Katzenjammer - Gedanken, die niemand haben will

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    • Danke für den Einblick!

      Beim Spiel 1. FC Köln gegen Arminia Bielefeld haben die Arminia-Fans übrigens gegen das äußerst merkwürdige Vorgehen von Hannover 96 demonstriert.
      SCV und der FC
    • Kampfkater schrieb:

      SCVe-andy schrieb:

      Beim Spiel 1. FC Köln gegen Arminia Bielefeld haben die Arminia-Fans übrigens gegen das äußerst merkwürdige Vorgehen von Hannover 96 demonstriert.


      :nuke: Gibt's da Bilder?


      Ich habe mein Handy zu spät gezückt. Da müsste man im Netz forschen.
      War zu Beginn der 2. Halbzeit. Auf den Spruchbändern stand in etwa: "Reisefreiheit für Fußballfans. Wehrt euch Hannoi" Irgendwie sowas
      SCV und der FC
    • Die Geschichte vom großen Houdini und dem kleinen HSV

      So, nun isses soweit. Das Hassmordtotschlaggewalteskalationsderby gegen den Messeparkplatz Ost wurde mit Pauken und Trompeten ins Strandbad am Maschsee gesetzt. Dummerweise ist mit den marodierenden Horden-Arschlöchern (vgl. marodierendes Einzel-Arschloch = Kind Jong Il) im stärksten Abstiegskampf aller Zeiten (© by Tittensender) eher nicht zu rechnen. Man hatte sich zwar so vorhersehbar wie pünktlich am Dienstag in allen Gazetten auf „Wagenburgmentalitäten“ und „Zusammenstehen“ eingeschworen und die hordierenden, maroden Arschlöcher zur Bedingungslosen Unterstützung der Mannschaft gegen den kleinen HSV aufgefordert, dieser Hilferuf versagte aber wie der einer einsam sterbenden Robbe inmitten des Atlantik. Das Versagen der Unterstützung wird die armen Herren wie vom Donner gerührt zurücklassen, denn dummerweise gibt es da noch eine „Mannschaft“, die nur mit viel Fantasie noch die Unterstützung der erosierenden Orden verdient hätte, wo sie nach dem Spiel am heimischen Stadiongatter nur blanken Hass und blinde Wut zu spüren bekam. Völlig unverständlich, diese Radaubrüder! Zieler sagte ja am Stadiontor auch, dass sie jetzt verstanden hätten, worauf es ankommt. Jetzt schon, nach 29 mehr oder weniger abartig schlechten Spielen in dieser Saison. Immerhin war Kind ja in Braunschweig angeblich in der Kabine (wobei Mini-Me ja behauptet, er war nicht da) und hat da mal Rubbeldiekatz am Schlossplatz gespielt, was mich in Gedenken an diesen schönen Tumblr darauf bringt, dass doch jetzt die Zeit gekommen wäre, einen eigenen zu gründen. Kindjongilschimpfingatspielers.tumblr.com oder so ähnlich.

      Dass Sicherheit wichtiger ist, als gültige Rechtsprechung, hat ja Doppel-D demletzt schon bedeutungsschwanger in die Blöcke der Journaille diktiert. Dass nun aber Planungssicherheit TV-Gelder für nächste Saison (Stichwort: Montagsspiele) wichtiger sind, als eine gültige Bundesligasaison, das konnte den unbefangenen Beobachter letztlich doch ein wenig überraschen. Und so überraschend die Erkenntnis ist, dass 96 im Abstiegskampf steckt (Vier kämpfen und der Fünfte steigt ab), so wenig überraschend ist es, dass bei den meisten Spielern und allen Funktionären nun panische Ratlosigkeit vorherrscht. Immerhin Trainerpraktikant Klinsmann Korkut wirkt planerisch auf der Höhe der Zeit und hat der Mannschaft ein Kurztrainingslager verordnet. Passenderweise an einem Ort, an dem die Spieler von der Außenwelt völlig abgeschnitten sind und selbst per, von Rüdiger Nehberg und Joey Kelly koordinierten, Survival-Trip durch den Dschungel begeben müssen: Harsewinkel! Am Samstag gegen den kleinen HSV wird Korkut dann den Taschenspielertrumpf der rotierenden Horden (Arschlöcher, die) ausspielen, Schlaudraff die olle Gazelle ins Tor stellen und Marcelo als Mittelstürmer (kann Kopfball und Harakiri) aufbieten, der kuzzeitig bei Ballkontakt zum houdinierenden Hordler wird.

