Ruhe in Frieden, Klumpi

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    • Ruhe in Frieden, Klumpi

      Nachdem ich nun schon ein paar mal aufgrund meines hartnäckigigen Festhaltens an der SpVgg Fürth per PN von Usern anderer Vereine darauf angesprochen wurde, was es denn nun so alles mit der alten SpVgg Fürth so auf sich hat, kam mir die Idee diesen Thread hier ins Leben zu rufen. Das die SpVgg in den 20er Jahren eine der 4 führenden Mannschaften im deutschen Fussball war, dass wir 3 mal deutscher Meister wurden, in den 50ern noch einmal eine Hochzeit hatten (Süddeutscher Meister; Weltmeisterspieler) wissen viele.

      Nur was waren das alles genau für Thriumphe? Wie kamen sie zustande? Wer waren die Spieler? Was waren die bittersten Stunden unserer SpVgg?

      In regelmäßigen Abständen werde ich hier nun versuchen einiges vorzustellen (wenn möglich immer zu einem gegebenen Anlass!). Bedienen werde ich mir des öfteren unserer wunderbaren Chronik, welche auf der offiz. HP der SpVgg einzusehen ist.

      Bisher gepostet:

      - Georg Frank
      - Karl Burger
      - Ernst Sieber
      - Richard Gottinger
      - Robert Ehrlinger
      - 1914: Die 1. Deutsche Meisterschaft
      - Hans Hagen
      - Andreas Franz
      - Süddeutscher Rekordpokalsieger
    • Anfangen möchte ich anlässlich des 100sten Geburstages mit:



      Georg Frank


      Foto von Georg Frank


      Georg "Allan" Frank wurde am 14.12.1907 in Fürth geboren.

      Seine ersten fussballerischen Anläufe machte er in den Hinterhöfen seiner Heimatstadt, bis er sich dem FC Fürth anschloss. Dort erziehle er so viele Tore, dass es nicht lange dauerte, bis größere Vereine auf ihn aufmerksam wurden. 1926 wechselte Frank zum damals einmaligen Deutschen Meister, der SpVgg Fürth. Die zweite Deutsche Meisterschaft der SpVgg erlebte der damals 19-Jährige noch auf der Bank.

      Wenig später jedoch wurde er Stammspieler auf der halblinken Position. Diese Position spielte er so erfolgreich, dass Reichstrainer Otto Nerz ihn für das Länderspiel gegen Dänemark am 2. Oktober 1927 in Kopenhagen nominierte (1:3).

      Sein 2. Länderspiel war schon erfolgreicher. Am 10. Februar 1929 gegen die Schweiz schoss Frank alleine 4 Tore beim 7:1-Sieg.

      Unsterblich wurde Frank, als er am 28. April 1929 in Turin gegen Italien spielte. Die deutsche Mannschaft zeigte ein sehr gutes Spiel. Nach Toren von Gino Rosetti (6. Minute) und Josef Hornauer (12. Minute) stand es unentschieden. In der 80. Minute beförderte Frank den Ball an Torwart Giampiero Combi vorbei ins Netz und sorgte dafür, dass die Deutsche Mannschaft zum 1. mal gegen Italien siegte.

      Den größten Triumph feierte Frank am 28. Juni 1929. Im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen Hertha BSC Berlin in Nürnberg, schoss er beim 3:2 Sieg das zwischenzeitliche 2:1 und war so maßgeblich ander 3. Deutschen Meisterschaft der SpVgg beteiligt.

      Im 13. November 1944 wurde Georg Frank als Soldat an der Ostfront erschossen.

      Er absolvierte 547 Spiele für die SpVgg. In 4 Einsätzen in der Deutschen Nationalmannschaft erziehlte er 5 Tore.
    • Karl Burger



      Foto von Karl Burger


      Karl Burger erblickte am 26. Dezember 1883 in Stuttgart das Licht der Welt.


      Am Anfang seiner großen Karriere spielte er für seinen Heimatverein, Sportfreunde Stuttgart, zunächst als Torwart ehe er zum TV 1847 Augsburg wechselte, für den er bis 1907 kickte.

