkt wertvolle Zeit. Die Zweite Liga startet bereits Mitte Juli wieder, die Bundesliga bekanntlich Anfang August. Viel Zeit bleibt 96 also nicht, wenn die Saison in 4 Wochen zu Ende geht, um die neue Spielzeit zu planen und je später es wird, desto größer ist die Gefahr, wieder nur die Resterampe, die Madlungs und Idrissous dieser Welt abzubekommen.
      Auch unabhängig von den Querelen rund um die ehemals aktive Fanszene, hat es Hannover 96 geschafft, sich von einem Europapokalanwärter zu einem Abstiegskandidaten zu mausern. Dies liegt aber einzig und allein daran, dass der Kader über weite Strecken nicht bundesligatauglich ist und eine Ansammlung von Schönwetterfußballern darstellt. Und daran haben sowohl Tayfun Korkut, als auch Dirk Dufner, Martin Kind und zu einem nicht zu unterschätzenden Prozentsatz Mirko Slomka ihren Anteil.

      So trat sie dann halt heute Morgen ein, die selbsterfüllende Prophezeihung. Dufner tönte zwar am Samstag nach dem Desaster in Leverkusen noch in die Kameras, dass er „davon ausgeht, dass wir mit dem Trainer weitermachen“, aber wie weiter oben bereits geschrieben, dürften auch die Tage der Fleischmütze in Hannover gezählt und seine Einflusssphäre auf Bierdeckelgröße zusammengeschrumpft sein.

      Als mögliche Nachfolger für Korkut bieten sich da gerade nicht so viele Kandidaten an. Es wurde ja tatsächlich die Sau Mirko Slomka durch’s Dorf getrieben, was meiner Meinung nach eine Karikatur der letzten zwei Jahre gewesen wäre, denn wie oben schon geschrieben, zu einem großen Teil darf sich auch Slomka die jetzige Situation auf die Fahnen schreiben. Ernsthafteste Überlegung ist ja tatsächlich Peter Neururer, der wohl für 5 Spiele die Aufgabe bekommen soll, diesen Fußballerdarstellern Beine zu machen. Danach ist der Weg frei für einen neuen Trainer mit einem neuen „Konzept“ und ob dieser Trainer nun Armin Veh, André Breitenreiter, Michael Oenning, Joe Zinnbauer oder Käpt'n Blaubär heißt, ist eigentlich auch egal. Denn auch das war in Hannover schon immer so: Das Konzept hat nie der Verein vorgegeben, sondern immer der Trainer mitgebracht. Und wenn der Trainer wieder weg ist, dann gibt’s halt ein neues Konzept.
      " Ich will nicht wieder absteigen. Dann bringe ich alle um. Das wäre der Leidensweg Christi."

      Martin Kind
    • So, endlich die Zeit (und nach dem Schock gestern auch wieder die Laune) gefunden auch diesen Beitrag zu lesen. Alle Daumen hoch dafür!
      Spätestens seit bekannt wurde, dass Dufners Wunschtrainer von Kind persönlich durch Korkut in letzter Minute ersetzt wurde dürften Dufners Tage gezählt sein. Bleibt die Frage, ob man überhaupt schon mit potenziellen Nachfolgern gesprochen hat und vor allem: Wieso ist der Typ immer noch da? Der Mann hat keine Zukunft im Verein, also soll er sie gefälligst nicht noch sabotieren können. Aber darüber kann ich mir wohl ewig den Kopf zerbrechen...
      Sonst auch fast komplette Zustimmung, außer dass ich Hoffmann durchaus den Stammplatz zutraue (nein, kein Überflieger, aber andere Vereine haben durchaus viel schlimmere Leute in der Innenverteidigung - Gruß nach Hamburg) und hör bitte auf, den Ruf von Käpt'n Blaubär zu ruinieren, indem du ihn mit solchen Figuren in eine Reihe stellst!
    • Hannover 96 verhurt sich selbst.