      Immerhin, so die Geschäftsführer, ist ein Abstieg für die öffentliche Wahrnehmung halb so wild. Man muss zwar dann nach Sandhausen, Aue und Aalen (Doppel-A!), aber man darf immerhin noch nach Frankfurt und München, quasi mit den großen Hunden pissen. Die Ernüchterung folgt dann, wenn der Mannschaftsbusfahrer feststellt, dass im Waldstadion nur ein einsamer Platzwart auf einem Stiga-Mäher seine Runden dreht und in Fröttmaning kein Kavier, sondern nur noch Dosenthunfisch gereicht wird und der Bus aus Publicity-Gründen für den Company-Day des Investors zwei Kilometer vor dem Ziel gegen eine Dromedarherde eingetauscht werden muss. Aber mal ganz ehrlich: Gegen diese Zweitligisten, die da teilweise die Saison umeinanderstolpern waren selbst Atlas Delmenhorst und der 1. SC Norderstedt in der ersten Regionalliga-Saison kulturell sinnvolle Auswärtsfahrten.
      " Ich will nicht wieder absteigen. Dann bringe ich alle um. Das wäre der Leidensweg Christi."

      Martin Kind
    • Scheiß drauf, Kleinbonum ist nur einmal im Jahr

      Die Reise nach Kleinbonum, oder aus sechs mach vier! 96 und Freiburg konnten sich in der letzten Woche mit Siegen gegen Hamburch und xxx (hier bitte beliebigen Messeparkplatz Ost einsetzen) Luft im mächtigsten Abstiegskampf aller Zeiten ™ verschaffen. Bleiben noch Hamburch, Nürnberg, Stuttgart und der Messeparkplatz Ost in der entscheidenden Frage, wer nächstes Jahr nach Babaorum, Aquarium, Laudanum und Kleinbonum (aka. Sandhausen, Aalen, Heidenheim, Ingolstadt) fahren muss.
      Den wettbewerbsverzerrendsten Abstiegskampf aller Zeiten liefert der FjugendC Bayern München, der in Braunschweig wieder mit einem Durchschnittsalter auflaufen wird, das sogleich die UNICEF auf den Plan rufen wird. Kindersoldaten gegen hochgerüstete Osteuropäische Grätscher-Milizen einsetzen zu wollen, ist auch wirklich kein hehrer Gedankengang, Herr Guardiola.

      Unabhängig von den bürgerkriegsähnlichen Zuständen in Braunschweig, die sich zum Leidwesen der anwesenden Polizei vor zwei Wochen nicht entladen haben, flüchtet sich der Glubb derweil in den Okkultismus und reaktiviert die Torhex (rechts im Bild), woraufhin Sami Hyypiä am Sonntag mit einer flugs gegründeten Underground-Metal-Band namens Manaaja live vor dem Gästeblock aufspielt, um diese in angemessener Reaktionszeit zurück in die ewigen Jagdgründe zu schicken.

      So viel Okkultismus wünscht man sich in Hamburg auch, dort wird es aber nur den Lauf der Evolution zu bestaunen geben, wenn ein übermotiviertes Wolfsrudel einen altersschwachen Dinosaurier fachgerecht filetiert. Dieter „Grzimek“ Hecking greift dabei tief in die filmische Trickkiste und zeigt seinen Dokumentarfilm ‚Der dinosaurierste Abstiegskampf aller Zeiten‘, der auf den Fallerslebschen Filmfestspielen dieses Jahr schon mit dem Goldenen Reißwolf ausgezeichnet wurde.

      Reißwolf ist ein gutes Stichwort, schließlich spielt Huub Stevens mit dem VfB Stuttgart am Sonntagabend gegen seinen Ex-Klub Schalke und wenn die Stuttgarter nicht gewinnen, wovon freilich auszugehen ist, wird Stevens sich wahrscheinlich zu eben jenem verwandeln (ist ja schließlich Vollmond) und seine Spieler nach dem Spiel zur sofortigen Videoanalyse in ein Lichtspielhaus ihrer Wahl bitten. Anschließend zeigt UFA-Film noch den Sepp-Herberger-Klassiker ‚Ein Spiel hat 90 Minuten‘ in rumänischer Synchronisation mit Untertiteln.