      Im März 1908 wechselte er zur SpVgg Fürth, wo er endlich seinen Durchbruch schaffte als Außenläufer auf der linken Seite. Schnell erspielte er sich auf dieser Position seinen Stammplatz und wurde 1909 erstmals in die Deutsche Nationalmannschaft berufen und somit stand am 04. April 1909 erstmal ein Spieler der SpVgg für das Nationalteam auf dem Platz. Das Spiel gegen die Schweiz wurde mit 1:0 gewonnen.

      Ab 1911 hatte er seinen Stammplatz in der Nationalmannschaft und fuhr mit dieser auch zu den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm.

      Insgesamt kam Karl Burger auf 11 Länderspiele, wobei er beim 16:0-Erfolg gegen Russland am 01.Juli 1912 sein einziges Tor für Deutschland erzielte.

      Den größten Erfolg mit der SpVgg feierte Karl Burger im Jahr 1914. Fürth errang zum 3. Mal die Ostkreis-Meisterschaft, wurde zum ersten Mal Süddeutscher Meister und schaffte es erstmals die Deutsche Meisterschaft zu erringen.

      Nachdem im 1. Weltkrieg der Spielbetrieb eingestellt wurde, wechselte Burger im Jahr 1919 nach 11 Jahren im Kleeblattdress zurück in seine Heimat und spielte wieder für die Sportfreunde Stuttgart. Über Augsburg und Breslau kam er dann noch zum Dresdner SC, wo er 1925 seine aktive Laufbahn beendete.

      Am 3. Oktober 1959 starb Karl Burger. Er gilt als einer der besten Fußballspieler Deutschlands in dieser Epoche.
    • Ernst Sieber



      Foto von Ernst Sieber


      Am 12. Januar 1920 wurde in Fürth Ernst Sieber geboren.

      Seine Laufbahn begann 1933 beim damaligen Reichsbahnsportverein (heute ESV West). Über ein kurzes Intermezzo beim TV 1860 Fürth kam er zur SpVgg Fürth.

      Vom Fürther Spieler "Schambo" Schuster angesprochen, folgte er gern einer Einladung zu einem Gespräch mit den verantwortlichen Herren der SpVgg. "Es war im Geismannbräustübl in der Bäumenstraße. Nachdem ich zur Bedingung gestellt hatte, fünf Spiele in Folge in der 1. Mannschaft spielen zu dürfen, wurde mein Vertrag per Handschlag abgemacht und ich durfte mir anschließend sogar mein Lieblingsgericht bestellen: Stadtwurst mit Sauerkraut!"

      Zur Einweihung des Städt. Stadions in Darmstadt gab er sein Debut. Er setzte sich auf der linken Seite durch. Anfangs als Mittelstürmer, später in der Abwehr.

      Eines seiner Highlights war der 2:1-Sieg der Fürther im Nürnberger Stadion. Dort lieferte er gegen Max Morlock eine überragende Partie.

      Vor dem Krieg lieferte er mit den Fürthern große Spiele u.a. gegen Slavia Prag (5:3) und Danzig (5:0 und 10:3) ab. 1940 gelang durch einen 2:1-Sieg gegen die damals berühmte Mannschaft von Schalke 04 der Einzug ins Halbfinale um die Deutsche Pokalmeisterschaft. Gegen Rapid Wien war dann allerdings Endstation.

      Als einer seiner größten persönlicher Erfolg ist auch zu werten, daß er in der damaligen Bayerischen Gauliga einmal Torschützenkönig wurde. "Im schönsten Fußballalter von 23 bis 27 Jahren war ich dann Soldat, wobei ich einige Male in der
      Soldatenmannschaft von Prag spielte, dann allerdings in engl. Gefangenschaft geriet."

      Nach der Heimkehr im Okt. 47 stellte er sich sofort wieder seiner SpVgg aktiv zur Verfügung. So erlebte er einen der bittersten Tage in der Geschichte der SpVgg mit. Den Abstieg in die Landesliga (1948) nach einem 2:3 in Mühlburg. Sieber war es jedoch vergönnt, den sofortigen Wiederaufstieg und die anschließende Süddeutsche Meisterschaft mitzuerringen.

