Katzenjammer - Gedanken, die niemand haben will

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    • Katzenjammer - Gedanken, die niemand haben will

      Ich eröffne hier einfach mal nen Thread, der von mir bei Zeiten als Blog verwendet wird, nämlich immer dann, wenn ich gerade Bock habe, über ein fußballspezifisches Thema zu schreiben. Ihr dürft diesen Kram, den ich hier reinschreibe natürlich sehr gerne auch kommentieren. :winke:
      " Ich will nicht wieder absteigen. Dann bringe ich alle um. Das wäre der Leidensweg Christi."

      Martin Kind

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kampfkater ()

    • Anspruch und Wirklichkeit der deutschen Medien, Fans und des DFB nach dem Tod von Robert Enke

      Der Konsens war relativ schnell gefunden. „Der Tod von Robert Enke soll nicht umsonst gewesen sein“, tönte es Mitte November 2009 unisono aus der deutschen Presselandschaft und auch DFB-Präsident Theo Zwanziger war der Meinung, „dass der deutsche Fußball daran arbeiten wird, Antworten auf die Frage zu finden, warum junge Leistungssportler in eine solche Situation kommen können.“ Nun kann man sich fragen, was in der Zwischenzeit dafür getan wurde, Antworten auf eben genau diese Fragen zu bekommen. Sicher, in den Tagen und Wochen nach dieser Tragödie tingelten selbsternannte und auch ein paar tatsächliche Experten durch die Polit-Talks des gebührenfinanzierten Rundfunks, machten bestürzte Gesichter und forderten, dass der Druck des Profifußballs reduziert werden müsse. Spielern solle es endlich möglich gemacht werden, sich zu Tabu-Themen wie Homosexualität, oder Depressionen zu bekennen, ohne deshalb gleich ein Karriereende zu befürchten.

      Passiert ist seitdem eher überschaubares. Mit dem ehemaligen St. Pauli-Spieler Andreas Biermann, der seine Karriere mittlerweile beendet hat, machte ein Spieler seine Depressionen zwar öffentlich und sorgte im September 2010 dafür, dass das Thema doch nicht in Vergessenheit gerät. Der Erfolg war allerdings eher bescheidener Natur – außerhalb der betreffenden Beckmann-Sendung interessierte sich fast kein Medium für die „Aufwärmung einer ollen Kamelle“. Die BILD wollte als Konsequenz aus dem Selbstmord von Robert Enke die massenhafte „Abstrafung“ von Spielern durch die Note 6 streichen. Wie lange dieser Vorsatz gehalten hat, kann nicht mehr vollends nachvollzogen werden. Nur so viel: Am vergangenen Wochenende erhielten 11 von 14 Bayern-Spielern die Bild-Note 6. An diesem Wochenende gab es für den Hamburger SV für 11 von 13 Spielern die Note 6. Ob es verdient ist, oder nicht – ob die Spieler nun immer wieder beteuern, dass ihnen die Noten der Zeitungen egal sind, sind sie vielen Lesern eben leider nicht egal und ein Großteil dieser Leser verschafft sich nun mal kein eigenes Urteil von einer Spielerleistung, sondern übernimmt das, was vom Blätterwald vorgekaut wird.. So ist es immer noch das gefährliche Bild der überbezahlten und stinkfaulen Fußballprofis, das bei Hans und Franz überwiegt. Gefährlich, weil durch diese eindimensionale Wahrnehmung der Fußballspieler allein auf seine Leistung reduziert wird. Bleibt diese Leistung aus, fällt der Spieler in der Gunst des Publikums schneller, als er von Trainer und Verein davor geschützt werden kann. Der Fall Sebastian Deisler, der seine Karriere im Januar 2007 aufgrund mehrerer Verletzungen und – wie sich später herausstellte, auch aufgrund von Depressionen – beendete, sei hier als mahnendes Beispiel nochmals in Erinnerung gerufen. Damals hatte ganz Fußballdeutschland eine Vorstellung von einem teuren Nichtskönner, das Deisler nur mühsam in der öffentlichen Wahrnehmung wiederherstellen konnte.