      Bereits heute zeigt sich ein schwerwiegender taktischer Fehler von Jim Solbakken auf. Statt seinen Schützling Mame Diouf fristgerecht vor dem Spiel der beiden Mannschaften bei Eintracht Frankfurt feilzubieten, hat er sich auf den Fallerslebschen Filmfestspielen zu sehr am Champagnerbuffet gelabt und Diouf versehentlich einen Vertrag beim VfL Wolfsburg unterschreiben lassen. Etwas desillusioniert wechselt sich Diouf („Stoke oder Cardiff, Hauptsache Italien.“) in Frankfurt selbst ein und ballert der Eintracht drei Tore rein, weil er denkt, dass noch Derby ist. So viele Eintrachts und VfLs sind aber auch verwirrend. In England wäre das alles einfacher…
      " Ich will nicht wieder absteigen. Dann bringe ich alle um. Das wäre der Leidensweg Christi."

      Martin Kind

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Kampfkater () aus folgendem Grund: Tippfehler rausgekegelt

    • Kampfkater schrieb:


      So viel Okkultismus wünscht man sich in Hamburg auch, dort wird es aber nur den Lauf der Evolution zu bestaunen geben, wenn ein übermotiviertes Wolfsrudel einen altersschwachen Dinosaurier fachgerecht filetiert. Dieter „Grzimek“ Hecking greift dabei tief in die filmische Trickkiste und zeigt seinen Dokumentarfilm ‚Der dinosaurierste Abstiegskampf aller Zeiten‘, der auf den Fallerlebschen Filmfestspielen dieses Jahr schon mit dem Goldenen Reißwolf ausgezeichnet wurde.

      Wenn du schon vom fachgerechten Filetieren schreibst, dann müsste er Dieter "Gmyrek" Hecking heißen :D ;)
      "Yeah well, that´s just like, your opinion, man"


      Blackhawks - Bears - Supersonics
    • heißt ja auch Fallersleben und nicht Fallerleben. Ansonsten finde ich Deinen Katzenjammer einfach genial!
      die Realität geht manchmal an der Wirklichkeit vorbei...
    • Wir sind nur ein Plastikverein...

      Hach ja, wenn zwei Spiele in Folge gewonnen wird, kann der Hannoveraner an sich nicht zufrieden sein. Immerhin hat er nichts zu meckern und so dachte sich auch St. Martin, seines Zeichens Heiligkeit von und zu Großburgwedel, dass sich da doch was finden lassen müsste. Fündig geworden ist er dummerweise bei den Pfandbechern im Stadion. Eigentlich eine Lappalie, sollte man meinen. Mit der madsackschen Hofberichterstattung im Rücken zog aber nun die Kavallerie auf, um etwas gegen das größte Sicherheitsrisiko für unbeteiligte Stadionbesucher seit Veröffentlichung des Taylor-Reports zu tun: Mehrwegbecher!

      Was war passiert? Am 28. März schrieb die HAZ, dass durchschnittlich pro Heimspiel 10 Zuschauer durch Becherwürfe verletzt würden. Woher diese Zahl kommt, weiß man nicht so genau, 96 führt meines Wissens nach nämlich gar keine Statistiken über Becherwürfe. Auch erscheint die Zahl etwas zweifelhaft, müssten doch über die Saison verteilt allein 170 Menschen allein in Hannover verletzt werden. Die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze ging im letzten Jahresbericht (PDF) zur Saison 2012/2013 von 788 Verletzten aus, wohlgemerkt für die gesamten 36 Profiteams. Nach Darstellung der HAZ wären allein tieffliegende Trinkbecherdrohnen im Niedersachsenstadion für 20% aller Verletzten in den deutschen Profistadien verantwortlich. Interessante Zählweise der madsackschen Märchenonkel, die aber immerhin St. Martin dazu bewegte, die Pfandbecher zur kommenden Saison abschaffen zu wollen und Einwegbecher einsetzen zu wollen. Dass es dann zukünftig wohl eher zu noch mehr Becherwürfen kommen wird, weil die Hemmschwelle Pfand wegfällt, wurde dabei ebensowenig bedacht, wie die Tatsache, dass auch gefüllte Einwegbecher ziemlich schmerzhaft werden können, wenn die Dinger treffen. Fragt mal bei Thorsten Schiffner...
      Außerdem sind Einwegbecher scheiße für die Umwelt, sagt die Deutsche Umwelthilfe.