      "Zwar musste ich meinen Stammplatz in der 1. Mannschaft dem damals jungen "Ertl" Erhardt räumen, doch spielte ich als treuer zwölfter Mann in wechselnder Folge auf fast allen Posten, bis auf Linksaußen und Torwart. Nach dem Beinbruch Gottingers im Februar 1950 war ich wieder voll dabei, so natürlich auch in der Meistermannschaft dieses Jahres und bei anschließenden Spielen um die Deutsche Meisterschaft"."Nach Erfolgen gegen Worms (3:2) und gegen St. Pauli in Gelsenkirchen (2:1) wurden wir erst im Spiel um den Einzug ins Finale gegen den späteren Meister VfB Stuttgart in Frankfurt (1:4) gestoppt. Damit war der greifbar nahe Traum von der vierten Deutschen Meisterschaft aus!"

      Im Alter von 33 Jahren gab er 1953 in Aschaffenburg als Mittelläufer seine letzte Vorstellung in der 1. Mannschaft der SpVgg. Er war bis dahin der sicherste Fürther Elfmeterschütze.

      Bitter erscheint nur der Abschied von Ernst Sieber von der SpVgg: "Beim Abgang als Vertragsspieler war kein Vorstandsmitglied in der Lage, mir zu sagen: Lieber Ernst, wir können dir keinen Vertrag mehr geben! Man schickte mir das Papier in die Wohnung."

      Danach arrangierte er sich noch viele Jahre für den ASV Herzogenaurach, bis er als Spielertrainer bei der BSG Schickedanz aktiv wurde.

      In seiner Laufbahn, darüber freute er sich besonders, gab es mehr Siege gegen den Club gab als Niederlagen. Sein größtes persönliches Glück hat er letzten Endes auch der SpVgg zu verdanken: seine Frau Martha, die damals in der 1. Damenhandballmannschaft des Vereins eine dominierende Rolle spielte. 1939 lernte er sie bei der Spielvereinigung kennen und heiratete sie 1944.
    • Aus leider aktuellem Anlass:

      Richard Gottinger


      Foto von Richard Gottinger


      Am 4. Juni des Meisterjahres 1926 wurde in der Theaterstraße in Fürth einer der ganz Großen der SpVgg geboren. Richard Gottinger. Das Fussballgen wurde Richard quasi in die Wiege gelegt. Sein Vater, Konrad Krauß, wurde 1929 mit der SpVgg Deutscher Meister.

      Der zuverlässige Außenläufer war über eine Dekade lang eine Stütze der Fürther. Sein unermüdlicher Fleiß wurde schliesslich von
      Bundestrainer Sepp Herberger belohnt. Dieser berief ihn in die Deutsche Nationalmannschaft. Am 11. Oktober 1953 spielte Richard
      Gottinger im Weltmeisterschafts-Qualifikationsspiel gegen das Saarland, das von der deutschen Mannschaft mit 3:0 gewonnen wurde.

      Während dieses Spiel zum Spungbrett für zwei andere, erstmals eingesetzte Fürther wurde, nämlich Charly Mai und Herbert Erhardt, blieb dieser Einsatz für Richard Gottinger leider der einzige.

      3 Jahre zuvor galt er als bester Deutscher Außenläufer, jedoch warf ihn eine schwere Verletzung weit zurück. Am 5. Februar 1950, prallte Gottinger mit dem Regensburger Koller zusammen und musste mit einen komplizierten Schienbeinbruch vom Platz getragen werden.

      Trotz eines furiosen Comebackes und der nachfolgenden Berufung in die Nationalmannschaft, erreichte Gottinger nie mehr die Form vor dem Unfall.

      Dennoch stand Gottinger neben dem Weltmeisterschafts-Qualifikationsspiel zweimal in der deutschen B-Auswahl. 1953 beim 5:2-Sieg gegen Spanien in Düsseldorf wurde er als der herausragende Spieler bezeichnet.