      In Sachen Fingerspitzengefühl hat auch der DFB scheinbar nicht allzu viel hinzugelernt. Exemplarisch das Spiel am vergangenen Sonntag in Cottbus, in dem sich der Osnabrücker Flamur Kastrati bei einem Zweikampf schwer verletzte und im Anschluss mehrere Minuten bewusstlos auf dem Spielfeld liegen blieb. Kastrati wurde anschließend mit einem Krankenwagen in das Cottbuser Krankenhaus gebracht, ihm geht es aber mittlerweile den Umständen entsprechend gut. Keiner der Spieler sah sich nach der rund viertelstündigen Unterbrechung zu einem ordnungsgemäßen Fußballspiel in der Lage, Schiedsrichter Marc Seemann brach das Spiel jedoch nicht vorzeitig ab, obwohl er von den Mannschaftskapitänen hierum gebeten wurde, weil „das mit den Regeln nicht vereinbar wäre und außerdem ja ein Schiedsrichterbeobachter auf der Tribüne sitzen würde“. Ich traue es dem DFB durchaus zu, hätte Marc Seemann diese Zeit nicht nachspielen lassen, dass das Spiel am Sonntag das letzte in seiner Laufbahn gewesen wäre. Vorbildlich(er als der DFB) verhielten sich jedoch die Cottbuser Fans, die Flamur Kastrati mit viel Beifall verabschiedeten und ihm alles Gute wünschten. So bewegend die Reaktion der Fans war, so sicher ist sie doch nur eine Momentaufnahme, die am nächsten Wochenende, wenn irgendwo in Deutschland mal wieder ein Schiedsrichter eine Fehlentscheidung macht, oder ein Spieler einen Elfmeter verschießt, schon längst wieder vergessen ist.

      Wie ernst es den Vereinen mit einer Enttabuisierung der Homosexualität ist, zeigte im August 2010 auch der französische Amateurverein FC Chooz. Dieser entließ den Spieler Yoann Lemaire fristlos, weil dieser seine Homosexualität öffentlich machte. Natürlich war auch hier die Empörung wieder durchaus spürbar – auch in der deutschen Medienlandschaft. Ebenso natürlich war das Thema aber schon einige Tage später wieder vollends vergessen und zurück bleibt die Frage, was diese kurze Phase der Empörung den homosexuellen Fußballern Deutschlands gebracht hat. Nicht viel, denn eine Gegenöffentlichkeit, die einen geouteten Spieler schützen würde, sucht man auch heute noch vergebens. Vielmehr müssten sich Spieler, die sich als depressiv, oder gar homosexuell outen würden, auch hierzulande auf einen Eiertanz in den Stadien gefasst machen, denn da möge jetzt jeder Leser und regelmäßige Stadiongänger ehrlich mit sich selbst sein: Man tut sich immer leicht, mit dem nackten Zeigefinger auf Presse und Vereine zu zeigen und „Hexe“ zu schreien, aber wir Fans im Stadion sind es, die den direktesten Einfluss auf die Spieler nehmen können und da sollte jeder mal bei sich selbst anfangen.

      Blickt man nun auf die 16 Monate zurück, die seit Robert Enkes Tod vergangen sind, kann man leider nur zu dem Schluss kommen, dass die deutsche (Sport)-Presse schon längst ihre anfänglich demonstrierte Zurückhaltung aufgegeben und wieder zum Halali geblasen hat. Verbalattacken gegenüber Schiedsrichtern, Spielern und Offiziellen sind in den Headlines von Express, Hamburger Morgenpost, BILD und Co. eher die Regel, als die Ausnahme. Darüber hinaus scheint das Thema Depressionen noch immer nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen zu sein. Mir sind Fälle bekannt, in denen die Betroffenen ihre Krankheit immer noch lieber verschweigen, als offensiv damit umzugehen. Diejenigen, die offensiv mit ihrer Krankheit umgehen, werden noch immer von Arbeitskollegen und Bekannten schief angeschaut. Scheinbar wird die Depression von der breiten Bevölkerung noch immer nicht als Krankheit anerkannt, sondern noch immer als geistige Schwäche.

      PS: Die Tatort-Folge am Sonntag, den 20. März (20:15 Uhr, ARD) handelt von einem Mord an einem homosexuellen Fußballer.
      " Ich will nicht wieder absteigen. Dann bringe ich alle um. Das wäre der Leidensweg Christi."