      Das alles wäre nicht weiter als eine Lappalie, eine Randnotiz, aber St. Martin hat mal wieder nicht bis zuende gedacht. Seit 2009 gibt es im Niedersachsenstadion in Zusammenarbeit mit Noch-Hauptsponsor TUI das Projekt Trinkbecher für Trinkwasser, bei dem Stadionbesucher das Becherpfand spenden können. Mit dem so generierten Geld werden in Kenia und in der Elfenbeinküste Brunnen und Wasserfilter gebaut und den Menschen so Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglicht. Gerüchten zufolge soll man bei 96 eh nicht so glücklich mit diesem Projekt gewesen sein und dieses sowieso etwas distanzierter betrachtet haben. Klar, sind ja nur Negerkinder, die nix zu saufen haben.

      Quelle/Anregung: Newsletter der Roten Kurve zu dem Thema.
      " Ich will nicht wieder absteigen. Dann bringe ich alle um. Das wäre der Leidensweg Christi."

      Martin Kind
    • Kann man dem Mann nicht irgendeine geistige Krankheit diagnostizieren und wegsperren? Ist ja einfach nur noch traurig was von dem kommt... :( :kotz:
      Jeder Schalker ist ein Dirnenkind!
    • Mein schönstes Ferienerlebnis

      Endlich wieder Fußball. So richtiger. Ohne Fanmeilen, geschminkte Gesichter und Hawaii-Kettchen, denn schließlich ging es zusammen mit dem Schorsch ins beschauliche Walldorf. Nachdem wir am Abend zuvor in der Hans-guck-in-die-Luft-Arena schon Zeuge wurden, wie der Glubb höflich aus dem Pokal geleitet wurde, machten wir uns mit einer Mischung aus Frohmut und typisch hannöverschem Optimismus ("hoffentlich fliegen die wenigstens nach 90 Minuten raus. Kein Bock auf Verlängerung") auf den Weg ins Nordbadische. Dort angekommen, staunten wir erstmal nicht schlecht über dieses Kuhdorf, das aber (dank SAP, HDM und IKEA) zu einer der reichsten Städte Europas zu zählen ist. Dies machte sich an den piekfeinen Straßenlaternen, solarbeleuchteten Straßenschildern und einer zweispurigen Umgehungsstraße bemerkbar. Nicht zuletzt kann das Schwimmbad, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft auch das Astoria-Stadion zu finden war, locker mit karibischen Ferienanlagen mithalten. Von Schildern hielten die am Stadion selbst nicht so viel, da half nur durchfragen: "Wie komm ich denn zum Gästeblock?" "Hier weiter und nach 80 Metern links in den Wald." "Sagte der gerade, 'links in den Wald'"? Tat er und so stiefelten wir tatsächlich über einen 50 cm breiten Waldweg durch's Gestrüpp einmal um die ganze Butze rum. Die Einlasskontrolle gab sich ähnlich entspannt wie die Parkplatzsituation und die allgemeine Stimmung der Sicherheitskräfte. Hektik ist dem gemeinen Walldorfer scheinbar fremd. Die ganze Anlage hat ungefähr den Charme des Dietmar-Hopp-Stadions ein paar Kilometer weiter östlich. Eine überdachte Haupttribüne mit 6 Sitzreihen, ein paar "Logen" und einer Steh-Brüstung oberhalb der Sitzreihen für den "FCA-Fanclub 87", sowie eine unüberdachte Gegentribüne mit 4 Stehstufen, die für den Pokalkick mit einer Zusatztribüne ergänzt wurde - fertig ist das Teil. Eine Anzeigetafel fehlt gänzlich, aber immerhin haben sie unaufhörlich versucht, im Gästeblock FCA-Merch an den Mann zu bringen. :nuke: Ein Kumpel ist unterdessen mit dem Fahrrad aus Hannover angereist. 6 Mann, einer mit'm Transporter und Material vorne weg, wurden seit Montag Dorfvereine auf der Route angesteuert und um Asyl ersucht, welchem alle auch begeistert stattgaben. Sogar Radio Regenbogen wurde auf das Gespann aufmerksam und wollte ein Interview. :rotate:

      Für den größten Erfolg der Vereinsgeschichte hatten sie sich teilweise etwas ganz besonderes überlegt. Highlight war defintitiv der Typ mit seiner (einzigen!) übergroßen Schwenkfahne, der sich mit eben dieser auf den Rasen stellen sollte, wenn die Mannschaften einlaufen. Dummerweise hatte er seine Rechnung ohne den Rasensprenger gemacht, der just in dem Moment aus dem Boden geschossen kam und ihm eine volle Breitseite verpasst hat, als er mit stolz geschwellter Brust und gehisster Fahne stramm in Richtung Mittelkreis marschiert ist. Die Fahne, die nun im nassen Zustand ein paar Gramm schwerer gewesen sein dürfte, wollte er nun zum Trocknen auf den Rasen legen. Der Platzwart hatte jedoch mitgedacht und machte sich nun seinerseits einen Spaß daraus, den Fahnenmann etwas mit den anderen Wassersprengern zu piesaken. Zweites Highlight war die ausgedachte Choreographie zum Anpfiff. Nun ist es per se schon mal keine gute Idee, eine Choreo und sei sie noch so simpel, ausgerechnet auf der Haupttribüne zu machen. Wenn dann noch der Umstand dazukommt, dass Walldorf sonst nicht vor 3.200 Leuten kickt, sondern vor 600, war eigentlich vorher schon sicher, dass das eine brutale Bruchlandung geben müsste. Es kam, wie es kommen musste, selbst das einfache Hochhalten von einem farbigen Pappzettel überforderte die Kuchentribüne gänzlich und so ergab sich doch eher ein kümmerliches Bild, das mit ca 40% der verteilten Pappen auskommen musste.

      Da spielt ein Stadler! Bei Walldorf! Fantastisch! #muppetshow Dummerweise spielte da auch ein Marcelo. Innenverteidiger! Bei 96! Hatte sich dann nach 40 Minuten aber dank allgemeiner Überforderung der 96-Hintermannschaft und spezieller Dusseligkeit bei Marcelo schon wieder erledigt. Notbremse. Rot. Danke. Bitte. Das Spiel ist dann auch schnell erzählt: Die im Gegensatz zu allen anderen Mannschaftsteilen nicht neu formierte Abwehr von 96 hatte selbst mit dem Viertliga-Aufsteiger Astoria Walldorf arge Probleme, gerade im Stellungsspiel, was deren schnelle Stürmer immer wieder zu gefährlichen Kontern animierte. Einem Pfostenschuss, Ron-Robert Zieler und der nötigen Portion Doofenglück war es zu verdanken, dass es beim zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich für den FCA geblieben ist und letztlich die höhere individuelle Klasse der Bundesligakicker den Ausschlag gab. Wenn die allerdings in der bevorstehenden Saison genauso auflaufen, wird es eine verdammt interessante Saison. Und warum Joselu 5 Mio. € gekostet hat, konnte er gestern auch noch nicht unter Beweis stellen.

      Zum Schluss noch etwas in eigener Sache, denn gestern hat man wunderbar gesehen, zu welch elektrisierender Stimmung es in der neuen Saison bei Spielen des Premiumproduktes gleich reihenweise kommen wird. Selbst die 20 Ü50-Männchen des FCA-Fanclubs haben die 500-Mann Gästeblock-Besatzung mal eben locker an die Wand gesungen und wenn auch wieder Worte wie "Halbjude" öffentlich ausgesprochen werden dürfen, ist klar, wohin die Reise ohne Korrektiv und ohne organisierte Unterstützung der Fankurve hingeht. In einem vorherigen Beitrag hatte ich ja mein zukünftiges Fernbleiben von 96-Spielen angekündigt und das muss ich etwas revidieren. Vereinzelte Kicks werde ich mir auch zukünftig geben. Wahrscheinlich zu 96% nur im Pokal, was ja traditionell meistens in der 2. Runde bereits erledigt ist. Allerdings habe ich das gestern mehr so aus Interesse an einer Tour nach Walldorf getan, und meinetwegen hätte da auch der FV Illertissen gegen die spielen können, ich hätte es wohl genauso gleichgültig geschehen lassen. Anspannung hat sich gestern jedenfalls zu keinem Moment wirklich breitgemacht, obwohl der Spielverlauf einiges dafür getan hatte. So bleibt festzuhalten: 96 ist für mich eigentlich (weiterhin) emotional so gut wie gestorben und das gestern hat mein Gefühl nur weiter bestätigt.
      " Ich will nicht wieder absteigen. Dann bringe ich alle um. Das wäre der Leidensweg Christi."