      Gestern Abend war also die heiß erwartete Jahreshauptversammlung bei 96, auf der nicht etwa entschieden werden sollte, ob die restlichen 15,66% Anteil des e.V. an der Lizenzspieler GmbH und Co. KGaA (weiter als KGaA) an die Hannover 96 Sales & Service GmbH (weiter S&S) zu verkaufen wären. Nein, es wurde lediglich erklärt, dass diese im Vorfeld verkauft wurden und es sollten Details zum Verkauf erläutert werden. Die Anteile wurden übrigens, auch das wurde gestern bekannt, bereits am 23.09.2014 verkauft, also schon vor 7 Monaten.
      Ebenso im Vorfeld wurden die Fans von Hannover 96 durch eine Initiative im größten 96-Forum, dem Fanmagazin, dazu angehalten, ihre Fördermitgliedschaft bei dem e.V. in eine passive und somit stimmberechtigte Mitgliedschaft umzuwandeln. Nichtmitglieder wurden animiert, in den Verein einzutreten.

      Der Verkauf der Anteile zum jetzigen Zeitpunkt war notwendig, um sich Grundstücke für das (seit 10 Jahren) geplante Nachwuchsleistungszentrum und für das neue Vereinsheim in Stadionnähe kaufen zu können. Verkauft wurden die 15,66% letztlich für 3,25 Mio. €. Davon fließen als Barmittel 2,247 Mio. €. Der Rest waren Verbindlichkeiten vom Verein gegenüber der KGaA, die mit den Anteilen verrechnet wurden. Wenn man das mal hochrechnet, kommt man auf 20,75 Mio. € Gesamtwert der KGaA. Diese hält die Bundesligaspieler. Das ist der verdammte Marktwert von Zieler allein!

      Der Wert der KGaA wurde von einem Gutachter auf 8,45 Mio. € festgelegt, was mich zwangsläufig zu der Annahme bringt, ob der Verein von einem Gebrauchtwagenhändler mit bunten Fähnchen bewertet wurde. Was macht Heinz Müller eigentlich gerade?
      Demnach wären für 15,66% der Anteile eigentlich nur 1,33 Mio. € fällig gewesen. Martin Kind nutzt also ein zumindest meiner Meinung nach sehr fragwürdiges Gutachten, zahlt dem Verein fast das Dreifache des Gutachterwertes und steht jetzt als ehrenhafter Gönner da, dem nur das Wohl des Vereins am Herzen liegt. Wie übrigens auch den anderen Clowns seiner Geldgeberriege. Kind meinte gestern, er möchte das Wort „Investoren“ vermeiden, denn die Anteilseigner wären alles Hannoveraner, die sich für den Verein und die Region engagieren wollen.

      Nur zur Einordnung der genannten Zahlen, Hertha BSC hat Anfang 2014 ebenfalls einige Anteile an einen Investor veräußert. Für 9,7% der Anteile bekam man ca. 18 Mio. €. Der gesamte Vereinswert wurde auf ca. 220 Mio. € taxiert. Und 96 soll ein Zehntel dessen Wert sein?

      Zurück zum gestrigen Geschehen: Martin Kind präsentierte sich wohl mal wieder als Sonnenkönig und irritierte mit verschiedenen Aussagen. Demzufolge bringen Fördermitglieder Geld in den Verein und aktive Sportler kosten den Verein Geld. Außerdem soll sich die Tennissparte „not amused“ präsentiert haben, dass sie seit Jahren von Kind hingehalten wird (Stichwort: neue Plätze), daraufhin viele Tennisspieler den Verein schon verlassen haben, was dann von Kind wieder als Beleg für die mangelnde Wirtschaftlichkeit der Tennissparte hergenommen wurde. Den verbliebenen Mitgliedern wurde wohl durch die Blume nahegelegt, man könne sich ja einen besseren Verein suchen.

      Gestern Morgen war ein Interview mit Bernd Hettwer in der taz, dessen Artikel ich an anderer Stelle schon mal gepostet hatte. Er war es auch, der einige Anträge zur JHV formulierte und am 10.04.15 im Fanmag veröffentlichte. Demzufolge gehe ich mal davon aus, dass er diese fristgerecht (bis 10 Tage vor der Veranstaltung, also bis 17.4.) eingereicht hat. Komischerweise sollen ausgerechnet diese Anträge nicht fristgerecht eingegangen sein, weshalb sie gestern nicht zur Vorlage kamen.