      Martin Kind
    • Ich fand es damals albern, die Prinzipien des Leistungsfußballs in Bausch und Bogen zu verdammen und finde das auch heute noch. Der Tod von Robert Enke kann doch wohl kaum darüber hinwegtäuschen, daß es sich bei der 1. Bundesliga um die besten Fußballer unseres Landes handelt. Das bedeutet nun mal Hochleistungssport, bei dem der beste spielt, der Zweitbeste auf der Bank sitzt, der Drittbeste einen Tribünenplatz hat und der Viertbeste fernsieht. Und wenn in dieser Liga der HSV in München so wie geschehen 6:0 untergeht, dann gibt der Boulevard nun mal lauter Sechsen. Daß Schulnoten eines Reporters (und wahrscheinlich kommen sie wirklich nur von einem) vollkommen lächerlich sind, ist unbestritten.
      Ich finde diese Gutmenschendiskussion vollkommen albern. Entschuldige bitte das Wort, aber ich finde spontan kein treffenderes. Wenn ein Spieler meiner Mannschaft fortwährend Fehler macht, Spiele im Alleingang verliert und vielleicht auch mal ein wichtiges Spiel vergeigt (z.B. ein Derby), dann pfeife ich ihn irgendwann aus. Das war vier Wochen vor Enkes Tod so, das war zwei Tage nach seinem Tod so und das wird auch fünf Jahre später so sein. Und da der Boulevard mich bedienen will, befeuert er die Kiste nach Kräften. Wer hat denn ernsthaft erwartet, daß es sich die BILD leisten kann/ will, auf diese Polemik zu verzichten. Das muß sie auch gar nicht.
      Daß der Schiedsrichter in Cottbus die 13 Minuten nach dem Ausscheiden Kastratis nachspielen ließ, kann man ihm wohl kaum vorwerfen, da er Regeln zu befolgen hatte. Wie die Regeln aussehen und ob diese sinnvoll sind, will/ kann ich nicht bewerten. Er mußte vor dem Schiedsrichterkontrolleur gut aussehen und damit ist diese Entscheidung systemisch. Das alles mag abermals tragisch gewesen sein, aber es ist nun mal Leistungsfußball. Mit Herrn Enkes Ableben und der danach folgenden Diskussion hat das nicht mal mittelbar zu tun.
      Auch das Spannungsfeld (Profi-) Fußball/ Homosexualität wird immer gerne herangezogen, um die Gefühlskälte des Fußballbetriebs zu untermauern. Mag sein, aber wer kann sich denn vollkommen frei davon machen, mit drei-vier Bier hinterm Knorpel und einer entsprechend aufgeladenen Stimmung, den einen oder anderen Spruch zu reißen/ Chant mitzusingen? Und wenn sich jemand davon freimachen kann, wer kann denn auch für seinen Nachbarn rechts und links im Block die Hand ins Feuer legen? Ich vermag nicht zu sagen, ob das ein fußballspezifisches oder ein gesellschaftliches Phänomen ist.
      Ich kann für mich nur sagen, daß mir all die genannten Punkte bei einem Spiel meiner Mannschaft vollkommen egal sind. Das mag mich für den einen oder anderen zu einem schlechten Menschen machen, aber alleine stehe ich damit nicht. Es gibt in Deutschland eine Fanszene, die diesbezüglich sensibilisierter zu sein vorgibt als ich es bin. In deren Stadion wurde vor nicht allzu langer Zeit der ehemalige Nationalmannschaftskapitän nach einer langen Verletzungspause und einer auch darüber hinausgehend schwierigen Gemengelage in den Medien, rüde kaputtgetreten. Für ihn mit absoluter Sicherheit eine harte Geschichte. Es schloß sich eine abermals lange Rekonvaleszenzzeit an. Als feststand, daß er nicht weiterspielen kann, wurde das offenbar (ich war selber nicht vor Ort) mit triefender Häme quittiert und der Foulspieler in Internetforen lobend erwähnt. Diese Anekdote ist gewiß nicht als Vorwurf gemeint, untermauert aber, daß ich mit meiner Sichtweise nicht ganz alleine stehe.

      My two cents...