      Martin Kind
    • Die Partei, die Partei...die Partei hat immer Recht

      Nun sind 7 Spieltage gelaufen. Darunter musste 96 vier Mal auswärts antreten und drei Mal zuhause. Was haben wir nun aus den ersten sieben Partien mitgenommen? Der mal wieder teuerste Kader aller Zeiten zeigte bisher eher dezent aufblitzende Bundesligaqualität und Dirk Dufner und Tayfun Korkut müssen sich die Frage gefallen lassen, für wen sie eigentlich diesen Kader geplant haben. Ein einziger Ausfall, nämlich der von Lars Stindl, verursacht schon tödliche Probleme beim Spielaufbau und bei den herausgespielten Chancen. Edgar Prib fällt auch aus? Geschenkt, der war auch letztes Jahr beileibe kein Leistungsträger. Gerade in der Offensive wurden mit Hiroshi Kiyotake und Joselu vermeintlich hochkarätige Neuzugänge für insgesamt fast 10 Mio. € gekauft. Geld, mit dem in Paderborn zwei komplette Mannschaften gekauft würden. Schaut man sich die letzten 4 Spiele einmal genauer an, fragt man sich, mit welcher Berechtigung dieses Geld angelegt wurde. 4 Torchancen (1 Tor) aus den letzten 4 Spielen sprechen eine (zu) deutliche Sprache.

      Der Trainerpraktikant (© by bayern.qiumi) aus der heldenhaften Abschlussklasse 2011 ( © bei ProSieben) hat zuletzt eher interessante Taktiken gewählt, gerade die Auswärtsauftritte gerieten zu peinlichen Präsentationen, für die sich selbst Mirko Slomka schämen würde. In Paderborn wurde von Anfang an grausiger gespielt, als zu schlimmsten Ewald-Lienen-Zeiten. Man war pausenlos darauf bedacht, den Ball von sämtlichen Strafräumen wegzuhalten, eigener Spielaufbau fand nicht statt und die einzigen beiden Halbchancen waren Schüsse aus der zweiten Reihe. Dass man dann so ein Gammeltor aus 96 Metern Entfernung kriegt - geschenkt! Dazu hätte man es gar nicht erst kommen lassen dürfen, denn in so einem Spiel darf man den Aufsteiger nicht das Spiel machen lassen.

      Das nächste Auswärtsspiel in Stuttgart stand unter dem gleichen Motto, nämlich mit aller Gewalt den Gegner vom eigenen 16er fernzuhalten. Dabei halfen Tayfun Korkut gleich drei defensive Mittelfeldspieler, die aber dank fehlender Entlastung nach vorne auch völlig überfordert waren. Und wenn selbst die bis dato sieglosen Stuttgarter sich seelenruhig nach vorne durchkombinieren können, dann fällt eben auch mal ein Tor. Dummerweise hat die Mannschaft nach einem Gegentor keine Idee mehr, selbst nach vorne zu agieren.

      In München kann man mal verlieren, ja, aber gleich mit der Botschaft anzureisen, dass man sich heute eher nicht wehren mag, das spricht schon Bände. Paderborn hat in München auch 0:4 verloren. Kann passieren, aber die haben sich wenigstens gewehrt und sich nicht kampflos ihrem Schicksal ergeben. Und 96? Taktikfuchs Korkut hat sich etwas ganz Neues einfallen lassen: Defensive im Mittelfeld wird überbewertet, sind ja nur die Bayern. Wir treten mit fünf (!) Verteidigern an. 33% Ballbesitz und 28% Fehlpässe (Bayern 67% / 9%) sprechen eine deutliche Sprache, die da lautet: "Schießt uns ab, wir wehren uns nicht." Verteidigung beginnt im Mittelfeld, aber wenn man natürlich gegen Lahm und Xabi Alonso mit der Prämisse ins Spiel geht, eh nichts ausrichten zu können und die folglich einfach mal spielen zu lassen, dann nützt auch ne Zehnerkette nichts.

