Deutsche Comedy und Kabarett

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      Der Großteil des Abends besteht aus Anstehen und Warten. Entgegen der Ankündigung, dass keine Platzreservierung möglich ist, wird man bei Betreten der Halle von Reservierungsschildern erschlagen.
      In den oberen Reihen fanden wir dann aber doch noch genug Platz, was letztlich den Vorteil hatte, nicht permanent auch während der Sendung Kontakt mit den Wichtigtuern des Fernsehteams haben zu müssen.
      So war lediglich ein Kameramann für uns "abgestellt". Ist nicht weiter störend, nach 10 Minuten hast du den Filmblick intus. Ich tauche ohnehin nur für ein paar Sekunden in der Übertragung auf, da die Besucher für ihre Einblendungen bevorzugen, die sich auf den Sitzen vor Lachen und Klatschen überschlagen.
      Und zu solchen gehöre ich definitiv nicht - eher Modell stiller Genießer.
      Die Gastkabarettisten treten zur Vorstellung vor der Sendung für ein paar Minuten einzeln auf der Bühne auf.
      Anweisungen für die Zuschauer oder Einpeitscher zum Klatschverhalten gibt es nicht, nur kurz vor Beginn baten die Protagonisten um aktive Teilnahme der Zuschauer während der Steinmeierrede. Die aktive Teilnahme bestand darin, sich schlafend zu stellen, um diese Uhrzeit eine nicht sehr schwer fallende Übung.
      Die Zusammenschnitte z.B. bei den Telefonaten zwischen den Ministerien stellen sich im TV auch anders dar als im Studio, da wird halt die Technik ausgespielt.
      Zugpferde bleiben für mich von Wagner und Uthoff, die die Thematiken nach meinem Geschmack sehr gut inszenierten, gerade die Entwicklung von Gesetzesvorschlag bis zum "Auswurf".
      Abdelkarim bringt bei seinen Kurzauftritten m.E. immer das gleiche, trotzdem werde ich mir den mal bei einem Soloauftritt "vornehmen".
      Der Österreicher und die Schweizerin waren mir bisher nicht so geläufig, da will ich mir keine Wertung erlauben, eine großen Eindruck haben sie bei mir aber nicht hinterlassen.
      Zusammengefasst wars ne schöne Abwechslung, das mal live zu erleben - da wird schon ein enormer technischer Aufwand betrieben, um gut 45 Minuten auf den Bildschirm zu bringen.
    • cebolon schrieb:

      Der Österreicher und die Schweizerin waren mir bisher nicht so geläufig, da will ich mir keine Wertung erlauben, eine großen Eindruck haben sie bei mir aber nicht hinterlassen.
      Die Schweizerin könnte man durch die heute-Show kennen. Da glänzt sie immer wieder mal durch ihre absolut trockene Art auf irgendwelchen Parteitagen
      „Das Recht auf den eigenen Körper beinhaltet auch das Recht auf die freie Wahl des Giftes.”
    • Neu

      Wer es morgen ab 22:15 Uhr wagt, mich zu stören, der wird von mir mitm nassen Lappen geschlagen, bis es qualmt! Hab vorhin mal die alten Aufnahmen rausgesucht - meine Güte, das ist wirklich schon 10 Jahre her. Morgen begeht die Anstalt ihr 10jähriges Jubiläum und alle Hauptakteure von damals bis heute werden sich ein Stelldichein mit hoffentlich spitzer Zunge geben: Urban Priol, Frank-Markus Barwasser, Jochen Malmsheimer, Georg Schramm - die Stalinorgel des deutschen Kabaretts, Max Uthoff und Claus von Wagner. Also wer möchte, unbedingt mal reinschauen.

      Und ich bleib dabei - das gehört auf den Sendeplatz 20:15 Uhr und dies dauerhaft! Der GEZ-Zahler und die davon Befreiten haben ein Anrecht drauf und dem Sender stünde das gut zu Gesicht.
      Drei Buchstaben, zwei Farben, eine Gemeinschaft
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      Aufnehmen oder Mediathek?!

      "Es gibt drei Dinge, die sich nicht vereinen lassen:
      Intelligenz, Anständigkeit und Nationalsozialismus.
      Man kann intelligent und Nazi sein. Dann ist man nicht anständig.
      Man kann anständig und Nazi sein. Dann ist man nicht intelligent.
      Und man kann anständig und intelligent sein. Dann ist man kein Nazi."

      (Gerhard Bronner)
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      Hmm... War zwar schön die Alten mal wieder zu sehen (grad Pelzig und Priol), aber es gab schon deutlich stärkere Sendungen. Es wirkte ein wenig als wären Utthoff und Wagner ernsthaft tatsächlich angepisst von diesem Wahlergebnis!