      Tatorte mit der Burdah*re dieser Dame gucke ich ohnehin nicht, aber am Sonntag müßte ich bei der Tagesschau schon einen finalen Schlaganfall kriegen, damit das Erste bei mir angeschaltet bleibt.
      "Bei Eintracht Braunschweig und Union Berlin. Sollte ich nicht gerade am Hungertuch nagen, werde ich diese Vereine niemals trainieren. [...] Weil ich dort absolut unsportliche Schadenfreude erlebt habe."
    • Zunächst einmal Respekt Kampfkater für diesen Text! Kann man gut lesen.

      Beim Kastrati-Zwischenfall vergessen wir, dass auch der Schiri unter Schock stand. Das finde ich irgendwie auch unfair. Jeder darf geschockt sein, völlig neben sich stehen, aber der Schiri muss die richtige Entscheidung treffen. Laut Regeln hätte er in diesem Fall sofort abpfeifen können, da die 90 Minuten während der Behandlungspause vollendet waren.
      SCV und der FC
    • königsblaue schrieb:

      Warum wird eigentlich so oft dazu animiert sich zu Depressionen und Homosexualität zu bekennen? Wozu ist das wichtig? Für den Spieler selbst? Ich kann es mir kaum vorstellen.


      Ich finde es nicht wichtig dass diejenigen sich bekennen, sondern dass die sich bekennen können.
    • ein frommer Wunsch Hannoi so lang nicht nur im Jugendslang unterschwellig alles schlechte als "schwul" gilt. Ey Olda, voll schwul Oida ;)
      (Text zu Anspruch und Wirklichkeit innerhalb eines Vereins an einem repräsentativen Beispiel folgt noch. Passt aber grad nicht ganz zum Thema und außerdem bin ich grad net ganz nüchtern. :D )
      I put the Sex in Rechtsextremismus

      - Sektion Klappstuhl -
    • Und es gibt kein' Verein in Europa...

      Der erstplatzierte (!) der Heimtabelle, Hannover 96, hatte am Samstag den auswärtsstarken FSV aus Mainz zu Gast. Beide Mannschaften traten in Bestbesetzung auf, lediglich der gelbgesperrte Fuchs fehlte den Mainzern.

      Diese legten vor fast ausverkauftem Haus – Mainz hat’s nur auf 800 Leute gebracht – gut los, hatten durch Allagui schon nach wenigen Sekunden die erste große Chance, die aber von Schulz abgeblockt werden konnte. Lange Zeit war diese Aktion die einzig Erwähnenswerte. Beide Mannschaften waren zunächst darauf bedacht, den Ball nicht herzugeben und so entwickelte sich ein langweiliger Frühlingskick. Nur Ya Konan konnte sich dieser Lethargie einige Male entreißen, übersah aber genauso oft seine mitgelaufenen und viel besser stehenden Mitspieler und scheiterte so abwechselnd an sich selbst, an Heinz Müller, oder am Außennetz. Die Ecken von 96 – 15 an der Zahl waren’s am Ende übrigens – brachten wie so oft wenig Brauchbares. Anders die Standards der Mainzer, dort trat Holtby nach einer guten halben Stunde eine Ecke in den hannoverschen Strafraum. Zieler daraufhin arg riskant – manche würden auch sagen, er hätte sich verschätzt – jedenfalls segelte er wie weiland Otto Lilienthal am Ball vorbei, den dann erst Cherundolo auf der Linie klären konnte. Man ahnt es bereits, das war für lange Zeit wieder die einzig erwähnenswerte Szene. Wirklich hohe Fußballkunst zeigte weiterhin keine der beiden Mannschaften mit ernsthaften Europapokal-Ambitionen. Kurz vor der Halbzeit nochmal eine Ecke der Mainzer. Den Ball, von Holtby reingetreten, klärte Schmiedebach genau in den Lauf von Pinto. Dieser wetzte an der linken Seitenlinie über den ganzen Platz, spielte einen Zuckerpass auf den in den Strafraum mitgelaufenen Stindl, der allerdings von Noveski griechisch-römisch zu Boden gerungen wurde. Platzverweis für den mazedonischen Kampfhund und den fälligen Elfmeter verwandelte Ya Konan wie selbstverständlich zum 1:0.