      Gottingers Herz hing schon seit frühester Jugend an der SpVgg. "Da wir als Buben die Heimspiele unserer Fürther gerne sehen wollten, aber kein Geld hatten, baten wir Spieler der ersten Mannschaft, uns umsonst in den Ronhof mit hineinzunehmen. Wenn das nicht klappte, versuchten wir es auf anderen versteckten Wegen." mit 11 Jahren trat er seinem Lieblingsverein bei. "Meinen Eintritt in die SpVgg verdanke ich meinem Freund Max Appis, der mir die ersten Fußballstiefel schenkte."

      Bis zu seiner Militärzeit im Jahre 1943, spielte Gottinger in den Jugendmannschaften der SpVgg. Als er Jahre später aus der Kriegsgefangenschaft nach Fürth zurückkehrte, lag der Spielbetrieb zunächst völlig brach. Der Ronhof war dank der amerikanischen Besatzungstruppen nicht bespielbar. Als Ende 1945 die SpVgg wieder den Spielbetrieb aufgenommen konnte, spielte Gottinger, obwohl er das Alter schon überschritten hatte, noch einige Male in der ersten Jugend, da er recht jung aussah. Dann wechselte er zum Rivalen ASV Fürth in die damalige Landesliga, kehrte aber im Sommer 1947 wieder zur SpVgg zurück und wurde erst als Halbrechter, dann als Läufer in die erste Garnitur eingereiht.

      Tiefpunkt einer Karriere war natürlich der Abstieg der SpVgg in die Landesliga im Jahre 1948. Doch in den zwei folgenden Jahren gelang der Wiederaufstieg und die Meisterschaft in der höchsten Spielklasse. Richard Gottinger konnte sich jedoch über die süddeutsche Meisterschaft von 1950 nicht freuen, da er ja wegen der Verletzung in Regensburg bei den Endrundenspielen um die deutsche Meisterschaft pausieren musste.

      Bis 1962 war er Fürther Stammspieler. 670 mal lief er im Kleeblattdress auf. Beim legendären 7:2 gegen den Glubb im Jahre 1956, gelangen ihm als Rechtsaußen gleich zwei Tore.

      Nach Beendigung seiner aktiven Karriere war er noch lange Jahre als Trainer aktiv.

      Am 05.03.2008 verstarb Richard Gottinger nach langer Krankheit.
    • Leider wieder aus aktuellem Anlass:

      Robert Ehrlinger



      Foto von Robert Ehrlinger


      Am 22.10.1931 wurde Robert "Schnabel" Ehrlinger in Fürth geboren. Dort wuchs der in der Mondstarße auf und trat zusammen mit seinem Freund Herbert Erhardt als 10-Jähriger der SpVgg bei. Dort absolvierte er in der Kindheit und Jugend alle Stationen. Der Sprung in der 1. Mannschaft blieb ihm jedoch anfänglich verwehrt, da die Plätze in der Läuferreihe noch von Erhardt, Mai, Gottinger usw. blockiert wurden.

      Deswegen wechselte Ehrlinger von 1952 bis 1955 zum Bayernligisten nach Gostenhof. 1956/57 kehrte er zurück und absolvierte unter Trainer „Bumbes" Schmidt sein Debüt. Mit seinen beständig guten Leistungen wurde er zum Stammspieler.

      1968 beendete Ehrlinger seine aktive Zeit bei der SpVgg mit 550 Einsätzen. Er war bekannt durch seine kämpferischen Spielweise, blieb jedoch von schweren Verletzungen verschont.

      Nach Ende seiner aktiven Laufbahn war Ehrlinger im Ronhof auch als Trainer der Amateure und diverser Jugendmannschaften tätig und war stets Gast bei den Heimspielen.