      Immerhin, und das werte ich mal als positive Schritt, wurde gestern ein Grundlagenvertrag zwischen dem Stammverein, der Sales & Service und der KGaA verabschiedet, der einen Schutz der Interessen des Gesamtvereins und ein Rückkaufrecht von Anteilen durch den Stammverein beinhaltet. Was das im Detail bedeutet und wie dieser Grundlagenvertrag ausgestaltet wird, bleibt jedoch abzuwarten. Außerdem wurde die Gründung eines Fanbeirats beschlossen. Diesem sollen Informationen zur Verfügung gestellt werden und die dortigen Fans sollten in Entscheidungen bei Hannover 96 mit einbezogen werden. Dadurch sollen Konflikte zwischen Vereinsführung und aktiver Fanszene in Zukunft verhindert werden.

      Gerade die nicht zugelassenen Anträge von Bernd Hettwer und auch andere formelle Versäumnisse könnten noch ein Nachspiel haben, wenn sich einige klagefreudige Vereinsmitglieder finden. Da ich mich im Vereinsrecht mal überhaupt nicht auskenne, kann ich dazu aber keine fundierte Aussage abgeben.
      " Ich will nicht wieder absteigen. Dann bringe ich alle um. Das wäre der Leidensweg Christi."

      Martin Kind
    • Warum es gut ist, dass 96 eine Geldstrafe selbst zahlen muss

      Wir schreiben den 25.01.2014: Hannover 96 hat ein Auswärtsspiel in Wolfsburg, bei dem ein Besucher des Gästeblock einen Böller wirft und damit einen anderen Besucher verletzt. Der Böllerwerfer wurde hierfür wegen gefährlicher Körperverletzung zu 14 Monaten auf Bewährung verurteilt.

      Hannover 96 wurde wegen diesem und anderer Vorfälle rund um das Derby gegen Braunschweig vom DFB zu einer Geldstrafe in Höhe von 50.000€ verurteilt. Von dieser Summe sollte laut 96 der Böllerwerfer anteilig 20.000€ aufbringen und 96 den so entstandenen Schaden ersetzen. Dieser Praxis hat das Landgericht Hannover heute Morgen einen Riegel vorgeschoben. Hannover 96 hat, so das Landgericht, kein Recht, die Geldstrafe an den Beschuldigten weiterzugeben. In der Begründung wies das Landgericht an, dass kein Vertragsverhältnis zwischen dem Zuschauer und Hannover 96 bestanden habe, sondern dass dieser lediglich ein Vertragsverhältnis (Eintrittskarte) mit dem VfL Wolfsburg geschlossen habe. Außerdem orientiert sich die Höhe der Geldstrafe an den wirtschaftlichen Voraussetzungen von Hannover 96 und wäre, legt man die wirtschaftlichen Gegebenheiten des Beschuldigten zugrunde, deutlich überhöht. Der Tenor der Urteilsbegründung lautete außerdem, dass DFB und Vereine mit derartigen von der Sportgerichtsbarkeit verfügten Sanktionen eine Paralleljustiz installieren würden.

      HAZ: Zunächst hätte der Verein gegen das Verdikt der Sportgerichtsbarkeit angehen müssen, so das Landgericht, dann hätte 96 die Verbandsstrafe niemals durchreichen dürfen. Sollten nichtstaatliche Organisationen wie DFB oder Fußballvereine das Sanktionssystem der Strafjustiz als zu milde empfinden, seien sie trotzdem nicht legitimiert, diese Rechtsprechung durch hohe Geldstrafen zu unterlaufen.


      Hermann Schade, der Anwalt des Werfers begrüßte das Urteil und zeigte sich dankbar, dass das Thema Fanhaftung von einem ordentlichen Gericht juristisch-wissenschaftlich aufgearbeitet wurde. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig – 96 kann in Berufung gehen.