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      Martin Kind
    • Spielabbruch in Ratingen – KFC-Präsident bei Polizeieinsatz verletzt

      Am Samstag musste das Spiel der Niederrheinliga zwischen Germania Ratingen und dem KFC Uerdingen nach angeblichen Zuschauerausschreitungen abgebrochen werden. Dabei ist die Gemengelage leider nicht so übersichtlich, wie sie von den Medien dargestellt wurde. Vielmehr haben sich unsere Qualitätsmedien die Recherchearbeit mal wieder gespart und einfach mehr oder weniger den offiziellen Polizeibericht übernommen.

      Doof nur, wenn die Realität sich nicht so recht in’s good-evil-Korsett der Medien zwängen lassen will und in Person von KFC-Präsident Agissilaos „Lakis“ Kourkoudialos nun zum <Gegenangriff gegen die Polizei ansetzt. Lakis war von der Haupttribüne an den Ort des Geschehens geeilt, um vermittelnd zwischen Fans, Ordnern und Polizei tätig zu werden. Als Dankeschön gab’s ne Ladung Pfefferspray von der Polizei und der Präsident der Uerdinger musste sich kurzzeitig in ärztliche Behandlung geben.

      Der Einsatz, bei dem rund 80 Cops im Einsatz waren, war (aus Sicht der Polizei) nötig geworden, da einige Uerdinger Pyrotechnik gezündet haben sollen. Die Darstellung des KFC sieht allerdings etwas anders aus. Zwar wird von Vereinsseite nicht bestritten, dass sich einige der 300 mitgereisten Fans daneben benommen und kleinere Rangeleien mit dem Ordnungsdienst angefangen haben, die, so der Krefelder Sicherheitsbeauftragte Christoph Lenz, sich aber schnell wieder beruhigt haben soll. Die Pryotechnik jedoch, für die der Stadionsprecher die Uerdinger verantwortlich gemacht hat, soll von zwei Hand voll Düsseldorfern gezündet worden sein. Was auch immer die da zu suchen hatten.
      Die Bullen haben das zum Anlass genommen, mit voller Montur in den Block zu marschieren und dort ordentlich aufzuräumen. Bilanz des Frühjahrsputzes: 14 Verletzte, davon 3 schwer und ein mal wieder völlig unsinniger Polizeieinsatz, der das Ansehen der so genannten Gesetzeshüter wieder ordentlich ramponiert hat.

      Der KFC Uerdingen veröffentlichte umgehend eine Stellungnahme, in der zivilrechtliches Vorgehen gegen die Polizei angekündigt wird. Solche deutlichen Worte sind auf deutschen Vereinsseiten eher selten – umso stärker sollten diese Worte honoriert und beachtet werden.

      Komplett mit Bildern, Verlinkungen und Videos auf blackwhitegreen.de :afi:
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      Martin Kind
    • Mücke vs. Elefant – eine unendliche Geschichte (Teil 1)

      Hach ja, liebe HAZ, da habt ihr ja wieder ordentlich ausgeteilt. Nicht nur, dass ihr in eurer Postille munter Hooligans und Ultras durcheinanderwerft,

      Vor einer Woche, nach dem Heimspiel gegen Mainz, versammelten sich 20 Mitglieder der hannoverschen Ultra-Szene in einer Kneipe in der Kramerstraße. Als die Hooligans aufgefordert wurden, das Lokal zu verlassen, weigerten sie sich.


      nein, es haben am Samstag auch noch 500 Fußballfans im hannoverschen Hauptbahnhof randaliert. Behauptet zumindest euer Redakteur Tobias Morchner.
      Doch nicht genug, die so genannten Fans (alle 10.000, die in Hamburg waren, einschließlich die mit dem Auto angereisten //Achtung, Ironie!) haben am Uelzener Bahnhof bei einem Zwischenstop ne Ladung St. Paulianer angegriffen, sodass die Jungs in Uniform mit Schlagstöcken dazwischen mussten.

      Dankenswerterweise wird dieser schwachsinnige „Artikel“ im Kommentarbereich von einem Michael M. entkräftet. Eigener Aussage zufolge war er Augenzeuge des Geschehens. So hat Michael M. in Uelzen ca. 15 Leute gesehen, die versucht haben, die Gleise zu überqueren und am hannoverschen Bahnhof gab es genau einen Böller zu hören und es ist nicht so, dass der ICE jetzt nur noch Schrottwert hätte – diese eine Sitzschale, die da auf’s Gleis geflogen ist, wird der ICE gerade noch verkraften.