      "Es gibt drei Dinge, die sich nicht vereinen lassen:
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      (Gerhard Bronner)
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      Also ich glaube, das "Angepisste" der Beiden gehörte gestern eindeutig zur Dramaturgie der Sendung. Die Alten gehören noch lange nicht zum alten Eisen und zeigen mal ganz gepflegt den Jungspunten, wo der Frosch die Locken hat - so in etwa hab ich das gestern aufgefasst. Und hatte meinen Spaß dabei. Die Reaktion im Publikum war ja auch entsprechend. Mir fehlen die Alten - Uthoff und von Wagner gehören aber genauso dazu. Drum fand ich dieses "Experiment" eines Elefantenreffens gestern gar nich mal so schlecht. Inhaltlich gabs wirklich schon bessere Sendungen, aber darum gings wohl diesmal auch nicht vordergründig. War'n schöner Abend!
      Drei Buchstaben, zwei Farben, eine Gemeinschaft
    • Neu

      Das gehörte natürlich - auch - zum Konzept der Sendung. Aber... Sagen wir mal so: Sie haben es auf jeden Fall so überzeugend gespielt dass man ihnen das auch ohne weiteres "in echt" abkaufen würde.

      "Es gibt drei Dinge, die sich nicht vereinen lassen:
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      (Gerhard Bronner)
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      War eine tolle Sendung gestern. Die 4 "Alten" haben toll reingepasst und von Wagner und Uthoff sind auch klasse.
      Interesse an Datenbanken/Statistiken zum Fußball in den Niederlanden? Einfach fragen. ;)
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      SGD-Herzblut schrieb:

      Inhaltlich gabs wirklich schon bessere Sendungen, aber darum gings wohl diesmal auch nicht vordergründig.
      Hab es gestern 'nachgesehen' - bitte?! Der Monolog von Uthoff zum Thema deutsche Identität und Nazis im deutschen Parlament war mit das beste, was ich seit langem gesehen habe, und mit jedem Wort aber sowas von dermaßen wahr: Die AfD ist nichts neues, sondern schlicht die Konsequenz der Tatsache, dass deutsche Identität in den Köpfen immer noch völkisch definiert wird und verdammt viele Leute hierzulande einfach rechts sind. Ende, Tatsache, danke, da sagt's mal einer, wie es ist.
      Wir fraßen zu lange, was sie ersprachen.

      Achja: 5 mal so viel Wutfan wie DU!

      Science is like sex: it does have practical uses -
      but that's not why we do it.

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      Hat ja keiner bestritten, schließt aber ja nicht aus, dass es auch schon (noch!) bessere Sendungen gab!?

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      Hab ja auch niemanden angegriffen ;) Mir kam's nur ein wenig schlecht weg, ich fand die Sendung halt ziemlich großartig :schulterzucken: Und - wenn du schon nen Beitrag speziell zur AfD machst (und der tat auch irgendwie Not) - dann weiß ich nicht, wie anders und besser.
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    • Neu

      Ich finde, dass genau das was du kritisierst doch grade der Kern war. Die Ratlosigkeit, die Verzweiflung, die Reduzierung der AfD auf Rechtsextremismus, den Osten, den Fremdenhass, den (teils unterschwelligen) Rassismus. Das alles ist vorhanden und das alles sind Symptome, aber eben nicht die einzig verschiebbaren Gründe für das Erstarken des rechten Spektrums. Was klar wurde, war die Hilflosigkeit der Sache zu begegnen und Lösungen zu finden, die Menschen, die zur AfD abgewandert sind, wieder zurückzuholen. Da hilft es eben nicht, dass man nur auf den genannten Aspekten herumreitet, sondern analysiert, was man (die politischen Parteien und Akteure) in den letzten 10 Jahren falsch gemacht hat. Hat Barwasser ja dann auch gut dargestellt und die Nummer mit der Haustür es letztlich gut veranschaulicht.
      Das was Andi sagt, ist natürlich auch vollkommen richtig und sehr problematisch, aber eine weitere Facette der Auseinandersetzung mit dieser Problematik, die über das Phänomen AfD als solches hinausgeht.

      Und dass den beiden das Ergebnis der Wahl auf den Sack geht, ist ganz sicher so - aber nebensächlich.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Marsberger ()

    • Neu

      FCB Andi schrieb:

      Hab ja auch niemanden angegriffen ;) Mir kam's nur ein wenig schlecht weg, ich fand die Sendung halt ziemlich großartig :schulterzucken: Und - wenn du schon nen Beitrag speziell zur AfD machst (und der tat auch irgendwie Not) - dann weiß ich nicht, wie anders und besser.
      Außer dem AfD-Ding fand ich es halt eher mau...

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      Ging ja quasi nur um die AfD :D Ok, und die Sinnlosigkeit von menschlicher Existenz und 'Vernunft' und insbesondere kabarettistischer Arbeit - zu philosophisch?
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