      In der vergangenen Woche starb Robert Ehrlinger nach längerer Krankheit im Alter von 76 Jahren.
    • 31.05.1914: Die 1. Deutsche Meisterschaft

      VfB Leipzig - SpVgg Fürth 2:3 n.V. (2:2, 1:1, 0:1)



      Meisterwimpel 1914


      In der Anfangszeit des Fußballs, genauer am 31.5.1914, wurde das längste Spiel in einer deutschen Fußballmeisterschaft zwischen der ruhmreichen Spielvereinigung Fürth und dem Verein für Bewegungsspiele Leipzig in Magdeburg auf dem Viktoria 96-Platz ausgetragen. Es dauerte insgesamt 154 Minuten.

      Die Leipziger traten bis auf eine Ausnahme mit der Siegerelf von 1913 an. Der Stürmer Johannes Völkers hatte von seinen Eltern (!) keine Spielerlaubnis erhalten. Dafür rückte Hans Julitz I nach.

      Vor 6000 Zuschauern drängten beide Mannschaften im Stadion zu Magdeburg mit Einsatz darauf, das erste Tor zu erzielen. Bereits in der 16. Minute gelang es dem Fürther Halbrechten Franz die Spielvereinigung in Führung zu bringen. In der 34. Minute konnte "Edy" Pendorf jedoch ausgleichen. Kurz danach musste der rechte Läufer des VfB Michel wegen Beinbruchs das Feld verlassen, so dass seine Mannschaft das schwere Spiel nur mit 10 Mann durchstehen konnte.

      Durch den Gleichstand nach der regulären Spielzeit war eine Verlängerung von zweimal einer Viertelstunde nötig geworden. In der 103. Minute ging Fürth durch Mittelstürmer Weiß erneut in Führung. Nach 4 Minuten glich Linksaußen Hesse aus, so dass die Partie nach 120 Minuten 2:2 stand.

      Erneute Verlängerung um 10 Minuten, keine Torausbeute. Ohne Pause folgten weitere 10 Minuten, wieder kein Tor. Auch die dritten 10 Minuten brachten keine Veränderung. Inzwischen wurde der Fürther Riebe des Feldes verwiesen, so dass nunmehr die Mannschaftsstärke auf beiden Seiten aus 10 Spielern bestand.

      Als dann die vierte 10minütige Verlängerung angebrochen war, erzielte der Fürther Franz in der 154. Minute das siegbringende dritte Tor, das zugleich die Deutsche Meisterschaft für Fürth bedeutete. Das längste, aber auch das dramatischste Fußball-Endspiel war damit zu Ende.

      "Es war in Magdeburg ? im Monat Mai ? Die Spielvereinigung ? war auch dabei ? Sie schlug die Leipziger mit 3:2 ? und bracht´ die Meisterschaft ? nach Fürth herbei."

      Lange konnten sich die Fürther über den Sieg nicht freuen, denn bei Kriegsausbruch wurden sechs ihrer Meister als Soldaten eingezogen und Karl Franz fiel bereits im September 1914. Von Fürther Seite zählten Sebastian Seidel, Hans Jakob und der Ungar "Fritz" Weicz ebenfalls zu den Kriegsopfern.

      SpVgg Fürth: Hermann Polenski - Karl Burger, Georg Wellhöfer - Sebastian Seidel, Adolf Riebe, Hans Schmidt - Georg Wunderlich, Karl Franz III, Frigyes Weicz, Julius Hirsch, Hans Jacob

      Tore: 1:0 Franz (17.), 1:1 Pendorf (83.), 2:1 Weicz (104.), 2:2 Hesse (108.), 3:2 Franz (153.)
    • Hans Hagen



      Foto von Hans Hagen


      Hans Hagen wurde am 15. Juli 1894 in Fürth geboren und spielte Anfangs beim FC Schneidig Fürth. Doch schon bald wechselte er zur aufstrebenden SpVgg.

      Der "grimmigen Prinz" (Hagen wurde so wegen einer im 1. Weltkrieg zugezogenen Gesichtsverletzung genannt) spielte Anfangs als Mittel- und Rechtsläufer, mit fortgeschrittenen Alter überwiegend in der Abwehr. Dort war er ein unerbittlicher, ernster Spieler, welcher über schier ungeheuere Kraftreserven verfügte und sich im Zweikampf in den Gegner förmlich wie ein Terrier verbeißen konnte. Er war ein Manndecker der ersten Stunde

      Als die SpVgg Fürth 1914 Deutscher Meister wurde, hatte er den Sprung in die 1. Mannschaft noch nicht geschafft. 1926 wurde er aber als linker und 1929 als rechter Außendecker mit den Kleeblättlern zweimal Deutscher Meister.