      Bevor ich hier jetzt falsch verstanden werde: Alle 3 Aktionen waren natürlich Schwachsinn hoch 96 und einfach nur überflüssig. Mindestens genauso überflüssig ist aber auch eure sensationsheischende Darstellung der Dinge, liebe HA(t)Z.

      Komplett mit Links und in hübsch auf blackwhitegreen.de :bigjoint:
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      Martin Kind
    • Was in dem Hetzblatt völlig verschwiegen wird...

      Warum sollten die 20 Mann bitte die Altstadt-Pinte verlassen!?
      Lokalverbot, Stress, Platzverweis, Innenstadtverbot...oder haben Hubi & Konsorten einfach wieder nur auf dicke Hose machen wollen!?

      Das ist der HAZ mal wieder scheißegal - Hauptsache überall sind Huhlz, welche die Allgemeinheit bedrohen...PANIK!!!
      Tod und Hass der KGaA!
    • Mücke vs. Elefant (Teil 2)

      Nicht genug der unsachlichen, aufbauschenden und vor allem nicht den Tatsachen entsprechenden Hetzerei von gestern (Mücke vs. Elefant – Teil 1), nein, Herr Morschner darf heute den Bundespolizei-Sprecher Detlef Langer interviewen, der ihm auch sogleich brav in den Block diktiert, dass „alle Friedensgespräche der Vergangenheit nicht gefruchtet haben, und es deshalb jetzt Konsequenzen geben muss“. Denkbar wäre, so Morschner in seinem „Artikel“, ein allgemeines Beförderungsverbot für in der Vergangenheit auffällig gewordene Fans. „Leider“ ist das Gesetz dann doch nicht so weit, wie die Hirngespinste eines gelangweilten Lokaljournalisten (ich frage mich, ob der Typ schon mal nen Gästeblock von innen gesehen hat) und so lehnte die Bahn den Vorschlag prompt als „juristisch nicht durchsetzbar“ ab. Aber keine Panik Leute, auch die Meldepflicht für „Hooligans“ – wobei Herr Morchner auch hier wieder eine Differenzierung schuldig bleibt – ist mal wieder in der Diskussion. Das Problem an der Idee ist, dass sie so schwachsinnig ist, dass sie sogar gute Chancen hat, irgendwann eingeführt zu werden und da jeder Auswärtsfahrer weiß, wie schnell man in der „Gewalttäter Sport“ landet, werden wohl in Zukunft alle Fans, die in Duisburg mal ne Mülltonne demoliert haben, polizeiliche Meldeauflagen bekommen.

      Auch Gunther A. Pilz wurde im heutigen Artikel mal wieder eine Plattform zur Selbstdarstellung geboten. Er kommentierte ebenfalls fernab jeglicher Realität die angeblichen Geschehnisse und brachte sie mit der Ultra-Szene in Verbindung, wofür es meines Wissens nach überhaupt keine stichhaltigen Beweise gibt. Pilz fordert die Vereine dazu auf, „den Ultras die Privilegien, die sie zweifelsohne im Stadion genießen, zu entziehen“. Wie der Artikel allerdings auf die Schlussfolgerung kommt, dass „die friedliche Masse auf diese Weise dazu bewegt werden kann, sich endlich (!!!) von der kleinen, gewaltbereiten Minderheit zu distanzieren“, bleibt leider im Dunkeln.

      Desweiteren frage ich mich, ob die HA(t)Z die allgemeine Kritik an ihrem gestrigen Artikel schlicht nicht interessiert, oder ob sie einfach zu blöde, richtig zu recherchieren, oder ob sie sich einfach zu schade für eine Korrektur der gestrigen Formulierung ist. Denn noch immer ist entgegen aller Wahrheiten von 500 Randalierern die Rede, die angeblich den hannoverschen Hauptbahnof verwüstet haben sollen. Man kann ja mal einen Feldversuch starten, 500 Hools (oder Ultras, Hooltras, oder gar 16-jährige Halbstarke mit ein paar Flaschen Lindener zu viel) in einen Bahnhof stecken und dann mal schauen, was von diesem Bahnhof übrig bleibt. Auch die Polizei am Bahnhof in Uelzen konnte angeblich nur durch den Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray verhindern, dass 96er einen Pauli-Zug stürmten. Wenn man nur 5 Minuten seiner Recherchezeit nicht in das Presseportal der Polizei (und selbst dort ist nicht die Rede von Pfefferspray) investiert hätte, sondern auch mal einige unabhängige Quellen aufgerufen hätte, könnte man diese Behauptung auch ganz leicht in die Tonne werfen. Wobei das Ziel des Artikels ja ohne diese unsachliche Hetzerei auch nicht erreicht worden wäre, gell Herr Morchner?!