      Dieses Urteil könnte eine zweifache Signalwirkung haben. Zu allererst ist es ein Schuss vor den Bug für die Vereine, die in der Vergangenheit auf die Idee kamen, Strafen an die Fans weiterzureichen. Da haben wir ja in Hannover auch schon einige Erfahrung mit, Stichwort 5€ „Pyroumlage“ für das Spiel gegen Anzhi Matchatchkala im Supporters Block. Zweitens ist es auch ein deutliches Signal in Richtung DFB, der in der jüngeren Vergangenheit gern mit Teilausschlüssen und Geisterspielen um sich geworfen hat. Die selbstherrliche Straffindung des DFB hat vom Landgericht Hannover einen peinlichen Knüppel zwischen die Beine bekommen und ich kann mir vorstellen, dass einige Vereine mit dem Urteil eines ordentlichen Gerichtes im Rücken gegen zukünftige Strafen des DFB vorgehen werden. Andererseits, der DFB vergisst sicher nicht, wer sich seiner einem Rechtsstaat unwürdigen Schuldsprechung dann doch nicht unterwerfen mag.

      Link zum Artikel (paywall): haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/…-Boellerwerfer-eintreiben

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      " Ich will nicht wieder absteigen. Dann bringe ich alle um. Das wäre der Leidensweg Christi."

      Martin Kind
    • Kann ich so unterschreiben, mal eine richtig gute Nachricht!
      Nicht dass man mich falsch versteht: Ich hoffe dass dem Böllerwerfer die Eier abfaulen, aber dass 96 seine eigenen Strafen auf andere Leute übertragen kann fand ich schon immer seltsam. Und gerade wenn man an Bengalos und harmlose Rauchbomben denkt ist das für die Zukunft ein sehr gutes Urteil.
    • Sehe ich anders! Vielleicht müsste man in dem Fall - das ein Täter ermittelt werden kann - den Strafenkatalog reformieren. Aber im Grundsatz finde ich das so schon OK. Das Vergehen hat schließlich John Doe begangen, nicht Lars Stindl, Martin Kind oder der Verein Hannover 96. Also soll auch John die Konsequenzen tragen. Wenn einer mit deinem Auto über ne rote Ampel fährt, gibst du da ja auch nicht den Barmherzigen, sondern verweist zu Recht auf den tatsächlichen Täter.
      :knarre: Han shot first! :knarre:
    • MagicOe schrieb:

      Wenn einer mit deinem Auto über ne rote Ampel fährt, gibst du da ja auch nicht den Barmherzigen, sondern verweist zu Recht auf den tatsächlichen Täter.


      Selbstverständlich gebe ich den Täter an (bzw. sage, dass dieser nicht ermittelt werden kann :floet: ). Aber jetzt kommt der springende Punkt, denn dieser Täter wird dann nach den Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland belangt und nicht mit einer Geldsumme, die irgendeine Altherrenrunde im stillen Kämmerlein auswürfelt.

      MagicOe schrieb:

      . Das Vergehen hat schließlich John Doe begangen, nicht Lars Stindl, Martin Kind oder der Verein Hannover 96.


      Richtig. Aus dem Grund wurde Johnny-Boy ja auch vor einem Strafgericht zu 14 Monaten auf Bewährung verurteilt. Es geht auch gar nicht so sehr um den Typen. Dass der einen zwischen die Hörner verdient, ist klar. Es geht in dem Urteil viel mehr um die wahnwitzige Paralleljustiz, die der DFB über Jahre installiert hat und der mit einem Rechtsstaat nur bedingt etwas zu tun hat. Daher ist das Urteil des LG Hannover völlig richtig und wichtig, weil es zeigt, dass die ordentliche Gerichtsbarkeit keinen Bock hat, sich von dem DFB auf der Nase herumtanzen zu lassen.
      " Ich will nicht wieder absteigen. Dann bringe ich alle um. Das wäre der Leidensweg Christi."

      Martin Kind
    • OK das kann aber doch trotzdem nicht der Weisheit letzter Schluss sein, das der Verein, als Nicht-Verursacher auf den Kosten sitzen bleibt, die ein anderer (welcher bekannt ist!) zu verantworten hat!?
      :knarre: Han shot first! :knarre:
    • Na eben. Daher ist ja schon die Aussprache dieser Strafen zu kritisieren, die eben jeglicher rechtlicher Grundlage entbehrt. :schulterzucken:
      " Ich will nicht wieder absteigen. Dann bringe ich alle um. Das wäre der Leidensweg Christi."

      Martin Kind