      Als fast 37jähriger nahm er 1931 noch einmal an der Deutschen Endrunde teil. Hans Hagen war die Zuverlässigkeit in Person und stets enorm einsatzfreudig und ging immer bis an seine Leistungsgrenze.

      Nach Beendigung seiner aktiven Laufbahn war er noch Trainer u.a. in Bamberg und bei der SpVgg Fürth. Beruflich war er als städtischer Sportlehrer tätig, wodurch er seine Fitness behielt. Hans Hagen war bis zuletzt ein leidenschaftlicher Fußballanhänger und verstarb am 11. Oktober 1957 in Fürth.

      63 mal lief er für die Süddeutschen Auswahl auf und gewann mit ihr 1922 den Kampfspielpokal sowie 1923, 1924 und 1926 den Bundespokal.

      In 12 Länderspielen stand er für Deutschland auf dem Platz
    • Andreas Franz



      Foto von Andreas Franz


      Am 27. Juni 1897 wurde in Fürth einer der ganz Großen geboren. Andreas "Resi" Franz war sein Name.

      Ab dem 11. Lebensjahr spielte er beim TV 1860 Fürth, ehe er sich 1912 der SpVgg Fürth anschloß. Allerdings verwehrte ihm der Erste Weltkrieg einen früheren Beginn seiner Karriere. Mit Wiederaufnahme des Spielbetriebes ab 1920 gab es keine Kleeblattelf ohne den Halbstürmer Andreas Franz. Zusammen mit Sturmpartner "Loni" Seiderer zeigte er in den 20er Jahren einen Offensivfussball, der deutschlandweit als die berühmte "Fürther Schule" bekannt war. Folglich wurde er vom damaligen Reichstrainer Dr. Otto Nerz zwischen 1922 bis 1926 zu zehn Länderspielen in die Nationalmannschaft berufen. Mit dieser erzielte er seinen größten Erfolg mit drei Toren im Spiel gegen Österreich am 13. Januar 1924 im ehrwürdigen Nürnberger Zabo.

      Der "Resi" war maßgeblich am Erreichen der beiden Endspiele 1926 und 1929 und letztlich am Gewinn der beiden Meisterschaften beteiligt. Außerdem bestritt er unzählige Spiele mit der süddeutschen und Nürnberg-Fürther Auswahlmannschaft. Mitte der 30er Jahre kehrte er zu seinem Erstverein TV 1860 Fürth zurück um dort seine aktive Laufbahn zu beenden und als Trainer zu arbeiten.

      Als er vom 2. Weltkrieg zurückkam fand er sein Haus zerbombt vor. Unter den Fürther Todesopfern befand sich auch seine Frau. Aus den Ruinen und Schutt seines Hauses wühlte er das Nadelkissen mit seinen Fußballabzeichen und sein Album mit 1.000 Photos von Spielszenen heraus.

      In späteren Jahren war der beliebte "Resi" Inhaber eines Lotto-Toto-Ladens in der Fürther Gustavstarße.

      Er verstarb Anfang 1970 und fand seine letzte Ruhestätte auf dem Fürther Friedhof.
    • SpVgg Fürth: Der Süddeutsche Rekordpokalsieger


      1918, 1923, 1925, 1926, 1927


      "Loni" Seiderer mit Pokal auf dem Titelblatt des Magazins "Fussball"


      Im Gegensatz zu anderen Ländern kam in Deutschland der landesweit ausgespielte Pokalwettbewerb erst sehr spät. Erst 1933 wude durch die Umstrukturierung im Deutschen Sport unter dem NS-Regime der nach dem damaligen Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten betitelte "Tschammer-Pokal" ausgespielt - Der Vorläufer des heutigen DFB-Pokals.