      die Premiumversion wieder auf blackwhitegreen.de - ihr dürft da ruhig mal vorbeischauen. :winke:
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      Martin Kind
    • Für mich ist das im Moment eigentlich DER Brandstifter. Jedenfalls hab ich von den Sport-Fritzen um Wiedersheim eher weniger zu dem Thema gelesen in den letzten Wochen.

      edit: Oh, das Thema im Interview sind die Hells Angels... Mensch, der Bursche hat ja richtig Erfahrung mit schweren Jungs. I-)
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      Martin Kind
    • Der hat auch sich auch schon über das Zusammenspiel von "Vorglühen, Discogängern, Türstehern & Gewalt" ausgelassen, vor knapp 3 Jahren in der HAZ.

      Oder für den Kölner Stadtanzeiger...über Jugendliche & Suff.

      Aber immer alles schön mit Zitaten seitens der Behörden/Polizei gespickt - das ist bei dem Methode.

      BTW: Das der sich einscheißt, wenn ihm ein 50-köpfiger Teenie-Ultra-Nachwuchspöbel übern Weg läuft - ohne jedoch was zu machen - könnte ich mir aber auch recht gut vorstellen. Macht jetzt auch nicht den robustesten Eindruck...
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    • Das schwarz-weiß--gelb-blau-grüne Panikkonzept

      Heute ist Derby! Das einzige Wahre, da können sich Dortmund und Schalke noch so aufregen. Nur, kaum einer darf hin und die die hin dürfen, werden wie das Viehzeug in Busse gequetscht und just in diesem Moment mit Polizeieskorte und Blaulicht vom Hannoverschen ZOB ins Stadion nach BS gekarrt. Und das wo Martin Kind im November 2011 noch davon sprach, "welches Bild die Lütticher denn von uns haben müssen", als diese Zwangsanreise genau so dort praktiziert wurde. Das sog. Holländische Modell soll wohl auf den Mist von 96 gewachsen sein, die hätten das in der Sicherheitskonferenz so vorgeschlagen und von Polizei und dem Gastgeber wurde das natürlich begeistert abgenickt. Selbst wenn das jedoch eine Auflage "von oben" gewesen wäre, hätte man dies im Vorfeld mit vernünftiger Kommunikation in Richtung Fanszene wohl so halbwegs umsetzen können, ohne gleich sämtliche Verbindungen zu kappen. Aber 96 hat sich (mal wieder) für den Law-and-Order-Weg entschieden, den man aber lustigerweise dann verlässt, wenn es zum eigenen Vorteil nicht reicht:

      Irgend ein Spitzfindikus hat bemerkt, dass diese verpflichtende Busanreise nicht mit den AGB der Auswärtsdauerkarte vereinbar ist, wonach den Inhabern dieser AWDK die Tickets in Original 5 Tage vor dem Spiel zugesandt werden müssen und nicht erst im Bus übergeben werden dürfen. Ein Fan klagte dagegen, da dessen Sohn diese Anreise körperlich nicht zuzumuten wäre. 96 dachte sich, diese Angelegenheit mit einem Vergleich wegwischen zu können und bot dem Kläger 3 VIP-Karten an, die dieser aber wiederum ablehnte und im Zuge dessen durch seinen Anwalt verkünden ließ, dass man bei 96 bzgl. der vorhergegangenen Kommunikation schlicht die Unwahrheit gesagt hätte. 96 hat daraufhin zwar Gästeblock-Karten zur Verfügung gestellt, allerdings sind zwischenzeitlich auch andere Besitzer einer AWDK auf die Idee gekommen, mittels einer Klage die Herausgabe der rechtmäßig erworbenen Karten zu fordern. Auch diese Klagen waren erfolgreich und so fanden sich am Donnerstag Nachmittag ca. 100 Besitzer einer AWDK an der Geschäftsstelle ein, um die Herausgabe der Karten zu fordern, notfalls auch mit einem Gerichtsvollzieher. Die ganze Zeit waren übrigens noch andere Karten im Umlauf. Sponsorenkarten, ebenfalls von 96 herausgegeben, waren von der Zwangsanreise natürlich nicht betroffen. Darauf vor der Geschäftsstelle angesprochen, entgegnete der Sportdirektor Dirk Dufner laut einem Augenzeugenbericht:, dass diese ja auch nicht "an marodierende Horden" gehen würden. So eine Aussage von "unserem" Sportdirektor. Ganz hart und mittlerweile glaube ich auch nicht mehr, dass die Zusammenarbeit mit Jörg Schmadtke damals nur wegen der angeblichen Querelen mit Mirko Slomka beendet wurde. Ich kann mir viel eher vorstellen, dass Schmadtke nicht immer auf einer Linie mit Maotin Tse Tung war und der GröPaZ ihn deswegen fachgerecht entsorgt hat. Wäre doch ein Treppenwitz sonder Gleichen, wenn der 1. FC Köln souverän aufsteigt und 96 den Gang in die zweite Liga antreten müsste..

      Zurück zu den Geschehnissen rund um die Karten: Viele der 100 Leute, die ohne Urteil in der Hand vor dem Stadion aufgetaucht sind, haben ihre Karten natürlich nicht bekommen, dagegen aber am Samstagmorgen ebenfalls eine einstweilige Verfügung erreicht, der scheinbar auch stattgegeben wurde, denn anders kann ich mir den darauffolgenden juristischen Taschenspielertrick nicht erklären. 96 hat gestern Nachmittag einen Befangenheitsantrag gegen die zuständige Richterin gestellt! Wohlgemerkt gegen die Richterin, die die Rechtmäßigkeit der eigenen AGB bestätigt hat. :augen:

      Man muss es sich abermals auf der Zunge zergehen lassen, es geht gegen die eigenen Leute. Wenn Eintracht Braunschweig diesen Firlefanz veranstaltet hätte, Verständnis wäre für diese ganzen Aktionen wohl (zurecht) auch nicht da gewesen, aber die interessieren 96er nun mal eher am Rande und so hätte man diese Kröte wohl oder übel schlucken müssen. Ich hoffe, dass es heute knallt. Dass es heute richtig knallt im Stadion, während es auf der gerade laufenden Demo in Hannover hoffentlich ruhig bleibt und aller Welt so schonungslos offenbart wird, wie falsch dieses "Sicherheits"-Konzept war. Sollte diese Mannschaft das Spiel heute verlieren, stehen uns zumindest muntere Wochen bevor, zu tief sitzt jetzt schon bei vielen der Hass auf den eigenen Verein.

      Ich war mit diesem Verein in Bochum, als sie fast am Boden lagen, bin spontan nach der Arbeit mal kurz nach Sevilla geflogen, weil ich dachte, das einzige internationale Spiel meines Vereins in den nächsten 20 Jahren zu sehen und habe mich in einem Überlandbus ins Ukrainische Hinterland gequält. Habe mich vor der Saison wie Bolle auf diese zwei Spiele gegen die Eintracht gefreut, davon und von vielem Anderen ist jetzt momentan nichts mehr da. Es bedeutet mir nichts mehr und der schleichende Prozess in der jetzigen Saison, dass ich während eines 96-Spiels auch mal einkaufen war, oder mein Auto gewaschen hab und mir ein Blick auf livescore.com gereicht hat, dieser Prozess hat jetzt einen Höhepunkt erreicht. Ich werde mir am 3.5. im Frankenstadion das letzte Auswärtsspiel der Saison anschauen und danach wohl einen Schlussstrich unter diese ganze Stadionsache ziehen. Ich bin nicht bereit, einem Menschen dabei zuzuschauen, wie er meine Freunde Woche für Woche der Lächerlichkeit preisgibt, weil sie Zeit, Geld und Leidenschaft in seinen Verein stecken, wie er es in 100 Jahren nicht könnte.
      " Ich will nicht wieder absteigen. Dann bringe ich alle um. Das wäre der Leidensweg Christi."

      Martin Kind