      Noch hat Korkut, in immerhin einem Dreivierteljahr an der Leine, nicht bewiesen, dass er der absolut richtige Mann an der Seitenlinie eines Bundesligavereins ist. Weder die taktische Marschroute noch (in Zusammenarbeit mit dem marodierenden Dufner) die Transfers zeigten bisher irgendeine positive Wirkung. Die einzige Wirkung ist eine verunsicherte Mannschaft, die sich im eigenen 16er gegenseitig auf den Füßen steht und dem jeweiligen Gegner fast beliebig das Mittelfeld überlässt. Bisher jedenfalls ist er ein Konzept schuldig geblieben. Ein Konzept, wie den 10-Sekunden-Fußball unter Slomka, das den Hannoverschen SV ausmacht. Bisher war nur ansatzweise so etwas wie eine grundlegende Spielidee zu erkennen, zu oft richtete man sich in einer einzigen Verteidigungstaktik einzig und allein nach dem Gegner und überließ diesem vollends die Initiative. Für einen gestandenen Bundesligisten mit Ambitionen ist das nach 7 Spieltagen ein Armutszeugnis.

      Konnte man daheim gegen den Aufsteiger (!) Köln die spielerischen Mängel noch mit einem frühen Tor kaschieren, werden die nächsten Wochen zweifellos die Weichen stellen, wohin die Reise in der Saison geht. Gegen die starken Gladbacher wird man mit dem dargebotenen "Fußball" massiv gegen die Wand laufen und dann dürfte es auch im Niedersachsenstadion das erste Mal unruhig werden. Denn die Partei bestehend aus Generalsekretär Kind Jong Il und hat zwar immer Recht. Aber auch nur solange, bis der offensichtliche Mangel Überhand gewinnt. Denn das Volk, das nach dem Rasieren der Nordkurve im Stadion noch übrig ist, ist nur mit sportlichem Erfolg ruhigzustellen, aber da es momentan sportlich nicht läuft, ist die Gefahr sehr hoch, dass die 11 Herren in den Jako-Leibchen demnächst mit Pfiffen in die Halbzeit geschickt werden. Zu groß ist die Diskrepanz zwischen den (abermals) utopischen Saisonzielen und der momentan dargebotenen Fußballkunst. Es könnte ein heißer Herbst werden in Hannover...
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      Martin Kind
    • In München kann man mal verlieren, ja, aber gleich mit der Botschaft anzureisen, dass man sich heute eher nicht wehren mag, das spricht schon Bände. Paderborn hat in München auch 0:4 verloren. Kann passieren, aber die haben sich wenigstens gewehrt und sich nicht kampflos ihrem Schicksal ergeben. Und 96? Taktikfuchs Korkut hat sich etwas ganz Neues einfallen lassen: Defensive im Mittelfeld wird überbewertet, sind ja nur die Bayern. Wir treten mit fünf (!) Verteidigern an. 33% Ballbesitz und 28% Fehlpässe (Bayern 67%/91%) sprechen eine deutliche Sprache, die da lautet: "Schießt uns ab, wir wehren uns nicht." Verteidigung beginnt im Mittelfeld, aber wenn man natürlich gegen Lahm und Xabi Alonso mit der Prämisse ins Spiel geht, eh nichts ausrichten zu können und die folglich einfach mal spielen zu lassen, dann nützt auch ne Zehnerkette nichts.

      Die 91% Fehlpässe von uns nehm ich dir nicht ab.
      Du wirst koana vo UNS


      In a world of compromise....Some don’t.


      Hängt die Nazis solange es noch Grüne gibt!
    • Hab's im Text auch schon korrigiert. Es waren 91% angekommene Pässe, demzufolge 9% Fehlpässe.

      Und ja, ich habe das "Spiel" gesehen. 90 Minuten.
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      Martin Kind
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