      Davor trugen die Landesverbände ihre eigenen Pokalwettbewerbe aus. Der wichtigste war sicherlich der Süddeutsche Pokalwettbewerb des SFV, denn im Süden war die Leistungsdichte am höchsten. Zwischen den Jahren 1918 und 1927 wurde dieser Wettbewerb abgehalten, welchen die glorreiche Spielvereinigung aus Fürth 5 mal gewann.

      1918 In diesem Jahr wurde der SFV-Pokals erstmalig ausgespielt. Nachdem die SpVgg im Halbfinale den FSV Frankfurt besiegt hatte, ging es im Finale vor 5000 Zuschauern auf dem Union-Platz zu Stuttgart gegen die Stuttgarter Kickers. Zoller und Löblein erzielten die Fürther Tore bei diesem 2:1-Sieg. Loni Seiderer, einer der größten Deutschen Stürmer der 20er Jahre, stand bei dieser Begegnung im Tor.

      1923 gab es zwar für das Fürther Kleeblatt den zweiten Pokalsieg. Allerdings war dieser nur ein schwacher Trost, denn die SpVgg, haushoher Favorit auf die Deutsche Meisterschaft, schied völlig unerwartet in der Zwischenrunde der Deutschen Meisterschaft gegen Union Oberschöneweide (heute Union Berlin) mit 1:2 aus. Einen Monat später standen sich auf dem MTV-Platz in München vor 10 000 Zuschauern die SpVgg und der FC Bayern gegenüber. 3 mal Andreas Franz und einmal Loni Seiderer erzielten die Fürther Tore beim 4:3 Triumph gegen den FC Bayern.

      1925 folgte der dritte Triumph. Wieder ging es gegen die Stuttgarter Kickers. Auf dem Teutonia-Platz in München setzte sich die Spielvereinigung mit 2:0 durch. Andreas Franz, Resi genannt, erzielte beide Tore für das Kleeblatt. Als Süddeutscher Pokalsieger qualifizierte sich die SpVgg für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft der Saison 25/26. Ein 4:1-Sieg gegen Hertha BSC Berlin brachte 1926 den zweiten Meistertitel für die Spielvereinigung.

      1926 stand die wohl beste Elf, die die Spielvereinigung jemals gesehen hatte erwartungsgemäß wieder im Finale um den Süddeutschen Pokal. In Frankfurt hieß der Gegner VfB Stuttgart. Und wieder schlug Resi Franz erbarmungslos zu. In den regulären 90 Minuten glich er zwei Mal die Führung der Schwaben aus und schafft in der 96. Minute das Siegtor zum 3:2.

      1927 folgte der Hattrick. Nach dem bitteren Ausscheiden im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft gegen Hertha BSC Berlin wurden im Süddeutschen Pokalwettbewerb zunächst die Bayern und im Halbfinale der verhasste 1. FC. Nürnberg besiegt. Das Endspiel in Stuttgart Degerloch sah den Favoriten aus Fürth als Sieger gegen den FSV aus Frankfurt. Die SpVgg gewann souverän mit 3:0. Alle drei Tore erzielte Georg Frank.

      Danach stellte der SFV den Wettbewerb ein, so dass die SpVgg wohl auf ewig Rekordsieger dieses Wettbewerbs bleiben wird.
    • Herbert Erhard ist tot

      Mit Herbert "Ertl" Erhardt ist einer der größten Fürther und Deutschen Fussballer aller Zeiten nach langer schwerer Krankheit gestorben.

      50 A-Länderspiele für Deutschland
      -- Debut: 11.10.1953 beim WM-Qualifikationsspiel in Stuttgart gegen das Saarland.

      3 WM-Teilnahmen (1954, 1958, 1962)
      -- Weltmeister 1954
      -- Ab Mai 1959 Spielführer der Deutschen Nationalmannschaft

      Knapp 800 Spiele für die SpVgg Fürth
      -- 1950 Süddeutscher Meister
      -- 1951 Süddeutscher Vizemeister

      70 Spiele für den FC Bayern München


      Ruhe in Frieden, Ertl. Du wirst immer unser Idol bleiben...:(